Ausgabe 
16.11.1929
 
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Oie Auswanderung der deutschen Bauern aus Rußland.

gativ verlaufen, es bleibt aber abzu­warten, ob die private Initiative namentlich von englischer Seite das gleiche Ergebnis haben wird. In jeden: Falle ist sicher, daß der CB rief Snowdens vom 11.November noch nicht das letzte Wort in der Angelegenheit darstellt. Der erste Teil der inzwischen vorliegenden 11 n - terschrif tensammlung von Mitgliedern des Unterhauses zugunsten einer Aenderung der bisherigen Haltung des Schatzamtes weist die Namen von führenden Persönlichkeiten aus allen drei Parteien auf.

Eine peinliche Erinnerung.

Ein Brief des Schatzkanzlers aus dem Jahre 1926.

Hamburg. 16. Nov. (JJrio.-Iel.) In einem Brief, den der englische Schahkanzler im Jahre 19 2 6 an eine Hamburger Firma geschrieben hat und den dasHamburger Fremdenblalt" veröffeni- lichl hat. fjeißf es:Zur Zeit der Schaffung des Versailler Vertrages und bei vielen Gelegenheiten seitdem habe ich öffentlich gegen diese skanda­löse Verletzung allen internationalen Rechls die Beschlagnahme von Privateigentum und der Gerechtigkeit protestiert. Jät ein derartiges vorgehen gibt eskeinenPrä- zeben; fall. Ich glaube, daß von der Verwal­tungsstelle für das feindliche Eigentum etwas getan wird, um die Lasten zu mildern, und ich hege die Hoffnung, daß, wenn die Zeit verstreicht und die Kriegsleidenschasten sich gelegt haben werden, un­ter Umständen die Bestimmungen des Versailler Vertrages völlig aufgehoben werden. Viel- leicht ist jetzt, seitdem sie im Rate des Völkerbundes sitzt, «die deutsche Regierung in der Lage, in dieser Angelegenheit Hilfe zu schaffen.

ge;.: Philip Snowden."

Oie Wirkung in Berlin.

Englische Blätter über die Erklärung Snowdens.

London, 16. Nov. (WTB. Funffpruch.) Daily Herald" undMorning Post" berichten über die tiefe Verstimmung, die die Er­klärung Snowdens über die Haltung Groß- britanniens in der Frage des liquidierten deut­schen Eigentums in Berlin hervorgerufen hat. Während der Korrespondent desDaily Herald" von derendgültigen Entscheidung" Snowdens spricht, bemerkt der Korrespondent derMorning Post", man weise darauf hin, daß die Verhandlungen weiter im Gange seien, und man erwarte nicht, daß sie nunmehr plötzlich zu Ende gehen werden. Beide Blätter führen Stimmen der deutschen Presse, besonders der Linkspresse, an, in denen große Ent­täuschung" zum Ausdruck kommt, sowie die Mitteilungen der Blätter über die Aenderung der Haltung Snowdens, der noch vor wenigen Iahren die Beschlagnahme des deutschen Eigen­tums eineskandalöse Verletzung des Völkerrechts" nannte.

Das Grundgesetz der Lnier- naiionalen Bank.

Schweizerische Fühlungnahme mit dem Organisationsausschutz.

Bern, 15.Nov. (WTB.) Gestern nachmittag erstattete Professor Bachmann dem Präsiden­ten des Direktoriums der Schweizerischen Natio­nalbank in einer Konferenz, an der neben dem Bundespräsidenten Naab die Bundesräte M u s h und Motta sowie der Vorsteher des Finanzdepartements des Kantons Basel-Stadt teilnahmen, Bericht über seine Fühlung­nahme mit dem Organisationsaus- schuh in Baden-Baden. Cs fand ein Meinungsaustausch über den Entwurf des Grundgesetzes für die Internationale -Zah­lungsbank statt, namentlich über die der Dank durch die Eidgenossenschaft und durch den Kanton Basel-Stadt zu gewährenden Steuergaran­tien. Die rechtliche und fiskalische Stellung der Bank wird Gegenstand eines Staats­vertrages fein.

OieEntmilitarisierung" des Eisenbahnnetzes.

Berlin, 16. Nov. (TU.) Die BerlinerDör- senzritung" berichtet aus Kaiserslautern: Mit der Zerstörung von Eisenbahnlinien im besetzten Gebiet, die von der Reichsregie­rung in dem mit Frankreich über dieEntmili­tarisierung im Westen" abgeschlossenen Abkoyi* men zugestanden wurde, ist in der Pfalz bereits begonnen worden. Seit Dienstag wird von etwa 70 Bahnarbeitern das zweite Gleis der Bahnstrecke Münster am Stein Odernheim abgerissen. Das Gleis ist bereits auf einer Strecke von 400 Meter zerstört. 3m ganzen sollen die Gleisanlagen auf einer Strecke von 15 Kilometer entfernt werden. Der Schotter und das son­stige Material werden Interessenten gegen die Verpflichtung der Abfuhr auf ihre Kosten über­lassen. Auch mit der Beseitigung eines Teiles der Verladerampe am Bahnhof Schaidt (Südpfalz) ist bereits der Anfang gemacht worden.

Die Ausnahme der Saarverhandlungen.

Paris, 16. Nov. (WTB. Funkspruch.) Zur Ausnahme der Saarverhandlungen, die auch den Gegenstand der gestrigen Unterredung des deut­schen Botschafters von Hoesch mit dem Auhen- minister Driand bildeten, bemerktIournal": Die französische Delegation hat ihre Arbeiten been­det und war für den auf den 2 8. Oktober festgesetzten Termin bereit. Der Aus­bruch der Regierungskrise hat aber alles auf* geschoben. Ietzt ist kein Grund mehr vor­handen, die Angelegenheit weiter zu verschie­ben, und man kann annehmen, daß die franzö­sische und die deutsche Delegation ihre Arbeiten bereits in der kommenden Woche a u f n e h - men werden.2Hatin will wissen, dah die Saar­verhandlungen in etwa 10 Tagen ihren Anfang nehmen werden.

Oie ^Räumung Oürens.

Düren, 15. Nov. (WTB.- Die von der fran­zösischen Besatzung belegte Artilleriekaserne mit den Staatsgebäuden und 90 Morgen Land ist nunmehr freigegeben worden. Die Frei«

Oie Hilfsaktion des Reichs

Berlin. 15.Nov. (Priv.-Tel.) Die private Initiative für eine Hilfsaktion der deutsch-russi­schen Auswanderer ist bisher noch nicht über das Stadium der Vorbereitungen h.nausgegangen. Insbesondere läßt sich im Augenblick noch nicht übersehen, welche Wirkung der vom Roten Kreuz in diesen Tagen erlassene Aufruf zur S amm- lung von Mitteln zur Unterstützung der Flücht­linge gehabt hat. Man nimmt jedoch an, daß der ?H>pell an die Oeffentlichkeit nicht umsonst gewesen ist und dah von allen Seiten des deut­schen Volkes, soweit dies irgend möglich ist, ge­holfen wird. Wie wir zu wissen glauben, hat ich inzwischen auf private Initiative hin eine grobe deutsche Schiffahrtsgesellschaft bereit er­klärt, ein gewisses Kontingent der abwandern- den deutschen Bauern ohne Gegenleistun­gen nachKanada zu beordern. Man spricht von etwa 200 bis 253 Personen, lieber die Höhe der von Reichswegen zur Verfügung gestellten Mittel steht im Augenblick noch nichts fest. Cs wird zunächst eine genaue Prüfung notwendig ein, welche Mittel des Reiches, die für wohl­tätige Zwecke zur Verfügung stehen, freigemacht werden können.

Kür eine Ansiedlung im deutschen Osten.

Ein beachtenswerter Vorschlag.

Berlin, 16.Nov. (Priv.-Tel.) Angesichts der urchtbaren Notlage der vor Moskau liegenden deutsch-russischen Bauern, mit deren Schicksal sich gestern der Reichskanzler und die Parteiführer ein­gehend beschäftigten, haben sich auch r i v a t e Kreise zusammengefunden, die neben der amt­lichen Hilfsaktion des Reiches eine großzügige Aktion des deutschen Volkes propagieren, um die A n s i e d- lung der deutsch st ämmigen Bauern im deutschen Osten zu ermöglichen.

gäbe der CBürgerquartUre macht gute For t- chritte. Auch die Rcichswohnungen sind bis auf eine Ausnahme z urückgeg eben. Das Offizierkasino ist geräumt. Das Militärlazarett in der Heil- und Pflegeanstalt wird in dr kom­menden Woche frei. Cs ist damit zu rechnen, daß die Stadt Düren inserierten No­vemberwoche vollständig geräumt sein wird.

Danzig weist russische Emigranten aus.

Eine weitzgardistische Spionage- und Verschwörcrzentralc?

Danzig, 15. Nov. (WTD.) Der Senat hat einige in Danzig von ehemaligen russischen Offi­zieren und Militärpersonen begründete Orga­nisationen, die sich ausdrücklich als Ver­einigungen solcher militärischer Kreise bezeich­neten, verboten, weil ihre Vereinstätigkeit den Danziger Interessen schädlich sein könnte. Der Polizeipräsident hat ferner die Auswei­sung der ehemals russischen Generale Glase- napp, ßebebeto und Djakoff angeordnet.

DieDanziger Volksstimme" berichtet zu der Ausweisung: Die drei Ausgewiesenen sind in der weißgardistischen Bewegung tä­tig gewesen. Bei der Aufdeckung einer monar­chistischen Verschwörung in Moskau im Septem­ber wurden seinerzeit mehrere Offiziere ver­haftet. Sie wurden beschuldigt, im Auf­trage einer monarchistischen Organi­sation, deren Haupt der in Danzig wohnhaft gewesene General G l a s e n a p p war, versucht zu haben, in dem russischen Grenzbezirk Pskoff Auf stände vorzubereiten. Den Ver­hafteten wurde weiter zum Vorwurf gemacht, dah sie Waffen und falsche Tscherwo- neznoten in großen Mengen nach Ruhland eingeführt hätten. Glasenapp wohnt seit mehr als zehn Iahren in Danzig, verfügte über reiche Geldmittel und soll, wie das Blatt behauptet, mit e st ländischen und lettischen Spionagezentralen in ste­tiger Verbindung gestanden haben. General Lebedew war, wie das Blatt weiter erklärt, ebenfalls in der weihgardistischen Propa­ganda tätig und gehörte als ehemaliger russi­scher General nach der Umwälzung der Ar­mee CEr angel .an. Er hatte insbesondere Fühlung mit Paris und galt a l s Agent französischer Spionage st eilen. Es ist bekannt geworden, dah er in Danzig Leute für seine Zwecke geworben hat, die im besetzten Ge­biet mit den französischen Agenten Hand in Hand arbeiteten. Der dritte ausgewiesene General Djakoff war als Mittelsmann zwischen Lebe­dew und seinen Auftraggebern tätig.

Grundstücksgeschäfte der Sklareks.

Oberbürgermeister Botz bestreitet jede Beteiligung.

Berlin, 15. Nov. (WB.) Da die drei Brü­der S klare! nach to.e vor die Kenntnis der von ihrem Buchhalter Lehmann eingestande- nen Fälschungen ableugnen und Oberbürger­meister Böß eine nähere Bekanntschaft mit den Sklareks a b ft r e i t e t, hat Lehmann seinem Verteidiger Dr. Puppe weiteres Material zur Klarstellung der Beziehungen zwischen dem Oberbürgermeister und den Sklareks übergeben. Rechtsanwalt Dr. Puppe hat daraufhin bei der Staatsanwaltschaft die Vernehmung des Ober­bürgermeisters und des Stadtrats Neuendorf vom Bezirksamt Mitte beantragt, die Aussagen ma­chen sollen über den Kauf der Pelzjacke und den geplanten Verkauf des Grund­stückes Kommandanten st rahe 3 0/81 an öle Sklareks. für das Stadtrat Neuen­dorf als zuständiger Dezernent 14 000 Mark pro Quadratrute verlangt Hütte, während Oberbürgermeister Döh nach einer Besprechung mit Bürgermeister Schneider und Stadtrat Be° necke ohne Zuziehung Neuendorfs in der Ma­gistratssitzung den Preis auf 10 300 Mark

und der privaten Verbände.

(Ein Ausschuh, in dem die Professoren Brand und A e r e b o e von der Landwirtschaftlichen Hoch­schule in Berlin, der Präsident der Preußischen Zen- tralgenossenschaftskasse, Klepper, Universilälspro- fessor S e r i n g und andere vertreten sind, veröffent­licht einen Aufruf, in dem es heiht:

Siedlungsfertige» Land ist in Ostpreußen. Grenzmark,Pommernund Schlesien in den Händen der Siedlungsgesellschaften und des Staates ausreichend vorhanden. Es han- handele sich um etwa 2000 bis 2500 Familien, deren Unterhaltung bis zum Frühjahr bei der Bedürfnis­losigkeit dieser Leute mit zwei bis drei Millionen Reichsmark zu bestreiten fei. Es müsse erreicht wer­den, den Bauern Arbeitsmöglichkeit für den Sommer zu sichern und sie im Laufe der nächsten Jahre e n d g ü l t i g im Osten anzusiedeln."

Scharlach- und Masernep demie im Auswanderer'.agrr.

Berlin, 16.Nov. Unter den mehr als drei­hundert deutschrussischen Auswanderern, die in der Nähe von Kiel in einer Waldschule unter­gebracht wurden, ist eine Scharlach- und Masernepidemie ausgebrochen, die nament­lich Frauen und Kinder ersaht hat. Infolgedessen ist nur ein Drittel der ganzen Flüchtlings- schar heute mit der Dahn nach Hamburg transportiert worden, und zwar auf Kosten des Reiches. Sie werden hier in dem weit­räumigen Hapaghaus auf der Elbinsel Ved­del, das schon von Albert Dallin für die Aus­wanderer als Uebergangsstation eingerichtet worden war, untergebracht und verpflegt. Als die Leute heute vormittag auf dem Hamburger Hauptbahnhof eintrafen, äußerten sie sich sehr dankbar undanerkennend über die Auf­nahme und Gastfreundschaft, die man ihnen in Deutschland gewährte.

pro Quadratrute herabsetzte. Stadtrat Neuendorf bestätigte einer Berliner Lokal­korrespondenz gegenüber die Darstellung des Rechtsanwaltes Dr. Puppe von dem Grund­stücksgeschäft. Der Verkauf kam jedoch nicht zu­stande, da Stadtrat Neuendorf wegen alter Mietsdifferenzen den Sklareks die Auflas­sung versagte. Wie der Städtische Nach­richtendienst mit teilt, hat Oberbürgermeister Döh niemals mit den Gebrüdern Sklarek über den Verkauf des Grundstückes verhandelt. Er hat sich weder für den Verkauf des Grundstückes an die Gebrüder Sklarek eingesetzt, noch in irgend­einer Weise auf eine Ermäßigung des von den Gebrüdern Sklarek an die Stadt zu zahlenden Kaufpreises eingewirkt.

Oer Katt Lampei.

Wer war der Täter?

Breslau, 15. Nov. (WB.) Die Justizpresie. stelle teilt au den Vernehmungen der Angeschuldig­ten im Falle Sampel mit: Sampel hat die Tat als eine Notwehrhandlung nicht unterstützt, im Gegen­teil ist er dabei stehen geblieben, die Tat auf Befehl ausgeführt zu haben. Die Namen von Vorgesetzten, die für diesen Befehl in Frage kommen, hat er jedoch nicht genannt. Auch die übri­gen Angeschuldigten haben bei ihren Vernehmungen diese Darstellung der Tat als eine Notwehr­st a n dl u n g nicht oder doch nickt ausdrücklich ge­geben. Sediglich in einer schriftlichen Erklärung des Angefchuldigten von Beulwitz sind Andeutungen in dieser Hinsicht vorhanden, v. Beulwitz stellt es überhaupt so hin, als ob er der eigentliche Täter sei und die anderen nur in ganz gering­fügiger Weise an der Tat beteiligt waren. Der durch Rundfunk vom Untersuchungsrichter geladene Zeuge, der sich aus München gemeldet hat, kannte sich nicht auf Einzelheiten mehr besinnen. Er erklärte aber, den Eindruck gehabt zu haben, daß man ihn ab­geholt habe, damit er von der beabsichtigten Tö­tung Köhlers nichts erfahre. Die Gastwirts­töchter Seifert aus Nikolstadt (Kreis Siegnitz) ha­ben erklärt, nur Beulwitz und Schweninger gekannt zu haben. Nach dem Verschwinden Köhlers seien Seute gekommen, die regelmäßig die noch einge­gangene Po st Köhlers abgeholt haben.

Tragödie in Bagdad.

Das Schicksal des Irak.

Der Ministerpräsident vom Irak T u f i t Bey Suady hat Selostmord verübt. Er hat einen Brief hinterlassen, aus dem. das amtliche englische Telegraphenbureau nur einen verstümmelten Aus­zug widergibt, der aber doch soviel erkennen läßt, daß der Premierminister das Verhalten Eng­lands für feinen Tod verantwortlich macht. Das muß auffallen, nachdem eben erst bekannt geworden ist, daß die Sabour-fRegierung das Mandat über den Irak im Jahre 1933 als beendet ansieht und dann die Aufnahme dieses Staates in den Völkerbund vorschlagen will. Das Verhalten der Engländer im Irak selbst scheint aber nicht mit dem Beschluß der Sonboner Regierung in Einklang gestanden zu haben, hinzu kommt noch, daß die Parteien jeden Politiker, der es wagte, die Ministerpräsidenschaft zu übernehmen, als Sandesverräter brandmarkten, weil es schließlich zu seinen Aufgaben gehört, auch mit den Engländern zu verkehren. Die Anfeindungen durch die eigenen Volksgenossen dürf­ten Tufik Bey Suady wohl in der Hauptsache ver­anlaßt haben, demonstratio zur Waffe zu greifen und seinem Seben ein Ende zu machen.

Aus aller Wett.

Jahrestagung

der Nolgemeinfchaft der deutschen Wissenschaft.

Die Jahrestagung der Deutschen Wissenschaft, die vorn 15. bis 17. November in Hamburg ftatt- finbet, begann mit der Sitzung des HauPt- a u s s ch u s s e s , die unter Teilnahme des Se­nators Dr. de Chapeaurouge, von Vertretern der Reichsministerien, der Hochschulverwaltun- gen und der Länder unter dem Vorsitz des Ge­heimen Rats Dr. Friedrich von Müller (München) abgehalten wurde. DieBeratungen galten im wesentlichen der Vorbereitung der

Mitgliederversammlung, zu der die Vertreter der deutschen Hochschulen. Akademien und Wis­senschaften am Nachmittag zusammentraten. Abends findet im Rathause etn Empfang durch den Senat statt, zu dem etwa sechzig Wissenschaftler geladen sind.

Ein weiteres Opfer des Düsseldorfer Mörder« gefunden.

Im Laufe der von der Polizei zur Aufklärung der Frauenmord - Angelegenheit angeordneten Nachgrabungen in der Nähe des Gutes Pappendell bei Gerresheim ist heute die Leiche des seit längerer Zeit vermißten Dienstmädchens Maria Hahn gefunden worden. Der Oluf - findungsort entspricht ungefähr der Stelle, die der angebliche Täter in feinem an die Polizei und die Presse gerichteten Schreiben ange­geben hatte. Die Leiche wies auf der 3ruft Stich- und S chlagverlehungen auf.

Gerichtliche Vernehmung Zubkofss.

Alexander Zubkow wurde zur Vernehmung dem Richter vorgeführt. Nach der Vernehmung wurde er wieder ins Gefängnis zurückge­bracht. da eine Freilassung nicht ^in Frage kommt. Die Anklage wird nunmehr nicht wegen fahrlässiger, sondern wegen schwerer Kör­perverletzung und wegen Dann- b r u ch s erfolgen.

Vorlrag eines ehemaligen U-Boot-Kommandanten in England.

Der ehemalige H-Boot-Kommandant Kapitän F a ß h a g e n ist in Begleitung des ehemaligen britischen Marineoffiziers Commander Norman Lewis in London eingetroffen. Kapitän Faß- Hagen, der im Iahre 1917 das von Lewis ge­führte Schiff torpediert und diesen ge­fangen genommen hatte, wird am Montag in einer Versammlung der Völkerbundsligen in Reading einen Vortrag halten.

Winterwetter in Frankreich.

Fast sechs Wochen früher als gewöhn­lich hat der Winter in Frankreich seinen Einzug ge­halten. Abgesehen von der Cöte d'Azur macht sich überall die Kälte bereits stark fühlbar. In verschie­denen Gegenden, so in Sille, Montpellier und vor­übergehend in Paris ist bereits derer st eSchnee gefallen.

Frecher Raubüberfall.

In B u f a 11 o drang eine Räuberbande durch dcrs Fenster in einen Saal ein, wo 18 Per­sonen zu einem Festessen versammelt waren. Die Gäste glaubten zuerst an einen Scherz im Rahmen der Veranstaltung. Sie wur­den aber bald eines anderen belehrt, als die Räuber sie an die Wand stellten und ihnen Schmucksachen und Geld abnahmen. Die so gestohlenen Gegenstände werden auf 40 000 Dollar geschätzt.

Der Tod im Walzwerk.

Im Röhrenwalzwerk des Bochumer Der* eins ereignete sich ein gräßliches Unglück. Beim Abgiehen einer Pfanne wurden -wer Arbec- ter mit flüssigem Stahl überschüttet. Einer wurde sofort getötet, der andere muhte in hoffnungslosem Zustande nach dem Kranken­haus übergeführt werden.

Oie Wetterlage.

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»Schnee a Graupeln. Nebel K Gewitter.(§)WindUiiie.«o-. sei «Knie» Ost «lässiger Südsüdwest <5 siurmtjcner nordwesl Oie »lene fliegen mit dem winde. Die beiden Stationen Menenden Zah­len geben die Temperatur an. Die Limen verbinden QrU mit gleicht^ eel neeresniveau umoertcnnrlen Luftdruck

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Wettervoraussage.

Der vorübergehende Luftdruckanstieg, der im Laufe des gestrigen Tages vielfach zur Aufheite­rung führte und während der verflossenen Nacht Aufklaren verursachte, brachte namentlich inSüd- unb Mitteldeutschland die Temperaturen zum Ge­frierpunkt und etwas darunter. Schon heute morgen lag über dem Kanal die^ neue vom Ozean heranrückende Störung mit kräftigem Ba­rometergefälle. Sie wird zunächst eine weitere Verschlechterung bringen, die sich unter zunehmen­der Luftbewegung durch Eintrübung und Nieder­schläge, die in höheren Lagen als Schnee nieder­gehen, bemerkbar machen wird. Die Tempera­turen, die anfangs ansteigen werden, erfahren jedoch durch den rasch folgenden Zustrom kalter Luft an der Rückseite alsbald wieder einen Rück­gang. Der Witterungscharakter bleibt vorläufig unbeständig.

Wettervoraussage für Sonntag. Anfänglich bedeckt, milder mit Niederschlägen (in höheren Lagen Schnee), lebhafte füdwestl'.che. dann auf West drehende Winde, später wechselnd wol­kig, wieder kühler.

W i 11 e r u ngs au s sich t en für Mon­tag. Unbeständig, wechselnd wollig, vorüber­gehend Aufheiterung, noch einzelne Schauer und Nachtfrostgefahr.

Sufttemperaturen am 15. November: mittags 4,3 Grad Celsius, abends 0,3 Grad Celsius; am 16. November: morgens 0,5 Grad Celsius. Erd­temperaturen in 10 cm Tiefe am 15. November: abends 5 Grad Celsius, am 16. November: mor­gens 2,4 Grad Celsius. Maximum 4,9 Grad Cel­sius, Minimum minus 0,7 Grad Celsius,