Ausgabe 
26.8.1936
 
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träge verwandte sie jeweils zur Abdeckung früherer Unterschlagungen, wobei sie neue Zahlkarten an- fertigte.

Der $). S. von Usenborn hatte anläßlich eines Richtfestes, unter dem Einfluß des Alkohols ste­hend, unzüchtige Handlungen an einem Mädchen von dreizehn Jahren vorgenommen. Die Große Strafkammer erkannte gegen ihn auf eine G e - fängnis strafe von 1 Jahr, wovon dem Angeklagten zwei Monate der Untersuchungshaft angerechnet wurden. Die Kosten wurden dem An­geklagten auferlegt.

Einbrecherquartett wandert ins Gefängnis.

Lauterbach, 25. Aug. (LPD.) Vor einigen Wochen wurde die Stadt Lauterbach durch Ein­brecher heimgesucht, die hauptsächlich Keller- einb räche verübten und dabei mitnahmen, was sie brauchen und schleppen konnten. Es zeigte sich bald, daß man es bei diesen Einbrüchen mit m e h -

Schuh den Ausgrabungen auf dem Glauberg!

LPD. Büdingen, 25. August. Wie das Kreisamt Büdingen bekanntgibt, ist Klage darüber geführt worden, daß die Besucher des G l a u - bergs ohne Erlaubnis das Aus­grabungsgelände betreten, auf den Ringwall steigen und die Anlagen beschädigen, sowie den Anweisungen der Wachmannschaften vielfach nicht Folge leisten. Das Kreisamt Büdin­gen weist daher' erneut darauf hin, daß zum Schutze der Ausgrabungsarbeiten das Betreten des Glaubergs innerhalb des Ringwalles und das Betreten des Ringwalles selbst nur mit Ge­nehmigung der Ausgrabungslei- tun g g'estattet ist und die Besucher sich den Anweisungen der Wachmannschaften zu fügen ha­ben. Uebertretungen werden ohne Nachsicht zur Strafanzeige gebracht.

DHL.-Heldengedenkfeier auf der Serchenhainer Höhe.

Wegen des hoherodskopf-Bergfefles vorverlegt.

* Schotten, 26. Aug. Der Vogelsberger H ö h e n k l u b (V H C.) veranstaltet am Sonntag, 6. September, am Ehrenmal für die gefallenen Brüder auf der Herchenhainer Höhe die diesjährige Gefallenen - Gedenkfeier. Diese Feier, die ursprünglich für nachmittags (14.30 Uhr) vor­gesehen war, soll bereits um 11 Uhr stattfinden, um den VHC.-Mitgliedern Gelegenheit zu geben, an dem Bergturnfest auf dem Hoherodskopf teil­zunehmen. Die Gefallenen-Gedenkfeier gilt, da Herchenhain noch kein eigenes Ehrenmal hat, auch für die Bevölkerung von Herchenhain und Um­gebung.

Das Bergturnfest auf dem Hoherodskopf, an dem die DHC.-Brüder während des ganzen Nachmittags noch teilnehmen können, wird vor allem Sportler und Turner des Gaues 12 im Volksturnen sehen, besonders werden die Kreise Gießen (8) und Friedberg (11) vertreten sein. Die Wettkämpfe beginnen um 10 Uhr.

Landkreis Gießen.

$ Steinbach, 25. Aug. Am letzten Sonntag fand hier und in Albach der Gottesdienst zur Er­öffnung der Konfirmanden stunde statt. In Steinbach wurden 14 Knaben und 8 Mädchen ausgenommen, außerdem besucht ein Ferienkind aus Essen den Unterricht. In Albach wurden 3 Kna­ben und 3 Mädchen ausgenommen. Vergangenes Jahr waren es in Steinbach 13 Jungen und 10 Mädchen und in Albach 3 Jungen und 3 Mädchen, die den Konfirmandenunterricht besuchten.

Steinbach, 25. Aug. Am Samstagabend hielt der Ob st- und Gartenbauverein in der Wirtschaft Schleuse eine Mitgliederversamm­lung ab. Es wurde die Anschaffung eines Süß­mostbereitungsapparates beschlossen. Ein Dereins- mitglied, Schneidermeister Horn, wird auf Ver­einskosten in der Süßmostbereitung ausgebildet, und noch in diesem Herbst wird es den Vereinsmit­gliedern möglich sein, ihr überschüssiges Obst zu Süßmost zu verarbeiten. Am kommenden Sonn­tag hält der hiesige Kindergarten der NSV., der auch in diesem Sommer seine sommerliche Be­hausung im Gartensaale des Gastwirtes und Metz­germeister Paulus Gerhard bezogen hat, sein Fest ab. Die Leiterin, Kindergärtnerin Ria Rohn aus Gießen, wird zeigen, was die Kinderschar bei ihr gelernt hat.

ch Mainzlar, 24. Aug. Hier fand am gestri­gen Sonntag unter den drei alten Dorflinden an der Mühle das diesjährige M i f s i o n s f e lt statt. Predigten, Posaunenchöre und gemeinsam gesungene Chöre wechselten miteinander ab. Die Organisation lag in den Händen des hiesigen Müllermeisters Heinrich Schmitz.

4- Lauter, 25. Aug. Begünstigt durch das gute Wetter ist hier die Ernte allgemein zum größten Teil eingebracht. Anfangs dieser Woche ist mit der Grummetmahd begonnen worden. Durch den Regen nach der Heuernte hat sich das Grum­metgras gut entwickelt, so daß der Ertrag gut ist. Dieses Jahr gibt es in unserem Dorfe eine überreiche Zwetschenernte. Ueberall hän­gen die Bäume voll, selbst die ältesten und aller- kleinsten. Die Landwirte und die Gemeinde sind mit dem Stützen der Bäume beschäftigt. Aber im­mer ist dies nicht möglich, so daß schon überladene Aeste abgebrochen sind, wodurch mancher Schaden entstanden ist. Außer zu dem beliebten Zwetschen- hontg wäre den Besitzern die Verwendung zu D ö r r o b st zu empfehlen. Durch diese Verarbeitung könnte doch ein Teil der überschüssigen Ernte, der vielleicht sonst verderben würde, für die Ernäh­rung unseres Volkes erhalten werden.

* Hungen, 25. Aug. Der von hier gemeldete Hühnerdieb st ahl in dem HauseHubertus" in -er Friedberger Straße hat seine Aufklärung dahin gefunden, daß es sich nicht um einen Dieb­stahl handelt, sondern die Hühner einem Iltis zum Opfer gefallen sind, der die Tiere t o t g e b i s - s e n und die jüngsten von ihnen verschleppt hat.

Kreis Alsfeld

-a» A l s f e l d, 25. Aug. Am Sonntag veranstaltete der hiesige, unter Leitung von Pfarrer B e r n b e ck stehende Volkskindergarten wiederum, wie Im Vorjahr, ein Kinderfest zum Besten des Volks­kindergartens, das von schönstem Wetter begünstigt war und einen sehr guten Besuch aufzuweisen hatte. Die geräumige Festhalle auf dem Lindenplatz war dicht besetzt. Spiele der. Kleinen des Volkskinder­gartens, Kasperletheater, turnerische Vorführungen

reren Tätern zu tun hatte. Einer umfassenden! Razzia der Gendarmerie und SA. gelang es, das Einbrecherquartett es handelte sich insgesamt um 4 Täter im hohen Vogelsberg bei Meiches festzunehmen. Nunmehr standen dieKellermarder vor dem Lauterbacher Amtsgericht, das die vier Täter zu je 1% Jahren Gefängnis ver­urteilte.

Gefängnis

weaen Giitlichkeitsverbrechen.

LPD. Mainz, 24. Aug. Der 57jährige katho- lifche Pfarrer Johann Jakobi, der seit drei Jahren in Dromersheim ist, verführte in feiner Pfarrwohnung ein 15V2jähriges Mädchen. Die große Strafkammer in Mainz verurteilte den Geistlichen, der vollauf geständig war, unter ubilligung mildernder Umstände wegen eines erbrechens im Sinne des § 174/1 zu einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Öffent­lichkeit statt. Der Angeklagte nahm das Urteil an.

und Spiele der Jungmädel gaben der Veranstaltung ein belebtes und fröhliches Bild. Eine Verlosung von Gebrauchsgegenständen und der Verkauf von Kaffee und Kuchen brachten ein erfreuliches finanzielles Er­gebnis. Für die musikalische Unterhaltung der Gäste sorgte der Musikzug der hiesigen Gruppenkapelle des Reichsarbeitsdienstes.

-er. Homberg, 24. Aug. Beim schönsten Sommerwetter machten heute Gießener Frauen, die sog. Fünfziger-Vereini­gung, einen Ausflug mittels Omnibus. Gegen 10

Am 30. August steht Gießen im Zeichen der HZ. und des Jungvolkes!

Uhr fuhren etwa 40 Mitglieder von Gießen ab bis Grünberg. Dort besichtigte man die Badeanstalt und nahm das Frühstück ein. Dann ging es in schö­ner Fahrt bis Homberg. Hier nahm man meh­rere Besichtigungen vor: Kirche, Schloß usw. und bann anschließend imFrankfurter Hof" zu Mittag. Um 13.15 Uhr fuhr man in guter Stim­mung weiter nach Amöneburg; anschließend folgte ein Besuch der Stadt Marburg als End­ziel der Fahrt.

Kreis Schotten.

* Ruppertsburg, 25. Aug. Zum Wehr- führ er der hiesigen Freiwilligen Feuer­wehr wurde August Stein ernannt und ver­pflichtet, fein Stellvertreter ist Bernhard H ö g y.

Kreis Bübingen.

Nidda, 25. Aug. Ein Landwirt aus Ran­stadt, der schwerhörig war, kam in der Nähe von Ober-Mockstadt plötzlich hinter einem hochbeladenen Erntewagen hervor und lief in ein gerade Darüber«

Im Laufe des August fanden in Oberhessen die diesjährigen Stutenkörungen durch den Landesver­band der Pferdezüchter in Hessen-Nassau statt. Bei den diesjährigen Körungen kam das große Inter­esse, welches für die Belange der Pferdezucht be­steht, in besonderem Maße zum Ausdruck, da ins­gesamt etwas über 300 Stuten von den Pferde­züchtern für die Neuankörungen vorgestellt wurden. Das Köramt wurde versehen vom Landesfachwart für Pferdezucht Staehly, Hofgut Offenthal (Nassau), Bauer Rudolf Walther, Reichels­heim i. W., und fianbftalhneifter Dr. Dender, Frankfurt a. M. Insgesamt wurden 287 Stuten angekört, während 21 nicht gekört bzw. zurückgestellt werden mußten.

Die stärkste Beteiligung hatten die Körorte Reichelsheim mit 40 Stuten, Grünberg mit 34 Stuten, Hungen mit 28 Stuten, Nieder- Wöllstadt mit 24 Stuten, Butzbach mit 24 Stuten und Nidda mit 21 Stuten. Qualitativ das beste Material wurde vorgestellt in Lich, Münzen­berg, Butzbach, Echzell, Reichelsheim, Düdelsheim und Lauterbach.

Bei den Körungen betonte Landstallmeister Dr. Dender wiederholt, daß das Hauptaugenmerk der züchterischen Arbeit auf die Schaffung rein ge­züchteter Stutenstämme zu legen sei. Der Bauer und Züchter muß noch mehr als bisher den Wert reinblütigen Pferdematerials und damit den Wert

In Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft für Schadenverhütung hat die Gemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Feuerversicherungsanstalten eine Aufklärungsschrift über das bedeutsame Thema der Brandverhütung herausgegeben. Dieser Schrift entnehmen wir die nachstehenden Dar­legungen, die insbesondere für die Eltern von kleinen Kindern beherzigenswert sind:

Es gibt vielleicht kein sprechenderes Beispiel für das Wort: Kleine Ursachen große Wirkungen! als das Zündholz. Diese segens­reiche Erfindung hat schon unermeßliches Unheil über die Menschheit gebracht. Hier, bei diesen un­scheinbaren Hölzchen mit dem Schwefelzündkopf beginnt unsere Brandoerhütungsarbeit. Aus der Tatsache, daß die meisten der den Feuer­tod sterbenden Kinder das Opfer einer Spielerei mit Zündhölzern werden, ergibt sich eine gründ- sätzliche Verpflichtung, die aus unverständlicher Leichtsinnigkeit viel häufiger mißachtet, als befolgt wird:

Zündhölzer müssen in haushattungen, zu denen Kinder gehören, an sicherer und für die Kinder unzugänglicher Stelle unter Verschluß auf­bewahrt werden!

An diesem Satz ist jedes Wort wichtig! Diese an sich so einfache Forderung entgegen allen nachlässi­gen Gewohnyeiten streng durchzusetzen, bedeutet für uns Erwachsene gleichzeitig eine wertvolle Schulung zu der pedantischen Selbstzucht, die für erfolgreiche Brandverhütung notwendig ist. Das Kind darf ein­fach nirgends in der Wohnung ein Zündholz finden. Die Ausrede:Ach, mein Kind rührt Zündhölzer

fahrendes Auto hinein. Der bedauernswerte Mann erlitt dabei so f ch w e r e V e r l e tz u n g e n , daß er nach mehrtägigem Schmerzenslager verstarb.

Preußen.

Werterhaltende Genie nschastsarbeit.

D Groß-Rechtenbach, 25. Aug. In vor-, bildlicher Gemeinschaftsarbeit wurde gestern das Flachsrupfen in unserer Gemeinde durchge­führt. Da durch die nasse Witterung der Flachs später reif wurde als sonst, fiel die Flachsernte mit der Getreideernte zusammen. Dadurch entstand die Gefahr, daß der Flachs zu spät geerntet wurde, wodurch die Qualität der Faser beeinträchtigt würde. Hier galt es also zu helfen, und die ganze Gemeinde fand sich zu einmütiger Hilfe bereit. Aus jedem Hause trat eine Arbeitskraft an. Auch die Beamten und die Arbeiter schlossen sich nicht aus. In einem halben Tag war die Flachsernte von neun Bauern gerupft und zum Trodnen aufgestellt. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde der Hauungs- und Kultur plan von den Ge­meinderäten beraten. Das Einschlagssoll beträgt in diesem Jahre 350 Festmeter. Die Gemeinderäte erklärten sich mit dem von der Forstbehorde vor­gelegten Hauungsplan einverstanden. Das Ein­schlagssoll beim Eichennutzholz soll jedoch etwas verringert werden; dagegen sollen im Distrikt Tiefen Graben, wo das Holz stark unter Rot­fäule leidet, etwas mehr Fichtenstamme geschlagen werden.

BoneinemLastwagen tödlich überfahren

Lpd. Weilburg, 25. Aug. Am Montagmorgen ereignete sich hier ein schwerer Unfall, der ein Men­schenleben forderte. Der Fuhrmann Robert Geiß- l e r wollte eine Straße überqueren, um zu seinem auf der anderen Straßenseite haltenden Gespann zu gehen. Er übersah dabei einen sich nähernden Lastwagen und wurde von diesem erfaßt, auf die Straße geschleudert und überfahren. Durch den Sturz trat Gehirnbluten ein, das bald nach dem Unglüd zum Tod führte.

Kreis Wetzlar.

cxd Hochelheim, 25. Aug. Der vor einigen Jahren in unserer Gemeinde gegründete Kran­kenpflegeverein ist in Auflösung begriffen. Die von ihm unterhaltene Krankenpflege­station wird von der Gemeinde und der NSV. übernommen. Die Gemeinde hat sich dem Haupt­amt für Volkswohlfahrt gegenüber verpflichtet, in Zukunft als Gemeindeschwestern (Stationsschwe­stern) ausschließlich solche Schwestern zu beschäfti­gen, die der NS.-Schwesternschajt angehören und vom Hauptamt für Volkswohlfahrt (NS.-Schwe- sternschaft) der Gemeinde zugewiesen werden. Von jeder Laushaltung wird jährlich eine Gebühr von vier Mark erhoben. Die hierdurch nicht gedeckten Kosten werden durch Zuschüsse der Gemeinden und der NSV. aufgebracht. Außerdem ist mit der Zah­lung eines Zuschusses durch den Kreis zu rechnen. Die Neuregelung ist mit sofortiger Wirksamkeit in Kraft getreten. Die bisherige Schwester Liesel Merten, die die Station zur Zufriedenheit der Ortseinwohner betreute, wird sie auch weiterhin versehen.

der nachgewiesenen Abstammung würdigen lernen. Dem Pferdehändler gegenüber und auch dem länd­lichen Verkäufer gegenüber muß immer wieder der Abstammungsnachweis aboerlangt werden. Der Kampf des Züchters hat sich vor allem zu rich­ten gegen die vielfach vorgekommenen Kreuzungen. Mit Bastarden sind Rückschläge unvermeidlich und ist in der -Pferdezucht selbst durch zwei Menschen­alter Arbeit ein reinblütiger Zuchtstamm kaum heranzuzüchten.

Auch seitens der Landesbauernschaft Hessen-Nassau und seitens des Landesverbandes der Pferdezüchter in Hessen-Nassau wird großer.Wert auf die Rein­züchtung und Hebung der Quantär der Zucht gelegt, was daourch besonders zum Ausdruck kommen soll, daß schon vom nächsten Jahre ab Nichtstammbuch­stuten ein um etwa 10 Mark höheres Deckgeld kosten werden gegenüber den eingetragenen Tieren. Diese Maßnahme kann nur begrüßt werden, denn nur dadurch ist es möglich, geringwertige und Bastardstuten von den Hengststationen fernzuhalten. Auch in Zukunft wird nur das qualitätvolle Lei- stungsvfevd hoch im Preise und gesucht fein.

Dr. Dender nahm wiederholt Gelegenheit, die gute Qualität sowohl der bodenständig gezogenen Kaltblut-, als auch der bodenständig gezogenen Warmblutstuten lobend hervorzuheben, als Beweis für die weitere Bodenftändigwerdung der ober­hessischen Pferdezucht.

nicht an!" ist bar jeder Ueberlegung; denn ganz ab­gesehen davon, daß sie ja ein anderes, etwa zu Besuch kommendes Kind sehr wohl anrühren kann, ist es sehr fraglich, ob nicht auch in dem eigenen Kind die nun einmal angeborene Lust am Spiel mit dem Feuer eines Tages unvermutet erwacht. Also, weg mit den Zündhölzern, auch aus den Taschen herum­hängender Kleidungsstücke! Damit muß sich die eigene Sorgfalt im Umgang mit den Zündhölzern verbinden. Wo Kinder im Hause sind, haben sie so in den meist beeindruckbaren Jahren ein gutes Bei­spiel vor Augen. Unabhängig davon aber ist es eines der einfachsten Gesetze des Feuerschutzes,

Zündhölzer sorgfältig zu entzünden,

so daß nicht die brennenden Köpfchen als Zünd- körper durch die Gegend fliegen, und ferner nie­mals ein noch brennendes Zündholz wegzuwerfen. Der unbekannte Hausvater, der feine Familie dazu erzog, kein Zündholz wegzuwerfen, ohne es vorher in der Mitte durchzubrechen, hatte jedenfalls von diesen gefährlichen Dingern nichts mehr zu befürch­ten. Man muß sich daran gewöhnen, Zündhölzer so wenig als möglich im Haushalt zu verwenden; bei Gasfeuerung sind sie vollkommen entbehrlich, seit im Handel die verschiedenen mechanischen An­zünder zu haben sind.

Unentschuldbarer Leichtsinn und oft von ver­hängnisvollsten Wirkungen begleitet ist das herumleuchten mit Zündhölzern in dunklen Ecken, in Keller- und Dachbodenräumen: für solche Brände gibt es keine Versicherungs­

entschädigung, wohl aber empfindliche gerlcht- liche Strafen.

In diesem Zusammenhang muß auf gefährliche Unsitten mancher Raucher aufmerksam gemacht werden. Jeder muh wissen, daß em nachlässiger Raucher, der seinen brennenden Zigarren- ober Zigaretten st ummel wegwirft, wo er gerade geht und steht, gesetzlos handelt und es nur dem Zufall zu verdanken hat, wenn sich seine Gleichgültigkeit nicht aufs furchtbarste rächt. Die grauenhaftesten deutschen Waldbrände, die Ver­nichtung des Dorfes Oeschelbronn im Jahre 1933, wo innerhalb weniger Stunden 203 Gebäude in Flammen aufgingen, und einer der schwersten ! Fabrikbrände der Welt, der 145 Menschen das j Leben kostete das alles haben wir dem zücht- J losen Leichtsinn gewisser Raucher zu danken.

Die Frau muh im haus den wann an den Aschenbecher gewöhnen! Wer die glühenden Aschenreste dem Papierkorb anverlraut, der wird früher oder später eine Lehre erhalten, die er nicht mehr vergißt. Diejenigen aber, die sich mit einer Zigarette ins Bett legen, brauchen nicht selten keine Lehre mehr; ihre verbrannten Leichen sprechen um so deutlicher für andere!

Man darf durch solche notwendigen Hinweise nicht überängstlich dem Feuer gegenüber werden. Man muß sich aber klar darüber sein, daß man es hier mit einem Element zu tun hat, mit dem man nicht sorglos und ahnungslos umgehen kann. Das Feuer, einer der wertvollsten Gehilfen des Menschen, besitzt den unbändigen Drang nach Aus- dehnung, nach Verbreitung. Damit muß man rech­nen. Wer es immer sorgfältig überwacht und ihm außerhalb seiner Bestimmung keine Nahrung gibt, hat auch die Gewähr der Sicherheit. Wie oft aber wird das Notwendigste vergessen! Im Festtrubel gar verschwindet die letzte Rücksicht auf die Feuers­gefahr. Dann liest man in der Zeitung:Während einer Karnevalsfeier fing beim Abbrennen von Blitzlicht ein Vorhang Feuer, das sich sofort auf die Papierschlangen und Girlanden ausbreitete. Im Augenblick stand der ganze Raum in Flammen. Eine Person wurde getötet, elf weitere teilweise lebensgefährlich verletzt." Oder:Die Eltern, durch laute Hilfeschreie in das Bescherungszimmer zurück- gerufen, fanden ihr Töchterchen unter dem umge­worfenen Weihnachtsbaum. Das Kind erlag noch in derselben Nacht seinen schweren Brandver- letzungen." Man sehe sich daraufhin einmal die Tageszeitungen um die Jahreswende an! Wieoiele Wohnungsbrände, wieviele Verbrennungsunfälle allein durch mangelnde Achtsamkeit um den Weih­nachtsbaum! Dabei sollte es doch selbstverständlich jein, daß man für eine standsichere Aufstellung und feuersicheren Abstand von brennbarer Umgebung sorgt und vor allem Kinder nie mit dem brennenden Baum allein läßt!

Das Feuer ist durch Kinder, die mit Zünd­hölzern spielten, verursacht worden.

Noch einmal wenden wir uns dem Kinder­schutz zu. Das ist das ernsteste Kapitel! Wir haben schon angedeutet, daß in jedem Kind, wie im Men­schen überhaupt, eine geheimnisvolle Lust am Spiel mit dem Feuer schlummert. Das seltsame Tanzen und Knistern der Flammen übt einen unwidersteh­lichen Reiz aus. Ueberraschen wir uns doch selbst zuweilen dabei, wie wir auf das brennende Zünd- holzflämmchen starren, bis es uns an die Finger brennt. Sollte das Kind beherrschter fein als wir? Wird es das Zündhölzchen, das ihm plötzlich roefje tut, nicht einfach von sich werfen? Und was ist dann? Hören wir einige Berichte:

Das Kleid eines dreijährigen Knaben, der, allem zu Hause gelassen, mit Zündhölzern spielte, geriet ins Brennen; das Kind starb an den Verletzungen. Oder:In dem Dorf N. brach ein Brand aus, dem die halbe Ortschaft zum Opfer fiel. 37 Gehöfte brannten nieder, ein sechsjähriger Knabe kam habet ums Leben."

Das sind aber nicht etwa vereinzelte Fälle, nein, wir verzeichnen in Deutschland an einem Tage 13 Kinderbrände!

Es sind fast immer die Drei- bis Sechsjährigen, die solche Brände entfesseln!

Ob sie nun aber mit dem Makel der Brand­stiftung ein von vornherein belastetes Leben weiter­leben ober für ihre Unwissenheit gleich am Ort der Tat mit einem furchtbaren Tode bestraft werden bie Schulb trifft bie Erwachsenen. Sie haben burch bie Vernachlässigung der notwendigen Aufsicht unb burch bie ungenügenbe Verwahrung ber Zünbmittel die sinnlose Vernichtung deutschen Volksvermögens und das Opfer der eigenen Kinder heraufbeschworen. Sei sich jede Mutter der unge­heuren Verantwortung bewußt! Die Aufgabe ist klar und ergibt sich aus dem gesunden Menschen­verstand: /

1. Kinder dürfen in Räumen mit offenen Liast- flammen oder beheizten Feuerstätten niemals ohne gewissenhafte Aussicht gelassen werden. Werden Kinder einmal ganz vorübergehend allein gelassen, jo ist ihnen der Zugang zu jedem Feuer und Licht zu versperren, d. h. sie müssen in einem anderen Raum untergebracht und die Türen zu den be­heizten und offen beleuchteten Zimmern abgeschlossen werden. e

2. Alle Zünbmittel müssen unter sicherem Ver­schluß gehalten werden. Auch Feuerwerkskörper und äynliche feuergefährliche Spielzeuge dürfen aus keinen Fall in Kinderhände geraten; am letzten Neujahrstag büßten zwei Kinder mit ihrem Leben und drei weitere mit ihrer Gesundheit für ein Spiel­chen mit bengalischen Zündhölzern, von denen eins in einen gasqefüüten Straßenschacht fiel. Ver­schwinden müssen auch aus den Kinderstuben alle Zelluloidjpielsachen, die sich außerordentlich leicht entzünden und mit explosionsartigen Stichflammen verbrennen. .

Vergessen wir aber auch nicht, wie entscheiden^ das eigene Beispiel für bie Kinder ist, sobald ste einmal die ersten Spuren geistiger Aufnahmefähig' feit zeigen. Diese Jahre, in denen sie unverbildet für alle Eindrücke am stärksten zugänglich sind, müssen planmäßig dazu benutzt werden, den jungen Menschenkindern die Achtung vor dem Feuer zu einer Selbstverständlichkeit zu machen.

Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 700: Lagerbuchführung für unedle Metalle. 701: Bekanntmachung über eine Verein­barung zum deutsch-französischen Abkommen über den kleinen Grenzverkehr. 702: Bekanntmachung zur Einbeziehung des Zollausschlußgebietes um «je- ftetten in das deutsche Zollgebiet. 703: Mitteilung der Verrechnungsstelle an deutsche Geschäftsreisende. 704: Ergänzungen des Donauumschlagtarifs.

Beuteln 7 -

OSerhessen

Großer Erfolg der diesjährigen Stutenkörungen in Oderheffen.

Bewahrt das Feuer...

Oas Zündholz in unberufenen Händen. Helft Brände verhüten!