Ausgabe 
3.6.1925
 
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die Donau. Bei Ulm gleiten wir darüber hinweg. Berge wachsen, recken sich aus der Fläche nahe auf, scharfe Grate überschneiden sich, Schnee leuchtet von schroffen Zinnen. Seen spieoeln nach oben, das bayerische Hochland. Ein Dunstkreis schiebt siH vom Horizont heran, rückt näher, zerfließt, Turme brechen durch, Häuserblöcke wachsen, Straßen- geilen dehnen sich: Wir sind über Bayerns Haupt­stadt, München, am südlichsten Punkt unseres Fluges, der uns in einer weiteren Tagesspanne, die uns auf der bravenMauxion" über das deut­sche Ostland und die deutsche Ostsee trägt, zum Kreise runden wird, zum Fluge um die Peripherie des Deutschen Rundfluges.

Deutscher Rundflug 1925.

Das Ergebnis der ersten Flugschleife.

Der Start zur zweite» Etappe.

Berlin, 2. Juni. (TU.) Im Laufe des Mon­tag nachmittags sind auf dem Zentralflughafen Ber­lin 3 8 Flugzeugführer mit ihren Maschinen gelandet.

Die erste F l u g s ch l e i f e hat hiermit ihren Abschluß gefunden und es kann bereits heute ge­sagt werden, daß die beteiligten Flieger eine glän­zende Leistung vollbracht haben. Besonders schnell flog Lärzer auf seinem Kleinflugzeug mit zwei Motoren. Hauptmann Krupp, der bei völ­liger Dunkelheit landete, gehört zu unseren ältesten Fliegern. Er war bei der ersten Etappe ständig vom Pech verfolgt, da immer wieder kleine Un­regelmäßigkeiten an seinem Motore zutage traten. Dessen ungeachtet hielt er eisern durch. Bei seiner Landung gestern abend hatte er beide Hände verbunden, da er stellenweise die Maschinen trotz aller Anstrengungen in der Luft nicht halten tonnte.

Soweit für den ersten Rundflugtag über die Strecke Berlin Schwerin HamburgBremen MünsterKasselMagdeburgBerlin bis jetzt E r- g e b n i s s e vorliegen, kann festgestellt werden, daß in der Klasse der schweren Maschinen

von 30 gestarteten Apparaten 19 den gesamten Rundflug korrekt vollzogen

haben. Bon der Mittelgewichtsklasse haben von 17 Flugzeugen 14 die Strecke vollständig zurückgelegt.

Die endgültigen Wertungen sind erst in einigen Tagen zu erwarten. Rach Vollendung der heutigen zweiten Strecke, die über BerlinHannoverPader­bornFrankfurt a. M.DarmstadtGothaWei­marChemnitzDresden nach Berlin zurückfübrt, sind bis Uhr abends 14 Flugzeuge zurückgekehrt. Die Ankunft der Rückkehrenden erfolgt in schneller Reihenfolge.

Als Erster der zweiten Schleife landete auf dem Flugplatz Tempelhof um 3.29 Uhr nachmittags Ungewitter (679) auf Albatros, dann Hochmut (660) auf Übet um 3,37 Uhr und Polte (670) auf Übet um 3.41 Uhr. Diese brei zuerst eingetroffenen Flieger machten einen burch- weg frischen Einbruck unb erzählten von ihrem heu­tigen Fluge, daß im allgemeinen die Wetterlage eine günstige gewesen sei. Rur über der R h ön hätten schwere U n g e ro i 11 e r gestanden, die sie gezwun­gen hätten, große Höhen aufzusuchen und die Ge­wittersphäre zu überfliegen.

Fran f ju r t a. M., 3.Juni. Bis gestern abend waren in Frankfurt gelandet von der Gruppe B 14, Grupe C ebenfalls 14 Flugzeuge; wieviel Flugzeuge Frankfurt ohne Landung über­flogen haben, ist unbekannt. 5 Flugzeuge wurden gegeitet.

. Berlin, 3. Juni. Bis gestern abend find von allen Gruppen 24 Flieger in Berlin junget o-m men. Die schnellsten Zeiten für die zweite Schleife, die die längste des rgangen Wettbewerbes ist, haben erreicht: Polter auf Übet mit 10 Stunben 10 Min., U n g e ro i 11 e r auf Albatros in 10 Stunben 14 Minuten unb Hochmuth auf Übet mit 10 Stunden 56 Min.

Verleihung des französischen Bürgerrechts an Eingedsrene.

Vom Wirklichen Geheimen Rat Dr. Th. Seitz, ehern. Gouverneur von Deutsch -- Südwestafrika.

Durch die französische Eingeborenen-Politik geht von Anfang an ein einheitlicher Zug: Die Eingeborenen sollen möglichst rasch zu Franzosen gemacht werden. Als der Kardinal Richelieu im Jahre 1628 einer französischen Gesellschaft eine Konzession zur Kolonisation Kanadas erteilte, fügte er dem Privileg der Gesellschaft den Sah hinzu: alle Abkömmlinge von französischen Kolo­nisten und belehrten Indianern sollten volles französisches Bürgerrecht geniesten. 3m Jahre 1668 wurde dem Gouverneur von Kanada die In­struktion erteilt: Die Eingeborenen sollten nicht in ihren Sitten und Sprachen, wie es die Jesuiten taten, sondern in denen Frankreichs erzogen wer­den. Die Indianer sollten in jeder Beziehung rasch zu Franzosen gemacht und zum Aufgehen in der eingewanderten Bevölkeruna gebracht wer­den. Die äußerste F^'gerung aus diesem Bestreben hat die große Revolution gez g n Die Berfassung vom 5. Fruktidor 1795 nahm den Sah auf:bie französischen Kolonien in allen Teilen der Welt bilden einen untrennbaren Teil der französischen Republik und sind denselben Verfassungsgesehen unterworfen". Aber nun zeigte sich die Kehrseite der Medaille. Was unter dem alten Regime, unter dem der französische Bürger überhaupt feine politischen Rechte hatte, wenig bedenklich war, führte unter der Republik mit ihren Grund- sähen der libertö, egalite und fraternite und der damit verbundenen plöhlichen Sklavenbefrei­ung in den französischen Kolonien zu einem Kampfe aller gegen alle. Dabei verlor Frankreich seine damals wertvollste Kolonie Haiti für immer.

Als die Restauration daran ging, aus den Resten der Kolonien des alten Regimes ein neues Kolonialreich aufzubauen, war von einer grund­sätzlichen bürgerlichen Gleichstellung der Einge­

borenen mit den Franzosen nicht mehr die Rede, aber der alte Zug die Eingeborenen möglichst rasch zu Franzosen zu machen, blieb der franzö­sischen Kolonialpolitir eigen und trat unter der dritten Republik immer schärfer hervor. Reben ben 4 freien Gemeinden des Senegal (Rufisque, St. Louis, Wakar, Goree) und Sainte Marie de Madagascar, die französisches Bürgerrecht ge­nossen, wurde in den Jahren 1909 bis 1921 den Eingeborenen einer Reihe französischer Kolonien die Möglichkeit eröffnet, das französische Staats­bürgerrecht zu erwerben, allerdings immer nur als Belohnung für erwiesene Dienste, nicht als Rechtsanspruch aus ©iiinö gewisser Voraus­setzungen. Mit diesem System soll nunmehr ge- binchen werden. Auf der einen Seite verlangen die Dienste, welche die Eingeborenen der franzö­sischen Kolonie im Weltkrieg der Republik er­wiesen haben es wurden 569 000 Mann zum Dienst mit der Waffe, 220 000 Mann zum Arbeits­dienst ausgehoben eine sichtbare Belohnung. Aus der anderen Seite must bei dem stetigen Rückgang des Geburtenüberschusses in Frankreich, der bald zu einem Rückgang der weißen Bevölke­rung Frankreichs führen wird, für die ins Maß­lose gesteigerte militärische Kraftanspannung des heutigen französischen Imperialismus eine brei­tere Grundlage geschaffen werden. Diese Grund­lage glaubt man darin zu finden, daß man nicht nur die farbige Kolonialarmee, die auf über eine Million ausgebildeter Eingeborener gebracht wer­den soll, als gleichwertigen Bestandteil der fran­zösischen Armee eingegliedert, sondern daß man auch die Zahl der französischen Bürger durch Heranziehung zuverlässiger Farbiger aus allen Kolonien vermehrt. Das ist der Sinn des Gesetz­entwurfs über die Zulassung der Eingeborenen der Kolonien zum französischen Bürgerrecht, wie er im Rovember v. I. der Deputiertenkammer vorgelegt wurde.

Rach diesem Gesetzentwurf Hat in Zukunft jeder Eingeborene, der formell auf seine Eigen­schaft als Eingeborener verzichtet, französisch schreiben kann und nicht wegen politischer oder gemeiner Verbrechen bestraft ist, den Rechtsan­spruch auf Verleihung des vollen und uneinge­schränkten französischen Bürgerrechts, sofern er entweder das Kreuz der Ehrenlegion oder ein akademisches oder sonstiges Diplom (diese Di­plome werden durch Dekret ausdrücklich be­zeichnet werden) erlangt hat, oder in der französischen Armee gedient und den Grad eines Offiziers oder älnteroffiziers, oder die militärische Medaille erworben, oder eine Französin geheiratet, oder mindestens 10 Jahre in der Verwaltung gedient oder den Interessen Frankreichs wich­tige Dienste geleistet hat, die durch die lokalen Behörden anerkannt werden.

Damit ist die Möglichkeit zur Raturalisierung Eingeborener im weitesten Umfang gegeben. Be­sonders bemerkenswert ist dabei die Bestimmung, dast bei Verheiratung einer Französin mit einem Eingeborenen nicht, wie es sonst in der Welt üblich ist, die Frau die Staatsangehörigkeit deS Mannes, sondern der Mann diejenige der Frau erhalt. Interessant wird es sein, zu erfahren, ob nicht etwa eine längere Zugehörigkeit zur Besahungsarmee am Rhein und an der Ruhr als wichtiger den Interessen Frankreichs ge­leisteter Dienst betrachtet wird, imt> damit den Rechtsanspruch auf Erlangung des vollen fran­zösischen Bürgerrechts eröffnet. Der Gesetzent­wurf wird Herrn Diagne, dem farbigen franzö­sischen Deputierten von Senegal, zur großen Ge- nugtung gereichen und den Einfluß dieses Mannes, der während des Weltkrieges die fran­zösischen Rekrutierungen in Senegal mit allen Mitteln gefördert hat, bei seinen schwarzen Mit­bürgern in Senegambien nicht wenig steigern. Dringt er ihn doch dem von ihm immer wieder verkündigten Ideal, der Schaffung der aus weist und farbig gemischten Rasse der Zukunft in Frank­reich um einen guten Schritt näher.

Ob sich nicht in Frankreich selbst schließlich doch noch ernste Bedenken gegen dieseErneue­rung" des französischen Volkes durch farbiges Blut erheben? Die Erfahrungen, die bis jetzt in der Welt mit der Vermischung von Schwarz und Weiß gemacht worden sind, sind nicht ge­rade ermutigend. In den letzten Jahrhunderten war die weiße Rasse überall im Vordringen begriffen und hat sich mit wenigen, für die ganze Rasse unbedeutenden Ausnahmen rein erhalten. Hier handelt es sich zum ersten Mal nicht nur um die gleichberechtigte und massenhafte Auf­nahme farbiger Rassen in ein bisher rein der weißen Rasse angehöriges Staatswesen, sondern um die bewußte Umwandlung einer in Europa wohnenden weißen Bevölkerung in eine Misch- rafse. Es mag Jahrzehnte, auch hundert Jahre dauern, bis die Folgen dieser Maßnahmen sich auf politischem und kulturellem Gebiet auswirken. Ausbleiben werden sie nicht. Man darf die farbigen Rassen in keiner Weise unterschätzen: siegt diese neue französische Rassenpolitik, so wird die Kulturwelt des Abendlandes entweder sehr bald schwere Kämpfe zu bestehen haben, oder sie verschwindet in ihrer Eigenheit und erlebt ihre Götterdämmerung. Richt nur wir Deutsche, das ganze Abendland wird durch diese neue Wen­dung der französischen Politik in Mitleidenschaft gezogen, und ihre ersten und unangenehmsten Wir­kungen wird vielleicht das britische Weltreich zu erfahren haben. Dabei ist es für dck.r Stolz £>er Engländer ein schlechter Trost, daß in Süd- ufrika die Dinge schon weiter gediehen und über Die Si)eoricn des Herrn Diagne hinausgewachsen i^ud. Dort hat der Weltkrieg noch gründlicher gewirkt als in den französischen Kolonien, dort verlangen die Farbigen, daß die Heirat von Farbigen mit Weihen durch Gesetz verboten wird, weil sie ihre Rasse nicht durch die minderwertigen Weißen verschlechtern lassen wolleii!

Der französische Gesetzentwurf hat aber für uns Deutsche noch ein weiteres, sehr dringendes Interesse Er beschränkt sich nämlich nicht auf die französischen Kolonien und Protektorate, sondern

sieht ausdrücklich vor, daß auch die Eingeborenen der deutschen Kolonien, die unter französischer Mandatsverwaltung stehen, das französische Staatsbürgerrecht erwerben können. DerVölter- bund schweigt bisher zu diesem offenbaren Bruch der Völkerbundssatzung, und er wird auch dazu schweigen, obgleich er sich scher nicht, wie bei Südwestafrika, auf die zweideutige Fassung des Abs. 6 Art. 22 der Völkerbundsahung berufen kann. Diejenigen Deutschen, die immer noch für bedingungslosen Eintritt in den Völkerbund schwärmen, werden ja wohl auch durch diesen Gewaltakt Frankreichs nicht zu belehren sein. Für unsere Regierung aber muß dieser Gesetz­entwurf eine neue Warnung sein, Denn er beweist von neuem, daß die Völkerbundssahung in ihrer heutigen Gestalt nichts ist, als ein Mittel zur Durchführung des französischen Imperialismus, unb daß Deutschland bei einem bedingungslosen Eintritt in diese societas leon'ma auch den letzten Rest seiner Selbständigkeit und Bewegungsfrei­heit verlieren wird.

Der Washingtoner Frauenkongreß-

Don Clara Monde, M. d. R. Washington, im Mai 1925. 2er Internationale Frauenbund, der in der erften Maihälfte in Washington tagte, ist vielleicht die größte Organisation der Welt überhaupt, denn 42 nationale Frauenbünde sind ihm mit vielen Mil­lionen von Frauen angeschlossen, und das Bild, das der Eröffnungsabend bot, war ein hochinteressantes und farbenfrohes.

Alle Präsidentinnen der verschiedenen Länder geben Bericht und legen Zeugnis ab von einem gemeinsamen Willen der Frauen aller Erdteile, das etwas Imponierendes hat. Die Fahnen aller an- geschloffenen Bünde vereinigten sich zu einer Far­benskala von ungeheurem Ausmaß. Die ehemals in den Schlachten sich feindlich gegenüber stehenden Fahnen werden hier von dem gleichen Luftzug in einer Richtung getrieben, ein Symbol der Bestre­bungen der Frauen aller Länder nach Frieden und Verständnis für gemeinsame Nöte. Welche Reisen sind nicht gemacht worden, um die politische Haupt­stadt der Vereinigten Staaten zu erreichen! Die Is­länderin steht neben der Vertreterin von Neusee­land, die sechs Wochen brauchte, um hierher zu kommen, und eine 83jährige Anhängerin dieser großen Frauenidee kam von Australien, nur um den Schwestern aus allen LändernLebewohl zu sagen, ehe sie von dieser Welt scheidet". Die Chi­nesin und Die Portugiesin suchen sich verständlich zu machen, England und Indien werden bald als selbständige Nationalbünde nebeneinander bestehen. Norwegen, Schweden, Finnland verbinden den Nor­den unseres Kontinents mit dem sonnigen Süden, der in der feinen, zierlichen Griechin, Helene Aposti- lidi und der Italienerin Gräfin di Robilant feine schönsten Frauen gesandt hatte.

Deutsche und Französinnnen suchen durch aus­gesuchte äußere Höflichkeit zu verbergen, was sie an innerer Gegensätzlichkeit doch noch immer emp­finden; die belgische Vertreterin, Madame Soyer, ist offensichtlich bemüht, einen versöhnlichen Eindruck hervorzurufen; auch die Tschechoslowakei und Jugo- Sawien haben gewandte Vertreterinnen, die jeden nstoß vermeiden, nur Polen hat seine aggreffioste Frau geschickt, und die Ukrainerin findet sich mit der Deutschen in einem gesunden Gefühl nationaler Ab­lehnung gegenüber diesen Auswüchsen nationaler Arroganz.

Es ist für die deutsche Delegation nicht leicht, ihren Weg sicher und ruhig durch dieses Völker­gemisch zu finden. Die amerikanischen Wirte tun alles, um den Aufenthalt der Gäste angenehm und abwechslungsreich zu gestalten und jeden Zusam­menstoß unmöglich zu machen, aber auch sie haben dabei manche gefährliche Klippe zu umschiffen. Die Verhandlungen gehen naturgemäß nur langsam voran, da eine dreisprachig geführte Debatte un­geheuer viel Zeit erfordert. Eine Reihe von Miß­verständnissen muß dauernd aufgeklärt werden und die Dolmetscherinnen, deren gewandteste die Rumänin Mme. Rimmeanu ist, haben es oft sehr frbroer, da das Englisch, das auf amerikanischem Boden naturgemäß am meisten gesprochen wird, ein so unendlich verschiedenes ist, je nach der grö­ßeren oder kleineren Kenntnis der betreffenden Red­nerin oder chrer englischen Heimat. Es zeigt sich aber deutlich, daß nur Derjenige wirklich Anteil nehmen und nur positiv etwas mitnehmen kann aus den ganzen Verhandlungen, der wirklich die Sprache beherrscht, wie es z. B. die deutsche Studienrätin Emmn Beckmann tut, die gleichfalls Dotmetfrher= dienst leistet. Das Radebrechen ist eine Qual für Die Zuhörerinnen. Viele Vertreterinnen Europas hätten besser getan, deutsch zu sprechen, was sie beherr­schen, und Der Dolmetscherin Das Englisch zu über­lassen, was sie unleugbar nicht sprechen konnten.

Dte Verhandlungen über all Die Fragen, Die Das Gebier Des Völkerbundes streiften, waren un­streitig die schwierigsten, aber auch Die interessan­testen. hier zeigt sich deutlich die noch bestehende Entente ter Frauen der Gegner Deutschlands, die fest gefügt ist. besonders in der Kleinen Entente, trotz aller liebenswürdigen Versicherungen Der ru­mänischen Prinzessin Dantakuzdme. Hier ist Polen die treibende Kraft, während in der Großen Entenle Amerika ausgefallen ist, und die Engländerin offen­kundig Den Spuren ihrer Regierung folgt unD neue Wege zu finden sucht. DeutschlanDs Frauen hatten ebenso wie Die Amerikanerinnen ein nur beDingtes Interesse en Diesen Dingen, Da ihre beiderseitigen Regierungen dem Völkerbund nicht angehören, und Die Ansichten über eine Zugehörigkeit in beiden Nationen noch stark geteilt sind. In Diesen Augen­blicken enthüllt sich uns Die völkische V e - ro c g u n g Amerikas, in Der, aber viel stärker als bei uns Die Frauen tätig find. Unsere völkischen Männer sollten drüben in die Schule gehen, um zu erfassen, was eine stark völkisch eingestellte Frauenbewegung als Kampsorgan und nicht als Troß zu leisten vermag.

Die nationalen Frauenoereinigungen Amerikas suchten durch leidenschaftliche Proteste, durch Zei­tungsartikel und Reden in ihren Klubs die Tagung des Internationalen Frauenbundes zu stören oder in Der öffentlichen Meinung herabzufetzen. Die deutsche Delegation konnte sich nicht Dem Vorwurf aussetzen, frieDliche JDeen zu bekämpfen, aber auch unter keinen Umständen für Den Eintritt in Den VölkerbiinD oderfür Die graDueüe Entwaffnung entsprechend Dem Gefühl Der vollen Sicherheit" sich aussprechen, sie brachte DementsprechenDe Ent« schiießungen ein unD enthielt sich der Abstimmung.

Den Vorschlag, Das Genfer Protokoll vor Der neuen Sitzung Des VölkerbunDes Den FrauenbünDen zum Studium zu empfehlen, konnte sie unbedenklich annehmen, Da cs sicherlich nichts schadet, wenn sich Die Deutsche Oesfentlichkeit mehr als bisher mit Den Fragen des Völkerbundes und Denen Der auswär­tigen Politik überhaupt beschäftig;.

Weit mehr in Den privaten Unterhaltungen bet Den zahlreichen Empfängen in Den Priväthäu- fern, Den fabelhaft eingerichteten -amerikanischen Frauenklubs, eleganten Hotels als in Den offi­ziellen Verhandlungen bahnte sich gegenseitiges Verstehen an. Cs war eine besondere Freude, fest­stellen zu können, daß es recht freudig begrüßt wurde, daß zum ersten Male auch politisch rechts gerichtete Frauen aus Deutschland an den inter- nationalen Verhandlungen teilnahmen. Die ständig wiederkehrende Behauptung, daß man dieNa­tionalisten" im Auslande nicht versteh?, ist auf dem Kongreß in Washington ad absurdum geführt wor­den. Keine der Drei rechts stehenDen Deutschen Dele­gierten stieß auf irgenDwelche Schwierigkeiten, sie rourDen DauernD interviewt und alle Zeitungen und führenden Persönlichkeiten waren ängstlich bemüht, ihre Ansichten zu schwebenden Fragen des Kon- greffes und Der Deutschen aktuellen Politik zu hören. Auch anDere Staaten scheinen keineswegs abgeneigt zu fein, sich fürdeutsche Nationalisten" zu inter­essieren.

Die Lehre, Die ich aus Der Tagung ziehe, ist Die, Daß das nationale Deutschland durchaus an internationalen Tagungen mit seiner vollen Mei­nung und feinen festbegründeten Ansichten bestehen kann und s-ckerlich sehr viel dazu beitragen wird, daß Dte WeU aufhört, Deutschland nur durch eine rosarote Brille anzrsehen. Wir sind noch immer eine Nation, die in Der Welt etwas zu sagen hat, nur Dürfen wir Die Gelegenheiten Dazu nicht versäumen,

Deutscher Verband für das kaufmännische Bildungswesen.

In Eisenach, der Lieblingsstadt der Versamm­lungen, fand dieser Tage die mehrtägige! Tagung des Deutschen Verbandes für das kaufmännische Bildungs- wesen, Sih Braunschweig, statt, zu der 03er* tretet der Regierungen, Handelskammern, Ver­eine, Schulen und Städte in stattlicher Zahl zusammengekommen waren, um schwebende Fra­gen des kaufmännischen Dildungswesens zu beraten.

Der Auftakt stand im Zeichen Der Trauer. Wenige Tage vorher war der langjährige Vor­sitzende des Verbandes, der Handelskammer- shndikus i. R., Geh. Regierungsrat Dr. Stege­mann verschieden, dessen hohe Verdienste um den Verband unser Blatt bereits gewürdigt hat. Der warme Rachruf durch den beseitigen Vor­sitzenden, Geh. Kommerzienrat Dr. Schmidt, Braunschweig, wurde von alten Teilnehmern auf­richtig mitempfunden. Zu Ehren des Ver­storbenen erhielt die von ihm begründete Stif­tung zur älnlerstützung strebsamer junger Kauf­leute den RamenRichard-Stegemann- 0 tif tun g".

Aus den Beschlüssen der den Haupt­verhandlungen öorauägcgangenen Kommissions- sihungen wird folgendes von allgemeinem Inter­esse sein: Zwecks Einführung der öffentlichen Handelsschulen in den Gesamtaufbau des Schul­wesens wurde befürwortet, daß dreijährige Handelsschulen, entsprechend den drei unteren Jahrgängen auf der Aufbauschule, also auf­bauend auf dem 7. Volksschuljahr, anzustreben seien, die die Berechtigung der Obersekundareife erhalten sollen. Stimmen aus Sachsen, Baden. Thüringen bestätigten das Vorhandensein solcher Schultypen (Handelsausbauschulen) in diesen Län­dern auf Grund neuester Reformen. Die zwei­jährige Handelsschule kann daneben zur Vor­bereitung auf die kaufmännische Praxis be­stehen bleiben. Der dreijährige -Unterbau würde später durch Aussehen von drei weiteren Jahren zur jechSklassigen Vollanstalt mit wirtschaftlicher Reifeprüfung ausgebaut werden, wodurch der Plan der Wirtschaftsoberschule verwirk­licht würde. In Baden wird diese Schulform aI8 Oberhändelsschule in Kürze ins Leben treten.

Direktor Oberbach, Köln, berichtete über den Ausbau der Höheren Handelsschule in Preu­ßen nach den Dort vorhandenen ministeriellen! Bestimmungen, mit dem Ziel einer brei] ädri­gen Wirtschaftsoberschule (statt einer sechsjährigen). In Würdigung der großen Be­deutung einer gründlichen praktischen Kenntnis der kaufmännisch-wirtschaftlichen Vorgänge und Zusammenhänge für die Handelslehrer zur Lö­sung der neuen Lehraufgaben hatte der Vor­stand recht getan, im nächsten Referat Fräulein von Rössing, Berlin, über die Gestaltung der praktischen Ausbildungszeit für künftige Handelslehrer und Studierende sprechen zu lassen. Sie brachte wertvolle neue Vorschläge zur Klärung der Frage.

Von allgemeinem Interesse wird weiter die auf Grund einer genauen Statistik gemachte Fest­stellung des Verbandes fein, daß bei den dies­jährigen Aufnahmen in die kaufmännischen Schu­len von 10 000 Schülern 3000 mangelhaft vorgebildet waren. Daraus ergab sich die Frage nad> der Fernhaltung ungeeig­neter Elemente vom kaufmännischen Berus. Bei öffentlichen Handelsschulen ist dies ohne weiteres möglich durch Zurückweisen ungemtgenb vorgeb-ldeler Schuler. Bei kaufmännischen Forl-

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