Ausgabe 
15.3.1929
 
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Nachdruck verboten

30. Ziehungstag

14. März 1929

65797 68840 76850 84398 88350 90221

123507 189673

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280445 302318 352748

368590

landwirtschaftlichen Maschinen und bu Lrateoorräte vernichtet, das Vieh fonnU bis auf die Hühner jum Glück noch gerettet werden. Der Schaden der beiden Besitzer ist nur zum kleinen Telle durch Versiche­rung gedeckt. Die schwerbetrosfenen Familien sind einstweilen notdürftig im Orte unlergebracht worden. Als Brandursach« wird Surzschl' h vermutet.

4 ®Winne iu 3000 M.

10earinn* xo 2000 HL 212054 325169

12 ®e»tnne iu 1000 HL 129641 146647 270653

Gewinnavszng

5. Masse 32. Prevblsw-Sgbdeittsche (25b. Preutz.) SUaflen-ßotierie

Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich Hetze Gewinne gefallen, und zwar tr einer aus die Lose gleicher Nummer kn den beiden Abteilungen I und II

Großfeuer in Löhnberg.

Zwei Wohnhäuser und drei Scheunen elogeäschert. WSN. Wellburg a. d. Lahn. 14. Mär,, heute abend brach Im benachbarten Löhnberg ein Grohfeuer aus. durch das Zwei Wohn­häuser und drei Scheunen völlig ein­geäschert wurden. Gegen 6.30 Uhr schlug plötz­lich aus einem Haus an der Ringmauer eine hohe Flamme empor, die im Augenblick da, ganze Dach ergriff und sogleich auch das Nachbarhaus in Brand steckte. Die Löscharbeiten gestalteten sich wegen Wassermangels sehr schwierig. Erst als die Motorspritzen von Weilburg und Wetzlar anrücklen, konnte man aus der Lahn In langen Schläuchen Wasser an die Brandstätte pumpen Das Feuer hatte jedoch schon zwei Wohnhäuser und drei Scheunen ergriffen. Die wehren muhten flch des­halb darauf beschränken, die Nachbarhäuser zu ret­ten. Gegen SUHc war der Brand so weit elvge- dämmt, dah für die Nachbarhäuser keine Gefahr mehr bestand. An den Löscharbeiten beteiligten sich ungefähr 25 wehren aus der Umgebung. Da aus den Häusern und Scheunen fast nichts gerettet werden konnte. ist derSchadenauherordent- lIch hoch. Vie Ursache de, Brandes konnte noch nicht ermittelt werden.

wie derGießener Anzeiger" durch telephonische Erkundigungen in Löhnberg noch feslslellte. handelt es sich bei den bi, auf die Grundmauern niedergebrannlen Gehöften um die Besitzungen der Landwirte Heinrich Bock und Albert Schuster; letzterer betreibt neben seiner Landwirtschaft noch eine Schuhmacherei und Schuhhandlung, und ihm ist ein gröberes Schuhlager mit ver- brau ul. 3n beiden Gehöften wurden all«

3n der heutigen Schluhziehimg wurden Gewinne über 150 SDL gezogen

2 »«tohnu in 1000 HL nah tn» btthea Träadew Ma je 500000 HL auf «lt 297785

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71917 259248 80461 129804 202318

71269 95879 126856

sachdienliche Angaben zur Ermittlung der Täter und Herbeischaffung bej Diebesgutes machen kön­nen, werden gebeten, der Seriminalabteilung, Zimmer 24, Nachricht zu geben.

* Fe st genommen wurden hier drei Fürsorge­zöglinge. die aus der Anstalt Bethesda entsprungen waren. Sie wurden in die Anstalt zurückgebracht. '

*' herrenlose Fahrräder. In den letzten Tagen wurden hier drei Fahrräder herrenlos auf- . gefunden. Die Eigentümer können die Maschinen bei der Kriminalabteilung wieder in Empfang nehmen.

Der Gießener Lesehalle-Verein hielt am Mittwoch abend in der IlniversitätS- Bibliothek seine ordentliche Mitgliederversamm­lung ab. Professor Dr. Fritsche erstattete den Jahresbericht für 1928, aus dem zu entnehmen war, daß der Besuch der Lesehalle im Selters- torhaus sehr zufriedenstellend ist und daß der Verkehr sich dort in Formen abwickelt, die den ganzen Verhältnissen entsprechen. Zu wünschen wäre, daß die Selbstkontrolle der Benutzer der Lesehalle darauf achtet, dah nicht, wie dies in vereinzelten Fällen vorgekommen ist, Lesemate­rial mitgenommen wird, oder aus einzelnen Zeit­schriften gewiss« Illustrationen herausgefchnitten werden, wodurch andere Besucher der Lesehalle geschädigt werden. Aus der Bücherei des Lese- Halle-Vereins wurden 1928 im ganzen 13 951 Bände, gegen 14 964 Bände im Vorjahr ver­liehen. Da im laufenden Jahre dem Verein etwa« reichere Mittel zur Verfügung stehen werden als in den Vorjahren, beschloß die Versammlung, den Bücherbestand der Bibliothek stärker zu ver­mehren a.8 dies bisher möglich war. Der Vor­sitzende, Prof. Dr. Eger, dankte Prof. Dr. Fritsche für seine auch im letzten Jahre ge­leistete Arbeit und große Mühewaltung, er ver­band damit gleichzeitig auch den Dank an die Damen, welche die Dibllothek gewissermaßen ver­walten und die Bücherausgabe besorgen. Cs wurde noch mitgeteilt, daß derTag des Buches" durch eine Ausstellung im großen Lesesaal der Llniversitäts-Tih.ioihek begangen werden soll, die am Samstag, 23. März, vormittags 11 älhr er­öffnet werden wird und vom Samstag bis Mon­tag bis abends 6 Tlhr der Oefsentlichkeit zu­gängig ist. Die Vorstandswahl ergab durch Zu­ruf die Wiederwahl der seitherigen Vorstands- mitglieder, uenen es überlassen bleibt, durch Zuwatzl eventuell den Vorstand noch zu ergänzen.

** Die Ortsgruppe Gießen des Bun­des der Kolonialireunde konnte, wie uns mitgete lt wird, im bisherigen Verlaufe dieses Jah­res stet.ge Fortschritte in ihrer Entwicklung ver­zeichnen. Neben geselligen Veranstaltungen, die sehr zum Zusammenhalt unter den Mitgliedern bei­trugen, wurde u. a. Anfang März in Gemeinschaft mit dem Kavallerieverein Gießen ein Familienabend veranstaltet, in dessen Mittelpunkt ein Vortrag des ersten Vorsitzenden Mohr überWeltwirtschaft und Kolonialpolitik" stand. Weiter hielt der Redner an diesem Abend einen Lichtbildervortraa unter dem LeitwortEine Reise durch unsere Kolonien". Die Veranstaltung verlief zur vollen Zufriedenheit der Besucher. Am 9. März fand die Dierteljahreshaupt- Versammlung statt, die ebenfalls einen befriedigenden Verlauf nahm.

Der schöne Mensch in der Neuen Kunst. Unter diesem Titel veranstaltet die Interessengemeinschaft fortschrittlicher Künstler Hessens" (Darmstädter Sezession und Darmstädter Gruppe) zusammen mit derHessischen Arbeits­gemeinschaft für bildende Kunst" dieses Jahr eine grohangelegte, internationale Ausstellung. Sie wird von Mitte 3uni bis Oktober in dem Aus- stellungsgebäude auf der Machildenhöhe zu Darmstadt gezeigt werden. Eine retrospektive Schau vermittelt in charakteristischen Stichproben einen Lleberb'.ick über die künstlerische Prägung des Körperideals in vergangenen Epochen, von der Sieinzeit bis zur Moderne. Die besten "beut- schen und ausländischen Vertreter der Malerei und Plastik werden durch neue Arbeiten zeigen, wie das heutige Kunstschaffen dem Problem gegen- übersteht.

"AichtaufkalteStelnefehenl Wenn die Sonne in den nächsten Wochen das Leben in der Natur zum Erwachen gebracht hat. kommt auch wieder die Zeit, in der groß und klein sich heraussehnt ins Freie und Ausflüge unternimmt. Dabei dürfen es alle Eltern, deren Kinder sich an solchen Ausflügen beteiligen, nicht unterlassen, nachdrücklich daraus hinzuweisen, daß ein Aus­ruhen auf kalten Steinen sehr gefährlich werden kann. Denn die Kälte der Erdkruste muß erst aus dem Boden heraus und der durch längeres Wan­dern schwitzende Mensch kann sich .den Tod holen", wenn er sich auf einen Feldstein oder auf einer steinernen Dank zum Ausruhen nieder- läßt. Ebenso muß dafür Sorge getragen werden, daß bei Wanderungen für den immer noch kalten Abend genügend fchühende Kleidung mitgenom­men wird.

die wandervolle goldklare flaarwaachseife für jedes Haar, auch als Shampoon

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Iugendgruppe von Bedeutung ist. DaS Ergebnis der Aussprache ging dahin, dah grundsätz­liche Geneigtheit zu einem Zusammenschluß zu einer Interessengemeinschaft be­steht, vorausgesetzt, daß die Selbständigkeit deS Vereins in finanzieller Beziehung und in bezug auf Betätigung auf dem Gebiete des Mvtor- fluges und des Freiballonsportes bestehen bleibt.

Bornotizerr.

Tageskalender für Freitag. Stadt­theater:Cäsar und Cleopatra". Licht, pielhaus, Bahnhofstraße:Hinter Klostermauern". Astoria- Lichtspiele:Im Schatten des Harems".

Stadttheater Gießen. AuS dem Sladtthealerbureau wird und geschrieben: Die heutige Vorstellung von ?,Cäsar und Cleopatra" beginnt schon um 19.15 Llhr. Die Dolksvorstel- lung von Charletzs San le, am Sonntag, 17. März, beginnt um 18.15 Uhr.

Obst - und Gartenbau verein. Am nächsten Sonntagnachmittag im Kaufmännischen Ver­einshaus Vortrag überDüngungsfragen im Garten". (Siehe mutige Anzeige.)

Geflügel- und Vogelzuchtverein Gießen. Morgen Samstagabend imH:sft chcn Hof" Monatsversammlung. Siehe Anzeige.

Wandervogel .Höhenflug" Gie­ßen. Am morgigen Samstagabend findet im Frankfurter Hos" ein Lichtbildervortrag statt. Man beachte die heutige Anzeige.

Aus der Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 15. März 1929.

Falsche Höflichkeit.

Dor kurzem hat ein Hamburger Juwelen- Händler eine Art Rundschreiben an dieHerren Einbrecher" gerichtet, die ihm nachts vorher seinen Laden ausgeplündert hatten, und ihnen gute Be­zahlung zugesichert, wenn sie ihm die Deute zurückorächten. Tatsächlich ging dieser merkwür­dige Handel im Schutze der Dacht vor sich, der Juwelier blechte an die Einbrecher, dieHerren Einbrecher" gaben den Raub zurück. Was die Polizei dazu gesagt hat, weiß man nicht, aber sie dürfte mit einem solchen Verfahren nicht ganz einverstanden sein.

Dun folgte ein Berliner Juwelier diesem Bei­spiel und übevbot es noch, indem er ein Plakat anbringen lieh, das der Kuriosität wegen hier wörtlich wiedergegeben sei:

Wertgeschähte Einbrecher! Bei Ihrem unge­betenen Besuch in unserem Hause mußten Sie eine merkwürdige Entdeckung machen: Es gibt im Grünewald auch Leute, bei denen für Sie Wert­volles zu holen ist. Ihr Kennerblick lieh die meisten Gegenstände als kaum verwendbar stehen. Nur eines haben Sie mitgenommen, was auch Ihnen verwendbar schien: einen alten silbernen Familienbecher. Was wollen Sie damit machen? Einschmelzen bringt wenig Geld ein, verschieben kann man ihn schwer, da er durch Inschriften zu deutlich als Eigentum meiner Familie bezeichnet ist. Für mich und mein Haus aber bedeutet der Silberwert wenig Im Vergleich mit den Erinne­rungen, die das Erbstück trägt. Ich bin, wie Sie gcseh-n haben, kein reicher Mann, aber wenn Sie mir den Becher unbeschädigt zurücksenden, zahle ich Ihnen den Silberwert und ein Pfund Geld. Diskretion Ehrensache. Sie kennen ja meine Anschrift. Ein Grunewalder."

Ditte zu beachten:Wertgeschähte Einbrecher! Diskretion Ehrensache!" Wan darf sich wohl fragen, ob die Herren Einbrecher das richtige Verständnis für die Wertschätzung haben, deren man sie versichert. Unb ob sie viel auf die Ehrensache" geben, sei dahingestellt.

Aber mancherlei andere Gedanken drängen sich in diesem Zusammenhänge auf. Höflichkeit ist eine schöne Sache, und man soll sie üben, wo man kann. Wan könnte sie sicher noch oft an den Mann bringen, wenn man wollte, und es ist anzunehmen, dah sie auch in diesen anderen Fällen eine gewisse Wirkung erzielte. Wenn man sich aber im allgemeinen ein wenig umsieht, ist von Höflichkeit gerade das Maß zu finden, das als unbedingt nötig anzusehen ist. Ost aber wird man sogar nicht unbeträchtliches Untergewicht festzustellen haben. Man mache nur die Probe, wo viele Menschen und Menschen verschiedener Art zusammenkommen, vor allem dort, wo der eine einen kleinen Vorteil gegenüber dem an­dern erhaschen kann. Man stelle sich in überfüllte Straßenbahnen, an stark belegte Kleiderablagen bei Veranstaltungen, reise ein Stück in stark­beanspruchten Zügen, unö man wird gewiß Er­fahrungen von einer Höflichkeit machen, die um viele Grade hinter der Höflichkeit zurücksteht, die denwertgeschähten Herren Einbrechern" gegen­über angewandt wird.

Gewiß kann man sagen: Der Zweck heiligt die Mittel, und so ernst ist das nicht gemeint. Dann würde sich also Höflichkeit nur dort einstellen, wo man sich Vorteile verspricht, und sie würde durch Abwesenheit glänzen, wo keine Vorteile herausspringen, mit andern Worten: Sie würde sich in den Dienst des krassen Egoismus stellen. Ist das nicht im Grunde eine Entwürdigung dessen, was man unter Höflichkeit versteht? Denn Höflichleit soll die äußere Form umschließen für den Verkehr von Mensch zu Mensch, sie soll aber auch der Ausdruck jenes Seelenadels fein, der im andern den gleichstrebenden Bruder achtet und nicht Halt macht vor dem Kleid, noch vor dem Damen. Ist aber Höflichkeit nur eine Marke, die man umbindet, wenn man gewisse Absichten erreichen will, so degradiert man ihren Wert. Dann ist sie eine schlimme Heuchelei, die schwäch­lichem Egoismus entspringt. Dann verliert sie ihren Sinn, und man lann mit Recht fragen: Was gibt man auf ein Wort der Höflichkeit, wenn eswertgeschätzte" Einbrecher gibt, wert­geschäht nicht von ihrer Zunft, sondern vom Destdhlenen? Wie ist dann der einfache Mann zu schätzen, der sich mühsam fein ehrliches Drot verdient und ein wertvolles Glied der Volks­gemeinschaft darstellt? O. S.

Verein für Lustfahri.

In der am Mittwoch abend im Saale des Hotel-Restaurant Hindenburg stattgehabten Hauptversammlung des Vereins für Luft­fahrt in Gießen erstattete Geh. Rat Prof. Dr. König den Jahresbericht. In Ermange­lung eines Ballons oder eines Flugzeugs hat sich der Verein mit seinen beschränkten Mitteln nur noch in den Dienst des Segelflugs gestellt, der von der Iugendgruppe des Vereins in zielbewußter, jugendfrischer Begei- sterung gepflegt und ausgeübt wird. Während der Slammverein 72 Mitglieder zählt, hat die Iugendgruppe die Zahl ihrer Mitglieder aus 22 erhöht. Aus dem von dieser erbauten Se­gelflugzeugZögling" haben 7 Mit- glieder die Prüfung A, 3 Mitglieder die Prü­fung B ablegen können, und die letzteren smd infolgedessen auch als Sportzeugen anerkannt worden. Aeuerdings hat die Iugendgruppe dank des Entgegenkommens der Sladt den Bau eines neuen Flugzeugs ..Prüfling" begonnen wozu ihr von der Leitung des Realgymnasiums in liebenswürdiger Weise geeignete Werkstatt- räume zur Verfügung gestellt wurden. Von Bor- trägen und sonstigen größeren Veranstaltungen hat der Verein im vergangenen Jahre aus fi­nanziellen Gründen Abstand genommen. Die Kassenverhältnisse find geordnete. Außer einem Bankguthaben von 300 Mk. steht dem Verein ein wertvolles Instrumentarium und eine an­sehnliche Bibliothek zur Verfügung.

An Stelle des Regierungsrats Ludwig Schmidt, der wegen Arbeitsüberlastung fein Amt niederlegte, wurde Geh. Rat Prof. Dr. König als Vorsitzender, Bankdirektor Ludwig Griehbauer a.s Schriftführer, Kaufmann Ernst Riemann zum Schatzmeister und Rek­tor Hermann Schmidt zum Fahrtenwart gewählt.

Eine lange und sehr angeregte Erörterung rief die Frage des Zusammenschlusses des Vereins mit den Rachbar vereinen Marburg, Friedberg, Wetzlar. Dillenburg her­vor. Der letztgenannte Verein hat in Hirzenhain bei Dillenburg em außerordentlich günstiges 6egdfluggclänte, daS für die Ausbildung der

LU. Von der Landesuniversität. Der ordentliche Professor für englische Philologie Lr. Matter Fischer hat den an ihn ergangenen Ruf an die Handelshochschule Leipzig für Wirt­schaftsanglistik (neuer Lehrstuhl) abgelehnt.

* Berufung an die Universität Gießen. Der oroentliche Professor der Ehemie und Direktor des Chemischen Instituts an der Universität Kiel Dr. Otto Diels hat einen Ruf als Nachfolger des in den Ruhestand tre­tenden Geheimrates Prof. Dr. Elbs an die Hessische Lande^universität Gießen erhalten.

Polizei-Dienstjubiläum. Polizel- inspeklor Johannes Schaub kann am heu­tigen 15. März auf eine 25jährige Tätigkeit im Polizeidienst zurückblicken. Nachdem er bis zum 1. Dezember 1922 bei dem Polizeiamt Darmstadt, zuletzt als Polizeioberwachtmei'ter, tätig gewesen war, wurde er mit der Wahrnehmung der Dienst- geschäfte eines Polizeikommissars zum Polizeiamt Gießen verletzt. Seine Ernennung zum Polizei- kommisfar erfolgte am 1. August 1923, die Er­nennung zum Polizeiinspektor am 1. April 1921. Polizeiinspektor Schaub hat sich in seiner langen Polizeldienstzeit und insbesondere in seiner hie­sigen Tätigkeit durch seine Gewissenhaftigkeit, seine Pflichttreue und fein entgegenkommendes Wesen das Vertrauen seiner Vorgesetzten, seiner Untergebenen und die hohe Wertschätzung der Bevölkerung erworben.

* Seinen 75. Geburtstag kann morgen, 16. März, der Werkmeister i. *K Ludwig Becker Selter-weg 83 wohnhaft, in voller Frische begehen. Ter alte Herr war früher in der Cisenbahnnebenwerkstätte Gießen beschäftigt.

** Die Eisfläche auf der Lahn hat bis jetzt dem Wasser noch in weitgehendem Maße standgehalten. Zwischen der Lahnbrücke und dem Wehr bei den Mühlen sind die Eismasssen zwar schon stark zerrissen, jedoch in ihrer Tiefe noch recht ansehnlich. Unterhalb der Brücke steht die Eisfläche sogar noch sehr geschlossen, so dah man wohl annehmen kann, daß die Eismassen auch in den nächsten acht Tagen noch nicht verschwinden werden.

* Eine eindrucksvolle Kundgebung gegen die Kriegsschuldlüge sand auf Veran'afsung der Arbeit gem.inscha t der Mili­tär- un) Regiment.v.reine Ließen gestern abend im Saale des Ea.ä Leib statt. Die Veranstaltung war auS allen Kreisen der Dürgerfchast sehr gut besucht und von Anfang bis Ende erfüllt von vollendeter Uebereinstimmung aller Desucher in der entschiedensten Bekämpfung der ungeheuer­lichen und völlig haltlosen Beschuldigung des deutschen Volles. Nach kurzen Einsührungsworten des Vorsitzenden bet Arbeitsgemeinschaft, Land­gerichtsrat Stümpert, hielt Oberst a. D. KleinhanS den Vortrag des Abends, an den sich die einstimmige Annahme einer Avwehr- kundgebung gegen den Artikel 231 des Versailler Diktats (Kriegsschuldlüge) anschloß. lieber die Kundgebung werden wir morgen noch näher be­richten.

Osterpaketverkehr. Die Deutsche ReichSpost bittet, zur Vermeidung von Anhäu­fungen und Verzögerungen die Osterpakete nicht erst kurz vor dem Fest aufzuliefern, sie gut zu verpacken, die Aufschrift haltbar zu befestigen und den Bestimmungsort unter näßerer Bezeichnung seiner Lage besonders groß unS kräftig niederzu­schreiben. Auf dem Paket soll die vollständige Anschrift des Absenders angegeben und in das Paket ein Doppel der Aufschrift gelegt werden. Auch Päckchen sind recht haltbar zu verpacken und zu verschnüren, Hohlräume in ihnen mit Holzwolle usw. auSzusüllen. damit die Sendungen nicht eingedrückt werden können. Die deutliche Bezeichnung .Briespäckchen" oderPäckchen" darf nicht fehlen.

** Zeichenausstelluna in der Ober» realschule. Vom morgigen Samstag ab bis ein­schließlich Mittwoch nächster Woche findet in der Oberrealschule eine Zeichenausstellung statt. Inter­essenten seien auf die heutige Anzeige besonders hin- gewiesen.

Acht Hühner von einem Hunde getötet. Am vorigen Sonntagnachmittag zwi­schen 2 und 3 Uhr wurden, wie man uns heute berichtet, in einem Garten am Nahrungsberg, hinter dem alten Friedhof, von einem großen schwarzen Hunde, der in den Garten eingedrun­gen war, acht wertvolle Hühner totgebissen. Per­sonen, die in dieser Gegend Hühnergeschrei ver­nommen, oder den Hund gesehen und Angaben über dessen Besitzer machen können, werden ge­beten, sich mit der Kriminalpolizei in Verbin­dung zu sehen.

* Diebstähle. Der heutige Polizeibericht meldet: In der Nacht zum 3. März wurde an einer Aufbruchstelle im Neuenweg eine Sturm­laterne, gez. St.E.W., in der Nacht zum 10. März eine fiEberne Herrentaschenuhr mit römischen Zif­fern und Stempel auf der Rückseite des zweiten Deckels .2L Sch. Tübingen, 15 Steine", sowie einige goldene und silberne Secktzipsel mit ver­schiedenen Inschriften, in der Nacht zum 13. März aus dem Garten eines Anwesens im Asterweg drei Paar Damenstrümpse in verschiedenen Far­ben und von einer Bleiche, vier mit Stickerei und Hohlsaum versehene weiße Damenhemden, teilweise L. 2. gezeichnet, sowie zwei weiße Prin- zeßunterröcke, die unten und an den Trägern mit Spitzen besetzt sind, entwendet. Personen, die

preutzen.

Kreis Wetzlar.

ff Wetzlar, 14. März. Unsere Stabtoer» o r u n e t e n tagten a.n ge,lr<g.n Mittwochvo. - mittag. Zur 'Beratung standen zuerst diejenigen Punkte, die bei der letzten Sitzung unerledigt geblieben waren. Ohne Debatte bzw. durch Zu­ruf wurden die Wahlen zum Schulvorstand der kaufmännischen BcrusSchu.e, von Mitglied.rn des Schätzungsamtes und das Ortssta^ut über die Straßenreinigung erledigt. Die Erbreite­rung der Brücken ft raße im Zuge der neuerbauten eisernen Lahnbrücke wurde mit der Maßgabe genehmigt, daß zuerst die Bodenauf- schüttungen vorgenommen werden sollen, wäh­rend die weitere Fertigstellung des Bürger­steiges erst nach einem halben Jahre, oder im nächsten Jahre erfolgen soll. Dann trug Bür­germeister Dr. Kühn den schon einmal zurück- gestellten NachtragSetat in seinen wichtig­sten Summen vor. Nach ihm beträgt die Mehr­ausgabe im lausenden Rechnungsjahr rund 255 000 Mark, der eine Mehreinnahme von 166 000 Mark gegenübersteht, d. h. wenn die im vorigen Jahre außer Erhebung gstellten Ge- werbcsteuerzufchläge nachträglich zur Einziehung gelangen. Man einigte sich schließlich dahin, den Nachteagsetat Zusammen mit dem Hauptetat zu verabschieden. Eine lange Debatte entspann sich über das Defizit der Wetzlarer Ver- k e h r s - A. - G. Die Stadt will hier den Ver­lust der Gesellschaft, bei der sie Hauptgesell- fchaster ist, mit 25 000 Mark für daS Jahr 1927 übernehmen. Das Unternehmen, das fick starker Beliebtheit bei einem großen Teile und besonders bei der bahnfahrenöen Bürgerschaft erfreut, hat mit wachsenden finanziellen Schwie­rigkeiten zu kämpfen, die besonders durch die ungünstige Lage der Stadt verursacht sind, da die engen Straßen und das bergige Gelände eine überaus starke Beanspruchung der Wagen erfordern. Der Bilanzverlust ist daher stark und wird auf jährlich 40 000 Mark geschätzt. Aus der Debatte ging hervor, daß sämtliche Parteien der Meinung waren, dah die weitere Aufrecht­erhaltung des Unternehmend nur durch ein besseres finanzielles Ergebnis für die Zukunft zu erreichen sei. Die 25 000 Mark Verlust für 1927 sollen übernommen werden. Die weiteren Wünsche der Verlehrs-A.-G. auf Uebernahme neuer Aktien wurden jedoch zurückgestellt. In der Zeit bis 1. Oktober soll versucht werden, eine Neuordnung der Fahrten usw. durchzuführen, von der eS ab- hängen wird, ob daS Unternehmen eine größer« Prosperität erreicht. Alsdann soll erneut Be­schluß gefaßt werden.

<> Niederkleen, 15.März. Ein auf der Durchreise befindlicher Handwerksburscheer- krankte hier gestern nachmittag plötzlich derart schwer, daß er in einem Sanitätsauto in dieKlinik z u Gießen übergeführt werden mußte.

Folgenschwerer Wasser o rbruch.

WEN. Kassel, 14.März. Heute früh ereignete sich auf dem Hauptverkehrsplatz Kassels, dem Ko- nigsplatz, ein folgenschwerer Wasser­rohrbruch, der an verschiedenen Stellen Etro- hensenkungen zur Folge hatte. Es entstanden mehrere Meter tiefe Löcher. 2lls ein mit einem Pferd bespanntes Marktfuhrwerk den Königs­platz passierte, öffnete sich unter dem Pferd plötzlich der Boden und das Pferd versank bis xum Kopf in einem Erdloch. Vta<f) zweistünoiger Arbeit konnte die Feuerwehr das arme Tier aus seiner Lage befreien. Die Gefahr besteht, daß der Königsplatz auf größere Strecken vom Wasser unterspült ist, so daß große Ad- perrungsmaßnahmen getroffen wurden. Es dürfte geraume Zeit dauern, bis der Platz in seiner ge­samten Ausdehnung wieder dem Verkehr übergeben werden kann. Der Strahenbahnverkehr ist bislang nicht behindert.

In der heutigen Echlußziehung wurden die beiden Prämien von 600000 M. der mrt je einem Gewinn von 1000 M. gelogenen Lole 9h. 297785 zngelchlagen. Sie fielen in Abteilung 1 nach Berlin, m Abteilung ll nach Berti«.