Ausgabe 
25.2.1936
 
Einzelbild herunterladen

igen einer Anzeige!

Dienstag, 25. Februar 1956

186. Jahrgang

§7 Erstes vlatt

Eichener Anzeiger

1.80

-.25

ner Brauart

1179D

prifen. Aber die Ansätze sind da.

({.Flugzeugbau

Iten Sie bei wieder-

venÄeMne

sich die Spaliere der Massen zu dichten Reihen zu­sammenballen die Erwartung auf den Augenblick, da der Mann erscheint, der hier vor 16 Jahren das deutsche Schicksal in die Schranken gefordert hat. Die Männer und Frauen im Saal sind erfüllt von dem Bewußtsein, daß sie durch ihre Treue vor allem be­rufen sind, diese abendliche Gemeinschaftsstunde mit Adolf Hitler zu begehen. Sie wissen um die Aus­zeichnung, die ihnen der Führer schenkt, indem er jedesmal an diesem Abend in ihre Mitte kommt, und sie vergelten es ihm aus vollem Herzen. Der Baden­weiler Marsch, der seinen Einzug begleitet, wird mi­nutenlang fast übertönt von aller Leidenschaft, mit der aus vielhundert Kehlen dem Führer Treue um Treue geboten wird. Adolf Hitler hat viele Hände zu schütteln. Insbesondere begrüßt er die Mitglieder der Sternecker-Gruppe mit herzlichem Handschlag.

Gauleiter Adolf W a g ne r faßt den Willkomm der alten Kämpfer in kurze Worte und in ein Sieg-Heil, das vielfältigen Widerhall findet. Allgemeines Be­dauern findet feine Mitteilung, daß der Stell­vertreter des Führers Rudolf Heß durch eine leichte Erkrankung am Erscheinen verhindert ist. An ihn wird folgendes Telegramm gesandt: 2000 im Münchener Hofbräuhaus versammelte alte Kämpfer und Kämpferinnen der Partei senden Ihnen als einem der Ersten in unseren Reihen herzliche Grüße mit dem Wunsche baldiger Genesung. Adolf Hitler, Adolf Wagner, Joseph Berchtold und alle Parteigenossen und -genossinnen." Dann umschreibt Adolf Wagner in prägnanten Sätzen das Wunder­bare des vielseitigen Wandels der Zeiten und ver­bindet mit dem bewegten Dank an den Führer den Wunsch, daß auch er aus dem Kämpferkreies, aus seinem Glauben und aus dem Glauben des ganzen deutschen Volkes neue Kraft und Zuversicht finden

Ober.

I Hessen

Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags

Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text« anzeigen von 70 mm Brette 50 Rpf.,Platzvorschrist nach vorh.Dereinbg.25°/a mehr.

Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemein«

barer Nachbarschaft Deutschlands be­et. Davon ist nichts zu sehen. Geräde die Nach-

22022 49638

177682 185778 200565 sS 234486 252685 KZ 29192j S 339839

384096

Der Führer spricht auf der Parteigründungsfeier im Münchener Hofbräuhaus.

An historischer Statte.

München, 24. Febr. (DNB.) Die Männer, die ich alljährlich im Hofbräuhaus zur Parteigrün­dungsfeier zusammenfinden, umschließt die Erinne­rung an den 24. Februar 1920. Sie alle sind inner­lich verbunden durch das Glück, das sie in Kampf und Sieg gesegnet hat, und durch die Werte, mit denen sie das Glück erobert haben: Den Glauben an den Führer, den Willen zum neuen Reich, die volle Einsatzbereitschaft, die eiserne Gefolgschafts­treue. Im alten Geist begrüßen sich die Getreuen Adolf Hitlers an historischer Stätte, die genau wie vor 20 Jahren keinerlei äußerlichen Schmuck, aber ein Wahrzeichen trägt: Das HaHkenkreuzbanner, die Blutfahne. Hier heißen sich besonders alle jene Männer willkommen, die das Vertrauen Adolf Hit­lers zu führenden Aufgaben in Bewegung, Staat, Wehrmacht berufen hat. Wir sehen unter ihnen die Reichsleiter Schwarz, Dr. Frick, Dr. Ley, Fiehler, Ritter von Epp, Amann, Rosenberg, Bouh- er, Grimm, Dr. Dietrich, Stabschef Lutze, Reichs- ührer-SS. Himmler, Gauleiter der Partei, den Kommandierenden General des VII. AK., General­leutnant von Reichenau, den Befehlshaber im Luftkreis V, Generalmajor Sperrte, Reichshand­werksmeister Schmidt und viele andere. In dem großen Kreis, in dem zunächst dem Podium die Sternecker-Gruppe ihren Platz gefunden hat und wo die NS.-Frauenschaft durch ihre bewährte­sten Kämpferinnen vertreten ist, haben sich auch Abordnungen aus den übrigen Gauen des Reiches

$

V

11662 IjSf 24440 A 32885 4 2?6 63721 6 os Ä 96498 ^2 > 06764 4471 19510 >9539 '6628

8422 7847 5516

4279 0616

925f 2071 1238 0897 8887 6191 2398 7728 2571 9804

frisiert. Dies war ein Meisterstück der französischen Nachkriegspolitik. Denn der Einsatz zugunsten der Friedensdiktate wurde auf diese Weise zum In­begriff der Friedenspolitik. Umgekehrt: jedes Auf­begehren gegen einen im tiefsten Grunde unfried­lichen Zustand wurde zur Friedensstörung.

Eine ausgesprochene Vormachts- und Gewaltpoli­tik hatte damit die Möglichkeit, im G e w a nd e idealer Selbstlosigkeit aufzutreten. Wir haben das zur Genüge erlebt. Und so wird auch das Interesse verständlich, das die von Frankreich inspirierte Politik all die Jahre hindurch der Fest­legung des Begriffs desAngreifers" entgegenge­bracht hat. War auch klar, was damit bezweckt wurde, nach außen konnte das alles als Ausfluß friedlichster Gesinnung getarnt werden. Ebenso war es mit der Fortentwicklung der B e i - standsfrage, dem Kernstück der kollektiven Sicherheitspolttik. Die Beistandsleistungim Falle des Angriffs" war die ideale Plattform, von der aus sich jeweils machtpolitische Interessen, ohne Bloßstellung nach außen, überall e i n f dj a I* * ließen. Umgekehrt: jeder, der sich der Kollektivität verschrieb, hoffte sich die etwaige Hilfeleistung der anderen für seine Zwecke nutzbar machen zu können.

Wurde schon damit die kollektive Sicherheit zu einer Zweckveranstaltung in ganz bestimmter Rich­tung, ohne Rücksicht auf die wohlverstandenen Inter- essen der Völker, so trug die nebenherlausende Bündnispolitik noch ein weiteres zum Ni^ derbruch dieses Systems bei. Daß Frankreich nach dem Kriege ganz Europa mit einem Netz von Bünd­nisverträgen überzog, nxir an sich schon unverein­bar mit Geist und Buchstaben der Genfer Satzung. Aber dieses Vertragssystem sollte immerhin nur den Völkerbund unterbauen. Maßgebend sollte der Völ­kerbund bleiben: er sollte die Geschicke der Welt lei-

1327

1971 1S7023

L2333 216464 1 69168 76884

2830 2 >A K 342087 19678 36079 65616 .§4070 21A 234865 14661 2d ^2 K S*

rt kommen kann, sind im Gegenteil die Kron- iigen der deutschen Friedwilligkeit. & Unruhe, die auch sie erfaßt hat, hat ihren ;nb nicht in deutschen Angriffsabsichten, sondern enen Vorkehrungen, die nicht nur die Einkrei- q Deutschlands bezwecken, sondern auch ihre fistenz gefährden und dem Spiel der Beistands- te skrupellos überantworten.

:as Echo des Russenpaktes in Polen, »Belgien, in Holland usw. ist hierfür em ik deutlicher Beleg und zugleich ein peinlicher cbestand für die seltsamen Sicherheitsfanatiker, ! angeblich der Welt den Frieden erhalten wol- En Die Erkenntnis wächst, daß die berühmte kol- Etoe Sicherheit die europäische Staatengemein- Ecrt auf einen Weg drängt, an dessen Ende das Isilektive Risiko, die Unsicherheit aller |ten muß. Freilich: noch sind wenig Anzeichen zu Kn, daß diese Erkenntnisse sich in Kräfte umsetzen, Heim Bereich der praktischen Politik wirksam wer­

den ist. Da fühlen sich die alten Kämpfer erst recht als die große Familie, die Adolf Hitler vor 16 Jahren um sich geschart hat, da ergreift die Gewißheit von ihnen Besitz, daß sie nicht nur eine große Vergangenheit miteinander geteilt und ehrenvoll bestanden haben, sondern daß ihnen über unsere Tage hinaus eine weitere hohe G e - meinschaftsmission beschieden ist in der Ar­beit für die kommenden Geschlechter.

Die letzten Worte des Führers gehören dem Dank an seine ältesten Getreuen. Er gibt seinen Gefühlen des Dankes Ausdruck für die, die mit ihm damals die Bewegung in ihre Bahnen geleitet haben und Deutschland erobern halfen. Der Führer ruft die Erinnerung wach an diewunderbare, herrliche Zeit, da wir aus­gezogen sind mit nichts als einem uner­meßlichen Glauben und einer fanati- s ch e n Hingabe, ein großes Reich zu erobern. Heute, 16 Jahre später, nachdem wir die Herren dieses Reiches geworden sind, möchte ich J5ie erin­nern an diese schwere aber herrliche Zeit."

Unter wahren Stürmen der Begeisterung hat der Führer seine mehr als anderthalbstündige Rede be­endet. Wie er den alten Mitstreitern von Herzen gedankt hat, so klingt nun ihr Dank in dem Sieg- Heil auf die Bewegung, auf Volk und Reich und im Gesang des Hors't-Wessel-Liedes aus. Dieser Dank umfängt wie eine Welle den Führer, er gibt ihm das Geleit, als er langsam durch die Reihen schreitend den Saal verläßt. Diese Stunden aber bleiben Besitz aller derer, die sie erlebten. Sie ge­hören zu denen, die das Kleine und Sorgenvolle vergessen lassen und das Große und Erhabene dem Gedächtnis einprägen. Darin sind sie W e g w e i - f er für d i e ganze Nation, der auf immer­dar aller Kampf und die Treue des Führers und seiner alten Pioniere gilt.

Die Parallelkundgebung im Zirkus Krone.

Unaufhörlich strömten die Formationen der Be­wegung, die im Hofbräuhaussaal keinen Platz mehr sanden, aus allen Himmelsrichtungen durch ein Ehrenspalier der SS. unter Marschklängen in den festlich geschmückten Hallenbau des Zirkus Krone, deren Säulenrund bis hoch hinauf mit Tannen- grün geschmückt und vom flammenden Rot der Hakenkreuzfahnen umsäumt war. Ein von einem breiten Gürtel von Fichten und Föhren flankierter Stufenbau führte auf die blumengeschmückte Bühne, auf der die Fahnenabordnungen Aufstellung ge­nommen hatten und aus deren Mitte sieghaft das : Hoheitszeichen der Bewegung ragte, lieber dem festlich erleuchteten Hallenrund standen in goldenen > Lettern die Worte geschrieben:16 Jahre Kampf : um Deutschland, 16 Jahre NSDAP". Versamm- : lungsleiter Buchner eröffnete die Kundgebung, i Gleich darauf begann die Uebertragung aus : d e m Hofbräuhaus. Die gespannte Aufmerk. : samkeit der Zuhörer schwoll an zu hingerissener Be- : geisterung, als der Führer selbst das Wort ergriff. ! Die stürmischen Heil!-Rufe im Hofbräuhaus fanden : begeisterten Widerhall. Die tief ans Herz greifenden - Worte der Erinnerung des Führers ließen auch t hier den Beifall immer wieder aufflammen. Zum - Schluß der Kundgebung brauste noch einmal das > Sieg-Heil auf den Führer auf. Eindrucksvoll wie : der Einzug war auch der Ausmarsch der Fahnen- - aborbnungen durch das Ehrenspalier der SS.

Der Führer betritt das Podium. Sein Blick geht über die Reihen seiner ältesten Getreuen, die ihm so begeistert wie nur je bekunden, daß sie ihm gehören. Und dann läßt er vor ihrem geistigen Auge das Bild der langen Kampfzeit Wiederer­stehen. Oft und oft haben ihn diese Männer ge­hört, und wie am ersten Tage stehen sie heute von der ersten Minute an in seinem Bann. Sie folgen ihm mit gespanntem Ernst und, wenn er feine Redewendungen mit feinem Humor durchsetzt, mit gelöster Heiterkeit. Alles, was sie selbst im Innern tragen, weiß er aus dem Erleben des Kameraden und des Führers in die Worte zu fassen, die das Geheimnis einer verschworenen Gemeinschaft ent­hüllen. Das ist das unerhörte Wagnis des Anfanges, unerhört im Hinblick auf Ziele und äußere Kräfte, das ist der erste Erfolg vor 16 Jahren, der die elementare Stoßkraft zum Kampf ums Volk und im Volk freigemacht hat, das ist das Programm der 25 Thesen, das gegen schier übermächtige Widerstände feine sieg­hafte Kraft erprobt hat, und zwar gerade weil un­erbittlich über seiner Reinhaltung gewacht wurde. Das ist das Vorbild der äußersten Ein­satzbereitschaft, bekräftigt mit schweren Blut­opfern, die es wiederum möglich machten, den revolutionären Geist auch unter der notwendigen Taktik der Legalität lebendig zu erhalten. Das ist die ungeheure Erziehungsarbeit, m

ten, sollte der U e b e r ft a a t sein, dessen Zuständig­keit und Machtfülle zu steigern die französische Po­litik immer bestrebt war.

Das muß man sich vor Augen halten, um den jähen Bruch zu erkennen, den die französische Politik mit dem Russenpakt^gegenüber ihren bisherigen An­schauungen vollzogen hat. Denn in diesem Pakt neh­men Frankreich und Rußland das Recht in Anspruch, an Stelle des Völkerbundes selbständig zu ent­scheiden und selbständig zu handeln. Indem Frank­reich also jetzt plötzlich den Grundsatz der Entschlie- ßungsfreiheit der Dölkerbundsmitglieder entschieden in den Vordergrund rückt, bestreitet es dem Völker­bund die Kraft und Bedeutung, die es ihm bislang immer verschaffen wollte! Der Völkerbund ist für die neue französische Politik nicht mehr der allmächtige Ueberftaat, sondern nur noch Kulisse für bte individuelle Machtpoli tik: und die Russenbündnisfe sind nicht mehr als dem Völkerbund untergeordnete Ergänzung anzusehen, sie schalten im Gegenteil die Genfer Instanz praktisch aus.

Es liegt auf der Hand, daß damit die Idee der kollektiven Sicherheit noch mehr durchlöchert wird. Nicht eine, theoretisch wenigstens, objektive Instanz entscheidet nun über den Angreifer-, diese Entscheidung wird vielmehr in das Belieben der beiden Partner gestellt. Fügt der Rat sich ihrer vorgefaßten These, daß Deutschlandder Angreifer" zu sein habe, nicht, so wollen Frankreich und Rußland sich nicht etwa danach richten, son­dern es wird dadurch gerade der Beistandsmecha­nismus ausgelöst. DasRecht" zumlegalen Krieg" ist da! Es ist sehr aufschlußreich, wie der Temps" diese neue Wendung, die im Grunde die Genfer Idee zerstört, zu rechtfertigen versucht. Er dreht einfach den Spieß um und beschuldigt die­jenigen, die sich gegen diese Bündnispolitik wenden,

Des Führers Dank an feine älieflen Mitkämpfer

Der Führer spricht zu benenz die Deutschland erobern halfen.

der die Partei selbst zu einer großen Familie, das Führerkorps zu einer geschlossenen Einheit gewor­den ist und die in jeder Versammlung sogleich den stärksten seelischen Kontakt zwischen Führer und Gefolgschaft vermittelt hat-, das Anwachsen von ein paar hundert Mann zu der großen Armee politischer Kämpfer, die sich den politischen Führungsanspruch errungen hat.

Und Adolf Hitler überschaut das Aufbauwerk der letzten drei Jahre. Wiederum stellt er in den Vor­dergrund die unaufhörliche nationalsozialistische Er­ziehungsarbeit, die jetzt auf das ganze Volk über­tragen worden ist, und als ihre wichtigste Frucht das spontane Verständnis des Volkes für alle die schweren und großen Ent­scheidungen dieses Jahres, sein unver­brüchliches Vertrauen, die stabile, unerschüt­terliche Uebereinftimmung zwischen Führung und Volk. Er verweist auf den ge­waltigen Äusleseprozeß, der sich in der Be­wegung vollzieht und alle wertvollen Kräfte aufnimmt und empor ft eigen läßt, wie auf der anderen Seite in Zukunft genau so wie bisher alle asozialen und alle anatio- nalen Elemente der Zersetzung mit eiserner Strenge niedergehalten wer­den. Und weiter richtet der Führer den Blick in die Zukunft, der das breite, unzerstörbare, von Jahr zu Jahr mehr gefestigte Fundament bereitet wor-

f/ekfrotachnik L unö ein befreiendes Gegengewicht darstellen

Nasch.., Auto« Xio flfninhp finh hn.

(üuf eine letzte und allgemeine Formel gebracht, t es ganz bestimmte Auffassungen vom Wesen l Friedenssicherung, die heute miteinander um üung und Anerkennung ringen. In Versailles n! 'm Genf wurde der Versuch gemacht, das Völ- iteben auf gänzlich neue Grundlagen zu stellen, li sollte sich in Zukunft nach ganz anderen Wer­ken vollziehen als bisher. Der Krieg wurde odbannt- nie wieder sollte er Mittel der nationalen !

, ÜLitit eines Staates sein. Die Theorie vom ewi- ' «i Frieden, die Ausschaltung jeglicher Gewalt aus j Ile- Völkerleben, das, so wurde verkündet, sollten ( Ü( Sbeale sein, die die Völker in eine bessere Zu- fcrt führen würden. Geheimdiplomatte, Bündnis- Mik, das natürliche Kräftespiel der Nationen, dl triefe Elemente der Politik desGleichgewichtes eien als verderblich und überholt.

Eie Sache hatte ihre Kehrseite. Wurde der Krieg Moten, o wurde zwangsläufig ein im Wider- | kiA zu diesem Verbot unternommener Krieg

<: e Angelegenheit aller. Alle hatten die (:pflichtung, gegen den Friedensstörer vorzu-

rt. Eine Revolution des Völkerrechtes brachte es in, daß nach den Genfer Prinzipien jeder kale Konflikt fofortin einenumoen len verwandelt werden sollte. Frankreich I; das Land derreinen Völkerbundslehre" hat k(>5 System im Genfer Protokoll von 1924 bis r Virtuosität entwickelt. Es blieb Theorie: aber 5 war nur ein Grund mehr für die französische JlitiF, den Gang der Dinge immer wieder m -st Bahnen zu lenken. DerTemps" hat erst in t|?n Tagen in einer Polemik gegen die flämische Ak am belgisch-französischen Militärabkommen bi 1920 diesen Grundsatz der französischen Politik fcu bekräftigt:Die kollektive Sicherheit ts'irie einzig mögliche Organisierung des Friedens -im sichnur auf der Grundlage der gegen- titigen Beistandsleistung, im weite- en Sinne, entwickeln. Sie enthält Rechte und Achten. Niemand kann auf den Beistand der an- irm hoffen, wenn er selbst sich weigert, dem Opfer tnts nicht provozierten Angriffes Hilfe zu leisten . t;enüber Belgien und dem Widerstand gegen die Kttophile Militärpolitik des gegenwärtigen beb kshen Kabinetts ist dies gewiß eine glatte Erpref- inj. Grundsätzlich hat aber derTemps damit die Nen aufgedeckt. Engste Verfilzung der 'iie r e H e n und Schicksale aller ein­en en Staaten, die Verpflichtung, m ledern

auch bann, wenn eigene Jnter- t<lkn nicht auf d e m Spiele st e h e n zu 'n Waffen zu greifen, die Weltkoalition gegen ben ; Greifer, bas ist das Jbeal der französischen ! tat. Ist es auch die wahre Methode der F r i e -

Ter Gedanke an sich ist bestechend, und die frau­liche Propaganda hat denn auch davon zur Ge- gezehrt. Freilich, die Mängel und Gefahren- ^elen dieses Systems konnten dadurch nur ver- ftnt, nicht aber aus der Welt geschaffen werden. & ist sehr zeitgemäß, sich bas kurz in (Erinnerung K rufen. Zunächst: jebes kollektive System muß tttoenbig auf einer bestimmten a rf) t ® u n b Sitzlage in der Welt aufbauen, um überhaupt Jlt einen festen Ausgangspunkt zu haben. Für bas ^Tfer System waren bas bie Friebensblk - 1-1 e, unb so bebeutet ber Eintritt in ben Genfer Je 5 zwangsläufig bie Anerkennung biefes durch

Verträge geschaffenen Zustanbes: genauer: die Jurtennung, baß biefer Zustanb einen Wert Dar Hl-, der als Inbegriff des Rechts gewahrt und J^eibigt werden muß Der Gewaltcharakter der xi bensftiftung von 1919 wurde damit verkleibet, Versailler Welt nach außen als Rechtszustand

der Versündigung am Geist von Genf und von Lo­carno! Denn, so lautet die pharisäerhafte These, sowohl Genf wie Locarno enthalten als Kernstück ja den gegenseitigen Beistand! Hier wird bewußt unterschlagen, daß diese Beistandsleistung immer nur d i e Folge eines R a t s b e s ch l u s s e s über den Angreifer sein darf. Indem Frank­reich nun selbst diese Entscheidung treffen will, wird aus dieser vorsorglichen Bestimmung von Genf unb Locarno eine offenfunbige Bedrohung besjenigen, gegen ben sie sich richtet. Aber nicht nur bas allein. Durch bie Kette von Bünbnisverträgen, bie Frankreich mit einer ganzen Reihe von Staaten oerbinben, werben bie Schicksale biefer Nationen in gefährliche Abhängigkeit bes alleinigen Willens ber französischen Politik gebracht. Will Frankreich alsAngegriffener" marschieren, bann müssen auch biefe Staaten sich in Bewegung setzen, unb bas wirb bann nichts mehr mit ihrer Sicherheit unb noch weniger mit bem Recht zu tun haben.

Das ist ber eigentliche Grunb ber gegenwärtigen Unruhe in ber Welt. Das Schicksal Europas hängt heute, im Zeichen berFriebenssicherung", aus­schließlich von bem Automatismus ber französisch- russischen Bünbnispolitik ab! Genf ist als Autorität vollkommen ausgeschaltet. Es wirb gegebenenfalls beiseite geschoben, nachbem es seine Pflicht als Ku­lisse getan hat. Ein verstiegener Pazifismus glaubte ber Welt ewigen Frieben zu schenken, inbem er ben Krieg nur noch als Strafexpebition gegen zu­künftige Friebensstörer zulassen wollte. Damit würbe bem Unheil in Wahrheit Tür unb Tor ge­öffnet, unb es ist eine bittere Ironie ber Geschichte, baß ausgerechnet Frankreich jetzt die Väter be* Genfer Bunbes überlistet, indem es zeigt, wie man jene Formalitätenerfüllt", die bas Recht zum legalen" Krieg gewährleisten.

eingefunben.

Die Kapelle bes Trabitionsgaues verkürzt bie otunben vor Beginn ber Kunbgebung mit flotten Marfchweifen. Mehr unb mehr steigert sich oeuqa; genau wie braufeen in ben umüegenben Strafeen, wo | möge.

Ws Kollektives Risiko.

m Sonnte I 23011 $r- Malottti.

ii!Is öie Eis- Mine Welle ber Beunruhigung läuft durch die um von kopäifchen Völker, unb die zwischenstaatliche Po- n (m W M 6 dieser Tage und Wochen treibt immer mehr in i .Wsterschas, tn Zustand ber Panik hinein, wie ihn selbst das ktfofe Nachkriegseuropa bisher nicht erlebt hat.

s N Platz, die Sie These, baß Deutschlanb ber Quell all ' öen fünften E Beunruhigung fei, ist nicht nur absurd. Sie ijj auch in höchstem Maße gefährlich: Denn sie )en. (Jb als die Plattform benutzt, von der aus ben Cern die Notwendigkeit und Dringlichkeit von Mnden Regen«cherheitspakten verkündet wird, die ihr .u>^erj. fijnöes Empfnden instinktiv ablehnt. Wäre / bei ber Mschland tatsächlich der Friedensstörer und Stö- 'In& ..^gönnen. Mftied, nirgends würden all die jetzt inszenier- ILasser stanb.Mvorsorglichen Abwehrmaßnahmen" mehr be= ,,3:3 (1:2, 2:1),werden als dort, wo man sich in unmit« öbrud) entschloß k«

W zwischen ftet. Davon ist nichts zu sehen. Geräde die Nach- Jb unb SC n des Reiches, soweit ihre wahre Meinung zu 'geführt werben ' " ' ' ~

schoben.

) nl. tzschemi täglich..außer in 9le,($)iDerHA Wnntags und Ferertags > * G; Die Illustriert.

0 ( Sier Familienblätter !»^°^LLimBM>.DieSch°lle

M gionatt-Btiugsprtis: 1:0-6s-it 4 Beilagen RM. 1.95 °hr der^Illustrierte »n r ®»e ElteDgebütii .. , K bei Nichterscheinen yn einzelnen Nummern

WKM General-Anzeiger für Gberhessen

(len »r4;0' "H f 6 behördliche Anzeigen KRpf.

* Druck und Verlag: vrühl'sche Uniorrfitätr-Vuch- und Steindruckerei «.Lange in Siehe». Schristleitung und SeschSftrftelle: Schulftrahe 7 Meng-nabschlüss-Staffel 8

Ä Nm ;