Ausgabe 
14.12.1925
 
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rbgefehen, daß nicht alle, orbert werben konnten, trftai laßt glait unb gen setzte der Verkehr ;rn stark ein, zwischen i?n schon wieder Über­beständen, die nächsten igteit der Schaffung bie­nt, und die Zukunft wird t des Unternehmens er-

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VERTRETER: H. Eljes jr., Gieren, Seltersweg 68

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charatteristischL Gestalten, Führer Herr Kapellmeister . c MusU in ihren ftilifti-

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alS Mehner schufen jeder für sich.

MS musiaklisch.?

Jeder Wemhändler lefert:

den Äufführu g verhal.

Der Leitung des (Sufjener Stadttheaters ge­bührt der Dank der Bürgerschaft für diese Der- anstaltung. Möge der Winter noch manche solche Höhepunkte folgen lassen!in

Bruno Hartl , de .

scheu Eigenheit en er chloß und mit seinem be» währkn Orchester dem Werke zu einer glänzen»

audenmeyer als Angelottl, Ri- Spotetta, Josef Gar eis

Jammen.

: Trais-Horloss, 12. Dez. Die B e - zirkssparkasse Laubach hatte dieser Tage hierher ein« Versammlung ihrer Hypotheken« s ch u l d n e r in der Umgegend einberufen. Zweck der Zusammenkunft sollte, wie der Vertreter der Kasse betonte, fein, aus gütlichem Wege die Schuld­ner zu oeranlassen, daß sie ihre freiwillige Zustimmung zu der geforderten 2 5 prozentigen Aufwertung der Hypo­theken und Schuldscheine geben. Trotz län­gerer Aussprache war jedoch niemand bereit hierzu, handelt es sich doch fast ausschließlich um bereits ganz oder teilweise in Papiergeld beglichene Schuld­summen. Eine andere Möglichkeit ist die, die Hypo­theken bei der Kaste in neue umzuwandeln, jedoch zu den jetzt geltenden Zinssätzen. Wer nun einigen Einblick in kleinbäuerliche und Arbeiteroerhältniste

trag auf Enteignung der Fürstenvermögen, der ab­gelebt wurde. Die Erwerbslosen hatten einen De- nftrationszug veranstaltet, der durch die Polizei 'hindert wurde, in den Sitzungssaal vorzudrtngcn.

nickt Tosca dem Scarpia Erfüllung seines Wun­sches zu und fordert aber sofortige Freiheit für ihren Geliebten Scarpia verabredet mit dem Häscher eine nur scheinbare Erschießung. Run verlangt Tosca noch einen Gelestsbries für sich und Cavaradossi. Während Scarpia schreibt, er­späht sie auf dem T sch einen Dolch und stößt ihn dem Scarpia in die Brust. Roch dem Toten entwindet sie den Passierschein.

Dor dem Morgengrauen aus der Plattform der Engelsburg. Eine Hirtenweise ertönt aus der Ferne. Cavaradossi wird in die Kasematte ge ührt. Doch in letzter Stunde will er einige Zeilen an Tosca schreiben: da erscheint sie selber, berichtet vom Tode ScarpiaS, von den bllnden Schüssen, mit denen die Hinrichtung zum Scheine vollzogen werden soll. Beide kosten die Stunde des Glückes aus. Da kommen die Soldaten, die das Urteil vollstrecken sollen. ToSca rät ihrem Geliebten lächelnd, ja rechtzeitig hinzufallen, täuschend Vie auf dem Thea'er. da fallen die die Schüsse, Cavaradossi stürzt. Die Soldaten gehen ab. ToSca fordert ihren Geliebten auf, aufzustehen, aber er ist tot noch im Tode hol Scarpia seine Bache geübt. Schon nahen die Häscher, um Tosca als Mörderin ScarpiaS zu fangen; da entzieht sie sich dem Richter; über die Maner der Engelsburg stürzt sie sich in di« Tiefe.

Unter Puccinis Opern wohl der stärkste tragi.chc Stoss. Doller Momcnte, de nach Musik verlangen, die nut durch sie in vollem Gehalt erschlossen werden können. Doller innerster Er­regung ist Puccini der Handlung gefolgt, voll blutiger Wärme hat er die Musik geschrieben, frei von Künstelei in ursprünglicher Ratürlich- £eit und doch charakteristisch für jede Szene. Welche Einfachheit und doch welche Stimmung

Manne vom Tode beS Ertrinkens gerettet wer-

Grohen-Buseck. 12. Dez. Wohl nur wenige Dörfer von der Größe un eres Dor­fes haben eine so rege 03 a u ti g t eit auf­zuweisen, wie gerade Großcn-Buseck. 3n den Rachlrieasjahren find zwei ganz nnie Dors- teile entstanden. Der Schützcnweg. nur eine Mi­nute vom Bahnhof entfern., Wito in kurzer Zeit ausgebaut sein. Fast 20 neue Bauten, zum großen Teil einstöckig, aber auch etliche zwei- stöckige find in den letzten Jahren dort entstan­den Die Rahe des Bahnhofs wird mit dazu beigetragen haben, daß gerade hier die Häufer förmlich aus der Erde herauSgewachsen find. Aber auch an der Beuerner Straße und dem alten Grünberger Weg und dem Verbindungsweg dieser beiden Straßen sind in den letzten Jahren rund 15 Wohngebäude errichtet worden, fast alle versehen mit einem kleinen HauSgarten. Das hier gelegene Land, das zu dem hiesigen Hofgut gehörte, wurde unter die Baulustigen aufgetcilt. Da viele der hier wohnenden Hausbesitzer ihre Bausteine aus Schlackensand selbst hergestellt haben/ so hat dieser Dorfteil scherzhafterweise den Ramen S ch l a ck e n h a u s e n" erhalten. Diel zu dem gewaltigen Aufschwung unseres Dorfes trägt natürlich der Hmflanb bei. daß unsere Zentrale Gießen mit der Eisenbahn in etwa einer Viertel­stunde Fahrt erreicht werden kann Während unter Dorf im Jahre 1910 kaum 1700 Einwohner zählte, wird eS jetzt das zweite Taufend über­schritten haben. Diele, ja die meisten der hin: wohnenden Arbeitsleute, finden chren Verdienst in Gießen, und der Zuzug unseres Dorfes setzt sich fast ausschließlich aus Arbeitsleuten zu­

hat, kann jetzt schon ermeßen, welche ungemeine Härte einmal die Durchführung der Aufwertungs- maßnahmen für diese Kreise im (Befolge haben wird. Ohnedies kann allerdings anderseits keine Kaffe ihren Aufwertungsverpflichtungen gegenüber all den Sparern nachkommen. So beginnen im klei­nen dem einzelnen die Auswirkungen der Answer- »ungsgefetze fühlbar zu werden. In den beiden Filialen unseres Kirchspiels, in Utphe und I n ° Heiden, haben jetzt wieder, einem alten Brauch zufolge, die fog. B e t ft u n b c n begonnen. Sie wer­den in den beiden Gemeinden abwechselnd am Mittwoch durch den Pfarrer in der Schule abge­halten. Infolgedessen ist alle 14 Tage auch älteren und gebrechlichen Gemeindegliedern, die den halb­stündigen Weg zur Kirche in Trais-Horloff nicht mehr zurücklegen können natürlich nicht allein diesen Gelegenheit zum Besuch eines Gottes­dienstes sowie zur Teilnahme am Abendmahl ge> aeben. Diese Einrichtung, die sich von Beginn der Ädventszcit bis zum Ausgang der Passionszeit er­streckt, soll eine uralte sein.

Krcrs licDhcrfl.

Butzbach, 13. Dez. (WER.) Die Ehe­frau des Musikers Schitzkowskh machte vor einigen Tagen dadurch einen Selbstmord­versuch, daß sie sich aus einem Fenster ihrer im dritten Stock gelegen e Wohnung a u f die Straße stürzte. Mit shweren inneren und äußeren Verletzungen wurde sie ins Kranken­haus gebracht. Die Beweggründe der Tat sind noch unbekannt.

Langenhain-Ziegenberg, 12.Dez. Dicht an her he'Nsch-preuh schen Grenze gelegen, da wo die 11 f o in tiefer Talfurche die Taunus- berge durchbrochen und das idyllische Ufatal ge­schaffen hat, liegt der bekannte und bzliebte Aus­flugsort Ziegenberg, überragt von dem stolzen Schlosse, das einst Goethe längere Zeit als Aufenthalt gedient. Der weiteren Belebung des Fremdenverkehrs standen seither die nur dörflichen Ilnierkunftsmöglichkeiten hinder­lich im Wege. Deshalb hat sich Gastw rt M ö ck e l entschlossen, ein großes z? tgemähes Gasthaus an Stelle der alten Gebäulichkeit zu errichten. Der für unfern Ort sehr respektable Rou.bau ist im Rohbau sertiggestellt. Rach seiner Vollendung im Frühjahr wird er 14 Fremdenzimmer bieten und mit neuzeitlicher sanitärer Ausstattung dem Tou­risten nicht nur eine behagliche Unterkunft gewäh­ren, sondern auch die Benutzung unseres hofft-

Preußen.

Kreis Wetzlar.

3 Wetzlar, 12. Dez. Wie bereits gemel­det. ist in einer geheimen Sladtverord- netenf i6ung unser jetziger Bürgermeister D r. Kühn auf eine weitere AmtSdauer von 12 Jahren wiedergewählt worden. Be­kanntlich schreibt eine winitzerielle Verfügung in Preußen vor, daß sich die Stadtverttetung spätestens ein halbes Jahr vor Ablauf der AmtSperiode des BürsermeistcrS darüber schlüs­sig zu werden hat, ob sie den bisherigen In­haber wieder wählen will, oder ob die Stelle ausgeschrieben werden soll. Daher mußte auch in dem hiesigen Fall eine gleiche Entscheidung bereits in diesem Monat gttroffen werden. Sie ist In der Richtung ausgefallen, daß Bürger­meister Dr. Kühn gegen eine starke M nderheit wiedergewält worden ist. Diese -dürfte »ich in erster Linie aus Stimmen aller bürgerlichen Parteien zufammenfehcn. die wegen der stark umstrittenen Finanzpolitik und der für hiesige Verhältnisse ost zu großzügigen und zu teueren Vaupläne seine Gegner geworden sind. Dazu kam weiter eine Verärgerung in wohl allen Parteien über ein Regime, das das Mitbeftim- mungSrecht der BüraerschastSvertreter teilweise beiseite schob. DaS ist nun einmal bei so stark ausgeprägten Haturen, wie Dr. Kühn, immer der Fall. Die Wahl wäre wohl ganz anders ausgefallen, wenn nicht gerade wegen dieser Verärgerung noch bis in diesen Sommer hinein teilweise heftige Kämpfe wegen des Bewilli­gungsrechts der Stadtverordneten hätten ftotl- finden müssen. Denn daß Bürgermeister Dr. Kühn ein Mann von großem Können und Wol­len ist, daß er sich um die Entwicklung der Stadt äußerst große Verdienste erworben hat, das wird gerade auch aus der bürgerlichen Seite dankbar gewertet. Mit der jetzigen 2lb- stirnmung dürfte daher auch ein Schlußstrich unter diese Gegnerschaft gemacht werden, wobei man sich in den Kreisen der Bürgerschaft der Hoffnung hingibt, daß Bürgermeister und Stadt­verordnete in den kommen)en Jahren befttebt sein werden, durch ein vertrauensvolles, von gegenseitigem Vers.ändnis gctrsv.nes Zusammen- arbeiten unsere alte schöne Stadt in gesunden Bahnen weiter zu einer glücklichen Zukunft zu führen. Die Stadt Wetz,ar mit ihrer starken in­dustriellen Entwicklung braucht als ihren Führer einen Mann von weiter Sicht, und das ist Herr Dr. Kühn, nur müssen wir unS alle in dieser Rotzeit Beschränkungen auserlegen und uns man­ches versagen, was in einer glücklicheren Zeit leicht hätte ausgesübrt werden können Möge die neue Amtsperir>de des wiedergewählten Bürgermeisters für Wetzlar ein Segen und für ihn selbst ein steter Erfolg sein.

XX Aus der Bürgermeisterei 2ltz- bach, 12. Dez. In den Orten unserer Bürger­meisterei wird gegenwärttg der bekannte Bethel-Film gezeigt, lleberall bringt man den Vorführungen größtes Interesse entgegen. Der Besuch war bis jetzt durchweg recht gut.

DillkrciS.

bl. Dillenburg. 12. Dez. Der Kreis ist in den letzten Jähren immer mehr bestrebt, das Reh der Sanitätskolonnen im Kreise zu erto:it:rn. So konnten schon in meh­reren Gemeinden Kolonnen errichtet werden, die sich recht gut entwickelten. Weitere Reugrün­dungen hat man ins Auge gefaßt. Dio Kreis­verwaltung sorg' für deren Finanzirrung, so daß den Gemeinden kine nennenswerten Kosten er­wachsen. - Die in den letzten Jahren im Kreise zur Durchsühcu.ig gebrachten Meliorationen von Viehweiden fallen im kommenden Jahr weitergcsühtt werde.i. Wurden seither nur kleine Arbeiten ausgcsührt. to;c Instar»Hungen von Gemeindeviehweiden, so hofft man 1926 an die Urbarmachung der großen Oeölanb- fläch en des Westerwaldes heranzu- gehen, wofür man 12 Jahre Arbeitszeit b.'rechnet. Die Jahresleistung hat man mit 3400 Hektar abgoschätzt. Staat, Be^irksverba?d und Kreis be­teiligen sich mit gleit» hohen Beträgen an dem

zu Anfang des 3. Aktes; oder die Folterszene l in ihrer charakteristischen Gestaltung; oder die ] lyrischen Höhepunkte; oder der Monolog S.arpias im 2. 2ll;e; oder der Gegen atz der Schlüsse des ersten und zweiten 2(!e in ihrer Verbindung mit dem Sch'.ckäl Scacpias!

Solche Musik völä -, erschließen, ist nur wenigen Sängern Vorbehalten; denn wenn man auch musikalisch zu folgen vermöchte, ncuitalienische Musik ist nun nicht ohne eine gewisse Stimm­technik darzustellen. Rur wenige deutsche Duh­nen verfügen über ein für diese Musik so geeig» netes Ensemble toi? gerade die Frankfurter Oper. Und von diesen Kräften geboten ist »ToSca" stets ein großes musikalisches Ereignis.

Der Lebensfähigk.it dieser Oper gereicht die Bedeutung ihrer Titelrolle zum Dvrtell. Die großen Vertreter der Tosca sind zu zählen; denn neben hohem Gesanglichem erfordert sie überzeugende Kraft der Darstellung, namentlich im Kampfe mit Scarpia: das Rassetoeib mit feiner Liebe und mit feinem Rachegeist. Und dem toar Else Gentner-Fischer Vollen­derin, in ringender Zerknirschung (»Rur der Schönheit" . . j, im Kampfe um den liebten, eine vom Schicksal Betrogene! John Gläser als Eavaradossi, der begeisterte Patriot, bet im krjenben Spiel den Tod findet. Don seiner hohen gesanglichen Kunst gani zu schto igen; jeder Szene angepaßt, vom Wehcschrei auf der Folter bis zum sieghaften Diktoria und im Liebes-Le- benöjubel im lehtcn Akt. Adolf Hermann ver­lieh dem Scarpia trotz aller in der Partie ruhen­den Grausamkeit ein vornehmes Gepräge, immer noch der Ritter, toeim auch hart an der Grenze; feinen Höhepunkt gab er Im 2. M; bei allem Realismus ein Schönsänger, ein Scarpia, tote man ihn nicht oft hört.

Rezitation einige überaus tottfunatDoCfe Bal­laden von Münchhausen vor, während tm zweiten Teile eorige tief empfundene Balladen von Ag­nes Miegel folgten. Die technisch in form­vollendeter Weik vor getragenen Rez.tattonen wurden leider durch eine infolge ErkA rmg ver­ursachte stimmliche Indisposition der tragen-

den etwas beeinträchtigt. Mit veichllchem Bei­fall dankte die zahlreiche Zuhöverschar für den seltenen Kunstgenuß.

-er. Homberg a. d. Ohm. 12. Dez. In­folge der Källe der letzten Zeit bildete sich auf der Ohm ein spiegelblankes, 22 Zenti­meter dickes Eis, das für Bierbrauer, die Kühlräume der Metzger unb Wirte ein wert­volles Material abgab. Wurden doch durch Arbeitslose 60 Schlitten voll Cis ge­brochen, das die Brauerei Wallach in Als­feld hier in ihrer Filiale in der Brauhausgasse aufstapette. Ein Junge von Ober-Oslei- b e n wollte das elterliche Pferd ausreiten, kam aber durch die Glätte mit dem Tiere so heftig zu Fall, daß cs verendete, während er- fteulicherweise der Reiter mit dem Schrecken davvnkam.

Merlau, 12. Dez. Der Antrag des Bibelheims Flensunger Hof. die in der Gemarkung Flensung-.n liegenden Grund- stücke der Pfarrei Merlau im Um­fang von etwa 10 Morgen zu laufen, ist vom Landeski vchenaint abgelehnt worden,

weil fönst zahlreiche Pächter, meist Arbeiter und kleinere Landwirte, ihr Pachtland verlieren wür­den. Auch sprechen die in den letzten Jahren gemachten Erfahrungen gegen einen Berkaus von Psarrgelände. Die Kirche kann die Einnahmen aus dem Pfarrbesoldungsland nicht entbehren, sie bilden vielmehr zur Zeit den einzigen siche­ren Rückhalt der kirchlichen Finanzwirtschast. Die Einnahmen an Landeskirchenfteucrn sind schwan­kend, und der Staatszuschuh an die Kirche, der übrigens nicht einmal die Höhe des StaatS- zuschusses an bas Lanbestheater in Darmstadt erreicht, ist lange nicht der allgemeinen Teuerung entsprechend erhöht worden. Deshalb kann kirch­liches Land nur bei dringendstem Bedürfnis und auch bann nur in beschränktem Umfang abgege­ben werden. Der Kirchenvorstand hat sich auch nicht enffchliehen können, dem Bibelheim einen Teil der Pfarrgrundstücke zu verkaufen, weil in diesem Falle solche Gemeindeglieder, die gern auch ein Grundstück kaufen mochten, sich benach­teiligt fühlen könnten.

sireis Lauterbach.

Schlitz, 13. Dez. (WSR.) In Hutz- d o r f bei Schlitz hat vor einiger Zeit die Diamantschleiserei ih-en Einzug gehalten, da die Schäsersche Diamantschleiserei in Hanau, eine der bekanntesten Firmen auf diesem Gebiete, hier eine Filiale errichtet hat. Dis jetzt sind. etwa 15 Diamantschleifer hier tätig. Wie man hört, besteht die Absicht, diesen Industriezweig im kommenden Jahre durch Errichttmg von Neu­bauten noch auszudehnen.

Starkenburg.

* Darmstadt, 13. Dez. In der Spahn- Mühle in Schönberg bei Bensheim versuchte dec Besitzer der Mühle den eingesrorenen Motor feines Autos aufzutauen. Hierbei geriet aber der Be n^ in be l t e r in Brand. Während des Dersuchs, bas Auto aus der Garage ins Freie zu bringen, erfolgte eine Benz inexplosion, wodurch 10 Per­sonen verletzt wurden. Einige haben sehr schwere Brandwunden davongetragen. Die Der- letzten wurden in das Bensheimer Krankenhaus eingelie ert.

= ! Df f e nbüd), 12. Dez. Aus der Tagesordnung der gestrigen Stadtoerordnetensitzung stand die Beratung der Erwerbslojenfür- sorge für Weihnachten. Es lag zunächst ein Antrag der Verwaltung vor, der die Gewährung eines Geschenks an die schulpflichtigen Kinder aller in der lleberwachung des Arbeitsamtes befindlichen Erwerbslosen und ausgesteuerten Erwerbslosen vor- schlägt. Dieser Antrag wurde angenommen. Ebenso der Antrag des Obereiirgenneifters, den Fürsorge­empfängern für die Monate Dezember und Januar j' einen weiteren Zentner Kohlen zu beschaffen. Schließlich lag noch ein Antrag her Kommunisten vor, jedem rwcrbslosen und Wohlfahrtspflegling zu Weih' eine einmalige Untefftutzung von 100 Mk. 5 billigen. Die sozialdemokratische Frak­tion hatte dagegen beantragt, für die Ledigen 10 Mk., für Alleinstehende, Verheiratete ohne und mit einem Kind 15 Mk., mit 2 und 3 Kindern 20 Mk., über 3 Kinder 25 Mk. Nach heftigen De­batten wurde diesem Antrag gemäß beschlossen. Offenbart) hat z. Z. 4000 Erwerbslose. Die Kosten der Weihna«- : beihilse betragen 80000 Mk., wofür keine Dc . n g vorhanden ist. Das ist um so be­denklich ohnedies ein Defizit von 800 OOu Mk. im St 0 . halt bereits besteht. Die Dcckungsfrage wollten die ^nmmuniften erledigen durch einen An-

,Die Mättsekönigin" oder Wie der Waid in die Sta t kam".

Weihnachtsmärchen von F. A. Geißler.

Es gibt nichts Köstlicheres als solch ein Weih­nachtserlebnis: die ungeduldig-begierigen Kinder- lein zu schauen, wie sie nun auch einmal ins Theater dürfen eine Erlaubnis, zu der eben nur das Christkmdlein die Eltern vermocht Hot, und wie sie dort all ihre Kinderphantasien, ihre Märchen- träume ihren Weihnachtsglauben Gestalt werden sehen. Und eine Freude ist es für jeden Aelteren. der sich in feine Kindheit [o gern mal zurückträumt, zu schauen, wie sie d. rch ihre manchmal fast zu unruhige Lebendigkeit ihr innerstes Mitgehen be­kunden und ohne Gage mitspielen.

Dieser empfänglichen und dankbaren Kinder- weit ward gestern ein liebliches Weihnachtsmärchen gezeigt. In fejfelnder Bilderfolge ließ es die Klei­nen die wunderbare Reife des edlen Prinzen mit- erlebcn, der, fein Vaterland von einem Fluch zu befreien und zugleich seine entschwundene <ochwester zn suchen, ous dem prunkvollen Künigsschkoß hin-

außtoanbelt zum geheimnisvollen Turm der Mäustz- Königin, zum Haus des Menichensreßers und zum Reich des Tannmännleins, um zuletzt mit dem wiedergefundenen Schwesterchen in die Heimatstadt glücklich zurückzukchren. Sein gutes Herz, das ihn einst zum Retter gefährdeter Tierlein werden ließ, halte ihm die Hilfe der Mäusekönigin gewonnen; andere freundliche Geister, wir Knecht Ruprecht, Frau Holle und das Tannniännlein, sorgen dafür, daß zur Weihnachtszeit mit eincmmal der Wald, geschmückt mit weihnachtlich aufflammenden Lich­tern, in die Stadt kommt' die Erfüllung der allen Weissagung über das Ende des Fluches.

Das spielt sich alles sinnfällig und den Kleinen verständlich ohne zu große Breite ab, die Spannung wird befriedigt durch einfache Schürzungen und Lösungen, durch wechjelvnlle Situationen, durch ernste und heitere, feenhafte und wieder kräftig- derbe Szenen: aus Herz und Gemüt wird durch das unaufdringlich an den Tag tretende Ethos des Stückes eingewirkt, das Kreatur und Natur zu schonen und zu schützen lehrt.

Dieses Spiel ward nun von Rudolf Goll liebevoll betreut von Karl Löffler in hübsche Bilder hineiraestelll, in denen auch alles Technische gut gelang, und oon Ludwig Keim routiniert be­leuchtet: diskrete Musik besonders aber ein nied­liches Schnee'lock»nbc.llett. oon Lina 0 ldini eins studiert, bereicherten das Öante. Das Beste aber gaben die Darsteller, bir sämtlich die liebens­wertesten Figuren aus die Bühne stellten; man sah herzige Jugendfrifche edle Verkörperung sittlicher Ideale humorvolle Gestrutuny ergötzlicher Typen, die auf das Kindergemüt besonderer Eindruck zu machen pflegen unb fein ausgearbeitete Episoden, kurz, eine Ausführung, der bet ihren Wiederholun­gen ein besser besetztes Haus zu wünschen ist. g,

schon TamrusorteS als Sommerfrische er­möglichen. Die herrliche unb ruhige Lage in­mitten großer Taunus Wälder, abseits der großen Heerstraße, macht Ziegenberg dazu besonders geeignet. ___

Kreis Büdingen.

* Büdingen, 14. Dez. Zu der Meldung vom Samstag über die Bewerbungen um die hie­sige Berussburgermei st er stelle ist berich­tigend mitzuteilen, daß Fabrikant Müller-Thü- r i n g sich n l ch t um den Posten beworben hat und auch nicht beabsichtigt, dafür zu kandidieren.

Kreis Scholten.

X Schotten. 12. Dez. In den letzten Tagen stand unsere Stabt im Zeichen der Reichs- wehr. Arn Mittwoch trafen die Quartiermacher hier ein, um für etwa 115 Offiziere, llntcroffi- ziere und Mannschaften des ReichSwehr- bataillonS Gießen die Unterkunft vorzu­bereiten. Am Donnerstag nachmittag trafen bann mit der Bahn 80 Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften ein, die in Gasthäusern und Privat­quartieren untergebracht wurden. Am Frcitag- morgen marschierten die Reichswehricutc unter der Führung des Oberstteutnants Fritz über Rudingshain nach dem Hoherodskops, wo taktische Aufgaben besprochen tourben. Rach­mittags lehrte d.c Abteilung to'.eber nach Schotten zurück, und zwar über Breungeshain und Michel­bach Der Marsch war wegen des eingetretenen Tauwetters recht beschwerlich, aber die Mann- schasten waren bei guter Stimmung. Am Morgen dieses TageS war die ganze Kapelle des Ba­taillons hier eingetroffen; sie veranstaltete von 12 bis 1 Uhr und von 3 biS 4 Uhr Konzerte an öfseTttlichen Plätzen. Abends gab sie in der Turnhalle ein großes Konzert, dessen 2leinertrag für Schottener Wohltätigleitszwecke bestimmt ist. Die Deranstaltung war außerordent­lich gut besucht. Begeistert wurden die militäri­schen Weisen ausgenommen, und den ehemaligen Soldalen schlug das Herz höher, als sie wieder einmal die lange entbehrten Märsche horten, die sie in Gedanken wieder in die aktive Dienst­zeit zurückversetzten, an die sie sich alle so gerne erinnern. Heute morgen marschierte die Abtei­lung nach La ubach, von wo aus sie mit der Bahn nach Gießey befördert wurde. Dir ganze Bevölkerung freute sich darüber, daß man wieder einmal nach langer Zeit Soldaten in größerer Zahl sehen konnte, daß man Militärmusik hören durfte um) feststeltte, daß unser; Reichswchr in strammem Dienste Tüchtiges leistet.

XlX Schotten, 13. Dez. Am heutigen Sonntag konnte Rechner Karl Stang in Schotten sein 2 7 j ä h r i g e s Jubiläum als Rechner der Gemeinde Betzenrod feiern. Im Frühjahr 1926 werden es cbmfalls 27 Jahre, daß er die K ssengeschäfte der Gemein­den Götzen und Wingershausen verwal­tet. Das Rechnungsroesen der Gemeinde Breun­geshain hat er auch bereits 25 Jahre inne. Mit Treue und Getoissenhaftigkeit hat Stang alle die Jahre hindurch seine Acmter verwaltet. Sein stets freundliches Wesen machte ihn beliebt im ganzen Bezirk Schotten. Seine vorgesetzte Behörde hat ihm ein in herzlichen Worten ge­haltenes Anerkennungsschreiben zugehen lassen.

8 Bom DogelSberg, 13. Dez. Die Winterfrucht hat sehr unter uses raß zu leiben. Schon das ganze Jahr war über diese Plage zu Hagen.

kg. Aus dem südlichenDogelsberg, 12. Dez. Eine wahre Landplage bilden zur Zeit in dem südlichen Teil unsere- Gebirges die Zigeuner. Der harte Winter setzt den braunen Pußtalöhncn scheinbar recht übel zu. Sie werden dah^r mitunter recht zudringlich und drohen da. wo sie damit Erfolg zu haben glau­ben, mit Gewalttätigkeiten, um Kleider. Lebens­mittel, Futter und Unterkunft für ihre Pferde ufw. zu erhalten.

Kreis Alsfeld.

H Alsfeld, 12. Dez. Im Saale der Kasinogesellschaft veranstaltete die hiesige D ü ° rer-Gesellschaft am Freitag abend einen Dalladenabend, zu dem Frl. Elisabeth Behage! aus Gießen gwormen worden war. Der Vorsi^ende der Dürergesellschaft, Stu- bienrat Graeber von der Ober-Realschule in Alsfeld, gab in einem einleitenden Vertrag eine kurze Einführung in die literarische Bedeutung der Dalladendichtung, die er ein lyrisch- dramatisches Epos desinierte, wobei er den Un­terschied zwischen Lyrik, Drama unb Roman er­läuterte. Seine Einführung beschäftigte sich mit den gegenwärtig volkstümlichsten Balladendich­tem Dörries von Münchhausen und der Königs­berger Balladendichterin Agnes Miegel. von denen er den ersteren als den Vertreter der Heldenballabe kennzeichnete, während die Königs­berger Diärtcnnn als die Vertreterin bei' Ratur- badabe erscheint. Im Anschluß an den ecnsüh- renben Vertrag von Pros. Graeber trug bann Frl. Elisabeth Behagei im ersten Teile ihrer