Ausgabe 
5.6.1929
 
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Franken eingelöst, Belgien behauptet, daß es dadurch Beträge in Höhe von sechs Milliarden Goldfranken, also fast fünf Milliarden Mark, habe ansammeln müssen, die Deutschland ersetzen sollte. Freilich haben die Belgier später selbst anerkennen müssen, daß diese Rechnung ein ge­waltiges Loch hat. 3n den ersten Jahren der Inflation setzte ein schwunghafter Schmuggel mit den berüchtigten rotgestempelten Tausendmark­scheinen ein. Es sind dadurch Hunderte von Mil­lionen an Markbeträgen nach Belgien gelangt, die während der Besahungszeit dort niemals in Umlauf waren. Die deutsche Regierung hat daher mit vollem Recht jedes Eingehen auf solche Forderungen abgelehnt. Nachträglich sind die Belgier auch bescheidener geworden, sie verlangen jetzt nur eine Aufwertung, die sie in Paris auf 25 Millionen jährlich beziffert haben.

Es ist übrigens nur ihre Schuld, wenn die Frage nicht längst in Ordnung gebracht ist. Wir haben schon vor Jahren mit ihnen verhandelt und damals einen Tausch auf der Grundlage der Rückgabe von Eupen-Malmedy ange­boten. Die Belgier waren dazu bereit, bis Poincarö ihnen einen solchen Vertrag ver­bot. Sie haben es sich daher ganz allein zuzu­schreiben, dah dieses Kapitel immer noch nicht abgeschlossen ist. Wenn Deutschland sich jetzt zu einer erneuten ^Unterhaltung versteht, dann sollte es eigentlich selbstverständlich sein, dah auch das Schicksal Eupen-Malmedhs damit gleichzeitig in die Debatte geworfen wird. Die Richtlinien der Gegenseite.

Paris, 4.Qunt. (WTB.) Nach Bekanntgabe des von Dr. S ch a ch t an den Vorsitzenden der Repara­tionskonferenz Owen Dr. P o u n g in der belgi­schen Mark-Frage gerichteten Briefes be­rieten die Gläubigerdelegationen unter sich, welche Stellung sie dazu einnehmen sollen, lieber das Er­gebnis dieser Sitzung glaubt die chavasagentur fol­gendes berichten zu können: Die belgische Delega­tion habe seitens der anderen Gläubiger die Ver­sicherung erhalten: 1. daß die Verhandlungen über die Regelung der Markbanknoten unverzüglich eingeleitet werden würden, und zwar wahrscheinlich in Brüssel; 2. daß im Ver­lauf der Diskussion keine territoriale Fra- ge n aufgerollt werden würden; 3. daß man das Mittel suchen würde, den Belgiern die gleichen Ga­rantien durch eine Parallelverhandlung, anstatt durch eine vorherige Unterzeichnung der Regelung der Markfrage zu geben, da eine solche vorherige Unterzeichnung in der Tat aus technischen Gründen schwierig sein würde. Die Gläubiger hät­ten sich sofort bemüht, ein Verfahren zu finden, das in dieser Hinsicht die Belgier völlig zufrieden stellen könne. Sie hatten den Vorschlag gemacht, dah der Dawesplan in Kraft bleiben und infolgedessen der Houng-Plan er st zur Anwendung gebracht werden soll, wenn eine für die Belgier befriedigende Eini­gung in der Markbanknoten frage er­zielt sei. Der Vorsitzende der Reparationskonfe- renz, Owen B o u n g, wird im Laufe des heuti­gen Rachmittags die deutsche Delegation von diesen Schlußfolgerungen der Gläubigerdelegatio­nen in Kenntnis sehen, um sich darüber zu unter­richten, ob sie dieses Verfahren billigt.

Ende Juli Reparationskonferenz in London?

Pans, 5. Suni. (WLD. Funkspruch.) Das Echo de Paris- nimmt an, dah nunmehr nach der Pariser Vereinbarung eine Regie- rungskonferenz in der Art, wie sie im August 1924 aus Anlaß des Inkrastsetzens des Dawes-Planes stattgefunden hat, zusammentreten wird und meint, daß das gegen Ende Juli in London geschehen wird.

Discount Cecil

über die Abrüstungsfrage.

Berlin, 4. Juni. (WTB.) 3m Rahmen der Veranstaltungen des Komitees für internationale Aussprache hielt heute abend im Reichstag Vis­count Cecil o f Chelwood, früher Lord Robert Cecil, einen Vortrag über die Ab- rüstungsfrage. Begrüßt durch den Reichs­minister a. 'S). Koch-Weser, der den Vorsitz führte und auf die Bedeutung Cecils als eines guten Europäers und seine Verdienste um die Entwicklung des Völkerbundes, um den Eintritt Deutschlands und um die Befreiung der Geister von einer politischen Vernebelung hinwies, ent­wickelte Lord Cecil den Abrüstungsgedanken von seinen Anfängen, von den Verpflichtungen des Versailler Vertrages, des Clemenceau-Drie- fes und des Artikels 8 der Dölkerbundssahung her. Er legte die wirtschaftlichen Gründe dar, die zu einer Abrüstung zwingen, verwarf den Ge­danken, dah der Schutz des Friedens eines Wett­rüstens oder überhaupt einer Entwicklung moder­ner Armeen bedürfe, und schilderte eindring­lich die Vorteile einer allgemeinen Ab­rüstung. Die bisherigen Leistungen auf diesem Gebiet, denen er eine ausführliche Darstellung widmete, bezeichnete er zwar als nicht belanglos, aber unzureichend, und gab der Lieberzeugung Ausdruck, dah

nicht nur der fiellogg-paff und feine einstim­mige Annahme durch die Völker, sondern auch die jüngste englische Wahl der Bewegung für die allgemeine Abrüstung einen starken Aus­trieb geben werden.

Amerika, 3apan und Großbritannien würden einen Druck auf die Militärmächte ausüben, um in der Flottenabrüstungsfrage die bereits durchbrochene Stockung zu beseitigen, und auf der ganzen Linie haben, so meinte der Red­ner, die Befürworter eines dauernden Friedens Grund, zuversichtlich in die Zukunft zu blicken.

Der Vortrag wurde von einem dichtbesetzten Hause mit größter Aufmerksamkeit und lebhaftem Beifall ausgenommen. Unter den zahlreichen her­vorragenden Gästen bemerkte man die Minister Dr. Wirth und von Guörard, den Reichstagspräsidenten L ö b e, den preußischen Llnterrichtsminister Dr. Decker, den Staats­sekretär Dr. W e i s m a n n, den britischen und den französischen Botschafter und andere Diplo­maten, vom Auswärtigen Amt die Ministerial­direktoren Dr. Köpke, de Haas und den Reichspressechef Dr. Z e ch l i n, weiter Reichs­kanzler a. D. Dr. Luther, Botschafter a.D. Dr. S o l f, Generaloberst v. S e e ck t und Pro­fessor Einstein, zahlreiche Abgeordnete, Ge­lehrte. Wirtschaftler und Vertreter der Presse tob des öffentlichen Lebens, >> ,

Evangelische Kirche und Konkordat

Berlin, 4. Juni. (WB.) 3m Hinblick auf die vor dem Abschluß stehenden Konkordats­verhandlungen der preußischen Staats­regierung mit der römischen Kurie haben die evangelischen Landeskirchen Preu­ßens einen gemeinsamen Schritt beim preußischen Staatsmini st erium un­ternommen und in einem Schreiben noch ein­mal ausführlich ihre Forderungen auf

gleichzeitigen und gleichwertigen Vertragsab­schluß mit der evangelischen Kirche erhoben. Das Schreiben berührt einleitend den Schriftwechsel, der im Herbst v. 3. zwischen den Kirchenregierungen und dem Staatsministerium geführt worden ist, und fährt dann fort:Rach- dem inzwischen das Staatsministerium, wie nach den Mitteilungen der Presse angenommen wer­den muh, zu einer Verständigung mit der Kurie gelangt ist, sehen wir uns genötigt, von der preußischen Staatsregierung eine bestimmte Erklärung darüber zu erbitten, ob sie nun­mehr bereit ist, die im Herbst 1927 eingeleiteten und nach einigen Monaten ohne erkennbaren Grund eingestellten Verhandlungen wie­der aufzunehmen mit dem Ziele, auch mit den evangelischen Kirchen zu einer vertrags­mäßigen Regelung zu gelangen. Diese Ver­handlungen könnten, soweit es an uns liegt, in kürzester Zett zum Abschluß gebracht werden."

Hinsichtlich ihrer grundsätzlichen Stel­lung zur Konkordatsfrage verweisen die Kirchen auf frühere Erklärungen und be­halten sich besonders gegenüber den noch nicht bekannten Bestimmungen des Konkordatsvolle Freiheit der Stellungnahme" vor.Daneben", so fährt das Schreiben fort,müssen wir aber

für den Fall des Vertragsabschlusses mit der Kurie erneut die Forderung gleichzeitiger und gleichwerttger, dem Wesen der evangelischen Kirche entsprechender Verträge nachdrücklichst wieder­holen.

Die Grundsätze der Parität, zu denen sich auch das Slaatsministerium im Schreiben des Herrn Ministerpräsidenten vom 8. Rooember 1928 ausdrücklich bekannt hat, würden in einem ent­scheidenden Punkte verletzt sein, wenn der katholischen Kirche für ihrss Organisation und die finanziellen Bedürfnisse ihrer Verwaltung eine vertragsmäßige Garantie gegeben würde, während die evangelischen Kirchen lediglich auf einseitig erlassene und deshalb auch der Mög­lichkeit einseitiger Aenderung unterworfene staatsgesehliche Bestimmungen angewiesen wären.

Zum Schluß geben die preußischen Landeskirchen die Erklärung ab, daß es nicht als Sicherung der Parität angesehen werden könne, wenn die Staatsregierung sich etwa grundsätzlich bereit er­kläre, später, nach Verabschiedung des Vertrages mit der Kurie, auch mit den evangelischen Kirchen Verträge abschließen zu wollen.

Braun will Mitteilungen machen.

Berlin, 5. Juni. (Priv.-Tel.) Ministerpräsident Braun hat, lautGermania", die Fraktions­führer der Regierungsparteien zu einer Besprechung gebeten, in der er sie über den Inhalt des Konkordats unterrichten will. Die Besprechung wird voraussichtlich am Frei­tag stattfinden.

Oer Kabmettsrvechsel in England.

London, 4.3unL (WB.) Ministerpräsident Baldwin hat sich um 10 Llhr nach Windsor begeben, wo er vorn König in Audienz emp­fangen wurde.

Wie amtlich bekanntgegeben wird, ist Pre­mierminister Baldwin zurückgetreten. Macdonald heute beim König.

London, 4.3uni. (WB.) Einem heute aus- gegebenen Bulletin zufolge hat der König eine gute Rächt verbracht. Der Führer der Ar­beiter-Partei, Ramsey Macdvnald, ist ein­geladen worden, morgen nach Schloß Windsor zu einer Audienz beim König zu kommen.

Voraussichtlich wird Macdvnald, nachdem die Kabinettsbildung voll­zogen ist und bevor das neue Llnterhaus zu­sammentritt, einen kurzen Llrlaub nehmen. Sein Gesundheitszustand ist nicht sehr gefestigt, und der Wahllampf hat ihn stark ermüdet.

Der Vollzugsausschuß der Ar­beiterpartei wird morgen zusammentreten, um die Richtlinien der Politik zu be­sprechen, die nach Eröffnung des Parlaments be­folgt werden sollen, und um sich über die ge­setzgeberischen Maßnahmen schlüssig zu werden, die dem König vorgeschlagen werden sollen. Die Haltung der Oppositionsparteien wird natürlich zum großen Teil von dem Programm der Arbeiterpartei abhängen.

praktische Abrüstungs­und Friedenspolitik.

Macdonald über seine Politik.

Paris, 5. 3uni. (WTB. Funkspruch.) Macdo­nald Hal einer Mitarbeiterin desPetit p a r i - f i e n ein Interview gewährt, das Ausblicke auf die künftige englische Politik unter der Regierung der Arbeiterpartei gibt. Macdo­nald betonte, dah die Arbeiterpartei eine prak­tische Abrüstungs- und Friedenspoli­tik nachdrücklich verfolgen werde, hin­sichtlich des Zusammenarbeltens der Rationen er­klärte Macdonald: Es handelt sich nicht um En­tenten oder um Bündnisse. Das sind Dinge einer veralteten Mentalität. Die Arbeiterpartei will eine ganz neue Aera europäischer I u - sarnrnenarbeil einleiken. Es soll keine Rivali­täten, keine Geheimdiplomatie mehr geben, keine Verträge zugunsten eines Landes, oder gegen ein Land. Das alles muß verschwinden. Das ist es, was man im Verhältnis der Völker zueinander braucht: Luft, Licht und guten Willen. Auf die Frage:Glauben Sie, daß die Vereinbarung, die in Paris bevorsteht, die Frage der Repara­tionen und der interalliierten Schulden endgültig regeln wird?" antwortete Macdonald, man dürfe

nicht zwei verschiedene Probleme verwechseln. Die Reparationen und die Schulden seien nicht dasselbe. Bei der Prüfung der letzten Frage würden die Vereinigten Staaten viel zu sagen haben. Die Diskussion müsse auf neuen Grundlagen wieder ausgenommen werden. 3n der Frage der Schulden, wie in der Frage der Abrüstung beabsichtige die Arbeiterpartei, sich unverzüglich mit Hoover in Verbindung zu sehen und in enget Fühlungnahme mit diesem zu­sammen zu arbeiten.

Das voraussichtliche Kabinett Macdonald.

London, 4. 3uni. (WD.) Del seinem heu­tigen Besuch im Schloß Windsor wurdeSalb­te i n vom Privatsekretär des Königs empfangen und in das Krankenzimmer des Königs geleitet, wo er dem König das Rücktrittsgesuch des Kabinetts überreichte. Der nächste Schritt auf dem verfassungsmäßigen Weg wird die Auf­forderung des Königs an Ramsay Macdonald als Führer der Oppositton sein, die Bildung der neuen Regierung zu übernehmen. Es besteht kein Zweifel, daß Macdonald der Auf­forderung Folge leisten wird.

Bei der Llebemahrne der Aufgabe der neuen Regierungsbildung ist es üblich, daß der neue Premierminister dem König die Ramen der Persönlichkeiten, die er für die hauptsäch­lichen Kabinettsposten gewählt hat, mitteilt. Macdonald wird sicher in der Lage fein, dies bald zu tun, da die gegenwärtige politische Lage feit langem vom Führer der Arbeiterpartei und seinen Kollegen erwartet worden war. Man nimmt an, dah die Ramen der Minister, die die wichtigsten Aemter in der neuen Arbeiter­regierung erhalten werden, vor Ende der Woche mitgeteilt werden. Man erwartet, daß

alle Mitglieder des parlamentarischen Voll­zugsausschusses der Arbeiterpartei im neuen Kabinett vertreten

fein werden. Wie verlautet, sollen erhalten: Thomas das Ministerium des Aeutzern, Snowden das Schatzamt, Lord 3uftice San­key den Posten des Lordkanzlers, Henderson oder D a l t o n das 3nnenministerium, Lord Olivier das Ministerium für 3nblen, Tre­tt e l h a n das Llnterrichtsministerium, Graham das Handelsamt, 3 o h n st o n das Ministerium für Schottland, A11lee das Kriegsministerium, Lee Smith die Admiralität, Lord Thomson das Luftfahrtministerium, Greenwood das Gesundheitsministerium, und Roberts das Pensionsministerium. Man erwartet, daß C l h - n e s toie im 3ahre 1924 Lord Privh Sean (Lord­siegelbewahrer) und stellvertretender Führer des Llnterhauses werden wird.

Aus dem Reichstag.

Von den Deutschnattonalen wurde auch in der gestrigen Reichstagssitzung wieder die sofortige Besprechung der Pariser Reparations­konferenz gefordert. Sie begründeten ihr Verlangen damit, daß im Auswärtigen Aus­schuß die Aussprache darüber unmöglich gemacht worden sei. Da gegen die sofortige Beratung aus dem Hause Widerspruch erhoben wurde, konnte der deutschnationalen Forderung nicht stattgegeben werden.

Ohne Aussprache wurden Berichte des Rech­nungshofes und der Oberrechnungskammer und das deutsch-polnische Holzabkommen den zustän­digen Ausschüssen überwiesen. Die Einsprüche der nationalsozialistischen Abgeordneten Dr. Frick, Stöhr und Dr. Goebbels gegen ihre Ausweisung aus einer früheren Sitzung wurden gleichfalls debattelos zurückgewiesen.

Reichswirtschaftsminister Dr. C u r t i u s leitete dann die zweite Beratung des Haushalts seines Ministeriums ein durch eine längere Rede, in der er vorwiegend Mittelstandsfragen behandelte und nachzuweisen versuchte, dah die Regierung sich bemüht habe, durch verschiedene Maßnahmen den von den Kreisen des gewerb­lichen Mittelstandes geäußerten Wünschen Rech­nung zu tragen. Die Regierung werde auch fernerhin alles tun, um den Röten und Sorgen des Mittelstandes abzuhelfen. Die Erörterung der übrigen Wirtschaftsfragen verschob der Mi­nister bis zur Aussprache über das nut diesen Lragea eng Mscumnerchängenbe ErgetzM tei

Pariser Konferenz. 3n der Aussprache forderte der deutschnationale Abgeordnete Dr. ß e j e u n e- 3 u n g, dah die Regierung die Pariser Ver- handlungsergebnisfe ablehne. Der sozialdemokra- ttsche Abgeordnete Krätzig verlangte Abwehr- mahnahmen gegen die Preistreiberei der Kartelle.

Die Beratung soll am Mittwoch fortgesetzt werden.

Aus dem Hessischen Landtag.

Einberufung des Finanzausschusses.

Darmstadt, 4. 3uni. Der Vorsitzende des Finanzausschusses hat die Mitglieder zu einer Sitzung für Freitag, 7. 3uni, zusammen- berufen. Auf der Tagesordnung stehen die Re­gierungsvorlagen über die Sicherung von Baudenkmälern, die Einrichtung einer außer­ordentlichen Professur für Wirtschaftslehre an der Technischen Hochschule in Darmstadt, Errich­tung von Badeeinrichtungen in Deamtenwohnun- gen der Bergwerksdirektion Wölfersheim. An Anträgen kommen zur Behandlung ein Zen­trumsantrag auf Ablösung der Golddiskontbank- hypotheken, verschiedene Anträge betr. Hagelschä­den, Stellenumwandlungen bei der Polizei und noch eine Regierungsvorlage über die Rationalisierung des Handwerks.

Italienischer Geschwaderflug nach dem Schwarzen Meer.

9tom, 5. 3unl (WTB. Funkspruch,) Ein G e - tchwada» voo L'L W cks hrtoflugs^u8»b

der italienischen Luftflotte unter Führung deS Generals de Pinedo bricht heute zu einem Flug nach dem Schwarzen Meer auf. der in Etappen von etwa je 400 Kilometer über Athen und Konstantinopel bis in die Gegend von Odessa und zurückführen soll. Eine Reihe von Militärattaches auswärtiger Mächte nehmen an dem Flug teil.

Aus aller Welt.

Grotzfeucr in einem KoblenzerKrankenhauS

WSR. Koblenz, 4.3unt Heute morgen gegen 6.30 Llhr brach in dem Krankenhaus der katholischen SchwesternM a r i e n h o f" ein Grobfeuer aus. 3n wenigen Augenblicken stand der ganze östliche Flügel des Rordbaues in Flammen. Sämtliche Wehren der Stadt Koblenz wurden alarmiert und erschienen bald darauf mit vier Löschzügen. Auch eine Abteilung der französischen Besatzung eilte herbei und brachte einen Teil der Kranken in das benachbarte ehe­malige Militärlazarett, das jetzt von der Be­satzung benutzt wird. Das Feuer breitete sich mit großer Schnelligkeit über den ganzen Dachstuhl aus und erreichte die angrenzende Kapelle, deren Turm ein stürzte. Gegen 8.15 Llhr war es der angestrengten Arbeit der Feuerwehren gelungen, den Brand einjuöäm- m e n , so dah im Augenblick keine Gefahr mehr besteht. Personen kamen nicht zu Schaden, da die Krankenschwestern, deren Schlafräume sich im ober­sten Stockwerk befinden, bereits vor Ausbruch des Brandes ihren Dienst angetreten hatten. Die Kranken wurden von der sofort erschienenen Sanitätswache aus beiden unteren Stockwerken des gefährdeten Baues getragen. Die Entstehungs-. Ursache scheint Kurzschluß zu sein.

Achtköpfige Familie vergiftet.

DasD. T." meldet aus Weilheim (Ober­bayern) : 3n Wielenbach erkrankte die acht­köpfige Familie F a 11 e r e r nach dem Genuß eines Fleischgerichtes. Wie festgestellt werden konnte, stammte das Fleisch von einem frisch geschlachteten Stück Vieh. Rach ärztlichem Gut­achten handelt es sich um Paratyphus, dem innerhalb von wenigen Tagen die 60jährige Ehe­frau Marie Falterer, ihre 30jährige Tochter und ihr Enkelkind erlegen sind. Die übrigen fünf Familienmitglieder dürsten ebenfalls kaum mit dem Leben davonkommen.

Die Ursachen des Laußnitzer Eisenbahnunglücks.

Lieber die Llrsachen des Eisenbahnun­glücks bei Laußnitz, bei dem, toie gestern ge­meldet, vier Reichswehrangehörige den Tod fan­den, teilt die Pressestelle der Reichsbahndirektion mit. Die Llntersuchung des umgestürzten und entgleisten Wagens, die im Beisein von Ver­tretern der Staatsanwaltschaft im Reichsbahn­ausbesserungswerk Dresden stattfand, ergab, daß beide Wagen in völlig einwandfreiem Zustande waren. Ebenso hat die genaue Rachprüfung des Oberbaues an der Llnfallstelle keinerlei Mängel gezeigt, welche die Llrsache der Entgleisung sein könnten. Man vermutet, daß eine Achse des zuerst entgleisten und bann umgestürzten Wa­gens infolge Stauchung des Zuges ausgehoben worben war, so baß sich bie Räder dann neben die Schienen gesetzt haben, was ein Umfallen des Wagens und die Entgleisung des anderen Wagens zur Folge gehabt habe.

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Wettervoraussage.

Mit der nordwestlichen Verlagerung der süd- skandinavischen Störung nach dem Baltikum hin nimmt die Kaltluftzufuhr nach unserem Gebiet wieder ab. Leichter Barometeranstieg führt zu­nächst zu etwas ruhigerem Wetter, wobei es zeit­weise zur Aufheiterung kommt. Die Besserung ist jedoch nur vorübergehend, und noch im Laufe des morgigen Tages werden wieder ozeanische Luftmassen des neuen nordwestlichen Tiefdruck­gebietes zur Bewölkung führen. Dabei steigen die Temperaturen wieder etwas an; abermalig« Riederschläge stehen ferner in Aussicht.

Wettervoraussage für Donners­tag: Zunächst wolkig mit Aufheiterung, später wieder Bewölkungszunahme, wärmer und erneut Regen.

Wettervoraussage für Freitag« Zeitweise noch stärker bewölkt und vielfach Regen wahrscheinlich.

Lufttemperaturen am 4.3uni: mittag^ 14,5 Grad Celsius, abends 10,5 Grad; am 5.3unii morgens 10,2 Grad. Maximum 15,4 GvK Minimum 9,1 Grad. Riederschlag 7,3 WM« meter. Sonnenscheindauer 3/t Stunde.

Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe: art 4. 3uni abends 16,2 Grad; am 5. 3uni pwrsM U Grcck) ErlsruL . v rr