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llr. 207 Zweiter Blatt
Kärntens Zreihestsfampf 19(8/19
Gelegentlich der Befudj» der Kärntnertruppe von
Prof, pcrfonig in Gießen.
Don JDr. Fritz Koenig.
Es gibt ein deutsches Grenzlond, dessen Bcool* kerung sich, ganz auf sich selbst gestellt, im Jahre 1919 in seinem Frechetlskamps gegen den slawischen Nachbar, der seinen Heimatboden zu zerstören drohte, wehrte Dies Land ist Kärnten, die Heimat der Schar junger Manner und Frauen, die unter Führung von Pros. Pertonig. dem be- konnten deutsch-österreichischen Dichter, vom 11. bis 13. September in unseren Mauern weilen wird.
3m Südosten unseres deutschen Dolksbodens »wischen Tirol und die Steiermark eingebettet, liegt dos stille, schöne Land des Draytate, der Karawanken und des Wörthersees mit seiner Hauptstadt Klagenfurt. Es wurde gleich nach dem Zusammen- bruch oon der siidslawischen Soldateska über» schwemmt Ganz Sudkärnten mit Klagenfurt und Dillach sollten dem Königreich Jugoslawien ein» oerletdt werden. Aber Kärnten lehre sich für die Einheit des Kärntnerlondes zur Wehr. Die während des Umsturzes geschaffene provisorische Lon- desregterung organisierte planmäßig den Wider- stand. Schon im November und Dezember 1918 trat man dem serbischen Eindringling mit der Waffe in der Hand entgegen. Der Derteidigungskamps wurde erfolgreich geführt, fo daß im Fruhiahr 1919 eine in Wien weilende omcrikonische etu- dienkommisfion eingriff. Sie erstattete einen für die Kärntner günstigen Bericht noch Poris, der den Gang der Verhandlungen maßgeblich bestimmte, obwohl Jugoslawen und Franzosen dort gegen die Angelsachsen gemeinsame Sache machten. Inzwi schen waren die Kärntner auch literarisch nicht müßig gewesen.: sie hotten mustergültige wissen- schosUiche Vorarbeit zur Begründung des deutschen Standpunktes geliefert. Es gelang ihnen fo, auch in der Auslandpresje allmählich ein gewisses Gehör S gewinnen. — Die Südslawen schritten zu neuen ewaUmaßnahmen, als ihre Forderungen in Paris auf Widerstand stießen, indem sie am 29. April den Waffenstillstand ohne Kündigung brachen. Mit gutem Erfolg ward auch diesmal wieder militärisch abgewehrt. Nun ward auch die österreichische Abordnung mit zwei Kärntner Vertretern nach Paris beschieden. Dos Ergebnis war. daß Wilson eine Volksabstimmung durchsetzte. Da brach der dritte mililarische Angriff der Jugoslawen los. durch den das vertragsmäßig von dem Heimatschutz geräumte Klagenfurt vom Feinde besetzt und die für Kärnten ungünstige Bestimmung der Abstimmung in zwei Zonen durchgefetzt wurde. Die südliche (erste) Zone blieb bis zur Abstimmung unter jugoslawischer Besetzung. — Nun setzte die Arbeit der Vorberci hing auf bte Abstimmung ein. „Heimlich bei Nacht und Nebel, vielfach in entlegener Wildnis, mußten die örtlichen Heimatröte gegründet werden, die das Ney der Stimmwerbung bildeten und unter schwerstem feindlichen Terror zu leiden hatten." Das tief gewurzelte Heimatgefuhl der Kärntner und nicht zuletzt der Ausblick auf die großdeutsche Zukunft hoben e» geschafft.
Daß die flämtner Deutschen trotz des Zusammenbruchs der deutschen Staatenwelt die Entschlußkraft gefunden haben, gegen die Jugoslawen zur Selbsthilfe zu greifen, dos ist eine Tat, die ihnen auf alle Zukunft in deutschen Landen unvergessen sein soll.--
Wenn nun in diesen Tagen der Kärntner Dichter Perkonig mit seiner Schar nach Gießen kommt, um den Gedanken vorn großen, einigen Dolkdeutschlond von den Grenzen her in unsere Herzen zu tragen, so ist es Ehrenpflicht, dem Rufe unserer lieben Gäste zu folgen. Sie werden am Samstag, 12. September, abends 8 Uhr. im Katholischen Vercinshaus eine Vorstellung geben, deren Ertrag für die Schulen einer im schweren Kampfe gegen fregdes Volkstum flehenden deutschen Dauerngemeinschast bestimmt ist.
In der prachtvollen österreichischen Volkskunst ist uns Deutschen ein hohes Gut erhalten, das im Reich zumeist verschüttet ist. Wer wissen will, was deutsche Volkheit und deutsche Heimat im Südosten ist, der komme zu den Kärntnern. Dazu fordert auf die Ortsgruppe Gießen des Vereins für das Deutschtum im Ausland.
Die Reichsbahn.
Die vielfachen Angrifte, die neuerdings gegen die Torifpolitik der Reichsbahn sowie gegen ihre allgemeine Finanzgebarung gerichtet worden sind,
Sonnenblume.
Der Sommer wandte sich und aing. Er ging mit stillen, müden Schritten, wie ein Arbeitsmann, der von seinem Tagewerk heimkehrt, das vom frühen Morgen an schwer und voller Mühe gewesen ist.
Die Aehren standen schon in runden Garben, und die Heide am Wegrande, über die sein Fuß strich, war ganz mit schwingenden Glocken behängt. Die läuteten für sich hin, wenn er sie rührte, und hatten keinen Arg, als wäre es Mittagswind, der unter ihnen am Feldrain zur Ruhe ging.
Heber dorniger Hecke, aus der Schlehen wie blaue Steine flammten, flockten gelbe Hopfentrauben in lichten Wolken, wiegten sich um Baume, die von roien Dolden bunt und leuchtend waren, so bunt und rot, als schienen warme Lichter in den lag, um den in Tälern schon die Nebel spannen.
Da nahm der Sommer Urlaub von den Blumen und von der Heide, von Schlehen und ollen bunten Früchten, die schwer und fonnenmübe geworden waren. Er sah von der Höhe her über das Land, bas in flammendem Goldc lag, und segnete es mit ber Fülle aller Gnade und Schönheit, die ihm gegeben war.
Pi*. Felder sahea ihn. die in blauen Schleiern lagen: er trug einen grünen Mantel und auf dem bräunlichen Haupt eine Krone, hell und mächtig wie von Connenglanz. Die Blumen sahen ihn und neigten ihre Kelche, die bunten Winden und die Glocken, in denen in den Nächten goldene Käfer wohnen.
Er trug einen grünen Mantel und eine Sonnen- frone, und er war sehr schön in jenen Tagen, als er von feinen Höhen stieg. 3.0. S.
Das Olympia des Segelflugs.
Von Rudolf Heynemann.
Dor wenigen Jahren noch außerhalb der Well — heute das Olympia des Segelflugs. Heiligtum der deutschen Fliegerei, die dort das Andenken ihrer
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhegen-
s^eilag, t. September (925
haben den Generaldirektor O e f e r zu einer Flucht in die Oeffentlrchfeit veranlaßt. Es ist nicht uninteressant. daß Herr Oescr sich zu- nächst gegen die Sozialdemokratie wendet, die vor Jahr und Tag sich mit aller Energie für den Dowesplan. also auch für die Verpfändung der Reichsbahn einfetzte. Heute aber verlangt sie von der Verwaltung, daß die Löhne der Eilen- bahner ohne Rücksichi auf die finanziellen Verpflichtungen der Reichsbahn beträchtlich erhöht werden. Gerade die sozialistische Presie Hai sich viel Unfug mit den monatlichen Beiriebsüberlchussen der Reichsbahn geleistet, die mit 900 Millionen Mark im Jahre ausreichen sollen, jebe Lohnforderung zu bewilligen. Es ist nicht schwer für den Generaldirektor, diese Betriebsüberschüsie auf das zurückzuführen. was sie tatsächlich sind. Sie sind keine Reineinnahme, nur die Spanne zwischen Ausgaben und Einnahmen. Und diese Spanne, die zahlenmäßig monatlich rund siebzig Millionen Mark ausmacht, ist belaste, mit den finanziellen Verpflichtungen aus dem Dawesplan. Auch Herr Oeser kann nicht bestreiten, daß die Reichsbahn Rücklagen macht, um gegen Son- funkturschwankungen gesichert zu fein. Darüber hinaus fall aber auch Vorsorge getroffen werden, die Millionen anzusammeln. die für die (Erneuerung des rollenden Materials sowie für die Wiederherstellung des Oberbaues notwendig find. Darum glaubt die Reichsbahn die Tarife h o ch h a l t e n zu müssen, ohne Rücksicht darauf, ob diese Tarifpolitik die deutsche Wirtschaft ü b e r la ft e t. Es ist das nicht unbedingt als die kaufmännische Betriebsführung anzusprechen, die der Dawesplan der Reichsbahn vorschreibt. Die kaufmännische Betriebsführung besteht nicht darin, daß die Tarife unverhältnismäßig
hoch geholten werden, ionbern in ber sachkundigen, den Wirtschafts Verhältnissen angepaßten Ausnutzung der gesamten Betriebs- an läge. Und daran 'cheint es offenbar ,zb fehlen.
Aut dem Gebiet, das uns der Verlailler Vertrag gelassen hat. sind von den deutschen Eisen- bahnen im Jahre 1913 rund vier Milliarden Tonnen im Monatsdurchschnitt befördert worden. Im Jahre 1913 beträgt ber Monatsdurchschnitt nur drei Milliarden Tonnen. Während aber 1913 die Einnahmen für ,e einen Tarifkilometer 3,6 Pf ausmachte, stieg diese Einnahme 1925 auf 5,3 Ps. Die Gesamteinnahmen aus dem Güterverkehr betrugen 1913 auf allen deutschen Eisenbahnen 2,4 Milliarden Mark, also ebensoviel wie die Gesamt- betriebsau*gaben, so daß die Einnahmen aus dem Personenverkehr mit über einer Milliarde Mark als Betriebsüberschuß angesprochen werden konnten. Dabei leistet die Reichsbahn heute im Verhältnis mehr Tonnenkilometer als 1913, was sich nur so erklären läßt, daß es an einer rationellen Betriebsführung fehlt, einer Betriebs- führung, die Leerläufe auf ein Mindestmaß herab- druckt.
Wie sich aus den Ausführungen Defers entnehmen läßt, denkt die Reichsbahn nicht daran, ihre Tarifpolitik zu ändern. Sie hält die Tarife so hoch, um die Verluste ber Jnslationsjahre zu überwinden, sowie um Rücklagen zu Ichafien, die für die Erneuerung des rollenden Materials und des Oberbaues bestimmt sind. Das ist gerade das, was der Wirtschaft heute als Fehler, ja als Verbrechen angerechnet wird. Die Reichsbank hat die Kreditschraube deshalb so scharf angezogen, um im Rohmen eines bestimmten Notenumlaufs die Wirt- schäft zu zwingen, zunächst die Preise herab- z u s e tz e n , um bann auf biefer Grundlage b i e
Erzeugung zu fteioern Dtefe Rechnung geht nicht auf. wenn die Reichsbahn, die bod) mit zu den bewegenden Elementen der Wirt|choft gehört, bie Preise für ihre Leistungen unverhältnismäßig hoch halt. Die Tarife der Eisenbahn bilden nun einmal einen mehr oder weniger erheblichen Teil de: Produktionskosten. Da» h•-i• i die e>zwange ne cenfung der Preise, wenn die Reichsbahn die Wirtschaft durch hohe Tarife daran hindert, die Preissenkung auszimupen Als Deutsch-Oesterreich den Polen ermäßigte Sohlentarife nach Italien gewahrte, ist es der Reichsbahn nicht eingefallen, ihre Tarife so zu senken, daß wir deutsche Sohle noch wohlfeiler als die Polen auf den italienischen Markt werfen konnten. Was die Hauptsache ist: Warum will die Reichsbahn schon heute mit Rücklagen ihrer Setriebsüberlchuhc beginnen, obschon es angesicht.- der äußerst gespannten Lago der deutschen Wirtschaft zweckmäßiger wäre, so viel Auftrage hinauszugeben, als die Einnahmen ber Reichsbahn zulassen. Wenn die Reichsbahn zu einer wirklich kaufmännischen Betriebsführung übergehen will, so kann dieser nur bann bestehen, die Wirtschaft. von der die Reichsbahn doch lebt, an- kurbeln zu helfen. Das steigert die Einnahmen der Reichsbahn, das macht es bei rationeller Ausnutzung des Wagenparkes möglich. die Tarife zu senken, ohne daß Verluste entstehen. Wenn die Wirtschaft so über bie Krise hinwegkommt, Hal die Reichsbahn die unbedingte Sicherheit, ihre Der- pflichtungen jederzeit ju erfüllen. Verschärft sich die Krise, was der ,zall sein muß, sofern die Reichsbahn trotz der Maßnahmen zur Preissenkung bei ihrer Tarifpolitik verharrt, so werden ihr schließlich auch die Rücklagen nicht viel helfen. Sie konnten dann sogar sehr problematischer Natur werden.
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Turnen, Sport und Spiel.
Die diesjährigen Rhönfieger.
(Don unserem Flugsonberberichterftatter Hauptmann a. D. Schreiber.)
Fliegerlager Wasserkuppe, 1. Sept.
Heule mittag fand, wie schon kurz gemeldet, die Preisverteilung für den 6. R h ö n - Segelflug-Hauptwettbewerb unter Vorsitz be8 Prinzen Heinrich von Preußen statt. Sie bildete den Abschluß der diesjährigen Veranstaltung.
3n den ..Großen Rhön-Segelflug- preis 1 9 25" teilten sich nach der Anzahl ihrer erreichten Punkte! Meister Wartens auf „Moritz" (2035,1 Punkte) 2416.20 Goldmark, Espenlaub auf „Espenlaub 5" (1674,5 P.) 1635,80 Gm. und R c h rin g - Darmstadt auf „Konsul" 1274,8 P.) 948 Gm. — Martens erhielt außerdem den Ehrenpreis des Landeshauptmanns in Nassau für die beste Leistung in der Konkurrenz dieses Preises. Der erste Preis für die längste Flugdauer auf einem Fluge fiel an Hesselbach, dem Führer der „Margarete", für seinen Dauerflug von 3 Stunden 5 Minuten 55 Sekunden in Höh« von 1457,30 Gm., 3ungmeifter auf „Transkaukasier" des Sporlrates der Gesellschaft der Freunde der russischen Luftflotte mit 1 Stunde 45 Minuten 16 Sekunden 825,40 Gm., und Jlakowtschuk auf „Kpir" mit 1 Stunde 31 Minuten 30 Sekunden 717,30 Gm. folgten. Auch den ersten und dritten Preis für die größte Flughöhe konnten die eifrigen Darmstadter auf ihr Konto buchen. 07 eo r in g heimste für seinen Flug auf dem „Konsul" mit 310 Meter Höhe über Stadt 696,20 Gm. und Hesselbach auf dem Zweisitzer „Margarete" mit Fluggast 300 Meter über der Abflugsstelle 651,90 Gm. ein. Den zweiten Prets errang Martens auf „Moritz" mit 300 Meter über Start 651,90 Gm. Den Preis für den größten Fernsegelflug, Gesamtpreissumme 3000 Gm.. trug ebenfalls Veh ring auf dem „Konsul" für die Strecke von 21 Kilometer davon. Dieser Flug brachte ihm auch den Ehrenpreis der Frau von Loeßl ein. Espenlaub wurde mit dem Führerpreis in Höhe von 500 Dm. für die höchste Gesamtleistung eine- 3ung- fliegers im Haupt-Wettbewerb ausgezeichnet. Dem Flugzeug „Margarete" der Akademischen Fliegertruppe Sarmftabt wurde für die größte Gesamtflugdauer mit Fluggast von 235 Minuten 19 Sekunden unter Hesselbach der „Preußen-Preis" (1000 Gm.) zuerkannt und für die größte Zlugdauer auf einem Fluge mit
Gefallenen ehrt. So steht unter dem mächtigen Adler über schweren Basaltblöcken:
„Wir toten Flieger
Blieben Sieger
Durch uns allein.
Volk.
Flieg du wieder
Und du wirst Sieger
Durch dich allein!^
„Einst — das sind drei Jahre — stand auf dem dürren Hutenbuckel von tausend Meter Höhe eine kleine Baude, dem rüstigen Wanderer, der allein dorchin kam, bescheidene Labe zu bieten.
Heute stehen am Bahnhof Gersfeld, Endstelle der von Fulda abzweigenden Bahn, lange Rechen schmucker gelber Postautos, die bis zur Höhe fahren, mitten hinein in die feste Stadt, bie oben in die Welt schaut: in das Fliegerlager!
Die feste Gebäubeanlage der Fliegerschule des berühmtesten Segelfliegers Martens wetteifert, soweit die nichttechnischen Zwecken dienenden Räume in Betracht kommen, mit dem elegantesten Berg- Hotel, ausgestatlet mit Bad und Schreibzimmern, oalon, Rundfunk in allen Schülerzimmern, und selbst die Schneeschuhe fehlen nicht, in Stutzen wie Gewehre in den Kasernen!
Und die alte Baude ist zu einem Riejenrestau- rant geworden durch ihren in diesem Frühjahr an- gebauten Saal. Selbst jetzt ist an Großtagen nicht Platz genug darin, obwohl das Fliegerlager eine Lagerschränke hat, groß und praktisch wie eine Ba- toillonskantine auf dem Truppenübungsplatz. Auch ein „besseres" Gasthaus wurde eingebaut mit Cafe dabei. Ein zweites „Berghotel" ist bas Verwal- tungsgebäude. in dem Graf Pfenburg und Major a. D. von ß in fingen herrschen.
Alle Barocken sind voller Maschinen. Neben den „alten Kanonen", der „Blauen Maus", ber schönen „Margarethe" und dem tüchtigen „Consul" machen sich funkelnagelneue ..Systeme breit. Zur Fürther Halle und der festen Zollinger Halle ist neuerdings das Blockhaus der „Rhön-Rositten-Gefellscha'i" getreten. Die alten Felbpiloten, bie Segelflieger
Fluggast 3 Stunden 5 Minuten 55 Sekunden weitere 1000 Gm.
Wie tm vorigen Jahr, so kamen auch diesmal wieder verschiedene Preise leider nicht zur Verteilung, so z. D. die hohen Geldpreise für motorlose Flugzeuge mit Start ohne fremde Hilfe. Olur dem Stuttgarter Kull wurde für ferne Versuche, mit eigener Kraft zu starten, eine von einer Kölner Firma gestiftete Goerz- Kamera zugesprochen. Auch die Preise für Segelflugzeuge mit Hilfsmotor konnten nicht ausgeflogen werden. Die Prämien für Meßflüge wurden Rehring auf „Konsul", Martens auf ^Moritz" und Kegel auf „Roemrykc Berge' des Viederrheinischen Vereins für Luftfahrt, Sektion Wuppertal, gegeben. Mit Leistungspreisen in Höhe von 3900 Mark wurden bedacht: die Akademische Fliegergruppo Darmstadt, in Anerkennung dn° in hervor- tagenber Form abgelegten vier OPrüfungen, die Herren P oralla-Deuthen, Steinmann- Hagen und Knoll -DreSlau für gute technische Einzelkonstruktionen an ihren Flugzeugen und ihre opferfreudige Arbeit für die deutsche De- gelflug-Dewegung.
Weiter standen dem Preisgericht mehrere Sonderpreise zur Verfügung. 1L a, erhielt Dr. Brust mann- Berlin den Ehrenbecher des Aeroklubs von Deutschland für seine eifrigem Bemühungen um den Dau eines Schwingenflugzeuges Endlich beschloß das Preisgericht, den alten Rhönkärnpen Espenlau b zur AuSbil- tnmg auf einer Motorflieger-Schule in Vorschlag zu bringen.
Die Preisverteilung hat allgemein befriedigt, und so mancher unserer wackeren Segelflieger hat nicht mir neuen Mut und neue Freude aus der Rhön mitgenommen, sondern auch wenigstens einen Teil der Mittel, um weiter zu arbeiten an dieser für die Entwicklung des deutschen Flugwesens so wichtigen Aufgabe.
Anerkannte
Leichtathletik-Rekorde.
do. 3m Laufe der letzten Monate find wiederum zahlreiche Verbesserungen In der deutsche n Rekordtabelle vor- genonunen worden, bie der technische Ausschuß der D. S. D. folgendermaßen anerkannt hat:
Sportler: 110 Meter Hürden 14,9 Sek. Troß- bach DS C. 8. 8. 25. 200 Meter Hürden 26.7 Sek. Troßbach, 28. 5 25. 4>-100/Meter-Stafsel 42,2 Sek. Deutscher S. C. (Hübner, Haltenhoft,
geworben sind, können sich schon burch den Abel ihrer Erscheinung nicht verleugnen. Ist aus dem Lager schon eine Lagerstabt geworden, in biefer Umgebung anmutenb wie eine Ansiedlung in über- seeischer Kolonie, so sind doch eine Anzahl Zelte notwendig, große KaoaUeriezelte, die wenigstens jetzt nicht mehr dazu dienen müßen, daß Piloten darin nächtigen.
Gegenwärtig sind 42 Segelfluggeräte im Lager ohne die Maschinen, die Martens baut und beherbergt, die 'Xßitroe Bolte" vor allen, das neueste Flugzeug, in bas große Hoffnungen verstaut sind, etwa 300 Teilnehmer am Wettbewerb, Flieger und Personal, sind im Lager untergebracht, und schon wurden während des Wettbewerbs allein über 1000 Flüge ausgeführt.
Jetzt wartet alles auf die ersten Versuche mit einem eben eingetroffenen Schwingenflieger, einem Rotierschlagflugzeug aus Beuchen. Die „Sensation" des Lagers aber sind die fünf Rufsen - Ma - schinen. In großen Kisten sorgfältigster Arbeit kamen die Maschinen an, teils auf dem Seeweg, weil die Korridorpolen dem „Kriegsgerät" Schmie- rigkeiten machten. Man staunt ob der feinen Arbeit an diesen Maschinen. Wäre nicht die Sprache, so würde weder Aeußeres noch Lebensform den Russen verraten. Ihr Führerpilot, Jundmeilrer mit Nomen, trotz fernes deutschen Namens ein Stockrusse, ist be- kannterweise Inhaber des russischen Rekords. Er erwarb ihn bei einem Flug von 7,30 Stunden, als er einen Berg von 120 bis 3,50 Meter überhöhte. Er und mehrere andere Rusten sprechen recht gut die Sprache des Gastlandes.
Die Rusten, fo sagte ein bekannter Segelflieger, der mich durchs Lager führte, sind gute Mathe- matiker — nicht nur abends in der Lagerschenke unter dem eigenen Stammtischfähnchen beim Schachsviel — und arbeiten außerordentlich wissen- schaftlich- So haben sie schon gute Erfolge erzielt. 2rn wesentlichen ist der Aufbau der russischen Ma- schinen der gleiche wie der ber Deutschen. Sie sind ja auch wie die englischen und französischen auf deutsche Anregung entstanden. Dennoch liegen ihnen
Leeske, Wondratschel) 9.8 25. 3^1000Meter- Staffel 7:44,5 T. S. V. Zehlendorfs 88 (Schumann, Tarnogrocki. Müller), 8. 8. 25. Steinst oßcn beidarmig: 17,745 Titelet (rechts 10.41 Meter, links 7,335 Meter), Taver Geier (München 1860) 12. 7. 25. Kugelstoßen 14,33 Meter. Söllin- ger (M. S. D. Darmstadt) 9. 8. 25 Diskuswerfen beidarmig 75.83 Meter (rechts 41,355 Meter-, links 34.475 Meter), Duchgeister (Freiburg) 5. 7. 25. Hochsprung a. d. Stand 1,49 Meter. K. Frey (Aeustadt a. d Donau) 24. 8. 25. ,
Sportlerinnen: 100 Meter, 12,7, Haus (Frankfurt 1880) 21. 5 25. 800 Meter. 2:36.4 Lingner (Märkischer S. C ) 2 8. 25. Schwedenstaftel 2 33.3 München 1860 (Leuthart Maier, Eckard. Heiß) 12. 7. 25. Kugelstoßen (3.628 Kg.) 10,94 Meter. Henoch (D. S E) 18. 7- 25. Speerwerfen (800 Gramm) 30.58 Meter. Riebe (S. C Eharlotten- burg) 19. 7 25.
Sportvorschau vom Sonntag, 6. September.
Leichtathletik.
An Meisterschaften ist der kommende Sonntag reich. Nicht weniger als drei der D. S. B., außei - dem noch bre Meisterschaften der Polizei finden ihre Austragung. In Leipzig werden die Frauen- Meisterschaften, die Deutsche Zehnkampfmeisterschaft und Die Deutsche Meisterschaft im Marathonlauf entschieden. Das Meldeergebnis, das für alle drei Wettbewerbe nicht nur an Zahl, sondern auch an Rang der Teilnehmer reich ist, verspricht harte Kämpfe, bei denen es unter Umständen — bei den Frauen — zu neuen Rekorden kommen könnte. 18 Teilnehmerinnen zuu, 100-Meter-Lauf, 16 zum Weitspringen, 13 zum Speerwerfen, so geht es weiter. Besonders interessiert der Ausgang der Deutschen Zehnkampfmeisterschaft, zu der unter 18 Bewerbern der Stettiner Koepke, Schnurr-Steglitz, der Mitteldeutsche Zehnkampfmeister Weinhold, Brechenmacher-München und andere zu finden sind. Die Frage nach dem neuen Meister im Marathonlauf ist bei der Zahl ber Gemeldeten nur schwer zu beantworten. Namen wie Pürsten, Hempel, Albrecht, Scholz, Ohle, Pohl, Wils und anderen, unter den jungen Ritsche usw. versprechen ein gutes Ergebnis.
Die Meisterschaften der Deutschen Polizei wei- den in diesem Jahr zum ersten Male ausgetragen. Auch hier sind Namen zu finden, die man sonst in ber Leichtathletik gut kennt: Skorzinski, Ribbert, Hähnchen. Austragsort der Meisterkämpfe in der
selbständige Arbeiten zugrunde. Sie können uns in mancher Beziehung zum Vorbild dienen. Was ihnen mangelt, ist die Geschwindigkeit der deutschen Maschinen. Einer der Russen, mit denen ich mich später unterhalten, führt dies auf die dynamische Konstruktion zurück. Ihre Maschinen, sagte er, sind zu sehr den besonderen Verhältnissen der Böen an- gepaßt. Aus meinen Einwand, daß die russischen auf die Verhältniste auf dem Sowjetgelände in der Krim abgestimmt sind, kann er nur mit „ja" antworten. Auf die Frage, wer die gewaltigen Kosten für Transport und Aufenthalt trägt, antwortete er: „Unsere Gesellschaft!" — „Sie meinen, Ihre Regierung?" — „3a, der Ausschuß für Luftfahrt."
Aus seinem Wesen glaube ich schließen zu fön« nen, daß ihn dieses Bekenntnis sofort reute, aber es ist ein offenes Geheimnis im Lager, daß die Rusten mindestens sehr reichliche staalliche Unterstützung haben — die deutschen Segelflieger können das nicht von sich behaupten. Um den Preis des Erfolges darbt hier mancher, der ein Genie'
Major von Linsingcn äußerte sich über die Rusten mit offener Anerkennung. Ihre Maschinen, sagte er, s'md erstklassig gebaut, ermöglicht (hier bestätigt er das, was der Russe selbst sagt) durch kiesige staatliche Mittel, die ihnen zur Verfügung gestellt werden. Und neben ihren geradezu kunstgewerblichen Maschinen sehen Sie die Maschinen eines deutschen Tischlergefellen ober Studenten, mit Nägeln und Leinwand billig zusammengeschweißt..
Die Begeisterung der Rusten ist sehr groß. Sie sind durchaus kameradschaftlich, nette und bescheidene Persönlichkeiten. Uebrigens haben sie uns auf- gefordert, mit unseren Flugzeug nach der Krim zu kommen. Unsere Hange gefallen den Russen größtenteils nicht besonder- Die eine ober andere ihrer Maschinen ist, was hier noch nicht gelungen ist, in der Krim schon vier und fünf Stunden geflogen. Drei der russischen Maschinen, die Leinwand mit Aluminiumbronze überzogen, liegen, nebenbei bemerkt, in einem allen deutschen Kriegszelt mit Schutzfarbe, grün und braun . . .
Der Wettbewerb geht dem Höhepunkt ent< gegen — Glück ab!


