Aufwärts! GcmeinscbaftsblaU für Bessen. t Erscheint wöchentlich einmal, zelne Exemplare bestelle man bei der Post vierteljährlich. Jcrlag der Buchhandlung der Pilgermlssion Stehen. Redakteur: Stadtmissionar Herrmann-Gießen. Mitarbeiter: Pfarrer Sperber-Cassel und die Prediger der Pilgermission. Druck von I. G. Lucken Nachfolger, G. nt. b. H., Cassel. Nr. 41. Sonntag, den 14 . Oktober 1917. 10. Iahrg. AM. ' ' Meine Gedanken vor dem Keinde. Da liege ich nun neben einem Kameraden im Felde, um feindliche „Drahtverhaue" zu zerstören. Ob ich im fernsten Osten war oder nun hier im Westen bin, stets habe ich dasselbe ^—-*- - - Bild, meine Augen spähen nach dem Drahtverhau. Ach, das ist ein grauenhaftes Ding, für Unzählige schon zur Stätte des Verderbens und des Todes geworden. Wieviel zuckende, langsam und qualvoll hinsterbende Men- schenleiber haben in ihm gehangen. Taufende und aber Tausende brechende Augen schauten als letztes diesen „Drahtverhau". Das sind Opfer, die von beiden Seiten gebracht werden. Wie ist es, sind denn die Geister der Hölle auf die Erde ge- lammen, um diesen teuflischen Drahtverhau als Scheidewand des Todes zwischen die Völkergriippen zu stellen? So sollte man als vernünftiger Mensch meinen. Wer anders sollte auch die grauenhaften, höllischen Symphonien in der Lust erzeugen? Ist das nicht ein Zischen und Fauchen vom Drachen der Unterwelt? Und wenn die Kanonen donnern und die zum Zerfetzen der Menschenleiber bestimmten Granaten und Minen krachen, hört man da nicht die Hölle donnernd widerhallen von dem grausigen Lachen seiner Bewohner? Sind die Giftgase nicht gesandt aus der Urstätte des Todes, der satanischen Behausung? Sind du alles zerfressenden, in ihrer fürchterlichen Wirkung kaum zu beschreibenden Feuer ströme aus dem Flammenwerfer nicht von dem alten Drachen auf die Erde ge- spien? Ja, so muß es doch wohl sein ■.'..'S seöi : :t.;Sv. -i % - v-> >>•„' ■, -jM ■ Haben Sie, geneigter Leser, etwa eine andere Meinung? Denken Sie wirklich, so etwas brächten die Menschen fertig? Lasen Sie denn niemals von den großen Fortschritten der Kultur? Hörten Sie auch noch nicht von der Veredelung des Menschengeschlechtes und von seiner stetigen Entwickelung zum Guten? Man sah doch schon das Ideal, den voll- kommenen Menschen, als Frucht, als endliches Er- gebnis des herrlichen Fortschritts winken. Man redete nicht allein von Humanität, nein, sogar von Menschen- liebe, als von einer im einzelnen wohnenden und bald alle umfassenden Eigenschaft. Doch noch mehr. Man hatte das Herz des Menschen als die Stätte Gottes erkannt. In ihm liegen die göttlichen Quellen ver- borgen, deshalb auch die Urquelle zu allem Guten, zur wahren Weu'eit, zum göttlichen Lichte, zur ewigen Liebe. Di.ses Herz wies, unbeeinflußt durch äußere Dinge, wie z. B. die Bibel, aus sich selbst den Weg zur Gegenwart Gottes, des ewig Großen, Heiligen. Dieses Menschenherz ist ein solch gött- liches Ding, daß dafür ein Erlöser, ein Heiland nicht in Frage kommen kann. Steht das Menschengeschlecht nicht auf einer hohen Stufe? Hat es nicht Wunderbares auf allen Gebieten erreicht? Sucht man dabei nicht den weniger Gebildeten zu fördern und die versumpften Farbigen aus ihrem Schlamme herauszuziehen? Liest man nicht von großen und kleinen Stiflnngen zum Wohle der Menschheit? Es gibt unendlich viel Hilft, und Heil- stätten für Kranke, Arme, Waiie usw. Man sucht die Krankheiten mit allen Mitteln zu beschränken und den Tod solange wie möglich sernzuhalten. Wie überwältigend sind auch die Fortschritte in den verschiedenen Zweigen der Wissenschaft, der Technik usw. Alles soll zum Besten der Menschheit dienen. Der Schweiß seines Angesichts soll auf ein möglichstes Minimum be- schränkt und die verfluchte Erde, soweit es eben geht, in ein Paradies verwandelt werden. Natürlich nicht auf einmal, sondern mit der Zeit. Aber der Mensch behauptete, auf dem besten Wege dazu zu sein. Nun frage ich Sie: Soll diese hochstehende Menschheit zu etwas derartigem fähig sein, dessen Zeuge ich und mit mir viele Millionen sind? Diese Zerstörungswut und Mordlust soll ein Einfluß^>er edeln, göttlichen Menschenherzen sein? Glauben Sie, daß aus der Wohnstätte Gottes im Menschen soviel Neid und Haß hervorkommen kann? Das ist ja nn- möglich. Ein edler Apfelbaum bringt doch nicht auf einmal gefährliche, giftige Tollkirschen hervor! Es wäre doch gegen jedes Naturgesetz. Und die Naturgesetze sind doch die Grundlage alles Wissens und unseres Seins. Was denn nun? Betreibt die Hölle mit ihren satanischen Mächten unter Ausschaltung des Menschengeschlechtes diesen Krieg? Ach nein! Es stehen sich die edeln, gebildet-« Kulturmenschen in giftigem Haß und in Todesfeindschaft gegenüber, all das Furchtbare und unbeschreiblich Schreckliche hervorbringend. Wir sehen es mit unseren eigenen Augen, fühlen es an unserem eigenen Leibe. Eine Täuschung ist nicht möglich. Aber dieser Krieg und diebehaüptete hoheStellung derMensch. heit sind nicht vereinbar. Eines von beiden muß Wahr- heit und das andere muß Lüge sein. Da nun dieser fürchterlichste aller Kriege leider Wirklichkeit ist, kann die Behauptung der Menschheit von ihrem hohen Stande nur enie Lüge sein. Eine andere logische Schlußfolgerung ist mir beim besten Willen nicht möglich. Wenn auch der Mensch sagt: „Es ist dieses ein letztes Ausflackern des alten, überstanden geglaubten, unveredelten, bösen Naturtriebes des Menschenherzens, s es geht jetzt durch Nacht zum Licht, und bald wird / der Erde das Licht des Glückes und ewigen Friedens scheinen," so kann ich doch nur meiner Wahrnehmung Ausdruck geben, daß dieser böse Naturtrieb unheinn lich größer und stärker sein muß, als das der Bo hauptung gemäß vorhandene Gute. Hätte er sonst > mit derartig elementarer Gewalt und mit solcher Ausdauer hervorbrcchcn können? Nein, o nein, da i halte ich mich lieber an das Tatsächliche, denn: „An s ihren Früchten sollt ihr sie erkennen!" j Man bezieht sich aus die früheren, im Lause von Jahrzehnten und Jahrhunderten hervorgebrachtev >' Früchte? Ach, sind Sie doch still. Kennen Sie Egoismus? Wenn Sie Menschenkenntnis besitze», werden Sie in etwa erkennen, inwieweit der , mehr als Wahrheit allem, w, N „Zu wel gekommer daß Sie gibt keine heute erb mal, Si Schwei, so gewalt der Urhe Leidensche toben, Ei gelassen, zu salch kan». 3 Herzen is zeigen, w jedes Me Sünden : göttliche strahlt, n der Mens doch so g die Eiken vor dem alle« dal heit wir Frieden i von der könne«, i damit er genden M Liebe des ih« in I de, wahre Reinheit, Jesus hat Kreuzet tragen. 3 und komn Christi, d Dies ost vor d könnten vi Ma» sich jede» Aug zu «erden Jesu geben vor sich z all oem Z dessen Lie Ja, , und dessen "Herzens, | »alb wird / Friedens cnehinung i unheim- I der 33e- : er fonft > it solcheri nein, da j un: „An ^ im Lause ^ gebrachten '< tmen Sie s besitzen, »er EgviS> ibfeder zu ; ich weit alle guten s , Gott zu, I Verborgene Gott sei jeben, die : »ok beni rische»? ' : die domi- öie hinein- n Herzens, ; he Früchte 3, ich weiß | »iefe bösen >er übrigen ns, soweit irz. Mein j zsobjekt. c Wahrheit : sogar zudem» ver- die Wahren Mensch- ? Sie sagt i Mensche» , der Bibel h voll und s Ihr Wort - wir sehen- »m erkenne rohe Wahn i sie !# »1 Streich' I re» Lüste», : nickt eine j utigen 3 U ‘ ie von de>» ine ich 1 mehr als in Friedenszeiten, daß das Wort Gottes Wahrheit ist. Es bewahrheitet, bestätigt sich in allem, was wir heute erleben. Nun möchte ich Sie mal fragen: „Zn welchem Ergebnis sind Sie mit Ihren Gedanken gekommen?" Ist Ihnen das Denken zu lästig, so daß Sie einfach mit der großen Menge sagen: „Es gibt keinen Gott, sonst würde er nicht zu all diesem heute erlebten Schrecklichen schweigen?" . Sehen Sie mal. Sie können Gott nicht den Vorwurf des Schweigens machen. Er redet doch gerade jetzt so gewaltig durch die Kriegsereignisse. Er ist nicht der Urheber des Krieges. Nein. Er läßt sich die Leidenschaften des Menschenherzens jetzt einmal austoben, Er hat den Wünschen der Herzen freien Lauf gelassen. Warum? Damit der Mensch erkenne, daß zu solchen Früchten nur eine böse Quelle führen kan«. Der Mensch soll erkennen, was in seinem Herzen ist. Und dieser Inhalt ist, wie die Früchte zeigen, wahrhaftig nicht für das Licht geeignet. Ein jedes Menschenherz ist von Natur finster, ist tot in Sünden und Übertretungen. Es vermag deshalb das göttliche Licht, das aus dem Worte Gottes hervorstrahlt, nicht zu ertragen. Deshalb haßt und flieht der Mensch die Bibel. Und dabei hat die Bibel es doch so gut mit dem Menschen vor. Sie will ihm die Erkenntnis der Wahrheit geben, daß er in sich vor dem heiligen Gott nicht bestehen kann. Nicht alle« das. Hat der Mensch diese furchtbare Wahr- heit wirklich erkannt und sehnt sich danach, Frieden mit diesem heiligen Gott zu haben, befreit von der Sünde in Reinheit vor Ihm bestehen zu könne«, dann zeigt sie ihm much den Weg hierzu, damit er die beglückende Erkenntnis von der reinigenden Macht des Bluies Christi und der vergebenden Liebe des himmlischen Vaters empfange. Sie zeigt ih« in Jesu, dem Gekreuzigten und Auferstandenen, de, wahren und einzigen Weg zum Vater, zur wahren Reinheit, zur himmlischen Herrlichkeit. Denn dieser Jesus hat Frieden gemacht durch das Blut Seines Kreuzes. Dort hat er die Sünden eines jeden getragen. Wer nun an Ihn glaubt, hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht; denn das Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes, reinigt von aller Sünde. Dies sind, kurz gefaßt, die Gedanken, die mich oft vor dem Feinde bewegt haben. Ich dachte, sie könutcn vielleicht hier und da von Nutzen sein. .Wenn ma, sich so oft vom Tode umgeben sicht und man jede» Augenblick selbst gewärtig sein kann, abgerufen zu werden, ist es ein kostbares Bewußtsein, im Blute , Uhr Versammlung; jeden Donnerstagabend 8‘/z Uhr Bibel- und Gebetsstunde. So Gott will, findet am 20. Oktober, nachm. 3 Uhr, die Einweihung itt neuen VereinshauieS der Stadtmilsion Friedberg statt. Die lieben Ge- «hwister sind zu dieser Feier herzlichst eingeladen. ^ Betet, damit auch unser EL* wie einst der Tempel Israels, der Herrlichkeit des Herrn voll Ivurde! ' Euer im Herrn verbundener P- Wiemer. Bezirk Lich und Schotten. Nidda. Jeden Sonntagabend 9 Uhr Versammlung j abend 9 Uhr Gebetsslunde^ jeden Dienstagabend ''vhr Bibelstunde. Ine, dritten Sonntag im Monat nachmittags 3 Uhr GemeinIchastskoiUereNt. Schotten Jeden Sonntagmittag 12'/« Uhr Sonntagsschule, je Sonntagabend v Uhr Versammlung. . _ . . na a. Beben rod. Jeden zweiten und vierten Sonntag >m Mon« iw und vierten Sonntag im Mon« »* """°'"RanÜa^J'e7en7weiten und vierten Mittwoch tm Mona. * Uf>C ffi^UnUiauien Jeden zweiten und vierten Donnerst«« b> Monat abends 9 Uhr Versammlung. . ^ Lich. Jeden SonntagadiNd 8'/» Uhr Versammlung, jeden Are« abend 9 Uhr Gebetsstunde . — . Holzheim Jeden ersten Sonntag tm Monat nach S'h Uhr Wonatsverjammlnng. Bezirk Sellnrod. Sellnrod. Jeden Sonntaaabend 8'/e sthr Versamml»»« jeden Mittwoch und Freitag KriegSgebetsstunde Mit Bibelbctrach "•*