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bitweise redet, nicht allzu genau! Sir ist so begeistert, endlich in Dir eine Gefährtin und Freundin gefunden zu haben, daß ihre Liebe nun in himmelhohen Flammen brennt! Wir haben sie ja stets einsam und ohne viel Verkehr erzogen, da empfindet sie den Umgang mit Dir nun voll doppelten Entzückens."
(Fortsetzung folgt.)
Gil, altes Mittel gegen Nasenbluten theilt der „Praktische Wegweiser," Würzburg, mit: Man athme bei fest- geschlossenem Munde durch die Nase tief ein, schließe sodann mittelst der Finger die Nase fest und athme durch den nunmehr geöffneten Mund aus. Die atmosphärische, durch ote Nase eingeathmete Luft bringt das Blut in der Nase zum Gerinnen.
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Kitt fftt Aquarien, gläserne Wassergefätze aller Art. Man verwende als solchen eine durch Zusammenschmelzen bewirkte Mischung von 20 Gramm Guttapercha mit 40 Gr. Resina Pini oder aber einen aus einer Zusammenmischung von Traumaticin, einer gesättigten Lösung von gebleichtem Kautschuk oder Kautschukfolie in Chloroform, und concentrirter Wafferglaslösung sich ergebenden Kitt. Letzterer haftet sehr fest an den Bruchflächen und zeigt den Bortheil, daß die Cementirung durchsichtig erscheint. Ebenso haben die umgebende Feuchtigkeit der Luft und sonstige wasserhaltige Be- standtheile keinen auflösenden Einfluß auf diesen Kitt.
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Stahlfedern soll man, wie der „Practische Wegweiser", Würzburg, schreibt, nicht gleich, wenn sie nicht mehr schreiben, forrwersen, sondern prüfen, ob sie verstaucht oder nur abgenutzt sind. In letzterem Falle kann man die Feder für lange Zeit wieder gebrauchsfähig machen, wenn man die Spitzen von Tinte reinigt und mit einem Messer oder bergt, schärft oder in eine frische Kartoffel steckt.
Um Fettflecken ans allen Arten Zeug, selbst farbigen seidenen, zu entfernen, bedient man sich des weißen Bolus. Man knetet den weißen Bolus in feingeriebenem Zustande in Waffer zu einem dünnen Brei und reibt diesen in das befleckte Zeug ein. Die Fettigkeit zieht sich hierdurch in den Bolus und das Zeug braucht blos noch gut ausgebürstet zu werden, um es von dem Bolus wieder zu reinigen. Man kann aber auch nach dem Trocknen eine doppelte Lage von grauem Löschpapier darauf bringen und mit mäßigem Druck einige Male mit einem heißen Plätteisen oder einem Löffel glühender Kohlen darüber htnfahren, wodurch die Flecken noch sicherer verschwinden.
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Zar Reinigung weitzer Glacehandschuhe empfiehlt sich eine Auflösung von Seife in heißer Milch. Zweckmäßig ist es, auf den halben Liter dieser Lösung ein zu Schnee geschlagenes Eidotter einzurühren und einige Tropfen Salmiakgeist zuzumischen. Die Handschuhe werden über die Hand gezogen und mittelst eines Wollläppchens, das in die Mischung getaucht wird, abgerieben. Hängt man die Handschuhe im Schatten zum Trocknen auf, so bleibt das Leder weich.
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Feuerfester Kitt für Thongefätze. Man vermische klein gestoßene Porzellanerde (Kaolin) oder auch gelöschten, fein gestoßenen Kalk mit 70 Gramm in einem halben Liter heißem Wasser aufgelösten Borax bis zur Consistenz dicker Farbe. Diesen Kitt, der sür thönerne Gefäße außerordentlich geeignet ist, bewahrt man in einem geschloffenen Gefäß auf.
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Uttfett tanzlustige Jugend — und wer von den jungen Männlein und Weiblein sollte nicht tanzlustig sein? — wird in dieser Ballsaison mit einer gelungenen Neuheit überrascht, die von den schönen Tänzerinnen und ihren Cava- lieren mit Freude begrüßt werden wird. Nach Entwürfen von Georg Mühlberg läßt Otto Schramms Verlag in Stuttgart eine Serie von farbigen Tanzpostkarten erscheinen, welche allerhand gelungene Tanzscenen mit feinem Humor darftellen, von entsprechenden Gedichten begleitet, und geeignet sind, Witz und Humor des Ballsaales und der Tanzstunde in eigenartiger Weise zu beleben. Dem Münchener Künstler Mühlberg ist es gelungen, die Illustrationen mit einem lieblichen Zauber zu umgeben, der durch eine schöne Farbenwahl noch erhöht wird. In Aquarellmanier ausgeführt, gehören diese Karten zu dem Besten, was man auf dem reichen Gebiete der Ansichtspostkarten vorfindet. Es sind 10 Karten (ä 10 Pfg.) mit immer verschiedenen Tanzscenen vorhanden.
Aus „Lustige Welt", Verlag von Georg E. Nagel, Berlin SW. Vierteljährlich Mk. 1,30, Einzelnummer 10 Pfg. — Eine gefährliche Probe. Er: „Mein Ehrenwort, wenn Sie mich nicht erhören, erschieße ich mich!" Sie: „Ich muß erst Ihren Character erproben, ob Sie Wort halten können." — Frisch geadelt. „Johann, wenn Sie Jemand fragt, wem die Equipage gehört, werden Sie sagen: Dem adligen Herr von Meier!" — Gekränkt. Arzt: „Treffe ich Sie in solchem Zustande, Herr Meyer? Sie haben mir doch versprochen, mit dem Trinken aufzuhören!" Meyer: „Ha—a—be ja eben — hm — aufgehört." — Eine genügt nicht. Erster Lieutenant: „Werde doch wohl meine Schulden abheirathen müssen." Zweiter Lieutenant: „Wird wohl schwer gehen, Herr Kamerad, Vielweiberei ist doch verboten!" — Frech. Herr: „Schämst Du Knirps Dich denn gar nicht, hier auf offener Straße Pfeife zu rauchen?" „Ja, Helf er sich, Cijarren zu roochen, so reich bin ick noch nich!"
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Drei Worte. In einem kleinen Städtchen soll ein Kriegerdenkmal errichtet und der Grundstein hierzu in feierlicher Weise gelegt werden. Ein alter General, der im Städtchen seine Pension verzehrt, wird von dem Comits gebeten, die ersten drei Hammerschläge zu führen. „Aber was soll ich denn dazu sagen?" flüsterte er dem nahe stehenden Pfarrer zu. — „Na," antwortete dieser ebenso, „Excellenz wählen am besten drei Worte aus der Bibel!" Eine Minute verlegenen Besinnens — dann richtet sich der alte Herr stramm auf, betritt das Podium, ergreift den bekränzten Hammer, thut damit drei energische Schläge und ruft dazu mit dröhnender Stimme: „Sem — Ham — Japhet!"
Wintersnahen!
Kalt ist's und über öde Stoppelfelder Streicht nord'scher Wind bei düsterm Wetter hin.
Gefallen ist der grüne Schmuck der Wälder,
Verdorrt die Blumen, die erfreut den Sinnl
Vergänglichkeit entdeckt des Menschen Auge, Wohin der Blick sich immer wenden mag;
Verschleiert ist von trübem Todeshauche, Was unsre Lust, was unsre Freude war.
So durch Vergänglichkeit zu neuem Glücke
Geht Alles, was der Erde angehört!
Wir werden sterben, aber unsre Blicke
Erschau'n einst Den, den unser Herz verehrt!
August Gotthard.
Mebaetümi «. «chdyda. — Druck imb Verlag der Brühl'schen «uiverfitätr-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) m Hetzen.


