Ausgabe 
31.12.1929
 
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wieder den LuxuS eines eigenen Berichterstatters gestatten werden. Ob dies an der Gesamtzahl allerdings etwas ändern wird, ist fraglich; denn man darf nicht vergessen, dah im Haag diesmal auch die Interessen vieler kleiner Staaten zur Sprache kommen sollen, wie $. B. Oesterreichs, Bulgariens und Ungarns, die sicher jetzt auch mehrere Pressevertreter entsenden werden.

Während für die Presse wieder der Ritter­saal eingeräumt wurde, ist für die Arbeiten der Konferenz nicht wieder der Flügel der ersten Kammer gewählt worden. Die Sit­zungen werden in dem gegenüberliegenden Flü­gel, wo sonst die zweite Kammer des niederlan- dischen Parlaments tagt, stattfinden. Der Sit­zungssaal der zweiten Kammer, in dem auch öie feierliche Eröffnung der Konferenz stattfmden wird, ist weit geräumiger als die erste Kammer unö bietet in gewöhnlichen Zeiten 100 Abge­ordneten Daum, während der Senat nur fünfzig Mitglieder zählt. 3n der Mitte zwischen den Abgeordnetenbänken ist der große ovale K o n - f e re nz tisch aufgestellt worden. Reben den Abgeordneten, die an dem Tisch Platz nehmen werden, können noch 100 bis 150 Personen m dem Saal Platz finden. Die Pressetribünen sind sehr enge 25 Personen au beiden Selten des Saales doch wird es vielleicht möglich fein, einem Teil der Presse an den äußersten Enden des Saales und in der sonst für die Minister reservierten Galerie Plätze anzuweisen. Das ist aber nur für die Eröffnungssitzung von Wichtig­keit. denn es ist sicher anzunehmen, daß die übrigen Arbeiten der Konferenz ebenso wie tm August unter Ausschluß der Oeffent- lichkeit und der Presse stattfinden werden.

Gegen das deutsch-englische Liquidationsabkommen.

Scharfer Protest des Grotz- und Ncbersee-- handels.

Berlin. 30. Dez. (Tel.-Un.) Der Reichsverband des deutschen Groß- und Ueberseehandels hat in der Freigabe des deutschen Eigentums in England am Montag an den Reichsaußenminister das nach­stehende Telegramm gerichtet:

Gegen die Unterzeichnung des Abkommens mit England, wodurch der Raub von 14 Millio­nen Pfund beschlagnahmten deutschen Eigentums sanktioniert werden soll, er­heben wir nochmals schärf st en Widerspruch erwarten vielmehr, daß noch in letzter Stunde un­ter Hinweis aus die in deutschen Wirtschaftskreisen hervorgerufene Entrüstung und Erbitterung nach­drücklichst ersucht wird, eine Lösung zu finden, die zum mindesten für diesen Verzicht eine gleichwertige Konzession bietet. Eine solche kann in den bisherigen Zugeständnissen nicht gefunden werden. England nochmals ernstlich vor Augen zu führen, daß durch sein Vorgehen dauernde vertrauensvolle Beziehungen zwischen beiden Staaten nicht eintxeten tönen, ist nach Ansicht der von uns vertretenen Kreise gleichzeitig im Interesse der ungestörten Entwicklung des inter­nationalen Handels zur Stunde die dringendste Auf­gabe der deutschen Regierung."

Moldenhauers Finanzprogramm

Tilgungsfonds und Kapitalbedarf.

Berlin, 31. Dez. (Priv.-Tel.) Von verschiedener Seite und u.a. auch vom Politisch-Gewerkschaftlichen Zeitungsdienst ist kürzlich die Befürchtung ausgespro­chen worden, der neue Finanzminister, Professor Moldenhauer, beabsichtige, die ursprünglich geplante Steuersenkung trotz des Schacht- fchen Tilgungsfonds dadurch zu erreichen, daß er mit den Steuererhöhungen für den Ver­brauch wesentlich weitergehen wolle als ur­sprünglich geplant. Der PGZ. weist diese Ver­mutung jetzt als unbegründet zurück. Das Steuer­senkungsprogramm wird wie an dieser Stelle schon gesagt wurde erst zu einem späte­ren Zeitpunkt, vermutlich erst mit dem Beginn des übernächsten Etatsjahres, in Kraft treten. Da­gegen sollen die Steuererhöhungen soweit sie nicht schon beschlossen sind, mit dem Beginn des Etatjahres 1 930 zur Ausführung kommen. Es heißt u. a.:Dadurch wird die Möglichkeit ge­schaffen. den Tilgungsfonds aufzufüllen, zu­gleich aber der Wirtschaft Garantien für künftige Steuersenkungen gegeben. Wie uns weiter mitgeterlt wird, sollen auch bereits maßgebende Kreise der Industrie und der ihr nahestehenden Parteien mit diesen Absichten im wesentlichen sich e i n v e r - standen erklärt haben. Die Hinausziehung des Inkrafttretens der Steuersenkungen wird um so eher vertretbar sein, als der Zwang zur Schulden- tilgung praktisch eine Zufuhr von Kapital an die private Wirtschaft, also eine Ver­flüssigung des Kapitalmarktes, zur Folge hat, vor­ausgesetzt, daß die öffentlichen Körper­schaften nicht die vom Reich zurückgezahlten Schuldenbeträge erneut als Anleihen äuf­ne h m e n aber dagegen sollen Sicherungen bereits erwogen werden."

Kommunistenunruhen in Köln.

Köln, 30. Dez. (WTB.) 3n der heutigen Sitzung der Stadtverordneten ergriff nach Ab­lehnung einiger kommunistischer Anträge der kommunistische Stadtverordnete C tz b o r n unauf­gefordert das Wort und setzte trotz wi verholter Aufforderung durch den Ob.roürzerm i,t.r f ine Rede fort. Die bürgerlichen Parteien ver­ließen darauf den Sitzungssaal. Eh- born, der, umgeben von seinen Parteifreunden, weiterredete, wurde schließlich durch Po- lizeibeamte in Zivil aus dem Sitzungssaal ent­fernt. Bor dem Rathause und an verschiedenen Stellen der Altstadt kam es zu Zusammen­rottungen. Die Polizei ging gegen die De­monstranten vor und verhaftete mehrere Rädels­führer. 3n der Dolzengasse gab die Polizei einige Schüsse ab, durch die ein Teilnehmer an der Kundgebung leicht verletzt wurde. Etwa 30 Personen wurden zur Hauptwache gebracht.

Oer Weifenschah für Deutschland verloren.

Hannover, 31. Dez. (WTB.) Die städtischen Kollegien beschästigten sich am Montagabend In einer mehrstündigen Beratung mit dem Verkauf des Welfenschatzes. Der Welsenschatz war von dem Herzog von Braunschweig und Lüneburg an ein Kons orti um von Kunsthändler» verkauft worden. Der

Das Geheimnis der Papageienkrankheit.

Die sonderbare sogenannte Papageienkrankheit (Psittakosis), die schon vor kurzem in Berlin- Dahlem im Hause des Geologieprofessors Har­bort aufgetreten war, und die dort nicht nur den Tod des Gelehrten und seiner Haushälterin verursacht, sondern auch sechs weitere Personen befallen hatte, ist nun auch in Reu-Kölln festgestellt worden, wo zwei Familien von der Krankheit befallen wurden. 3n Berlin sind so­mit jetzt 12 Personen von der Krankheit be­fallen worden, und drei Todesfälle haben sich ereignet. Man nimmt an, dah die Erkran­kungen auf Papageien zurückzuführen sind, die kürzlich mit dem Dampfer .Cap Arcona" aus Südamerika nach Deutichland gekommen waren. Der Papagei, der bei der neuen Liebertragung in Reu-Kölln offenbar die Ursache ist, ist der tierärztlichen Hochschule überwiesen worden. Lieber die merkwürdige Krankheit äußert sich in derRachtausgabe" der Direktor des Hhgie- nisch-Baltericlrg schen LlnlersuchungZamtes West- end. Dr. Elke les, wie folgt:-Unter Papa­geienkrankheit versteht man eine meist in Haus­epidemien auftrelende schwere Allge.neinerkran- kung des Menschen, von der man annimmt, daß sie von Papageien auf den Menschen über­tragen und durch einen spezifischen Erreger her­vorgerufen wird. Die Al'gemeinerkrankung äußert sich in hohem Fi:'.er, Benommenheit und Unruhe, Herz- und Blutgeä'-schwache, doch kann das Krankhe'tsbilb in Cinzecheisen auch davon abweichen. Recelmäh'g. aber meist erst nach einer Reihe von Tagen, bildet sich eine Lungen­entzündung von eigenartigem Chara.ter aus und die.e beherrscht nunmehr das eigentliche Krank­heitsbild. Die Ursache der Krankheit ist noch ungewiß, und nach dem eigentlichen Erreger wird noch geforscht. Für die Bevölkerung besteht kein Grund zur Beunruhigung. Erkrankungen können nur dort auftreten, wo in den letzten Wochen Papageien frisch gekauft worden sind, während sich für die Altbesitzer von Papa­geien keine neuen Gesahrenmomente ergeben. 3edenfalls ist beim Ankauf von Papageien zur Zeit besondere Vorsicht geboten. Auch mit dem Ankauf verwandter Vogelarten (z. D. ausländi­scher Fittiche) sollte man einstweilen vorsichtig sein. Bei den Papageien selbst äußert sich die Krankheit darin, daß die kranken Tiere j still und traurig mit gesträubten Febern da- I

sitzen, die Rahrungsaufnahme verweigern und vor allem an schweren Durchfällen leiden."

Neue Erkrankungen.

Berlin, 30. Dez. (WTB.) Rach einer Mit­teilung des Polizeipräsidenten ist damit zu rech­nen, daß in Berlin ein neuer Fall von Papa­geienkrankheit vorliegt. 3m Bezirk Friedrichs­hain tarnen in jüngster Zeit bei einer Familie, die Papageien hielt, vier Erkrankungen vor. Die 70jährige Mutter starb im Rovember, zwei andere Familienmitglieder genasen. Eine 31jährige Frau liegt noch krank zu Bett. Von den in dieser Familie gehaltenen Papageien sind vi er eingegangen, so daß man damit rech­net, es könne sich auch hier um die Papageien­krankheit handeln. Der Polizeipräsident macht im Anschluß an diesen Fall abermals darauf aufmerksam, daß im Umgang mit Papageien größte Vorsicht geboten ist, insbesondere soll man sich von den Tieren nicht beißen, küssen, noch sichRahrungsmittel aus dem Munde nehmen lassen. Die staatliche Gesundheitsbehörde ist damit beschäftigt, zu untersuchen, ob der am 27. Rovember angeblich an Lungenentzündung gestorbene Stenograph bei der Reichsprefsestelle, Dr. Specht, auch ein Opfer der Pavageienkrankheit war. Besonders verdächtig in dieser Richtung ist die Tatsache, daß die Gattin des Verstorbenen am 5. Dez. im Krankenhaus Bethanien ebenfalls unter lungenentzündungähnlichen Er'cheinungen ge­worben ist, sowie die Tochter an Lungen­entzündung erkrankte, die jedoch bald wieder genas. Zu gleicher Zeit waren der der Familie gehörige Papagei und eine Katze e i n ge­gangen.

Auch in O'egnih?

DieGermania" meldet aus Liegnitz: Eine ältere Ehefrau, Elisabeth Köhler, mußte die­ser Tage in ein Krankenhaus gebracht werden, da sich infolge einer angeblichen Kopf­grippe gewisse geistige Störungen zeig­ten Man nimmt an, daß es sich ebenfalls um einen Fall von Psittakosis (Papageienkrankheit) handelt. Die Erkrankte hatte in ihrer Wohnung neben vielen anderen Tieren auch Papa­geien gehalten.

Herzog hatte sich aber bereit erklärt, von diesem Vertrage zurückzutrctin, wenn Hannover den Welsenschah mit den Hrrrcnhäus.r Gartenar.lagen übernehmen wol.e. Die Gosamtbelastung für die Stadt Hannover würde insgesamt 10 Millionen Mark betragen. Der vom Ober­bürgermeister als äußerst günstig veet.etene An­trag wurde vom Magistrat angenommen, im Bürgervorsteherkolleg.uitz ab r m.t den Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten abge - lehnt. Auch ein Komprom.hantrag, nach dem einige große Stücke des Welfenschatzes für etwa 4 Millionen Mark an den Staat abgetreten wer­den sollten, verfiel der Ablehnung. Damit dürfte der Welfenschctz für D utschland verloren sein, da der Herzog nur bis zum 1. 3anuar von dem Verkauf an das erwähnte Konsortium zurück­treten kann.

DerEhristlich-sozialeVolksdiensi.

Berlin, 31.Dez. (Priv.-Tel.) Durch den Zu­sammenschluß der Christlich-sozialen Reichsvereinigung und des Christ­lichen Volksdienstes ist nunmehr in un­serem politischen Geben eine selbständige christ­lich-soziale Gruppe entstanden,' die sich künftig bei allen Wahlen bemerkbar machen wird. Der christliche Dolksdienst hat seinen Sitz hauptsäch­lich in Süddeutschland. Er hat in Württem­berg erhebliche Wahlerfolge erzielt und konnte auch bei den letzten badischen Gandtagswahlen 35 000 Stimmen auf sich vereinigen. Parlamen­tarisch dürfte sich an dem bisherigen Verhältnis der christlich-sozialen Reichstagsabgeordneten zu der deutschnationalen Sezession und zu der neuen Fraktionsgemeinschaft mit den christlich-nationalen Bauern nichts ändern. Wie sich die Dinge organi­satorisch im Gande entfalten werden, bleibt ab­zuwarten. Dem Vernehmen nach will sich eine Reihe Abgeordneten der preußischen Provinzial- Gandtage als auch der Gandtage verschiedener Gänder, so in Thüringen und Hessen, der neuen Partei anschliehen, die namentlich in den evangelischen Kreisen auf starke Zustimmung stößt.

Oie neue Polenregierung.

Berlin, 31. Dez. (Priv.-Tel.) Rach wochen­langen Verhandlungen ist es dem früheren pol­nischen Ministerpräsidenten, Professor Bartel, gelungen, ein neues Kabinett zu bilden, in dem nur vier neue Gesichter auftreten. Besonders interessant ist der Wechselim 3nnenmini- Zerium, wo der bisherige 3nnenminister, Ge­neral S k l a d k o w s k i, durch den Wojwoden von Wolhynien, 3ozewski, erseht wird. Der neue 3nnenminifter hat schon während des Krieges in der polnischen Wilitarorganisation eine Rolle gespielt und gehörte ün 3ahre 1919 der ukraini­schen Rationalregierung des Hetmans Petljura an. Er gilt im allgemeinen als eine derjenigen polnischen Persönlichkeiten, die der Minder­heitenfrage wenigstens ein gewisses Ver­ständnis entgegenbringen. Der zurückgetretene Innenminister war ein Verfechter der schärferen Tonart und wurde für die treibende Kraft im Kampfe gegen das Parlament angesehen. 3m Außenministerium, das durch Zalew - s k i beseht bleibt und im Kriegsmini st e- r tum , das weiterhin Pilsudski Vorbehalten bleibt, treten keine Aenderungen ein. Auch sind noch einige Vertreter der sogenannten Obersten­gruppe im Kabinett geblieben, so z. D. Oberst Prystor als Arbeits- und Wohlfahrtsminister, gegen den sich insbesondere die Opposition der Sozialdemokraten richtet. Wan wird abwarten müssen, ob es diesem rekonstruierten Kabinett nunmehr gelingt, mit dem Sejm ein Auskommen zu finden. Die Vorstellung im Parlament soll nach den bisherigen Meldungen am 9. 3anuar stattfinden.

Auiohilfsdienst.

Der Ausbau des Autohilfsdienstes auf den deut­schen Landstraßen hat im vergangenen Jahre recht gute Fortschritte gemacht und mit Abschluß diese» Wahres tonn die Autohilfe auf einen guten

Erfolg zurückblicken. Für das kommende Jahr ist ein weiterer großzügiger Ausbau des deutschen Streckennetzes geplant, und man rechnet damit, daß mit dem Ende des kommenden Jahres e t w a 3 b i s 4 0 0 0 Kilometer de s deutschen Stra­ßennetzes von dem Autohilfsdienst ersaßt werden können. Bis dahin sollen in erster Linie die großen Verbindungsstrecken zwischen den Großstädten er­hoffen werden. Dazu gehören die großen Aussall- traßen von Berlin, München, Hamburg, Frank- urt, Leipzig und Dresden. Es wird im kommen- >en Jahre zunächst daran Gegangen werden, das Ausfallftraßennetz der deutschen Großstädte zu or­ganisieren. Daran anschließend wird der Ausbau der weiten Strecken erfolgen. Leider sind die Mit­tel stark begrenzt, so daß mit der Organisa­tion des Straßenhilfsdienstes auf dem gekirnten deutschen Straßennetz nicht vor drei bis vier Jahren gerechnet werden kann. Bereits in den ersten Mo­naten des kommenden Jahres sollen die großen Aus­fallstraßen Münchens für den Straßenhilfsdienft herangezogen werden, nachdem sich, die seit einigen Monaten in Betrieb befindliche Strecke Berlin HalleLeipzig außerordentlich gut bewährt hat.

Aus aller Wett.

Ein deutscher Motorsegler in Seenot.

Während des im Kanal herrschenden Sturmes wurde an der Küste der GrafschastKent in Südengland ein vom Unwetter offenbar stark mitgenommenes Schiff beobachtet, das schwer gegen den hohen Seegang ankämpfte und sich be­mühte, Kap South Foreland zu umsegeln. Von Deal aus eilte ein Rettungsboot dem Schiff zu Hilfe. Cs handelt sich um einen dreimastigen Motorsegler aus Hamburg, der an­scheinend durch den Sturm von den Kanalinseln her nach Rorden an d e englische Küste verschlagen war. Das Deck des Seglers war mit Trüm- merftücfen besät, die in wirrem Durcheiir- ander über die Reeling hingen, so daß die Mann­schaft des Rellun^sbooles den Ramen des Schiffes nicht feststellen konnte. Es hatte eine Ladung Holz an Bord, durch die es offenbar über Wasser gehalten wurde. Eins einer Rettungs­boote war von den Wellen fortgerissen worden, die Kommandobrücke und die übrigen Deckauf­bauten war schwer beschädigt, die Brüstung zertrümmert, die Segel hingen in Fetzen herab. Trotzdem lehnte der Kapitän des Seglers die angebotene Hilfeleistung höflich ab, indem er erklärte, er sei soweit gekommen, und werde nun auch versuchen, ohne fremde Hilfe Rams­gate zu erreichen.

Keine Rakelenenlsendung in den Weltraum.

Die Weltraumrakete Professor O b e r t s, welche bekanntlich vom Ostseebad H o r st aus den Flug in den Aether antreten sollte, steigt nicht. Professor Obert hat kurz vor Weihnach­ten einen Nervenzusammenbruch erlit­ten, der ihn zwang, alle Arbeiten einzustellen und in seine Heimat Siebenbürgen abzureisen, wo er auch vorläufig zu bleiben gedenkt.

Dammbruch.

3n Charleroi (Belgien) brach der Damm der zu den Solvay-Werken gehörenden Kläran­lage, die mehrere tausend Kubikmeter Flüssig­keit enthielt unb sich in einer Höhe von einigen hundert Meter befand, unter dem Druck des Wassers und floß mit rasender Geschwindigkeit den Hang hinunter nach dem Dorfe Couillet. Es riß Kohlenhalden sowie Endmassen und Kies mit sich und drang in etwa 13 H use. ein, w: e) .*/, m hoch stieg, so daß die Mwoynec in die oberen Stockwerke flüchten mußten. Der Straßenbahn­verkehr zwischen Chatelet und Charleroi ist unter­brochen. Der Schaden kann noch nicht geschäht werden.

Stockungen in der weserschiffahrl.

Infolge des Eisganges auf der Weser hatte man das Wehr bei Hoya heraus­genommen, um es vor Eisschäden zu schützen. Da nun aber die Wassertiefe nicht mehr aus­reichte, um Schiffen mit zwei Meter Tiefgang die Talfahrt zu ermöglichen, follte das Wehr wieder aufgerichtet werden. Dabet ent­

standen Dchwiertgketten. Infolge Des geringen Wasserstandes sind zunächst zwei Schiffe und später etwa 21 Bockschiffe bei Dörverden f e st - gekommen. Hm die Schiffe freizubekommen, hat man bann versucht, eine F lu t w e l l e zu er­zeugen, indem man aus der Edertal- sperre zehn Millionen Kubikmeter Wasser ab­lieh. Durch Ausnutzung der aus der Edertal­sperre entnommenen Zufluhwassermenge ist es gelungen, die bei Dörverden aufgehaltenen Schiffe wieder flottzubekommen, so daß sie größtenteils die Schleuse bei Hoya passieren konnten.

Verhaftung eines ungetreuen Kassierers.

Der Kassierer des Ravensburger Arbeitsamts Kirsinger, der am 24. Dezember mit 18 000 M k. Arbeitslosen-llnterstützungsgel- d e r n flüchtig gegangen war, ist in L i f f a b o n verhaftet worven, als er im Begriff stand, die Ausreise nach Brasilien anzutreten.

3m Kraftwagen bei lebendigem Leibe verbrannt.

In der Nähe von Wimbledon (England) ereignete sich in der letzten Nacht ein schwerer Zusammen- stoß zwischen einem Kraftwagen und einem Motorrad. Durch den Anprall geriet der Benzinbehälter des Kraftwagens in Brand. Die Flammen breiteten sich so rasch aus. daß die In­sa s s e n .ein englischer Fliegerleutnant mit seiner Frau bei lebendigem Leibe verbrann- t e n. Der Motorradfahrer, der auf die Motorhaube gestürzt war, wurde ebenfalls ein Opfer der Flam­men, während fein Begleiter mit schweren Brand­wunden gerettet werden konnte.

von einer Lawine verschüttet.

Ein Sohn des D:trieb3l.it.rs der Zug^pitz- bahn, der 22 3ahre alte Hörer der Technischen Hochschule in Wien, Karl Haas, ist bei der Talfahrt vom Zugspihplatt durch eine La­wine tödlich verunglückt. Als seine Begleiter, darunter seine Schwester, merkten, dah Haas fehlte, gingen sie zurück und stießen auf die Lawine, die ihn verschüttet hatte. Cr konnte erst später in den Schneemassen aufgefunden Werdern

Eine LondonerAusstellung italienischer Kunst".

3n London fand die Vorbesichtigung der un­ter dem Patronat des englischen und des italienischen Königspaares ste­hendenAusstellung italienischer Kunst 1200 bis 1900 statt, die vom 1. 3anuar b:s zum 8. März 1930 geöffnet sein wird. Die Ausstellung um­faßt mehr als tausend Werke der ita­lienischen Kunst, vornehmlich Gemälde. Von deutscher Seite haben zu der Ausstellung Werke beigefteuert das Kaiser-Friedrich-Museum und das staatliche Kupferstichkabinett Berlin, die Kunsthalle Bremen, das Wallraf-Richartz-Museum Köln, das Landes museum Darm st ad t, die Akademie Düsseldorf, die Kunsthalle Ham­burg, die Alte Pinakothek und die staatliche Graphische Sammlung München, sowie das Kupferstichkabinett Stuttgart.

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Wettervoraussage.

3m Bereiche der ozeanischen Luft gestaltet sich das Wetter weiter mild und regnerisch. Allmäh­lich scheint jedoch der Witterungscharalter be­ständiger zu werden, die Rordmeerstörung flacht sich ab und zieht in mehr nordöstlicher Richtung fort. Dabei steigt der Luftdruck von Sudwesten und Westen her an, so dah, wenn zunächst auch noch Reste der Störung vereinzelte Schauer brin­gen, später mehr aufheiterndes und ruhigeres Wetter folgen wird. Die Temperaturen gehen langsam weiter zurück.

Wettervoraussage für Mittwoch: Anfänglich noch unbeständig und vereinzelte Schauer, später mehr aufheiternd, Temperatur­rückgang.

Witterungsaussichten für Don­nerstag: Weiteres Sinken der Temperaturen, teils wolkig, teils aufheiternd und beständigeres Wetter.

Gufttemberaturen am 30. Dezember: mittags 7,6 Grad Celsius, abends 6 Grad: am 31. Dezember: morgens 4,8 Grad. Maximum 7,7 Grad, Mini­mum 4,6 Grad. Crdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 30 Dezember: abends 2,6 Grad, am 31. De­zember: morgens 3 Grad Celsius. Rieder­schlag 1,1 Millimeter. Sonnenscheindauer eine halbe Stunde.

Amtliche Wmtersporlnachrichtea.

Alpen (Garmisch-Partenkirchen): Heiter, mi­nus 1 Grad, 9 Zentimeter Schnee, verharscht. Ski und Rodel gut Hirschberg: Bewölkt, minus 0 Grad, 55 Zentimeter Schnee, Firnschnee, Ski gut, Rodel mäßig. Berchtesgaden: Heiter, 2 Grad, 16 Zentimeter Schnee, verharscht. Ski und Rodel gut