Ausgabe 
7.3.1925
 
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Nr. 5b vierter Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)Samstag, 7. März 1925

Außenpolitische Umschau.

Don Professor Dr. Otto Hoetzsch. M. d. R.

Der plötzliche Lod des Reichspräsi­denten beraubt Deutschland seines Oberharchtes in einer Zeit, in der sich auch außenpolitisch wichtige Entscheidungen Dor bereiten. Der Kampf um die Nachfolge muh früher geführt werden, als man aut allen Seiten gedacht hatte. Und er fällt in Wochen, in denen zu den großen innenpolitischen und innenwirtschaftlichen Aus- einanderseyungen täuschen wir uns nicht eben auch außenpolitische Ausgaben an die deutschen Staatsmänner herantreten, die jetzt einer Lösung zudrängen. Darum ist nötig, so schnell wie irgend angängig, die rasche Erle­digung der durch den Tod entstandenen Lage, und zwar in der Richtung, daß ein bürger­licher Präsident aus dem Kampf hervor- geht. Und das Ausland wird in die Erörte­rungen der Garantiefrage einsehen müssen, dah sich der Zug nach rechts in unserem Deutsch­land eben doch durchsetzen wird!

Denn diese Varantiefrage wird jetzt zum Drehpunkt der ganzen grohen Politik Eu­ropas. Nachdem mit dem Dawes-Plan und dem Londoner Protokoll wenigstens vorläufig eine wirtschaftliche Liquidation des Krieges angebahnt worden ist, erhebt sich jetzt die Frage, wie es mit der p o l i t i s ch e n Liquidation werden würde, die nach der freilich von ganz verschiedenen» Ausgangspunkten ausgehenden Ueberzeugung auf beiden Seiten im Versailler Vertrag eb n doch nicht ausreichend beruhigend und befriedigend gegeben worden ist.

Darum hat Deutschland allen An sah, und alle Derpslichtung. sich mit dem mühseligen und verworrenen Verhandlungen zu beschäftigen, die immer um den gleichen Gegenstand zwischen London und Paris umhergehen und nur lang­sam vorrücken.

England stellt zur Diskussion den Plan, zunächst einmal Westeuropa zu sichern. Das will sagen: Es bietet an entweder ein Bündnis mit Frankreich und Belgien, indem es diesen beiden Staaten Sicherheit gewährleistet. Sicher­heit nämlich in bezug auf die englische Unter­stützung gegen einen neuen deutschen Angriff. Diese Lösung ist England die w e n i g e r er­wünschte, in London würde man lieber sehen, dah nach einer solchen Verständigung zu dritt Deutschland durch seine Unterschrift die gleiche Grantie übernähme, also so die West­grenze, wie sie vom Versailler Vertrag gezogen ist, unter die gegenseitige Bürgschaft der in Frage kommenden vier oder besser gesagt drei Mächte (weil wir Belgien ohne weiteres mit Frankreich als eins rechnen könnten) ge­stellt würde.

Frankreich nimmt das an, fordert aber als unbedingt notwendige Ergänzung die Garantie auch der deutschen O st g r e n z e . die Siche­rung seiner Vasallen Polen und L s ch e ch o - Slowakei. DaS wird von England durch ins abgelehnt. England will dort nicht ein Risiko auf sich nehmen. daS es nicht überfieyt. England glaubt mit Recht nicht an die Dauer von un­haltbaren Zuständen, die zwischen Danzig und Oberschlesien durch den Versailler Frieden ge­schaffen worden sind. Und England sagt sich mit Recht, dah ohne Rücksicht auf Rußland eine Garantieverpflichtung der Grenzen im Osten sinnloS sei und noch gefährlicher sein würde.

Darüber ist man in P o l e n begreiflicherweise sehr beunruhigt. Man fühlt dort, dah man sich

übernommen hat. Man sieht, dah im Westen, aber auch im Osten des eigenen Staates dis Grenzen unhaltbar sind. Man fordert die Er­gänzung eines englisch-französischen Paktes durch einen französisch-polnischen.

Aber wie will man denn weiterkommen in den (Störterungen über diese Frage? Man kommt

Silben-Rätsel.

am ba bei bl boe boh brv bat del del den e e e e er feu ge he he in fot le ling lot - lu na na nel v pdin fan son sper fteu su ta telto tri tri tru ül ve zen.

Aus vorstehenden 45 Silben sind 21 Wörter von nachstehender Bedeutung zu bilden, deren Anfangs- und dritte Buchstaben, erstere von oben nach unten, letztere entgegengesetzt gelesen, einen Sinnspruch ergeben, gilt als J.

1. Rüge, 2. Blasinstrument. 3. Südfrucht. 4. Fluh in Spanien, 5. Abgabe, 6. Großherzog- tum, 7. Unterhaltungsspiel. 8. Stadt in Han­nover. 9. Gewebe. 10. Pflanze. 11. Spitzfindig­keit. 12. Vogel. 13. Möbel. 14. Fisch, 15. Schmiede­gerät. 16. Frauenname. 17. Göttin. 18. Dertrags- zustand, 19. Buch, 20. Schüler, 21. englischer Flvttenführer.

Diamant-Aufgabe.

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AuS den Buchstaben der Figur sind die Worte von nachstehender Dedeutung zu bilden: 1. Konsonant. 2. Wild. 3. Geschoh. 4 Fluh in Ruhland. 5. Sport. 6. veraltetes Längenmaß. 7. Blume. 8. geistiges Getränk. 9. Konsonant: bei richtiger Lösung sind die sich kreuzenden Mittellinien einander gleich.

Nätsel-Ecke.

Literarisches Rätsel.

.......Suranbot.

. Macbeth".

. Wallensteins Tod". .

. Maria Stuart".

. Emilia Galotti"

..... w3ungfrau von Orleans".

. . . .Don Carlos".

...... .Faust I".

Für die Punkte sind die Buchstaben von einer Figur aus den danebenstehenden Dramen einzu­setzen. Die Anfangsbuchstaben nennen sodann ein Lesfingfches Trauerspiel.

Zahlen-Rätsel.

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Gebärdenspiek. Handelsprivilegium, Stadt in Italien, ägyptische Göttin, Gebäck,

alischer Herzogstitel.

iben nennen einen beut'

T l graphenalphabet. Männe mame.

Teil beS Hauses, Gewürz, europäische Halbinsel, ägyptischer Gott, deutsche Stadt, afrikanischer Daum, Kirchweihe,

scheu Komponisten.

Auflösungen.

Kopfwechsel.

Henrik Ibsen, Haus. Engel, Nota,Rose, Isel, Kutter, Ilse, Dahn, Sonne. Esche, Nerz.

Geographisches Zahlenratfel.

Anatole France.

Altona, Narenta, Alle, Ternate, Ortler, Lo­foten, Erft, Ferrol, Roer, Ancona, Dera. Celle, Elen.

Rätsel.

Der Pantoffel.

Kreuzworträtsel.

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Silbenrätsel.

Der Dürokrat tut seine Pflicht von neun bis eins: mehr tut er nicht."

Ludw. Held. Der Obersteiger.

Duett, Englisch, Rührei, Denzin, Urschiefer, Elite, Rabulist, Oberammergau. Kompott, Reiher, Allah, Tonne. Telegramm, illag, Tessin, öara- sani. Elbe. Isis, Negri, Eigenlob. Platen, Fuchs­bau, Laute, Italien, Carmen, Hugo, Triglgv.

Wie er's verstand.

Ein Förster wohnte dem Dchuleramen seines Söhnchens bei. Als der Knabe gefragt wurde, was das lateinische Wort silva (der Wald) be­deute. wußte er es nicht. Sein Klassenlehrer wollte ihm helfen und sagte deshalb:"Su müßtest das doch wissen, denn dein Vater ist ja meist dort", worauf der Kleine vergnügt aus­ries:Ach ja, das Wirtshaus."

auch zunächst nicht weiter. Aber man erörtert bas. ilnb es ist uns kein Zweifel, bah diese Verhandlungen immer stärker auf eine neue in­teralliierte, vielleicht internationale Kon­ferenz hindrängen, in der über diese Dinge gesprochen wird. Denn Frankreich drängt darauf und England kann sich dem nicht ent­ziehen. weil, wie bekannt, sich Frankreich um das Bündnis mit England und den Vereinigten Staaten vom 28. Januar 1919 betrogen fühlt.

Das meinen wir mit der Garantiefrage als Drehpunkt der ganzen großen Politik. Wer die ausländische Presse verfolgt, die Pariser wie die Londoner, erkennt, dah entscheidende Welt­punkte herannahen. Selbstverständlich hat Deutsch­land sich, wenn eine solche Konferenz zustande kommt, daran zu beteiligen. Aber es kann sich nur t^iran beteiligen als bestimmender Faktor, nicht als Objekt!

Die Eicherheitsfrage darf Im innenpolitischen Kampfe, im Reichstag und in dem Wahlkampf für die Präsidentschaftswahl nicht verschwinden! Aber sie darf auch nicht irgendwie durch über­eilte und unbedachte Aeußerungen von deutscher verantwortlicher Stelle oder nur durch über­eilte Vorschläge im einzelnen von uns über­stürzt werden. Die grundsätzliche Dereitschaft, an der Erörterung teilzunehmen, genügt, das Bekenntnis zu dem, was wir biez moralischen Imponderabilien der Frage nennen möchten. Aber kein Angebot, namentlich fein dataillierter Vorschlag zu irgendeinem Punkt! Keine be­quemen Zurüclgriffe auf die Angebote Cunos

und den Vorschlag Slresemanns vom Herbst 1923! Sammlung, Ruhe, Zeit ist für die deutschen Staatsmänner, für alle politisch Verantwortlichen und Beteiligten nötig, um festzulegen. in genauer Durchdringung dieses Problems, was Deutsch­land dabei nicht und niemals zugestehen darf.

Darum kreisen jetzt die Gespräche und die Erwägungen der Staatsmänner im westlichen Europa. Zieht eine Wolke ganz fern am Hori­zont heraus, die schweres in sich trägt ? Im fernen Südosten nämlich, in den vorderasiatischen Bergen? Der tm Februar ausgebrochene Auf- stand der Kurden brauchte an sich keine türkische oder gar europäische Gefahr $u fein. Aber schon die militärischen Schwierigkeiten, ferner Herr zu werden, sind gewaltig, und die Türkei ist in jeder Weise auf das tiefste erschöpft. Der Ausstand allein würde aber den türkischen Staat schwerlich erschüttern. Gefährlich ist, was dahinter steht.

llnbeftritten ist mitgeteilt worden, dah die Kurden einen Prinzen auS dem Hause OSman zum Sultan erheben wollen und dah in ihrem Aufstand die ganze Frage des Kalifates eine Rolle spielt. Hängen die Kurden selbst so sehr am alten Regime? Werden sie von Türken geführt, türkischen Offizieren, die Gegner von Mustapha Kemal sind? Spielt in ihrem Auf­stand die Unruhe mit, die seit der Beseitigung des Kalifates durch die islamische Welt zittert und diese gegen die Angora-Regierung richtet? Noch mehr: Der Ausstand bricht aus gerade

als die Dölkerbundskommission zur Entscheidung der M o s s u l f r a g e, die zwischen England und der Türkei bekanntlich strittig ist, ihre Arbeiten beginnt. Steht England dem Kurdenaufstand ganz fern? Können die Kurden vielleicht auf Munition und Waffenlieferung von dieser Ecke her rechnen? ilnb was mach! Moskau, das grundsätzlich jeden Aufstand als Forderung feiner Wünsche betrachtet?

Das Kabinett Fethy Dey ist am 3. in Angora zurückgetreten. Schon längst regte sich Dtc öpbofition aus der Nationa lversammlung selbst gegen Mustapha Kemal und das schnelle Tempo, mit dem er alles umstürzen und verändern wollte. Wer die Türkei in den letzten Monaten gesehen hat, war voll Respekt von der Lebenskraft und der Willensenergie, mit der der nationale osmanische Staat in Vorderasien in scharfer Abschliehung gegen alles Fremde wieder aufgerichtet wurde. Aber et fragte auch zweifelnd, ob die Kraft ausreichen würde, diesen Staat wirtschaftlich und kulturell auS eigener Kraft auszubauen, nach diesen Verlusten und nach diesem Zusammenbruch? War das schon im Frieden schwer, so wird eS fast unmöglich, wenn sich ein solcher Aufstand in den hohen Bergen monatelang hinschleppt, die besten Kräfte absorbiert, abermals an der erschöpften Dolks- kraft zehrt und die schwache finanzielle Grundlage in Erschütterung bringt. Wirkt sich das aber aus, bann kann aus diesem lokalen Ausstand ErnsteS und Schweres auch für die große Politik Herauf­ziehen!

Ein Jubiläum des Wäschebra ens.

Don Ernst Edgar Reimerde s.

In diesen, Jahr ist ein Jahrhundert vergan­gen, seitdem ein über die ganze Welt verbreiteter, wichtiger Bestandteil der männlichen Toilette, der abknöpfbare Wäschekragen, erfun­den wurde. Dies Verdienst gebührt Hannah M o n t a g u c . einer Amerikanerin, der Frau eineS Schmiedes, anderer Behauptung nach eines Schuhmachers, der viel Sorgfalt auf seine Klei­dung verwendete, weil er sehr vornehme Kund­schaft hatte. Er ärgerte sich immer wieder von neuem darüber, daß er stets nach 2 bis 3 Tagen ein reines Hemd anziehen mußte, weil der fest Daran sitzende Kragen bei der Arbeit schmutzig geworden, das Hemd hingegen sauber geblieben war. Da kam <*$ r a u Montague, Die nicht nur mit der Wäsche der Hemden ihres Mannes viel Arbeit hatte, sondern sich auch über dessen ewige Klagen ärgerte, eines Tages auf den ziem­lich naheliegenden Gedanken, den Kragen vom Hemde zu trennen. Sie schnitt ihn kurz ent­schlossen ab und nähte überdies eine Anzahl Ersatzkragen, so daß ihr Mann damit wechseln konnte. Zur Befestigung der Kragen am Hemde diente zunächst ein D a n d ft r ei f en , mit dem sie angebunden wurden.

Die praktische Neuerung Frau Montagues sand im Kreise ihrer Freunde und Bekannten Anllang, man bestellte bei ihr so viel Kragen, dah sie die Aufträge kaum ausführen konnte. Leider kam sie nicht auf die Idee, ihre Erfindung wirllich nutzbringend zu verwerten und Wäsche­kragen im großen herzusteilen, wodurch sie eine glänzende Einnahme hätte erzielen können. Ein ehemaliger M e t h o d i st e n p r e d i g er, Reve­rend Ebenezer Brown, der die 'Bedeutung der Erfindung erkannt hatte, bemächtigte sich

kurz entschlossen derselben, er begründete eine kleine Fabrik, in der eine Anzahl Frauen und Mädchen Kragen anfertigten und wurde somit der erste Äragenfabrifant.

Don Amerika aus, wo bald zahlreiche Wäschetragenfabriken entstanden, verbreitete sich die Erfindung der Frau Montague über die ganze Welt: wie so oft. ging auch in diesem Fall der Erfinder teer aus und andere hatten den Nutzen. In späterer Zeit entwickelte sich unter dem Ein­fluß der Mode die Erfindung der praktischen Amerikanerin nach rückwärts, d. h. der Wäsche­kragen wurde wieder mit dem Hemd verbunden getragen. Allerdings nur vorübergehend und ausschließlich in den Kreisen der eleganten Her­renwelt. in einfacheren hat diese Mode niemals Eingang gefunden. Weit das 2nagen von Hem­den mit festem Kragen bekanntlich ein sehr kost­spieliges Vergnügen ist, kam es bald wieder ab. Allerdings werden auch heute noch einzeln Hem­den mit nicht abnehmbarem Kragen getragen. Die Manschette als Bestandteil des Hemdes aber hat sich schon vor mehreren Jahrzehnten siegreich durchgeseht und es ist in gewissen Krei­sen geradezu verpönt,Röllchen" zu tragen.

Eine Alt Vorgänger des Wäschekragens war der mehr oder weniger breite Ilmlegefragen, der jahrhundertelang im Gebrauch gewesen ist und vor etwa 25 bis 30 Jahren in etwas ver­änderter Form wieder in Aufnahme tarn. Die älteste Nachricht vom llmlegcfragen stammt aus dem 16. Jahrhundert, damals kam er in bürger­lichen Kreisen namentlich für Herren in die Mode. Er wurde aus feiner glatter Leinewand herge­stellt und war einzeln mit Spitzen besetzt. Wie man auf alten Bildern sehen kann, herrschte noch zur Zeit des 30jährigen Krieges eine große Mannigfaltigkeit der Kragen. Tilly z D., trug noch eineK rose" (Krause). Wallen­ste t n Dagegen einen breiten, glatten Um­

legekragen, Gustav Adolf einen solchen mit Spitzen, ebenso Bernhard von Weimar, Pap­penheim einen ausgezackten.

Im Verlauf des 17. Jahrhunderts machte der glatte Kragen immer größere Fortschritte, ver­drängte in dessen zweiter Hälfte alle übrigen Kragenformen und kam Dann sonderbarerweise noch in demselben Jahrhundert plötzlich völlig aus Der Mode. Nach langer Paule, in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, erschien der ilmlegcfragen auf einmal wieder auf Der Bildfläche, er bildete einen Bestandteil Der sog. altDeutschen Tracht der Burschenschaf­ter. Seitdem ist er, mit kurzen Unterbrechungen, immer wieder getragen worden.

Roentgenftrahlen und Perlenfälfchung

Der französische Forscher D a u v i l l i e r hat mittels Roentgenftrahlen Die Unterschiede zwischen natürlichen und gezüchteten Perlen zu ermitteln gesucht. Natürliche Perlen zeigen im Roentgenspektogramm regelmäßige Ringe, Die oft sehr scharf ausgeprägt sind. Perlmutter gibt mehr ober weniger reguläre, aus Flecken gebildete Figuren. Künstlich gezüchtete Perlen zeigen so­wohl die Ringe, Die von Der äußeren Schicht von echten Perlen stammen, als auch Die Flecken, die vom Perlmutterkern herrühren. Cs ist also un­nötig, zur Ausführung Der Prüfung Die Perle zu zerschneiden. Die Methode scheint auch ver­wendbar, um Imitationen anderer Arten zu erfermen.

Der Kraftomnibus als Tespiskarren.

Der Verband der Deutschen Volksbühnen­vereine hat zu Beginn dieser Spielzeit zwei Wanderbühnen eingerichtet, über deren erfolg­reiches Wirken in der ZeitschriftVolksbühne" berichtet wird. Die beiden Theaterbetriebe, die lleinere Städte mit guter Theaterkunst versorgen

wollen, sind das Mitteldeutsche Landes- t Heater, das einer grohen Anzahl sächsischer und anhaltischer Volksbühnenvereine Vorstellun­gen liefert, und das Ostdeutsche Landes- t h c a t e r, das vor ebenso vielen Vereinen in der Mark, in Schlesien unD Pommern spielt. Die beiden Wanderbühnen haben mit ihren ton ft- lerischen Darbietungen gute Erfolge gehabt, doch wurde Die Wirksamkeit Der Bühnen, besonders des Ostdeutschen Landestheaters, dadurch stark gehemmt, daß es bei Den ungünstigen Fahrtver- binDungen häufig nicht möglich war, das Per­sonal überall richtig an Ort und Stelle zu bringen. Der Verband entschloß sich daher zur Anschaffung eines Kraftomnibusses, der seit Mitte Januar in den Dienst der Theater gestellt ist. Es ist ein schöner, eigens für diesen Zweck erbauter Wagen, der für 18 Personen Platz hat und so eingerichtet ist, daß auch das ganze Gepäck, Dekorationen usw-, mitgenommen toeroen können. Zum erstenmal innerhalb Preu­ßens erscheint damit der uralte Tespiskarren in Der Gestalt eines moDernen Kraftwagen-.

Dr. Aeubeck Intendant in Braunschweig.

Dr. Ludwig N e u b e <f. Der bekannte Leiter des Rostocker Stadttheaters, Der schon vor einigen Jahren in Halle zum Inten­danten gewählt war, durch erhebliche Zugeständ­nisse Der Stadt Rostock sich aber zur Ablehnung Des Rufes bestimmen lieh, ist nunmehr unter 75 Bewerbern zum Generalintendan­ten des L a n d e s t h e a t e r s in Braun­schweig ernannt worden. Neubeck, dessen Ve° Werbung auch in Darmstadt beim Weggänge Hartungs vorlag, hat sich um das Rostocker Theater und um die Bühnentultur überhaupt große Verdienste erworben, Die von der Stadt Rostock Durch Verleihung Der lebenslänglichen Anstellung und von der ilniberfität durch die Ehrendoktorierung anerkannt waren.

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