♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ ♦ Aufwärts! Gemeinscbaftsblatt für Ressen. ♦ 4S «► <> 4e Erscheint wöchentlich einmal. Einzelne Exemplare bestelle man bei der Post vierteljährlich. Verlag a«r Sucddancllung der Pilsermission Siehe». Redakteur: Stadtmissionnr Herrmann-Gießen. Mitarbeiter: Pfarrer Sperber-Cassel, Pfarrer Ltranß-Leipzig u. d. Prediger d. Pilgermission. Druck v. I. G. Oncken Nächst, G. m. b. H., Cassel. Nr. 1. Sonntag, den 2. Januar 191(5. 9. Jahrg. as neue Jahr liegt vor uns wie ein »nbe- kanntes Land, eine dunkle ungewisse Zu- kunft. Wo wird der 31. Dezember 1916 _ uns finden? Wird der gewaltige Völker- krieg beendet und der Friede wiederhergestellt sein? Werden wir im Laufe des Jahres stets das tägliche Brot, Obdach und Kleidung haben? Wer gibt uns Auskunft, wer gibt uns sichere Antwort auf die vielen Fragen, die uns an der Jahreswende auf der Seele lasten? Was das Jahr 1916 für uns und unser ganzes Volk bringen wird, das wissen wir nicht. Aber das teure Wort Gottes sagt uns Phil. 4, 6: „Sorgt nichts, sondern in allen Dingen laßt eure Bitte im Hebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden." Wenn uns dieses Wort zuruft: „Sorgt nichts", so soll uns das keineswegs ein Anlaß zur Gleichgültigkeit sein, sondern wir sollen »ns mit allen beängstigenden Sorgen und Kümmernissen zu Gott wenden »nd sollen erfahren, baß Er für uns sorgt. Das alte Jahr ist für viele Leser dieses Blattes recht schwer gewesen. Hat doch der Vater oder der Sohn so mancher Familie sein Leben auf dem Zchlachtf-ld lassen müssen. Andere haben schwere, schmerzhafte Verwundungen, dazu Kälte, Hunger »nd Durst erlitten, und dennoch tvar es ein Jahr von Gottes Erbarmen für unser Volk. Wollen wir n>ch! in Demut und Dankbarkeit Gott die Ehre geben ? Wollen wir nicht Ihm für die Zukunft vertrauen? Vertrauen ist das Gegenteil vom Sorgen; denn ängstliches Sorgen ist Unglaube. Es ist ein köstliches Vorrecht für Kinder Gottes, wenn Gott ihnen zuruft: „Sorgt nichts!" Welch eine herrliche S'ärkung ist das! Wir wissen sa nicht, was uns begegnen wird, und an Versuchungen zum Sorgen wird es nicht fehlen. Wer aber Vergebung seiner Sünden hat, ein Kind Gottes ist und beten kann, darf diesen Versuchungen nicht unterliegen. Durck Jesu Blut haben wir einen Zugang zum Gnaden» thron. Für alle unsere Anliegen, die kleinen und die großen, hat der Vater ein Herz, voll von Treue und Liebe. Er übernimmt es, für uns zu sorgen. Unsere Losung soll sein: Ich will mich täglich an dich meinen Gott halten, mit Gebet und Flehen. Du hast Weisheit, Macht und Liebe die Fülle für mich. So werfe ich alle Sorgen auf Dich, und Du wirst mir Gnade geben, damit ich nie wankend werde in meinem Vertrauen, sondern getrost und dankbar meine Straße ziehen möge. In dieser ganzen Welt ist nirgends Felsen grund, wo der Pilger festen Fuß fassen kann, nirgends etwas zu finden, was das Herz befriedigen kann. Aber Gott ruft den Seinen zu: „Ich will dich nicht verlassen noch versäumen; Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende; Ich will dich unterweisen; Ich will dir den Weg zeigen, den du wandeln sollst; Ich will dich mit Meinen Augen leiten." — Das ist's, was unser Herz beim Eintritt ins neue Jahr bedarf : Der starke, gute Gott mit uns, seine Treue, Gnade, Liebe und Fürsorge mit uns auf dem Wege, da wollen wir den Pilgerstab wieder mutig zur Hand nehmen. DesHErrn Nahesein sollunser starker Trost sein in den Schwierigkeiten. Doch nun noch eine Frage, teurer Leser. Bist d» aus der Gottesferne in die Gottesgemeinschaft gekommen? Kannst du diese Frage noch nicht mit einem freudigen, dankbaren „Ja" beantworten, danK r Kflrdeslridl'wlhkk Darmstadt laß dir noch bezeugen, daß Jesus, der ewige Sohn Gottes, am Kreuz das schreckliche Gericht für dich erduldet hat. Er kam, zu suchen und zu erretten, was verloren ist. Unter furchtbaren Qualen war Er um unserer Sünden willen von Gott verlassen. Der gerechte Zorn Gottes lastete voll und ganz aus Ihm. So wende dich denn zu Jesu; Vergebung, ewiges Leben, Frieden mit Gott, dessen viel- geliebtes Kind du durch Jesum wirst, liegen für dich bereit. Seine Gemeinschaft und Nähe wird dich dann auf Erden trösten und aufrechthalten; Tr wird deine Tränen trocknen, dein Freund sein, an dessen H.rz du alles niederlegen kannst: deine Sorgen unv Schmerzen, deine Angst, Kümmernisse und Kämpfe. Er wird dir zurufen: „Fürchte dich Nicht, Ich bin mit dir!" Er wird dir täglich neuen Mut, neue Kraft zuwenden, bis du Ihn bald, nach diesen kurzen Erdentagen, schauen wirst von Angesicht zu Angesicht. Dort, in des Vaters vielen Wohnungen, hat Er für die Seinigen eine Stätte bereitet, und sie werden dort ewig bei Ihm sein. O. D. Mit dir. „Ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hinziehst." 1 Mose 28, 15. Ein neues Jahr! Was wird es uns bringen? Was werden wir darin erleben? Viele Fragen be- wegen am Neujahrstage und besonders am Neujahrs- tage 1916 das Herz. Wer kann sie beantworten? Dunkel und unbekannt liegt das neue Jahr vor uns. So war es einst auch mit Jakob, aus dessen Geschichte unser Textwort genommen ist. Er hatte das Vaterhaus verlassen müssen. Nun war er auf dem Wege nach Mesopotamien. Es war ein unbe- kanntes Land, es war eine dunkle Zukunft, der er rntgegenging. Da gingen auch durch seine Seele allerlei sorgenvolle Fragen. Aber als er in der ersten Nacht, da er auf der Wanderschaft war, unter freiem Himmel sich niedergelegt hatte, das Herz schwer und bekümmert, da erquickte ihn Gott durch den Traum von der Himmelsleiter, an der die Engel Gottes hinauf- und herabstiegen. Und dann kam das Wort der Verheißung: „Ich bin mit dir und will dich brüten, wo du hinziehst." Da zog Jakob getrost seine Straße weiter. Er wußte nun: Gott geht mit. Liebe Seele, wieviel besser haben wir es in unseren Fragen am Neujahrstage I Es ist wohl ein neues Jahr, und der große Krieg ist noch nicht zu Ende, aber es ist der alte Gott. Es liegt wohl ein Dunkel über der Zukunft, aber das Licht der Gnade scheint doch auch in dies Dunkel hinein. Nimm deinen Matz ein zu Füßen der Himmelsleiter, laß deine Gebete yinaufsteigen zu Gott, und Er wird dir die Erhörung und Gewährung herabsenden und es dich erfahren lassen: Er ist mit dir und will dich behüten. Und weißt du, von wem die Himmelsleiter ein Bild ist? Von unserm HErrn Jesus. Er ist unsere Himmelsleiter. Er ist die Verbindung zwischen Himmel und Erde. Er ist die Brücke, die das Land des Diesseits mit dem Reich des Lichts verbindet. Nimm deinen Platz ein zu den Füßen Jesu. Sage Ihm alles, was dich bedrückt, alles, was du wünschest — und auch dir gilt die Verheißung: „Ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hinziehst." „Wo du hinziehst." Was es auch für Wege sein mögen im neuen Jahre, ob es auch durch die Tiefen des Leidens geht — wenn es Sein Weg ist, wenn Er bei dir ist, dann ist es immer der rechte Wegl Nur keine eigenen Wege, nur keine selbsterwählten Straßen! Die enden immer im Elend und Herzeleid. Aber gehst du mit Gott, dann geht Gott mit dir. Und der führt uns auf rechter Straße um Seines Namens willen. Nun denn, mit Jesu getrost und froh ins neue Jahr hinein! Was es auch bringt — Gott hält denen, die aus Ihn vertrauen, Sein Wort: „Ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hinziehst." E. M. K Die Kerzenstür. Die Sonntagsschule in N- hatte mit Gesang und Gebet begonnen und nun kam die Frage: „Wer kann den Wochenspruch aufsagen?" Sofort erhob sich ein Wald von kleinen Händen, unter ihnen die eines kleinen, vierjährigen Mädchens, das auf dem Schoß ihrer blinden Tante saß. Mit einem lächelnden Blick auf sie sagte der Leiter: „Käthe soll ihn uns sagen." Klar und deutlich sprach das Kind die Worte: „Siehe, Ich stehe vor der Tür und klopfe an. So jemand Meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde Ich eingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit Mir." Nach dem Schluß der Sonntagsschule lief die kleine Käthe zu ihrer Mutter, die am Gartentor auf sie wartete. „Konntest du denn deinen Spruch?" fragte die Mutter. „Ja, Mama, ich mußte ihn aufsagen I" „Und wo ist die Tür?" war die weitere Frage. Die Kleine zeigte zum blauen Himmel hinauf. „Nein," sagte die Mutter, „es ist die Tür zu deinem Herzchen." „O, es ist die Tür zu meinem Herzchen," rief die Kleine mit glücklichem Lächeln, „dann ist sie schon lange offen, denn der Heiland weiß, daß ich Ihn lieb habe." Diese einfache wahre Geschichte erinnert uns an die Worte unseres HErrn, als Er ein Kind zu Sich rief und sprach: „Wahrlicb, Ich sage euch: Es sei denn, daß ihr umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen." (Matth. 18, 3.) S. B. & Hst örauset das ^5eid . . . Ost brauset das Leid wie ein Sturmwind schwer Über- Schifflein des Lebens im wogenden Meer, Bricht Masten und Steuer und treibt es hinaus Ins Dunkel der Nacht, in das Wellengebraus. Da zagt dann die Seele und bäumt sich auf: Warum soviel Leid auf dem Pilgerlauf I Warum, o, warum solch Sturmesgebraus? O war' ich daheim, war' das Wandern schon aus l Aei stürmischer Aahrt. O, wie sehnen wir uns hier In dem Weltgebrause Recht von Herzen, HErr, nach Dir Und dem Vaterhause l Sehr beschwerlich wird die Fahrt, Uns wird angst und bange, Doch wir fleh'n nach Kindesart r O verzieh nicht lange I O du töricht Herz, stell dein Klagen nur ein, Denn ein Christ sein, heißt Kämpfer auf Erden hier sein; Und Sturm und Wogen und Trübsal und Leid Helfen weben der Seele ihr himmlisches Kleid, Und was Gott dir auch schickt, ist dir heilsam und gut, Fahr getrost nur heraus in die tosende Flut! Siht E r mit im Schifflein, das Steuer zur Hand, Dann bringt Er dich sicher zum himmlischen Strand. Wenn es ringsum tost und stürmt, Wenn auf wildem Meere Woge sich auf Woge türmt, Starrt der Blick ins Leere — Dann verzagten wir sofort, Wären ganz verlassen, Würde nicht, o starker Hort, Uns dein Arm umfassen. Drum braust auch das Leid wie ein Sturmwind schwer Übers Schifflein des Lebens im wogenden Meer, Bricht Masten und Steuer und treibt es hinaus Ins Dunkel der Nacht, in das Wellengebraus: Will dennoch nicht zagen, will Jesu vertrau'n, Will in Stürmen und Not auf den Helfer nur schau'n; Er führe mein Schifflein mit mächtiger Hand Durchs wogende Meer an der Herrlichkeit Strand. G. Holzhey. Meister, groß und wundersam, Wer kann dich ergründen? Uns ergreift gerechte Scham Wegen unsrer Sünden. Doch du hilfst uns herrlich fort — Immer, immer weiter, Wo wir landen dort im Port, Wo es ewig heiter. Gin Urteil über „Jüröitten". Der „Gemeinschaftsbote" schreibt: „Unter diesem Namen ist bei der Buchhandlung der Pilgermission in Gießen zum zweitenmal ein Büchlein erschienen, auf das wir die lieben Leser des »Gemeinschaftsboten- ganz besonders aufmerksam machen möchten. Es will eine Handreichung für Beter sein und gibt für jeden Tag des Jahres 1916 einen wichtigen Gegenstand an, der fürbittend vor den Herrn gebracht werden soll. Um einen kleinen Einblick zu gewähren, greifen wir auf Geratewohl eine Woche heraus und setzen die dafür bestimmten Gegenstände hierher. Wir trafen die Woche vom 19. bis 25. März 1916. Sonntag. — Wortverkündigung : Bitte, daß das Evangelium der Freiheit auch in Gefängnissen und Zucht. Häusern willige Ohren und Herzen finde. Montag — Die christliche Familie: Bitte, daß Väter und Mütter ihre Erzieheraufgabe recht erkennen und ihren Kindern mehr durch den Wandel als durch Worte predigen möchten. Dienstag — Jugendarbeit: Bitte, daß unsere Söhne zu wahrer Männlichkeit. unsere Töchter zur Einfachheit und Häuslichkeit erzogen werden. Mittwoch. — Heidenmission: Bitte um Befestigung .und Erbauung der jungen Christen auf allen Missionsgebieten. Donnerstag. — Sittlichkeitsbestrebungen: 1. Dank für die gesetzgeberischen Maßnahmen gegen den Mädchenhandel. 2. Bitte um Befreiung der armen Opfer aus den Sündenhäusern. Freitag. — Das Diakoniffenwerk: 1 . Dank für den gesegneten Dienst der Krankenschwestern. 2. Bitte um fromme Jungfrauen für den Diakonissenberuf. Sonnabend. — Die Bibelleser : Bitte für alle Bibel- leser um Erleuchtung mit dem Geiste Gottes. So wechseln die Gegenstände täglich das ganze Jahr hindurch. Jedesmal ist ein sehr treffend gewähltes Bibel- wort vorgedruckt, das in den Gegenstand hineinleitet und den Bitten biblischen Grund gibt. Außerdem ist für k : Tag ein Abschnitt zu fortlaufendem Bibetlesen angegetu». Der erste Jahrgang des Büchleins 1915 wurde von verschiedenen Männern der Gemrinschastsbewegung freudig be- grüßt und warm empfohlen. Gleichwohl fand das Büchlein bei der gläubigen Gemeinde nicht überall das rechte Verständnis und den so sthr wünschenswerten treuen Gebrauch. In dieser Tatsache liegt leider ein Zeugnis von der Armut an gesundem geistlichen Leben. Je ernster die Zeit wird und je näher wir dem Ende, kommen, desto nötiger ,st es aber, daß die Gläubigen rechte Beter werden, Priesterseelen, Me die Sache des Reiches Gottes und die Nöte der dem Gericht eutqeqenreifenden Welt vor den Gnadenthron tragen und mit dem himmlischen König besprechen. Mir persönlich wurde das Büchlein zu einem Segen und zur Bereicherung meines eigenen Gebetslebens. Ich traf hin und her gläubige Seelen, die alleinstehend sind Es ist so still um sie her. Sollten nicht gerade sie in besonderer Weise berufen sein, sich dem Gebet und der Fürbitte zu widnien? Das würde ihr Leben reich >i»d fruchtbar machen; sie könnten dazu beitragen, tue -lege nn Reiche Gottes zu gewinnen. Für sie ilt das Buchlein. Möchten sie der greis n Hanna gleich werden, von der wir Luk. 2 lesen; die kam »immer vom Tempel, sondern diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. — £>«0* wir nicht Familien, in denen Hausandachten gehaN'.n werden? Haben wir nicht Gebelsstunde» hin >>nd brr.' Benützet auch da das Büchlein; es weitet den Buck das Herz und schafft einen wohltuenden snlchen -ustzug Gott gebe es! . . _ Der Preis von »Fürbitten- ist 50 Pfg, ,n b-,seren» biegsamen Einband 60 Pfg." 2- W i.l l f r i e d. Aufwärtsleser erhalten „Fürbitten" portofrei. Bei Bestellung sendet man am besten den Betrag >ir Marken ein. _ Buchhandlung der Pilgermisston Giehen. K Versammlungs-Anzeigen. Bezirk Lich. Bezirk Gießen, Stadtmission Gießen, Löberstr. 14. Jeden Sonntag 17» Uhr: Sonntagsschule; 4 Uhr: Jungfrauenverein; 87* Uhr: Versammlung. 47- Uhr: Christlicher Verein junger Männer. Jeden Mittwoch 87- Uhr: Bibelstunde. Jeden Freitag 87- Uhr: Gebetsstnnde. In der Gebetswoche jeden Abend im Vereinshaus Gebetsstunde. Sonntag, den 2. Januar, abends 8 Uhr: Versammlung in Grünberg; 4.: Altenbuseck; 6.: Klein- linden. Lich, Vereinshaus: Jeden Sonntag 127* Uhr: Sonntagsschule; 4 Uhr: Jungfrauenstunde; 8 Uhr abends: Versammlung. Jeden Freitag Kriegsgebetsstunde. 2. Januar: Dorfgill und Holzheim; 4. und 25. Januar: Ettingshausen; 5. und 26. Januar: Oberbessingen; 6. und 27. Jcnufar: Burkhardsfelden; 11. Januar: Villingen; 12.: Wohnbach; 13 Watzenborn; 18 .: Dorfgill; 20.: Langsdorf. 6. Januar: Gemeinschaftskonferenz in Nidda, Dext. Vvy. i, 43—51. Anzeigen für die Nummern 5—8 bis zum 16. Januar ds. Js. erbeten