r ww VVWVW T-W-W -WWW WWW wwwwwwww^rwwvwwwwww+w Aufwärts! S Gemeinschaftsblaft für Ressen. | Erscheint wöchentlich einmal. Einzelne Exemplare bestelle man bei der Post vierteljährlich. Verlag der Buchhandluna der Pilaermission Ließen. Redakteur: Stadtmissionar Herrmann-Gießen. Mitarbeiter: Pfarrer Sperber-Cassel, Pfarrer Strauß-Leipzig u. d. Prediger d. Pilgermission. Druck v. I. G. Oncken Nachf., G. m. b. H., Cassel. Nr. 49. Sonntag, den 3. Dezember 1916 9. Iahrg. Zer Iriedenspatalt. Der Friedeuspalast im Haag, dessen Bild man kopfschüttelnd besehen möchte, ist dennoch ein Beweis, daß es nicht an Bestrebungen gefehlt hat, die Kriege ans der Welt zu schaffen. Auch waren viele von den Friedenskongressen, Friedensnllianzen.Schiedsgerichten, d>e in dieser Richtung wirkten, ernst ge- meint. Über Nacht sind alle diese Bestrebungen wie Spinngewebe zerrissen, die Bosheit tri- uinphicrt, und schrecklicher denn je wütet derKricg jetzt schon bald 2*/,Jahre. Welche Abgründe von Lug und Trug zeigen sich bei den Diplomaten und im Völkerleben unserer Feinde I UnserKaiser konnte sagen: „Mit reinem Gewissen und reiner Hand ergreifen wir das Schwert." O, daß unseres Volkes Geivissen und Hand auch rein würde von aller Ungerechtigkeit! Dieser Krieg ist aber auch eine Strafe für die Völker Europas. Wie schwer lasten die Verhältnisse auf allen Völkern, auf den Familien! Dann die teure Zeit, die Verluste an Hab und Gut, Gesundheit und Leben! Den Besiegten wird die Strafe am meisten treffen, aber auch für den Sieger ist der Krieg ein Unglück. Die Sünde ist der Leute Verderben, und Gott hat sich seines Rechtes, die Sünde zu strafen, nicht begeben. Auch unser Volk hat viel gegen Gott ge- sündigt und hat alle Ursache, seine Sünde zu erkennen und Buße zu tun. . Gottes Wort sagt uns, daß alles Elend, Leid und alle Not auf Erden durch die Sünde in die Welt gekommen ist. Vor dem rüudeufall war lles, ivas Gotl wmacht hatte, uhr gut. (1 Mose l, ckl.) Auf der leuen Erde, wo es keine Sünde uehr gibt, wird Gott abwischen >lle Tränen vor? >en Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid, nock Geschrei, nock schmerz wirb mehr sein. lOffb. 21, 4.) Bis zur vollendeten Erlösung aber liegt der Fluch Gottes auf der sündigen Erde. (1 Mose 3, 17.) Der HErr spricht: „Es ist deiner Bosheit Schuld, daß du so gestäupt wirst, und deines Ungehorsams, daß du so gestraft wirst. Also mußt du inne werden und erfahren, was es für Jammer und Herzeleid bringt, den HErrn, deinen Gott, verlassen und Ihn nicht fürchten." (Jer. 2, 19.) Als Josephs Brüder vor dem unerkannten Herrn in Ägypten standen, trat ihnen die Schuld, die viele Jahre alt war, wie heute geschehen, vor ihre Seele Der Trieden$pala»t im fjaag. „Das haben wir an unserem Bruder verschuldet, als wir sahen die Angss seiner Seele, da er uns flehte, und wir wollten ihn nicht Hörem Darum kommt nun diese Trübsal über uns." (1 Mose 42, 21.) Dasselbe haben seitdem Tausende erlebt, und Hunderte erleben es heute. Und doch, „wohl dem", welchem einmal seine Sünden vor die Augen getreten sind, welcher von einer Zeit weiß, wo er in tiefer Beugung an seine Brust schlug und um Vergebung der ganzen Schuld um des Blutes Jesu willen zu Gott flehte. Wenn du dieses noch nicht erlebt hast, dann tritt heute mit deinem ganzen Leben in die Gegen- wart des heiligen Gottes. Sorge nur dafür, daß nicht in deiner letzten Stunde die Sünde, die du solange in den Wind geschlagen hast, erwache und dann als Verkläger vor dir steht. Sonst gehst du in Verzweiflung dahin, wo der Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt. Wohl dir, wenn du sagen kannst: „Ich bin durch Gottes große Barmherzigkeit wieder- geboren zu einer lebendigen Hoffnung. Ich bin gerecht geworden durch den Glauben und habe Frieden mit Gott durch unseren HErrn Jesum Christum!" O. D. Eine feindliche Kugel, die zum Leöen führte. Im Jahre 1900 stand draußen im fernen Orient ein deutscher Soldat auf dem Schlachtfelde. Da kam eine feindliche Kugel geflogen und streckte den Tapferen zu Boden. Seine Verletzung war keine lebensgefährliche. Er hatte nur einen Streifschuß erhalten, der seinen linken Fuß verwundet hatte. Doch vermochte er sich nicht mehr zu erheben, sondern mußte liegen- bleiben und auf Hilfe warten, während die anderen Kameraden siegreich vorwärts stürmten. Bei diesem stillen Harren besah er sich nachdenklich seinen durchschossenen Fuß. Die Kugel hatte auch die Sohle vom Stiefel gerissen, und zwischen seinem hervor- quellenden roten Blute sah er ein Stückchen weißes Zeitungspapicr schimmern. Aufmerksam geworden, schaute er näher daraufhin, wobei ihm gerade die Worte ins Auge fielen: „soll nicht leer zurück- kommen". Was sollte nicht leer zurückkommen? Das mußte er doch wissen. Mühsam richtete er sich in die Höhe und zog, nach vorn sich überbeugend, vorsichtig an dem herauslugenden Zeitungsblatt. Es war nur ein kleines Stückchen, was er davon abbekam, aber es war groß genug, um ihm eine ganze Predigt zu halten. Gottes teures Wort war also damit gemeint, und wohl auch er! Der Herr hatte rs ihm über Länder und Meere bis hinaus in den fernen Orient nachgesandt, um ihn zur Buße zu rufen, aber auch um ihn in seiner jetzigen traurigen Lage zu trösten und zu erquicken. Das bewegte ihn tief. Er lstß sein vergangenes Leben an sich vorüberziehen. Da stand manches wider ihn auf, was ihn vor Gott verklagte. Und wenn die Kugel jetzt sein Herz statt seinen Fuß getroffen hätte, was wäre wohl aus ihm geworden, wenn sie ihn vor Gottes Richter thron gefordert hätte? Ein Schauder flog durch seine Seele. In die Scharen der selig Erlösten wäre er sicherlich nicht cingereiht worden, denn er war kein Kämpfer Jesu Christi gewesen. Wo aber wäre er dann hingekommen? Er mochte diesen schrecklichen Gedanken nicht ausdenken. Zitternd faltete er seine Hände, und betend flüsterten die bleichen Lippen „Gott, sei mir Sünder gnädig!" O, wie gut, daß ihm noch Gnadcnzeit zu dieser Bitte gegeben war. Er betete sie aus tiefstem Herzen. Und der Gott der ewigen Liebe, der sich voll Erbarmen auch über die Schlachtfelder neigt, hörte sie. Er zog den reuig heimkehrenden Sohn ans Vaterherz und vergab ihm um Jesu Christi willen, an den er in dieser ernsten Stunde glanben gelernt, alle Schuld und Sünde seines ganzen Lebens. Nun blühte ihm nicht nur die schöne Hoffnung, vom sicheren Tode errettet, wieder in die geliebte deutsche Heimat zurückkehreu zu dürfen, sondern er hatte draußen in der Ferne auch sein ewiges Vaterland gefunden, in das er einst mit Jubelschall einziehen konnte, um dort von dem Siege auf Golgatha in ewiger Herrlichkeit zu singen, mit allen, die Gnade und Barmherzigkeit vor Gottes Angesicht am Tage des Heils gefunden haben. So war der in Deutschland ausgestreute gute Same im fernen China ausgegangen, trotzdem gottloser Spott ihn zu verderben gesucht. Gott hatte Seine Verheißung eingelöst, Sein Wort war nicht leer zurückgekommen, sondern es hatte ausgerichtet, wozu es geiaudt war, zur Rettung einer unsterb- . lichen Menscheuseele. & Für Aich. Indem Jesus am Kreuze den Fluch und Todes- sold der Menschheit bis auf den letzten Rest kostete, liegt darin für dich volle Sühnung und T,l- gung deiner Sündenschuld. In dieser Heilandstat liegt aufs völligste dein Heil beschlossen. Es ist hier zuslandegebracht in einer bis zum äußersten gehenden Wirklichkeit und Wahrhaftigkeit. „Die Handschrift, die wider uns war, ist ans Kreuz geheftet und aus dem Mittel getan." (Kol. 2, 14.) Dem Gesetz Gottes ist aufs völligste Genüge geschehen. Es hat keine Forderung mehr an dich. Wir sind losgekauft von seinem Fluch. (Gal. 3, 13.) Das Todesurteil, das es über uns fällte, ist vollstreckt. Wir sind erlöst, vcr- söhnt mit Gott durch den Tod Seines Sohnes. (Rom. 5, 10.) „Jauchz, o Erde, Himmel, tönet, Rühme, neugeschaff'ue Welt! Gott und Menschheit sind versöhnet, Feind und Hölle sind gefällt!" Der gekreuzigte und begrabene Christus ist auferweckt von den Toten „durch die überschwengliche Givße der Kraft Gottes". (Eph. 1, 19 f.) Darin liegt die göttliche Beglaubigung dafür, daß das Werk der Bersöhnuug ohne Makel, ohne Mangel und Fehl durchgeführt und vollendet ist, daß in ihm die volle Rechtfertigung des Sünders vor Gott bewirkt ist.