Ausgabe 
7.10.1926
 
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Leistungen der Vereine auf der Höhe sind. Die schone Musik der Kapelle Sommerlad- Möbus und die guten Erfrischungen des Wirtes Gundrum trugen viel zu der frohen Stimmung bei. Abends, nach einem kurzen LImzug durch den Ort, wurde noch kurze Einkehr bei dem Vereinsmllglied Gastwirt Schäfer gehalten, und um 7.30 Ulir fuhren die Gäste wieder nach Hause. Pinter den Klängen der Musik fuhr der Zug den Bahnhof hinaus.

j) Lich. 6. Oft Die Kreisbauver- w a I t«u n g hat hier mit der Bekämpfung der Obstbaumschädlinge begonnen, rmd auch der Obst» und Gartenbauverein Lich ist durch Beauftragte bereits eifrig mit der Anlegung von Klebegürteln auf Privatgrundstücken beschäf­tigt. Diese Brkäinpfungsmahnähme wird einheit­lich für alle Obstbaumbesitzer in der Gemarkung, die sich dazu bereit erklärt haben, seitens des Obst- und Gartenbauvereins durchgeführt. Die Kosten sind sehr gering und werden im lau­fenden Jahr 15 Pfennig pro Daum nicht über­schreiten Trotzdem ist mancher Daumliebhaber, verursacht durch zwei Mißernten, lau geworden und will nicht mehr mitmachen. Er beachtet hierbei aber nicht, daß er durch das plnterlassen der gemeinsamen Dekämpfungsarbeit nicht nur sich, sondern auch seine Rachbarn schädigt, in­dem er sich und diese um den erhofften Er­frag bringt. Doch ist es Zeit, sich Zeines Besse­ren zu besinnen, damit die Bekämpfung bis auf den letzten Baum in der Gemarkung durch- gesührt werden kann. Bei einem Gemarkungs­gang kann jedermann beobachten, daß infolge des Frostjahres 1923 auf 1924 ganze Astserien abgestorben sind. Auch hier ist es Pflicht jedes Obstbaumbesihers, die dürren Aeste jetzt zu ent­fernen, geben doch diese gerade den besten lln= terschlupf für die meisten Schädlinge des Obst­und Gartenbaues während der kalten Jahres­zeit.

T Dorf-Gill, 6. Oft. 3n einer gut be­suchten Versammlung in der Gastwirtschaft Seipp hielt am Samstagabend der Vorsitzende des Ob st- und Gartenbauvereins Lich. Konrad Schöne, einen Dortrag über Matz - nahnren zur Vermehrung der Ernteerträgnisse im Obstbau. DesonderS eingehend sprach er über die Behandlung der Obstbäume und über eine organisierte Schädlingsbekämpfung im Obstbau. Seine Ausführungen ernteten reichen Beifall. Im Anschlutz an den Vortrag schritt man zur Gründung eines Obst- und Garten­bauvereins. Mit Genugtuung konnte man feststellen, Latz der Vortrag Verständnis für die idealen Bestrebungen der Obst- und Garten- bauvereine geweckt hatte. Alle anwesenden Obst- baumbesitzer, voran Las Ortsoberhaupt und sein Stellvertreter, zeichneten sich in die. aufgelegte Mitgliederliste ein. Auch die Gemeinde wird korporatives Mitglied werden. Der fürstliche Obergärtner Heinrich Schmidt und Daum­wart Karl H e r ch e n von Lich, die der Ver­sammlung beiwohnten, gaben über einschlägige Fragen im Obstbau noch manchen nützlichen und beachtlichen Fingerzeig.

Kreis Friedberg.

WER. Friedberg, 6. Olt In Ock­stadt ist infolge eines Schlaganfalls der katho­lische Pfarrer Dr. von Brentano gestorben.

Dad-Aauheim, 6. Oft Aach dem Kriege wurden vom Staate hier Institute für ärztliche und Quellenforschung ein­gerichtet, die sich als notwendig erweisen, will man dem heutigen Stand der Wissenschaft Genüge tun. Wie bekannt, bewilligte der Landtag im Frühjahr auch die grobe Vorlage, die die Er­bauung eines neuzeitlich eingerichteten medi­zinisch - belneologischen Instituts vorsieht. Mit dem Dau, für den Gelände in der Aähe der Sprudel vorgesehen ist und für den die Pläne fertig vorliegen, sollte schon im zeitigen Herbst begonnen werden. Wie verlautet, ist der Dauanfang zunächst aber noch hinausgeschoben worden, aus Gründen, die der Oesfentlichkeit nicht bekannt sind.

Kreis Bübingen.

Aid da, 6. Okt. Das Destreben der hiesigen Bürgerschaft, chren Häusern ein neues Gewand anzulegert, war unmittelbar Kach dem Gauturnfest etwas ins Stocken geraten. In letzter Zeit aber haben mehrere Besitzer wie­der ihre Häuser neu Herrichten lassen. Man be­vorzugt jetzt mehr die meergrüne Farbe, die im Kontrast mit dem Rot der Läden ruhig und vornehm wirkt und die Eigenschaft hat, im Bunt des Häuserbildes eine vermittelnde und aus­gleichende Rolle zu spielen. Der städtische Wohnungsneubau, im Rohbau vollendet, gewährt infolge seiner überragenden Lage einen günstigen Anblick. Unter Vermeidung alles dessen, was an eine Mietskaserne erinnern könnte, hat man hier ein Gebäude geschaffen, das seinem Baumeister zur Ehre und der Stadt zur Zierde gereicht.

)( Ortenberg, 6. Okt. Bei schönstem Herbstwetter fanb am Sonntag das diesjährige Abschietzen des hiesigen Schützender- e i n s statt Außer den Ortenberger Schützen nahmen auch solche von Aidda, Büdingen und Lich teil. Postschaffner Stock 'wurde Schützen­könig. Die nächstbesten Resultate auf die Vereins­oder Bürgerscheibe hatten Dachdeckermeister Hr. M e u e r 3, Bauunternehmer K Hofmann und Dahnbeamter A. Walther erzielt. Die ersten Preise auf die Festscheibe erhielten: Bäcker­meister Carl, Karl Peter (Lich), Schützen­meister A. Schmidt, auf die Freihandscheibe: Schützenmeister Schmidt, Mehgermeister O. Becker, Weißbindermeister Lipp, auf die Iungfchühenscheibe: Otto Schember, Franz (Usenborn) und Karl D i l l e m u t h. Für die Anlieger in der sogenanntenWingert" hat die Feldbereinigung schon einen großen Vor­teil gebracht. Während die Besitzer früher ihr Heu und Grummet oder sonstigen Erzeugnisse mühsam zum nächsten Weg tragen muhten, fuhren jetzt zwei schöne Wege durch die Wingert hin­durch, auf denen man bequem an die Grundstücke hevanfahren kann. Von einzelnen Stellen dieses Weges hat man eine wundervolle Ansicht un­seres Städtchens, es ist deshalb beabsichtigt, einige Ruhebänke an diesen Stellen aufzustellen. Dis zum 1. April soll das neue P o st a m t bezogen werden, bis dahin soll auch die Umwandlung des Ortssprechnetzes in das neue Selbst- s ch a l t e s h st e m beendet sein.

V Bad-Salzhausen. 6. Okt Die Draunkohlengrube am Bahnhof Geiß- Aidda ist, nachdem Maschinen, Schienengeleise, Daracken, Grubenholz entfernt und abtranspor­tiert, gänzlich stillgelegt worden, um nie mehr in Betrieb genommen zu werden. Die quali- tiv unzulängliche Braunkohle, die auch noch im

Untertagbau gewonnen werden muhte, konnte nur in den Jahren der Kohlenknappheit nach dem Kriege als Aotbehelf für die beteiligten Industrien in Frage kommen. Am Braunlohlen- markt war sie iainn unterzubringen. Aus diesem Grunde war die Grube auch schon in der Vor­kriegszeit stillgclegt worden, und nur die durch den Krieg bedingten abnormen Verhältnisse drängten auf Erwerb der Kohle. Drotz des schönen Herbstwetters sind die Dadegästeab- g er ei st. Aur eine ganz geringe Zahl ist noch vorhanden, im Gegensatz zu Dad-Aauheim, das noch eine verhältnismäßig hohe Besuchsziffer aufweist.

th. Leidhecken, 6.Okt Am Sonntag fand hier der 2. Bezirkstag des Bezirkes Altenstadt der Kriegerkamerad- l ch a f tH a s s i a" statt. Der Bezirksvorstand war vollzählig erschienen, ferner die Vorsitzen­den und Delegierten fast aller Kriegervereine des Bezirks. Bezirksvorsteher Kamerad Dr. Ohlh, Altenstadt, gedachte in seiner Eröfsnungs- onsprache des Reichspräsidenten von Hinden­burg anläßlich seines 79. Geburtstages und brachte ein dreifaches Hurra auf ihn aus. Man hörte in den Verhandlungen u. a. den Bericht über die Verbondstagung in Bingen, den Be­richt über den Stand der Sterbekasse, Versiche­rungsverträge und einen Bericht des Obmanns Kamerad R u d l o f f, Heegheim, über Aende- rungen und Verbesserungen im Fürsorge- und Versorgungsweseu. Als Ort für ben nächstjähri­gen 1. Bezirkstag wurde Lindheim gewählt.

?" Ober-Widdersheim, 6. Okt. Der Pächter der hiesigen Jagd, Beig. und Gastwirt Eifer, stellte bei einem Jagdgang das geladene Gewehr auf den Boden und stützte sich mit den Händen auf den Lauf. Dabei ging auf ungeklärte Weise der Schuß los und verletzte den Un­vorsichtigen so stark an den Händen und außerdem leicht am Kopfe, daß er in die Klinik nach Gießen überführt werden mußte. Das Befinden des Man­nes ist den Umständen entsprechend gut.

Kreis Schotten.

ld. Schotten, 6. Okt. Die Läger sind, nach­dem die Ergebnisse der Hühnerjagd mager genug waren, nunmehr nach dem Beginn der Hasenjagd um eine Enttäuschung rei­cher. Der Hasenbestand vieler Jagden ist so schwach, daß der Abschuß völlig unterbleiben muhte. Reben Witterungseinslüssen und Raub­zeug dürften die vielen Weidhunde, die täglich zweimal ins Feld kommen, ihr redlich Teil zur Vernichtung der Junghasen beigetragen haben. Die Dörfer des oberen Aiddatales, die in den meisten Iahren Kartoffeln nach Schot­ten abgaben, sind nach einer schwachen Mittel­ernte gezwungen, Wetterauer Kartof­feln zum Preise von etwa 3,50 Mk. für den Zentner einzuführen.

== Gedern, 6. Okt. Zurzeit werden an unserer Kirche umfangreiche Dach­reparaturarbeiten durch die Firma M e u e r (Ortenberg) vorgenommen. Die Orgel der Kirche hat eine Aeuerung aufzuweisen, die als recht zeitgemäß anzusprechen ist. <5ic hat elektrischen Antrieb bekommen, wodurch die Tonbildung eine gleichmäßigere geworden ist.

i Stumpertenrod, 6. Okt. Hier wurde am Sonntag und Montag nach langer Unter­brechung wieder einmal dieKirmes" gefeiert, und zwar im Saale des Gastwirts Fuchs, der bisher geschlossen war. Das Wetter war an beiden Tagen schon und der Besuch sehr rege. Entsprechend der Ortssitte begann die Kirmes damit, daß dieKirmesburschen", die dieKirmes bestellt" hatten, unter Vorantritt der Musik­kapelle mit ihren Mädchen einen Umzug durch das Dorf machten. Am Dienstag wurde dann die Kirmesbegraben" und damit beendet.

Groh-Eichen, 6. Oft. Unsere im Früh­jahr errichtete Badeanstalt im Freien hat sich als sehrzweckmahig erwiesen. Die Inanspruchnahme des Bades war sehr rege. Man möchte die An­stalt nicht mehr missen, denn man könnte sich unser Dorf ohne eine solche nicht mehr denken. Auch in den Nachbarorten hat unsere Einrichtung Interesse gefunden, das sich in starker Inanspruch­nahme äußerte.

L Meiches, 6. Okt. In den an der Haupt- ftrahe unseres Ortes gelegenen Dorfbr unnen ein mit Sandsteinplatten eingefriedigter Schöpfbrunnen sprang vor einigen Tagen ein hochtrachtiges Rind. Da der Brunnen glücklicherweise nicht allzu tief ist, konnte das Tier, anscheinend ohne Schaden bei dem kühnen Unternehmen gelitten zu haben, mit vieler Mühe aus demnassen Element wieder her­ausgehoben werden. Run wird der Brunnen gesäubert und zugedeckt, zumal er, weil Wasser­leitung vorhanden ist, für Trinkwasserentnahme heute nicht mehr in Frage kommt. Er ist aber insofern noch von Ruhen, dah er Wasser für zwei (Steintröge liefert, die als Diehträr ke dienen.

ld. Aus dem Vogelsberge, 6. Oft. Die im September herrschende Hochsommerhihe hatte die Aussaat des Roggens etwas hinausgezögert. Die beginnende Abkühlung und Dodendurchfeuchtung haben die Bestellungsarbeit so gefördert, dah sie im hohen Vogelsberge beendet ist. Viele Kornäcker sind bereits von frischem Saatengrün überzogen. Die dicken Schollen, die auf den meisten Aeckern liegen, sind an schneefreien Sturm- und Frosttagen des Winters ein wirksamer Kälteschuh, denn kaum irgendwo ist das Wort:Ie dicker der Schorn, desto besser das Korn" zutreffender als im oberen Vogelsberge.

Kreis Alsfeld.

Alsfeld, 6. Okt. Aus der StaDtvor - standsfitzung. Der erste Punkt der Tagesord­nung betraf die Ausführung öffentlicher Notstandsarbeiten. Hierzu wurde nach dem Vorschlag der Baukommission beschlossen, an Stelle der zuerst vorgesehenen Wegebauten und der Kana­lisation her Jahnstraße und der Strecke durch den Festplatz Straßen zu kanalisieren, die mehr im inneren Verkehr der Stadt liegen und bei denen ein dringenderes Bedürfnis nach Kanalisie­rung und Neupflasterung vorliegt. Demgemäß sollen nunmehr der Marktplatz, die Mainzergasse und die Obergasse kanalisiert werden. Der Gesamtbetrag der im Wege öffenllicher Notstandsarbeiten vorgesehenen Arbeiten einschließlich der Kosten der Badeanstalt beläuft sich auf etwa 80 000 Mk., wovon man etwa 20 000 Mk. als Zuschuß zu erhalten gedenkt. Die Arbeiten und Lieferungen für das in der Siedlung Nambach zu erstellende Doppelhaus für 6 Wohnungen wurden gemäß den Vor­schlägen der Baukommission fast durchweg an den Wemgstnehmenden zugeschlagen. Bezüglich der wei­teren Erbauung eines Hauses auf dem städtischen Gelände unter dem Niederdruckbehälter teilte der Vorsitzende mit, daß die Firma Gebr. Wallach

gegen diesen Beschluß Einspruch erhoben habe. Hier­zu wurde beschlossen, daß der Einspruch zur Ent­scheidung gebracht werden soll. Mit dem Bau des Hauses muß bis dahin gewartet werden. E r - weiterungd er Gleichrichteranlage im Elektrizitätswerk. Die Belastung der feit dem Jahre 1924 im Betrieb befindlichen Gwsgleich- richteranlage ist infolge der gestiegenen Stromab­nahme derart gestiegen, daß die Anschaffung eines weiteren Gleichrichterfchrankes mit 2 Glaskörpern notwendig erscheint, deren Bewilligung die Elektri­zitätswerkskommission beantragte. Von mehreren Rednern wurde die Frage aufgeworfen, ob es nicht ratsamer sei, jetzt mit dem Umbau des Stckom- netzes der Leitung auf Drehstrom zu beginnen, anstatt neue Gleichrichter anzuschaffen. Nach längerer Aussprache wurde beschlosicn, die Sache zwecks weiterer Erörterung mit dem Sach­verständigen der Stadt, Ober-Ingenieur G u - dermuths, an die Elektrizitätswerkskommission nochmals zurückzuverweisen. Der § 6 der Satzung über die Abgabe von elektrischem Strom aus Dem Elektrizitätswerk der Stadt Alsfeld soll folgenden Wortlaut er­halten:Jeder Kraftanschluß, der mit einem Klein- Stia-Zähler versehen ist, muß jährlich minöeftens 30 Kilowattstunden verbrauchen. Wird dieser Ver­brauch nicht erreicht, so wird am Schlüsse des Rech­nungsjahres eine Zahlergebühr von 2,50 Mk. er­hoben." Die Abrechnung d o in Prämien­markt 19 2 6, der unter der ungünstigsten Witte­rung bei strömendem Regen abgehakten werden mußte, weist trotzdem noch einen kleinen Ueberschuß auf. Die Rechnung wurde nach Vonrag durch die Marktkommission genehmigt. Der Ueberschuß wurde dem Reservefonds überwiesen. An­träge der Erwerbslosen: Die Erwerbs­losen hatten beantragt, ihnen wegen der Mehr­aufwendungen für Die Pflichtarbeit Kleider und Schuhwerk zu stellen und ihnen einen Zuschlag zu der Pflichtarbeit zu gewähren. Der Vorsitzende ver­las die Auskünfte bei anderen Städten über diese Frage, woraus zu entnehmen war, daß diese Sache verschieden gehandhabt wird. Entsprechend dem Vorschlag der Finanzkommission wurde beschloßen, den Erwerbslosen für die Vornahme von Pflicht­arbeiten einen Zuschlag in Höhe der Hälfte Der täglichen Hauptunterstützung zu bewilligen. Die Ge­währung Der Zuschläge wirD Davon abhängig ge­macht, daß Die Erwerbslosen die ihnen angewiesenen Arbeiten ordnungsmäßig ausführen. Dem Licht­spiel-Theaterbesitzer Hugo Grün wurde auf sein Gesuch die Vergnügungs­steuer für das von ihm betriebene Kino einheit­lich für das ganze Jahr auf 15 Prozent festgesetzt. Ein Gesuch zur Erbauung eines Wohn­hauses außerhalb des Ortsbauplanes wurde zur Dispenserteilung befürwortet, nachdem der Bauherr laut Revers sich verpflichtet hat, die Kosten für Licht, Wasserleitung und Kanalanschluß selbst zu tragen und auf Ausbau des Weges zu ver­zichten. Ein Gesuch mehrerer Dar- lehnsempfänger um Gleichstellung des Zins­beginns für die gewährten städtischen Baukostenzu­schüsse mit demjenigen der staatlichen Zuschüsse wurde abgelehnt.

: Alsfeld, 5. Oft Die Landwirte unseres Kreises sind nach rasch vollendeter Kartoffelernte nun überall fleißig an den Destellungs- ar beiten. Man will mit der Aussaat der Winterfrucht nicht warten, bis ein durchweichen­der Regen die Feldergefügiger" für die De- ackerung macht, so sehr man Riederschläge auch ßerbeis^nt. Soweit das Vieh nicht für die Feld­arbeit benötigt wird, treibt man es auf die Wiesen, wo es hr diesem Iahre eine sehr gute Weide vorfindet. Bei dem schonen Herbstwetter beleben die einzeln oder in Herden auf den Talgründen grasenden Rinder und Zie­gen das Landschaftsbild äußerst malerisch. Dem Auge des Reisenden, der mit der Bahn durch untere Gegend fährt, bietet sich flüchtig gar manches schöne Weidebild, wert, von Maler oder Photograph mit Pinsel oder Kamera festgehalten zu werden.

Z Homberg a. d. Ohm, 6. Okt. Dieser Tage war die Ob ftoerWeigerung auf der Arbeiterkolonie Reu-^llrichstein. Viele Stei­gerer waren aus den benachbarten Orten er­schienen. Das Obst wurde infolgedessen gut be­zahlt. Es wurden von etwa 200 Obstbäumen nahezu 1200 Mk. erlöst.

Ober-Ohmen, 6. Okt. Oje I a g d in unserer Gemarkung zeigt ein trauriges Bild. Wo vor dem Kriege, selbst bei ungünstigster Witterung, die Rebhühnerketten scharenweise an- zutreffen waren, ist heute nichts mehr zu finden. Hasen und Rehe sind gleichfalls sehr selten ge­worden. Die Ursache dieses Rückganges ist in erhöhtem Abschuß unmittelbar nach dem Kriege und in mangelnder Pflege des Reviers in diesen Iahren zu erblicken.

Kreis Lauterbach.

ö Schlitz, 6. Oft. Eine Ortsgruppe des Hessischen Iagdklubs hat sich hier gebildet, deren erster Vorsitzender Oberforstmeister Seeger geworden ist. Dem Vorstand gehören weiter an Studienrat Dr. Roloff. Bürger­meister Dr. R i e p o t h, Sparlässenrechner Rein­hardt und Kammersekretär H e i d k a m p. Vom Hessischen Iagdklub ist eine Tontaubenwurf­maschine gestiftet worden, während der hiesige Graf einen Stand Herrichten ließ. Der Tontauben­sport soll besondere Pflege finden. Die Orts­gruppe zählt bereits 39 Mitglieder.

§ Schlitz, 6. Okt. Selten sind unsere Land­wirte um diese Zeit so weit voran gewesen mit ihren Feldarbeiten. Man ist allenthalben am Einfahren der Hackfrüchte, eine Arbeit, die vielfach die Frauen besorgen, während die Männer mit dein Pflügen der Felder beschäftigt sind. Zahlreicher als in den Vorjahren sieht man um die Abendstunde die Kartoffel­feuer im weiten ümTreife auflodern. Die Frucht­ernte war in ihrem Strohertrag so reichlich daß man des Kartoffelstrohs zum Streuen in diesem Iahre nicht bedarf. Daß das Verbrennen des Kartoffelkrautes eigentlich nicht öko­nomisch ist, wird von den meisten Leuten nicht bedacht. Denn man nutzt ein sehr wertvolles Gründüngemittel, das besonders günstig für die Wiesen ist, nicht genügend aus. Der Sand­boden des Schlitzerlandes bearbeitet sich verhält­nismäßig leicht. Er zerfällt trotz der langen Trockenperiode sehr schon, weshalb man hier auch überall mit der Aussaat des Korns begonnen hat. Der Landmann sehnt aber auch hier im Interesse der Saat den Regen herbei, der vor allem auch der Mäusepla ge ein Ende bereiten dürfte.

O Schlitz, 6. Okt. Hier verstarb nach langem, schwerem Leiden dieSchulmarie", Frau Marie Reichel, viele Iahre Verwalterin des Vollsschulgebäudes. In ihrer freundlichen Art hat sie das Vertrauen der Kinder in hohem

Maße besessen. Das kam auch bei der Beerdigung in der großen Beteiligung zum Ausdruck. Das Lehrerkollegium und die Stadtverwaltung ehrten ihr Andenken durch Riederlegen von Kränzen.

3 21 sts dem S chlitz erland, 6. Olt. Rachdem die Körnerernte gut nach Hause gebracht ist. geht nun auch die Kartoffel­ernte ihrem Ende entgegen. Man ist auch da­mit recht zufrieden. Trotz des nassen Som­mers scheinen die Kartoffeln wenig faulig und trocken geraten zu sein.

Starkenburg.

* Darmstadt, 6. Oft. Der 31 Jahre alte Reisende Adolf Rihling aus Hannover, der in Darmstadt Llnterstützungsgelder für deutsche Ausgewiesene aus Polen einsammelte, wurde verhaftet. Rach den Feststellungen hatte Rißling keinerlei Berechtigung, Gelder zu kassie­ren. Gestern wurde hier in der Herdelbergev Straße ein 6 Iahre alter Junge von einem Auto überfahren. Obwohl ein Rad über ihn hinwegging, trug er glücklicherweise keine ernstlichen Derlehumgen davon.

Preußen.

XX Wetzlar, 6. Oft Die Stadtverwaltung betreibt fortgesetzt an allen Ecken und Enden eine rege Bautätigkeit. Erfreulicherweise wen­det sie dabei gleich dem Vorjahre chr Augen­merk auf die Instandsetzung alter bau­fälliger Wohnungen, für deren Aus­führung bekanntlich ein weiterer Betrag von 20000 All. bewilligt wurde. Die Erneue­rung der Franziskanerkirche am Schillerplatz, der bereits der Verfalldrohte, schreitet aus finanziellen Gründen nur langsam vorwärts, aber das altehrwürdige Bauwerk bleibt doch dem Stadtbild erhalten. An der Erweite­rung der vomRömischen Kaiser" nach dem Finanzamt führenden T u r m str a h e wird zur Zeit rüstig gearbeitet. Dieser wichtige Verbin­dungsweg nach dem neueren Stadtviertel soll 4 Meter Bürgersteig erhalten. Die abgehobene Bauerde wird zur gärtnerischen Anlage des Schillerplatzes verwandt. Zuletzt sei der an der Rauborner Straße neugeschaffene Kinder­spielplatz noch erwähnt.

XX Dorlar. 6. Oft. Die hiesige Gemeinde hat sich sehr zu ihrem Vorteil entwickelt. Wäh­rend aus der Vorkriegszeit die Zusammentegung der Feldmark, der Schulhausneubau und die Güterverladestelle erwähnt seien, wurde in diesem Jahr unser Ort mit vorzüglichem Quell- wasser versorgt. Dazu ist die Baulust sehr rege; wohl ein Dutzend stattlicher Woh­nungen sind in nächster Rähe der Haltestelle entstanden und reihen sich würdig an das in schwerer Kriegszeit an der Atzbacher Straße er­baute Pfarrhaus an. Bis jetzt aber war es leider noch nicht möglich, die an der Blockstation gelegenen Wohnungen an die elektrische Leitung anzuschließen.

-5- Aus dem Kreise Wetzlar, 6. Okt. Die Bauernschaft des Kreises Wetzlar be­absichtigt, gemeinsam mit der Lokalabteilung Wetzlar des landwirtschaftlichen Vereins für Rheinpreußen zur Hebung und Forderuna der heimischen Milchviehzucht in Wetzlar, eine Zen­tralstelle für Milchleistungsprü­fungen zu errichten. Durch 14tägige Prüfungen, die bezüglich der Menge und des Fettgehalles der Milch, sowie der Futterausnutzung der Milchtiere vorgenommen werden, sollen die Vieh­züchter in den Stand gesetzt werden, sich über die Rentabilität ihrer Milchwirtschaft Aufschluß zu verschaffen. Man rechnet damit, daß die in Frage kommenden Behörden durch finanzielle Unter- stühung zur baldigen Verwirklichung des Planes beitragen, auch hofft man auf die Mitwirkung der beiden Herdbuchgesellschaften unseres Kreises. Da sich im Kpeise well über 20 000 Milchkühe be­finden. dürfte eine rege Beteiligung an der Sache zu erwarten sein, zumal sämtliche im Kreis vertretenen Tierrassen zugelassen werden sollen.

XX Biskirchen, 6. Oft. Die zu einem Kirchspiel vereinigten Ortschaften Vis- kirchen, Bissenberg und Stockhausen haben bei dem Presbyterium angeregt, für die im Kriege abgelieferten Glocken jetzt Ersatz zu beschaffen. Man hofft, durch frei­willige Spenden einen Grundstock für das er­wünschte neue Geläute zusammenzubringen.

Kreis Marburg.

sch. Marburg. 6. Okt. In der gestrigen Stadtverordnetensitzung wurden u.a. 77928 Mk. für die Beschaffung zweier wei­teren Motorwagen für die elektris che Straßenbahn bewilligt. Die Wagen,.die je 66 Personen fassen, werden bei der Firma Crede in Riederzwehren in Auftrag gegeben. Zu- geftimmt wurde ferner der Errichtung eines Doppelhauses in der Schwanallee, hr dem sechs Staatsbeamte bzw. Lehrer untergebracht werden sollen. Die Gesamtkosten sind auf 84 000 R^irk veranschlagt, wovon 30 000 Mk. aus der Hauszinssteuer entnommen und 30 000 Mk. durch den Staat zur Verfügung gestellt werden sollen. Der Restbetrag in Hohe von 24 000 Mk. wurde aus AnleiHemllteln bewilligt. Ein Antrag, bei Dem kommenden Reichsbannertag in Mar­burg auf den städtischen Gebäuden die schwarzrotgoldene Fahne zu hissen, wurde mit Stimmenmehrheit abgelehnt.

Kreis Westerburg.

00 Westerburg, 6. Oft. Sehr unterschied­lich gestaltet sich in unserem Kreis der Preis für Kartoffeln. Während man in und um Westerburg trotz der verhältnismäßig guten Ernte einen Preis von 5 Mk. für Den Zentner hört (unter diesem Preis wollen die Landwirte keine Kartoffeln abgeben), wird im südlichen Teile Der Zentner zu 3.20 bis 3,50 Mk. abgegeben. Der Händlerpreis (Kartoffeln von auswärts) ist hier in Westerburg 3,75 Mk.

Maingau.

WSN. F r a n k f u r t a. M., 6. Okt. Alls die Tochter Des Rechtsanwalts Dr. F ü h ^Pch heute an Das © p n D e r Des Balkons der elter­lichen Wohnung in der Efchersheimer Landstraße anlehnte, gab dieses nach. Das Mädchen stürzte aus dem dritten Stock ab und war | o fort tot

Geschäftliches.

3n der Beschränkung zeigt sich der Meister.- Dieses Wort gilt auch in Der Küche bei der Ver­wendung von Maggi's Würze. Denn gerade bann, wenn sie in kleinsten Mengen also tropfenweise den Speisen beim Anrichten zu­gesetzt wird, entwickelt Maggi's Würze ihre beste Wirkung. Dagegen beeinträchtigt naturgemäß ein Zuviel" den Geschmack.