kolore und verlangten die sofortige Räumung der Michelin-Werke von den streikenden Marxisten. Das Präfekturgebäude ist von starken Absperrmannschaften der Garde Mobile umgeben. In der Umgebung der Präfektur haben sich zahlreiche marxistische Arbeiter eingefunden, die mit dem Absingen der Internationale auf die aus dem Innern des Gebäudes schallende Marseillaise und auf die Rufe „Es lebe Frankreich!" antworten. Um 18 Uhr kam es zu schweren Zwischenfällen, da die Anhänger der marxistischen Gewerkschaften versuchten, die Absperrketten der mobilen Garde zu durchbrechen und in das Innere der Präfektur einzudringen. An zwei Stellen gelang es der revolutionären Menge, die Postenkette zu sprengen und bis an das Präfekturgebäude heranzukommen. Sie konnten jedoch nicht in das Gebäude selbst eindringen. Bei den Zusammenstößen wurden zahlreiche Personen verletzt. Die Geschäfte Haden
-andsleitung bzw. der provinziellen Leitung der Kulturbünde.
Im Verlauf der Tagung nahm Dr. Kurt Singe r im Namen des Reichsoerbandes aller jüdischen Kulturbünde Gelegenheit, zu betonen, daß die jüdischen Kulturorganisationen in Deutschland und ihre maßgeblichen Persönlichkeiten nichts mit jener Hätze zu tun hätten, die noch von eingen Zeitungen außerhalb der deutschen Reichsgrenzen be- züglich der Lage der in Deutschland lebenden Juden betrieben werde. Der Sprecher des Reichsverbandes stellte mit Zustimmung aller Anwesenden ausdrücklich fest, daß niemals'irgend eme Persönlichkeit innerhalb der jüdischen Kulturorganisationen sich mit tendenziösen Falschmeldungen über das Verhältnis nationalsozialistischer
Amtsstellen zu den jüdischen Kulturbünden identi-! siZiert hattte und solche friegdensstörenden Methoden gutheiße. ‘
. Die Plenarsitzung aller Delegierten nahm ferner einmütig eine Reihe von Anträgen an, die eine weitere Judaisierung der Kulturbund-Theater, des lucnschen Konzertwesens, der jüdischen Vorträge, der Kleinkunst- und Kunstausstellung-Unternehmen ??rau2sehen. Dre zionistisch ausgerichteten Beschlüsse fanden von deutscher Seite die Genehmigung des Sonderbeauftragten, ebenso der derzeitige Vorstand, der sich aus den Herren Dr. Kurt Singer, Dr. Benno Cohn und Rabbiner Dr. Max Wiener zusammensetzt. Bestätigter Generalsekretär des Reichsverbandes ist auch weiterhin der Zionist Dr. Werner L e v i e.
Mßglülkle Meuterei im Hasen von Lissabon.
Besahungöteile zweier portugiesischer Kriegsschiffe wollten sich mit der spanischen Noten Flotte vereinigen. — Auf das Feuer der Küstenbatterien hißten die Meuterer die weiße Fahne
London, 8. Sept. (DNB.) Nach einer Reutermeldung aus Lissabon hat ein Teil der Mannschaften zweier portugiesischer Kriegsschiffe, der Korvette „Alfonso Albuquerque" und des Zerstörers „Dao" am Dienstagmorgen den Versuch einer Meuterei gemacht. Die Regierung sei aber schnell unterrichtet worden und habe unmittelbar eingegriffen. Die Küstenbatterien hätten einige Salven aus die Schiffe abgegeben und beide beschädigt. Die Meuterer seien verhaftet worden, während die beiden Schiffe in den Tejo geschleppt worden feien.
Das Lissaboner Blatt „Diario da M a n h a" teilt folgende Einzelheiten zu den Ereignissen im Hasen von Lissabon mit: Der Ausstandsoersuch eines Teils der Besatzungen der beiden Kriegsschiffe „Alfonso Albuquerque" und „Dao" ist das Werk kommuni st ischer Agenten. Es handelt sich um ein völlig isoliertes Vorgehen einiger verhetzter Matrosen, hervorgerufen durch berufsmäßige Unruhe st ifter im Solde fremder Mächte.
Sie hatten die Absicht, ihr Vaterland zu verraten, um die spanische rote Flotte zu unterstützen, dem Vorfall kommt keinerlei revolutionäre Bedeutung zu. Er wurde ausgeführt von einer verschwindend geringen Zahl von Personen. Bedeutungsvoll ist er jedoch a l s Symptom für die verzweifelte unterirdische Tätigkeit der kommunistischen Agenten und als Beweis für die Notwendigkeit eines energischen Vorgehens gegen die rote Welle. Die autoritäre Regierung Portugals hat den Aufstandsversuch, dem rein kommunistischer Charakter zuzumessen ist, sofort mit Ent- fchlossenheit niedergeschlagen.
Das Blatt teilt weiter mit, daß der Marme- minister am Dienstag früh um 1.30 Uhr von dem verbrecherischen Vorhaben unterrichtet wurde und darauf sofort Gegenmaßnahmen veranlaßte. Als die Aufständischen um 7 Uhr, nachdem sie den wachthabenden Offizier eingeschlossen hatten, den Hafen verlassen wollten, eröffneten die Küstenbatterien ein gut gezieltes Feuer. „Alfonso Albuquerque" erhielt mehrere Treffer und hißte die weiße Fahne. Auch das zweite Meutererschiff ergab sich sofort. Offiziere waren an dem Ausstandsversuch nicht beteiligt. Es gab fünf Tote und acht Verwundete. Die Meuterer hatten die Ab
sicht, nach Valencia zu fahren, um sich dort mit der Roten Flotte der Madrider Regierung zu vereinigen. Die Ablehnung der Meuterei durch die Oeffentlichkeit ist allgemein. Das Geschäftsle- b e n in der Hauptstadt hat keinerlei S t ö r u n- g e n erlitten. Aus Sicherheitsgründen wurden lediglich einige strategische Punkte in der Hauptstadt vorübergehend besetzt gehalten.
Portugal bleibt dem AeuiralMsausfchuß fern.
London, 9. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der internationale diplomatische Ausschuß für lieber« wachung der Nichteinmischungsmaßnahmen in Spanien tritt am Mittwoch erstmalig in London zusammen. Deutschland ist in dem Ausschuß durch den deutschen Geschäftsträger Fürsten Bismarck vertreten. Von den 24 eingeladenen Negierungen wird nur Portugal bei der Eröffnungssitzung nicht vertreten sein. Die portugiesische Regierung begründet ihre Entscheidung damit, daß sie erst genau feststellen wolle, welches der Umfang und die Vollmachten der Organisation sein werden, bevor sie sich endgültig zur Beteiligung verpflichten werde.
Die „Mormng Post" schreibt, m London hege man schwere Befürchtungen, daß die Arbeiten des Ueberwachungsausschusses durch die Zwischenfälle in Portugal beeinträchtigt werden könnten. Da Portugal an Spanien angrenze, werde seine Beteiligung als ausschlaggebend für den Erfolg des Ausschusses betrachtet. Portugal wolle feine Handlungsfreiheit behalten, sich in den spanischen Bürgerkrieg einzumischen, falls die innere Siche rheitPortugals durch kommunistische Propaganda von Spanien her bedroht werde. Obwohl genaue Mitteilungen über den Ursprung der Meuterei in Lissabon in London noch nicht eingelaufen seien, so befürchte man doch, daß sich gerabe*biejenige ß.pge ergeben habe, die in dem portugiesischen Vorbehalt ins Auge gefaßt sei. Falls die portugiesische Regierung es für notwendig halten sollte, Maßnahmen gegen die spanischen Marxisten zu ergreifen, könnten die ganzen Ausschußpläne zunichte gemacht und andere Nationen veranlaßt werden, ihren Nichteinmischunasbeschluß zu revidieren.
Um Frankreichs Neutralität.
Verlobung der Kronprinzessin der Niederlande.
Prinzessin Juliana von Holland. (Presse-Bild-Zentrale-M.)
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Prinz Bernhard zur Lippe-Biesterfeld. (Scherl-Bilderdienft-M.)
Den Haag, 8. Sept. (DNB.) Kronprinzessin Juliane hat sich, wie amtlich gemeldet wird, mit Prinz Bernhard-Leopold zur Lippe- Biesterseld, einem Neffen des letzten regierenden Fürsten zur Lippe, verlobt. Der Verlobte, der 1911 in Jena geboren ist, studierte an der Berliner Universität Rechtswissenschaften und lebte später in London und dann in Berlin
Die holländischen Städte prangen im Flaggenschmuck, durch die Straßen des Haag bewegt sich eine frohgestimmte Menschenmenge nach dem Schloß, uni dort der königlichen Familie die Glückwünsche des holländischen Volkes darzubringen. Denn die Verlobung der Kronprinzessin Juliane, die nach menschlichem Ermessen einmal die Krone ihrer Mutter tragen wird, mit dem deutschen Prinzen Bernhard-Leopold zu Lippe - Biesterfeld hat überall in der holländischen Bevölkerung ein Gefühl großer Freude ausgelöst. Man begrüßt das Ereignis im Königshause aber nicht nur deshalb, weil' die 23jährige'Kronprinzessin wegen ihres zugleich ernsten und aufgeschlossenen Wesens und wegen ihrer sozialen Einstellung große Sympathien bei allen Schichten der Bevölkerung genießt, sondern auch wegen der politischen Bedeutung, welche die Verlobung für die Zukunft Hollands hat. Ist doch nun damit zu rechnen, daß die Erbfolge in der Monarchie gesichert bleibt, einer Monarchie, die für die Stetigkeit der glücklichen innerpolitischen wie außenpolitischen Entwicklung Hollands vor allen Dingen mitverantwortlich gewesen ist. Das orani- sche Herrscherhaus bildet nicht nur den zentralen Vertrauens- und Machtfaktor in dem kleinen Mutterland mit feinen 8 Millionen, sondern auch die feste Klammer, die das große asiatische Kolonialreich mit rund 70 Millionen Eingeborenen an Europa fesselt. Trotz seiner geringen europäischen Flächenausdehnung und Volkszahl stellt so Holland ein geschlossenes, reiches und kraftvolles Staatswesen dar, dessen Wort auch in der großen Weltpolitik nicht überhört werden kann. Das Verdienst hieran gebührt nicht zum geringsten Teile dem königlichen Hause, es drückt sich auch aus in den herzlichen Gefühlen, die Hollands Volk feiner Thronfolgerin anläßlich ihrer Verlobung entgegenbringt.
Aber auch in Deutschland wird die frohe Nachricht mit Sympathie ausgenommen. Die Bluts
bande, welche die holländische Herrscherfamilie schon seit zwei Generationen mit Deutschland verbunden haben, werden nun erneuert. Der deutsche Prinz, der übrigens durch seine Mutter, eine geborene von Gramm, mit dem berühmten Tennisspieler verwandt ist, wird als Prinzgemahl der Nachfolger des 1934 verstorbenen Prinzen Heinrich Herzogs zu Mecklenburg fein, der mit der jetzt regierenden Königin verheiratet und also der Vater der Prinzessin Juliane war. Auch die Großmutter der Prinzessin, Königin Emma, war deutscher Abstammung, eine geborene Prinzessin von Waldeck und Pyrmont. Auch schon in früheren Jahrhunderten war das Haus von Dranien mit nord- und westdeutschen Fürstenfamilien eng verschwägert. Die Dränier selbst sind ursprünglich ein nassauisches Geschlecht, das seinen Namen nach dem Fürstentum Orange in Südfrankreich führte, welches in den Jahren 1530 bis 1702 im Hausbesitz der Dränier war. Wilhelm von Dranien, der große Schweiger, wurde während des niederländischen Unabhängigkeitskrieges der militärische und politische Führer der sieben nördlichen protestantischen Provinzen, die sich 1579 zur Utrechter Union zusammenschlossen. Unter dem letzten männlichen Dränier Wilhelm III. wurde die Thronfolgefrage verfassungsrechtlich nach dem Tode des Kronprinzen Alexander, der der einzige, außer dem König noch lebende männliche Sproß des oranischen Hauses war, dahin geändert, daß die im Jahre 1880 geborene Prinzessin Wilhelmine zur nächsten Erbin erklärt wurde. Sie trat nach dem Tode ihres Vaters am 23. November 1890 die Erbfolge an. Die Köniqin- Mutter Emma führte bis 1898 die Regentschaft. Das freundschaftliche Verhältnis, das zwischen den beiden germanischen Nachbarstaaten Deutschland und Holland seit jeher bestanden hat. dürfte durch die neue Verbindung eine neue Stütze erhalten haben.
Glückwünsche des Führers.
Berlin, 9. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der Führer und Reichskanzler hat Ihrer Majestätder Königin derNiederlande anläßlich der Verlobng der Kronprinzessin Juliane mit dem Prinzen Bernhard Leopold zur Lippe seine aufrichtigen Glückwünsche telegraphisch übermittelt.
werden, die die spanischen Brüder und den Frieden
Blum gegen die kommunistischen Pressionen. — Oer Ministerpräsident lehnt den Empfang von Gewerkschaftsvertretern ab.
Paris, 9. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die Vertreter der Pariser Metallarbeiterge wer k - s ch a f t, die bereits am Samstag vom sranzosychen Ministerpräsidenten empfangen worden waren, um ihm die Forderung auf Aufhebung der fj: a n= zösischen Neutralität gegenuber « pa- n i e n zu unterbreiten, wurden erneu t arn Dienstag im Ministerpräsidium vorstellig, um ihre Forderung zu wiederholen. Sie wurden ledoch von Leon Blum nicht e m P f a n g e n, sondern an den Generalsekretär des Ministerprasidiums verwiesen. Auf ihre erneuten Vorstellungen in der Neutralitätsfrage wurde ihnen kurz und bündig die Rede des Ministerpräsidenten von ©ontagabend vorgehalten. -_
Der Generalsekretär der kommunistischen Partei, T h o r e z , hat seinen Feldzug zugunsten französischer Waffenlieferungen an Spanien in der „Hu- manite" fortgesetzt. Er schreibt, diejenigen, die am 9. und 12. die Republik gegen den Faschismus gerettet hätten, wollten keine Neutralität. Sie kämpften für die eigene Sache, die von der „Sache der Demokratie und des Friedens" untrennbar sei. Wenn sie die „Handlungsfreiheit" mit Spanien forderten, blieben sie dem Geist und dem Buchstaben des Gesetzes vom 14. Juli und dem Programm der Volksfront treu, das Brot, Freiheit und Friede geben solle. Für die Ehre der Arbeiterklasse, für die Ehre der Volksfront und für die Ehre Frankreichs müsse die Blockade aufgehoben
töte.
Christliche Arbeiter gegen den roten Terror. Um die Besetzung der Präfektur von Clermont-Ferrand.
Paris, 8. Sept. (DNB.) Als Folge des in den großen Gummiwerken von Michelin in Clermont-Ferrand ausgebrochenen Streiks haben etwa 2000 Arbeiter der Werke, die nicht in der marxistischen Gewerkschaft organisiert sind, und größtenteils der C h r i st l i ch e n Gewerkschaft angehören, unter dem Gesang der Marseillaise einen Protest umzug durch die Stadt veranstaltet und die Präfektur besetzt. Im Hose der Präfektur hißten die Arbeiter die Tri
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'ALVA' enthält nicht nur die zulässige Höchft- meng'e an Tabak.fondem-nach dem ALVA-Prin- zip - hochwertige macedonifche Provenienzen:
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