Ausgabe 
4.1.1928
 
Einzelbild herunterladen

Es zogen dm Äurschen wohl über den Mein ....

Ho man von (Erica (Brup«-C6rd)tr.

8 Fortsetzung. Nachdruck verboten

Stauben klappte bk Entreetüre zu. Schritte- Herren sich auf dem ©engt dem Zimmer. !Rtmb tarn zuruck. Unwillkürlich traten t*ib< «inen cd)ritt auseinander und rostkn sich pi einer offiziellen f)il- tunq auf. Velde waren, ohne daß fk ft verabredet oder ausgesprochen hätten, de» Willent. feinem Menschen von ihrem klrinen Rendezoou» auf dem Balle etwas zu sagen:

JRrinf dachte Metuline. ,.id) lag« Naymond mchtr davon! Danz «eroih. ich recht keinen edruu- frr jage ich dem Kusin Alceste!' Und alt sie sich Kfot mit den beiden Herren wieder am Tisch niederiietz. hfl ein leises, spitzbübisches Lächeln in ihren Äugen. Stn Alcest« einmal düpieren können, der sich so a.-rn als ihr Vormund aufspielte? Bk reizend war Vieser Gedankek

Hat« Fritz Wenger vorhin mit seiner Beobachtung vielleicht doch da» Richtige getrossen. trotzdem er für keinen großen Frauenkenner galt? War Baronesse Melusine wirklich «inkleiner Racker"?

Wenger stand am Abend des Wohltöligketttfefres oben auf dem groben breiten Podium im grotzcn Konzertsaal de» Sängerhaus«» und sah in den Saal hinab. Er war über seinen Beobachtung,- Posten irm so froher, als man hier oben mit fjilk non allerlei hübschen Dekorationen «'n ländliche» Di.'tthous mit gartenähnlichem Hinter­grund erbaut hatte und es nichts Absonderliches war. wenn ein Komiteemilglied von hier den Ein« druck des Ganzen prüfte.

E» war zwischen neun und zehn Uhr. Die Sale füllten sich Man hatte das ganze Obergeschoß des großen. zu Gesellschastszwecken erbauten Hauses in Anspruch genommen Bon recht» und links durch die Saaleingange unter den Emporen drängten die Besucher herein. Das Bild war schier erdrückend in seiner farbenprächtigen Buntheit Immer schwe­rer wurde ,» ihm. die einzelnen zu meistern. Seine

geheime Ungeduld wuchs. Sie wurde zu efaer ihm selbst ungewohnten Rervosität, als einer aus der «ruppe der elsässischen Künstler, der da» äußere Arrangement des Festes übernommen hatte, auf Wenger zu trat und meinte-Bat meinst. Fritz, «t geht auf halb -fhn? Ich arrangiere jetzt im Rebensaal den Zug! Eine richtige Introduktwn muh sem. Nachher verslattert alles"

Er brach ab. da Wenger piotzlch einen halb unterdrückten Rus der Freude ausstießDa kommt endlich meine Mehtimaid! Eugtne. stell nur den 3ug jetzt auf Ich komm im Moment mit der Baronefse v. Welzin auch In den Rebensaal!'

Melusine ging am Arm ihre» Bruder» Gan; genau wußte sie, daß Alceste dadurch gekrankt war. Aber wenn sie letzt seinen Arme nahm und sich in das Fest einführen ließ, fürchtet« fk, er würde sie gar zu sehr mit Beschlag beleben! Sie aber hatte gleich beim (Eintritt m die Sale die köstliche Un­gezwungenheit de» beginnenden Feste» erkannt! Wie wohltuend würde e» sich da unter dieser Flagge für einen lebensdurstigen Menschen dahin­segeln lassen.

Ganz in der Röhe der Haupteingangstür ent- deckte sie plöhjid) die hohe schlanke Gestalt von Dietwari v vcholzer. Ihr Herz tat unwillkürlich ein paar schnelle schlage. Auch er sah sie im sel­ben Moment, vielleicht um einige Sekunden eher. Denn sein Platz war ebensall» ein wahrer Beob­achtungsposten und ermöglichte eine gute Kontrolle der Eintrrienden. Wie famo» stand ihm da» Ko- stüm al» Piqueur!

Gerade al» Dietwari sich anschickte, nach einer furzen Verbeugung auf die Geschwister und den jungen Baron Alceste zuzukommen. trat Fritz Wenger unmittelbar von einer andern Seite heran. In weiblicher List die Situation sofort überblickend, blieb ihr just nach Zeit, Dietwari unter einem kleinen Augenblinzeln und Grüßen mit einem Augenausschlag zu bedeuten: er möge sich noch eine kleine Zeit gedulden, da sie noch andere Rücksich­ten zu nehmen habe. Und Dietwari war so klug, ihr zu folgen, sich zurückzuhallen, wieder hinter einigen neueintrelenden Paaren zu verschwinden und zu warten, bi» er Gelegenheit bekam, mit Me­lusin« zu tanzen und sich allein mit ihr unlechalten Vi kennen. Tenn unwillkürlich empfand er die

Gegenwari bet jungen Baron Alceste. den er jetzt neben feiner Kusine sah. al» einen ihm selbst we­nig günstigen, unwohlwollenben Faktor.

Für Fritz Wenger aber versank Augenblicke lang der ganze Saal ringsum mtt all den Hunder ten von teil» fremden, teil» bekannten Leuten. Seine Augen ruhten auf Melusine Ich hab gleich gedenkt, baß e» em schone» Kostüm ist Ader, daß e» dir so steht, das hält' ich doch nicht gebentt!

E, waren, dem Eharakter des Feste» entspre­chend. noch sehr piek junge (Elfäffer Bauernmöbel im Saal aber falt alle truaen die charakteristische schwor,seidene große Schlupfkappe. Die Tracht der wohlhabenden jungen Bauerntochter au» dem Ha- nauer Land aber besaß fine Schlaufkappe au» schwerstem, handbreitem elfenbeinfarbenen Seiden- band mit eingewirkten Rosen, die über ihrem reichen dunkelblonden Haar wiriungsvoll ragte. Heber den weiten, um die Hüften in dichte Falten sich schließenden psirsichroten Rock mit drei schwar­zen Samtbändern fi«l die gradlinige schwarz« Seidenschürze. Die zarten Formen der Achtzehn­jährigen atmeten unter dem weißen Hemd aus feinstem Batist und dem kleinen viereckigenBor- steck", mit Füttern au» Samt bestickt. Ein helle», weiche» Tuch au» feinster Wolle mit Blumen- muster und kleinen Fransen legte sich um die Schultern vorn bi» zum Eamtmieder herab.

Sie wirkte jugendfrisch und natürlich. Reben ihr Alceste stach ein wenig in» Blasierte. (Er trug em Harlekinkostüm nach französischem Genre, halte sich die Augenbrauen grotesk nachziehen [affen und als Krönung über der weil und rund sich spreizenden Tüllhalskrause eine weiße Perücke übergezogen, an der oben ein Haarbüschel sich ebenso grotesk steil In die Höhe reckte

Raymond hatte wieder den Mittelweg gewählt. Er kam als Rokokoherr. Er konnte dabei ebenfo- gut aus dem Ahnenbild irgendeines der französi­schen Rokokoschlößchen geschnitten, wie al» junger Hofrat vielleicht durch die Straßen de» einst so geruhsamen, geistig hochbedeutenden Weimar ge- schritten sein.

3ft dir's recht, Melusine, so gehen wir gleich in den Rebensaal? Man arrangiert schon den Meßii- 3ug." Dabei bot Fritz Wenger der Baronesse den Arm und führte sie, nachdem er ihrem Bruder und

Alceste rwd) zuyemckt. eilig txmon Ihre Ge­danken hafteten noch bei Dietwari. Aber sie versuchte zu scherzen.

JDu müssen wir uns tummeln, gelt. Fritz? Ein Meßtizug ohne Meßtimaid? Was wär da»? Ich bin doch die Hauptperson!"

3a, du bist die Hauptperson', gab er lachend zu. und tr wagte es, ihren Arm in dem seinen ein ganz Nein wenig an sich zu drucken, indem er im Men hinzu fügteFür mich bist du beut ganz gewiß die Hauptperson!'

Alceste stand noch einige Augenblicke gelang- weilt neben seinem Setter Er bemerkte, wie einige junge Jxrren. bk deutschen Typus hatten. $u Raymond au» Heiner. Entfernung grüßten und von ihm wieder gegrüßt wurden. Ja, Ravmond winkle einem, er wurde gleich zu ihm herankorn- mee. Run gut! Wenn der Setter auch hier im deutschen Fahrwal'er segeln wollte, dann zog Al- ceste e» vor, den junaen Damen hier den Hof zu machen' E» waren |a in der Hauptsache heute junge Mädchen au» gut elsässischen Kreisen hier, au» Familien, in denen man zu Hause immer da» Französische al» Umgangsform pflegte.

Plötzlich fühlte er einen leichten Schlag auf sei­ner Schulter. Er fuhr herum. Ein weiblicher, voll- ständig vermummter Domino stand halb hinter ihm. (Eine schwarte Seidenmaske, die entgegen oder sonstigen weiblichen Eitelkeit sogar auch da» Kinn verdeckte, ließ nur ein paar schwarz« Augen hervorfunkeln. E» war ihm nicht sehr behaglich zumute. Obgleich der Faschingszeit entsprechend auch für dieses Fest heute Maskenfreiheit erlaubt war. bewegte sich Der überwiegende Teil der Be­sucher in Kostümen ohne Maske Rur ein Teil trug kleine schwarte Samtlarven, die ebenso pikant wie kleidsam wirkten. Aber rin« ganze Gesicht»- maske? Und obendrein eine Dame dahinter der Stimme nach vermuten müssen?

..Du scheinst dich zu langweilen, mein Lieber!" redete die Maske Alceste auf französisch an. Da» war ihm einigermaßen angenehm Dann war » doch wenigsten» jemand aus seinen Regionen! (Er ant- modele, ob sie sich angelegen fein lassen wollte, ihn deswegen zu unterhalten.

l^ortletzunp folgt.)

der Zentralheizung an möglich mit einem Qu

RUHRKOHLE

Rasche

Anpassung

die Außentemparatur ist leicht alitätekoke wie

Ruhr-Zechenkoks

Bei geringem Zug brennt er langsam weiter, ohne daß das Feuer erlischt. Bei starkem Zug entwickelt er eine unübertreffliche Heizkraft, so daß selbst bei strengster Kälte eine volle Raumerwärmung mühelos zu erreichen Ist.

Wenn er einmal verwendet worden ist, wird immer wieder auf ihn zurückgegriffen, da er die geringste Bedienungarbeit erfordert.

Sie werden sich überzeugt haben, daß

Ruhr-Zechenkoks

trotz des etwas höheren Preises gegenüber anderem Zechenkoks praktisch billiger ist.

Immer entscheidet der Versuch. WA

Erhältlich in größeren Kohlenhandlungen!

SWWWMWW

in her Turnhalle zu Grünberg

am 7. und 8. Januar 1928

veranstaltet von den vereinigten Geflügel- zuchtvercinen: Grünberg, Nieder-Ohmen, i«en Homberg. Alsfeld, Lauterbach und Schlitz.

Die Ausstellung umfaßt etwa 500 Num­mern Hühner, Tauben und Wassergeflügel

Äeste Gelegenheit zum Anlauf von Zuchttieren

Stunöenplan Illrdi«am9.Januar 1928Ind rPestalozzischu!« (SlablhnabrnKbule) Korbanlage beginnenden Kurse:

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerst.

Freitag

7 8 Uhr

Diktat "0-100

Anfänger

-

Datei 60-100

Anfänger

7'/,-8' .

Redeschrift

8 9Uhr

Diktat

Fort- bildung

Diktat

t20u hüh

120u hdh

bildung

Praktiker

Der Kuriu» für Praktiker find«, nut bei genüg Beteiligung statt

Anmeldungen für den Anfüngerunterricht werden von Herrn Alex Karndach, Am Kugelberg 23, oder zu Beginn de» Unter- richt» entgegengenommen. M

Erst« R«ich»sturzfchrljtg«lell schäft ..(Babelsberger** unb ibtellung (Bl«b«n- B

Zuckerkranke eehalt wichtige Aufklärung knetenlosdurch Fr. Löw,Walldorf FieiUcsscn)

M-Keime

Modehaus Salomon

Drucksachen aller Art Beirrt la feder jrwtackir« Aiuunt.>> nttreie pretowwt <N MiritM l ehr. PrvUert*. 8 Uaje

Frische Schellfische Gflbliau qc, «olbbaridi Braififchc F'ichlotelrttd empfiehlt

Georg Wallgnlg|$ tearnubfr btt Wvael.u-ci.uefe

Geschäfts-Empfehlung

(Einer verehelichen Kundschaft zur gefälligen Kenntnis, baß ich am 1. Januar 1928 Gelter-weg 63 neben Korjettenhaus Aron eine

Werkstätte für Aulo-Sattlerei, Lederwaren Reise-, Zagd- und Sportartikel

eröffnet habe. Anfertigung von Reise- und Musterkoffern, Schulranzen und Aktenmappen, Iagdartikeln sowie aller -Lederwaren in jeder Ausführung / Kinder, wagen - Reparaturen / Spezialität: Reubespannen und Reparatur von Tennis- schlägern. (Ed wird mein Bestreben fein, meine verehrte Kundschaft durch Qualitätsarbeit und billigste Berechnung stets zufrieden zu stellen. m

Franz Zoseph Heller,Sattlermeister,Gießen

Seltersweg 63, seitheriger Meister der Firma August Klidinger.

Möbelfabrik m.BRÜCK

INH. TH W£IN£AT

(giessen,

Brandplat} (ALTES SCHLOSS) *

1O SCHAUFENSTER]

Jflöbel in einfachster bis feinster Ausführung

Teppiche/ Dekorationen

Bequeme Teilzahlung r

>cnte Irisch von der See:

Mellon o.fiopl

daS Pfand 26 Pfennig

Schade & Süllgrabe 'Baunbofitraiie2G, Viiblotnhrahc 20 Walltorstrane 24. Nriedrichltr. 14 Kaiierallec 20 lS6c

Frische Seefische

Donnerstag früh elntreffenb:

I» Cchcllssiche ohne Kovl la Kabeljau ohne Rouf la Seelachs ohne Kopf la Moldbarsch ohne Kovf la Pratichellstsche Irische Siirtifotclctt# Prima Volllett Bückinge Echte flfranllnrtcr Würstchen iietS Irisch, da» Paar &0 Psg. Ab diele Woche wieder laufend je­den Donnerstag u. dretiag frische Milche »um billigsten rageSvretS. Gebr.Männche Lebensmittel. Feinkost. Drogen vlebia-.EckeWtlfonstrafte Del. 1330 ______________________________________177

Inventur-Ausverkauf

Sporthaus Schneider

--- ---------------------- in

IrOher Mk 36.00

GIESSEN Neuenweg |fl

Gröfltes Spezial- Sportnau» in Oberhessen

und fettloser Ausverkauf aller

Wintersportgeräte 15 bis 25% Rabatt! vom 5. -20 Januar auf meine festen Katalogpreise Schnee-Schuhe und Ski-Stiefel, prima Qualität

tieqinn:

in unsrem' .Inventur

Riem

DIE PREISE

DIE LEISTUNGEN -

Samstag, den 7. Januar

Nur QualitMta-Ware!

Mlueburg12 (neben Mlusbarg 12

Transportable

Ehamotte hellelöien feuerfeft unverwüftlidi billig