Franken eingelöst, Belgien behauptet, daß es dadurch Beträge in Höhe von sechs Milliarden Goldfranken, also fast fünf Milliarden Mark, habe ansammeln müssen, die Deutschland ersetzen sollte. Freilich haben die Belgier später selbst anerkennen müssen, daß diese Rechnung ein gewaltiges Loch hat. 3n den ersten Jahren der Inflation setzte ein schwunghafter Schmuggel mit den berüchtigten rotgestempelten Tausendmarkscheinen ein. Es sind dadurch Hunderte von Millionen an Markbeträgen nach Belgien gelangt, die während der Besahungszeit dort niemals in Umlauf waren. Die deutsche Regierung hat daher mit vollem Recht jedes Eingehen auf solche Forderungen abgelehnt. Nachträglich sind die Belgier auch bescheidener geworden, sie verlangen jetzt nur eine Aufwertung, die sie in Paris auf 25 Millionen jährlich beziffert haben.
Es ist übrigens nur ihre Schuld, wenn die Frage nicht längst in Ordnung gebracht ist. Wir haben schon vor Jahren mit ihnen verhandelt und damals einen Tausch auf der Grundlage der Rückgabe von Eupen-Malmedy angeboten. Die Belgier waren dazu bereit, bis Poincarö ihnen einen solchen Vertrag verbot. Sie haben es sich daher ganz allein zuzuschreiben, dah dieses Kapitel immer noch nicht abgeschlossen ist. Wenn Deutschland sich jetzt zu einer erneuten ^Unterhaltung versteht, dann sollte es eigentlich selbstverständlich sein, dah auch das Schicksal Eupen-Malmedhs damit gleichzeitig in die Debatte geworfen wird. Die Richtlinien der Gegenseite.
Paris, 4.Qunt. (WTB.) Nach Bekanntgabe des von Dr. S ch a ch t an den Vorsitzenden der Reparationskonferenz Owen Dr. P o u n g in der belgischen Mark-Frage gerichteten Briefes berieten die Gläubigerdelegationen unter sich, welche Stellung sie dazu einnehmen sollen, lieber das Ergebnis dieser Sitzung glaubt die chavasagentur folgendes berichten zu können: Die belgische Delegation habe seitens der anderen Gläubiger die Versicherung erhalten: 1. daß die Verhandlungen über die Regelung der Markbanknoten unverzüglich eingeleitet werden würden, und zwar wahrscheinlich in Brüssel; 2. daß im Verlauf der Diskussion keine territoriale Fra- ge n aufgerollt werden würden; 3. daß man das Mittel suchen würde, den Belgiern die gleichen Garantien durch eine Parallelverhandlung, anstatt durch eine vorherige Unterzeichnung der Regelung der Markfrage zu geben, da eine solche vorherige Unterzeichnung in der Tat aus technischen Gründen schwierig sein würde. Die Gläubiger hätten sich sofort bemüht, ein Verfahren zu finden, das in dieser Hinsicht die Belgier völlig zufrieden stellen könne. Sie hatten den Vorschlag gemacht, dah der Dawesplan in Kraft bleiben und infolgedessen der Houng-Plan er st zur Anwendung gebracht werden soll, wenn eine für die Belgier befriedigende Einigung in der Markbanknoten frage erzielt sei. Der Vorsitzende der Reparationskonfe- renz, Owen B o u n g, wird im Laufe des heutigen Rachmittags die deutsche Delegation von diesen Schlußfolgerungen der Gläubigerdelegationen in Kenntnis sehen, um sich darüber zu unterrichten, ob sie dieses Verfahren billigt.
Ende Juli Reparationskonferenz in London?
Pans, 5. Suni. (WLD. Funkspruch.) Das „Echo de Paris- nimmt an, dah nunmehr — nach der Pariser Vereinbarung — eine Regie- rungskonferenz in der Art, wie sie im August 1924 aus Anlaß des Inkrastsetzens des Dawes-Planes stattgefunden hat, zusammentreten wird und meint, daß das gegen Ende Juli in London geschehen wird.
Discount Cecil
über die Abrüstungsfrage.
Berlin, 4. Juni. (WTB.) 3m Rahmen der Veranstaltungen des Komitees für internationale Aussprache hielt heute abend im Reichstag Viscount Cecil o f Chelwood, früher Lord Robert Cecil, einen Vortrag über die Ab- rüstungsfrage. Begrüßt durch den Reichsminister a. 'S). Koch-Weser, der den Vorsitz führte und auf die Bedeutung Cecils als eines guten Europäers und seine Verdienste um die Entwicklung des Völkerbundes, um den Eintritt Deutschlands und um die Befreiung der Geister von einer politischen Vernebelung hinwies, entwickelte Lord Cecil den Abrüstungsgedanken von seinen Anfängen, von den Verpflichtungen des Versailler Vertrages, des Clemenceau-Drie- fes und des Artikels 8 der Dölkerbundssahung her. Er legte die wirtschaftlichen Gründe dar, die zu einer Abrüstung zwingen, verwarf den Gedanken, dah der Schutz des Friedens eines Wettrüstens oder überhaupt einer Entwicklung moderner Armeen bedürfe, und schilderte eindringlich die Vorteile einer allgemeinen Abrüstung. Die bisherigen Leistungen auf diesem Gebiet, denen er eine ausführliche Darstellung widmete, bezeichnete er zwar als nicht belanglos, aber unzureichend, und gab der Lieberzeugung Ausdruck, dah
nicht nur der fiellogg-paff und feine einstimmige Annahme durch die Völker, sondern auch die jüngste englische Wahl der Bewegung für die allgemeine Abrüstung einen starken Austrieb geben werden.
Amerika, 3apan und Großbritannien würden einen Druck auf die Militärmächte ausüben, um in der Flottenabrüstungsfrage die bereits durchbrochene Stockung zu beseitigen, und auf der ganzen Linie haben, so meinte der Redner, die Befürworter eines dauernden Friedens Grund, zuversichtlich in die Zukunft zu blicken.
Der Vortrag wurde von einem dichtbesetzten Hause mit größter Aufmerksamkeit und lebhaftem Beifall ausgenommen. Unter den zahlreichen hervorragenden Gästen bemerkte man die Minister Dr. Wirth und von Guörard, den Reichstagspräsidenten L ö b e, den preußischen Llnterrichtsminister Dr. Decker, den Staatssekretär Dr. W e i s m a n n, den britischen und den französischen Botschafter und andere Diplomaten, vom Auswärtigen Amt die Ministerialdirektoren Dr. Köpke, de Haas und den Reichspressechef Dr. Z e ch l i n, weiter Reichskanzler a. D. Dr. Luther, Botschafter a.D. Dr. S o l f, Generaloberst v. S e e ck t und Professor Einstein, zahlreiche Abgeordnete, Gelehrte. Wirtschaftler und Vertreter der Presse tob des öffentlichen Lebens, >> ,
Evangelische Kirche und Konkordat
Berlin, 4. Juni. (WB.) 3m Hinblick auf die vor dem Abschluß stehenden Konkordatsverhandlungen der preußischen Staatsregierung mit der römischen Kurie haben die evangelischen Landeskirchen Preußens einen gemeinsamen Schritt beim preußischen Staatsmini st erium unternommen und in einem Schreiben noch einmal ausführlich ihre Forderungen auf
gleichzeitigen und gleichwertigen Vertragsabschluß mit der evangelischen Kirche erhoben. Das Schreiben berührt einleitend den Schriftwechsel, der im Herbst v. 3. zwischen den Kirchenregierungen und dem Staatsministerium geführt worden ist, und fährt dann fort: „Rach- dem inzwischen das Staatsministerium, wie nach den Mitteilungen der Presse angenommen werden muh, zu einer Verständigung mit der Kurie gelangt ist, sehen wir uns genötigt, von der preußischen Staatsregierung eine bestimmte Erklärung darüber zu erbitten, ob sie nunmehr bereit ist, die im Herbst 1927 eingeleiteten und nach einigen Monaten ohne erkennbaren Grund eingestellten Verhandlungen wieder aufzunehmen mit dem Ziele, auch mit den evangelischen Kirchen zu einer vertragsmäßigen Regelung zu gelangen. Diese Verhandlungen könnten, soweit es an uns liegt, in kürzester Zett zum Abschluß gebracht werden."
Hinsichtlich ihrer grundsätzlichen Stellung zur Konkordatsfrage verweisen die Kirchen auf frühere Erklärungen und behalten sich besonders gegenüber den noch nicht bekannten Bestimmungen des Konkordats „volle Freiheit der Stellungnahme" vor. „Daneben", so fährt das Schreiben fort, „müssen wir aber
für den Fall des Vertragsabschlusses mit der Kurie erneut die Forderung gleichzeitiger und gleichwerttger, dem Wesen der evangelischen Kirche entsprechender Verträge nachdrücklichst wiederholen.
Die Grundsätze der Parität, zu denen sich auch das Slaatsministerium im Schreiben des Herrn Ministerpräsidenten vom 8. Rooember 1928 ausdrücklich bekannt hat, würden in einem entscheidenden Punkte verletzt sein, wenn der katholischen Kirche für ihrss Organisation und die finanziellen Bedürfnisse ihrer Verwaltung eine vertragsmäßige Garantie gegeben würde, während die evangelischen Kirchen lediglich auf einseitig erlassene und deshalb auch der Möglichkeit einseitiger Aenderung unterworfene staatsgesehliche Bestimmungen angewiesen wären.
Zum Schluß geben die preußischen Landeskirchen die Erklärung ab, daß es nicht als Sicherung der Parität angesehen werden könne, wenn die Staatsregierung sich etwa grundsätzlich bereit erkläre, später, nach Verabschiedung des Vertrages mit der Kurie, auch mit den evangelischen Kirchen Verträge abschließen zu wollen.
Braun will Mitteilungen machen.
Berlin, 5. Juni. (Priv.-Tel.) Ministerpräsident Braun hat, laut „Germania", die Fraktionsführer der Regierungsparteien zu einer Besprechung gebeten, in der er sie über den Inhalt des Konkordats unterrichten will. Die Besprechung wird voraussichtlich am Freitag stattfinden.
Oer Kabmettsrvechsel in England.
London, 4.3unL (WB.) Ministerpräsident Baldwin hat sich um 10 Llhr nach Windsor begeben, wo er vorn König in Audienz empfangen wurde.
Wie amtlich bekanntgegeben wird, ist Premierminister Baldwin zurückgetreten. Macdonald heute beim König.
London, 4.3uni. (WB.) Einem heute aus- gegebenen Bulletin zufolge hat der König eine gute Rächt verbracht. — Der Führer der Arbeiter-Partei, Ramsey Macdvnald, ist eingeladen worden, morgen nach Schloß Windsor zu einer Audienz beim König zu kommen.
Voraussichtlich wird Macdvnald, nachdem die Kabinettsbildung vollzogen ist und bevor das neue Llnterhaus zusammentritt, einen kurzen Llrlaub nehmen. Sein Gesundheitszustand ist nicht sehr gefestigt, und der Wahllampf hat ihn stark ermüdet.
Der Vollzugsausschuß der Arbeiterpartei wird morgen zusammentreten, um die Richtlinien der Politik zu besprechen, die nach Eröffnung des Parlaments befolgt werden sollen, und um sich über die gesetzgeberischen Maßnahmen schlüssig zu werden, die dem König vorgeschlagen werden sollen. Die Haltung der Oppositionsparteien wird natürlich zum großen Teil von dem Programm der Arbeiterpartei abhängen.
praktische Abrüstungsund Friedenspolitik.
Macdonald über seine Politik.
Paris, 5. 3uni. (WTB. Funkspruch.) Macdonald Hal einer Mitarbeiterin des „Petit p a r i - f i e n“ ein Interview gewährt, das Ausblicke auf die künftige englische Politik unter der Regierung der Arbeiterpartei gibt. Macdonald betonte, dah die Arbeiterpartei eine praktische Abrüstungs- und Friedenspolitik nachdrücklich verfolgen werde, hinsichtlich des Zusammenarbeltens der Rationen erklärte Macdonald: Es handelt sich nicht um Ententen oder um Bündnisse. Das sind Dinge einer veralteten Mentalität. Die Arbeiterpartei will eine ganz neue Aera europäischer I u - sarnrnenarbeil einleiken. Es soll keine Rivalitäten, keine Geheimdiplomatie mehr geben, keine Verträge zugunsten eines Landes, oder gegen ein Land. Das alles muß verschwinden. Das ist es, was man im Verhältnis der Völker zueinander braucht: Luft, Licht und guten Willen. Auf die Frage: „Glauben Sie, daß die Vereinbarung, die in Paris bevorsteht, die Frage der Reparationen und der interalliierten Schulden endgültig regeln wird?" antwortete Macdonald, man dürfe
nicht zwei verschiedene Probleme verwechseln. Die Reparationen und die Schulden seien nicht dasselbe. Bei der Prüfung der letzten Frage würden die Vereinigten Staaten viel zu sagen haben. Die Diskussion müsse auf neuen Grundlagen wieder ausgenommen werden. 3n der Frage der Schulden, wie in der Frage der Abrüstung beabsichtige die Arbeiterpartei, sich unverzüglich mit Hoover in Verbindung zu sehen und in enget Fühlungnahme mit diesem zusammen zu arbeiten.
Das voraussichtliche Kabinett Macdonald.
London, 4. 3uni. (WD.) Del seinem heutigen Besuch im Schloß Windsor wurde ‘Salbte i n vom Privatsekretär des Königs empfangen und in das Krankenzimmer des Königs geleitet, wo er dem König das Rücktrittsgesuch des Kabinetts überreichte. Der nächste Schritt auf dem verfassungsmäßigen Weg wird die Aufforderung des Königs an Ramsay Macdonald als Führer der Oppositton sein, die Bildung der neuen Regierung zu übernehmen. Es besteht kein Zweifel, daß Macdonald der Aufforderung Folge leisten wird.
Bei der Llebemahrne der Aufgabe der neuen Regierungsbildung ist es üblich, daß der neue Premierminister dem König die Ramen der Persönlichkeiten, die er für die hauptsächlichen Kabinettsposten gewählt hat, mitteilt. Macdonald wird sicher in der Lage fein, dies bald zu tun, da die gegenwärtige politische Lage feit langem vom Führer der Arbeiterpartei und seinen Kollegen erwartet worden war. Man nimmt an, dah die Ramen der Minister, die die wichtigsten Aemter in der neuen Arbeiterregierung erhalten werden, vor Ende der Woche mitgeteilt werden. Man erwartet, daß
alle Mitglieder des parlamentarischen Vollzugsausschusses der Arbeiterpartei im neuen Kabinett vertreten
fein werden. Wie verlautet, sollen erhalten: Thomas das Ministerium des Aeutzern, Snowden das Schatzamt, Lord 3uftice Sankey den Posten des Lordkanzlers, Henderson oder D a l t o n das 3nnenministerium, Lord Olivier das Ministerium für 3nblen, Trett e l h a n das Llnterrichtsministerium, Graham das Handelsamt, 3 o h n st o n das Ministerium für Schottland, A11lee das Kriegsministerium, Lee Smith die Admiralität, Lord Thomson das Luftfahrtministerium, Greenwood das Gesundheitsministerium, und Roberts das Pensionsministerium. Man erwartet, daß C l h - n e s toie im 3ahre 1924 Lord Privh Sean (Lordsiegelbewahrer) und stellvertretender Führer des Llnterhauses werden wird.
Aus dem Reichstag.
Von den Deutschnattonalen wurde auch in der gestrigen Reichstagssitzung wieder die sofortige Besprechung der Pariser Reparationskonferenz gefordert. Sie begründeten ihr Verlangen damit, daß im Auswärtigen Ausschuß die Aussprache darüber unmöglich gemacht worden sei. Da gegen die sofortige Beratung aus dem Hause Widerspruch erhoben wurde, konnte der deutschnationalen Forderung nicht stattgegeben werden.
Ohne Aussprache wurden Berichte des Rechnungshofes und der Oberrechnungskammer und das deutsch-polnische Holzabkommen den zuständigen Ausschüssen überwiesen. Die Einsprüche der nationalsozialistischen Abgeordneten Dr. Frick, Stöhr und Dr. Goebbels gegen ihre Ausweisung aus einer früheren Sitzung wurden gleichfalls debattelos zurückgewiesen.
Reichswirtschaftsminister Dr. C u r t i u s leitete dann die zweite Beratung des Haushalts seines Ministeriums ein durch eine längere Rede, in der er vorwiegend Mittelstandsfragen behandelte und nachzuweisen versuchte, dah die Regierung sich bemüht habe, durch verschiedene Maßnahmen den von den Kreisen des gewerblichen Mittelstandes geäußerten Wünschen Rechnung zu tragen. Die Regierung werde auch fernerhin alles tun, um den Röten und Sorgen des Mittelstandes abzuhelfen. Die Erörterung der übrigen Wirtschaftsfragen verschob der Minister bis zur Aussprache über das nut diesen Lragea eng Mscumnerchängenbe ErgetzM tei
Pariser Konferenz. 3n der Aussprache forderte der deutschnationale Abgeordnete Dr. ß e j e u n e- 3 u n g, dah die Regierung die Pariser Ver- handlungsergebnisfe ablehne. Der sozialdemokra- ttsche Abgeordnete Krätzig verlangte Abwehr- mahnahmen gegen die Preistreiberei der Kartelle.
Die Beratung soll am Mittwoch fortgesetzt werden.
Aus dem Hessischen Landtag.
Einberufung des Finanzausschusses.
Darmstadt, 4. 3uni. Der Vorsitzende des Finanzausschusses hat die Mitglieder zu einer Sitzung für Freitag, 7. 3uni, zusammen- berufen. Auf der Tagesordnung stehen die Regierungsvorlagen über die Sicherung von Baudenkmälern, die Einrichtung einer außerordentlichen Professur für Wirtschaftslehre an der Technischen Hochschule in Darmstadt, Errichtung von Badeeinrichtungen in Deamtenwohnun- gen der Bergwerksdirektion Wölfersheim. An Anträgen kommen zur Behandlung ein Zentrumsantrag auf Ablösung der Golddiskontbank- hypotheken, verschiedene Anträge betr. Hagelschäden, Stellenumwandlungen bei der Polizei und noch eine Regierungsvorlage über die Rationalisierung des Handwerks.
Italienischer Geschwaderflug nach dem Schwarzen Meer.
9tom, 5. 3unl (WTB. Funkspruch,) Ein G e - tchwada» voo L'L W cks hrtoflugs^u8»b
der italienischen Luftflotte unter Führung deS Generals de Pinedo bricht heute zu einem Flug nach dem Schwarzen Meer auf. der in Etappen von etwa je 400 Kilometer über Athen und Konstantinopel bis in die Gegend von Odessa und zurückführen soll. Eine Reihe von Militärattaches auswärtiger Mächte nehmen an dem Flug teil.
Aus aller Welt.
Grotzfeucr in einem KoblenzerKrankenhauS
WSR. Koblenz, 4.3unt Heute morgen gegen 6.30 Llhr brach in dem Krankenhaus der katholischen Schwestern „M a r i e n h o f" ein Grobfeuer aus. 3n wenigen Augenblicken stand der ganze östliche Flügel des Rordbaues in Flammen. Sämtliche Wehren der Stadt Koblenz wurden alarmiert und erschienen bald darauf mit vier Löschzügen. Auch eine Abteilung der französischen Besatzung eilte herbei und brachte einen Teil der Kranken in das benachbarte ehemalige Militärlazarett, das jetzt von der Besatzung benutzt wird. Das Feuer breitete sich mit großer Schnelligkeit über den ganzen Dachstuhl aus und erreichte die angrenzende Kapelle, deren Turm ein stürzte. Gegen 8.15 Llhr war es der angestrengten Arbeit der Feuerwehren gelungen, den Brand einjuöäm- m e n , so dah im Augenblick keine Gefahr mehr besteht. Personen kamen nicht zu Schaden, da die Krankenschwestern, deren Schlafräume sich im obersten Stockwerk befinden, bereits vor Ausbruch des Brandes ihren Dienst angetreten hatten. Die Kranken wurden von der sofort erschienenen Sanitätswache aus beiden unteren Stockwerken des gefährdeten Baues getragen. Die Entstehungs-. Ursache scheint Kurzschluß zu sein.
Achtköpfige Familie vergiftet.
Das „D. T." meldet aus Weilheim (Oberbayern) : 3n Wielenbach erkrankte die achtköpfige Familie F a 11 e r e r nach dem Genuß eines Fleischgerichtes. Wie festgestellt werden konnte, stammte das Fleisch von einem frisch geschlachteten Stück Vieh. Rach ärztlichem Gutachten handelt es sich um Paratyphus, dem innerhalb von wenigen Tagen die 60jährige Ehefrau Marie Falterer, ihre 30jährige Tochter und ihr Enkelkind erlegen sind. Die übrigen fünf Familienmitglieder dürsten ebenfalls kaum mit dem Leben davonkommen.
Die Ursachen des Laußnitzer Eisenbahnunglücks.
Lieber die Llrsachen des Eisenbahnunglücks bei Laußnitz, bei dem, toie gestern gemeldet, vier Reichswehrangehörige den Tod fanden, teilt die Pressestelle der Reichsbahndirektion mit. Die Llntersuchung des umgestürzten und entgleisten Wagens, die im Beisein von Vertretern der Staatsanwaltschaft im Reichsbahnausbesserungswerk Dresden stattfand, ergab, daß beide Wagen in völlig einwandfreiem Zustande waren. Ebenso hat die genaue Rachprüfung des Oberbaues an der Llnfallstelle keinerlei Mängel gezeigt, welche die Llrsache der Entgleisung sein könnten. Man vermutet, daß eine Achse des zuerst entgleisten und bann umgestürzten Wagens infolge Stauchung des Zuges ausgehoben worben war, so baß sich bie Räder dann neben die Schienen gesetzt haben, was ein Umfallen des Wagens und die Entgleisung des anderen Wagens zur Folge gehabt habe.
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Wettervoraussage.
Mit der nordwestlichen Verlagerung der süd- skandinavischen Störung nach dem Baltikum hin nimmt die Kaltluftzufuhr nach unserem Gebiet wieder ab. Leichter Barometeranstieg führt zunächst zu etwas ruhigerem Wetter, wobei es zeitweise zur Aufheiterung kommt. Die Besserung ist jedoch nur vorübergehend, und noch im Laufe des morgigen Tages werden wieder ozeanische Luftmassen des neuen nordwestlichen Tiefdruckgebietes zur Bewölkung führen. Dabei steigen die Temperaturen wieder etwas an; abermalig« Riederschläge stehen ferner in Aussicht.
Wettervoraussage für Donnerstag: Zunächst wolkig mit Aufheiterung, später wieder Bewölkungszunahme, wärmer und erneut Regen.
Wettervoraussage für Freitag« Zeitweise noch stärker bewölkt und vielfach Regen wahrscheinlich.
Lufttemperaturen am 4.3uni: mittag^ 14,5 Grad Celsius, abends 10,5 Grad; am 5.3unii morgens 10,2 Grad. — Maximum 15,4 GvK Minimum 9,1 Grad. — Riederschlag 7,3 WM« meter. — Sonnenscheindauer 3/t Stunde.
Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe: art 4. 3uni abends 16,2 Grad; am 5. 3uni pwrsM U Grcck) ErlsruL . v rr


