Ausgabe 
10.3.1930
 
Einzelbild herunterladen

Rechts ist, der dem Deutschen Reichstag ange­hört. Die Interpretation der deutschen Reichs­regierung ist also durch die deutschen Juristen felbft a l s unhaltbar hingestellt. (Lebhaf­tes Hört! Hört! Rufe bei den Regierungspar­teien.)

2lbg. Schlack (Zentr.): Die Annahme des Voungplans ohne gleichzeitige Sanie­rung der deutschen Finanzen ist ein Ding der Unmöglichkeit. Ein Parlament, das ohne eine solche Sanierung die Entscheidung über den Voungplan fällt, würde selbst seinen Ban­kerott erklären und seine Existenzberechtigung verleugnen. (Rufe aus der Wirtschaftspartei: »Endlich übernehmen Sie unsere Gedanken!") Das deutsche Volk kann verlangen, das) der Reichstag endlich aus der jetzigen Krisenstimmung heraus-- kommt.

Abg. Sachsenberg (Wirtsch.): Die Wirt­schaftspartei hat die Verständigungspolitik immer mitgemacht, aber sie verlangt als Grundlage jeder Außenpolitik eine gesunde Wirt­schafts- und Finanzpolitik. Wir kön­nen wegen des Fehlens einer solchen Politik dem Voungplan nicht zu stimmen. Der Voungplan wirkt ja selbst zwar günstiger als der Dawesplan: aber er bringt nicht die Schutzbestim­mungen unserer Währung, die der Dawesplan enthielt.

Krankreich auf der Klotien- konferenz.

Der Wunsch nach neuen Sicherheils» siar-intien.

London, 10. März. (WTD. Funkspruch.) Driand ist gestern nachmittag von Chequers, wo er eine älnterredung mit Macdonald hatte, nach London zurückgekehrt. Es verlautet von sehr gut unterrichteter französischer Seite, daß Driand bei seiner älnterredung mit Macdonald und Henderson von neuem die allgemeine These vor­schlug, die von der französischen Delegation feit Beginn der Konferenz vertreten worden ist. Es wird erklärt, wenn Frankreichs Wünsche in der Frage der Sicherheit befriedigt würden durch ein gemeinsames Versprechen der fünf großen Seemächte, daß sie jeden Konflikt verhindern würden, dann würde Frankreich imstande sein, die für seine Flotte geforderte Tonnage zu vermindern. Es wird darauf hingewiesen, daß die fünf Mächte 85 Prozent der Weltkriegsschiffston­nage besitzen, und daß beim Vorhandensein einer solchen Vereinbarung zwischen ihnen wenig Wahrscheinlichkeit einer Störung des Friedens bestehen würde. Die britische und besonders die amerikanische Oeffentlichkeit sind aber, so heißt es, nicht bereit, einer solchen Vereinbarung zuzu­stimmen. auch wenn die Franzosen der Ansicht sind, daß die Logik ihres Standpunktes unan­greifbar sei. Wenn es sich als unmöglich Heraus­stellen sollte, während der nächsten Wochen die Engländer und Amerikaner zu einer solchen Ver­einbarung zu überreden, dann wird dennoch nach französischer Auffassung die Konferenz nicht zu einem Mißerfolg verurteilt sein. Es erscheint dann als sicher, daß eine Vereinbarung über die Methode der Begrenzung der Seerüstungen erreicht werden wird, die für die Genfer Abrüstungskonferenz von gro­ßem Wert sein würde. Ferner feien alle in London vertretenen Mächte für einenFeier- t a g" bezüglich des Baues neuer Großkampf­schiffe. Sollten Großbritannien, Amerika und Japan einen Drei-Mächte-Vertrag ab- schließen, dann würde Frankreich, wie erklärt wird, keinen Einwand erheben, auch wenn es nicht selbst daran teilnehmen könnte. Indessen gilt der Abschluß eines solchen Drei-Mächte- VertrageS als unwahrscheinlich.

Oie Lleberschtvemmungs- katastwphe in Süd-Krankreich

Paris, 9.März. (TU.) Der von der Be­sichtigungsreise durch Südfrankreich zurückgekehrte Unterstaatssekretär Heraud äußerte sich über seine Eindrücke. Zahlreiche Dörfer in der Umgebung von Montauban seien einfach unter den Flu­ten verschwunden. Die Eisenbahnen seien an zahl­reichen Stellen zerstört, die Böschung hinweg­gespült und die Schienen schwebten in der Leere. Die Ursache der Katastrophe liege in der sHnellen Schneeschmelze in den Gebirgs­hängen, die durch das plötzliche Frühlingswetter hervorgerusen wo.den sei. Gleichzeitig seien Ge­witter und starke Riederschläge ein- getreten, die die Gebirgsfiüsse in rasende Sturz­seen verwandelt hätten. Die Ueberschwemmung habe dann wie ein Zyklon die ahnungslose Ge­gend überfallen und ihr furchtbares Vernich­tungswerk verrichtet. Dis gestern sind in M o i s - s a c 93 Opfer der Ueberschwemmung geborgen worden. Die meisten Leichen sind verstümmelt, so daß die Identifizierung große Schwierigkeiten bereitet. Die hohe Zahl der Opfer erklärt sich daraus, daß die Bewohner mittenim Schlaf vom Wasser überrascht wurden. Die um Moissac Herumliegenden Bauernhöfe haben durch die Flut ihren gesamten Viehbestand verloren.

Frankreich beging den Sonntag zum Zeichen der Teilnahme für die bei den Ueberschwem- mungen ums Leben gekommenen Lands eute als einen Landestrauertag. Die öffentlichen Gebäude und viele Privathäuser hatten die Flaggen auf halbmast gesetzt. Bälle und Fest­lichkeiten wurden abgesagt, die Theater veran­stalteten Sammlungen zur Unterstützung der heimgesuchten südfranzösischen Bevölkerung. Die Dank von Frankreich hat sich in Zusammen­arbeit mit dem Rationalverband der französi­schen Zeitungen an die Spitze eines großzügigen H i l f s w e r k e s für die Opfer der Ueber- schwemmungen gestellt. An der Spitze des Hilfs« ausschusses stehen der Erzbischof von Paris, der Grohrabbiner von Frankreich und der Präsident der Vereinigung der e v a n - g e l i s ch e n Kirche, der Vorsitzende des fran­zösischen Roten Kreuzes und zahlreiche füh­rende Vertreter der Finanzwelt und Wirtschaft.

Der Präsident der Republik hat in Begleitung des Ministerpräsidenten T a r d i e u im Auto die Fahrt durch das Ueberschwem- mungsgebiet angetreten. Er besuchte die von dem Unglück heimgesuchten Städte Moissac, Mon­tauban und Villemur und wird die Fahrt über EastraS und Carcassonne fortsetzen. Der deutsche Dotschafter v. Hoesch hat sich ins Elysäe begeben, um dem Präsidenten der Republik die persönliche Anteilnahme des Reichs­präsidenten zum Ausdruck zu bringen. Ge­neralsekretär Michel hat den Präsidenten der

Das deutsch-polnische Wirtschaftsabkommen

B e r I i n, 8. März. (CRD.) Ueber den deutsch- polnischen Handelsvertrag oder, wie er offiziell heißt, das deutsch-polnische Wirtschaftsabkommen wurden heute von zuständiger Stelle folgende Angaben gemacht: Zwei Hauptpunkte sind bei den Abmachungen von besonderer Wich­tigkeit: die Abmachungen über die landwirt­schaftlichen Erzeugnisse und über die Kohlenfrage. Der Vertragsentwurf enthält keine Abmachung über irgendwelche Zölle. Das bedeutet, daß der Reichsregierung oder dem Reichstage zollpolitisch die Hände nicht ge­bunden sind. Der Vertrag basiert auf der Ge­währung der allgemeinen gegenseiti­gen Meistbegünstigung. Monatlich sind 320000 Tonnen Kohlen zur Einfuhr in Deutschland zugelassen. Reben dem Staatsvertrag ist ein Privatvertrag vorgesehen, der das Hereinkommen polnischer Kohlen u n - t e r den in Deutschland gültigen Preisen unter­bindet.

Hinsichtlich der landwirtschaftlichen Erzeugnisse interessieren besonders die Abmachungen über die Einfuhr von Tieren und Tier­erzeugnissen. Die Einfuhr und Durchfuhr von Rindvieh und Rindfleisch bleibt ausge­schlossen. Die Durchfuhr lebender Tiere bleibt überhaupt verboten. Für die Einfuhr von Schweinen haben wir ein Kontingent zu» geftan&en, das insgesamt im ersten Vertragsjahr 200 000 Stück beträgt. Vom 18. Monat der Der- tragsdauer ab erhöht sich dieses Schweine- kontingent um 75 000 Stück, und wiederum 12 Monate spater tritt eine weitere Erhöhung um abermals 75 000 Stück auf insgesamt 350 000 Stück ein. Dieses Kontingent umfaßt sowohl ge­schlachtete wie lebende Schweine. Schweine können auf zwei Wegen eingeführt werden: Entweder geschlachtete Schweine nach be­stimmten eigens zugelassenen und in Polen be­kannten Fleischfabriken, die uns in veterinärpoli­zeilicher Hinsicht volle Gewähr gegen Seuchen­gefahr bieten; lebende Schweine nur auf

dem Seewege nach Grenzschlachthöfen. Hervorzuheben ist, daß nach Ostpreußen keine Schweineeinfuhr möglich ist. Der Schweine­konsum in Deutschland erreicht alljährlich unge­fähr 20 Millionen Stück. Das polnische Kontin­gent beträgt somit ein Prozent des deut­schen Verbrauches an Schweinefleisch. Die Bemessung eines Kontingents bei den Schweinen ist ein großer Vorteil für uns insofern, als wir sonst derartige Erzeugnisse ohne Kontingentie­rung hereinlassen. Ein weiterer Vorteil ist es, daß wir die Frage des Seuchenschuhes geregelt haben.

Einfuhrverbote in Polen, die allen Län­dern gegenüber bestehen, bleiben auch für die deutsche Einfuhr in Kraft. Auf die Einfuhr­verbote erhalten wir lediglich gewisse Kontin­gente. Ferner haben wir von vornherein daraus gedrungen, dah wir für unsere Schiffahrtslinien in Polen Konzessionen für das Ein­wanderungsgeschäft erhalten. Da bei den Polen aber diese Konzessionen nur gegeben wer­den, wenn sie einem Bedürfnis entsprechen, die Entscheidung darüber also bei den polnischen Behörden liegt, so haben wir darüber hinaus darauf gedrungen, dah unsere größten Schiff­fahrtsgesellschaften, die Hapag, der Lloyd und Hamburg^Süd Konzessionen erhalten; diese sind erreicht worden.

Die Regelung des Niederlaffungs- rechts war eines der schwierigsten Kapitel bei den Verhandlungen. Die Gewährung des Nieder- lassungsrechtes betrachteten die Polen als eine politische Angelegenheit, gegen deren Aufnahme in den Handelsvertrag sie sich anfänglich stark gewehrt haben. Es dauerte lange, bis sie un­seren Gesichtspunkt annahmen und sich unter schwersten Kämpfen damit einverstanden erklär­ten, uns dieses Riederlassungsrecht im Handels­vertrag zuzugestehen in dem Rahmen, wie es für unsere Wirtschaftsexponenten notwen­dig ist.

Republik, der noch in Düdfrankreich weilt, von diesem Schritt unterrichtet.

Gandhis Krecheitskampf.

London, 10. März. (TLl.) Gandhi hat nach Berichten aus Ahmedabad den Befehl zu einem Aufmarsch der Freiwilligen erlassen. Damit sott der Feldzug des passiven Wider­standes eingeleitet werden. Am Mittwoch mit Tagesanbruch werden sich in Ahmedabad etwa 100 Personen sammeln, die unter Führung von Gandhi von Ahmedabad nach Ialapur 140 Meilen entfernt marschi.rcn werden. Dir Gruppe wird 10 englische Meilen täglich zurück- legen, und von den Bewohnern der Dörfer, durch die der Zug kommt, wird erwartet, daß die Rahrungsmittel und Llnterkunstsmöglich- keiten zur Verfügung stetten. Gandhi überläßt fein Hauptquartier während seiner Abwesenheit einer Engländerin, Fräulein Madeleine S l a d e, der Tochter eines verstorbenen englischen Admi­rals und früheren Oberbefehlshabers des Ost­indiengeschwaders, die ihr ganzes Vermögen zur Unterstützung der Freiheitsbewegung geopfert hat. Dem Aufruf Gandhis, die Verhaftung feines Hauptmitarbeiters Patel durch einen Generalstreik zu feiern, ist in Amedabad Folge geleistet woroen. Rur einige wenige mo­hammedanische Geschäfte haben geöffnet. Patel hat vor seiner Einlieferung ins Gefängnis einen Aufruf erlassen, der Anweisungen für schärfere Maßnahmen im Falle der Verhaftung Gandhis enthält. Auf eng­lischer Seite wird heute erklärt, daß noch ein letzter Versuch gemacht werden sott, Gandhi für die Teilnahme an der englisch-indi­schen Konferenz, die im Herbst in Lon­don ftattfinben soll, zu gewinnen.

(Spaltung in der neuen englischen Reichspartei.

London, 8.März. (WTD.) In der kürzlich von dem Zeitungsmagnaten Lord Beaver- b r o o t gegründetenPartei des bereinigten Reiches" ist eine Spaltung eingetreten, und die Treuhänder der Parteikasse haben beschlossen, alle eingegangenen Gelder an die Spender zurückzuzahlen. Die Spaltung kommt zum Ausdruck in einem Brief des Besitzers der Daily Mail" Lord Rotherrnere an Lord Beaverbrook. Lord Rotherrnere sagt, es müsse auf vier wichtige Ziele hingearbeitet werden, nämlich:

1. sofortige Einführung hoher Ein­fuhrzölle auf alle Fertigfabrikate und an­gemessene Subvention für die Land­wirtschaft;

2. rücksichtslose Sparsamkeit bei den öffentlichen Ausgaben;

3. keine weitere Nachgiebigkeit in Indien;

4. keine diplomatischen Beziehungen mit Mos­kau.

Lord Rotherrnere fügt hinzu, daß ständig weitere Beitrittserklärungen zurPartei des ber­einigten Reiches" in seinen Bureaus einliefen. Lord Deaberbrook hat hierauf geantwortet, die Partei des bereinigten Reiches sei ausschllehlich gegründet worden, um auf Freihandel in­nerhalb des britischen Reiches hinzu­arbeiten, und die bon Lord Rotherrnere bezeich­neten Ziele bedeuteten ein bö11 iges Ab - weichen bon diesem Programm. Er sei mit dieser Erweiterung des Parteiprogramms nicht einberstanden und überlasse es LordRother- mere, fein eigenes politisches Programm zu entwickeln.

Präsident Tast f.

Reuhork, 8. März. (WTB.) Willian H. Taft, der bon 1909 bis 1913 Präsident der Ver­einigten Staaten bon Amerika war, ist heute im Alter bon 73 Jahren gestorben. Tast war bon Haus aus Rechtsanwalt, wurde 1901 der erste Zibilgouberneur der Philippinen, 1904 bis 1908 Kriegsminister im Kabinett Roosevelt, Als Kandidat der Republikaner wurde er 1909 zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt. Die Jahre seiner Präsidentschaft verliefen ohne große kennzeichnende Ereignisse. 1912 wurde Taft von Wilson geschlagen. Er übernahm nun einen Lehrstuhl für Staats- und Derwaltungsrecht an der QJale Universität. 3m Jahre 1921 wurde Taft zum Dundesoberrichter ernannt. Aus Krank- heitsgründen räumte er diesen Posten vor we­nigen Monaten dem ehemaligen Staatssekretär Hughes ein.

Oie demokratischen Beamten zum hessichen Sparprogramm

Frankfurt a. M., 9. Marz. (WSN.) Die in der demokratischen Partei Hessens organisierten Be­amten nahmen in einer gut besuchten Tagung Stel­lung zu den Sparmaßnahmen in Hessen. In einer Entschließung heißt es u. a.: Die demokratischen Be­amten im Landesverband Hessen wenden sich mit Entschiedenheit gegen die von verschiedenen Par­teien beabsichtigte Kürzung der Beamten- bezöge. Sie erblicken darin einen Vorstoß gegen die verfassungsmäßig festgelegten Beamtenrechte und gegen das Berufsbeamtentum überhaupt. Die Ver­sammlung bekennt sich grundsätzlich zur Teilnahme an einem allgemeinen V o l k s n o t o p fe r, ofern es unbedingt erforderlich sein sollte. Der Be- chluh des Finanzausschusses des Hessischen Land- ags, die K i n d e r z u l a g e n für Kinder von 16 bis 21 Jahren zu streichen, verstößt gegen den Geist des Gesetzes vom Jahre 1920. Die Kinderzulage wurde als soziale Maßnahme geschaffen, um wenig­stens den Familien das Einkommen zu gewäh­ren, das man den Unverheirateten oder kinderlos Verheirateten mit Rücksicht auf die Rot der Zeit nicht geben konnte. Die Fraktion soll gehalten sein, sich an keinem Kompromiß zu beteiligen. Die Ver­sammlung ist ferner der Auffassung, daß jegli­cher weiterer Schulabbau vermieden werden muß. Der Volksstaat sollte jede Ersparnis, die zu Lasten der Heranwachsenden Generation geht, unter allen Umständen ablehnen. Die Landtags- fraktivn wird ersucht, auch jeden Abbau bei der Po lizei unter das von der Entente zugelassene Maß nicht zu genehmigen, weil die Sicherheit des einzelnen und des Volksstaats heute weniger denn je einen Abbau der Polizei verträgt.

In einer außerordentlichen Hauptversammlung nahmen die höheren Vermessungsbeam­ten Hessens zu den aktuellen Fragen Stellung. Sie waren einmütig der Ansicht, daß die im Staats­voranschlag 1930 vorgesehenen St eilen Ver­minderungen das Höchstmaß dessen erreichen, was der Reichesparkommissar als zulässig bezeichnet hat und nur tragbar ist, wenn die unter anderem vom Reichssparkommissar empfohlene Vereini­gung der Feldbereinigungs - und Ver- Messungsämter zustande kommt. Es wird schließlich empfohlen, das Landesvermessungsamt gänzlich aufzuheben und unmittelbar dem Fi­nanzministerium zu unterstellen.

Oie Eiaisberaiungen im Finanzausschuß.

Darmstadt, 6. März. (WHP.) 3m Fi- nanzausschuß wurde zunächst ein sozialdemokra­tischer Antrag abgelehnt, der verlangte, daß die vorgesehenen allgemeinen Grund st euer­er lass c für 1929 anläßlich der großen Trocken­heit nur gewährt werden sollen, wo aller­schwerste Schäden festgestellt wurden. Es folgte dann die Abstimmung über die Anträge zum Pensionsetat. Mit 9:3 Stimmen bei einer Enthaltung abgelehnt wurde der Zen­trumsantrag, der 200 000 Mark für den Aus­gleich in Härtefällen aus der Streichung der Kinderzufchläge von 16 bis 21 (Zäh­ren in den Etat einstellen wollte. Auch ein sozialdemokraiifchcr Zusahantrag, die Kinder­zuschläge alten Beamten mit einem Grundgehalt bis zu 6000 Mark mit mehr als zwei versor- gungsberechllgten Kindern weiterzu^ewähren, wurde mit 9:4 Stimmen abgelehnt. Ein sozialdemokratischer Antrag, den Betrag von 80 000 Mark für außerordentliche Vorsehungen zur Änderung der Rotlage von Beamten Wie­ser auf 150 000 Mark zu erhöhen, um daraus die Härtefälle zu mildern, wurde mit 8:5 Stimmen abgelehnt. Mit 11:2 Stimmen ab- gelehnt wurde ein Antrag des Landbundes, der den Grundfonds von 80 000 Mark strei­chen wollte; dagegen fand ein Zentrumsantrag gegen vier Stimmen Annahme, der 30 000 Mark an biefem Fonds abstreicht. 3m übri­gen wurde der Pensionsetat in der vorgesehenen Fassung verabschiedet. Bei der zweiten Lesung werden die Deamtenvertreter erneut beantra­gen, die Kinderzuschläge vom 16. bis zum 21. Le­bensjahre wieder einzuführen. Sie haben daher heute gegen den 200 070-Mark« Härtefonds gestimmt.

Kapitel 18 (Landtag) sieht eine Ausgabe von 369 666 Mark vor, das bedeutet gegen das Vorjahr eine Steigerung um 60 000 Mk.

Für die kommende Lanötagswahl sind 35 000 Mark vorgesehen. Da die Abgeordneten mit gutem Beispiel bei den Sparmaßnahmen voran­gehen wollen, beschloß der Ausschuß, die Auf­wandsentschädigung der Abgeord­neten zu kürzen. Die Kürzung beträgt bei Gruppe 1 (in Darmstadt wohnende Abgeordnete) 1/e. bei Gruppe 2 (Abgeordnete, die an einem Tag hin« und zurückreisen können) l/8 und bei Gruppe 3 (Abgeordnete, die bei Tagungen je­weils übernachten müssen) 1/10. Die Diäten bei Gruppe 1 betrugen monatlich 150, bei Gruppe 2 200, bei Gruppe 3 250 Mark; außerdem werden die T a g e s g e l d e r der Ausschuhmitglieder (Grrrppe 1 9 Mark, Gruppe 2 und 3 12 Mark) um 1/G gekürzt. Die sich daraus ergebende Ersparnis beträgt etwa 20 000 Mark. Beim Ka­pitel 19 (Staats Präsident) wird auf Zentrumsantrag hin einstimmig der Lega- tionsrat auf den 3nhaber bewilligt. Der Dispositionsfonds des Gesamtministeriums wird um 5000 Mark gekürzt. Ein weiter­gehender vottsparteilicher Antrag, den Fonds um 10 000 Mark zu kürzen, wird abgelehnt, ebenso ein volksparteilicher Antrag, den Ministe­rialrat im Staatsministerium auf den Inhaber zu stellen. Das Kapitel fand dann Genehmigung.

Am Freitag wurde zunächst Kap. 20, Staats­verlag, einstimmig genehmigt. Kapitel 21, aus­wärtige und Reichsverhältnis,e, brachte eine län­gere Debatte. Einzelne Ausschuhmitglieder woll­ten den Ramen Gesandter in Reichsrats- bevollmächtigter umändern. Die Regierung bat jedoch, es bei dem seitherigen Zustand zu be­lassen. Das Kapitel wird dann mit 12:1 Stim­men genehmigt. Der volksparteiliche Antrag auf Aufhebung der Gesandtschaft toirj mit 12:1 Stimmen abgelehnt. Ein Landbund­antrag auf Streichung der Dlenstauf- Wandsentschädigung für den Gesandten und einige leitende Beamte mit 15 520 Mark wird abgelehnt. Der volksparteiliche Antrag, die Vorsehung von 5000 Mark für Verfassung s- feiern ju streichen, wird mit 10:3 Stimmen abgelehnt.

Kapitel 22, Oberrechnungskammer, 23, Verwal­tungsgerichtshof, 24, Staatsarchiv, und die Er- gänzungskapitel 25 und 26 werden genehmigt. Der Ausschuß beschließt, die Frage der Sitzungs­gelder für Beisitzer beim Derwaltungsgerichtsbof einer Prüfung zu unterziehen, um diese Gelder herabzusehen.

Aus aller Welt.

hohe päpstliche Auszeichnungen für Zentrumsminister.

Wie derGermania" aus Rom gemeldet wird, enthält die letzte Nummer derActa Apostolicae Sedis" eine Äeihe päpstlicher Auszeichnungen für deutsche Politiker, die sich um das Zustandekommen des preußischenKonkordats besonders Der« dient gemacht haben. Der frühere Reichskanzler und Vorsitzende des Zentrums, Wilhelm Marx, mit demGroßkreuz des Pius-Ordens". DasGroß« kreuz des Gregorius-Ordens" ist folgenden Person« lichkeiten verliehen worden: dem Reichspostminister Dr. Schätzet, den preußischen Ministern Hirt« siefer, Steiger und Schmidt, dem Staats« sekretär im preußischen Kultusministerium Lam­mers und dem Staatssekretär beim preußischen Ministerpräsidenten Dr. W e i s m a n n.

Allegeraurzeichnungen.

Der Internationale Luftsahrverband hat die Ver­teilung derTrophäen" für das Jahr 1929 Dorgenommen. In der Luftschiffahrt wurde die Trophäe einstimmig Dr. Eckener zuerkannt, dem auch gleichzeitig der Vorsitz an Stelle des zurück« getretenen Grafen de la Vaux übertragen wurde. Die nationale Trophäe erhielt auf Vorschlag des Deutschen Luftrats für Deutschland Freiherr von König-Warthausen.

--------Uai.

irshavn-

S*/diS

Oie Weiierlaae

Jan Na

Klagent.

Wien

Sonntaa. 9. März. 1930. 8" mqs.

~\a (oruna___

=. rrankt

®-2 a ' -1 @

naqiogxo^

Oz

^womenios (3nt«tet q naib DtdecKt ® «ronig. ® oedtcitRtge* * Vhnee aOreuotin b Hebei KCewnier ©Windstille.<>. seW eiehte* O$i y russige« Südsüdwest q siurirnscne» nordwesl Oie »leut nieotn mit dem wmde Sie beiden Stationen stenenden Za» en geben die Temperatur an Die Limen verbindet) Orte mit gleiches * Heeresmveau umoertehotieo Luttdruit

Wettervoraussage.

Heber der Nordsee lagert ein Wirbel, welcher feinen Einfluß südwärts erstreckt und über dem Kanal und Frankreich Niederschläge bringt. Auch unsere Witterung dürfte durch ihn beeinflußt werden, und bei zunächst ansteigenden Tempera­turen Bewölkung und Eintrübung vorherrschen, wobei einzelne Niederschläge zu erwarten sind. Der Witterungscharakter gestaltet sich wechselhaft, zumal der Rückseiteneinfluß der Störung alsbald zur Geltung kommt. Auffrischende westliche bis nordwestliche Winde bringen später wieder Ab­kühlung mit sich.

Wettervoraussage für Dienstag: Wechselnd wolkiges Wetter, anfänglich milder, dann aber wieder etwas kühler, vereinzelte Niederschläge.

Witterungsaussichten für Mittwoch: Bewölkt, auch aufheiternd, meist trocken.

Msver'

Wenn

Sot

ntidl,

üU ss?; te Bzr Heimat Zu-, -je sind d°- s winterlichen 0« >mr oft, d°b, irrten ihrer 1 jradjle zwanZ'! jih bekam fei

ilcgte mir J wenn ich

U «or. «nM Salgen, Io war i . iMellter Mer über den aibt erreichend uw, er schmeck «Wender Loh nrö durch den terausgeschosser ied)t in unsere, Echnepsenstrich lieal, die nur offenem Auge 5iTjen 6er Ao Uls 6er Abe: ivuhen Rufen

nr hinaugezoge ro der Waldbai

m.Unä "°ch ein mir nm r £* H -'"e und faV; M

Ar,« uiir ' leine

Tit*. totlfe i dem

Erlen stehen, wo kl braunen 1 chw'mrnt und n nnern. Mr len Und du bist all freund, der zu Hüne Hügel t kMllcnhafl fit plag auf der ( Stlernb fliegt Sammler, der schreckt. Ein Ri alten Laub ps naus huscht do aiwas in die I Kraniche in Kei doch der Walöl t)M bet bort i iünbtl bas AM iwg sinkt her schvoch am H'ir hrum fliegt der ungleichem Fl ti ülche Silfjoue Buge entschwui - »pswsl... lit Laute komi tammt es fjerar lod) eine ...

, Edjuß hallt bür' *it«r... ble j' ! Yen ... stürzt mein Hund, tt auf dem Bode er kann nut lGr hat sie fallt ®°r bir, die(r ims fsanq.i p ne den Raul ters feinen Po tt.Nl immer

en. Es war r iom betunte S1 Furzhaar, , P bie Langha non der ( bW entlaß ... Köter' LS11 die Sol ft Wir fu

Um

" ^kwürdig' ./SM einer !

-h^den J- inommnn.

$ib._ X