Ausgabe 
12.1.1925
 
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Fortsetzung

(Nachdruck verboten.)

Verlag der Vrühl'schen Univ.-Buch- und Steindruckerei R. Lange, Gietzen

mit Gefchäftsverzeichnis und Anzeigen - Anhang

In Vorbereitung

«uf Bert Bracken i ic Errichtung dreier Dahn vuSre deshalb besonders wünschenswert und ent- -räche einem Bedürfnis. weil die jetzt bestehende Wernigerö?'i Gleisbrvckenbahn im Winter nicht ihrbat und weil für den Wintersport infolge- iiclfen keine Drocken-Derbindung vorhanden ist.

Die rote Kafchgar

Roman von Fedor von Zvbeltih.

wartigen Verbrauch wird man mit rund 11 Mill. So. veranschlagen können. Diesem 'Beibrauch steht gegenüber eine Produktion von rund.13.0 Mill. Io. abzüglich Reparationskohlen 1,1 Mill. Da., somit für Deckung des inländischen Verbrauchs 11.9 Mill. So., also 900 000 So. mehr als der inländische Verbrauch ausmacht. Rein mengen- mähig wurde Deutschland eine Einfuhr zur Zeit also nicht nötig haben. Für die Deurteilung dieser Frage ist indessen die Menge nicht allein ent­scheidend, sondern es sind noch zu berücksichtigen Qualität und Preis. Bezüglich der Eortensrage werden die Produktionsverhältnisse im Inland unter dem Zwana der Marktlage immer gün» stiger werden, während die Preisfrage noch sehr große Schwierigkeiten bereiten dürfte, zumal die hohe englische und französische Förderung immer stärker auf den deutschen Markt drücken wird.

Sollte eine Belebung der Wirtschaft und da­mit ein Mehrverbrauch von Brennstoffen ein­treten, so wird den erhöhten inländischen An­forderungen durch Wegfall der derzeitigen Fördereinschränkungen zunächst Rechnung getra­gen werden können. Eine starke allgemeine Ex- porttätigkeit und damit eine volle Beschäftigung der deutschen Industrie würde aber vielleicht sofort die notwendige inländische Kohlenerzeu­gung noch nicht vorfinden, zumal die Anforde­rungen an Reparationskohlen mengen- und sortenmäßig immer bann am höchsten zu wer­den pflegen, wenn die deutsche Wirtschaft die Kohlen am notwendigsten braucht. Diese volle

Adreßbuch der Stadt Bietzen 1925

len, wozu auch der größte 2,611 der Vlagerkohlen zu rechnen ist, für absehbare Jeu nicht mehr vorhanden ift; bisher war er eigentlich mir des­halb vorhanden, weil eS an guten Kohlen man­gelte. Auch kann eine gröbere Anzahl von Zechen infolge zu hoher Selbstkosten heute nicht mehr wirtschaftlich arbeiten; sie werden der Frage der Stillegung näher treten müssen, zumal wenn Leistung und Lohn, wie jetzt, nicht in Einklang zu bringen sind.

Der Hauptgrund der Absatzschwierigkeiten der Kohlen ist in der mangelnden Aufnahmesähigkeit deS Inlandes zu suchen. Errechnet man aus der Eesamtsörderung ^Braunkohle in Steinkohle um- gerechnet) sowie der Ein- und Aussuhr den Inlandsverbrauch Deutschlands, so kommt man für den Dulchfchniti Januar-Juli zu einem Der­brauch von 10,43 Mill. To. monatlich. Den gegen-

oonntag. 15., nachm. 3 Llhr: Das Waldmanntem, abends 6\-> Uhr: Garmen.

Schauspielhaus. Dienstag, 13. Jan., abenbe V? Uhr: KreidekreiS: Mittwoch, 14.,

abends 7 Uhr: Die Frau Rat: Donnerstag.

15., abends 7. Uhr Der Kreidekreis: Frei­

tag, le., abends 7>« Uhr: Der Tokaier: SamS- tag, 17., abenoS 71_< Uhr: Das Apostelspiel. Hierauf: Er ist an allem schuld: Sonntag, 16., abends 71 _ Uhr: Der Kreidekreis.

Wirtschaft.

Die Laqe und die Zukunft der deutschen Kohlenwirtschaft.

Die deutsche Kohlenlage stellt sich, im welt­wirtschaftlichen Rahmen betrachtet, wie folgt dar:

5 derlei ganeti n_i !fntatitc,au'bet

diese duttn'^

fQuen imrfbcn

tonbem auch

einmal mit einem ganzen Rudel aufräumen kön­nen. Aber nein, Furchtgefühl kannte auch der alte Kirgise nicht. Die Wolfsspuren deuteten Wichtiges an. Die Biester witterten Schafherden, also konnte ein Aul nicht weit sein, eine Zu- sannnensassung von kirgisischen Jurten zu einer Art Dorf, das man zur Weidezeit abbrach, um weiterzuziehen. Murray nickte. Gut. meinte er, aber wie tommt man zu diesem Aul? Hier hatte im Augenblick die Welt ein Ende, auf den Schieferfelsen konnte man nicht hinauf- und in die gähnende Schlucht nicht hinabklettern. Kehrt machen, erklärte Masarbai, eine halbe Tagereise zurück und dann über den Patz in das Trotze Tal". Es war klar, datz er mit dem Patz den Tengiskamm und mit dem groben Tal das Alai-Tal meinte, und damit gestand er selbst zu, datz er sich verirrt hatte.

Schimpfen half nichts. Das Schimpfen über­lieh man den Pferdeknechten, die unter unauf­hörlichem Geschnatter beteuerten, sie hätten längst gewußt, datz man in falscher Richtung war, und die mit Auskneisen drohten. Aun fuhr Gert sie an und drohte zurück mit Strafen des Himmels und der Erde, indes Murray mit Masarbai ver­handelte, der sehr kleinlaut geworden war. Der Schneesturm hatte ihn in der Tat verwirrt. Man war vermutlich auf den Kisilartpah gekommen statt auf den Tengispah, aber d^s lieh sich wieder gutmachen. Die Wölfe kamen aus dem Alai-Tal. Da lagen die großen Aulen, und von da hatte man sie vertrieben.

Man muhte also wieder zurück, auf derselben Straße, über Glatteis und fliehenden Schnee, bis die Sonne in einem Purpursee hinter dan Derghöhen versank und die todmüden Gäule nicht weiter konnten. Am Felscnhang wurde der Schnee fortgeschaufelt und ein Lager bezogen. Feueo wurden entzünd?!, die Pferde in Decken gehüllt und angepflöckt, die Leute erhielten ihren Kumys und ihre Portion Schafileisch, und Masarbai spielte im Zelte der beiden Herren den Koch, bereitete den Tee, öffnete ein paar Konserven­büchsen und breitete die Schlafsacke aus. Aber die Rächt war so kalt, daß man auch die Kirgisen nicht im Freien lassen konnte. In ihren Pelzen hüpfte freil-ch das LIngeziefer, doch daran hatte man sich schon gewöhnt Abwechselnd muhte je einer draußen das Wachfeuer hüten, um die

Auf der einen Seite besteht das Bestreben des Bergbaues, die Zechen möglichst vollkommen aus­zunutzen, durch steigende Förderung und Leistung die Gestehungskosten der Kohlen herabzudrücken, dadurch dem dauernd notwendigen Preisabbau gerecht zu werden und trotzdem sinanziell be­friedigend zu arbeiten. Auf der anderen Seite besteht die Unmöglichkeit, im Inlande die För­derung untetflubringen, während die Möglichkeit einer Verstärkung der Ausfuhr begrenzt ist. Cs totrh dahec nobrenbig, solange die l)eimifche Wirt­schaft Mc Kohlenprodukte nicht ht höherem Maße ausnehmen tann, die Förderung einzuschränken, ohne Latz aber die Forderung äußerster Wirt-» schaftlichteit verletzt wird. Diese letztere Bedin­gung kann aber nicht durch eine Fördereinschrän­kung und Arbeitszeitverkürzung auf allen Zechen gleichmäßig erfüllt werden. Es bleibt nur übrig, diejenigen Betriebe, die bei den durch den Zwang der Marktlage gesenkten Preisen nicht mehr wirt­schaftlich sind, aus dem Produkt io ns prozeh aus- zuschalten. Diese Entwicklung hat denn auch be­reits begonnen. Viele kleine Bergwerke, z. B. die Steinkohlenzechen am Südharz und bei Ibben­büren. deren Betrieb nur bei dem großen Kohlen­mangel der letzten Jahre möglich war und die auch erst in dieser Zeit entstanden sind, wurden bereits wieder stillgelegt. Besonders ungünstig liege.n die Verhältnisse im Ruhrbezirk. Cs muh hier' eine Produktionsumstellung mit Rücksicht auf erhöhte Sottenanfprüche vorgenommen wer­den, da ein Markt für die minderwertigen Koh->

Turnen, Sport und Spiel.

Vom Verein Rudersport.

Das neue Rudcrjahr hat gestern im D e r - (sn Rudersport trotz deS nicht sehr einla- landen. Wetters mit einer Wanderfahrt »ach der B a d e n b u r g begonnen. Um 2.30 yr fuhren ein Achter, besetzt mit den Ruderern .''isppel. Han« Schmoll. Mönnig, Dechert, Diet- i H, gen, Jüngst, Helmut Schrnall, am Steuer Gramer, und ein Vierer mit der Mannschaft .'traft, Stock-Schraer, Derg, Storck, am Steuer Ueoermann, vorn Bootshause ab. Rach kaum £0 Meter Entfernung waren sie im Rebel ver­schwunden. Rach einer kurzen, gemütlichen Rast i.-if der Badenburg ging es in flotter Fahrt kicher dem Ausgangspunkte zu. Für die Folge I-llen selche Fahrten öfter unternommen werden, be sicher als das beste Wintertraining ange­sehen werden müssen.

Spiclplan der frankfurter Theater.

Opernhaus. Dienstag, 13. Jan., abends > Uhr: Mignon: Mittwoch, 14., nachm. 2'_> Uhr: lüas Waldmännlein oder Fritzchens und Liesel- Stens Weihnachtserlebnisse, abends 6 Uhr: Die ;n:au ohne Schatten: Donnerstag, 15.. abends r. Uhr: Pique Dame: Freitag, 16., abends 7 Uhr: Lalahra: Samstag, 17.. nachm. 7 Uhr: Das Waldmännlein, abends 7 Uhr: Der Freischütz:

vSäS « 1 ab ff*- no fetnblf^

Hessische Landwirtschaftliche Woche

Bon unserer Darmstädter Redaktion. Darmstadt, 10. Ian.

Vie Hessische Landwirtschaftliche Woche er« rcich'c mit dem heutigen Tage ihr Ende. Bei außerordentlich ftarFem Besuch wurde im städt. Xoafbau ein Film der Badischen Anilin- nnd Sodafabrik, und zwar ihrer land- ^i'tlchastliche.i Abteilung Ludwigshafen, vorge- tubrt. mit dem Titel:Da« Wachsen und Blühen 7.er Pflanzen'. Dipl. agt. 3. Geber hielt al« Vertreter der 'Badischen Anilin- und Sodafabrik odneu einführenden Vortrag, in bem er die Ge- nnnnurtg des Ammoniaks aus dem Stickstoff der .'uft und au« Wasserstoff unter hoher Hitze und starkem Druck in Gegenwart von Katalysatoren i läuterte und dann die volkswirtschaftliche Be­irut unq frei Stickstoffverbindungen als Dünge- - littet darlegte. Das Verfahren zur künstlichen :)erftcliung von schwefelsaurem Ammoniak, das ,mt meisten in den Werken m Oppau (bei Lud­wigshafen) der Badikchen Anilin- und Soba- > ibri' imb im Leuncr-Wcri hergestellt wird, hat ns vom Ausland (6-hilcfaIbetcr) freigemacht: > uuerbem kommt in 'Betracht, datz in diesen Wer- len 30 000 Arbeiter beschäftigt und ständig viel Rohmaterial uitd 'Maschinen aus Deutschland gebraucht werden. Die Filme waren autzervrdent- i ch lehrreich, ste zeigten das Wachstum von glanzen, bei Verwendung von künstlichem Dün- ,.e> mrd ohne diesen, ferner verschiedene Wachs- r nnSerscheinungen, sowie das Sichössnen von Müten und Blumen. Die Vorführungen be­gegneten lebhaftem Interesse und wurden mit tarlem Beifall ausgenommen. Generaldirektor )r. Hamann von der Landwirtschaftskammer -orad) der Arischen Anilrn- und Sodafabrik >ant dafür aus, daß sie diese Filme, ein hcr- orragendeS Lehrmittel, zur Verfügung gestellt 1 labe.

Mil DankeSworten deS Vorsihendeir der landwirtschaftskammer. Sekonomierat Hensel- '^ohelrod, wurde hieraus die Landwirtschaftliche Vvcde geschloffen.

Als Abschluß sand noch eine Besichtigung r?r Hengste deS Landesgestüts im Marstall statt. )ierbet waren Hunderte von Teilnehmern der aiidwirtschastlicheir Woche anwesend. Die pracht- 3lten Tiere wurden vorgeführt, eS waren dar- i nter einige Hengste aus Belgien, zumeist aber ' lammten sie auS hessischen, namentlich aus ober- Iicf fischen Zuchten.

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Em gewöhnlicher raunflyweig Gbarlc» t$on. * auf einet

«2 heule ui den größten mit 2000 Mark uni "esn Pvstmcher veranlaftii en '5)tud der^Harfen

Jin Tiftoria setzte, W W befannt mürbe, martn int Teil auggeaeben, fit mut- wgezsaen, unt Mriibtt mar toülenö, Sah er feinen 'Ab- je Ekemplare der braunen ie sind aber dvch in Umlauf irm heute w den Whten en AeusundlaiAMarlen von die Bilder des SitfbedeK abot. der beiden englische uni) Jakob /., i>ic die Jnfel arteten, unD des John -ich he Äofortic hier grtnbeif. Figur Hal auf einer Mrd Niich Di. Paulus auf bet von Malta, auf der fein W\ und der Angriff durch iteUt ist.

altes Vergnügen.

lahrhmdert war da- Bvdetii her Berich! aus dem 3nN | darüber: > Dinier ift eine Belustigung erwachsener SÄÄ

&en md auMfe« O n steigt und bis nach M il aber ältere ni 'gere^ eräusch im Schlafe je. S Klagten, to tvard W

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Die Deal chu i fuC ?c des N^-enbirdtor verricht von .^^ragender

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I ^«Arift: Der , r9)t eine SH Hei>na"^ rrrs thevÄ gelch auf rfW

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-iorden."

Gerls Schulterzucken sah man kaum unter Bet fchweren Pelzhüllc. ..Ich kann's nicht , iindern". erwiderte er gleichmütig.Masarbai 'l wurde uns gut empfohlen Ich glaube auch nicht, j lab er uns absichtlich in die Irre führt, um uns |i *ürch räuberische Stammesgenosten gelegentlich Q -.usplündem zu lassen. Der Trottel findet sich | »nfach nicht mehr zurecht. Ich nehme an, datz r e: in den Schneewirbeln des Burnn vom Wege 1 -ögewichen ist Was ist da zu machen?"

Gar nichts. Wir müssen weiter und vor- tiufig am Ufer des Flusses bleiben. Die Winter-

Gert und Riurray ritten in dicken Pelzen itird hohen Filzstiefeln mit Masarbai der Kara- toane voran. Zwei Pferdeknechte folgten zu Fuß rrit den hochbepackten Fourage-zäulen. Es waren Heim Aufbruch in Iarkent sieben gewesen, nun .iber nur noch fünf. Auf dem Glatteis tarnen Sie ausdauernden kleinen Gebirgspferde nur dingfam vorwärts. Sie rutschten und glitten in 3;r sie uw.dunstenden Damvfwolke und blieben Sitoeilcn keuchend stehen. Ost genug mutzten die ncchte das Gepäck neu ordnen, und dann hallte ihr Schreien und Schimpseir in verdoppeltem Scho von den Felswänden zurück.

Sonst war es fast lautlos in der Ratur. Masarbai ritt auf feinem zottigen Pony wenige schritte hinter Gert und Murray. Auf feinem »trfälteltcn Ledergeficht lag eine absolute Aus- Z'.uckslosigleil. Aber unter den Lidern der Schlitz augcn spritzte der Blick unruhig umher und suchte iinb suchte.

Dir haben den Weg verloren", sagte Murray in seinem kantigen Deutsch.5>ad ba unten ist im Leben nicht der Kisilsu-Fluß, w.e Mesarbai behauptet. Wir haben die Karten nicht >'ehr, aber ich hab' sie im Kopf. Wär' es der "tifilfu, so mützte es jetzt abwärts gehen, und wir Zeigen an. Lind noch eins, Gert. Ich glaube uuch nickt, datz der Paß, auf dem uns der □aut verloren ging, der Tengis war. Mein Kom- Itib ist noch unverletzt. Wir haben uns im Kreise aedreht. Wir marschieren nach Westen statt nach

lager der Kirgisen liegen gewöhnlich in Fluh­nähe. Stotzen wir auf ihre Jurten, so werden wir auch wissen, wo wir uns befinden. Im Alai- Tal sicher noch nicht. Denn da soll eine bequemere Verkehrsstratzc nach Buchara führen, die von Pilgern häufig für ihre Reisen nach den heiligen Stätten benützt wird."

Ra schön", sagte Gert.Wenn uns nicht wieder ein Stürmchen überrascht, können wir es ja aushalten. Lebensmittel find noch zur Genüge vorhanden, vielleicht können wir auch ein paar Schneehühner schießen oder eine Wildziege, oder ein gefälliger Vak kommt uns in die Quere. Grund zur Verzweiflung liegt nicht vor."

Rein, der liegt nicht vor. Mir selbst ift es auch ziemlich gleichgültig, auf welchen Wegen wir durch lies gelobte Land der Forfch-<r kommen. Im Gegenteil, bisher unbegangene sind mir lieber als schon betretene. Mich interessiert hauptsäch­lich die Bekanntschaft mit den Kirgisen Pamirs, die sich hier im Innern ethnologisch reiner er­halten haben müssen als in den Grenzgebieten. Die Frage ihrer Abstammung ist doch immer noch nicht ganz zweifelsirei beantwortet worden, denn mit der Behauptung, daß sie ein Gemisch verschiedener mongolischer Elemente sind, kommt man natürlich nicht weiter... Lind nun ge­langte Gordvn Murray unwillkürlich auf fein Liebtingslhema, die Wanderungen der nomadi­schen Völker, vertierte sich in den Gegenstand und sprach gegen feine sonst ziemlich einsilbige Ar: ein Viertelstündchen weiter, bis auf einmal ein schwarzer Kegelschatten in die Sonne fiel und es im selben Augenblick empfindlich kalt wurde.

Da hielt die Karawane vor einer aufstei- genden Schieserwand in der Bergkette und kam nicht weiter. Der Fluh bog nach Süden ab, und seine Wasserrinne, in der sich hier deutlich Stiomwirbel zeigten, verlor sich in einem tunnel- artigen Schacht, den seegrüne, baumstammdicke Eiszapfen verhängten.

Gert begann zu fluchen und rief Mafarbai näher. Der kam auch sofort, demütig wie immer, mit 'eblofem Pagodrngeficht, und wies schweigend in den Schnee, auf freien glatter jungfräulicher Fläche sich Wildspuren chigcgraben hatten.Wölfe in der Rahe!" rief Murray, und Gert lachte. Die brauchte man nicht zu fürchten, man hatte schon

Beschäftigung der Industrie ist aver wohl rroy bzw. gerade wegen deS DaweAguLachtenS zu­nächst nicht zu ermatten.

Die Kohlenproduktio» in Heften. .

Tie monatliche Statistik der KoblenproduMvn deS VolkSstaaleS Heffeii weist hlr den Monat Dezember 1924 folgende Zahlen nach An Rohbraunkohlen wurden gefördert: 39118 Tv. verkauft wurden davon. 18 937 To., der größer« Teil der Rohkohle wurde weiter verarbeitet oder war zur tr-citeicn Verarbeitung bestimmt. Aue den verarbeiteten Rohkohlen wurden neben Schwelereipi odukten erzeugt 548 To. Braun - kohlenbinketts. To Raypreßsteink.

Unter Berücksichtigung her auS Vormonaten übernommenen Bestünde, sowie deS AölaheS und SelbstverbiauchS verblieben am MonatSsi^ ab sahfühig: 14 693 To. Rohkohlen. 50 To Briketts 1565 Tv. Raßpreßsteine, zusammen 16 308 To Braunkohlen und Biaunkohlen-Produkte im ®c samtwert von 91 427 Rentenmcn-kt

Die Kohlensördevung deS VolkSstaateS Hessen für das ganze Jahr 1 924 belief sich auf 528 979 Tonnen. Hiervon wurden 172 847 Tonnen im Rohzustande verkauft, ein weiterer Teil von den Werken selbst verbraucht und der Rest zu Briketts, Raßpieftsteinen und Schwelereiprodul ten verdibcitet. Erzeugt wurden insgesamt 2300" Tonnen Brikett- und 1176b Tonnen Raßprcß steine.

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0 Verordnung über bi c Wert - Papier stellet bei aufgcwerteten Schuldverfchrcibungen. Unterm 5. Ja« nuar hat haß ReichSsinanzministeiium eine Der orhnunfl eilalfcn, wonach Psandbriese. Renten briese und andere Schuldveischrelbungeii. die zur Abgeltung des Anspruchs auf Aufwertung von Schuldverschreibungen der im R 1 der dritten Stcuernotverordnung bezeichneten Art gewähr! werden unö aus Goldmark ober Reichsmark lau ten, von bei Wertpapier st euer befreit finb, soweit ihr Rennbetiag ben im §2 der bi in en öteuernotoerorhnung festgesehen AnfwertungS betrag nicht übersteigt. Ist her Rennbetrag der zur Abgeltung des Ausspruchs aus Auswertung gewährten Schulbveischreibungen hoher als her Auswertungsbetrag, so ist die Wertpapiersteuei nur von dem Beilage zu cntricklen, um den der Rennbetiag den AuswertungSbi^rog über steigt. Schuldverschreibungen, sür die die Steu-'i befrtiung In Anspruch genommmen wirb, sind dem Finanzamt izuständig ist das Finanzamt, in dessen Bezirk der Ort der Leitung dos Unirr nehmens des Schuldners liegt) vor der Aus gäbe zur Abstempelung anzumelben und vorzu legen.

Dotierung der Reichsmark in Paris Die Reichsmark wurde am Samstag zum erstenmal offiziell an der Pariser Börte notiert. Für 100 Reichsmark wurden bei Eröß nung her Börse 444,50 und bei Börsenschi uh wie der 444,75 Franken geboten.

' Damag M e y u i n A. G. In bei- Am- ßchtsiatSsihung bei Gcsellschast wurde beschlossen der G. D. die Umstellung des Aktienfavitalt non 160 Mill. Pm im Verhältnis von 10. 1 ans 16 Mill. Rm unter Ptlbung eines Reserve sonds von 2,h Mill. Rm Vorzuschlagen. Tic GeschäslSaussichten werben als beh-tebigenb bc- zeichnet.

Franksurier Maschinenbau A. G. norm. Pokv rnv & Wittekind, Franl furt a. M. Der zwischen einer Otammaftionäi gruppe unb ber Verwaltung ber Gesellschaft gc siihrte Streit übet btc Bewertung bei Vorzugs akticn in der Reichsmarlbilanz ist vor Anrufung der zustänbigen Stelle burch einen Veigleich et lebigt worben. Der Vergleich geht bahin, daß hei Wert bet beu Vorzugsaktien währenb der lehten Kapitalserhöhung gewährten B^ezugsrechte in voller Höhe in die Bilanz als Reserve eingestellt wirb. Dies soll in ber Form geschehen, daß die Bewertung der Vorzugsaktien in bei Bilanz g? kürzt wirb.

* D ie Lage im we st deutschen Ma schinenbau. Von einem einheitlichen Beschäf­tigungsgrad bars man zur Zeit nicht sprechen Manche Werke sind noch gul beschäftigt während aiibcrc um Aufträge verlegen finb unö biefe auch zu Derlustpreisen annehmen, nur um wieder ins Geschäft zu kommen. Der Erport läßt nach wie vor fast überall sehr zu wünschen übrig. Be­sonders geklagt wirb darüber, bah bk Der-

Wölfe zu scheuchen, indes die beiden andern auf dem Teppiche ichnorchten.

Richt so schnell kam heute ber Schlaf für Gert. Die 2kachwehen der Höhenkrankheit zitter« ten noch in seinen Rerven. Er lag lest eingepackt in seinen Pelzlack unb hatte auch die Kavuzc über ben Kopf geschoben, so bah er nichts von der Rachtkälte spürte, aber das Blut war yn ruhig unb pochte laut gegen die Schläfe, und bk offenen Augen Irrten über das Zeltdach der Jurte, auf das leise unb einförmig dis Schneeflocken tropften, und die Gebanlcn wan> beiten durch die bunte Welt unb wollten kina Rast finben. Es gab ja auch für ihn eine ferne Heimat jenseits Der Schneebetge, der Wüllen unb großen Meere, aber c3 war sehr merftoürbig. bah er ihrer laum gedachtc, fonfcei n daß die eilfertige Phantasie ihn immer toitber aus die Geschehnisse bev letzt vergangenen Monate zuruck- fühne, btc einen bestimmten Ausgangspunkt bat ten. jene Rächt, ba Clomence Savary unter den auffliegenbcn Minen der Chinelen ihren Tod fand.

Das tragische Vorkommnis bilbete einen Ab> schnitt in seinem Leben. Die Savary war mit dem Leichtsinn seiner Iugenb verknüpst und war die äußere Llrlache gewesen, baß er sich genötigt gefühlt hatte, ben biplomatifchen Dienst auf zugeben. Das bereute er keinen Augenblick, es war auch kein Anlaß, über ben munteren Reigen seiner Torheiten nachzugrübeln, es gab nut hen Anstoß, sich einmal ernsthafter mit seinen Zu­kunstsmöglichkeiten zu befchästigen. Sie lagen in einem eigentümlichen Helldunkel, ober sie hingen schließlich boch nicht vom Tob und Lebe.i ber Keinen Theba ab. Ihr Tob ober ihre Genc fung war gewissermaßen ein Kommando für ihn. Es sollte ihn Aurüdrulen zu neuen Zielen, bic eine ganz interessante Tätigkeit versprachen, unb jebe veränderte Arbeit galt ihm als Abwechslung. Vorläufig trat eine Spanne bei Leere ein, die ausgefüllt werden mußte. Die Reife mit Gordvn Murray war dies Füllsel, zugleich ein Abschied von langweilig gewordener Kultur und noch mehr: ein dicker fetter Strich unter das bisherige Konto feines Daseins. Er konnte in feinem Solt- buch nun eine neue Seite aufschlagen, unb er dachte die Randbemerkungen sich besonders hübsch.

lForlseduna Mai.)