Ausgabe 
25.5.1936
 
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richtung zweier deutscher Gesellschaften für den Wal- kng herbeizuführen, die noch in diesem Jahr ihre Tätigkeit aufnehmen sollen.

Es wurden ferner mit unserer Unterstützung in Alsfeld drei Dorträge durch die dortige Dürer- gesellschaft veranstaltet. Diese Gesellschaft ist in­zwischen aufgelöst worden und in der NS.-Kultur- gemeinde aufgegangen, wodurch auch ihre Mit­gliedschaft bei unserer Gesellschaft erloschen ist.

Unser Nachrichtenblatt erforderte 1631,70 Mark. Für die wertvollen Beiträge danke ich den Ver­fassern und für die Herausgabe Herrn Professor Dr. Götze auch an dieser Stelle.

Aus dem aufgelösten Verlag A. Töpelmann erwarben wir 170 Stück der anläßlich des 300- jährigen Bestehens unserer Universität im Jahr 1907 herausgegebenen Jubiläumsschrift und ver­ausgabten dafür einschließlich der Kosten für Ein­binden 696 Mark. Wir geben das wertvolle, schön ausgestattete zweibändige Werk zum Preis von 6 Mark an Mitglieder und Freunde der Universität ab und empfehlen unseren Mitgliedern angelegent­lich den Bezug, soweit sie das Werk noch nicht be­sitzen.

An Verwaltungskosten wurden 628,68 Mark aus- gegeben, gegen 962,48 Mark im Vorjahr. Sie sind also auf ein niedrigstes Maß herabgesetzt worden.

Die gesamten laufenden Ausgaben beliefen sich hiernach auf 9449,48 Mark, gegen 6969,05 Mark im Vorjahr, die laufenden Einnahmen auf 9119,89 Mark gegen 7834 Mark im Jahr 1934.

Sie sehen aus diesen Beträgen, daß wir keine Thesaurierungspolitik betrieben, sondern die Mittel, die wir zur Verfügung haben, auch zum Wohl der Universität ausgeben.

Trotzdem die laufenden Ausgaben die laufenden Einnahmen um etwa 300 Mark übersteigen, hat sich unser Vermögen noch etwas vermehrt, und zwar durch Kursgewinne und Auslosung von deut­scher Ablösungsanleihe. Das Vermögen stellt sich dadurch Ende des Jahres 1935 auf 50 715,25 Mark, gegen 48 528,25 Mark Ende vorigen Jahres.

Die Versammlung nahm den Jahresbericht zu­stimmend zur Kenntnis und erteilte dem Vorstand und dem Verwaltungsrat einstimmig Entlastung.

Die satzungsgemäß aus dem Vorstand aus­scheidenden Herren Bankdirektor Grießbauer, Gießen, Fabrikant Dr. Leitz, Wetzlar, und Land- gerichtspräsident i. R. N e u e n h a g e n , Gießen, wurden einstimmig wiedergewählt. Mit der gleichen Einstimmigkeit erfolgte auch die Wiederwahl der satzungsgemäß aus dem Derwaltungsrat aus­scheidenden Herren Fabrikant Pfeifer, Wetzlar, Generaldirektor B i e r w e s , Düsseldorf, Dipl.-Jng. G a st e l l, Mainz, Landgerichtspräsident i. R. Dr. Jungk, Mainz, Dr. von Mosch, Völklingen, und Dekan Vogel, Bruchenbrücken bei Friedberg.

Dank der Universität.

Se. Magnifizenz der Rektor Prof. Dr. Pfähler brachte sodann der Hochschulgesellschaft in einer kurzen Ansprache den herzlichen Dank der Universi­tät für die bisherige Hilfeleistung zum Ausdruck und bat zugleich um die weitere Förderung der Wissenschaft unserer Universität. Diesen Dank wollte er aber auch als persönlichen Dank aufgefaßt wissen, denn die Hilfe der Hochschulgesellschaft für unsere Universität habe ihm während seines bisherigen anderthalbjährigen Rektorats manche Sorge ab­genommen bzw. erleichtert. Mit besonderer Genug­tuung hob er als Beispiel die starke positive Aus­wirkung dieser Hilfeleistung bei einem unserer jüngsten Universitätsinstitute, dem Institut für Wirt­schaftswissenschaft, hervor, das dank dieser Förde­rung die wissenschaftlichen Arbeiten für das Projekt der Lahnkanalisierung sehr produktiv gestalten und abschließen konnte.

Der Vorsitzende Dr. h. c. Meesmann ant­wortete dem Rektor, daß seine Worte bei der Hoch­schulgesellschaft vollstes Verständnis fänden, und sie immer bemüht bleiben werde, durch ihre zusätz­lichen Leistungen zu den Aufwendungen des Staa­tes Hilfe zu leisten.

Oie Festsitzung.

Anschließend fand im großen Hörsaal die gut be­suchte übliche Festsitzung statt. Nach den Gruß- warten von Dr. h. c. Meesmann leitete das Collegium musicum der Universität unter Leitung des Universitäts-Musikdirektors Prof. Dr. T e m e s- d ar i) die Feierstunde mit dem Orchestervortrag von HändelCargo" ein. Dann folgte der

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Vornan von Marlise Kölling.

Urheberrechtsschutz: Verlag Oskar Meister, Werdau.

23 Fortsetzung Nachdruck verboten!

Benedikte stand in ihrem kleinen Schlafzimmer und kleidete sich an.

Fräulc-in Giesecke trippelte eilfertig um sie herum. Sie mochte es Benedikte nicht eingestehen, aber es war ihr wie eine kleine verschämte Erinnerung an die eigene Jugendzeit, wie sie jetzt dem Mädchen half.

Lange hatten sie beide in Benediktes Kleider­schrank gekramt. Allzu groß war die Auswahl ja nicht: zwei, drei Sommerkleider mehr hatte Benedikte aus ihrer Berliner Zeit nicht hierher mitgenommen.

Wer hätte auch denken können, daß man hier zu einerAbendgesellschaft" würde geladen werden? Gina man einmal des Sonntags zum Tanz in den Dorskrug, dann genügte eins der Sonntags-Wasch­kleider.

Aber das geblümte Seidenkleidchen, auf dessen weißen Untergrund kleine bunte Blütensträußchen wie hingeweht gesetzt waren, hatte die Mutter ihr noch zuletzt in den Koffer geschmuggelt. Benedikte hatte es sich zu der Polterabendfeier einer ihrer Basen machen lassen. 9iun freute sie sich, es hier zu haben. Dies Kleid war wohl das richtige.

Das bestätigte auch Fräulein Giesecke.

Zum ersten Male trug Benedikte heute die Haare nicht in zwei festen Zöpfen um den Kopf gewun­den, wie sie es sonst aus praktischen Gründen für die Arbeit liebte. Heute frisierte sie sich wieder ein­malauf städtisch", wie sie etwas spöttisch gemeint hatte. Zu Josuas Entsetzen war sie tagsüber mit einem weißen Turban um den gewaschenen Kopf hcrumgelaufen. Nun lag das Haar in weichen Wellen locker um den Kopf und war im Nacken zu einem tiefen Knoten geschlungen.

Fräulein Giesecke stand bewundernd dabei.

Was Sie für schönes Haar haben, Kindchen! So hatte ich es auch einmal. Aber das ist schon gar nicht mehr wahr. Wie schnell geht doch die Zeit dahin. Wenn man jung ist, hat man leider nicht

Festvorkrag von Professor Dr. Glöckner über das ThemaD i e Stellung der Philo­sophie in der Gegenwart".

Redner begann mit der Frage, ob der Philosophie am geistigen Aufbau unserer Zeit noch eine erheb­liche Rolle zukommt, ob sie nochdie Köniain der Wissenschaften" sei, ob iyr nicht die Einzelwissen­schaften den Rang abgelaufen hätten und das prak­tische Leben heute nicht überhaupt viel wichtiger sei als alle Theorie. Richtig ist, daß wir heute keine Blütezeit der Philosophie haben. Aber eine solche gab es überhaupt bisher nur zweimal: in Griechen­land im 5. und 4. Jahrhundert vor Christi und bei uns in Deutschland in der Zeit von Kant bis Hegel. Mit den Höchstleistungen dieser Epochen ist die heutige Philosophie nickt zu vergleichen. Aber das Philosophieren ist aus der anderen Seite eine Dauerhaltung gerade des Deutschen. Nirgendwo auf der Welt ist die Jugend sozusagen von Natur der­maßen philosophisch bewegt und interessiert wie bei uns. Es besteht also keine Gefahr, daß die Philo­sophie etwa in Deutschland aussterben oder aus ihrer bedeutenden Stellung verdrängt werden könnte.

Aber eine gewisse Verwirrung in der Problem­lage besteht heute allerdings. Es handelt sich wohl um eine vorübergehende Unstimmigkeit, die auf einer nicht ganz klar erkannten Schwierigkeit beruht.

Die Philosophiegeschichte kennt große Traditions- zusammenhänge und revolutionäre Einbrüche. So unterscheiden sich auch die Philosophen in systema­tische Vollender und kühne Bahnbrecher neuer und oft völlig einsamer Gedanken. Die deutsche Philo­sophie von Kant bis Hegel z. B. stellt einen Tradi­tionszusammenhang bar; Sokrates, Rousseau und Nietzsche waren Revolutionäre. Es ist verständlich, daß man sich in den ersten Jahren nach der natio­nalsozialistischen Revolution vor allem zu den ein­sam-heroischen Kämpfern hingezogen fühlte, etwa zu Nietzsche. Die Vertreter der großen Traditions­zusammenhänge dagegen erschienen mehr als stille Arbeiter, die in Ruhe und Sicherheit, fast philiströs an ihren Systemen bauten.

Nun hat aber unsere Gegenwart ein großes philosophisches Hauptthema; das muh fte lösen, sonst vevsagt sie gegenüber den brennendsten Fragen der nationalsozialistischen Weltanschauung. Dieses Thema lautet: Individuum und Gemeinschaft. Eine Sozialphilosophie muß geschaffen werden, die zutiefst begründet, wie sich die Individuen in die Gemeinschaft aus- und eingliedern. Die Schwierig­keit besteht darin, daß gerade die einsam-revolutio­nären Kämpferphilosophen vor allem Nietzsche für eine solche Philosophie der Gemeinschaft nicht viel zu bieten haben. Sie waren Einspänner, Alleingänger, Außenseiter. Dagegen enthalten die großen philosophischen Traditionszusammenhänge viel gemeinschaftsbildende Kräfte und Ideen.

Nach einer kurzen Zwisckenbetrachtung über die Notwendigkeit und Gefahr der philosophischen Schlagworte (Idealismus",Autonomie") zeigte der Redner noch an zwei Beispielen, daß die Tradition in der Philosophie nicht vernach­lässigt werden darf, weil sie in hervorragendem Maße gemeinschaftsbildende Kräfte enthält.

Zunächst an der Stellung der jüngsten Genera­tion zur Geschichte. Nietzschesunzeitgemäße Be­trachtung" vomNutzen und Nachteil der Historie für das Leben" war der notwendige Protest gegen eine Zeit, die das Leben in Geschichte auflöste und insbesondere auch die Philosophie durch philosophie- geschichtliche Untersuchungen ersetzte. Aber nicht jeder Philosoph kann und darf von vorn anfangen. Dies würde zu einem extremen Individualismus führen, also gerade zu der Haltung, die wir heute bekämpfen. Nietzsche hat auch gesagt:Was mich nicht umbringt, macht mich stärker." Gewiß mag die Geschichte für den Schwachen ein Ballast fein den Starken befreit und kräftigt sie. Dor allem aber: Wer sich auf das Herkommen (auch auf das geistige Herkommen) besinnt, der baut Ebenen auf, die vielen gemeinsam sind, die besondere Wege zu gehen scheinen. Die geschichtliche Betrachtung wirkt also gemeinschaftsbildend; sie macht Einzelgänger unmöglich.

Als zweites Beispiel wählte der Redner die Methodenlehre des Neukantinismus, um zu zeigen, wie die heute viel gescholtenen, angeblichforma­listischen" methodologischen Untersuchungen geeignet waren: für die Vertreter der Einzelwissenschaften eine Ebene der Verständigung zu schaffen. Es war für die akademische Gemeinschaft sehr fruchtbar, wenn z. B. der Historiker über die Denk- und For­schungsweisen des Physikers und der Chemiker über die Fragestellungen des Philologen von der Philo­sophie allgemeine Aufschlüsse erhielt. So verständlich und so notwendig es auch ist, wenn sich die Philo-

das Bewußtsein seiner Jugend. Erst wenn man alt und häßlich und eine Vogelscheuche ist, weiß man, was daran einmal gewesen ist."

Benedikte sah Fräulein Giesecke strafend an:

Ich werde gleich schelten müssen, Tante Gie­secke! Wer spricht hier von Vogelscheuche! Schauen Sie einmal in den Spiegel. Kann Alter nicht auch schön sein? Ich finde Sie schön, Tante Giesecke, mit Ihrem lieben Lächeln und Ihren Augen, in denen so viel Stille und Weisheit ist."

Fräulein Giesecke wurde feuerrot.

Sie werden mich noch ganz beschämt machen, Kind, mich alte Frau so herauszustreichen! Aber nun geschwind, geschwind, damit Sie fertig werden."

Sie streifte Benedikte vorsichtig das Seidenkleid über. Benedikte schloß den mattblauen breiten Samtgürtel um die schmalen Hüften. Sie war mit sich zufrieden.

,/Jch bin wirklich schon verbrannt, Tante Gie­secke. Aber es steht mir besser, als die Stuben­bleichheit in Berlin. Ich finde überhaupt, Oevens- höe und Sommer steht einem so gut."

Und Jugend, dachte Fräulein Giesecke, aber sie sprach es nicht aus. Sie wußte, Benedikte liebte keine Schmeichelei.

Benedikte nahm ihren kleinen Sommermantel um. Wie schnell und einfach das alles mit den Fest- oorbereitungen gegangen war! Wirklich, es brauchte weiter nichts, wie Steffens gesagt hatte.

12.

Weiter braucht es nichts dachte ein paar Stunden später Benedikte nochmals, als sie sich oben mitten in dem fröhlichen Trubel derBurg" be­fand. Mit unsicherem Herzen war sie heraufgefahren, aber dann hatte sie die leichte und fröhliche Stim­mung dieses Hauses hier doch ob sie wollte ober nicht in ihren Bann gezogen. Sie hätte ja auch nicht dreiundzwanzig Jahre fein müssen, jung, lebens­sehnsüchtig, unverwöhnt, wenn ihr dies alles nicht eingegangen wäre wie süßer Wein.

Wunderschön siehst du aus, Benedikte", hatte Hans-Hermann begeistert ausgerufen, als sie her­unterkam in ihrem buntgeblümten Seidenkleidchen mit dem maigrünen Band um die Taille.

3a, sie sah gut aus. Der Spiegel in der Garde­robe derBurg" sagte es ihr, wenn nicht die be­wundernden Mienen der Herren und die lächelnden Blicke der Frauen.

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der Staatspolizei ; fumebren.

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Gießen mit Wirkung vom 1. Februar

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Bericht der Kriminalpolizeistelle Gießen, p

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vorher geäußert hatte, sie werde sich ein Leid antun. Als sie am Abend noch nicht zurück und kein An. Haltspunkt für ihren Aufenthalt bekannt war, wurde der nahe Wald unter Zuziehung der Feuerwehr ab« gesucht. Die Frau wurde wohlbehalten aufgesunden und nach Hause gebracht. Infolge der Vorgänge sam­melte sich eine größere Menschenmenge, etwa 200

sophie in der letzten Zeit vor allem mit den tiefsten Gründen der menschlichenExistenz" befaßt; ge­meinschaftsbildend wirken derartige metaphysische Spekulationen nicht: Im Gegenteil: sie werfen das Individuum nur immer wieder in die Einsamkeit feines Selbst zurück.

Redner schloß mit dem Mahnwort: Mißtraut den Philosophen, glaubt an die Philosophie! Heute sei es bisweilen umgekehrt. Man glaube einzelnen Propheten; im ganzen aber sei man gegen die Philosophie mißtrauisch. Die Vertreter derKöni-

dah der aus Launsbach gebürtige Heinrich Win« ter über 43 Jahre bei dieser Firma beschäftigt ift

minalfefretär; der Meß- und Kanzleigehilfe Kack B e ck e r in Gießen unter Berufung in das Beamten« Verhältnis mit Wirkung vom 1. März 1936 zum Kanzlisten im hessischen Landesdienst; am 20. April 1936 der Dozent Dr. habil. Kurt Holler ap dec Technischen Hochschule Darmstadt zum nichtbeamtetei außerordentlichen Professor.

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auf das Haus niederprasselte. Fast alle Fenster­scheiben des Hauses wurden dabei zertrümmert, der

oortrag von HändelAllegro" zu Gehör.

Mit Dankesworten von Dr. Meesmann an den Vortragenden, Prof. Dr. Glöckner, Prof. Dr. Temesvary und das Collegium musicum wurde die Festsitzung beendet.

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gin der Wisserrschaften" müßten sich aber auch ihrer I Kitet. hohen Verantwortung bewußt sein. Was Schiller ।JLen

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dem andern gezerrt und gezupft wurde. Daß am EndeHänschen" dem schlanken wendigen Fremd­ling gegenüber die Puste ausging, war nicht za verwundern. Er gab klein bei und begann sogar mit dem Grünen zu scharwenzeln. Sie rückten unter vielen Zeremonien und Bücklinaen Seite an Seite und schnäbelten sich sogar aber so heftig, daß man im Zweifel war, ob es Küsse ober Bisse sein sollten...

Jetzt hängt jeder der beiden Vöael für sich in einem Käfig, da der fröhliche Fremdling nicht ab-

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bis 300 Personen, vor dem fraglichen Hause an, die WraBnfinü übei durch ihr gereiztes Verhalten ihre Mißstimmung im) gegen die Jüngere Frau zeigte. Als die Menge s ?N|Maaenheit merkte, daß die Frau sich mit ihrem Manne in bem j- "U-Weihm jekt n gegenüberliegenben Hause ihrer Eltern aufhielt, nah- t ini menn h nuhf men bie Drohungen zu, bis schließlich ein Steinhagel [Mannw

geholt würbe. UndHänschen" lernt etwas habet Oft schmettern fii man, wie die F>

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Was war das für eine beschwingte und heitere Gesellschaft hier oben! Graf Lonne, elegant, welt­männisch, sehr gastfrei, seine Frau sehr schön, sehr blond, sehr groß, von etwas kühler Freundlichkeit. Dann diese kleine rotblonde Peggy, deren Nach­namen Benedikte nicht verstanden hatte, ferner Stef­fens, sehr ehrerbietig und gut aussehend in seinem hellen Sommeranzug, und weiterhin noch drei, vier andere Leute, alle vergnügt und bereit, diesen Sommerabend aufs fröhlichste zu verbringen. Tors- son, der Kunsthändler, war ganz anders wie Bene- dikte sich eigentlich einen solchen vorgestellt hatte: Weltmann vom Scheitel bis zur Sohle. Und schein­bar hatte Steffens schon mit ihm gesprochen.

Man fand sich später auf der Terrasse an blumen­geschmückter Tafel zusammen, leichte Speisen und trank einen sckönen Wein dazu.

Die Windlichter flackerten leise, der Himmel war besät mit Tausenden von Sternen. Der Mond stand wunderbar über bem Bodden und warf seine breite Lichtbahn aufs Wasser...

Benedikte saß zwischen Steffens und Graf Lonne. Sie lachte, scherzte mit sie selbst verwundernder Leichtigkeit und ging vergnügt auf jedes übermütige Wort ein. Alles Schwere war von ihr abgeglitten. Es war ein so schöner Sommerabend, alles war gut, und dort drüben in bem Schullehrerhause lebte der liebste, liebste Mensch.

Benebitte hatte Jens Petersen heute nicht sprechen können. Er weilte in Stralsunb, wo er bei ber Schulbehörbe Besprechungen hatte wegen irgenb« welcher Ferienkurse, bie auf ber Insel abgehalten werden sollten. Aber morgen würbe sie ihm alles erzählen, unb er würde sich sicher freuen, daß sie einen so schönen Abenb verbracht hatte.

Hans-Hermann war als Tischdame die kleine rot­blonde Peggy Trilow zugeteilt worden. Sie belegte ihn ganz mit Beschlag. In ihrer reizenden Un­bekümmertheit unb mit ihrem etwas gebrochenem Deutsch war sie bie unterhaltsamste Tischbame, bie man sich benfen konnte.

Unb schön war sie mit ihren grünlichen Augen unb biefem roten Munb, biefer milchweißen Haut ber Rotblonden! Schön war sie unb von einer un­befangen kinblichen Koketterie. Wenn sie einen an- lachte mit ihren großen Augen, bann schien eine ftänbige Frage baraus zu sprechen: Finbest bu mich nicht hübsch? Gefalle ich dir nicht gut? Sag' es

doch, daß ich dir gefalle! Es ging etwas Berauschen­des von ihr aus.

Hans-Hermann, so lange unglücklich und ge- demütigt durch seine unerwiderte Liebe zu Bene­dikte, war nur zu bereit, dieser Lockung zu folgen.

Nach dem Essen saß man auf Korbstühlen in einer Ecke ber Terrasse. Eine Walbmeisterbowle buftete süß unb würzig, bie Sommerpracht war lau und wunderschön in alle dem Glanz ihrer.beseligenden Stille. Flieder blühte irgendwo und mischte feinen Duft mit dem des ersten aufgebrochenen Jasmins. Die ganze Welt war voll Sehnsucht und Süße.

Einer der Gäste, ein junger schwarzäugiger Mann aus dem Tessin, hatte seine Laute geholt. Nun zogen weiche, verführerische Weisen italienischer Liebes­lieder durch die prächtige Nacht, Sehnsucht und Ver­langen weckend.

Hans-Hermann hatte neben der kleinen Rot­blonden Platz gewonnen. Sie lag im Liegestuhl, lässig ausgestreckt. Ihre Hand auf der Lehne glitt wie zufällig zu Hans-Hermanns Sessel herüber. Der ergriff diese kleine Hand und spürte einen zärtlichen Gegendruck. Das Blut rann ihm schneller durch die Adern. Was hatte er sich bie ganzen Wochen ge­grämt? Er wollte nicht mehr an Benebikte benfen. Er wollte leben, genießen unb nehmen, was ihm entgegengebracht würbe.--

Benebikte saß neben bem Kunsthänbler Torsion. Steffens hatte sich seinen Sessel neben sie gerückt.

Gestatten Sie, Fräulein Zeblitz?" fragte er leise.

Sie nickte mit glänzenben Augen:Ein schönes, festtiches Haus, Herr Steffens."

Ist freue mich über biefe Worte. Meine Freunde kennen nichts Schöneres, als Menschen hier zu haben, bie mit ihnen übereinstimmen. Aber wie steht es mit unseren geschäftlichen Angelegenheiten? Sie wollten boch Herrn Torsion"

Eigentlich ist biefer schöne Abenb zu schabe für etwas Geschäftliches , äußerte Benedikte freimütig.

Oh, man kann das eine tun und braucht das andere nicht zu lassen", meinte Torsion lächelnd. ,Zch glaube, unsere kleine Unterhaltung wird sehr schnell zu einem Resultat führen. Darf ich Sie bitten? Vielleicht gehen wir einmal in das Arbeitszimmer Lonnes."

Die drei erhoben sich und schritten über bie Ter­rasse durch bie erhellte Diele.

(Fortsetzung folgtI)

Kanarienvogel zugeflogen.

Die Frau hatte ben kleinen Käfig mit ihrem Ka­narienvogel auf bas Innenbord bes offenen Fensters gestellt. Der Gelbe liebte ein sanftes Morgenlüftchen in warmer Sonne. Hier pflegte er sich mit Eifer unb Grünblichkeit zu putzen unb zu haben, als erwarte er jeben Tag Besuch. Danach trieb er einige Minuten lang Morgengymnastik: Er setzte in kleinen mun­teren Sprüngen von ber ersten Sprosse zum Boden hinab ober zur zweiten Sprosse hinauf, trippelte hierhin unb borthin, wetzte ben Schnabel an Stange unb Gitter, wippte mit bem Schwanz, fächerte bie Flügel, brehte ben Kopf schräg hoch, als wollte er komisch wirken, unb begann schließlich in kurzen Hel­len Trillern seinen Uebermut in bie Umgebung zu schmettern.

Heute wollte er gar nicht ben Scknabel auftun, unb zeigte auch wenig Lust zum Hüpfen unb zu ber üblichen Mimik. Die Frau versuchte wieberholt ver­geblich, mit zärtlichen Koseworten ihn aufzuheitern. Er blieb unberührt, so baß sie sich um sein Be° finben zu sorgen an fing.

Plötzlich währenb sie eine Feige zu köstlichen Leckerbisten für ihn zerkleinerte schallte ihr ein voller, langatmiger Triller entgegen, wie sie ihn an Hänschen" nicht gewohnt war. Er rollte mit wun- bervoller Gleichmäßigkeit unb stieg, tief beginnenb, bis in bie höchsten Lagen ber Tonleiter hinauf. Hänschen" war in ber Tat nicht ber Sänger, wie sie sich schnell- überzeugte, vielmehr saß ein zart­grüner, schwarz gezeichneter Fremblina auf ber Kante bes Geranienkastens braußen unb schmetterte. Sie blieb stehen, wo sie ftanb, um ben überschweng­lichen Vortrag bes frisch unb freigebigrollenben" Vogels nicht zu stören.Hänschen" war ebenso ver­blüfft wie sie. Schließlich schien er bie Koloraturen bes Fremblings als eine Herausforberung zum Ge­sangswettstreit aufzufassen, benn nun setzte auch er mit einem Triller ein. Aber es klang sehr asthmatisch neben ben feurigen Tönen bes Grünen, ber in einer kurzen Pause überraschenb aufflatterte unb sich auf Hänschens" Käfig fetzte. Die Frau stieß herz- klopfenb unb mit verhaltenem Atem bie Fensterflügel zu unb klatschte lachenb in bie Hänbe, als ihr ber Fang gelungen war.

keimen. Jebenfalls verfolgten sie ernanber Sprosse zu Sprosse, hinauf unb hinab, wobei wechselnd jeder einmal ber Ausreißer war unb

Xagesfalenber für Montag. . WU1X ,..

Gloria-Palast, Seltersweg:Der Raub ber Sa« |Htn das technch binerinnen". Lichtspielhaus, Bahnhofftraße:

Nach Büroschluß"; 11.20 UhrMord-Alarm".

Nächtliche Ausschreitungen.

Zwischen zwei in einem Hause in Leihgestern in Miete zusammenwohnenben Familien bestehen seit längerer Zeit gegenseitige Feinbseligkeiten, bie sich nach vorheriger dicker Freundschaft einstellten. Ganz besonders besteht diese Feindschaft zwischen den beiden Frauen. Die jüngste davon, bie erst 22jährige Frau, bie sich wegen ihres allgemein ge­hässigen unb zanksüchtigen Charakters fast bei ber ganzen Bevölkerung mißliebig machte, hat in ber letzten Zeit bie anbere, in ben 50er Jahren stehenbe Frau berartig schikaniert unb beleibigt, baß biefe am 19. Mai in großer Aufregung frühmorgens mit un­bekanntem Ziele ihre Wohnung verließ, nachbem sie

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Sie ließ auchHänschen" aus dem Käfig, und nun flatterten bie beiden Vögel einander nach durch die Stube, bis ber zu dick gefütterte Liebling bas Flattern aufgab unb ermübet am Boben trippelte. Ohne sich im geringsten zu beunruhigen ließ er sich von ber Frau Haschen unb in sein Gitterhaus tra­gen. Und 0 Wunder! auch der Fremdling hielt nach einigem ängstlichen Ausweichen still unb vertraute sich ben Händen der Frau an.

AberHänschen" schien über die (Einquartierung verärgert. Bald war ein heftiaer Streit zwischen beiden Vögeln im Gantze. Vielleicht fühlteHäns­chen" Eifersucht in seinem kleinen Herzen auf-

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Kaufmännischer Verein: 21 Uhr Hauptversammlung im Vereinshaus. hr, .

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** Personalien. (Ernannt würben ber Krimi» j ^Weißen nid) nalasststent Hans Belbe von b

I kl jw0ly niO)i ueyi ..itibiger Ranft in strotze» am 28. Mai, die Sozialrenten am WO1!

30. Mai gezahlt. |nW aufjimeljm

** Goldenes G - s ch ä s t s j u k> i l ö u m. Mm

26. Mai 1886 errichtete ber Tapezier- unb Polster« .Jn

meister Conrab Leisler in ber Neustabt 33 zu nun in Gießen ein Polster» unb Tapeziergeschäft mit Möbel-:7 eDa5 me^r hanbel. Das Geschäft nahm bald einen guten Ali5 schwung, so baß es bem Grünber möglich war, ein eigenes Anwesen am Neuenweg zu erwerben, wohin

im April 1889 übergefiebett würbe. Nach bem Tode tt )e DJn ^°)Mlz bes ©rünbers führte besten Witwe bas Geschäft konnte 3mQI weiter, bis es nach bem Weltkriege von bem Sohne [ teilen, bediente unb jetzigen Inhaber übernommen würbe. Dieser i| ;lin «rt und We errichtete in 1926/27 einen Anbau; hierburch und mur

burch einen Umbau bes alten Anwesens würben bie R "er Pause | Geschäftsräume erweitert. Das Haus Leisler hat es M 00,r vem Tor I verstauben, sich eine gute Stammkunbschaft zu er« Anstrenss halten, wie auch bas Verhältnis zur Gefolgschaft M Mer wc stets ein gutes war. Dies beweist schon bie Tatsache, M der große S ' ' '" - - i H entmutigenb die

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