Ausgabe 
24.7.1900
 
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bearbeiteten Stoffe gewesen sein müssen b * I m 5. Dre Schere ist übrigens gewiß ebenso uralt wie die

ist ÄS L Ä?L SW» Nst

mit hpr 95prhnfran zwar hat sichl vornehmlich! Nürnberg I mit dem die Sendbbotinnen der Unterwelt den hebens» mheimnstesbew^tMi'r Fabrikations- | faden der Sterblichen abschnitten, mit Unserer heutigen

daß bereits im Eabr? 1 Hellen, I Schere im wesentlichen identisch war. Wann dieser kleine,

kamen. h 0 Nadelerzeuger daselbst vor- I uns so alltägliche Apparat ins Leben trat, wissen wir nicht;

Auckii in Alt-Mien muß hi« , I "^br es kann nicht geleugnet werden, daß die Erfindung

gewesen sein hpmThil mNadelerzeugung bekannt I der Schere emWerk des menschlichen Scharfsinnes" dar- zirke lüeß einst b"unter den P^^gasse rm ersten Be- I stellte. Zwei zugeschliffene Metallstreifen vermittels einer wndie,- Nadlern , Werl die Gilde der I Schraube tn eine solche Stellung zu einander zu brinaen

Gewerbe Äsübt?"?m^ab^ SS?8 I fieon bem Gesetze der Hebelwirkung beherrscht wer- st ^"hre 1406 finden wir auch! tn I den, und sie zugleich mit solchen Handhaben zu versetzen

q < frne angesehene festge- I welche es der menschlichen Hand gestatten, dieses Werkzeug

nocb^ mit aroüen 0&T sbamnt§ I nach Belieben zu dirigieren, das war eine sinnreiche Kon-

SKÄS&ÄÄ' und der UN- I struktion, welche die Welt um ein ihr seither unentbehrlich Sn!S bedtente sich noch immer der Fisch- I gewordenes Arbeitswerkzeug bereicherte.

hinten ber ulten f)bIjetnen ©netter. 0U§ tveldiicn einen I -x, "V- 2 c-r cvr ,

besonderen Zierrat zu machen, alle Bemühungen der Kunst I erste Vorkommen des Fingerhutes

vergeblich waren. Nadeln waren in jenen Zeiten ein teurer I N^tgt die Geschichte. In einem Wörterbuche der heiligen Gegenstand des Luxus, und häu ig schenkte man sie nL I §tI?e0OrbuS bem 12i Jahrhundert wird dervingerhuth" selber, sondern das Geld dafür, ein Gebrauch der bei den I neunhundert alltäglich zu gebrauchenden Dingen er- Frauen von Stand allmählich so zur Notwendigkeit wurde I J*aS Darmstadter Museum bewahrt einen kürzen, daß man unter demNadelgeld" eine unumgängliche Aus- I h Fmgerhut auf, der in Bronze gegossen ist und aus gäbe verstand; der Name hat sich bis auf unsere Tage I rcm 11 Jahrhundert stammt, ^n Nürnberg bildeten die erhalten, das Verhältnis aber hat sich umgekehrt denn die I ^ä1-U9err, ^I^^^hute seit 1534 eme eigene Zunft. Nadeln sind immer wohlfeiler, Has Nadelgeld dageaen I altehrwürdige Hauptsch mittelalterlichen Kunst- und immer größer geworden 0 9 9 1 Handwerks gießt auch! heute noch in seinem hochberühmten

Non ^Pi.ffArnnh m.a r- ~ I germanischen Museum Kunde von der Beschaffenheit frü»

tofen biehVTbe V « I ^rer Fingerhüte. Einer stammt aus dem Jahre 1595. Er

Havritatlon der Nadeln, aber der Haupcmarkt I ist tu der Form unseren beutiaen ^inaertzüten fpfir nftrrHriFf &m^l>iese betben Natwnen blieb auch noch in der Folgezeit I unter den Löchern aber ist er mit Bildern, Wappen Adlern' P ^^Deutschland. Wie sehr sich der deutsche Nähnadelabsatz I Linien und einer Inschrift geziert Daselbst wird ein kunst- uu Auslande zu einer Massenausfuhr entwickelt hat, geht voller WeinbeckM^^gezegst der die G ta t eine^ daraus hervor daß in den acht Jahren 1880-1887 5185 300 I Fingerhutes hat. Aus dem Deckel steht eine ritterlicke SS beUtA^ab^n- (einschließlich Sticknadeln, I Gestalt, die in der Rechten eine große Schere in der Lin§n Stopfnadeln und Nahmaschitnennadeln) im Werte von I eine Nadel nls Lanze hält. Dieser

i ga^«M lllionen Mark und in den acht Jahren 1888 bis I der Nürnberger Kleiderzunft geschenkt. Später verwendete Millione?Mark^na^d^"Ai^ta2p^p^pbmimdsechztg I man die Fingerhüte nebenbei auch zu Luxus- und Schmuck- ^ilinonen ^Otork nochi bem Jn^lonbc gegongen sind. I oecrcnftänbcn * rn biefern ^tnerfp hprfprimip mon fin nno , W die Kunst hat sich bereits der Nadelfabrikation I edlen Metallen?brachte rei<V i8er^te^ Xntan unfc> richtete $$** W 1 ft s°g-rM

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»ej. auf tleit, Wlbuugun fiub Sjeueu aus

,b.eT beLtü,-USUI, 33sftDrr,tCs0eomtt' ,uud bte ©emtibe I Schreiben begleitet, in welchem der Goldschmied die Dame

(u klein, daß ste nur durch die Lupe sichtbar sind. Die I ersuchte,diese neue Bekleidung zum Schutze ihrer fleißigen Nadel kann aber geöffnet werden, und sie birgt in ihrem I Finger als Beweis seiner Huld anzunehmen" Zwölf Jahre Innern noch andere Objekte der Kleinkunst, nämlich eine I später wurde die Erfindung von einem aewissen q-nfirmn

f e r yy Ef+et Nadeln, welche ebenfalls mikroskopische I Loiting in England eingeführt und hier zuerst in größerem b9fuA ^nipr^vrr. y t h, « .1 Maße ausgenutzt, lieber die Art der Fingerhutfabrikation

Auch! Kmser Wilhelm I. war im Besitze einer merk- I zu jener Zeit giebt Christoph Weigel in einem 1698 er- tottrhigen /Haarnadel". Bei Besichtigung einer großen I schienen en Werke interessanten Aufschluß. Darin schreibt Nahnadelfabrik in S£reu§nai^i: im ^ahre 1883 erbat sich I er über den Nutzen des Fingerhutes:Insonderheit ge- ^r,r l^ettes blc Bohrung der Nadeln oblag, em I bührt den Fingerhüten der Ruhm, daß sie die zarten Finger Haar von dem Silberhaupt des Monarchen. In dieses I des preiswürdigen Frauenzimmers bei so viel Stichen bohrte er nun vor den Augen des hohen Zuschauers ein I welche sie so nützlich zu mancherlei Arbeit führen, stichfrei Oehr, zog einen Faden durch und überreichte die nunmehr I erhalten und manches Blutvergießen verhüten, welches doch entstandene Nadel dem Kaiser. Dieser bewahrte sie als I noch so oft, wenn der Fingerhut nicht alsobald bei der eine der wertvollsten und interessantesten Kuriositäten, an I Hand ist, unschuldig vergossen wird." Damals wurden die denen sem langes ereignisvolles Leben überaus reiche war. I Fingerhüte noch ausschließlich auf dem Daumen getragen

Aehnlich wie die Nähnadel hat auch die Stecknadel I und meistens von Gold, Silber ünd Eisen gefertigt, während ihre Entwicklungsphasen durchmachen müssen, bevor sie I man jetzt mehr Stahl, Elfenbein und Knochen verwendet, so praktisch und billig erzeugt werden konnte, wie dies I In China machst man sie aus Perlmutter, mit Gold ein­heute der Fall ist. Die größte Stecknadelfabrik ist in Bir- I gelegt aber vor allem zeichnet sich der Fingerhut der mingham in England. Sie fertigt siebenunddreißig Millio- I Königin von Siam aus, der in Form einer Lotosblume neu Stecknadeln in einem Tage. Die dazu verwendeten I angefertigt ist. Dieser Fingerhut ist von Gold und mit Maschinen sind staunenswert vollkommen. Sie schneiden I Diamanten derartig besetzt, daß der Name der Königin den Draht gleich in die erforderlichen Längen, geben jeder I und das Datum ihrer Verheiratung durch dieselben gebildet Nadel ihren Kopf, spitzen und polieren sie, sortieren sie I werden.

L"d.lacken sie gleich reihenweise in Papier zu solcher I Fingerhüte sind auch schon Objekte der Sammelwut Fertigkeit hat es der Erfindungsgeist gebracht. Bei Be- I gewesen. So besitzt Frau Vanderbilt in New-Pork den sichtigung dieser Stecknadelfabrik durch die Königin erhielt I Fingerhut derausgezeichneten Schneiderin der Königin dieselbe von dem Fabrikbesitzer ein* Schere zum Geschenk, I von England". Dieser besteht aus Silber zeigt Spuren