Ausgabe 
17.3.1936
 
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Der Führer und die deutsche Kunst

Konzert In Berlin

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15, Rote Rüben 10 bis 12, Spinat 18 bis 20, Unter­kohlrabi 8, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 20 bis 35, Feldsalat 70 Pf. bis 1 Mk., Tomaten 30 bis 40, Zwiebeln 10 bis 18, Meerrettich 30 bis 70, Schwarz­wurzeln 25 bis 40, Kartoffeln 4 bis 4%, 10 Pfund 43 Pf., der Zentner 3,50 bis 3,70 Mk., Aepfel, das Pfund 20 bis 50 Pf., Zwetschenhonig 40 bis 45, junge Hähne 90 Pf. bis 1 Mk., Blumenkohl 25 bis 50, Salat 20 bis 30, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 20, Sellerie 10 bis 40, Ra­dieschen, das Bund 15 Pf.

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** Die Vorprüfung für Beamten­anwärter. Oberregierungsrat Dr. Schoen- Hals als Vorsitzender der Prüfungskommission des Kreisamts Gießen gibt bekannt, daß der Ter­min für die Abnahme der Vorprüfung für Beam­tenanwärter auf Montag, 23. März, 9 Uhr, im Sitzungssaale des Kreisamtes in Gießen festgesetzt ist. Zur Teilnahme an dieser Prüfung sind berech­tigt alle Verwaltungsanwärter der Provinzial- und Kreisverwaltung und der Gemeinden des Kreises Gießen, mit Ausnahme der Stadt Gießen, deren Vorbereitungsdienst nach den vom Hessischen Ge­meindetag erlassenen vorläufigen Richtlinien für die Ausbildung der Verwaltungsanwärter usw. ab­geschlossen ist, und die beabsichtigen, in diesem oder spätestens im nächsten Jahre die erste Verwaltungs­prüfung abzulegen. Meldungen sind bis spätestens 21. März bei Oberregierungsrat Dr. Schoen- Hals als Vorsitzenden der Prüfungskommission einzureichen.

* Sonntags-Rückfahrkarten zum Faselmarkt in Butzbach am 19.März wer­den auch am Bahnhof Gießen ausgegeben. Die Karten gelten zur Hinfahrt vom 18. März, 12 Uhr, bis 19. März und zur Rückfahrt vom 18. März bis 20. März, 12 Uhr (spätester Antritt der Rückfahrt).

** Balkenbrand. Am Sonntag gegen 21.30 Uhr wurde der Feuerwache ein Balkenbrand im Hause Sonnenstraße 11 gemeldet. Zwei Feuerwehr­männer der Wache eilten mit einem Preßto-Feuer- löscher schleunigst an die Unfallstelle, wo sie bis gegen 23 Uhr mit der Bekämpfung der Flammen und der Beseitigung des Brandherdes zu tun hatten. Rach dieser etwa anderthalbstündigen Arbeit war jegliche Gefahr endgültia beseitigt, so daß die wacke­ren Feuerwehrleute wieder zum Depot zurückkehren konnten.

* Wiedersehensfeier der 11. Kom­panie Leibgarde-Jnfanterie-Regi- ment 115. Am 10. Mai findet in Darmstadt eine Wiedersehensfeier der 11. Kompanie Leibgarde- Jnfanterie-Regiment 115 statt. An die Kameraden der 11. Kompanie Leibg.-J.-R. 115 in Krieg und Frieden ergeht der Ruf, unverzüglich ihre genauen Anschriften an Kamerad Karl Hahn, Darmstadt, Erbacher Straße 9, zu richten, damit sie laufend über die vorgesehene Wiedersehensfeier unterrichtet werden können. Auch ist erwünscht, daß die Kame­raden Adressen anderer ehemaliger Angehöriger der 11. Kompanie Leibg.-J.-R. 115 an vorstehende Adresse gelangen lassen, denn es soll erreicht wer­den, daß möglichst viele alte Kameraden nach Darm­stadt kommen. Daß großes Interesse für diese Wie- oersehensfeier besteht, beweist die unerwartet große Zahl von bereits eingesandten Anmeldungen.

OJL-tfpott

Leichtathletik, G. Richtberg, bei einer leider

nicht allzu zahlreichen Beteiligung durchgeführt. Am Start waren Mannschaften der Spielvereinigung 1900, des VfB.-R., dann des Turnvereins Heuchel­heim und des Sportvereins Garbenteich. Erfreulich war die verhältnismäßig gute Beteiligung der Ju­gend.

In der Klasse der Aktiven I kam es zu einer Be­gegnung der Läufer der Spielvereinigung 1900 mit der Mannschaft des Turnvereins Heuchelheim. Er­wartungsgemäß sicherten sich die Turner einen sicheren Sieg. Es stand von vornherein fest, daß die energischen drei Brüder Erich, Franz und Hans Reidel nicht zu schlagen waren. Mit über einer halben Runde Vorsprung der etwas über einen Kilometer langen Strecke, gingen sie durch das Ziel. Lediglich Mootz konnte sich auf den ersten Runden behaupten.

In der Aktiven-Klasse II kamen die 1900er gegen die weniger routinierten Läufer von Garben­teich zu einem klaren Sieg.

JnderJugendklasse^.und8 (viermal eine Runde) gab es einen spannenden Kampf zwischen Svieloereinigung 1900 und VfB.-R. Rach anfäng­licher Führung durch die Jungens vom Waldsport­platz, kamen die Blauweißen auf und sicherten sich den Sieg mit 4,5 Sekunden Vorsprung.

In der Jugendklasse C und D blieb der Sieg ebenfalls bei der Spielvereinigung 1900. Allerdings lagen die Jungens von Heuchelheim nur zwei Meter zurück.

Die Ergebnisse.

Aktive Klasse I (4 mal 2 Runden): 1. Tv. Heuchelheim (A. Kreiling, E. Reidel, F. Reidel, H. Reidel) 29:21,8 Min.; 2. Spielvgg. 1900 Gießen 31:23 Min.

Aktive Klasse II (4 mal 1 Runde): 1. Spiel­vereinigung 1900 Gießen (Tränker, Baumstieger, Peters, Bepperling) 14:05 Min.; 2. Tv. Garben­teich 15:49 Min.

Jugendklasse, Klasse A u. B (4 mal 1 Runde): 1. Spielvgg. 1900 Gießen (Hz. Adolph,

den, im Laufe der nächsten Woche wird die Urn- tellung beendet sein. In dem kurz nach Ostern be­ginnenden Anfänger-Unterricht wird nach der neuen Schriftform gelehrt, und in allen übrigen Kursen wird, soweit eine Umstellung der Teilneh­mer bis dahin noch nicht stattgefunden hat, erst wiederholt und dann in der altbekannten Weise weitergeübt. Da in der freien Kürzung, jetzt Ell- chrift genannt, die seitherigen Kürzungsmöglich­keiten: wie weitere Kürzungsregeln, Stamm- und Formkürzungen bestehen bleiben, auch ein großer Teil der Regeln wie tonlose Endsilbe, Ableitungen von mein, dein usw., unsere unserer, die Silben eien, eier, Verbindungen ohne Häkchen und der­gleichen mehr wieder zu verwenden sind, kann der Schnellschreiber von einer Umstellung Abstand neh­men. Er wird sich nur mit der neuen Schriftform in bezug auf Schreibrichtigkeit in der Verkehrsschrift vertraut machen, um beim Leistungsschreiben er­folgreich zu bestehen. Es ist zunächst eine lieber« gangsfrist von einem Jahr festgelegt worden, in­nerhalb der die alte und die neue Schriftform nebeneinander verwandt werden kann. Ein Teil der Wettschreiber hat diesmal schon von der neuen Schriftform Gebrauch gemacht.

3 Jahre Nationalsozialismus.

Die Reichskulturkammer tagt

Leistungsschreiben der Deutschen Steuographeuschast

Ortsgruppe Gießen.

Gerätemannschastskämpfe in Wieselt.

Am Sonntag traten in Wieseck die Mannschaften Turnverein 1846 Gießen, Turnverein W i e sed und Turnverein Lollar zum Runden-Geräte- Wettkampf an. Hier zeigten sich die Lollarsr über­legen und der Kampf wurde von ihnen mit 814 Punkten vor Wieseck mit 781, und Turnverein 1846 Gießen mit 759 Punkten gewonnen

Die Einzelergebnisse waren folgende: Barren: Lollar 213, Wieseck 199, Gießen 190 P.; Reck: Lollar 190, Wieseck 193, Gießen 173 P.; Pferd: Lollar 317, Wieseck 291, Gießen 296 P; Freiübung: Lollar 94, Wieseck 98, Gießen 100 P.

Die besten Einzelturner waren: 1 Walter Biem (Lollar) 217 P.; 2. Werner (Wieseck) 206 P.; 3. Moos (Lollar) und Lepper (Wieseck) je 205 P.

Der Jugend-Runden-Gerätekampf.

Es nahmen die Vereine Tv. 1846 Gießen, Tv Wieseck, Tv Treis und Tv. Lollar mit V einer Mannschaft teil. Unter der Leitung des Turm bruders Müller (Gießen) nahm der Kampf einen flotten Verlauf. Zum Schluffe zeigte das Ergebnis, daß sich alle Mannschaften gleichwertig waren uni die Mannschaft des Tv. 1846 Gießen mit 530 P als glücklicher Sieger hervorgehen konnte. Mit nm 2 Punkten Abstand folgte die Mannschaft Treu 528 Punkte. Dritter wurde mit 523 Punkten bei Tv. Lollar. Vierter der Tv. Wieseck mit 516 P.

Am Schlüsse der Veranstaltung betonte bei Kampfleiter Müller (Gießen) die Gleichwertigkei aller Mannschaften und ermahnte gleichzeitig dii Teilnehmer, fernerhin der Turnerei und somit beir Vaterlande treu weiter zu dienen und Hamit amt einen Stein zum Aufbau des neuen Reiches bei;m tragen. Mit einem Treugelvbnis zu Führer, W

In gewissen Zeitabständen veranstaltet die auf Veranlassung des Reichsministers des Innern ge­schaffene Deutsche Stenographenschaft Leistungs- schreiben in Kurzschrift und Maschinenschreiben, um allen Mitgliedern und Kursusteilnehmern Gelegew heit zu geben, ihre Schreibfertigkeit zu prüfen, sich eine Urkunde zu erringen, die infolge ihres amt­lichen Charakters bei allen ©tellenberoerbungen von größter Wichtigkeit ist, die aber auch gleichzeitig als Ausweis gegenüber Behörden, Körperschaften usw. Gültigkeit hat.

Aus dieser Erkenntnis heraus hatten sich wie man uns berichtet am Sonntag wieder rund 140 Kurzschriftler der Ortsgruppe Gießen der Deut­schen Stenographenschaft in den Räumen der Oef- fentlichen Handelslehranstalt eingefunden, um im friedlichen Wettkampf ihr Können wieder einmal zu beweisen. Ein Teil der Gemeldeten konnte we­gen der Kaufmannsgehilfenprüfung nicht erscheinen; ebenso konnte eine Anzahl Stenographen von der Wehrmacht sich an dem Wettbewerb nicht beteiligen. An diesem Wettbewerb kann nur derjenige Steno­graph teilnehmen, der durch dauernde Schulung m den Kursen vorbereitet ist, denn dieses Schreiben ist nicht mit einem gewöhnlichen Diktat zu verglei­chen, das gelegentlich einmal in den Stunden ge­geben und übertragen wird, sondern es ist eine Prüfung strengster Art. Einmal muß der Teilneh­mer beweisen, daß er gut leserlich stenographieren kann, dann muß er auch in der Lage sein, den Text, der ihm ja unbekannt ist, fehlerfrei zu übertragen, wobei selbstverständlich der größte Wert auf die Orthographie und Interpunktion gelegt wird. Für die genaue Einhaltung der Zeit ist ebenfalls Sorge getragen, da ein Aufsichtsführender jeweils mit der Uhr kontrolliert.

Daß sich auch diesmal wieder eine so große An­zahl Kurzschriftler beteiligte, ist der Beweis für die intensive und wertvolle Arbeit, die in den Unter­richtsstunden der Deutschen Stenographenschaft ge­leistet wird. Es wurde in den Abteilungen 60 bis 240 Silben geschrieben.

Vor Beginn des Wettschreibens hielt der Orts­gruppenführer Heinz Graf eine Ansprache, in der er zunächst auf die Bedeutung dieser Leistungs­prüfung hinwies. Gleichzeitig überreichte er den Schriftfreunden, die bei der letzten Handelskammer­prüfung erfolgreich bestanden hatten, die Urkunde und das Leistungsabzeichen der Reichsführung, und zwar: in Silber, Schriftfreund Oberzahlmeistster Bötig, in Bronze den Mitgliedern Anni Kompf, Karl Meister und Hans Becker. Er beglück­wünschte die Schriftfreunde und forderte die Mit­glieder auf, danach zu streben, um ebenfalls in den Besitz dieser wertvollen Auszeichnungen zu kom­men. Dann wies er nochmals auf die am nächsten Sonntag in Gießen von der Industrie- und Han­delskammer in der Öffentlichen Handelslehranstalt angesetzte Frühjahrsprüfung für Geschäftssteno­graphen hin. Seine weiteren Ausführungen galten der neuen Schriftform nach der Urkunde vom 30. Januar 1936. Die Deutsche Stenographen­schaft hat an der Vereinfachung der Deutschen Kurzschrift mitgearbeitet. Alle Unterrichtsleiter der Ortsgruppe haben sich mit der neuen Schriftform schon vertraut gemacht, und man hat einstimmig den großen Fortschritt in bezug auf leichte Erlern­barkeit, Vereinfachung des Regelwerks usw. fest- gestellt. Jeder, der bisher die Deutsche Kurzschrift erlernte, wird ohne besonderes Umlernen die neue Schriftform lesen und schreiben können, jeder der die neue Schriftform ohne stenographische Vorkennt­nisse erlernt, wird auch die bisherige Schriftform lesen können, so daß eine Entwertung des vor­handenen Schriftgutes nicht eintritt. Um den Mit­gliedern und Kursusteilnehmern der Ortsgruppe nicht besondere Opfer in finanzieller und zeitlicher Hinsicht aufzuerlegen, hat in den jetzt laufenden Kursen die Umlernung zum Teil schon stattgefun-

Gelände-Staffellauf im Kreise GießenI» Ortwei^M K°ch> d»

Der Gelände-Staffellaus des Kreises Gießen Gießen 2. Mannsch. 15:05,2 Min.; 4. Tv Heuchel« wurde unter der Leitung des Kreisfachwartes für heim

QoirhtnthfoHP ru i rh t h »r n hoi oinor loihor Jugendklasse C u. D (4 mal V2 Runde): 1, Spielvgg. 1900 Gießen 1. Mannsch. (Theiß, S). Adolph, Schmück, W. Adolph) 7:06,6 Min.; 2. Tv. Heuchelheim 1. Mannsch. 7:06,9 Min.; 3. To Heu« chelheim 2. Mannsch. 7:56,6 Min.; 4. VfB.-R. Oie- ßen; 5. Spielvgg. 1900 Gießen 2. Mannsch.

Oer Ammenkönig."

Gloria-Palast.

Rach der KomödieDas Tal des Lebens" von Max Dreyer hat die Europa einen Kostümfilm mit dem zunächst rätselhaften TitelDer Ammen- könig" gedreht. Bearbeitung: Axel Eggebrecht, Ernst Hasselbach, Erich K r ö h n k e. Was es mit den Ammen des Dorfes Neubronn und dem von ihnen alljährlich gewählten König auf sich hat, wird man bald gewahr: die lebenslustigen Bewoh­ner des Dörfchens wollen keine Ehesteuer bezahlen und verzichten deshalb darauf, zu heiraten. Das ist aber auch alles, worauf sie verzichten, und der Kindersegen der kleinen Gemeinde ist ebenso an­sehnlich wie die Schar der in den markgräflichen Ländern berühmten und geschätzten Reubronner Ammen. Die naive Lebensfreude des munteren Dörfchens steht in merklichem Kontrast zu dem Ton am markgräflichen Hofe, wo man bisher vergeblich auf die Geburt eines gesunden Thronerben gewar­tet hat. Auf welche Weise der alternde Markgraf dennoch zu dem mit den traditionellen Böller­schüssen begrüßten Erbprinzen kommt, das Dorf Reubronn dagegen von der seinen Bewohnern so lästigen Steuer befreit wird, mag man sich selber im Film vor Augen führen. Es spielt da nicht nur eine berühmte wundertätige Quelle, in welcher Seine Durchlaucht nächtlicherweile ein erfrischendes Bad nimmt, eine Rolle, sondern auch eine Lieb­haber-Aufführung (im wahrsten Sinne des Wor­tes), wobei derAmmenkönig" aus Reubronn und die Markgräfin nach dem Muster der weiland Gro­ßen Katharina von Rußland die Hauptakteure sind. Die immerhin heikle Fabel des Filmes, dessen Ten­denz gegen Muckertum und Prüderie zugunsten einer gesunden Lebensfreude durchaus unmißver­ständlich wirkt, wurde von der Spielleitung, Hans S t e i n h o f f, in großem Stil und in der reizvollen Einkleidung ins galante Kostüm des 18. Jahrhun­derts, mit beträchtlichem Aufwande an Statisterie und Staffage herausgebracht. Die Kameraleute Karl P u t h, Rudolf Bredtfch neider, H. W. Ger- l a ch haben neben weiträumigen Freilichtaufnah­men einige aparte Rokokoszenen eingefangen, die rein bildmäßig, auch außerhalb des Rahmens der Handlung, eine stilvoll-malerische Wirkung ergeben. Die Titelrolle spielt Gustav Knuth mit einem naiv-gutmütigen Naturburschentum und der impo­santen äußeren Erscheinung, wie sie für diese betont männliche Figur unerläßlich war. Käthe Gold, das Gretchen des Berliner Staatsschauspiels, im Film aus ..Amphitryon" auch in der Provinz be­kannt geworden, gibt eine jugendliche, scharmante Markgräfin. Ihren Duodezgemahl, eine etwas fatale

Figur, gibt Romanowski) mit anerkennenswer-1 ter Diskretion; die Rolle hätte gefährlich entgleisens können. Marie Luise Claudius und Fita B e n k- h o f f zeichnen sich als resolute Wortführerinnen des Ammendorfes aus. Erika von Thellmann und Theo Lingen feien von der höfischen Partei noch genannt. Der Film läuft seit gestern im Gloria-Palast. Aus dem Beiprogramm ist die neue Foxtonwoche und ein lehrreicher Film der deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger hervorzuheben. r

Oer Schrecken der Prärie.

Von Erich Paehrnann

Wenn man die Absicht hat, in die Prärien aus­zuwandern, um dort unter Indianern, Büffelherden und Grislybären unsagbar wüste Abenteuer zu be­stehen, so ist man nach einem Reiseweg von zehn Kilometer dem Ziele noch nicht sehr nahe gerückt.

So weit waren die beiden erst gekommen, Old Jones, der Einäugige, und der Rote Bill, als ihnen die Beine schon so schwer am Leibe hingen, daß sie eine Marschpause einlegen mußten. Sie setzten sich auf den Straßenrand und gestanden sich, daß eine Landstraße nach Hamburg sich in die Länge zu ziehen scheine. Dann versanken sie in ein weit­läufiges Grübeln und aßen dabei den Reiseproviant auf, zwei Schinkenbröte und eine Tüte Würfel­zucker, die ursprünglich bis Amerika reichen sollten oder wenigstens bis auf das hohe Meer, wo sie aus ihrem Schiffsoerdeck aufzutauchen dachten.

Der rote Bill war der erste, der mit feinen Ge­danken zu Ende kam, vielleicht weil er der Aeltere und Erfahrenere war; er zählte zwölf Jahre, wäh­rend Jones der Einäugige, obwohl Trapper und Büffeljäger von ziemlichem Ruf, erst ins elfte ging. Bill also beförderte seinen Zuckerpriem in die andere Backe und sagte:Weißt du, Jones, zurück können wir ja nun nicht. Ick mit meinem Fünfer in Geographie und du mit Deinem Holzzettel von wegen wiederholter Störung des Unterrichts. Mein Alter wamst mich elend durch, das weiß ich jetzt schon."

Ja, ja", versetzte Old Jones trübe,glaubst du, meiner nicht?"

Glaub's schon. Also müssen wir bis Hamburg. Aber bloß es ist bloß so eine verflucht lange (rtfe bis dahin. In Amerika, da könnten wir uns ein Pferd einfangen und hinreiten, wo wir woll­ten. Aber so ich dachte mir, wenn wir nun die 2Iutos anhalten und lassen uns immer eine Strecke nntnehmen."

Aber die fragen dann doch im Auto, wo wir herkamen und wo wir hinwollten und so, und denn kommt alles raus."

Du bist ein Schaf, Jones. Wir müssen das eben richtig deichseln. Wir müssen eben ich hab mir da einen mächtig feinen Plan ausgedacht. Paß mal auf."

Sie rutschten auf ihrem Grabenbord zusammen, und der Rote Bill entwickelte im Flüsterton einen Plan, der sich sehen lassen konnte, denn Old Jones schlug vor Begeisterung auf die nackten Jungensknie des Roten

Dr. med. Wagner, Sanitätsrat und Kreisphysi- kus, hatte zum Glück nur auf knapp fünfzig Kilo­meter aufgedreht, als plötzlich ein Bürschchen auf die Straße sprang und unter übermäßigen An­stalten mitten auf der Fahrbahn umherhüpfte und mit einem altersgrauen Taschentuch Signale gab. Dr. Wagner dachte an einen Jungensstreich und wollte im Schrittempo vorüberfahren, da sah er neben der Straße einen zweiten Knaben liegen, der sich in heftigen Schmerzen wand. Er sprang aus dem Wagen und trat an den Jungen heran. Was ist denn los. Kleiner? Tut dir was weh?"

Ja au auauau"

Was denn? Wo denn? Dreh doch mal rum, daß ich sehen kann. Ist dir denn was passiert?"

Jaja au au au"

Aber was denn? Zum Kuckuck, dreh dich doch mal rum und antworte vernünftig" Der Junge ließ nur ein überaus klägliches Stöhnen hören und kroch, krumm vor Schmerz, halb in einen Ginster­busch hinein.

Dr. Wagner wandte sich also an den zweiten Knaben:Hat er was gegessen?"

Gegessen hat er was, aber bloß Beeren, dunkcl- rote Beeren, die hat er gegessen, und dann hat er Wasser getrunken, aus so'nem Tümpel im Wald, aber bloß ein paar Schluck, weil es so eklig schmeckte. Und bann ist er hier hingefallen und heult und will nicht weiter. Und da dachte ich, wenn Sie so gut fein wollten und nähmen uns ein Stück mit, dachte ich da" Wie auf ein Stichwort brach der Kranke in ein so herzzerreißendes Wehklagen aus, daß Dr. Wagner ihn kurzerhand aufhob und hinten in feinem Wagen verstaute. Den anderen schob er hinterdrein. Dann wendete er und fuhr mit viel Gas nach der Stadt zurück.

Hätte er jetzt einen Blick hinter sich geworfen, so hätte er feststellen können, daß die Gesichter seiner Wagengäste beim Wenden sehr lang gewor­den waren und mit jedem Kilometer länger wurden.

Als der Wagen vor dem dunkeldrohenden Por­tal des Allgemeinen Krankenhauses vorgefahren war und Old Jones von dem Arzt und einer her- zugeeilten Krankenschwester in die Aufnahme ge­

führt wurde, quoll ihm die Beklemmung so lieii im Halse hoch, daß ihm die dicken Schweißtropsei auf das bleiche Gesicht traten. Zudem roch es in Aufnahmezimmer bedrückend nach Karbol und Epi ritus, und die Schwestern huschten auf leisen Sah len durch die Gänge, und das ganze Haus war mi seinen gedämpften Geräuschen wie in eine trostlos Leidensatmosphäre getaucht. Um das Unglück vol zu machen, kamen auch noch zwei Männer in roei ßen Kitteln hereingeeilt und traten mit dem Kreis physikus in eine Ecke, wo sie düstere lateinisch Gespräche wechselten. An des einen Kittel glühte ek greller roter Fleck.

Das war zuviel für Old Jones. Er rutschte nad vorn auf die Sitzkante und hob verstört den Jii»' ger, als wenn er in der Schule melden müßte, hätte gestern aus Nichtswürdigkeit geschwänzt. Dii Männer jedoch bemerkten ihn nicht;' der Rote M' knuffte ihm heimlich in die Seite und suchte jeinei Arm herabzuziehen.

Aber Jones Mut war rettungslos dahin. Er ho! sich von seinem Stuhl hoch und wandelte, ein W des Jammers, hinter seinem Meldefinger her air die lateinischen Herren zu.Ach bitte ich halb' bloß ich will's auch nie mehr wieder tun"

Nanu, was heißt denn das, Bürschchen?"

Ich wollte bloß wir hatten alles gelogen. mit den Beeren und so weil wir nach Hambul! wollten und denn auf ein Schiff nid), Bill? und dann nach Amerika"

Es war still im Raum. Vier Augengläser stark" ten gefährlich auf den zerknirschten Sünder berat. Aber als er dann weitersprach und in seiner Singt: stammelte von den geplanten Jagdfahrten durch Staaten Neuyork oder Illinois, von Grislybarer: und Büffelherden, die sie zu dezimieren dachlen. brachen die ßatainer in ein schallendes Gelachte'' aus.Da wolltet ihr also so'n bißchen in Amerilc: herumabenteuern? Gefällt euch wohl in der Schul': nicht mehr? Dachtet wohl, in Amerika gäbs fein'! Schulen, wie?"

Ja, in der Prärie nicht, dachten wir."

Na, dann kommt mal mit, Bürschchen, dann ntiC- ich euch zu euren Vätern heimfahren und baff1 sorgen, daß sie euchSchrecken der Prärie" rat' allen Regeln der Kunst die Hosen strammziehA Sie schlichen hinaus und krochen voll schwarz"' Ahnungen wieder in den Wagen.

Unterwegs, auf der Fahrt durch die Stadt, vek" spürte Dr. Wagner plötzlich großen Appetit auf Zigarre und ging darob in einen Tabakladen.

Seltsamerweise hielt er sich bei der Wahl W Sorte so lange auf, daß der Wagen leer war, alü er wieder auf die Straße trat. Ganz in der Feri'! sah er die beiden Büsseljäger in höllischer Eile 15 die Ecke biegen.

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