20. Sebruar 1926 wirb durch Gesetz über die ycri^nfütfotge n j,ch t berührt. Die Kurz- ade.ter erhalten ihre Kurzarbeitemnterstühung nach wie vor aus Mitteln der Erwervslosen- sürsoree. Mittel der Kr f:n"ürforge dürfen für die Kurzarbeiteruntcrstützung nicht Verwender werden.
Zusammenfassend sei nochmals hervorgehoben, büß ter Zweck des Gesetzes ist, den ausgesteuer- en Erwerbslosen, die von ihm ersaht werden, ie Leistungen und das Verfahren der Erwerbs- lo enfürsorge für die Dauer des Minters bis tum 31. März 1927 sicherzustellen, wenn diese Ausgesteuerten die Voraussetzungen der Er- v.'erbsloseniürsorge er üllen. Es ist au hoffen, dah dadurch ter Antrieb zur Arbeitsbeschaffung nicht verloren geht. Don Bedeutung wird das Zeri'ensürsorgegeseh sein für die kommende Arbeitslosenversicherung, welche die Reichsregierung bis zum 1. April 1927 unter L>ach und Fach zu Haden glaubt. Gerade die tomrr.enbe Arbeitslosenversicherung wir) noch n.e)r als die Erwerbslosen ürsorge auf eine klare zeitliche Begrenzung ihrer Leistungen angewiesen sein, wenn sie den Versicherten und ihren Arbeitgebern nicht untragbare Lasten auferlegen soll. ___________________________________
Wirtschaft.
Entwicklungsmöglichkeiten der deutschen Hande'spo!MK.
Die deutsche Handelspolitik ist kein selbständiges Ding für sich, sie hängt vielmehr eng zusammen mit der Handels- und Zahlungsbilanz, mit den Repara- tionsleistunaen und Auslandkrediten, mit der allgemeinen Wirtschafts- und Währungspolitik, mit der Zoll- und Handelspolitik der anderen Länder ufw. Auch kommt hier in Betracht, daß Entscheidungen über die Handelspolitik für Deutschland deshalb so schwierig sind, weil viele unserer Maßnahmen grundsätzlich und taktisch durch den Dapesplan, durch unsere Verschuldung, durch Zahlung von Zinsen- und Tilgungsraten usw bestimmt sind. Andere Länder, die an solche Hemmungen nicht gebunden sind, haben cs in diesen Dingen leichter als Deutschland. Deutschland kann also keine Handelspolitik treiben, die neben der Schutzzollpolitik der europäischen Länder die Daweszahtungen und die in den letzten Jahren aufgenommenen Milliardenkreditverpflichtungen unberücksichtigt ließe.
Nachdem es Gemeingut der wifsenschafllichen und politischen Welt geworden war, daß auf die Dauer große unentgeltliche Sachleistungen und Zahlungsüberweisungen ans Ausland nur bei entsprechenden Ausfuhrüberschüssen möglich sind, versuchte die deutsche Handelspolitik zielbewußt den Weg der Beseitigung der Passivität und der Sicherung der Akti- * vität der Außenhandelsbilanz einzuschlagen. Hierzu diente als eines der wichtigsten Mittel der Entwick- • lung der heimischen Produktiviiät die Zolltarifnovelle des Jahres 1925, in Verbindung mit dem Abschluß neuer Handelsverträge mit Meistbegünstigung und Tarifabreden zwecks Deffnung der ausländischen aebnis erzielt worden, das den in die deutsche Han- Märkte. Mit diesen Mitteln ist aber bisher fein Ergebnis erzielt worden, das den in die deutsche Handelspolitik gesetzten Erwartungen gerecht wird. Mit zoll- und handelspolitischen Mitteln allein ist daher keine ausreichende Aktivierung der Außenhandelsbilanz zu erreichen, solange nid)t die Schuldverpflichtungen Deutschlands erheblich herabgesetzt werden ober wenn nicht die Auslandkredite weitersließen. Der bisherige Ausgleich der deutschen Auslandschul- den und Auslandguchaben ist nur dadurch möglich geworden, daß man neben der Dawesanleihe andere öffentliche und private Auslandkredite in Milliardenhöhe heranzog, daß man ferner im Ausland unterhaltene deutsche Kapitalanlagen wiederum in Milliardenhöhe für die Einfuhrfinanzierung verwendete und daß man eine zunehmende Ueberfrembung am deutschen Grund und Boden, an deutschen Fabriken und Bergwerken usw. in Kauf nahm. Andere Schäden, die mit der „geborgt aktiven" Zahlungsbilanz zusammenhängen, bestehen in der überreichlichen Devisenversorgung des deutschen Mark- . tes, infolgedessen auch in der Steigerung des inländischen Zahlungsmittelumlaufes und ihrer preisstei- l aernden Wirkung mit all ihren wirtschaftlichen und sozialen Gefahren.
f Zum Ziele können nur zwei Lösungen führen: Ein Ausgleich der Zahlungsbilanz wäre ohne Lebensgefahr für Deutschland bann möglich, wenn bie Auslandkrebite nunmehr, nachbem eine große Gelbflüssigkeit erreicht ist, gebrosselt unb wenn die Reparationen auf ein Minbestmaß herabgesetzt werben würden, so daß die von den Reparationsgläubigern und Neutralen nicht gern gesehene Steigerung der deutschen Ausfuhr nicht mehr in der bisherigen
- Weise betrieben werden müßte. Ein anderer Weg des Ausgleichs der Zahlungsbilanz bestände bei Fortführung der Reparationspolitik darin, daß die Gläubigerländer ihre Handelspolitik mit ihrer Reparationspolitik derart in Einklang bringen, baß bas Schulbnerlanb instand gesetzt wird, den Ueberschuß seiner Warenproduktion ungehindert abzusetzen, daß es also neben unerschwinglichen Reparationen nicht auch noch unerträglich hohe Zölle zu zahlen braucht. Da der zweite Weg offenbar nicht nur von Amerika, sondern auch von England, Frankreich, Belgien, Italien usw. abgelehnt wird, bleibt praktisch nur der erste Weg der Schuldherabsetzung, um das wirtschaftliche Gleichgewicht in der Welt, namentlich den Ausgleich zwischen Schuldner- und Gläubigerlän- z dern. im Interesse des Wirtschaftsfriedens herbeizuführen.
* Konkurse im November. Die Zahl der neueröffneten Konkurse hat im November einen kleinen Rückgang erfahren, nachdem der Oktober eine geringfügige Steigerung gebracht hatte Cs wurden nach einer Zusammenstellung der Finanzzeitschrift „“Sie Bank" im November 468 Konkurse eröffnet (Oktober 493, September 473). Auch die Geschästsaufsichten sind mit 130 leicht zurückgegangen (Oktober 144, September 150). Mangels Masse zurückgewiesen wurden 136 (Oktober 150, September 154).
" Preußische Hypothekenaktien- bank. Das Kuratorium der Preußischen Hypothekenaktienbank beschloß eine Kapitalserhöhung um 6 Mill. Reichsmark auf 12 Mill. Reichsmark. Die neuen Aktien, die ab 1. Juli 1927 dividendenberechtigt sind, sollen den alten Aktionären unter Ausschluß des gesetzlichen Bezugsrechtes zum Kurse von 120 Prozent im Verhältnis 1:1 zum Bezüge angeboten werden. Weiter wurde die Ausgabe einer Serie 7pro- zentiger Goldlommunalobligationen in Hohe von 10 Mill. Reichsmark beschlossen.
WSN Ein neues Riesen wer! des Farbentrusts. 3m Anschluß an das Leuna- Werk bei Merseburg errichtet die 3.-G.-Farbenindustrie gegenwärtig eine Benzinfabrik zur Ge
winnung von Del aus Brauickohle. Bet den Arbeiten sind rund 6000 Bauarbeiter beschäftigt. Tie neue Oelfabrik wird 20 riesige Gebäude und drei gewaltige Feuerungsanlagen umfassen. Tie Verflüssigung der Kohle wird in zehn Gebäuden erfolgen. 15 große Speicher werden die fertigen Produkte zunächst als Speicher auf» nehmen, bis sie in die Welt hinaus gehen Bei vollem Betrieb hofft man, jährlich etwa 120 Millionen Tonnen Benzin Herstellen zu können. Als Bauzeit werden etwa 12 Monate gerechnet. Für das Stickstoffwerk selbst werden noch zwei neue Gasbehälter von je 2800 Kubikmeter öas- sungsraum sowie eine neue Kalisalpeterfabrik errichtet.
fBörlentnde.
Frankfurt a.M.
Berlin
Schlu »I Kur»
l.Uhr. Kur»
Sdiluf;-' Kur«
Anfang tn-
Datum:
1. 12 |
2. 12
1. 14. |
2. 12
5% Deutsche RrichSanleihe
O.Tt-5
u.785
O.78D2
1.7825
4% Deutsche Reichsanleihe .
0 715
—
0.72
0.725
3'/a% Deutsche Rrichranleihe
0.7375
—
0.72
0.72
3°/n Deutsche ReichSanleihe .
0,81
—
0 85
0.865
Deutsche Sparprämicnan leihe
0.46
.—
0,4605
4% Preußische «onsols . . .
0.725
—
J.71O7
0.715
0,71
0,71
_ _
3i/"o/7 Lessen..........
3°/0 Hesiei»...........
Deutsche Senk. Dollar-Anl
99
—
—
dto- Doll.-SLay-Auweiing.
—
—
—
—
17
17
16.9
5% Goldmexikauer .....
42
—
Berliner Handelsgesellschaft.
264
—
.'66
268
Commer;- und Privat-Bank.
186
190
186
190,13
Lärmst, und Raiionalvanl .
253,9
258
253
256
Deutsche Bank.........
179 5
183 13
179
183.75
Diskonto Commandir . .
169,5
171
169.4
172.25
|58
161 9
157
161
MetaUdant...........
173
176.75
169
176
Mitteldeutsche Lreditbank. .
146
115
143.5
147
Oeftetreichische Creditaastall.
7.5
—
7 6
7.8
Rcichsbank..........
159.75
—
158.25
157.5
169
171
168
-w
09.75
110
107.9
HO
Deutsch Luxemburg......
168
170,75
168
171.25
Gelsenkirchener Bcrgwecke. .
170.25
174
170
173,75
Harpener Bergbau......
181
185.5
182.4
186
.Kaliwerke Aschersleben....
141
—
141
142 62
Kaliwerk Westeregeln.....
152,5
153,5
151.5
152.5
7 J
78 5
78.75
n.annesmann.........
I8>.12
189.5
185.9
1-8.75
127.75
131.5
126 52
133.5
Lberbcdarf...........
107 25
HO 75
109
109.75
Phönix Bergbau.......
127.9
127.65
125.25
128 25
Rheinische Braunkohlen . . .
233
235
232.5
235.75
Rhcinstahl...........
195
195.5
143.5
196
Riebeck Montan........
172.75
175
171,25
174.5
TelluS Bergbau. ......
98
—
—
Bereinigte Stahlwerke....
139 75
142
140
143
Hamburg-Amerika Paket. . .
176
177.75
177.25
178
Rorddcutscher Llono.....
167
169.5
166.25
168,75
Eheraniischc Werke Albin . .
95.5
—
—
—
-sementwerk Heidelberg . . .
122.5
—
—
Philipv Holtmann......
152
163
153
159,5
Angko (!ont Guano.....
—
—
107
-
Chemische Mäher Älapin. . .
—
—
—-
' oldichmidt..........
135.1
—
136.5
137
Holzvcr ohlung........
62
73
—
—
I Ö) ^nr^cn-Industric. . .
313 5
318.5
313
318
Rntgerswerke.........
130.5
13.5
130.25
133.9
Scheidannalt.........
170.25
175.5
—
—
9111(1- Elektrizitäts-Gesellschaft
157.5
159.5
156,62
159
Bergmann...........
152
156.5
151.5
157,9
Elektr. Lieferungen......
149
—
146.5
—
Licht und Kraft........
150
—
150
154.4
'M.ninfrniflnrrfi' ........
106 5
Schuckcn............
155
157,75
153.9
167
Siemens & Halske......
193
—
165
195
Adlcrwcrke Kleher ......
110.5
110
109,9
HO. 5
Tlnimlrr ')J?nlnrcrt. ......
(Ul a
ins 75
1114 25
Hehligenstacdt.........
39
—»
R.'eguin.............
52
*
52 25
Mannheimer Motoren ....
40
frankfurter Armaturen • . .
16
—
—
*
Konservenfabrik Braun . .
54.5
—
—
Mctallgesctl chaft Frankfurt .
175
177
—
—
1185
—
118
_
Echuh'abrik Herz......
64.4
—
64
—
Sichel..............
*
5
—
Zellstoff Aschaffenburg....
143.5
146,5
141 75
146.5
.^cllfioii Waldhof..... .
223
225
222
--25
Zuckerfabrik Frankenthal . .
99
W
98.5
—
Zuckerfabrik Waghäusel . . .
123.75
125
123,25
—
Devisenmarkt Berlin-Irankfnrt et M.
Telegraphische Auszahlung.
Banknoten.
1. Dezbr.
2 Dezbr.
Amtliche
7oti- rung
Amtliche Notierung
(Seid
Brief
ctzeld
Brief _
Amft.' :Koii
167.97
168,39
167,97
168,39
Buen-Airc:
1.706
1.710
1,706
1.710
Brss. Äntw
5S, 41
58.55
58.39
58.53
Cbristiania
105.87
106.13
106.07
106.33
skopenhageu
111,81
112,09
111.83
112,14
Stockholm
112,1)6
112.34
112,01
112,29
Hclfingforü
10,565
19,605
10.565
10,576
Italien. .
17.93
17.97
18,02
18.06
London. . .
-0.372
20.422
20,36 5
20.415
Neuhork . .
1.20
4.21
4,199
1,209
Baris. . .
13,45
15,49
16,04
16.08
Schwei, . .
81,04
81.24
51.02
•>1,22
Spanien .
63,62
63,78
63.68
63.81
Japan . . .
2,064
2,068
2,064
2,068
'Hio de Jan
.513
3.515
1.516
1.518
Wien in D >
£?eft. abgen
.9,26
59,40
59,22
59,36
Prag ....
12,43«
12,478
12,4.14
12,474
Bclirad .
7.405
7,425
7.405
7,425
Budapest. .
j.885
5,905
5,885
5,905
Bulgarien
3,035
3,045
3.035
1,04.5
Lissabon .
21.595
21,645
21.555
-•I,6:j5
Danzig. . .
81,53
81,73
81,53
M.73
Konst.intin.
2.095
2,105
2.092
2,102
Alben. . .
5,29
5.31
5.11
5 43
Canada .
1,205
4,215
4.202
4.222
Uni nah. •
1.175
4.185
4.175
4,185
Cairo . ■ •
20,909
20.961
20,899
20,951
Berlin, 1 Dezbr
Geld
Briet
Anierikanilche Noten.....
4,188
4,208
-belgische 'Holen ..... .
54.32
58.62
Dänische Noten........
111,52
112,08
(fttglische Noten........
20,33
20,43
15,43
167.63
.vallönNilche 'Holen ......
168,47
(jte.lienische Noten ......
17,90
17,98
Norwegische Noten......
105,88
106,42
Deutsch-Oesterr, ä 100 Kronen
59.12
59.42
Rumänische Noten......
2 165
2.205
Schwedische Noten......
111,74
112.30
Schweizer Noten.......
80,75
81.15
Spanische Noten.......
63.36
63.68
Tschechoslowakische Noten . .
Ungarische Noten.......
12.427
12,487
5.86
5.90
Frankfurter Börse.
Frankfurt a. M., 2. Dez. Tendenz: fest. — Die Börsenveranlagung kann wieder als recht günstig bezeichnet werden, denn bereits vor Beginn des heutigen Verkehrs herrscht in den Borsenkreisen eine angeregte und unternehmungslustige Stimmung. Die Spekulation zeigte sich sehr rüstig und fuhr in Deckungen und Rückkäufen fort. Die bereits am Vortage hervor- gehobenen Momente vermochten sich weiter auszuwirken, was besonders nachhaltig am S ch i f f - fahrts markte zum Ausdruck kam, dessen Werte führend blieben. Das Dekanntwerden der stimulierenden Meldung über die günstige Entwickelung der Freigabeangelegenheit gab Anregung zu größeren Käufen, zumal das amerikanische Abgeordnetenhaus im Prinzip einer sofortigen Herausgabe des beschlagnahmten deutschen Eigentums zugestimmt hat. H a p a g und Nord-Lloyd erzielten Anfangs gewinne von je 2 Prozent. Montan-
aitien wiesen gute B.-sepigangen <lu;.
felder plus 5 Prozent. Bochumer und Älödner je 2,5 Prozent, Gelsenkirchen, Rheinische Braunkohlen und Riebeck je plus 2 Prozent, Deutsch- Lur plus 1.75 Prozent, Mannesmann plus 1,5 Prozent. Rheinstahl plus 0,5 Prozent. Don Chemiewerken waren Holzverkohlung bei einer Kurssteigerung von 8 Prozent stark gesucht. Scheideanstalt plus I Prozent. Stärkeres Interesse konzentrierte sich ferner auf 3. G. Farben, tie auf 318,5 bis 319 Prozent anzogen. Am Elektro markte zeichneten sich Bergmann durch einen Gewinn von 4,5 Prozent aus. Lah- meßer plus 2 Prozent, Schuckert und AEG. je plus l Prozent. Don Bankaktien standen Darmstädter an der Spitze mit einem Gewinn vor. 3 Prozent. Deutsche plus 1,13 Prozent, Disconto plus 1 Prozent. Dresdner plus 2,2 Pro- zent. Metallbau! plus 2 Prozent, aber Mitteldeutsche Credit minus 1 Prozent. Motoren- werte wenig verändert: Daimler minus 0L5 Prozent. Kleyer plus 0,5 Prozent. Zellstoff- attie n strebten stärker nach oben. Auch süddeutsche Zucke raktien setzten die Aufwärtsbewegung fort: Waghäusel plus 1,3 Proz. Don Bauaktien standen Heizmann in starker Nachfrage und erzielten einen Gewinn von 9 Proz. Der deutsche Anleihemarkt behielt trotz lebhafteren Geschäftes eine unsichere Haltung, besonders Kriegsanleihe unterlagen Schwankungen. Schutzgebiet schwächer. Ausländische Ren- t e n unverändert. 3m weiteren Verlause formten sich die erzielten Gewinne nicht voll behaupten. Farben-Aktien senkten sich auf 317 Prozent. Gegen Schluß wurde die Stimmung wieder fester und 3.-G. zogen auf 320 an. Am Geldmarkt blieben kurzfristige Mittel gesucht. Der Sah für Tagesgeld behauptete sich daher auf 61 Proz. Monatsgeld unverändert 53 4 bis 71/» Prozent ze Adresse. Privatdiskonten 41/2 bis 45,- Prozent. 3ndustrie-Akzepte 5 Proz. 3 m Devis enver- k e h r konnten sich die lateinischen Valuten weiter befestigen. Paris zog auf 129 g gen London an, Mailand kaum verändert mit 113,25 gegen das Pftrnd. Das englische Pfund lag unverändert mit 4,85 gegen Kabel, dagegen konnte sich die Reichsmark auf 4,205 gegen Kabel befestigen.
Bc.^ .rrr Börse.
(Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".)
Berlin, 2. Dez. Das Geschäft war im ganzen sehr still. Einiges 3ntereffe trat nur für Spezialwerte hervor, so wurden Freigabepapiere in Erwartung einer schnellen Verabschiedung der nunmehr gesicherten Vorlage über die Rückgabe des beschlagnahmten deutschen Eigentums in Amerika in kleineren Posten gekauft und dabei erneut hoher. Die Auslassungen des Stickstoffsyndikats über den neuen Volldünger der 3.G.- Farben fanden geteilte Aufnahme, zumal man sich über die wirtschaftliche Auswirkung des neuen Mittels noch nicht im klaren war. 3mmerhin war eine gewisse Anregung auf d:m Farbenmarkte nicht zu verkennen. Die Aktien der 3. G. setzten mit 318 Proz. einige Prozent hoher ein, wurden aber bald wieder zu 317 Proz. in größeren Beträgen angeboten. Am Geldmarkt hielt die starke Nachfrage an, so daß die Sähe für kurzfristige Mittel mit Q1/2 bis 8 Proz. noch keine Entspannung zeigten. Monatsgeld, das diesmal über 3ahresschluß läuft, Hal sich auf 6*/t bis 7 Proz. erhöht. 3m Devisenverkehr konnte sich Paris anfangs auf 127,25 gegen London stark befestigen, gab aber später aus 128,50 nach. Mailand unverändert 113 gegen das Pfund. Die Mark befestigte sich gegen Kabel auf 4,2045.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 2. Dez. Es notierten: Weizen, Wetterauer, 29,25 bis 29,50 Mark; Roggen, inlünbifcher, '24,50 bis 24,75; Sommergerste für Brauzwecke 23,75 bis 26,50; Hafer, inländischer, 19 bis 19,50; Mais, gelb, 19,50; Weizenmehl, inlän- disches (Spezial 0) 41 bis 41,50; Roggenmehl 35 bis 35,75; Weizenkleie 11,50 bis 11,75; Roggenkleie 11,75 bis 12 Mark. Tenbenz:ruhig.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
(Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers"^
Frankfurt a. M.. 2. Dez. Auftrieb: 80 Rinder, 80 Kühe, 974 Kälber, 731 Schafe, 300 Schweine. 100 Pfd. Lebendgewicht: Kälber:, Beste Mast- und Saugkälber 70' bis 75, mittlere Mast- und Saugkälber 60 bis 69, geringe Kälber 52 bis 59. Schafe: Mastlämmer und jüngere Mast- härnrnel, Weidemast 38 bis 43, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 32 bis 37, fleischiges Schafvieh 25 bis 30. Schweine: Fellschweine über 300 Pfd. Lebendgewicht 75 bis 77, vollst. Schweine von ca. 240 bis 300 Pfd. Lebendgewicht 75 bis 78. von ca. 200 bis 240 Pfd. 76 bis 78, von ca. 160 bis 200 Pfd. 75 bis 77, fleischige Schweine von ca. 120 bis 160 Pfund 72 bis 75. Marktverlauf: Kalber bei schleppendem, Schafe bei lebhaftem und Schweine bei regem Handel ausverkauft.
Berliner Produktenbörse.
Berlin, 1. Dez. Das Angebot aus der Provinz in Weizen au, sofortige Abladung ist klein und meist geringe Qualitäten, so daß der Bedarf gezwungen wird, festere Preise anzulegen. 3m Lieferungshandel mangelte Andienungsmaterial vollständig und das veranlaßte für Dezember eine Preissteigerung um 50 Pfennige, Frühjahrsmonate unverändert. Für Roggen lauteten die Forderungen eher fester bei knappem Angebot in Waggon-Ware. Lieferung war im Gegensatz zum Vormiltagverkehr bei Beginn der amtlichen Börse fest. Dezember 1 Mark höher, März und Mai bez. 75 Pfennige gebessert. Die Ge- schäststätigteit blieb allgemein ruhig, da die Marktdepeschen aus Nordamerika und England voneinander abweichen und etwas Hnsichcrheit in Bezug auf- Exportmöglichkeiten verursachen. Gerste kaum verändert. Hafer besonders in guten Qualitäten bei knappen Angeboten fest, mindere Ware ziemlich preishallend. Weizenmehl schwer verläuflich, für Roggenmehl etwas mehr Frage. Es notierten (1000 Kilogramms: Weizen, märkischer, 268 bis 271; Roggen, märkischer. 226 bis 231; Sommergerste 215 bis 245; Wintergerste 190 bis 203; Hafer, märkischer, 174 bis 185; Mais, loco Berlin 195 bis 199; (100 Kilogramm): Weizenmehl 35 bis 38,25; Roggenmehl 32,25 bis 34; Weizenkleie 12,50 bis 12,75; Roggenkleie 11,80 bis 12,25; Viktoriaerbsen 54 bis 61; kleine Speiseerbsen 32 bis 35; Futtererhsen 21 bis 24; Peluschken 20 bis 22; Ackerbohnen 21 bis 22; Wicken 22 bis 24; Lupinen (blau) 14 bis 15; Lupinen (gelb) 14,50 bis 15,50; Serradelle (neu) 21 bis 22,50; Rapskuchen 16,20 bis 16,30; Leinkuchen 20 80 bis 21,20; Trockenschnitzel 9,50 bis 9,60; Soyaschrot 19.20 bis 20; Kartoffelstöcken 26 bis 26,50 Mar'.
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- Tie ,Hessenkunft 1927", das von dem Kunsthistoriker der Gießener Hniversität Professor Dr. Christian Rauch herausgegebene Jahrbuch für Kunst- und Den'.malp lege in Hessen und Rhein-Main-Gebiet ist in seinem Bild- schmuck in erster Linie der heiligen Elisabeth, der großen hessischen Landgräfin, gewidmet. Wunibald Großmann, ein junget Marburger Künstlet, hat mit feiner Stilisietungskunst und großer Zarbenfteudigkeit jedem Kalenderblatt ein Bild aus dem Leben der Heiligen gegenübergestellt. das in glücklicher Weise an die naive Behandlung der Heiligenlegenden durch die alten deutschen Meister erinnert. 3n dem reich illustrierten Textteil wird bei unseren Frauen Karl Rumpfs Aussatz über „Alte hessische Stit- tereicn" besonderes 3ntereffe erwecken. Heber den Elisabethbrunnen und die Kapelle bei Schrock handelt ein interessanter Aufsatz F. Küchs. Heber einen neuentdeckten Schah in der Marburger Elisabethkirche. das Schuhgehäuse des Elisabethschreins aus dem 13. Jahrhundert schreibt.Albrecht Kippenberger, romanische Figutenschlü.sel untersucht Heinrich K o h l h a u- len in einem gut illustrierten Beitrag. Aus einem im Entstehen begriffenen Werk Meyer- Batkhausen: .Alsfeld" hat der Verlag noch einige schone Probetafeln hinzugefügt. Summa fummarum ist hier wiederum ein Werk entstanden, das für die Heimatkunde und Heimat.unst von großer Bedeutung fein wird. Das der alma mater Philippina in Marburg zu ihrem Jubelfeste dargebrachte 3ahrbuch ist zum Preise von 4 Mark in der N. G. Elwert schen Verlagsbuchhandlung in Marburg erschienen.— (687)
— Nikolaus Berdjajew: ÄÄ s neue Mittelalter. Betrachtungen über das Schicksal Rußlands und Europas. (Otto Reichel. Verlag, Darmstadt.) 682
— 3n der Reihe der Weltgeist-Bücher (Weltgeist-Bücher-Derlagsgesellschaft G. m. b. H. Berlin-Charlottenburg 2, Berliner Straße 42) sind in vorbildlichen Ganzleinenbändchen zwei wichtige Quellenwerke aus dem Staat-recht und der Nationalökonomie erschienen: einmal Fr.edr. 3uliu8 Stahls, des konservativen Staatsrechtstheore- tilers „Das monarchische Prinzip" und zum an* eren von Friedrich L i st, des berühmten deutschen Nationalökonomen, der Aussatz über ..Nationale Gewerbsproduktivkraft". 726/27.
— Roß, Edward Alsworth. DaS Buch der Gesellschaft. Grundlagen der Soziologie und Sozialreform. Aus dem Amerikanischen übersetzt von R. Hilferding. Vorrede von Prof. Leopold v. Wiese. (Bibliothek der Soziologie und Politik, 2. Band. Herausgegeben von Prof. Dr. G. Salomon.) Karlsruhe, Verlag G. Braun. Leinen 24.- Mark. - Die Probleme des heutigen sozialen Lebens werden hier von einem gesunden, wirklichkeitsfrohen Realisten resolut angepackt. Alle Tatsachen der gesellschaftlichen Vorgänge, Erscheinungen und Normen, die jeden Menschen täglich angehen, die immer wieder begriffen und vertieft werden müssen, gelangen zu einer universalen Darstellung; auch über die amerikanischen Verhältnisse weiß der vielgereiste, dem prattischcn Leben zu- gewandte Verfasser sehr viel zu berichten. Der Blick in Geschichte und Gegenwart läßt die Aufgaben der Sozialreform erkennen, so daß jeder Leser selbst weiter denken und handeln kann. 3m ..Buch der Gesellschaft" tritt die Bedeutung der Soziologie für den modernen Menschen klar hervor. 647
— Flutwende (Verlag 3. C. Hinrichs'sche Buchhandlung in Leipzig). Hnter diesem Titel gibt der Leipziger Professor Gerhard M e n z in einem fesselnd geschriebenen und an interessantem einschlägigem Material außerordentlich reichen Werk eine Entwicklungsgeschichte der Beziehungen Chinas zum Abendlande in den letzten hundert 3ahren. Menz ist selbst ein genauer Kenner Ostasiens und gründliche Sachkunde namentlich auf dem so eminent wichtigen und doch oft übersehenen wirtschaftlichen Gebiet spricht aus jeder Zeile seines Buches, dessen genaues Studium das Begreifen der politischen Zusammenhänge bei den augenblicklich so außerordentlich aktuellen Vorgängen in China wesentlich fordert. Es ist unseres Wissens die erste Darstellung, die den ganzen Fragenkomplex „China" so prägnant faßt und aus der historischen und wirtschaftlichen Entwicklung her zu dem Problem von heute Stellung nimmt.
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