♦ _ > ♦ ♦ ♦ ♦ r öemeinscbaftsblaft für Hessen. i ♦ ♦ ♦ ♦ r ♦ r ♦ ♦ ▼ ▼▼▼▼▼▼▼▼▼▼▼▼▼▼▼ ▼▼▼ ▼▼▼ W V W WWW WWW Aufwärts! ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ »»»♦♦♦♦ ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦» Erscheint wöchentlich einmal. Einzelne Exemplare bestelle man bei der Post vierteljährlich. Uerlag der Bucbbandlung der Pilgermission Liehen. Redakteur: Stadtmissionar Herrmann-Gießen. Mitarbeiter: Pfarrer Sperber-Cassel, Pfarrer Strauß-Leipzig u. d. Prediger d. Pilgermission. Druck v. I. G. Oncken Nachf., G. in. b. H., Cassel. Nr. 16. Sonntag, den 16. April 1916. 9. Jahrg. 4>as Kreuz. Was waren da- für dunkle, bitt're Stunden, Als ich dem Kreuze meines .Heilands fern noch stand, Verzagt und mutlos, krank an tausend Wunden, Noch nicht geborgen war in Jesu starker Hand. Als ich noch einsam ging auf ungebahnten Wegen. So müde schleppend nianche inn're Herzensnot So durstig nach der Liebe Gottessegen, So fern der Heimat lichtem Morgenrot! Doch mit dem ersten Schritt zur .Kreuzesrichtung, Da brach der neue Tag mir strahlend an, Das Glück ward mein, als ich auf höchster Lichtung Ihn fand, den hochgelobten Schmerzensmann l Nun spricht das Kreuz, an dem Er Frieren machte, Mit Gottes Forderung und meinerSündenlchuld, An dem Er selbst sich mir zum Todesopfer brachte. Von Seiner Liebe täglich mir, von Seiner Gotteshuld. Steht es in deinem Leben auch als Siegeszeichen, Zeigt es auch dir bereits den Weg ins Vaterhaus? -ahst du den Heiland schon für dich erbleichen lind strecktest du schon deine Arme nach Ihm aus ? Halt unter diestm Kreuz du schon gekniet, st-ür die Erlösung Ihm gedankt in heißer Glut? Ob wohl der Gottesfriede schon dein Herz durchziehet, Den man nur findet in des Lammes Blut? Eh. F. & Aie Wersöhnung am Kreuz. Gottes Sohn ist Menschensohn geworden. Die Gläubigen des alten Bundes haben auf Ihn gewartet, nach Ihm ausgeschnut. „Die Väter haben Sein geharrt. Bis daß die Zeit erfüllet ward, Da sandte Gott von Seinem Thron Das Heil der Welt, Dich, Seinen Sohn." Und iveshalb ist Gottes Sohn der Menschensohn geworden? Er kam, um zu suchen und zu erretten, was verloren ist. Und wann will Er erretten? Wann will Er seligmachen? Ach, denkt niancher, wenn alle Menschen vor Gott stehen iverden, dann wird d>e Enischeidnng getroffen werden, und dann wird jeder, der genug gebetet hat und fromm und gut gel vt hat, selig in den Himmel eingehen, und die anderen Menschen werden zu ewiger Verdammnis verurteilt werden. Doch nein, die Vergebung der ünden ist etwas Gegenwärtiges, ein Vorrecht des heutigen Tages, eine Freude dieser Stunde. Sobald ein Mensch seinen verlorenen, sündigen Zustand erkennt und dann sein Vertrauen auf Jesu Blut setzt, an Ihn glaubt, hat er schon Ver- gebung aller seiner Sünden empfangen. Ja, Gott ist die Liebe, und wer dieses recht erkennen will, der blicke hin nach Golgatha auf das Kreuz! Dorr kling der eingeborene Sohn Gottes, um die Sühnung für unsere Sünden zu vollbringen und uns einen Weg zum ewigen Baterhause Gottes zu bereiten. In der Wüste mußten die von den Schlangen gebissenen Israeliten aufblicken auf die durch Moses erhöhte eherne Schlange, und dann waren sie errettet. Dieses ist ein Hinweis auf den gekreuzigten Heiland. Er erduldete das Gericht für unser böses Wesen in Gedanken, Worten und Werken und auch für unser böses Herz, die Quelle aller Bosheit. Siehe, welche große Liebe du verachtest, wenn du gleichgültig an Dem vorübergehst, der gekommen ist und in Seiner unausforschlichen Liebe Sein Leben für Seine Feinde zum Opfer dargab, der als Gottes Lamm der Welt Sünden getragen hat! War dir bis heute das Evangelium dunkel und verdeckr das Wort vom Kreuz eine Torheit, o so wisse, die Dunkelheit und Decke liegt bei dir; die Torheit ist deine Torheit, denn das Evangelium ist ein Heller Lichtglanz, und Christus ist Gottes Kraft und Gottes Weisheit. So öffne Ihm heute dein Herz, laß den hellen Strahl Seiner Gnade und Herrlichkeit in deine Seele fallen! Laß dich erfassen von dem „Worte vom Kreuze", daß es sich auch an dir wie schon an unzähligen Seelen erweise als „Gotteskraft". Ja, der Heiland spricht: „Der Sohn des Menschen ist gekommen, um zu suchen und zu erretten, was verloren ist." (Mark. l9, 10.) „Glaube an den HErrn Jesum, und du wirst errettet werden!" „Denn also hat Gott die Welt geliebt, daß Er Seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an Ihn glauben, nicht verloren Vierden, sondern das ewige Leben haben." (Apg. 16, 31; Joh. 3, 16.) O. D. ZL Des Iiteiischkn Sohn. „Des Menschen Sohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist." Luk. 19, 10. Es gibt wohl kaum ein Wort in der Heiligen Schrift, das nicht schon dieser oder sener Seele zum Segen gewesen wäre. Aber es gibt Worte, die sind nicht nur etlichen, die sind Hunderten und Tausenden zum Segen gewesen. Dazu gehört auch dieses. Es ist ein ganzes Siebengestirn der Gnade und Liebe Gottes. Jedes einzelne Wort ist ein leuchtender Stern in dem Sternbild dieses Spruches. Wir ivollen den ersten Stern in diesem Spruche einmal etwas näher betrachten! Des Menschen Sohn, das ist der erste Stern, der uns entgegeuleuchtet. Was sagt uns dieses Wort? Es redet uns in wunderbarer Weise von der göttlichen Herrlichkeit Jesu. Wieso denn? Redet es denn nicht vielmehr von Seiner menschlichen Armut und Niedrigkeit? Ich meine, nein. Keinem Propheten und Apostel ist es jemals eingefallen zu sagen: Ich bin ein Menschenkind. Warum nicht? Weil es selbstverständlich ist. Wenn Jesus aber von Sich sagt, daß Er ein Menschensohn sei, dann tut Er es, weil es bei Ihm etwas Besonderes und Außerordentliches ist. Er war kein Menschensohn von Anfang an wie wir, sondern Er war Gottes Sohn. Er war das Ebenbild Seines Wesens und der Abglanz Seiner Herrlichkeit. Er thronte über den Lobgesängen der Myriaden heiliger Engel. Und dieser hohe, gewaltige, erhabene HErr wird Menschensohn — was für tine Herablassung, was für eine Gnade! Was war das für ein Abstieg für Ihn von der Höhe des Himmels und Seiner Herrlichkeit in die sündigen Niederungen der Erde! Was war das für Ihn, als Er die Gesellschaft Seines Baters und der heiligen Engel aufgab, um dafür mit verlorenen Sündern zu Verkehren! Die ganze Größe des Opfers, das der HErr Jesus brachte zu unserer Errettung, liegt in diesem Worte ausgedrückt: Menschensohn. Und nicht nur von dem Opfer des Sohnes Gottes redet dies Wort; es spricht auch von dem Opfer des Vaters. Was hat es Ihn gekostet. Seinen eingeborenen, geliebten Sohn dahinzugeben in die Hände der Sünder! Er wußte ja, was die Menschen mit ihm machen würden. Er wußte, daß sie Ihn verspotten und verspeien, daß sie Ihn geißeln und kreuzigen würden. Er hörte schon im Geist die Hammerschläge von Golgatha dröhnen, die Ihm Sein Vaterherz verwundeten — und Er hat das große Opfer dennoch gebracht. „Nicht Sein Sohn ist Ihm zu teuer, Nein, Er gibt Ihn für uns hin, Daß Er uns vom ew'gen Feuer Durch Sein heilig Blut gewinnst" O, was für ein Abgrund von Barmherzigkeit spricht doch aus diesem einen Worte: Menschen- sohnl E. M. & „Und sie Landen Iesuin und führten Ihn hin." (Matth. 27, 2.) „Und sie banden Ihn." War's heimliche Angst, daß Er ihnen entschlüpfen möchte? War's ein Gefühl ihres schreienden Unrechts, um ihr Gewissen zu beruhigen und sich selbst vorzulügen, Er sei ein gefährlicher Mensch? Genug, auch diese Schmach er- trug der HErr der Herrlichkeit. Der uns erlösen soll, wird Seiner Freiheit beraubt. Man bindet den Heiland, der so manche Sündenkette zerbrach, so manche Krankheitsfessel zerriß, Israel bindet den Schöpfer aller Dinge und schleppt Ihn fort als ein wehrloses Lamm zur Schlachtbank. Ist es nicht ein erschütternder Beweis für das tiefe Verderben der Welt? Wie mochte der Teufel lachen, daß ihm dies Stück gelungen war! Ja, die Hölle triumphiert über den verhaßten Nebenbuhler. Sieh, wie der Strick in Sein zartes Fleisch schneidet und neben der Schande auch noch der Schmerz den König auf Gottes Stuhl ergreift! Ist es nicht eine empörende Behandlung? Doch wie still duldet Er sie! Meint ihr, Er hätte die Stricke nicht zerreißen können, leichter als Simsou es tat? Es war Ihm, dem Löwen aus Juda, ein Kleines — und Er war frei, und die ganze Schar lag zerschmettert auf ihrem Angesicht. Doch nein, Er will gebunden sein, weil Er ja alles an unserer Stelle erduldet, und weil du und ich hätten so gebunden und fortgeführt werden müssen zur Hinrichtung. Die Liebe bindet Ihn fest, die wunderbare, heiße Liebe zu uns, die Liebe zu Rebellen gegen die göttlichen Gesetze. Das war die Macht, die einzige Macht, weil sonst kein Teufel und kein Kaiphas dazu imstande gewesen wäre. Und wie die Baude Ihm ins Fleisch dringen, so dringt diese Liebe Seinem Volk ins Herz, und es spricht bewegte „Ich bete an die Macht der Liebe, Die sich in Jesu offenbart! Ich geb' mich hin dem freien Triebe, Wodurch ich Wurm geliebet ward, Ich will, anstatt an mich zu denken, Ins Meer der Liebe mich versenken!" S. ZL Kapitän D. Kapitän D. hatte sich im Lichte Gottes als emcn verurteilten Sünder erkannt, der auf dem Wege ins Verderben war. Aus der Tiefe seiner Seele war der Ruf gekommen: „Was muß ich tun, daß ich errettet werde?" Soweit war das Werk Gottes in seiner Seele gediehen. Aber noch hatte er nicht erkannt und verstanden, daß das am Kreuze vollbrachte Werk des HErrn Jesu den gerechten Anforderungen Gottes der Sünde gegenüber aufs völligste ent- fprochen hat. Er sah nur seine Sünden und die ernsten Forderungen eines heiligen und gerechten Gottes. Seine innere Not steigerte sich fast zur Verzweiflung; er schrie in seiner Seele: „Wohin ,oll ich fliehen vor Deinem Angesicht? Zu groß ist meine Missetat, um vergeben zu werden!" Doch Gott blickte in Erbarmen aus ihn nieder; Gott wartet ja nur ans die Buße und Umkehr des ! Sünders, um ihm Vergebung und ewiges Leben schenken zu können. In dieser Verfassung begab sich Kapitän D. mit seiner Frau eines Abends in eine I Versammlung, wo das Evangelium verkündigt werden sollte. Herr M. verkündigte an der Hand des Wortes ! G°"es, den zahlreichen Zuhörern Gottes große Gnade ! gegen schuldige Sünder. Er suchte den Seelen ein- sack, und klar zu zeigen, wie alle Menschen auf Grund ihres Tuns und Seins vor Gott verloren und schuldig sind, wie aber Gott, der reich ist an Barmherzigkeit, nicht den Tod und das ewige Verderben des Sünders will, sondern daß er gerettet werde, umkehre und ewiges Leben ererbe. Unser Kapitan lauschte aufmerksam. Daß er schuldig und verloren war und nur Zorn und Gericht von seiten Gottes verdient hatte, das erkannte er schon seit einiger Zeit von Herzen an. Aber es schien, als könne er die Liebe und Gnade Gottes nicht fassen; er sah^ in Gott nur den gerechten Richter, aber nicht den „Heiland-Gott", welcher will, daß alle Men chen errettet werden. Nach Schluß der Versammlung ging Herr M. auf den Kapitän zu und fragte ihn einfach und gerade: „Lieber Herr Kapitän, sind Sie errettet?" „Nein," lautete die Antwort, „und ich fürchte, daß es für mich keine Rettung gibt." „Würden Sie denn nicht froh sein, wenn der HErr Jesus heute abend Ihre Sünden auf Sich nähme und dieselben vor Gottes heiligen Augen sühnte und beseitigte?" ,,O, wenn das geschähe, dann wäre ich der glücklichste Mann in P., denn meine Sünden sind mir eine Last geworden, die ich fast nicht mehr tragen kann!" „Ja, aber da muß ich Ihnen sagen, Herr Kapitän, Christus kann Ihre Sünden nicht mehr auf Sich nehmen, heute abend nicht, auch morgen abend nicht, auch nächstes Jahr nicht." Als der Kapitän diese Worte vernahm, wandte er sich zu seiner Frau: „Komm, Elisabeth, wir wollen gehen; man sagt uns, daß Christus unsere Sünden niemals tragen und hinwegtun könne." „Halt, Herr Kapitän," fiel ihm Herr M. ins Wort, „was ich Ihnen sagen wollte, ist erst zur Hälfte ausgesprochen. Lesen Sie doch mit mir diese Stelle in Gottes Wort." Damit schlug Herr M. die Stelle 1 Petri 2, 24 auf und las langsam und deutlich: „Welcher selbst unsere Sünden an Seinem Leibe auf dem Holz getragen hat" „Nimmt Christus unsere Sünden auf Sich, wenn wir gläubig werden?" „Natürlich kann Er sie dann erst auf Sich nehmen," meinte der Kapitän. „Aber hören Sie doch, lieber Freund was Gottes Wort hier sagt: -Welcher selbst unsere Sünden an Seinen, Leibe getragen hat«; — wann ift denn der HErr Jesus am Kreuz gewesen?" „Vor fast neunzehnhundert Jahren," antwortete der Kapitän. denn, Aerr Kapitän, der Tie ^eute adend in Ihrer Seelenuot zu Jesu kommen, hören Sie bitte, wenn der HErr Jesus dort am Kreuze vor fast ueuuzehnhnndert Jahren Ihre Sünden auf Sich genommen, getragen und gesühnt hat, kann Er sie dann heute nochmals auf Sich nehmen?" Nun wurde es mit einemmal licht in des Mannes Seele, und er rief aus: „O, jetzt sehe ich es: Er hat meine Sünden getragen, es ist geschehen dort am Kreuze!" Tränen der Freude strömten über des Mannes Wangen; er hatte nun Frieden, Frieden mit Gott durch unseren HErrn Jesum Christum. Vielleicht geht es einer einzelnen Seele unter unseren Lesern ähnlich wie jenem Kapitän. Gott hat dir deine Schuld und Sünden in Seinem Lichte gezeigt, und du rufst aus tiefster Seele um Gnade und Errettung. Aber vielleicht meinst du, wie so manche, der HErr Jesus müsse noch deine Sünden auf Sich nehmen, und darauf wartest du. Oder aber du glaubst, selbst deine Sünden auf Ihn legen zu müsien und fürchtest immer, diese und jene - Sünde noch nicht erkannt und auf Ihn gelegt zu haben. So kommst dn niemals zum Frieden, sondern wirst immer unglücklicher, ja schließlich ganz verzweifelt. Aber höre heute, was Gottes Wort dir sagt. Es sagt dir weder, daß der HErr deine Sünden noch auf Sich nehmen werde, noch auch, daß du sie aus Ihn legen müssest, sondern die Heilige Schrift zeigt dir klar und deutlich, daß der HErr Jesus für Gottlose und Verlorene die Sünden schon getragen und gesühnt hat dort am Stamme des Kreuzes; und zwar hat Gott sie auf Ihn gelegt, so wie Er sie kennt und gesehen hat. Nun darf jeder kommen, der Vergebung und Erlösung sucht und darf erkennen und finden, daß alles bereit ist, daß Gott den bußfertigen Sünder an- nimmt und alsbald jeden rechtfertigt, der des Glaubens an Jesum ist.