Ausgabe 
6.9.1929
 
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mann, Tv. Lollar, 55 Punkte. Geräte-Zehn- kämpf: 2. Sieger Wilh. Hofmann, Turnv. Lollar, 168 Punkte. Weitsprung: 3. Dundes- meister Reinh. Schiefer st ein (Launs- bach), 6,21 Meter. Turner-Speerwerfen: 4. Bundesmeister Otto Dietz (Lollar), 40,75 Meter. Kugelstoßen: 3. Bundesmeister Theo Koch (Bieder-Florstadt), 11,49 Meter. Turne­rinnen: Weitsprung: 3. Bundesmeisterrn Marie Wagner (Bieder-Florstadt), 4,77 Meter. Hochsprung: 2. Dundesmeisterin M. Wag - ner (Bieder-Florstadt), 1,35 Meter. Kugel­stoßen: 2. Dundesmeisterin Marie Wagner (Bieder-Florstadt), 8,93 Meter.

Handball in Großen-Linden.

Zum ersten Pflichtspiel empfängt am kommenden Sonntag die Handballelf des Tv. Großen-Linden die 2. Mannschaft des Tv. Großen-Buseck. Beide Mann­schaften werden ein spannendes Spiel vorführen, bei dem man den Spielausgang offenlassen muß.

D. f. B.

Am nächsten Sonntag beginnt die Verbands» spielsaison 1 9 2 9 /30. Nach der neuen Ein­teilung gehört die V. f. B. - L i g a zur l.SJe» zirksklasse. Diese ist nochmal unterteilt in vier Gruppen: Lahn, Fulda, Kassel und Gruppe Weser. Zur Gruppe Lahn gehören Spielvereinigung 1900 und V. f. B. Gießen, Sportverein Wetzlar und Sportverein Herborn, Germania Marburg, F. 23. Ockershausen, F. V. Breidenbach und F. B. Wallau, zusammen also acht Vereine, die insgesamt 56 Spiele auszutragen haben. Die Spielstärke der Mann­schaften ist verhältnismäßig ausgeglichen: immerhin wird man voraussagen können, daß Germania Marburg, 23. f. B. Gießen, Spielvereinigung Gießen und wohl noch Sportverein Wetzlar den übrigen etwas überlegen sein dürften und unter ihnen der voraussichtliche Tabellenerste zu suchen sein wird. Damit soll natürlich nicht zum Ausdruck gebracht werden, daß Ockershausen, Herborn, Breidenbach und Wallau ohne jede Chance seien. Während die V. f. B.-Liga im Vorjahre in 16 Verbandsspielen bei einem Punktoerhältnis von 31:1 und einem Torver­hältnis von 77:20 ungeschlagen und mit großem Vorsprung überlegen die Meisterschaft des Gaues Gießcn-Wetzlar erringen konnte, hat sie in dieser Saison ungleich stärkere Gegner und damit einen entsprechend schwereren Stand. Die Tatsache jedoch, daß sie auch in diesem Jahre unter der zielbcwuß- ten Leitung des theoretisch und praktisch erfahrenen Spielausschußobmannes Overbeck, der sie 1928- 1929 von Sieg zu Sieg zur Meisterschaft führte, steht, läßt die Hoffnung auf ein gutes Abschneiden in den kommenden Kämpfen berechtigt erscheinen. Gerade bei der oben erwähnten Ausgeglichenheit der spielerischen Stärke der Gegner kann der von ihm gepflegte Mannschaftsgeist von großer, unter Umständen sogar von entscheidender Bedeutung für den Ausgang des einen oder anderen Spieles sein.

In dem am kommenden Sonntag auf dem Wald­sportplatz stattfindenden ersten Punktspiel hat die Ligaelf den Fußballverein Wallau bei Biedenkopf zum Gegner. Dieser erkämpfte sich im letzten Jahre die dritte Stelle der Tabelle des Gaues Marburg und hat dabei recht achtbare Resultate er­zielt. Was der Mannschaft vielleicht am technischen Können fehlt, kann sie durch Wucht und Schnellig­keit ersetzen. Die Platzmannschaft hat in den Spie­len nach der Sperre gegen Klein-Steinheim und 23. f. 23. Kurhessen Marburg etwas enttäuscht. Man hatte auf Grund ihres intensiven Trainings in der Sommerpause mehr von ihr erwartet. Am ver­gangenen Sonntag hat nun das Resultat des Spiels gegen Alsfeld gezeigt, daß die Elf doch wieder in Form zu kommen scheint. Vor allem kämpfte der Sturm energischer und damit auch erfolgreicher. Bei gleichen Leistungen dürfte Gießen den ersten Kampf um die Punkte der diesjährigen Saison für sich ent­scheiden.

Die 3. Mannschaft ist Gegner der 1. Mann­schaft Steinbachs auf dortigem Platz und wird einen glatten Sieg mit nach Hause bringen.

Gpielvereinigung 1900 Giehen.

'' ö. Während fast sämtliche Mannschaften der 1. Tezirksklasse am kommenden Sonntag in den Punktkämpsen stehen, ist 1900 noch spielfrei. Liga- und Liga-Beservemannschast sind alfo am kom­menden Sonntag ohne Spiel.

Die 3. Mannschaft weilt voraussichtlich in bewährter Aufstellung bei der 1. Elf des Sport- Clubs-Daubringen und sollte auch dort siegreich bleiben, wenn die Mannschaft mit den­selben Leistungen aufwartet, wie in den letzten Spiel'.n, obwohl Daubringen eine Klaffe höher gruppiert ist.

190021 4. E l f hat auf eigenem Platz Gr.» Dusecks 2. Mannschaft in einem Rückspiel als Gegner. Beiderseits wird man noch viel An­fänger wirken sehen, so daß der Ausgang dieser Begegnung vollständig offen ist.

Die 1. Jugend- und 1. Schülerelf der Blauweihen tragen die ersten Pflichtspiele der Saison in Biedergirrnes aus und wer­den dabei wohl auf härtesten Widerstand stoßen.

Die 2. Jugend hat auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe die 1. Jugend Grünbergs als Pflichtspielgegner. Anschließend wird die 2. S ch ü l e r e l f die 1. Schülermannschaft Gar­be n t e i ch s empfangen, während vormittags eine »kombinierte Jugend- und Schülerelf einer glei­chen Vertretung vom V. f. B. Friedberg hier ein Gesellschaftsrückspiel liefern wird. Im Vor­spiel in Friedberg siegten die 1900er nach beider­seits prächtigen Leistungen 2:0.

Die 3. Jugend der Spielvereinigung fährt zu einem Gesellschaftsspiel nach Aßlar. Ein Erfolg gegen die recht spielstarke 2. Jugend des dortigen D. f. D. sollte ihr schwer fallen.

Leichtathletik der Sp.-Dg. 1900.

o. Auf der durch die Abhaltung der ersten Wetz­larer Kampfspiele durch den Wetzlarer Sportverein geschaffenen Basis bauen in diesem Jahre die beiden Wetzlarer Rasensportvereine, Wetzlarer Sportverein und Verein für Leibesübungen, weiter und ziehen nächsten Sonntag eine entsprechende Veranstaltung auf. Durch die Mitarbeit des 23. f. L., und hier nicht zuletzt des vorjährigen deutschen und englischen Diskusmeisters Paulus, werden die zweiten Wetzlarer Kampfspiele zweiffelos auf ein hohes Niveau erhoben werden. Den Heimatvereinen wird daher die starke auswärtige Konkurrenz den Weg zum Sieg zumeist versperren. Dessen ist sich auch, trotz umfangreicher Meldung in der Klasse der Aktiven, Jugendlichen und Frauen, die Leichtathletik­abteilung der Spielvereinigung 1900 bewußt. Dazu kommt, daß durch die studentischen Ferien einige Spitzenleute nicht mit von der Partie sein können. Immerhin ist jedoch von den Spielvereinigungs- Damen und -Herren zu erwarten, daß sie sich wie seither tapfer schlagen und den Verein würdig ver­treten.

3m Sport ist Selbstvertrauen alles! Das Geheimnis erfolgreicher Fechtkunst.

Von Helene Mayer, Weltmeisterin im Fechten.

Helene Mäher aus Offenbach, die Olympische Siegerin, Weltmeisterin im Fechten, erzählte unserem Korrespondenten über das Geheimnis erfolgreicher Fecht­kunst folgendes. D. Red.

Zweifellos beruht das Geheimnis erfolgreicher Fechtkunst auf einer normalen Lebensweise. Ich übe die Fechtkunst erst seit vier Jahren aus, und mein Fechtmeister, der berühmte Italiener G a z e r r a , kontrolliert sogar die Art und Weise, wie ich lebe. Ich führe ein Leben ent­sprechend den Sportvorschriften: ich rauche nie­mals und enthalte mich jedes alloholischen Ge­tränkes.

Ich muß gestehen, daß ich keinen Unterschied sehe zwischen Sport und Tanz, und ich erkläre, daß der Tanz einer meiner Lieblingsvergnügen ist. Ich fühle, daß der Tanz selbst ein Sport ist, obgleich er für einen ernsten Liebhaber des Sports vielleicht schädlich werden kann, wenn dieser sich dem Tanz in einem außergewöhnlichen Maße widmet.

Ich konzentriere meine Kräfte nicht auf einen einzigen Zweig des Sportes, obgleich ich kurz vor den Wettkämpfen immer Fechtübungen ab­halte. Im allgemeinen bin ich eine Freundin des Reitens, des Skiläufe ns, des Schwimmens und des Tennisspielens, und ich gebe mich diesen Unterhaltungen mit einer besonderen Vorliebe hin. Während des Fechtens muh man auf eine Sache besonders Acht haben: dieser Sport entwickelt in erster Li­nie die Kräfte des Armes und des Handgelenkes, vernachlässigt aber gewisse andere Teile des Körpers. Alle anderen Arten von Sport dienen deshalb für mich dazu, die übrigen vernachläs­sigten Teile des Körpers zu entwickeln.

Der Sieg, den ich in Amsterdam gewonnen hab, hat mich nicht übermütig gemacht. Seit je­ner Zeit habe ich mich auf manche Weise weiter entwickelt. Bach meinem Siege in Amsterdam brach ich in Tränen aus. Ich schreibe das meinen Berven zu, welche durch so viele Kämpfe ermü­det waren, und diese Reaktion war bloß eine Folge meines Freudengefühls.

Bach meinem Siege in Amsterdam kehrte ich nach Deutschland zurück. Ich wurde vom Reichs­präsidenten empfangen, der mir warm gra­tulierte. Dieser Empfang hat in Berlin .statt­gefunden. Am Tage meines Empfanges in Berlin versäumte ich einen Schulvortrag. Dieser Um» stand wirkte ein bißchen auf meine Berven, und in der Gegenwart des Herrn Reichspräsidenten hatte ich eine glänzende Idee. Mit einem plötz­lichen Entschlüsse sagte ich zu ihm:

Berlin gefällt mir sehr gut und ich würde gern noch einen Tag hier verbringen, aber ich fürchte, daß ich den versäumten Schultag nicht werde entschuldigen können."

Hindenburg setzte sich hierauf an seinen Schreib­tisch und schrieb einen Brief an meinen Schul­direktor, in dem er ihn bat, meine Abwesenheit vorn Schulvortrage zu entschuldigen. Aus diese Weise kam ich mit heiler Haut davon, und nun hängt der Brief Hindenburgs in einem schönen

Rahmen an der Wand des Konferenzzimmers meiner Schule.

Eine Folge dieses Empfanges war das An­wachsen meines Selbstvertrauens. Ich weih, dah eines der Geheimnisse erfolgreicher Fechtkunst das Vertrauen in feine eigene Kraft und der fortwährende Gedanke daran ist. Jeder Umstand, der das Selbstvertrauen des Sports­manns erhöht, muh wahrgenommen werden. Ein Sportsmann versucht Siege zu erfechten, da diese sein Selbstvertrauen erhöhen, und auf diese Weise ist er für künftige Kämpfe besser vorbereitet. In­folge der Entwicklung meines Selbstvertrauens leide ich niemals an Lampenfieber, das weiter nichts als eine Folge der Unsicherheit und des Mangels an Selbstvertrauen ist.

Ich gestehe, dah mir das Gefühl der Un­sicherheit vollkommen fremd ist. Ich sehe immer das Ziel vor meinen Augen, und darum bleibe ich ruhig. Wenn ich vor einem Wettkampfe mir die Aussichten überlegen würde, würde ich unbedingt dem Lampenfieber verfal­len. Der Kämpfer, der in die Arena tritt, muß alle anderen Gedanken zu Hause lassen. Er muh seine Gedanken auf ein Ding konzentrieren: zu kämpfen und zu Tiegen. Natürlich kann es auch geschehen, dah man eine Biederlage er­leidet. Aber das ist ein Zufall, und es ist nicht der Mühe teert, darüber nachzudenken, oder sich zu kränken. Eine Biederlage führt immer dazu, dah man seine Fehler und Schwächen erkennt, sie ausbessert und dadurch fein Selbstvertrauen hebt.

Ich bin noch jung, aber ich gewann die Er­fahrung, dah Erfolge im Sportlichen in erster Linie von der Stärke unserer Seele ab» hängen. Diese Seelenkraft macht den Kämpfer stärker als feine körperliche Geschicklichkeit. Sportsleute, die den Glauben an sich selbst ver­lieren, verlieren auch die Schlacht. Was be­deutet es: das Selbstvertrauen zu verlieren? Cs bedeutet nichts anderes als den Verlust der eigenen Seele. Bisher habe ich mein Selbstver­trauen noch nie verloren, und dieser Umstand, so glaube ich, war auch eine der Ursachen meiner beständigen Erfolge.

Ich wünsche mich in der Fechtkunst weiter zu beschäftigen und meine Sportübungen zu ver­vollkommnen. Ich weih, es wird dazu notwendig sein, meine geistigen Kräfte zu stärken, und ich hoffe, jene Vollkommenheit zu erreichen, wenn ich beständig meine Fehler verbessere. Wenn ich diese erreichen kann, bin ich weiterer Erfolge ganz sicher.

Zum Schlüsse gebe ich noch eine Uebersicht der Geheimnisse erfolgreicher Fechtkunst: Ieder Sport, nicht bloh das Fechten, muh fort­während geübt werden. Aber alles zu seiner Zeit. Das Selbstvertrauen darf niemals verloren gehen, die Fehler müssen immer verbessert wer­den. Die Macht der Seele ist von größerer Wichtigkeit als die Geschicklichkeit des Körpers. Der Kämpfer, der an die Macht seiner Seele glaubt, wird immer siegreich bleiben.

V.f.B. Leichtathletik.

Am kommenden Sonntag veranstalten D.f.L. und Sportverein Wetzlar gemeinsam die Wetzlarer nationalen Leichtathletikwettkämp­fen, an denen V.f.B. mit etwa 25 Aktiven und Jugendlichen teilnimmt. Der von der Militärsport­schule Wünsdorf zurückgekehrte Werfer M o h l, sowie Koch beteiligen sich am Kugelstoßen der Klasse I und II. Mohl wirft außerdem in Klasse I noch den Diskus. A. Schmidt läuft die 100 Meter in Klaffe I und III, Spaar hat für Speer, Jakob und Mosbach für Hochsprung in Klasse I gemeldet. In Klasse II starten noch Max Fischer und A. Schmidt im Weitsprung, G. Müller im 800-Meter-Laus, Mar Fischer und Tre- s e r im 200-Meter-LLauf. In Klasse III werden A. Schmidt, Max Fischer, Siebels und G u y o t den 100-Meter-Lauf, das Speerwerfen, ©paar und Guyot, Max Fischer, A. S ch m i dt, ©paar den Weitsprung und Tre - s e r die 400 Meter bestreiten. G. Müller geht in dieser Klasse auch noch über die 1500 Meter. In der Jugendklasse A nehmen Rübsamen am 1500-Meter-Lauf, Erich Seipp am 100- bis 200- Meter-Lauf teil. Gruber wirst Speer und ver­sucht sich mit Seipp zusammen im Dreikampf. Die 6-Jugend des V.f.B. ist durch K i r ch h e i m e r und Hellmayer bei den 100 Meter, durch Steuerwald bei den 300 Meter und beim Hochsprung vertreten. Von der C-Jugend sind S i - mon und Happ dabei, Mattern, der nach seinen letzten Leistungen zu schließen einige Chan­cen in seiner Klasse gehabt hätte, kann wegen einer Verletzung nicht mitmachen. Die Konkurrenz wird in allen Klassen sehr stark sein.

Fußball in Großen-Buseck.

Die erste Mannschaft des F. C. 1926 Großen- Duseck wird voraussichtlich am kommenden Sonn­tag spielfrei sein. In Großen-Buseck stehen sich die beiden ersten Iugendmannschaften des V. f. D. Gießen und Großen-Buseck gegenüber.

Arbeiter-Turn- und Sportbund.

Gießens Kreisklassenmannschaft fährt am kom­menden Sonntag zum zweiten Serienspiel nach Frankfurt a. M.-Preungesheim. Tritt die Mann­schaft in derselben Ausstellung wie am Vorsonn- tag an, und zeigt sie im Mannschaftsgefüge eine bessere Sportdisziplin, dann wird es ihr ge­lingen, den Sieg und die ersten Punkte mit nach Hause zu nehmen.

Im dritten Bezirk herrscht, anläßlich des Herbstwaldlaufes in Beuern, Spielverbot. Der Waldlauf, der in den ausgedehnten Waldungen Beuerns zum Austrag kommt, findet für alle Klassen vormittags statt. Am Bachmittag werden bann auf dem Sportplätze leichtathletische Mann­schaftskämpfe abgehalten. Den Abschluß der Ver­anstaltung soll ein Fußball-Werbespiel zwischen zwei führenden Mannschaften des Bezirkes bilden.

Daten für Samstag, 7. September.

Sonnenaufgang 5.21 Uhr, Sonnenuntergang 18.34 Uhr. Mondaufgang 10.05 Uhr, Monduntergang 20.07 Uhr.

1654: der schwedische Staatsmann Graf 2lxel Oxenstjerna in Stockholm gestorben.

Oberheffen.

Landkreis Gießen.

ch Lollar, 5. Sept. In der Bacht zum Don­nerstag gelang es, ein in Marburg gestoh - lenes Auto hier zu ermitteln und einen Moto rraddieb stahl in Lollar in letzter Minute zu verhindern. Bach 2 Uhr nachts er­schien in der WirtschaftZur Germania" ein fremder Mann, um Zigaretten zu kaufen. Da der Fremde einen verdächtigen Eindruck machte, wurde er beim Verlassen der Wirtschaft von eini­gen Gästen verfolgt. In der Bähe der Wirtschaft stand ein Automobil, von dem aus dieser Fremde mit zwei weiteren Männern alsbald die Flucht ergriff. Bei näherem Zusehen fand man neben dem Auto auch ein Motorrad, das in einem Hofe der hiesigen Ebert-Straße kurz zuvor ent­wendet worden war. Die sofort benachrichtigte Gendarmerie brachte den zweisitzigen Personen­wagen in Sicherheit, während das Motorrad sei­nem Besitzer zurückgegeben wurde. Im Laufe des heutigen Vormittags wurde bekannt, dah das Auto vor einem Hotel in Marburg am Mittwoch­abend gestohlen worden war. Der Besitzer holte seinen Wagen heute nachmittag hier ab. Er ver­mißt jedoch einen Lederkoffer mit Muster und einige Privatsachen.

Dg. Großen-Buseck, 5. Sept. Bachdem unsere Gemeinde gezwungen war, erhebliche Summen für die Wiederherstellung der Was­serleitung auszuwenden, wird nunmehr mit der dringend notwendigen Erneuerung der Außenseite unseres Gotteshauses begonnen. In der ehemaligen L a ck f a b r i k werden zur Zeit Jnstandsetzungsarbei- ten vorgenommen, um dort ein chemisch-me­tallurgisches Laboratorium zu eröffnen. Auf der Straße zwischen Großen-Buseck und Rödgen stießen in der Dunkelheit ein Motorrad­fahrer von hier und ein Autofahrer aus Gießen mit ihren Fahrzeugen gegeneinander, wo­bei ersterer schwere Verletzungen davon­trug. Er wurde in die Klinik nach Gießen ver­bracht. Die Ursache des Unglücks ist noch nicht ganz geklärt.

& Reinhardshain, 4. Sept. Am vergan­genen Sonntage machte unser evang. - kirchli­cher Frauenverein unter der Leitung des Vorsitzenden, unserers Pfarrers, seinen diesjährigen Ausflug. Trotz der arbeitsreichen Zeit und dem Zusammentreffen mit einigen Festen in der Um­gegend beteiligte sich die größere Mehrzahl der Mitglieder an dem Ausflug, der nach Bad- Nauheim gerichtet war. Bei den vielen Dingen, die es dort zu sehsn gab, und den herrlichen Spa­ziergängen gingen die Stunden zu schnell dahin. Eine Feierstunde in der Dankeskirche gab den rechten Abschluß für den wunderbaren Tag.

Lich, 5. Sept. Gestern abend fand im Holländischen Hof' unter der Leitung des Vor­sitzenden, Konrad Schöne, eine gut besuchte 23er- sammlung der hiesigen Ortsgruppe des O b st - und Gartenbauvereins statt. Die Versammlung beschäftigte sich in erster Linie mit der Verwer­tung der diesjährigen reichen Obst- ernte. Die Mitglieder meldeten den Ertrag ihrer Obstanlagen an, den sie zum Verkauf bringen können. Es soll vor allen Dingen auf Quali­

tät 5 o b ft gesehen werden, das dann von den Händlern zu guten Preisen abgenommen werden kann. Anläßlich des Herbstmarktes wird von den Mitgliedern der Ortsgruppe eine Ob st aus st el» lung veranstaltet werden, für die in entgegenkom­mender Weife die Räume der Landwirtschaftsschule zur Verfügung gestellt wurden. Ein Ausschuß, der die Ausstellung oorbereiten soll, wurde von der Ver­sammlung gewählt. Die Ausstellung wird vom 28. bis 30. September abgehalten werden.

* Ober-Bessingen, 6. Sept. Am Sonn­tag, 8. d. M., soll in unserer Gemeinde ein evangelisches Missions - und Volks­fest gefeiert werden, zu dem die Siebzig­jährigen unseres 'Bezirks die Anregung ge­geben haben. Sie wollen gemeinsam ihren Ge­burtstag feiern und haben dazu diese würdige Art gewählt. Man hofft hier, eine große An­zahl von ihnen begrüßen zu können, da die Pfarrämter der weiteren Umgebung bereitwillig die Adressen ihrer ältesten Gemeindcglieder be­kanntgeben, an die persönliche Einladungen er­gingen. Batürlich freut man sich' hier beson­ders daraus, daß sie auch noch viele andere, Alte und Iunge, mitbringen werden, zumal unsere Gemeinde von allen Seiten her leicht zu er­reichen ist. Gäste werden herzlich willkommen geheißen werden, und die Häuser unseres Dorfes werden die Kommenden gerne gastfrei aufneh­men. Mit dem Abendzug nach Lich ist eine be­queme Gelegenheit zur Rückfahrt vorhanden. Don Lich aus ist Anschluß nach drei Richtungen möglich. Bäheres finden die Interessenten in der Einladung des Kirchenvorstands im Anzeigenteil der heutigen Ausgabe.

# Bellersheim, 5. Sept. Die Obsternte hat begonnen. Infolge der ungewöhnlichen Trocken­heit und Hitze find die halbfrühen Obstsorten be­reits heravgereift. In dieser Woche sind auf der hiesigen Bahnstation Obbornhofen - Bellersheim mehrere Bahnwagen Birnen und Aepfel zur 23er- ladung gekommen, und heute wurden die ersten Zwetschen verfrachtet. Die Preise sind im Verhält­nis zum Vorjahr zurückgegangen. Der Zentner Zwetschen kostet 6 Mark, für Aepfel werden je nach Größe und Güte 6 bis 8 Mark bezahlt. Birnen lohnen fast nicht die Arbeit des Pflückens. Für kleinere Zuckerbirnen werden 3 Pf. geboten, wäh­rend sich der Preis für Qualitäts-Butterbirnen auf 5 bzw. 7 Mark je Zentner stellt.

I* Obbornhofen, 5. September. Der hiesige Schützenoerein beendete am vergangenen Sonntag sein diesjähriges Preisschießen, das unter sehr starker Beteiligung einheimischer und auswärtiger Sportfreunde an mehreren Sonntagen ftattgefunden hatte. Es tarnen insgesamt 22 Preise zur Verteilung. Es errang den 1. Preis Wilhelm Walter; 2. Heinr. Kull mann: 3. Heinrich Schmidt: 4. Herrn. Lindemeier: 5. Wilh. Leidner: 6. Wilh Nicklas, von Rodheim: 7. Heinr. Glockengießer. Die Preise wurden durch den Vorsitzenden, Bahnassistent Schmidt, überreicht. Der durch das Preisschießen erzielte finanzielle Gewinn soll zur Finanzierung der Schießhalle Verwendung finden.

Kreis Büdingen.

nd. B i d d a . 4. Sept. Hier feierten heute der frühere Gastwirt und Metzgermeister Louis Geiß und Frau Amalie, geborene Klöpper, das Fest der goldnen Hochzeit. Beide erfreuen sich noch einer guten Gesundheit. Unter den vielen Gratulanten, die mündlich ihre Glück­wünsche überbrachten, war einer der ersten Bür­germeister Ringshausen von hier. Er über­reichte ein herzliches Glückwunschschreiben des Ministers Leu sch ner und sprach gleichzeitig auch im Auftrage des Kreisdirektors Dr. G a ß - ner, der dienstlich verhindert war, dem Jubel­paar die besten Wünsche der Kreisverwaltung aus. Dann widmete er als Vertreter der Stadt den beiden Gefeierten herzliche Wünsche der Stadtverwaltung und zum Schluß seine eige­nen und seiner Angehörigen. Vom Konsistorium wurde durch den Vorsitzenden des Kirchenvor­standes, Psarrer Lauk, ein Glückwunschschrei­ben, ein gleiches vom Dekanat durch Dekan S c r i b a überreicht. Der Kirchenvorstand schenkte einen gerahmten großen Wandspruch. Da sich L. Geiß im Kriegerverein stets als sehr tätiges Mitglied des Vorstandes große Verdienste er­worben hat, erschien der Vorsitzende, Dank- vorstand Seum, mit einigen Vertretern und schenkte dem Jubelpaar unter einer herzlichen Ansprache ein großes Bild des Reichspräsidenten von Hindenburg. Die Eheleute Geiß sind beide 75 Jahre alt.

Kreis Schotten.

* Schotten, 5. Sept. In der neuen Turnhalls und auf dem Bockzayl wurden die Reichs­jugendwettkämpfe der Schulen des Be­zirkes Schotten zum dritten Male ausgesuchtem Die Beteiligung war sehr stark. Es wetteiferten fast 200 Knaben und Mädchen aus Schotten, Ru­dingshain, Götzen, Betzenrod, Cinartshausen, Ulfa, Eichelsdorf, Rainrod, Eichelfachsen, Eschenrod und Michelbach im Vierkampfe um den Sieg.Im Ver­laufe der Kämpfe konnten interessante Beobach­tungen gemacht werden. So fiel die Oberstufe (Jahrgänge 1916 und 1917) in ihren Leistungen gegenüber der Unterstufe (Jahrgänge 1918 bis 1921) stark ab, ein Beweis für die bessere kör­perliche Beschaffenheit der Bachkriegsjahrgänge, f von welchen die Jahrgänge 1920 und 1921 be­sonders vielversprechende Turner in sich ber­gen. Ferner wurden erstmalig die besten Plätze nicht von Schottener Teilnehmern eingenommen, wodurch die z. Z. zu beobachtende körperliche Überlegenheit der Dorfkinder klar zum Ausdruck kam. Die drei ersten Sieger waren: O b e r st ui c: 1. Ludwig Zimmer, Ulfa. 2. Ernst Schenk, Eichels­dorf. 3. Hch. Graf, Einartshansen. Unter­stufe: 1. Karl Konrad, Einartshausen. 2. Karl Repp, Schotten. 2. Eugen Schmidt, Ulfa. 3, Lud­wig Koch, Ulfa. Mädchen: 1. Katharine Platt, Rudingshain. 2. Ottilie Römer, Rainrod. 3. Hed­wig Strauch, Einartshausen. Die Kämpfe wurden, von Lehrer M a u r n (Schotten) geleitet und von dem Obmann des Dezirkslehrervereins Schot­ten, Lehrer i. R. Linck (Schotten), durch An­sprachen eröffnet und beschlossen.

Laubach, 5. Sept. Die Grummeternte ist bereits beendet. Sie ist sehr schlecht gewesen, so schlecht wie seit langen Jahren nicht. Vor­gestern fand die er sie Obstverfteigerung der Gemeinde statt. Es wurden nur Früh­birnen versteigert. Der Korb kam im Durchschnitt auf 40 bis 50 Pf. Am 1. September waren 20 Jahre verflossen, daß die hiesiae D a m p f m o l k e - rei und Weichkäse-Fabrik Lorenz E t l i n g gegründet wurde. Sie wurde wiederholt auf größeren landwirtschaftlichen Ausstellungen preisgekrönt. Durch die anhaltende Trockenheit sind "die Hackfrüchte, die sicb gut entwickelt hatten, schwer bedroht, ebenso wie das Ge« muss.