und Leichtverletzte. Der Universul in Bukarest der zu diesen Vorfällen Stellung nimmt, ist der Ansicht, dah die Stilisten von sowjetrussischen Kommunisten aufgehetzt und zur Herbeiführung von Un- ruhen benutzt werden
Schwere Bluttat eines Geistesgestörten.
Zu einer schweren Bluttat kam es im Städtischen Wohlfahrtsamt von Saarbrücken. Dort wurde der städtische Beamtenanwärter Willi Huth von dem 59jährigen Johann W i e s i n g e r, der den Tatumständen nach zweifellos geisteskrank ist, erschossen. Wiesinger erschien auf dem Wohlfahrtsamt in einer Maskerade. Auf der Brust trug er ein Plakat, über die Schulter gehängt eine Handtasche, die sechs Mordinstrumente, Blumen und mehrere Phantasieplaketten enthielt. Er hatte zunächst mit dem Beamten eine Rücksprache. Dann begab er sich auf den Flur, drehte sich plötzlich um,
und richtete die Pistole ohne jeden ersichtlichen Grund auf den hinter ihm herkommenden Huth. Dieser sank, von einem Herzfchuß getroffen, nieder. Der Täter flüchtete und gab dabei noch drei weitere Schüsse auf die ihm entgegentretenden Beamten ab, wobei ein Beamter durch einen Schuß in die Hand leicht verletzt wurde. Wiesinger wurde schließlich überwältigt und der Polizei übergeben. Ueberfall auf drei Schwestern eines Kinderheims.
Zn dem Evangelischen Kinderheim in Dortmund- Hörde überfiel der 36jährige Rudolf Sarg, der geistig nicht ganz normal sein soll, aus Wut darüber, daß seine schwachsinnige Tochter vor einigen Tagen in ein anderes Kinderheim gebracht worden war, drei Schwestern des Heims und verletzte sie schwer durch Messerstiche. Der Täter konnte entfliehen. Die Verletzungen der Schwestern sind glücklicherweise nicht lebensgefährlich.
Der Frankfurter Jührerappell des deutschen Handwerks.
Der Hauptamtsleiter für Handel und Handwerk der NSDAP., Dr. v. R e n t e l n erläßt folgenden Aufruf zum Reichshandwerkertag:
Das deutsche Handwerk ist mit tausend Jahren deutscher Geschichte untrennbar verbunden. Es mutet fast symbolisch an, daß in diesem Jahre in kurzer Aufeinanderfolge in der gleichen altehrwür- diaen freien Reichsstadt Frankfurt a. M. die H e e r- scyau des deutschen Bauer ntums und nun der Führerappell des deutschen Handwerks stattfinden. Denn das Handwerk gehört mit zu jenen Volkstumsträgern, die die ewigen Wurzelkräfte jedes Kulturvolkes von jeher aewesen sind und in alle Zukunft hinein sein und bleiben werden.
Solange im deutschen Volk germanisches Fühlen und Denken lebendig waren waren gerade der Bauer und der Handwerker die Träger jenes gesunden völkischen Grundsatzes, wonach „gemeiner Nutz vor sonderlichem Nutz" zu gehen habe, lieber die karge Befriedigung materieller Bedürfnisse hinaus lebt seit Urbeginn im deutschen Bauerntum und Handwerk der unüberwindliche Drang zur kulturellen Gestaltung und damit zum verantwortungsvollen, hohen Dienst am Gemeinwesen des Volkes.
Aus dieser Kraft heraus bildeten sie auch lange die letzten Bollwerke gegen den Ansturm artfremder, zerstörender Einflüsse, die jedoch auch diesen starken Hütern und Bewahrern deutschen Griranken- autes allmählich immer mehr die Zeichen des Verfalls und der Entartung aufdrückten
Der Nationalsozialismus lehnt es ab, irgendeinem Stand ober einer Sondergruppe billige Geschenke
zu machen und unverdiente Vorteile xu verschaffen. Nur aus der Erkenntnis heraus, daß oas Handwerk als wertvoller Teil aus dem Gesamtleben des Volkes nicht wegzudenken ist, war die Aufbauarbeit der letzten Jahre erfüllt von dem Bestreben, fremde Ueberlagerungen wegzuräumen und alle guten deutschen Kräfte des Handwerks wieder der großen Gemeinschaft eines zu sich selbst zurückgefundenen Volkes zuzuführen
Wir sind damit noch lange nicht am Ziel. Vieles ist erreicht, aber fremde Einflüsse und Wucherungen waren zu lange wirksam im deutschen Volke, um heute schon die geistige und politische Gesundung als abgeschlossen betrachten zu können. Täglich erfahren wir am eigenen Leibe, wie stark wir selber noch in der Anschauung einer vergangenen Zeit verhaftet sind und wie immer wieder Rückfälle in das Denken und Handeln dieser Vergangenheit an der Tagesordnung sind Wenn wir nun die Reste einer falschen liberali- stischen Haltung überwinden und der Gemeinschaft ehrlich dienen wollen, so kann dies nicht durch große Worte und Beteuerungen, sondern nur durch d i e stille, bescheidene Tat und den harten Einsatz imAlltag bewiesen werden. Es ist auch nicht damit, die Mystik der alten Zünfte und das Brauchtum einer längst vergangenen Zeit zu einem späten Leben zu erwecken. Tradition darf nicht mit Rückschritt und mit billiger Wiederholung alter Formen verwechselt werden. Es gilt vielmehr, das zeitlose Gut deutscher Vergangenheit zu verbinden mit dem zukunftweisenden Willen zum neuen nationalen Sozialismus Adolf Hitlers. Die erste Aufwallung und ehrliche Begeisterung des Jahres 1933 müssen fortschwingen, in alle kommenden Jahre eines harten Lebenskampfes hinein. Die neue Haltung, die
nur erwächst aus einem starken Glauben und aus unermüdlicher Arbeit an sich selbst, muß sich in jeder Stunde eines schweren Alltags bewähren und darf vor keiner Schwierigkeit und keiner Enttäuschung, vor keinem Mangel und vor keinem Fehler, die Uebergangszeiten manchmal mit sich bringen, kapitulieren.
Der Nationalsozialismus hat dem deutschen Handwerk wieder neuen Lebensgrund gegeben, dessen Arbeit hat weit über das Materielle hinaus wieder einen tiefen Sinn bekommen. Der Frankfurter Hond- werkerappell des Jahres 1936 soll gleichzeitig em Dank an denFührerfür diese befreiende Tat sein und ein Gelöbnis, angesichts seines schweren Kampfes um die deutsche Lebensfreiheit jedes Son- derintereffe zurückzustellen und in vollster Verantwortung für das Ganze der politischen Führung jederzeit rückhaltlos und einsatzbereit zu folgen.
Sternfahrt
zum Aeicksbandwerkeriag.
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Dienstag morgen gegen 9 Uhr verließen, wie uns aus Berlin gemeldet wird, 7 2 Mei st er, Gesellen und Lehrlinge im Rahmen der Radsternfahrt zum Reichshandwerkertag in Frankfurt am Main die Reichshauptstadt. Die Berliner Handwerker trugen auf ihren Berufstrachten den Berliner Bären. An den Rädern waren die Zeichen des Handwerkszweiges befestigt, dem ihre Fahrer ange-
hvren. So sah man bei den Stellmachern einen Hobel, bei den Optikern ein Fernglas, bei den Schlossern einen großen Schlüssel, bei den Schneidern eine Schere. Zur Verabschiedung hatten sich zahlreiche Vertreter des Berliner Handwerks eingefunden. Unter dem Jubel der Schaulustigen, die sich zur Abfahrt der Handwerker eingefunden hatten, entschwand die lange Radfahrkolonne bald den Blicken der Zurück- bleibenden. Die Fahrt geht über Halle, Erfurt, Eisenach, Fulda und Hanau nach Frankfurt a. M. Täglich werden rund 80 bis 100 Kilometer zurück- gelegt. Unterwegs werden sich die Sternfahrer mit Fahrtteilnehmern aus anderen Gauen vereinigen. Samstag um 16 Uhr werden die 700 Stern- fahrer aus ganz Deutschland in Frankfurt von Reichshandwerksmeister W. G. Schmidt begrüßt werden.
Wetterbericht
des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.
Das durch die Kaltluftzufuhr entstandene Hochdruckgebiet hat sich rasch ostwärts verlagert, demgemäß befinden wir uns heute schon im Zufuhrgebiet feuchter subtropischer Luftmassen, die an der Vorderseite des über dem Kanal liegenden Wirbels einströmen und an der vorgelagerten Kaltluft zum Auf- gleiten kommen. Die Folge davon ist stärkere Bewölkung und Regenfälle. Da der Kanalwirbel sich weiter langsam ostwärts verlagert, verbleiben wir im Zufuhrbereich feuchter Meeresluft, so daß unbeständiges, wenn auch nicht durchweg unfreundliches und regnerisches Wetter erhalten bleibt.
Aussichten für Donnerstag: Veränderlich mit gelegentlicher Aufheiterung, aber auch zeitweiligen Regenfällen, bei Luftzufuhr aus Süd bis West mäßig warm.
Aussichten für Freitag: Fortdauer der leicht unbeständigen, aber nicht durchweg unfreundlichen Witterung.
Lufttemperaturen am 2. Juni: mittags 15,7 Grad Celsius, abends 10,8 Grad; am 3. Juni: morgens 10,1 Grad. Maximum 17,5 Grad, Minimum heute nacht 4,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. Juni: abends 17,1 Grad; am 3. Juni: morgens 13 Grad. — Sonnenscheindauer 6,4 Stunden. —- Niederschläge 0,1 mm.
Hauptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bildert Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IV. 36: 10 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch-und Steindruckerei R. Lange, K.-G^ sämtlich in Gießen.
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