beitsfteUen hinführe. Er habe den Emdruck, daß in den letzten Monaten in Deutschland über den auswärtigen Fragen die ebenso dringenden roirt- ichofklichcn Fragen völlig vernachlässigt worden seien. Reich und Staat wirkten eher hemmend als fördernd. 3m besetzten Gebiet sei die Arbeilslosig- teil doppel« so groß wie im unbesetzte««. 3m bc iejjten und Ruhrgebiet seien unter 100 Arbeitern 13,4 Proz. am 15. November erwerbslos gemefen.
Die deutsch-französischen wirtsch astrverhandlungen. Paris. 19. Dez. (WB.) Die deutsch-französischen Wirtschaftsverhandlungcn haben zum Abschluß eines Protokolls geführt, lieber den Verlauf der Verhandlungen ist folgendes von der deutschen und französischen Delegation verabredetes (Kommunique ausgegeben worden: Die deutsche und die französische Delegation für die HandelLvertrogsvcrhondkungeir haben heute ein Protokoll unterzeichnet, in dem die Resultate ihrer Arbeiten in den letzten Tagen zu- sammengc'aßt werden. Diese Resultate bestehen vor allen Dingen in der Schaffung einer B a - f i s. die nunmehr für die letzte Phase der Verhandlungen. die am 12. Januar wieder ausgenommen werden sollen, uiwerändert bleibe«« soll, und in der Festsetzung eines Verfahrens für die Vorbereitung dieser bevorstehenden Verhandlungen. Es ist belanat. daß die Meinungsverschiedenheiten. die bis jetzt die Fortsetzung der Arbeiten verhindert haben, sich vor allen Dingen aus der automatischen Ge- to ä f) r u n g des Minimaltarifs für d i e deutschen Exportartikel. sobald das neue französische Zollgeseh angenommen war. und aus den Stabilitätsgarantien des Deutschland zu gewährenden Tarifregimes ergab.
3n zwei Punkte«« sind Koinpromißlö- sungen gefunden tvorden: Deutschland erhält die Sicherheit, daß es an einen« bestimmten Datum mir den meistbegünstgten Konkurrenten auf dem französischLn Markt gleichgestellt wirb, ebenso die möglichen Abänderungen des französischen Zolltarifs, die seine Erpor.interessen verletzen, aus,zugleich?«« oder zu neutralisieren. Als Gegenleistung für bkfe Garantien, die bisher noch nicht gegeben «rarem hat Deutschland die Behandlung näher fcstg:l?gt. die Frankreich im Falle eines gerechte«« Ausgleichs der Zugeständnis.e «mb Vorteile sowohl in Bezug auf die Meistbegünstigung als auf die für sein? Export- artikel gewährte:« Zollbindungen genießen soll. Dir bri.'cn D.l.gationen haben andererseits beschlossen. einen Ünterschird zwilchen dem allgemeinen Tertragstext und d?>« Lari'abmachungen des Vertrages zu mach?««, derart, daß die offi- zielle .Kündigung der Tarifabmachüngen nicht die im allgemeine«« Vertraastext enthaltenen da«r- ernder« Sicherheiten aufhebt.
Die Locarnoverträge in drr französischen Kammer
Paris, 19.Dez. (WB.) Die vereinigten Aus- s ch ässe der Kam m e r für Auswärtiges und Heeresangelegenheilcn find heute zufammengetre- ten, um Ministerpräsident Briand über die in Locarno abgeschlossenen Abkommen und deren nii- lilärische Folgen zu hören. Briand hat geschichtlich die Verhandlungen, die über den Abschluß der Sicherheitsverträge geführt wurden, klargelegt und auch daran erinnert, daß er schon Ende 1921 den • Abschluß eines Garantiepaktes mit • .glaub ins Auge gefaßt habe, von dem Deutschland nicht aus« 1 geschloßen worden wäre. Seine Bemühungen feien y darauf gerichtet gewesen, das zu schaffen, was man in Genua nicht habe .zustande bringen können, nämlich alle Staaten zugunsten der Sicherung des ; Friedens zu gruppieren. Die abgeschlossenen Vertrüge bedeuteten den Beginn einer neuen Aera, die es den europäischen Staaten gestatten werde, in uj'fi't • europäischem Geiste der Sicherheit und Solidarität
vor der ständigen Kriegsgefahr sich gegenseitig zu sichern. Die erste Grundlage der Verträge sei der Respekt vor den bestehenden Verträ- ’ .'en auf Grund eines freien Zugeständnisses. Die zweite Grundlage sei der feierliche Verzicht ' u f Gewalt. An sie !rnne nur gebucht werden, oenn es sich um einen Angriff handle. 3n dritter Vmie endlich enthielten die Verträge die Verpflich- tling eines juristischen Schiedsspruchs der Ra«io- non. Hätte man vor 1914 einen derartigen Sicher heitspah abgeschlossen, dann Halle der Krieg nicht ftaUqcfunben. Briaild habe Tschitscherin die Versicherung gegeben, daß die Abkommen von Locarno in keiner Weise gegen Sowjet- ruhland gerichtet seien. Das werde er demnächst öffentlich aus der Kammertribüne er= Hären, und er werde sich ..ach beim Völkerbund dafür einsetz-n. daß Sowietrußland eine gleiche Steilung innerhalb des Völkerbundes vorbehalten werde, wie allen rfhberen Nationen.
Syrien-Debatte in der französischen Kam ner.
Paris, 21. Dez. (211.) Die Kammer hat die Interpellationsdebatte über Syrien fortgesetzt. General Sarrail wohnte auch diesmal der Debatte auf der Zufchauerlribüne bei. Cs kommt zu aufiehenerregenden Zusammenstößen, als der Abgeordnete der Rechten. DeZjardin die kriegsgerichtliche Aburteilung Sar- rails und Micyauds verlangt. General 2Nichaud sei der Mörder seiner Soldaten gewesen. Kriegsminister Painleve schickt sich an, den Saal zu verlassen und kehrt erst auf dringendes Zureden Briands auf seinen Platz zurück. Cs sprachen fast ausschließlich kommunistlsche Redner, die die gesamte Kolonialpolitik Frankreichs auf schärfste kritisieren und heftige Angriffe gegen den Völkerbund richteten, der nicht das geringste zur Unterstützung der unterbrächen Orientvölker getan habe. General Sarrail habe alle seine Vorgänger an Brutalität und Zynismus weit übertroffen. Die Ausgaben für Shrien. beliefen sich auf 2,6 Milliarden und weitere 4 Milliarden habe die Expedition nach dem Rorden des Landes gekostet. Die Zahl der Toten in diesem Jahr betrage 6608. Die größte Heldentat General Surrails sei die Beschießung von Damaskus, deren Folgen man noch gar nicht recht erwogen habe. Die unmittelbare Folge hätte darin bestanden, daß in Jerusalem und Bagdad sofort der Generalstreik begonnen hätte. Der Rachfolger des Generals Sarrail sei keineswegs besser.
Die Aufständischen verfügten über 100 000 Gewehre. Wer gebe sich noch der Hoffnung hin daß die Franzosen mit 20 000 Soldaten die Av, standsbewegung nieberwerfen könnten? Pain-
leve versucht das Verhalten des General Sar-- rails zu decken. Er stellt fest, daß die Druse.« auch früher unruhig gewesen seien Durch di-? Daten des Anfangs des Aufstandes sei erwiesm. daß die Unruhen schon vor der Ankunft General Earrails begonnen hätten. General Sarrail habe sogar durch Güte und Überredung zu wirken verstecht. Damaskus sei nur wegen eines .lieber- salles von Räuberbanden in einzelnen Vororten unter Feuer genommen worden. Briand erklärt, er sei zu der lleberzeuguag gekommen, daß die Generäle nicht iiitstande seien, eine Verwaltung durchzuführen. In« übrigen sei es verkehrt, Frankreich Abd el Krim und den Drusen gegenüber ins Unrecht zu setzen. Frankreich sei angegriffen tpowen; darüber bestehe kein Zweifel. Der Mmisterpräsident stellte unter dem lebhaften Beifall der Mehrheit des Hauses fest, daß von einer Räumung Syriens n i cf)£ die Rede fein könne und es eine schwere Schädigung des französischen Prestiges und ein Eingeständnis der Ohnmacht bedeuten würde, wenn Frankreich das syrische Mandat jetzt an den Völkerbund zurückgeben würde.
Der Mossulhonfl-Kt.
London, 20. Dez. Den« Korrespondenten des Reuterschen Büros in Parts sagte der tür- ttsche Außenminister, er könne keine Erklärung über Mossul abgeben, da die Lage delikat, wenn nicht gar kritisch sei. Weder sur die Türtei noch für Großbritannien handle es sich um das Petroleum. Wenn es sich um eine wirtschaftliche Frage handel«« würde, dann würde man in fünf Minuten einig werden können. Die Türkei erkenne de«« Irak nicht als Staat an, sondern nur a l s geographische Bezeichnung. Die Türkei hasse den Krieg. Tatsächlich sei der Offcnsivirieg durch di? türkische Verfassung verboten. aber wie jede andere Ration werde die Türkei tun, was bi? nationale V e r t ei- bigung erfor.de re. Sie halte sich selbst für stark genu^, ihr nationales Gebiet zu vertiidigen. Die Dezieyungen der Türkei zu Rußland gründeten sich auf den Moskauer Vertrag: sie tvürden allmählich «roch enger.
Die heutige Mossul-Debatte im britischen Unterhaus wird feine großen Sensationen bringen. Lloyd George ist schon am Freitag auf Urlaub nach Italien gereift und Macdvnald führt heule nachmittag nach dem Osten. Wie die „Sunday Times" mitteifi, ist es wahrscheinlich, daß heute in einem Punkte Klarheit geschahen werken wird. Es verlautet näm= lich, daß sich die Regierung entschlossen habe, ihre Position im Irak im Jahre 1923 auf alle Fälle aufzugeben und nach 1928 sich auf eine wohlwollende Reu alität zu beschränk?««. Dis dahin hoffe man Verträge mit der Türkei, dem Irak und Persien abgeschlossen zu haben, wodurch alle möglichen Strei.igteiken. beigelegt werden. Solange En '?nd zur lieber- wachung des Irak verpflichtet s.i. bestehe allerdings stets die Gefahr eines Zusammenstoßes mit der Türkei. In dieser Hi sicht herrsche im Hinterhaus ernste Bsorgnis. Di englischen Interessen in Mossul seien na. Meinung des Blattes nicht die Knochen eines einzigen englischen Soldaten wert.
Deutschfeindliche Ztratzen- demonsirationen in Prag.
Prag, 21. Dez. (SH.) Im Anschluß an eine tschechischnationale Versammlung kam es gegen Mitternacht zu deutsch feindlichen Demonstrationen in den Straßen Prags. In geschlossenem Zuge begab sich eine Menschenmeitgr nach dem Cafe Continental, einem bekannten Sammelpunkt der Deutschen Prags und brach in stürmische Rufe gegen die De utsch en uni) Juden aus. Ausschreitungen ernsterer Ratur konnte die Polizei verhindern. Auch am Sonntag kam es anläßlich einer Versammlung her tschechischen Fasziften zu Straßendemonstrat'.onen. Dir Red ne rcrHärten, daß dir Demokratie in diesem Staat ein ilnfin.« sei. Retten könne ihn nur der Faszismus. Das Absingen des Deut chlandliedrs im lfchochisechn Parlament sei eine Provokation,die in keinem Staat der Welt geduldet «verden würde. Trotz des polizeilichen Verbots brldrtrn dis tschechischen Fasziften nach der Versammlung einen Demonstrationszug und marschierten unter fortgesetzten Schmährusen auf die Deutschen und Juden. bei denen kein Tscheche etwas kaufen dürfe, vor das Deutsche Haus. Eine doppelte Po- lizeikette wurde von der erregten Menge zweimal überrannt. Erst kurz vor dem Deutschen Haus gelang es, den Zug anzuhalten. Rachdem mehrere Hetzlieder gegen die Deutschen gesungen worden waren, zerstreute sich die Menge.
Attentatsplan gegen den Leipziger Staatsgsrichtshsf.
Leipzig, 19. Dez. (BZ.) Vor dem gemeinsamen Leipziger Schöffengericht spielt gegenwärtig ein Prozeß gegen einen gewissen Hartmann aus Leipzig, einen,Ofensetzer Probst aus Breslau und einen Elektromonteur Dietzel aus Lodz in Polen. Die Anklage lautet auf schweren Diebstahl, doch hat der Fall zugleich eine recht interessante politische Note. Hartmann, organisierter Kommunist, gibt nämlich an, die von ihm unb seinen Genossen teils in Leipzig, teils in der Dresdener Gegend verübten Diebstähle hätten dazu bienen sollen, Gelb unb A u s r ü st u n g s gegenstände für eine sechsköpfige Partisanengruppe zu liefern, deren Aufgabe darin bestanden hätte, politische Gefangene zu befreien und verschiedene den Kommunisten verhaßte Justizpersönlichkeiten, so vor allem den Vorsitzenden des Staatsgerichtshofs, Senatspräsidenten N i e b n e r , sowie den Berliner Untersuchungsrichter, Landgerichtsdirektor Otto Vogt, gewaltsam aus detn Wege zu räumen. Tatsächlich hatten Hartmann und seine Leute sich bereits im Besitz von zwei Kraftwagen, drei Maschinengeweh- ren unb einer Anzahl von Pistolen befunden. Zu dem Entschluß, und) die Finanzierung der Partisanengruppe auf eigene F a u ft durchzusühren, will Hartmann gekommen sein, weil sich die kommunistische Parteileitung geweigert habe, ihrerseits die angeforderten Barmittel bereitzuftellen.
Kleine politische Nachrichten.
Samstag abend wurde ein Dynamitan-- schlag gegenbieDr ackere« der „K a t t o- wi her Zeitung" verübt. Der Umfang des L.d;aben* konnte noch nicht festgestellt werden. Die Straße«« wurden sofort durch Polizei abge- I sperrt.
I«r Angora ist ein vorläufiges deutsch-türkisch :s Handelsab.ommen geschloffen worden, das bis 5«nn Abschluß des in Aussicht genommenen endgültigen Handelsvertrages die Handelöbezie- tzungen zwischen den beiden Ländern regelt«^ soll. In dem Abwrnmen sich?rn sich die beiden Staaten gegenseitige Meistbegünstigung in zolftarif sicher Hinsicht zu.
Ii« Hameln «Weser) verstarb der langjährige Ches des Ziviltabinetts des ehemaligen Kaisers, Exzellenz von Valentini im 71. Lebensjahre. Im Jahre 1908 wurde Valentini als Rachfolger von Exzellenz von Lucanus zum Chef des Zivilkabinetts ernannt. Sein Aach- folger wurde im Jahre 1918 Herr von Berg, der jetzige Generalbevollmächtigte des Hohen- zollernhaufes.
Rom, 19. Dez. (Sil.) Im Somaliland sind zwei italienische Offiziere, die der Gouverneur auf die Bitte des Sultans Isman Mehmud nach Midschor gesandt hatte, in einen Hinterhalt geraten und ermordet worden. Daraufhin find sofort italienische Kolon'.^siruppen in das Innere des Landes abgerückt und haben die wichtigsten Verbindungsstraßen besetzt. Die italienische Flotte blockiert die Midscheri-Küste. Man besürchtet, daß die Ermordnung der beiden Offiziere das Zeichei« z«« größeren ilnruhen im Innern gegeben hat.
Kunst und Wisfenschaft.
Die 4ü0-2ahrfeier der Marburger Universität.
j{ Marburg, 19. Dez. Für die Vorbereitung bei 400-3ahrfeier ber Universität Marburg, die in der Zeit vom 29. Juli bis 1. August 1927 in großzügiger Weise geplant ist, hat sich ein Hauptausschuß unb eine Reihe von Unterausschüssen gebildet. 3n Aussicht genommen ist die Einweihung ber als Iubiläuinsgeschenk bereits in Angriff genommenen Hals-, Rasen- unb Ohrenklinik, ber Kinderklinik unb des großen 3ubiläumsfunftinfti» lutes, für das der Universitätsbund die Werbung übernommen hat und dessen Entwurf, wie jetzt beschlossen ist, öffentlich zum Wettbewerb unter den Archstelten ausgeschriedei« werden soll. Ferner ist beabsichtigt, den über 700 gefallenen Dozenten, Beamten unb Kommilitonen des Weltkriegs unmittelbar vor der Universität an ber Ecke Rubolphsplatz- Lahnbrücke, ein Denkmal zu errichten.
■Berufung Echückings nach Kiel.
Der demokratische Aeichstagsabgeordnete Wa^er Schücking, früher Professor an der Llniversität Marburg, jetzt an der Berliner Handelshochschule, hat einen Ruf als Lehrer des Völkerrechts an die älniversität Kiel erhalten.
Gehermrak Tuczek t-
II Marburg, 19. Dez. Der vor zehr« Icchren in den Ruhestand getretene frühere Direktor der Lanbesheilanstalt unb ber psychiatrischen Klinik, Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Franz Tuczek, ist heute im Alter vor« 73 Jahren gestorben. Der Gelehrte, dessen Wiege in Köln a. Rh. stand, studierte ein Berlin unb München unb war später als Arzt am physiologischen Institut in Wien, an« Landes- hospital in seiner Heimat Köln und an der psychiatrischen Abteilung der Berliner Eharits tätig. Im Jahre 1879 kam er als Assistent an die hiesige fommunalftänbige La««desheilanstalt unb wurde im Jahre 1884 Privatdozent an der hiesigen Universität. Seine Ernennung zum ordentlichen Professor und Direktor dieser Anstalt erfolgte im Jahre 1894. Im Rettoratsjahr 1907/08 hate Geheimrat Tuczek das Rektorat ber Marburger Universität inne. Außer seiner weitbekannten wissenschaftlichen Tätigkeit entfaltete ber Gelehrte auch im kommunalen Leben eine eifrige Wirksamkeit. So gehörte er lange Jahre dem Marburger Magistrat an unb war auch auf dem Gebiete ber Be'ämpfung ber Volkskrankheitei«, ber Schäden des Alkoholis- mus ufro. äußerst bemüht, seine Ansichten zur Geltung zu bringen.
Aus aller Welt.
Schneeverwehungen.
Aus dem ganzen Reich werden starke Schneefälle und Stürme gemeldet, die in verschiedenen Gegenden zu starken. Verkehrsstörungen führten. So wird aus d-em Harz gemeldet, daß die Züge zwischen Claustal und Altenau mehrfach in Schneeverwehungen stecken geblieben sind und durch Schneepflügr freigemacht werden mußten. Aach Meldungen aus Lübeck war der Berliner Schnellzug, der nachmittags um 4,15 Llhr in Lübeck abgeht, bis 7,30 Uhr «wch nicht in Kiel angekommen. Der Zugverkehr auf der Strecke Eutin-Lübeck mußte vollständig eingestellt werden. Auch aus P o m - «nern werden Sturm und Schne-egestöber gemeldet. Auf allen Eis en bahnst recken kann nur durch den Einsatz von Schneeschlitten der Verkehr notdürftig aufrecht erhalten werden. Der Mittagszug zwischen Maugard und Daber blieb bei Plentikow im Schnee stecken. Auch der Fernsprechbrtrieb erleidet durch die Schneestürme starte Störungen.
Starke Kälte in Spanien.
Fast in ganz Spanien ist eine starle Kälte eingetreten. In Valencia und Sevilla haben die Orangenhaine schwer durch bei« Frost gelitten. Mehrere Menschen sind erfroren. Auf See herrschen schwere Sturme, so daß der Hafen vo«« Viego geschlosse«« werden mußte. Die Verbindung mit Ceuta war vier Tage lang unterbrochen. Sonntag war AUidrid infolge von Schneevert«)ehungen ohne Auslandspost geblieben.
Schweres Aulomobilm«glück bei Lübeck.
Sonntag morgen gegen 3 Uhr ereignete sich bei der Herrenbrücke ein schweres Automobilunglück. Es herrschte starkes Schneetreiben, so baß ber Chauffeur eines Autos mit Lübecker Herren, die sich auf ber Rückfahrt von Travemünde befanden, zu spät die rote Signallaterne an ber Schranke der Herrenbrücke sehen konnte. Diese — eine Doppeldrehbrücke — war gerade wegen eines durchfahrenden Dampfers abgefahren worden. Der schwere Benzwagen konnte nicht schnell genug zum Stehen gebracht werden, durchfuhr die Schranke, überschlug sich und fiel auf die etwa zehn Meier tiefe Kanalböschung hinab. Der Wagen wurde vollständig zertrümmert. Als Hilfe herbeikam, waren die drei Insassen tot. Der Chauffeur liegt mit einem schweren Schädelbruch hoffnungslos darnieder.
Zuchthaus für eines. Brandstifter.
Aach Dreitätiger Verhandlung wurde vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte der Generad-
Lirektor der Dauerwäfchr-A. G. Kaczmarek Wege«« Versicherungsbetrugs in Verbindung mit Brand st iftung zu vier Jahren Zuchthaus, 4000 Mark Ocljftrafe und 10 Jahren Ehrverlust verurteilt. S:ii« mit ihm ongcQagter Prokurist Bpdak erhielt wegen BeihUse zum Betrug 7 Monate Gefängnis mit teilweiser Bewährungsfrist. Kaczmarek hatte in der Inflationszeit eine mit großen Valutagewinnen arbeitende Fabrik für Dauer Wäsche gehabt, die in ber Zeit der neuen Währung immer weiter zurückgmg unb schließlich stark verschulhele. Am 10. Mai brach in der Fabrik Feuer aus. das die gesamten mit 300 000 Mark bewerteten Warenvorräte vernichtete, deren Bersicherungs- summe Kaczmarek erst kurz vorher bedeutend erhöht hatte. Obwohl der Angeklagte die Schuld auf Kurzschluß oder Selbstentzündung zurück- zuführe«« suchte, kam das Gericht zu der Neber- zeugung von der vollen Schuld des Angettagterr,
Wettervoraussage.
Meist bedeckt, südliche bis westliche Winde, Temperaturen wenig geändert.^ «Ti-riibergehend leichte Riederschläge.
Das von den britischen Inseln her sich ausbreitende Fallgebiet erstreckl sich bis nach Mitteldeutschland unb Jütland hin. Aus seiner Südseite liegend, werden wir zunächst noch vorwiegend milde, etwas regnerische Witterung behalten.
Gestrige Tagestemperaturen: Maximum: 6,8 Grad Celsius, Minimum: 2,1 Grad Celsius. Riederschläge 4,1 Millimeter. Heutige Morgentemperatur : 6,3 Grad Celsius.
Aus -er Provinzialhauptstadt.
Gießen, den 21.Dezember 1925.
2.11. Von der Landes -Hn iversität Gießen. Die Medizinische Fakultät unserer La««des-llniversität hat den Senatspräsidenten im Reichsversicherungsaint in Berlin, Geh. Re- gierungsrat Dr. Phil. Richard Fischer in Potsdam, den tatkräftige«« bewährten Förderer der Gewerbehygiene und Organisator des gesetz-' lichen Arbeiter^chutzes, den in der deutschen Hei- nmt und im Ausland hoch angesehenen Forscher. Lehrer und Gutachter, der von hoher Warte aus das vorbildliche Werk der deutschen Arbeitergesundheitssürsorge unb Unfallverhütung leitet und in unablässiger wissenschaftlicher und praktischer Arbeit weiter ausgestaltet. ehre«chal- ber zum Doktor pronroviert. — Die juristische Fakultät der Landes-Universität hat dem Geh. Iustizrat Dr. Emil Weiffenbach in Darmstadt und dem Geh. Iustizrat Dr. Metzler, ebenfalls in Darmstadt, aus Anlaß des 50- jährigen Doktor-Jubiläums das Diplom erneuert.
** Der gestrige goldene Sonntag, auf den unsere Geschäftswelt ziemlich große Hoffnungen gefetzt hatte, ließ in« Ergebnis leider gar mancherlei zu wünschen übrig. Bor allem dürste die Enttäuschung, die die Geschäftsleute gestern erlebten, auf das ganz abscheuliche Wetter zurückzuführen fein. Dem Schneefall in der Rächt folgte von Sonntag vormittag ab kräftiges Tau- wetter, zu dem sich dann am Rachn«ittag noch anhaltender Regen hin^ugeseltte. Infolgedessen waren die Straßen in einem Zustand, der es vielen Mitbürgern aus der Stadt unb vom Lande geratener sein lieh, zu Hause zu bleiben. Der Verkehr in unseren Hauptstraßen ging denn auch nur wenig über den cklmfang eines guten Werktagsverkehrs hinaus, eine Tatsache, die unsere Kaufmannschaft fühlbar zu spüren bekam. Rur für ein -Unternehmen dürfte der goldene Sonntag zu einem sehr guten Einnahmetag geworden fein: für die Wiesecker Autolinie, die andauernd bis in den Abend hinein Großbetrieb hatte und dadurch dem gestrigen Verkehr ein besonderes Gepräge gab. Hoffentlich bringen nun die Paar Werktage vor dem Feste auch unseren: Geschäftsleute«« noch einen guten Käuferbesuch, den sie sehr gebrauchen können.
'** Di e Schonzeit für Fäsanen, Auer- unb Birkhennen. Der Minister des Innern hat in einem Erlaß die Schonzeit für Fa- sanenhennen unb Fasanenhähne für das nächste Jahr auf bie Zeit vom 1. Januar bis 15. Sept. 1926 festgesetzt. Ferner wirb jeder Abschuß von Auer- unb Virkhennen vom 1. Januar 1926 bis auf weiteres verboten.
Militärische Weihnachtsfeiern. Die 1. jtonipagnic (Trabitionskompagnie des Leib- garbe-Jnf.-Regts. 115) des 15. Jnf.-Regts. hielt vor einigen Tagen im festlich geschmückten Katholischen Vereinshause ihre Weihnachtsfeier ab. Dazu hatten sich der Bataillonskom«nanbeur und ber Adjutant sowie verschiedene Offiziere des Bataillons einge- funden. Auch die Vereinigung ehemaliger Leib- garbiften, Ortsgruppe Gießen, war durch einige Herren vertreten. Die Regimentskapelle eröffnete die Feier mit einem schneidigen Marsch. Nach den« von Obergrenadier Kreuter gesprochenen Prolog begrüßte der Kompagniechef, Oberleutnant von Stockhausen, mit herzlichen Worten die erschienenen Gäste. Besonders dankte er dem Bataillonskommandeur für sein Erscheinen, außerdem den Gießener Geschäftsleuten für die überaus zahlreichen Spende», die beim Preisschießen unb ber Verlosung verteilt werben konnten. Als Ausdruck des Dankes forderte der Redner die Kompagnie auf, sich von ihren Plätzen zu erheben unb ein Hoch auf bie Spenber auszubringen. Es folgte bann ein von der Öefangsabteilung vorgetragenes Lied „Es ist ein Ros' entsprungen" mit anschließendem Weih- nachtslieder-Potpourri von der Regimentskapelle. Die hierauf folgenden, voi« Leutnant Merz sehr gut ^arrangierten lebenden Bilder (1. Ausmarsch, 2. Sturm, 3. Im Feldquartier, 4. Im Soldatenhimmel) mit musikalischer Begleitung verdienen besonderes Lob. «o manches alte Leibgardisten- herz hat sich da in feine frühere Dienstzeit zurückverletzt. Als die Klänge der Fantasie aus der Oper „Tannhäuser" verhallten, wurden zwei nette Einakter aufgeführt. Besonders sei hier ber Grenadier Becker, das Unikum des Abends, erwähnt, der dafür sorgte, daß man aus dem Lache«« nicht her- auskam. Am Schluffe des Programms folgten zwei Fanfarenmärsche, bie mit größter Begeisterung unb großen Beifallsstürmen aufgenommen wurden. Unb bann begann ber Tanz, bei bem ebenfalls alt unb jung auf seine Rechnung kam. Die Feier zeigte wicber bas gute Einoerneymen zwischen Vorgesetzten unb Untergebenen und anderseits das gute Verhältnis zwischen Militär und Bürgerschaft. Roch gern wird man sich dieser schön verlebten Stundei« bei ber Traditionskompagnie erinnern. — Die 3. Kompagnie des 15. Jnf.-Regts. beging ihre Weihnachtsfeier am Freitigabend im Katholischen Vereinshaus. Die Feier, bie, wie der Kompagniechef, Hauptmam« Faulenbach, in seiner Be-
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