Ausgabe 
9.9.1936
 
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kolore und verlangten die sofortige Räumung der Michelin-Werke von den streikenden Marxisten. Das Präfekturgebäude ist von starken Absperrmannschaften der Garde Mo­bile umgeben. In der Umgebung der Präfektur haben sich zahlreiche marxistische Arbei­ter eingefunden, die mit dem Absingen der In­ternationale auf die aus dem Innern des Gebäudes schallende Marseillaise und auf die RufeEs lebe Frankreich!" antworten. Um 18 Uhr kam es zu schweren Zwischenfällen, da die Anhänger der marxistischen Gewerkschaften ver­suchten, die Absperrketten der mobilen Garde zu durchbrechen und in das Innere der Präfek­tur einzudringen. An zwei Stellen gelang es der revolutionären Menge, die Postenkette zu spren­gen und bis an das Präfekturgebäude heranzu­kommen. Sie konnten jedoch nicht in das Gebäude selbst eindringen. Bei den Zusammenstößen wurden zahlreiche Personen verletzt. Die Geschäfte Haden

-andsleitung bzw. der provinziellen Leitung der Kulturbünde.

Im Verlauf der Tagung nahm Dr. Kurt Sin­ge r im Namen des Reichsoerbandes aller jüdischen Kulturbünde Gelegenheit, zu betonen, daß die jüdi­schen Kulturorganisationen in Deutschland und ihre maßgeblichen Persönlichkeiten nichts mit jener Hätze zu tun hätten, die noch von eingen Zei­tungen außerhalb der deutschen Reichsgrenzen be- züglich der Lage der in Deutschland le­benden Juden betrieben werde. Der Sprecher des Reichsverbandes stellte mit Zustimmung aller Anwesenden ausdrücklich fest, daß niemals'irgend eme Persönlichkeit innerhalb der jüdischen Kultur­organisationen sich mit tendenziösen Falschmeldun­gen über das Verhältnis nationalsozialistischer

Amtsstellen zu den jüdischen Kulturbünden identi-! siZiert hattte und solche friegdensstörenden Metho­den gutheiße.

. Die Plenarsitzung aller Delegierten nahm ferner einmütig eine Reihe von Anträgen an, die eine weitere Judaisierung der Kulturbund-Theater, des lucnschen Konzertwesens, der jüdischen Vorträge, der Kleinkunst- und Kunstausstellung-Unternehmen ??rau2sehen. Dre zionistisch ausgerichteten Be­schlüsse fanden von deutscher Seite die Geneh­migung des Sonderbeauftragten, ebenso der derzeitige Vorstand, der sich aus den Herren Dr. Kurt Singer, Dr. Benno Cohn und Rabbiner Dr. Max Wiener zusammensetzt. Bestätigter Generalsekretär des Reichsverbandes ist auch weiterhin der Zionist Dr. Werner L e v i e.

Mßglülkle Meuterei im Hasen von Lissabon.

Besahungöteile zweier portugiesischer Kriegsschiffe wollten sich mit der spanischen Noten Flotte vereinigen. Auf das Feuer der Küstenbatterien hißten die Meuterer die weiße Fahne

London, 8. Sept. (DNB.) Nach einer Reuter­meldung aus Lissabon hat ein Teil der Mann­schaften zweier portugiesischer Kriegsschiffe, der KorvetteAlfonso Albuquerque" und des ZerstörersDao" am Dienstagmorgen den Ver­such einer Meuterei gemacht. Die Regierung sei aber schnell unterrichtet worden und habe un­mittelbar eingegriffen. Die Küstenbatterien hätten einige Salven aus die Schiffe abgegeben und beide beschädigt. Die Meuterer seien verhaftet worden, während die beiden Schiffe in den Tejo geschleppt worden feien.

Das Lissaboner BlattDiario da M a n h a" teilt folgende Einzelheiten zu den Ereignissen im Hasen von Lissabon mit: Der Ausstandsoersuch eines Teils der Besatzungen der beiden Kriegs­schiffeAlfonso Albuquerque" undDao" ist das Werk kommuni st ischer Agenten. Es han­delt sich um ein völlig isoliertes Vor­gehen einiger verhetzter Matrosen, hervorgerufen durch berufsmäßige Unruhe st ifter im Solde fremder Mächte.

Sie hatten die Absicht, ihr Vaterland zu ver­raten, um die spanische rote Flotte zu unterstützen, dem Vorfall kommt keinerlei revo­lutionäre Bedeutung zu. Er wurde ausgeführt von einer verschwindend geringen Zahl von Personen. Bedeutungsvoll ist er jedoch a l s Symptom für die verzweifelte unterirdische Tätigkeit der kommunistischen Agenten und als Beweis für die Notwendigkeit eines energischen Vorgehens gegen die rote Welle. Die auto­ritäre Regierung Portugals hat den Aufstandsversuch, dem rein kommunistischer Charakter zuzumessen ist, sofort mit Ent- fchlossenheit niedergeschlagen.

Das Blatt teilt weiter mit, daß der Marme- minister am Dienstag früh um 1.30 Uhr von dem verbrecherischen Vorhaben unterrichtet wurde und darauf sofort Gegenmaßnahmen veran­laßte. Als die Aufständischen um 7 Uhr, nachdem sie den wachthabenden Offizier eingeschlossen hatten, den Hafen verlassen wollten, eröffneten die Küstenbatterien ein gut gezieltes Feuer.Alfonso Albuquerque" erhielt mehrere Treffer und hißte die weiße Fahne. Auch das zweite Meuterer­schiff ergab sich sofort. Offiziere waren an dem Ausstandsversuch nicht beteiligt. Es gab fünf Tote und acht Verwundete. Die Meuterer hatten die Ab­

sicht, nach Valencia zu fahren, um sich dort mit der Roten Flotte der Madrider Regierung zu vereinigen. Die Ablehnung der Meuterei durch die Oeffentlichkeit ist allgemein. Das Geschäftsle- b e n in der Hauptstadt hat keinerlei S t ö r u n- g e n erlitten. Aus Sicherheitsgründen wurden le­diglich einige strategische Punkte in der Haupt­stadt vorübergehend besetzt gehalten.

Portugal bleibt dem AeuiralMsausfchuß fern.

London, 9. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der internationale diplomatische Ausschuß für lieber« wachung der Nichteinmischungsmaßnahmen in Spa­nien tritt am Mittwoch erstmalig in London zu­sammen. Deutschland ist in dem Ausschuß durch den deutschen Geschäftsträger Fürsten Bismarck vertreten. Von den 24 eingeladenen Negierungen wird nur Portugal bei der Eröffnungssitzung nicht vertreten sein. Die portugiesische Regierung begründet ihre Entschei­dung damit, daß sie erst genau feststellen wolle, welches der Umfang und die Vollmach­ten der Organisation sein werden, bevor sie sich endgültig zur Beteiligung verpflich­ten werde.

DieMormng Post" schreibt, m London hege man schwere Befürchtungen, daß die Arbeiten des Ueberwachungsausschusses durch die Zwischen­fälle in Portugal beeinträchtigt wer­den könnten. Da Portugal an Spanien angrenze, werde seine Beteiligung als ausschlaggebend für den Erfolg des Ausschusses betrachtet. Portugal wolle feine Handlungsfreiheit behalten, sich in den spanischen Bürgerkrieg einzumischen, falls die in­nere Siche rheitPortugals durch kom­munistische Propaganda von Spanien her bedroht werde. Obwohl genaue Mitteilun­gen über den Ursprung der Meuterei in Lissabon in London noch nicht eingelaufen seien, so befürchte man doch, daß sich gerabe*biejenige ß.pge ergeben habe, die in dem portugiesischen Vor­behalt ins Auge gefaßt sei. Falls die portugiesische Regierung es für notwendig halten sollte, Maß­nahmen gegen die spanischen Marxisten zu ergrei­fen, könnten die ganzen Ausschußpläne zunichte ge­macht und andere Nationen veranlaßt werden, ihren Nichteinmischunasbeschluß zu re­vidieren.

Um Frankreichs Neutralität.

Verlobung der Kronprinzessin der Niederlande.

Prinzessin Juliana von Holland. (Presse-Bild-Zentrale-M.)

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Prinz Bernhard zur Lippe-Biesterfeld. (Scherl-Bilderdienft-M.)

Den Haag, 8. Sept. (DNB.) Kronprinzessin Juliane hat sich, wie amtlich gemeldet wird, mit Prinz Bernhard-Leopold zur Lippe- Biesterseld, einem Neffen des letzten regieren­den Fürsten zur Lippe, verlobt. Der Verlobte, der 1911 in Jena geboren ist, studierte an der Berliner Universität Rechtswissenschaften und lebte später in London und dann in Berlin

Die holländischen Städte prangen im Flaggen­schmuck, durch die Straßen des Haag bewegt sich eine frohgestimmte Menschenmenge nach dem Schloß, uni dort der königlichen Familie die Glück­wünsche des holländischen Volkes darzubringen. Denn die Verlobung der Kronprinzessin Juliane, die nach menschlichem Ermessen einmal die Krone ihrer Mutter tragen wird, mit dem deutschen Prin­zen Bernhard-Leopold zu Lippe - Biesterfeld hat überall in der holländischen Bevölkerung ein Gefühl großer Freude ausgelöst. Man begrüßt das Ereignis im Königshause aber nicht nur deshalb, weil' die 23jährige'Kronprinzessin wegen ihres zu­gleich ernsten und aufgeschlossenen Wesens und wegen ihrer sozialen Einstellung große Sympathien bei allen Schichten der Bevölkerung genießt, son­dern auch wegen der politischen Bedeutung, welche die Verlobung für die Zukunft Hollands hat. Ist doch nun damit zu rechnen, daß die Erbfolge in der Monarchie gesichert bleibt, einer Monarchie, die für die Stetigkeit der glücklichen innerpolitischen wie außenpolitischen Entwicklung Hollands vor allen Dingen mitverantwortlich gewesen ist. Das orani- sche Herrscherhaus bildet nicht nur den zentralen Vertrauens- und Machtfaktor in dem kleinen Mutterland mit feinen 8 Millionen, sondern auch die feste Klammer, die das große asiatische Kolo­nialreich mit rund 70 Millionen Eingeborenen an Europa fesselt. Trotz seiner geringen europäischen Flächenausdehnung und Volkszahl stellt so Holland ein geschlossenes, reiches und kraftvolles Staats­wesen dar, dessen Wort auch in der großen Welt­politik nicht überhört werden kann. Das Verdienst hieran gebührt nicht zum geringsten Teile dem königlichen Hause, es drückt sich auch aus in den herzlichen Gefühlen, die Hollands Volk feiner Thronfolgerin anläßlich ihrer Verlobung entgegen­bringt.

Aber auch in Deutschland wird die frohe Nachricht mit Sympathie ausgenommen. Die Bluts­

bande, welche die holländische Herrscherfamilie schon seit zwei Generationen mit Deutschland verbunden haben, werden nun erneuert. Der deutsche Prinz, der übrigens durch seine Mutter, eine geborene von Gramm, mit dem berühmten Tennisspieler ver­wandt ist, wird als Prinzgemahl der Nachfolger des 1934 verstorbenen Prinzen Heinrich Herzogs zu Mecklenburg fein, der mit der jetzt regierenden Königin verheiratet und also der Vater der Prin­zessin Juliane war. Auch die Großmutter der Prin­zessin, Königin Emma, war deutscher Abstam­mung, eine geborene Prinzessin von Waldeck und Pyrmont. Auch schon in früheren Jahrhunderten war das Haus von Dranien mit nord- und west­deutschen Fürstenfamilien eng verschwägert. Die Dränier selbst sind ursprünglich ein nassauisches Geschlecht, das seinen Namen nach dem Für­stentum Orange in Südfrankreich führte, welches in den Jahren 1530 bis 1702 im Hausbesitz der Drä­nier war. Wilhelm von Dranien, der große Schwei­ger, wurde während des niederländischen Unab­hängigkeitskrieges der militärische und politische Führer der sieben nördlichen protestantischen Pro­vinzen, die sich 1579 zur Utrechter Union zusam­menschlossen. Unter dem letzten männlichen Dränier Wilhelm III. wurde die Thronfolgefrage verfassungs­rechtlich nach dem Tode des Kronprinzen Alexander, der der einzige, außer dem König noch lebende männliche Sproß des oranischen Hauses war, dahin geändert, daß die im Jahre 1880 geborene Prin­zessin Wilhelmine zur nächsten Erbin erklärt wurde. Sie trat nach dem Tode ihres Vaters am 23. November 1890 die Erbfolge an. Die Köniqin- Mutter Emma führte bis 1898 die Regentschaft. Das freundschaftliche Verhältnis, das zwischen den beiden germanischen Nachbarstaaten Deutschland und Holland seit jeher bestanden hat. dürfte durch die neue Verbindung eine neue Stütze erhalten haben.

Glückwünsche des Führers.

Berlin, 9. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der Führer und Reichskanzler hat Ihrer Majestätder Königin derNiederlande anläßlich der Verlobng der Kronprinzessin Juliane mit dem Prinzen Bernhard Leopold zur Lippe seine aufrichtigen Glückwünsche tele­graphisch übermittelt.

werden, die die spanischen Brüder und den Frieden

Blum gegen die kommunistischen Pressionen. Oer Ministerpräsident lehnt den Empfang von Gewerkschaftsvertretern ab.

Paris, 9. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die Ver­treter der Pariser Metallarbeiterge wer k - s ch a f t, die bereits am Samstag vom sranzosychen Ministerpräsidenten empfangen worden waren, um ihm die Forderung auf Aufhebung der fj: a n= zösischen Neutralität gegenuber « pa- n i e n zu unterbreiten, wurden erneu t arn Diens­tag im Ministerpräsidium vorstellig, um ihre Forde­rung zu wiederholen. Sie wurden ledoch von Leon Blum nicht e m P f a n g e n, sondern an den Generalsekretär des Ministerprasidiums ver­wiesen. Auf ihre erneuten Vorstellungen in der Neutralitätsfrage wurde ihnen kurz und bündig die Rede des Ministerpräsidenten von ©ontagabend vorgehalten. -_

Der Generalsekretär der kommunistischen Partei, T h o r e z , hat seinen Feldzug zugunsten franzö­sischer Waffenlieferungen an Spanien in derHu- manite" fortgesetzt. Er schreibt, diejenigen, die am 9. und 12. die Republik gegen den Faschis­mus gerettet hätten, wollten keine Neutra­lität. Sie kämpften für die eigene Sache, die von derSache der Demokratie und des Friedens" untrennbar sei. Wenn sie dieHandlungsfreiheit" mit Spanien forderten, blieben sie dem Geist und dem Buchstaben des Gesetzes vom 14. Juli und dem Programm der Volksfront treu, das Brot, Freiheit und Friede geben solle. Für die Ehre der Arbeiter­klasse, für die Ehre der Volksfront und für die Ehre Frankreichs müsse die Blockade aufgehoben

töte.

Christliche Arbeiter gegen den roten Terror. Um die Besetzung der Präfektur von Clermont-Ferrand.

Paris, 8. Sept. (DNB.) Als Folge des in den großen Gummiwerken von Michelin in Cler­mont-Ferrand ausgebrochenen Streiks haben etwa 2000 Arbeiter der Werke, die nicht in der marxistischen Gewerkschaft organisiert sind, und größtenteils der C h r i st l i ch e n Gewerkschaft angehören, unter dem Gesang der Marseillaise einen Protest umzug durch die Stadt veran­staltet und die Präfektur besetzt. Im Hose der Präfektur hißten die Arbeiter die Tri­

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