Ausgabe 
12.5.1936
 
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Die Gießener Polizei im April.

Tätigkeitsbericht der Polizeidirektion Gießen.

Von der Polizeidirektion Gießen wird uns mit- geteilt:

Wenn die nachstehenden Angaben auch nur einen Ausschnitt aus der gesamten Tätigkeit der Polizei darstellen, so kann die Oeffentlichkeit daraus doch ersehen, wie umfangreich und mitunter recht schwie» rig sich das Aufaabengebiet der Polizei tatsächlich gestaltet. Eine erschöpfende Darstellung dieser Ma­terie ist nicht angängig, weil sie zum Teil nicht für die Oeffentlichkeit bestimmt und zum anderen Teil ür die Allgemeinheit nicht von Interesse ist.

Von der Gewerbepolizei wurden im Mo­nat April insgesamt 163 Betriebe einer Kontrolle unterzogen. Es handelte sich hierbei insbesondere um Kontrollen der Bäckereien und Konditoreien, der Branntweinverkaufsstellen, der Buchdruckereien, der Damenschneidereien, der Autoreparaturwerk- tätten und der Althändler. Außerdem wurden 26 Geschäfte, in deren Betrieb Kunstspeisefette Ver­wendung finden, hinsichtlich des vorgeschriebenen Aushanges kontrolliert. Durch diese Bestimmung ist gewährleistet, daß das kaufende Publikum stets unschwer feststellen kann, in welchen Betrieben Margarine und sonstige Kunstspeisefette zur Her­telluna von Gebäck usw. Verwendung finden.

Zwei Milchkontrollen, die im Berichtsmonat durchgeführt wurden, erstreckten sich auf 232 Kannen Milch. Je 2 Kontrollen der Diehtransportmittel und der Fleischtransportwagen, die ebenfalls im abge­laufenen Monat stattfanden, haben keine Bean­standungen ergeben.

Die Ueberwachung der Preisgestaltung und der Kennzeichnung von Lebensmitteln machte, wie dies a schon in den vorhergebenden Monaten der Fall war, auch im Monat April eine ständige Inan­spruchnahme der Gewerbepolizeibeamten erfor­derlich.

Die Zahl der bei der Gewerbepolizei zur Anmel­dung gelangten Betriebsunfälle betrug 60 und hat sich im Vergleich zum Vormonat um 13 vermindert. Auf Ersuchen der verschiedenen Berufsgenossen­schaften wurden 20 polizeiliche Unfalluntersuchungen (Betriebsunfälle) durchgeführt.

Beim Einwohnermeldeamt der Polizei- dtrektion gelangten im Monat April 402 (545) Per­sonen zur Anmeldung, 605 (638) zur Abmeldung und 519 (477) zur Ummeldung. (Die in Klammern angegebenen Zahlen beziehen sich auf den Monat März 1936).

Don der Verkehrspolizei wurden im Mo­nat April etwa 100 Strafanzeigen wegen Zuwider­handlungen gegen die Verkehrsoorschriften vorge­legt. Ungefähr die Hälfte dieser Anzeigen wurde an die Justizbehörde zur Strafverfolgung weitergelei- tet, während gegen die übrigen Verkehrssünder, die sich nur geringfügige Übertretungen hatten zuschul­den kommen lassen, gebührenpflichtige Verwarnun­gen ergangen sind.

Die K r i m i n a l p o l i z e i st e l l e der Polizei­direktion Gießen hat im Monat April insgesamt 151 Anzeigen wegen begangener Verbrechen und Vergehen bearbeitet, darunter 32 Anzeigen wegen Betrugs, 41 Diebstähle, 6 Sittlichkeitsdelikte, 3 Ur­kundenfälschungen, 6 Unterschlagungen usw. Außer­dem wurden 6 tragische Ableben, 2 Vermißten­anzeigen und 9 Gnadengesuche bearbeitet. Auf Er­suchen auswärtiger Behörden wurden in 29 Fällen Ermittlungen zur Aufklärung von Straftaten durch­geführt und in 284 Fällen Amtshilfe geleistet. Der Erkennungsdienst hatte 7 Personen zu behandeln und 16 Tatortaufnahmen anzufertigen. Zu dieser Tätigkeit der Kriminalpolizei kommt noch die Sicher­stellung von 5 Fahrrädern und die Durchführung von 12 Kontrollen der Gastwirtschaften und Her­bergen.

Die Zahl der D e r k e h r s u n f ä l l e ist im Der- gleich zum Monat März erheblich gestiegen. Wäh­rend im März insgesamt 20 Verkehrsunfälle ge­meldet wurden, waren im April 35 Verkehrsunfälle xu bearbeiten. Bei 15 dieser Unfälle war nur Sach­schaden entstanden. Dagegen wurden bei den übri­gen Verkehrsunfällen 3 Personen tödlich, zwei schwer und 16 leickt verletzt. Möge deshalb jeder Volksgenosse darauf bedacht sein, sowohl als Fahr­zeugbenutzer, als auch als Fußgänger, stets größte Vorsicht zu beachten.

Oer Gparerbun- im Dritten Reich.

Der Sparerbund Gießen hielt am Samstag im GasthausHindenburg" eine öffentliche Versamm­lung ab. Ortsgruppenfuhrer Lorenz begrüßte be- onders den Landesverbandsführer des Sparer­bundes,

Ministerpräsident i. R.

Professor Dr. Werner, Darmstadt

der über das ThemaDer Sparerbund im Dritten Re ich" sprach. In anschaulicher Weise childerte der Redner, wie dem unbestrittenen Recht, nur durch geschlossenes und einiges Auftreten Geltung verschafft werden kann. Rur durch lieber» Windung der Zersplitterung und durch Hingabe an den Gedanken des Sparers wird es möglich sein, geeignete Wege rechtzeitig zu beschreiten, um die maßgebenden Stellen auf Uebelstände aufmerksam zu machen und durch Aufmerksamkeit manche Werte xu retten. Dem organisierten Kapital muß eine eben», so straffe Organisation entgegengestellt werden, da­mit dem moralischen Recht auf der Seite der Sparer Geltung verschafft werden kann. Gott hilft nur dem, der handelt. Der Redner sprach sich in aner­kennender Weise über die sehr rührige Ortsgruppe Gießen aus, die zu den besten im Reich gehört, und zollte besonders dem Vorsitzenden Lorenz Dank und Anerkennung.

In einem Rückblick auf die aufeinanderfolgenden Schicksalsschläge des sparenden deutschen Menschen zeigte Professor Werner auf, wie sich das Aus­land an deutschem Fleiß und deutschen Werten be­reicherte. Zur Wiedergutmachung des Unrechtes sind gangbare Wege möglich, die, in kurzen Umrissen angeführt, die Bedeutung der Aufgaben erwiesen, die dem Sparerbund zugefallen sind, um den vorn Schicksal hart getroffenen Mitmenschen zu ihrem Recht zu verhelfen. Rur demjenigen, der nicht ver­zagt, wird ein Erfolg beschieden sein. Aus wieder­holten Aussprüchen des Führers des deutschen Rei­ches für das deutsche Sparertum ist nicht nur die Anerkennung des geschehenen Unrechtes zu entneh­men, sondern auch erneut Hoffnung zu schöpfen.

Ein anwachfendes Sparertum ist eine fortschrei­tende Loslösung des Staates vom internationa­len Kapital, und der Staat hat ein Interesse

daran, feinen Sparer zu schützen. 3e mehr wir darum für den Staat, der ja unser Ist, wie auch das ganze Land deutsch ist, eintreten und ihn fördern und ffaff machen, desto besser wird es für den Sparer fein. Und der Staat weiß, daß man den Glauben an die Lebenskraft und an die Wahrhaftigkeit nur einmal zerstören kann, weit sonst der Weg ins Verderben führt. Darum ist die Arbeit für den Sparergedanken

im Dritten Reich nicht umsonst.

Der Redner sprach davon, wie die Bemühungen der Führung des Sparerbundes für die Mitglieder, die Betretung bei den Obligationärversammlungen usw. darauf hinausgehen, den Sparergedanken stän­dig vor die breite Oeffentlichkeit zu bringen. Bei der Betreuung der Mitglieder sind schon viele Werte gerettet worden. Verhandlungen mit der Kanzlei des Führers, in der Gauleitung, in Berlin und im Reichspropagandaministerium haben bewiesen, welch lebhaftes Interesse die zuständigen Stellen am Sparertum haben. Es sind Vorschläge in Bera­tung, die geeignet sind, zum Ziele zu führen.

Auch im Sparertum ist die Zusammenfassung der Organisationen im Gange, um durch ein ge­schlossenes Auftreten der Auffassung zu begegnen, daß die Sparer alte Leute wären. Der Sparerbund setzt sich aus Alt- und Neusparern zusammen.

Ortsgruppenführer Lorenz, der für die mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen des Landesoerbandsführers herzlich dankte, wies auf die Bedeutung des Sparergedankens an sich hin und wies nach, wie in allen Kulturnationen das Sparertum anzutreffen ist.

Anschließend gab in einem Lichtbildervortrag Missionar Walther erschütternde Schilderungen seinerErlebnisse in französischer Kriegsgesangen- fchatt in Kamerun".

In seinem Schlußwort stellte Ministerpräsident i. R. Pros Dr. Werner fest, daß außer einigen Neuaufnahmen der Abend insofern noch einen Er­folg brachte, als er für die Kampffront der Sparer und der Kolonialdeutschen neuen Lebenswillen für den Aufbau an Volk und Vaterland geweckt habe. Mit dem Sieg-Heil auf den Führer wurde der Abend geschlossen.

NS.-Knegsopferversorgung ehrt die Kriegermütter.

Nach dem Wunsche des Reichskriegsopferführers Hanns Oberlindober hatte, wie überall, auch die Ortsgruppe Gießen der NS.-Kriegsopferver- sorgung die Mütter der gefallenen Kameraden am Sonntag zu einer kleinen Muttertagsfeier im Re­staurantTannhäuser" eingeladen. In entgegen- kommender Weise hatten Gießener Geschäftsleute und auch Kameradenfrauen reichliche Spenden zur Ermöglichung eines Nachmittagskaffees zur Ver­fügung gestellt, und um dessen Durchführung haben sich auch Kameradinnen in selbstlosester Weise ver­dient gemacht. Allen Spendern und Helfern sei hiermit der geziemende Dank ausgesprochen.

lieber den Sinn und Zweck der Feier sprach in herzlichen Worten Kamerad B o n h a r d. Wenn am letzten Heldengedenktag das große Opfer der gefallenen Helden für das Vaterland ehrend und dankend gewürdigt wurde, fo sollte am Muttertag in erster Linie an das Opfer gedacht werden, das die Mütter der gefallenen Helden für das Vater­land gebracht haben. Groß war einst der Schmerz für jedes Mutterherz beim Ausmarsch ihrer Söhne an die Front. In hunderten Feldpostpaketchen und in Hunderten von Briefen gerade von feiten der Mütter strömten Riesenkräfte in den Schützen­graben. Schmerzvoll und qualvoll war das ewige Bangen des Mutterherzens um das Schicksal der Söhne, die draußen in ständiger Lebensgefahr stan­den. Diele Tränen flössen, und gerade das Mutter­herz blutete bei der Nachricht: der Sohn ist gefallen. Im Ertragen des großen Leidens waren jedoch die Mütter heldenmütig. Und gerade aus dem Bewußt­sein der Größe der Opfer, welches diese Helden­mütter für das Vaterland gebracht haben, soll ent­springen der tiefste Dank und die größte Ehrung, die gerade am Muttertage das ganze Vaterland zum Ausdruck bringen will.

Versammlung der Gießener Ostdeutschen.

Der Bund heimattreuer Schlesier (Deutscher Ost­bund) hielt am gestrigen Montagabend imPfälzer Hof" eine außerordentliche Mitgliederversammlung ab, die sich in erster Linie mit der Durchführung der Veranstaltung am 24. Mai befaßte.

Bundesgruppenleiter Kostorz erstattete Bericht über die Landesverbandstagung der Oft- und West­preußen. Er gab die Richtlinien für die aufge» tragens Volkstumsarbeit in den Ostmarken bekannt und schilderte diese Aufgaben in ihrer Bedeutung für das Aufbauwerk an Staat und Volk. Die Bundesgruppe erklärte sich zur Mitarbeit besonders an einer Sammlung von Büchern und der even­tuellen Aufnahme von Ferienkindern bereit.

Die Ferienzüge nach Oft- und Westpreußen füh­ren Anfang Juli von Frankfurt über Gießen bis nach Königsberg. An ihnen kann fick jeder Volks­genosse beteiligen, auch wenn er nicht dem Bunde angehört. Die Schlesier-Ferienzüge liegen noch nicht fest.

Die Ausgabe der Ehrenzeichen für die Abstim- mungsberechtigten wird am 24. Mai durch Ober­bürgermeister Ritter in feierlicher Weife erfolgen. Dazu find auch die Nachbargruppen eingeladen. Nach einer Feier am Vormittag ist ein landsmann­schaftliches Befammensein vorgesehen. Die Veran­staltung dient der Werbung für den ostdeutschen Heimatgedanken.

Landsmann M o h a u p t berichtete über die Ende Juni oder Anfang Juli stattfindende Rheinfahrt über Bad Ems, Koblenz, Bacharach und zurück.

Nach Erledigung dringender Organisationsfragen für die bevorstehende Veranstaltung wurde die Ver­sammlung durch den Bundesgruppenleiter mit der Führerehrung und dem Horst-Wessel-Lied geschlossen.

Imkerversammlung in Gießen.

Die Ortsfachgruppe Gießen in der Reichsfachschaft Imker des Reichsoerbandes der Deutschen Klein­tierzüchter hielt am Sonntag imHopfeld" ihre zweite diesjährige Frühjahrsversammlung ab, die einen derart starken Besuch zu verzeichnen hatte, daß der Saal die Mitglieder nicht alle zu fassen vermochte.

Ortsfachgruppenvorsitzender Gotthard B o d en­den d e r (Gießen) wies nach der Begrüßung auf die hohen Aufgaben der deutschen Bienenzucht hin, die nicht nur den Bedarf des deutschen Volkes an Bienenhonig zu decken habe, sondern vor allem auch unentbehrlich sei zur Erzeugung heimischen Saat­gutes und Obstes durch Befruchtung der Blüten von Samenpflanzen und Obstgehölzen.

Der Vorsitzende behandelte dann die Frühjahrs- arbeiten am Bienenstand und führte dazu u. a. aus: Die Ueberwinterung der Völker war gut und hatte kaum Dolksverlufte im Gefolge. Die Futter­zehrung war verhältnismäßig gering. Entgegen den Anschauungen stüherer Jahre ist heute die Forderung wärmehaltiger Verpackung den Winter über Allgemeingut der Imker geworden, weil da­durch krasse Wärmeunterschiede vermieden werden. Reichliche Einfütterung ist die Voraussetzung für eine gute Durchwinterung. Sie ist mit 15 Pfund je Volk vorzunehmen und muß bis zum 20. Sep­tember beendet sein. Dann ist die Ruhrkrankheit nicht zu befürchten. Die Dolksentwicklung setzte in diesem Jahre spät ein. Der Bruteinschlag nahm dauernd zu, so daß mit Einsetzen der Tracht fast auf allen Ständen starke Völker vorhanden waren. Jetzt gilt es das Brutnest zu erweitern, damit Flug­bienen für die Sommertracht auslaufen können. Wichtig ist die Bauerneuerung durch rechtzeitiges Eingängen von Mittelwänden an die letzte Brut- roabe, vor das Pollenrähmchen. Hierdurch wird auch die Schwarmlust eingedämmt. Eine Aussprache schloß sich an.

Der zweite Vortrag betraf die Honigbehandlung. Wenn der deutsche Honigmarkt völlig zurückerobert werden soll, müssen die Imker Qualitätsware in ausreichenden Mengen dem Verbraucher zur Ver­fügung stellen. Sauberkeit muß beim Schleudern, Aufbewahren und Einfällen herrschen. Die Vor­räte müssen in einen staubfreien, geruchlosen Raum verbracht werden. Oesteres Schäumen und Durch­rühren sind notwendig. Die Hauptwaffe im Kampf auf dem Honigmarkt ist das Einheitsglas der Reichsfachgruppe Imker. Gewähr für Reinheit und Güte bildet der Verschlußstreifen. Auch sollten die Werbemittel, wie Einwickler und Honigschild, zur Verwendung gelangen.

Ein weiterer Schulungsvortraa wurde über die Zucht der Stockmütter gehalten. Das Pflegevolk soll die Edelköniginnenlarven pflegen und erbrüten. Au das Erbgut kommt zuletzt alles an. Sehr wichtig ist auch die Auswahl des Vatertieres, der Drohne. Wir habe» in der Landesfachgruppe drei Königin­belegstellen für Reinzucht. In den südlichen und westlichen Gebieten ist die Nigrabiene verbreitet, be-i uns fast ausschließlich der Stamm 47. Eine

Festsetzung der einzelnen Zuchtrichtung soll spater noch erfolgen.

Nachdem noch verschiedene Vereinsangelegen­heiten ihre Erledigung gefunden hatten, wurde die Tagung mit dem Gedenken an Führer, Volk und Vaterland geschlossen.

<3crprtiftm<i im 3qadkreiüGießen.

Die Pressestelle des Kreisjägermeisters teilt uns mit:

Am Samstag fand im Schützenhaus in Gießen die diesjährige Prüfung zur Erlangung des ersten Jagdscheines im Bereich des Kreisjagermeisters Gießen statt, der sich 16 Prüflinge unterzogen. Zur Vorbereitung der Prüfung hatten sich die Mitglieder der Prüfungskommission seit Oktober vorigen Jahres in dankenswerter Weise für Vor­träge und praktische Vorführungen in ihren Re­vieren zur Verfügung gestellt. Obwohl die Anforde­rungen, die an die zukünftigen Jäger gestellt wer­den müssen, nicht gering sind und eingehende Kennt­nisse auf den Gebieten der Jagdwaffen- und Iagd- aesetzeskunde, die Biologie der Wildarten und der Wildhege, der Wildverwertung und der Pflege und Führung des Hundes vorausfetzen, war der Ge­samteindruck erfreulich gut, und 14 Prüflinge konnten fürbestanden" erklärt werden. Erfreulich war auch, daß neben jungen Jägern, die z. T. erst 17 Lenze zählten, einige gereifte Männer sich durch die Prüfung nicht abschrecken ließen, sondern eifrig und begeistert an den Vorbereitungen teilnahmen und in der Prüfung mit der Jugend in echter Jung­kameradschaft wetteiferten.

Dem gesamtdeutschen Dolkekzusammenhana dienen!

Die Schulkinder aller Schulen im Reich sammeln bis zum 15. Mai für die deutschen Schulen im Aus» lanb. Obwohl oft viele Tausende Kilometer den reichsdeutschen Schuljungen von jenem auslanddeut­schen Jungen trennen, tarn er helfen will, Deutscher zu sein und Deutscher zu bleiben, ist er freudig da­

bei, seinen Beitrag aufzubringen. So bewährt sich eine Kameradschaft, die der Volksmund für das Deutschtum im Ausland in jahrzehntelanger Arbeit geschmiedet hat und die heute im neuen Deutschen Reich in einem der obersten Grundsätze des Natio­nalsozialismus, dem des gesamtdeutschen Dolkszu» sammenhanges, die herrlichste Bewährung gefunden hat. Jeder Volksgenosse, dem es um die Erhaltung des kostbaren deutschen Volksgutes gebt, bekennt sich mit seiner Gabe bei dieser VDA-Schul- sarnrnlung zur Idee der Schicksalsgemeinschaft her 100 Millionen Deutscher, die über die ganze Welt verstreut sind und deutsche Volksgenossen blei­ben müssen!

Sportamt »Krass durch Sreuöe4'.

heule folgende Kurse:

Kindergymnastik. Don 17.30 bis 18.30 Uhr, Frankfurter Straße 60, Gartenhaus.

Fröhl. Gymnastik u. Spiele, Frauen. Von 20.30 bis 21.45 Uhr, Lyzeum, Dammstr. 26.

Schwimmen, Anfänger und Fort­geschrittene. Von 20 bis 21 Uhr, Frauen und Männer, Dolksbad; von 21 bis 22 Uhr, nur für Frauen, Dolksbad.

Tennis. Don 18 bis 19 und von 19 bis 20 Uhr, städtische Plätze am Schützenhaus.

Reiten. Don 21 bis 22 Uhr, Universitäts-Reit­institut, Brandplatz.

Jteuanmelbunqen

für die Kurse Tennis, Reiten, Reichssportabzeichen, Rettungsschwimmen, werden noch auf der Geschäfts­stelle, Schanzenstraße 18, angenommen.

Vorberellungskursus für das Reichssportabzeichen.

Am kommenden Samstag, 16. Mai, beginnt auf dem Universitätsspartplatz am Kugelberg ein Dor- bereitungskursus für das DRA. Die Kosten für den sechsstündigen Kursus betragen für Mitglieder der DAF. 1,80 Mark, für Nichtmitglieder 3, Mark. An diesem Kursus nehmen Frauen und Männer teil. Anmeldungen an die Geschäftsstelle.

DAF.-Le stungsabzeichen fürvorbildlicheBerufSerziehungSstätten

NSG. Die Deutsche Arbeitsfront hat für Berufs- erziehungsstättev, die vorbildliche Arbeit leisten, ein Leistungsabzeichen geschaffen, das der nun einsetzen» den Berufserziehungsarbeit einen großen Ansporn geben soll. Dieses Abzeichen kann allen Dauerbil­dungsstätten der Wirtschaft, wie Industriebetrieben, handwerklichen und kaufmännischen Betrieben, den Lehrwerkstätten der Reichsbahnausbesserungswerke und der Reichspost und ähnlichen Anstalten verliehen werden. Ausgeschlossen werden die staatlichen oder fachlichen Berufs- ober Fachschulen und vorläufige Berufserziehungsstätten der Deutschen Arbeitsfront.

Das Leistungsabzeichen zeigt das Hakenkreuzzahn, rat) der DAF., hinter ihm einen Hammer mit Eichenlaub. Es trägt die AufschriftDon der Deut- schen Arbeitsfront anerkannte Berufserziehungs­stätte". Gleichzeitig wird die Verleihung durch eine künstlerisch ausgeführte Urkunde in Form eines Be­rufsbuches bestätigt. In dieses Buch werden die je­weiligen Ergebnisse der Besichtigung durch beauf»

Dem, der dir haus, Hof und Familie vor sicherem Untergänge rettete, beweise deinen Dank durch Einzeichnung In die Liste des Dankopfers der Ration"! Dankopfer der Ration heißt eins fein mit Führer und Volk!

tragte Vertreter des Amtes eingetragen werden. Das Zeichen bleibt nur so lange im Besitz der Ausbil- dungsstätte, so lange die Derleihungsbedingungen er­füllt sind.

Es soll ein Gradmesser des Leistungswillens der deutschen Wirtschaft sein, das nicht nur einen sachlich einwandfreien Betrieb, sondern auch einen Betrieb, der im nationalsozialistischen Sinne arbeitet, kenn­zeichnet. Es wird nun Aufgabe der deutschen Wirt­schaft fein, sich dieses Abzeichen zu erringen und sich seiner fortlaufend würdig zu erweisen.

Deutsche Gewürze

auf der Reichsnährstandsschau.

Die Hausfrau findet sehr viel Wissenswertes für sich auf der Reichsnährstandsschau in Frankfurt am Main. Es gibt ja auch kaum ein Gebiet der deutschen Volkswirtschaft, das sich nicht auf die eine ober anbere Weife auswirkt bis in ben kleinsten Haushalt. Die Frau, bie mit offenen Augen burch die Reichsnährstandsschau geht, kann überall etwas für ihre eigene Hauswirtschaft lernen.

Da die Marktordnung für die Hausfrau von be­sonderer Wichtigkeit ist, hat die Abteilung Volks­wirtschaft-Hauswirtschaft des deutschen Frauenwer- kes im Rahmen derMarktordnung" eine eigene kleine Sonderschau errichtet, die der Frau neue Anregungen auf vielen Gebieten der Hauswirtschaft .bietet mit der steten Verknüpfung und dem Blick auf die deutsche Volkswirtschaft.

Nehmen w'r nur^ben kleinen Kräuteraarten, der im Rahmen her Sonberfchau zu sehen ist, heraus. Insbesonbere bte Stabtfrau könnte glauben: wozu Kräutergarten? Ich kann keine Kräuter pflanzen, benn ich habe kein Land. Also geht mich der Kräu- tergarfen nichts an. Der kleine Kräutergarten auf her Reichsnährstanbsschau wirb aber auch bis Stabtfrau zum Nachbenken anregen.

Die deutschen Gewürze sind vielfach fast ver­drängt worden von den ausländischen Gewürzen, Schlagen wir ein altes Kochbuch aus dem Mittel­alter auf. so fällt uns sofort auf, welch große Rolle darin Mayoran, Thymian, Beifuß, Lavendel und Liebstöckel spielen, die sämtlich, besonders im Stadthaushalt, kaum bekannt sind. Der Handel mit ausländischen Gewürzen war schon im Mittelalter sehr stark entwickelt. Dennoch wollte es nur schwer gelingen, die einheimischen deutschen Gewürze zu verdrängen. Im Bauerngarten finden wir noch heute viele davon.

Wir wissen, daß die ausländischen Gewürze viel­fach nicht einmal gesund und bekömmlich sind. Warum sollten wir uns nicht der guten alten, einheimischen Gewürze wieder mehr bedienen?

In Tontöpfen auf dem Balkon ober vor dem Küchenfenster kann auch die Stadtfrau sich einen kleinen Kräutergarten heranziehen, der keine gerin­gere Bedeutung hat, so kleine er auch sein mag, wie der schone große Kräutergarten der Landfrau. Die kleinste Hilfe der Hausfrau für die deutsche Volkswirtschaft verfehlt ihre Wirkung nicht.

Gießener Dvchenmarktprelfe.

* Gießen, 12. Mai. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Molkereibutter, XA kg 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Mqtte 20 bis 25 Pf., Käse, bas Stück 4 bis 10, Eier, beutsche, Klasse S 11, Klasse A 10J4, Klasse B 10, Klasse C 9%, unaezeichnete 8, Enteneier 9 bis 11, Wirsing, neu, % kg 23, Weißkraut 15 bis 20, Rot­kraut 20 bis 25, gelbe Rüben, alte 10 bis 12, neue, bas Bünbel 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 12 bis 15, Römischkohl 12, Spargel 35 bis 60, Unter- kohlrabi 8, Erbsen 35, Tomaten 50 bis 55, Zwiebeln, alte 12 bis 14, neue 20, Meerrettich 30 bis 65, Rha­barber 12 bis 15, Schwarzwurzeln 20 bis 35, Kar­toffeln, kg 5 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,70 bis 3,90 Mark, neue, kg 20 bis 22 Pf., Aepfel, 25 bis 50, Salat, bas Stück 12 bis 22, Salatgurken 40 bis 50. Oberkohlrabi 15 bis 20, Lauch 5 bis 10, Sellerie 15 bis 35, Rettich, neu, bas Bünbel 15 bis 30, Rabieschen, bas Bünbel 5 bis 10 Pf.

*

**EinUniverfitätsfestberUnlverfl- t ä t Gießen finbet am morgigen Mittwoch statt. Um 9.30 Uhr wirb bie Veranstaltung in her Neuen Aula mitStunben bes Deutschtums im Auslanb" eröffnet, bei benen Dr. H e i b t (Mainz) überVolks- beutsche Haltung" unb Dr. Beelitz (Danzig) über Die volkspolitische Lage unb Entwicklung In Dan­zig" sprechen werben. Um 15 Uhr folgt auf dem Uni­versitätssportplatz am Kugelberg bas Sportfest her Universität. Ad 20.15 Uhr wirbMaientanz her Uni­versität" im Stubentenhaus ben Tag beschließen.

** Preuhisch-Sübbeutscke Staats­lotterie. Die Ziehung her 2. Klasse her laufenben (477273.) Lotterie finbet am 19. unb 20. Mai statt. Schluß her Erneuerung 12. Mai.

** Der Geflügel- unb V o g e l z u ch t v e r» ein Gießen her ReichsfachgruppeAusftellunas- geflügel" hielt am Samstag eine gut besuchte Mo- natsversammlung ab. Aus bem regen Austausch von Erfahrungen unb Gebauten konnte man wie uns berichtet wirb bie Feststellung machen, baß von ben Züchtern bisher zähe unb zielsichere Arbeit ge­leistet worben ist. Den Gießener Ausstellungsgeflügel- Züchtern ist für bas nächste Jahr die Gau-Geflügel­schau übertragen worben. Die Dereinsführung ist be­strebt, bie Monatsversammlungen immer zu Schu- lungsstunben auszugestalten, in denen die Teilneh­mer ihr fachliches Wisien bereichern können.