Ausgabe 
1.3.1929
 
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konnte erngeköst werden, dagegen traf fast übetatl das Gegenteil davon ein. Der Redner betonte dann, daß die Soziademokratie ziclbewußt inf die Diktatur des Proletariats hinarbeite. Daß sie dabei gerade in letzter Zeit immer mehr Erfolg habe, sei Schuld der sich täglich wegen Kleinig­keiten. zerfleischenden bürgerlichen Parteien und des noch immer schlafenden Bürgertums. Die Schäden unseres parlamen arischen Systems, hel­fen Versagen in den letzten Monaten wieder be­sonders stark heroorgetreten sei und das noch nicht einmal für die so ungeheuer wichtigen neuen Rcparationsaerhan. l ngcn eine starke, trcgfähige Regierung ermöglichte, seien zu offenkundig, um viel darüber zu reden. Untere schlechte außen- politische Lage sei nur eine Fo'ge unserer inneren Entwickelung. Unsere Regierung wage noch nicht einmal den Kamps gegen die Kriegsfchuldlüge, die Basis des Versailler Diktats und der Repa- rationssaslcn, aufzunchmcn, trotzdem sogar füh­rende Leute der Entente ihre Unhaltüarkeit offen zugegeben haben. Mit der ernsten Mahnung an die Anwesenden, in ihrem Kreise unablässig für den deutfchnationalen Gedanken und für die deutfchnationcle Forderungen zu kämpfen, schloß der Redner unter großem Beifall.

preuhen.

Oer neue Komniunalkonflitt in Wehlar.

MSR. Wetzlar, 28. Febr. Die Stadtver­ordneten hatten kürzlich imWetzlarer Anzeiger" gegen de Veröffentlichung des Prü­fungsberichtes über die Vermögens­lage der Stadt protestiert. 2n einer Erklä­rung in der gleichen Zeitung betont Bürger­meister Dr. Kühn, daß von seiner Seite der Prüfungsbericht der Le.entlichleit durch die ört- kiche Presse zugänglich gemacht worden sei im Sntercf.e des Ansehens und der Kreditfähigkeit der Stadt Wetzlar, sowte im Interesse seines perfönlichen Ansehens und feiner Autorität als Bürgermeister, die in gleicher Weise einen Stoß bekommen sollten. Dr. Kühn erklärt weiter, die Siadtverordre.en hätten kein Recht darauf, daß das Prüfun.^ergebnis länger als notwendig der Oef entlichteit vorenthal.en w.rüe. Cs mute pharisäisch an, wenn diskrete Tehandlung ge­fordert werde, nachdem die Verwaltung öffent­lich blohgestellt worden sei. Einer Entscheidung der Aufsichtsbehörde sei durch die Veröffent­lichung des Prüfungsberichts, die lediglich die absolute Reinlichkeit und die ordnungsmäßige Geschäftssührung darlegen sollte, in keiner Weise toozgegrifien. Zum Schluß kündigt der Bürger­meister an, daß ec je nach dem weiteren Gang der Dinge in dec Angelegenhüt ebensaüs noch nicht das letzte Wort in dec Lefsenlich.eit g.fpro- chen habe.

Erweitertes

Schöffengericht Gießen.

* Gießen, 28. Febr. Der wegen Eigentumsver­gehens oft und auch schon mit Zuchthaus bcstraste züjährigc Schnecher Max Reinhardt aus 2)il# kiiburg hat iin September o.I. in Bad-Nau- h e l m versucht, drei Schaukasten, in denen Leder­waren, Strümpfe u. dgl. ausgLstellt waren, zu er­brechen und daraus zu stehlen. Er leugnete, wurde aber durch die Beweisaufnahme überführt. Er war in der Nahe eines Schaukastens beobachtet worden; in feinem Besitz fand sich abgesehen von einem R:voloer ein Brcchwerkzeug, dessen zwei Zungen genau in de Einbruchspurcn an den Schaukasten paßten. Strafe: Gesamten chthaus st rase von v.nem 9 a 4 r zwei Wochen und zwei Tagen wegen versuchten schweren RückfaÜdieb-

stahls und verbotenen Waffentragens, ferner drei Jahre Ehrverlust.

Freigefprochen wurde ein Kaufmann von Köln von der A klage des Betrugs. Es wurde ihm zur Loft gelegt, auf geriebene Weife einem Kauf­mann von hier Zigaretten im L ert von 80 Mark abgefchwindelt zu haben. Da nicht zweifelsfrei fest- gestellt werden konnte, daß er an dem betreffenden Tage in Gießen war, erfolgte trotz starken Verdachts Freisprechung.

E.n Kaufmann aus Leipzig, der auf seinen Antrag von der Verpflichtung zum Erscheinen in der Haupt- ver' .ndlung entbunden war, wurde wegen B e trugsundUnterschlagungzueinemMo- n a t Gefängnis verurteilt. Angeblich um einem Bruder eines Zeugen zu helfen hatte er sich gegen Hingabe eines faulen Wechsels ein Darlehn von 240 Mark erschwindelt; von dem Geld hat der hilfs­bedürftige Bruder nichts gesehen. Außerdem hat er einen ihm anvertrauten Geldbetrag von 87,50 Mark,

mit dem er eine Schuld begleichen sollte, für sich be­halten.

Berliner Börse.

Berlin, 7. März. (WTB. Funkspruch.) Obwohl im heutigen Frühoerkehr Kurse noch nicht zu hören sind, beurteilt man die Tendenz weiter freundl.ch. Es scheinen neue kleine Kaufaufträge des Auslandes oorzulicgen, die dem Kursn oeau sicherlich eine Stütze bieten werden und der Spekulation zu weiteren Deckungen Anlaß geben könnten. Die Bewegung würde also nur rein positionstechnisch sein, denn Anregungen irgendwelcher Art liegen nicht vor. Am Deo senmarkt nennt man London gegen Paris 124,26, London gegen Mailand 92,66, London gegen Spa­nien 31,70, London gegen Kabel 485,27.

Sprechstunden der Nednktion

11.30 bis 12.30 Ahr, 16 bis 17 Ahr. Samstag nadjm llag geschloffen.

Schach-Ecke.

Bearbeitet von W Orbach.

Alle für die Redaktion bestimmten Mit­teilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaltion desGießener Anzeigers".

Problem Nr. 202.

8

6

2

5

4

3

h

8

7

6

5

3

2

4

Weiß.

Schwarz, d e

Don Dr. G. C. Soruffini.

a b

g h

a D

Weiß zieht und fetzt in zwei Zügen matt.

Weih: 9 Steine. Kg3; Da2; Tel, h4; Lc3, c8, Sd5. f4: Bh2.

Schwarz: 7 Steine. Ke4; Td4; Le3; Sg4; Bc4, d6, h3.

Ein cl:gan'.er preisgekrönter Zweizüger.

Partie Nr. 131.

Die folgende lehrreiche Partie stammt aus der Sieg irrunde des internationalen Schachturniers zu Kecskemet.

Unregelmäßige Partie.

Weiß: AhueS.

Schwarz: Rimzowitsch.

1. Sgl-f3 1. b7-b6

2 e2-e3

Auf 2. e4 könnte nach Rimzowitsch folgen: 2.....Lb7 3. Sc3, e6 4. d4, Lb4 und eh. d6 mit be­

engtem. aber verteidigungsfähigem Spiel für Schwarz.

2..... 2. Lc8-b7

3. b2 - b3 3. f7-f5

4. Lei -b2 4. e7-e6!

Dies ist 4. .... Sf6 vorzuziehen.

5 bf *-e5

Vorherige Figurenentwicklung durch c4 nebst c4 und Sc3 usw. war angebracht.

5. ... .. 5. bg8 - f6

6. f2 f4 6. g7-g6

7. c2-c4 7. Lf8-g7

8 Sbl -c3 8. 0-0

9. Ddl-e2

Um nach der Damenseite zu rochieren, da die kurze Rochade mit Schwierigkeiten verknüpft war. 9. .. * 9 ii7-

10. Se5-f3 10. Sb8-d7

11 d2-d4 11. Dd8-e7

12 0-0-0 12. eh-e5

Dieser wichtige Durchbruch bringt nun Schwarz in Vorteil.

13 d4-d5 13. a7-a5

14. De2-d2 14. Sf6-h5!

So'l g3 provozieren, wodurch der Lb7 eine ertzch e Wi.kung in der Diagonale a8hl erlangt.

15

g2-g3

15

Sd7 - c5

16.

Ltl-e2

16.

25-a4!

17.

b3-b4

17.

24-23

18

Lb2-al

18.

Sc5-e4

19

Sc3xe4

Denn, wenn 19. Del, eXf 20. exf, Sxc3 21. LXc3, Lxc3 22. Dxc3, Dxe2.

19..... 19. f5xe4

20 Sf3-g5 20. e5xf4

21. Lalxg7 21. De7xg7

Droht zweizügiges Matt.

22. Dd2-d4 22. f4 f3

23. Le2-fl 23. Tf8-e8

24. LH-h3

Falsch wäre natürlich 24. Sxe4 wegen Txe4!

24... .; 24. Lb7-c8

Vesser als 24.....Ta4.

25. Ln3xc8

25. T28XC8

26. b4-b5

26. Te8-e5

27. Sg5-e6

27. Dg7-e7

28. Kcl-bl

28. Sh5-g7

29. Se6-f4

29. De7-d7

30 h2-hl

Wegen 30.....g5.

30......

30. Sg7-f5

31. Dd4-c3

31. Sf5xg3

32. Thl-gl

32. Sg3-h5

33 Sf4-e6

33. Sh5-g7

34. Se6-d4

34. 7c8-l8

AusgegHen: falls 35. Dxa3, Th5 36. Thl, Dg4 37. Tdgl, Txh4! 38. Txg4, Txhl 4- und f2 und gewonnen. Rimzowitsch hat diese Partie kräftig behandelt.

Losung des Problems Rr. 199. Don Marakounin.

1. Se5-c4! usw.

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Oie Narrenkappe.

Splitter und Sparren vom RedaktionStisch.

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Das war am Stammtisch. Einer hatte schon neun Dock intus. Ein anderer erzählte:

Sonntag war ich im Grünewald, habe mir mal die Eisbahn da ang.sehen. Also ich sage Ihnen, sowas von Betrieb! Schlittschuhläufer, Schlitt chuhtäu'er und nochmal Schlittschuh.äuferl Soweit das Aug: reichte, nichts wie Schlittschuh­läufer. Ra und dann gab cs doch plötzlich einen i usammenlauf ziemlich weit draußen auf dem See. Lind was war's? Ein riesiger Bernhar­diner war eingebrochen."

Ru sagen Sie bloß ma ...bemerkte der mit den neun Bock...... sagen Sie bloß ma,

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