Ausgabe 
3.4.1936
 
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Unmeldungen für dle neuen KdF.-Sportkurse.

Reiten, Fechten, Schach, Rollschuhlaufen, Kinder­gymnastik nimmt die Geschäftsstelle, Schanzenstr. 18, entgegen.

Alle Teilnehmer an KdF.-Sportkursen müssen ab 1. April die neue Jahressportkarte für 1936/37 er­werben! Die Karte kann entweder in den Sportkur­sen. oder auf der Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, gelöst werden.

** Personalien der Landesuniver­sität. Der Direktor der Unioersitäts-Nervenklinik und Ordinarius für Psychiatrie und Nervenkrank­heiten an der Universität Gießen, Professor Dr. Hoffmann, ist in gleicher Eigenschaft an die Universität Tübingen berufen worden. Der Pro-

Mr wollen das deutsche Volk gesund und stark machen. Beweist euerJa durch eure Tat, gebt für die Aufgaben der ASB. eure Spenden, kauft die Schmetterlinge und zeichnet die Listen der NSV.

fessor für Anatomie an der Universität Würzburg, Dr. med. Wetzel, wurde mit der Vertretung des Direktors der Anatomie an der Universität Gießen, Professor Dr. Becher, mit Wirkung ab 1. April 1935 beauftragt. Der außerordentliche Profes­sor Dr. Schur in Breslau erhielt den Auftrag, vertretungsweise im Sommersemester 1936 die Pro­fessur für Alte Geschichte an der Universität Gießen zu versehen.

** Arbeitsjubiläum. Am heutigen 3. April kann der in der Abteilung Verzinkerei der Firma Bänninger beschäftigte Arbeitskamerad Karl M o o tz auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Firma zurückblicken. Der Jubilar hat sich durch seinen vor­bildlichen Fleiß und seine gute kameradschaftliche Gesinnung das Vertrauen und die Wertschätzung der Betriebsführung und feiner Arbeitskameraden erworben. An feinem heutigen Jubiläumstage wur­den ihm von der Betriebsführung und seinen Ar­beitskameraden Geschenke als äußere Zeichen der Wertschätzung übermittelt.

♦♦ Sker6efälle In Gießen. Es verstorben in der Zeit vom 15. bis 31. März: am 18. Heinrich Keiner, Lademeister, 59 Jahre alt, Bleichstrahe 48; Earl Cellarius, D^erbaurat, 61 Jahre alt, Guten- bergstraße 24. 19. Brigitte Kimmel, 7 Jahre alt, Fröbelstraße 8; Fritz Krausch, 9 Jahre alt, Anne- röder Weg 45. 20. Johann Georg Schäfer, Schmied, 82 Jahre alt, Bleichstraße 11. 24. Max von Witz­leben, Oberst a. D., 75 Jahre alt, Am Nahrungs­berg 57. 25. Anna Wagner, geb. Klaas, 70 Jahre alt, Großer Steinweg 26. 26. Anna Arnold, geb. Schmidt, 79 Jahre alt, Bahnhofstraße 13. 27. An­neliese Schmitt, 10 Jahre alt, Liebigstrahe 8; Wil­helm Frohnhäuser, Privatier, 73 Jahre alt, Goethe- strahe 70; Oskar Brauer, Gärtner, 63 Jahre alt, Neuenweg 6. 28. Franz Wilhelm Sommershof, 21 Jahre alt, Bruchstraße 17. Margarete Enzinger, geb. Rinn, 39 Jahre alt, Lindengasse 14.

** Stadttheater - Abonnement. Die Einlösung der 7. Rate des Stadttheater-Abonne­ments betrifft eine Bekanntmachung der Bürger­meisterei in unserem heutigen Blatte, auf die be­sonders hingewiesen fei.

* D i e Elektrogemeinschaft Gießen veranstaltete gestern abend im Caf6 Leib einen Aufklärungsvortrag. Obermeister Schmidt wies darauf hin, daß diese Vorträge zur fortschrei­tenden Elektrifizierung in unserer Stadt beitragen sollen. Frl. Eger von den Siemens-Schuckert-Wer- ken gab dann in unterhaltender Weise praktische Winke für die Ausnützung der Fortschritte und Vorzüge der elektrischen Küche. An einer Reihe von praktischen Koch-, Brat- und Backvorgängen wies die Rednerin die Sauberkeit, Schnelligkeit und Sparsamkeit der elektrischen Küche nach. Herr Z e - l o w s k i besprach die sachlich-praktische Seite mit Hilfe einiger Rechenexempel und ging dann aus­führlich auf die Geräte im einzelnen ein, erläuterte die Vielfältigkeit der Anwendung und die Einfach­heit im Gebrauch. Während einer mit Musiküber­tragung ausgefüllten Pause wurde die Verteilung der Kostproben vorgenommen. Anschließend wurde in einem interessanten Film die elektrische Herstel­lung von Eis und die Fabrikation von Eisschrän­ken' gezeigt. Die bei der Vorführung hergestellten Kuchen kamen zur Gratisverlosung. Mit dem Hin­weis auf die durch Auftragserteilung mögliche Ar­beitsbeschaffung im Sinne der Regierungsmaßnah­men wurde der Abend beschlossen.

Mstererbhof für die Reichsnährstandsschau.

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Mustererbhof für die Reichsnährstandsschau vor der Vollendung. (DNB.-Heimatbilderdi enst. Phot.: Kern.)

In der vorderen Reihe hinter den Verteidigern der Erste links: Korpatsch. Die beiden Frauen: links die Schwester, rechts die Tochter des Korpatsch. (DNB.-Heimatbilderdienst. Phot.: Schmidter.)

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rufen haben, daß sie Devisenschieber und Mörder seien. Der Staatsanwalt deutet auf Josef Kor- patsch und ruft:D a s i tz t d e r M ö r d e r." Von dem Verteidiger des Angeklagten wird darauf hin- gewiefen, daß in Wesermünde der Verdacht gegen den Angeklagten Josef nicht habe aufrechterhalten werden können. Aus der Aussage eines Kriminal­beamten ergibt sich aber, daß dieses Verfahren noch keineswegs abgeschlossen ist.

Die Korpatschs und die Rosenbergs hatten schon einmal in Saarbrücken eine Auseinandersetzung ge­habt. Die angeklagte Tochter des Korpatsch befand sich im Wohnwagen und will durch Kinder von der Schlägerei erfahren haben; als sie hinkam, sei schon alles zu Ende gewesen, als sie gefragt wird, ob sie nicht gesehen habe, daß Leute bluteten, gibt ie zur Antwort, sie habe nur geweint, als sie sah, laß man ihren Vater fortbrachte. Vorsitzender:Sie ollen mit einem Knüppel auf die andern geschlagen und den Knüppel dann Ihrem Bruder Josef ge­geben haben." Angeklagte:Hören kann man alles, wenn man nicht sieht? Die Angeklagte meint, es komme bei Zigeunerfrauen nicht vor, daß sie schla­gen. Als ihr dann vorgehalten wird, daß sie doch einen Knüppel hatte, meint sie, dann habe sie auch draufgeschlagen. Die Schwester des Korpatsch be­richtet unter lebhaften Gestikulationen, daß sie keinen Menschen angefaßt habe, und daß d i e Gegner aus dem Himmel gekommen seien. Sie will nach der Schlägerei in den Wohn­wagen gegangen sein. Staatsanwalt:Sie haben Gold geholt. Wie kam es in den Wohnwagen?" Angeklagte:Ich habe kein Gold geholt, wo habe ick Gold?" Staatsanwalt:Haben Sie ein Bier­glas in der Hand gehabt?" Angeklagte:Um Got­teswillen."

Nach der Vernehmung der Angeklagten schilderte der Hauptzeuge, der 44jährige Johann Rosen­berg, den Streit beim Pferdehandel in der Wirt­schaft, wo man fleißig dem Alkohol zusprach. Als sich die Situation zuspitzte, will er gesagt haben: Wir sind hier nicht in Saarbrücken, sondern in Frankfurt a. M., da habe ich auch Hilse." Auf ein­mal habe er dann von allen Seiten Schläge bekom­men, und als er wieder zu sich kam, habe ihm der alte Korpatsch das Blut abgewischt. Der Zeuge meint, wenn es damals zehn Minuten später ge­

wesen wäre, dann hätten die andern die Schläge bekommen. In bezug auf die Freunde, die ihm dann geholfen hätten, meint der Zeuge:D i e ärgern sich heute noch, daß sie nicht dabei wäre n." (Große Heiterkeit.) Lachend sagt der Zeuge dann, daß er im Krankenhaus ausgerückt sei, weil er nicht dortbleiben wollte.Das heilt so, wir haben gesundes Blut." Der Zeuge, der sich nach der Meinung des Staatsanwalts merkwürdig zurückhaltend zeige, verneint, daß ihm 5000 Mark geboten worden seien, wenn er so aussage, daß die Sache beigelegt werde. Vorsitzender:Wie heißen die Korpatschs richtig?" Zeuge:Weiß ich n i'ch t." Vorsitzender:W ie heißen Sie richtig?" Zeuge:Weiß ich auch nicht." Das ist die erste richtige Antwort", meint der Staatsanwalt. Auf die Frage eines Anwalts, ob sich die Parteien nachträglich verziehen hätten, meint der Zeuge, daß es so Sitte sei, wenn man sich geschlagen habe und man trinke nachher wieder einen zusammen, dann sei alles wieder gut. Der alte Korpatsch sei sein bester Freund gewesen.

Acht Tage nach der Schlägerei wurde, wie ein Beamter als Zeuge aussagt, der Kriminalpolizei vertraulich mitgeteilt, daß Rosenberg von Köln aus bedroht wurde, weil er Anzeige gemacht habe, und daß ihm 5000 Mark angeboten wurden. Rosenberg bestätigt, daß er von Köln und aus Herne Drohschreiben bekam, verneint aber, daß ihm Geld geboten wurde. Der Zeuge bekun­dete aber, daß solche Streitigkeiten unter Zigeu­nern nachher öfter mit Geld beglichen worden feien.

Kriminalrat Nußbaum, der die ganze Zi­geunerangelegenheit bearbeitet, bekundet als Zeuge u. a., daß im Anschluß an die Frankfurter Sache Verfahren gegen Zigeuner bei den Staatsanwalt­schaften in Wesermünde, Osnabrück, Stade, Verden (Aller), Bremen und Altona anhängig wurden. Die Verfahren in den letzteren drei Städten wurden von der Frankfurter Staatsanwaltschaft übernommen. Bei dem Verfahren in Altona handelt es sich um eine Zigeunerschlacht in Ratzeburg, bei der drei Personen getötet wurden.

Die Beweisaufnahme war damit beendet. Ein Angeklagter wurde aus der Haft entlassen. Das Gericht wird die Verhandlung am Samstag fort» setzen.

Obecheffen.

LPD. Frankfurt a. M., 2. April. Der erste größere Bau für die Reichsnährstands­schau geht seiner Vollendung entgegen: Ein Mustererbhof, der in Größe, Ausgestaltung und Einrichtung vorbildlich für den deutschen Erb­hofbau werden soll, wird auf dem Festhallengelände

errichtet. Das Richtfest ist bereits gefeiert, der bunt­geschmückte Richtbaum steht auf dem Dach, und in wenigen Wochen wird die Einrichtung fertig fein. Dann wird er von allen Arten Vieh, das zu einem ordentlichen Erbhof gehört, bezogen werden.

Die Zigennersippe Korpatsch ans der Anklagebank.

Oie Zigeunerschlacht in der Ostendstraße in Frankfurt.

LPD. F r a n k f u r t a. M., 2. April. Das Frank- furter Schöffengericht verhandelte am heutigen Donnerstag gegen 13 Zigeuner, darunter zwei Frauen, wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung. Es handelt sich um die Vorgänge, die sich am 11. Januar in einer Wirtschaft in der Ostendstraße in Frankfurt a. M. abspielten. Die jetzt angesetzte Verhandlung gegen die Zigeunerschar ist nur ein Vorprozeß, in dem es sich um einen Kampf zweier Zigeunersippen dreht, der zu einer blutigen Auseinandersetzung führte. Zigeunerschlach­ten hat es schon häufig gegeben; in einem geord­neten Staatswesen können, auch wenn nur die Be­lange der betreffenden Parteien verletzt sind, solche Schlägereien nicht geduldet werden. Ganz anders verhält es sich mit dem noch schwebenden Straf­verfahren, das seine Sühne vor dem Sondergericht finden wird. Hier werden die Devisenschie- bungen aufgerollt werden. Durch die Schlägerei ist auch der Verdacht gegen einen der jetzt er­schienenen Angeklagten laut geworden, daß er in Norddeutschland einen Totschlag oder einen Mord auf dem Gewissen hat. Hier sind die Er­mittlungen noch nicht abgeschlossen.

Um Störungen während der Verhandlung zu vermeiden, war ein größeres Aufgebot von Polizei­beamten in Uniform und Zivil bestellt worden. Von den Angeklagten tragen fünf den Namen Korpatsch, vier heißen R e b st o ck. Alle Ange­klagten sind miteinander verwandt ober verschwä­gert. Der alte Korpatsch ist mit seinen Söhnen, seiner in Frankfurt vor 22 Jahren geborenen Tochter und seiner 60jährigen Schwester erschienen. Die beiden angeklagten Frauen sind ärmlich ge­kleidet im Gegensatz zu der Mehrzahl der ge­bräunten, schwarzhaarigen Männer. Ein Teil der Angeklagten ist im Elsaß geboren, die andern sind in Norddeutschland zur Welt gekommen. Es besteht aber Zweifel, ob ihre Personalien stimmen; man nimmt an, daß es sich um Ausländer, zum minde­sten aber um Staatenlose handelt. Interessant sind

ihre Vornamen. So befindet sich ein Roga, ein Zukro, ein Pisari, ein Giovanni darunter, und einer trägt gar die Vornamen Bitschi, Bütschi, Bitsin und Bitju.

Vater Jschwan Janosch Korpatsch hat acht Kinder und ist 67 Jahre alt. Er sieht aber wie ein 45er aus und hat noch keine weißen Haare. Wenn es auch mit der Sprache bei den meisten nicht hapert, so sieht es hinsichtlich der Schreibgewand- heit bei vielen noch düster aus. Mehrere Angeklagte haben die Vollmacht für ihre Verteidiger nur mit drei Kreuzen unterzeichnen können. Von den wei­ter angeklagten Korpatschs hat der eine sieben, der andere fünf Kinder. Der alte Korpatsch ist wieder­holt bestraft, so in Altona wegen Umsatz st euer- Hinterziehung mit 50Ö00 Mark Geldstrafe, dann wegen Körperverletzung, Widerstands und Beleidigung mit sieben Monaten Gefängnis. Diese Strafe wurde in 1000 Mark Geldstrafe um­gewandelt. 1928 bekam er in Hamburg wegen Rückfallbetrugs drei Monate Gefängnis; auch hier brachte er es fertig, daß eine Umwand­lung der Strafe erfolgte. Die Schwester des Kor­patsch soll in Hagenau geboren fein. Als sie nach dem Geburtsort gefragt wird, sagt sie, sie sei im Wald geboren und wisse nicht wo.

Die Anklage geht davon aus, daß die Sippe Korpatsch über die Sippe Rosenberg her­fiel und sie mit Messern und Biergläsern bearbeitete, so daß vier derHeeresgruppe" Rosen­berg verletzt wurden. Die Angeklagten leugneten, nur einer gab zu, daß er einem Gegner einen Schlag auf den Kopf mit einem Senfglas versetzte. Zu dem Streit soll es dadurch gekommen fein, daß von den Rosenbergs versucht worden sei, ein Pferd, bas ber alte Korpatsch verkaufen wollte, bei dem Interessenten schlecht zu machen. Korpatsch behaup­tet, daß Rosenberg mit ihm und den anderen Krach angefangen habe. Auch will er nicht mit sei­nem Sohn das Lokal verlassen haben, um Verstär­kung zu holen. Rosenberg soll den Gegnern zuge-

Ein Markthallen-projekt in Hungen.

(D Hungen, 2. April. In dem Bestreben, einem schon seit Jahren gehegten Plane der Schaffung einer Markthalle näherzutreten, hatte sich vor einigen Wochen zur Verwirklichung dieses Pro­jektes eine Gemeinschaft von Ortsbürgern in der Gründung eines Markthallenbauver­eins zufammengefchloffen. Der Vorsitzende des Markthallenbauoereins, Bauunternehmer Koch, hatte nach Erledigung der vorbereitenden Maß­nahmen durch Schaffung der erforderlichen Unter­lagen am heutigen Abend die Einwohnerschaft zu einer öffentlichen Sitzung des Markthallenbauver­eins in den Rathaussaal eingeladen. Nach Be­grüßung durch den Vorsitzenden nahm Ortsgrup­penleiter K i r ch h ö f e r das Wort, um auf Sinn und Zweck dieses Bauvorhabens hinzuweisen. Die tatkräftigste Unterstützung der gesamten Bürger­schaft fei Haupterfordernis. Die Halle, hi? in ihren Ausmaßen mit 15 Meter Breite und 30 Meter Länge eine Grundfläche von 450 Quadratmeter um­faßt, soll in der Hauptsache den Erfordernissen der Landwirtschaft Rechnung tragen. Darüber hinaus soll sie auch größeren Veranstaltungen zugänglich gemacht werden. Die Kosten belaufen sich nach einem Voranschlag auf insgesamt 8000 Mark. Die Finanzierung soll unter folgenden Gesichtspunkten zur Durchführung gebracht werden: seitens der Ge­meinde werden durch Lieferung des erforderlichen Holzwerkes 2000 Mark, weitere 1000 Mark von einem ungenannten Verein bereitgestellt. Die rest­lichen 5000 Mark sollen in Form von Bausteinen, d. h. 1000 Gutscheine zu je 5 Mark, aufgebracht werden. Durch jährliche Auslosung von ie 500 Mark soll dieser Betrag eine entsprechende Amortisation erfahren. Eine anschließende Aussprache beschloß die weitere Verfolgung dieser Angelegenheit

Landkreis Gießen

£ ® i e f e cf , 3. April. Der Landwirtschaf t- licheKonsumverein e. G. m. b. H., Wieseck, hielt gestern abend bei Gastwirt Schepers seine Frühjahrsgeneralversammlung ab. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Karl D a u p e r t, gab die Jah­resbilanz von 1935 bekannt, die in Aktiva und Passiva 38 531,27 RM. aufweist. Der Reingewinn beträgt 4964,29 RM. Die Verteilung erfolgt in üblicher Weise. Der Umsatz in beiden Verkaufsstellen betrug in 1934 189 256 RM. und wurde in 1935 um zirka 14 000 RM. erhöht, so daß er 203 067 RM. aufweist. Dem Vorstand und Aufsichtsrat wurde Entlastung erteilt.

K Alten-Buseck, 2. April. Gestern wurde unser Ortsgruppenleiter Heinrich Wilh. Freund, der nach kurzer, schwerer Krankheit am Sonntag­abend in der Klinik zu Gießen verstorben war, zur letzten Ruhe geleitet.. Ein Trauerzug, wie ihn unser Ort wohl noch nicht erlebte, gab dem früh Da- Hingeschiedenen das letzte Geleite. Unter Voran­tritt einer SA.-Kapelle folgten die Fahnen der Be­wegung, denen sich die Politischen Leiter der Orts­gruppe, ber Kreisleitung, sonstige Politische Leiter unb Parteigenossen entschlossen. Weiter folgten die NS.-Frauenschaft, BDM., Jungmädel, Kriegerver­ein, Turnverein unb Kegelklub. Dem mit ber Haken­kreuzfahne bebeckten, von 6 Ortsgruppenleitern be­gleiteten Sarge folgten in enblofem Zuge die übri­gen Leidtragenden durch das von Hitler-Jugend und Jungvolk der Ortsgruppe gebildete Spalier. Am Grabe sprach der 'Ortsgeistliche, Pfarrer Nau­mann, ergreifende Worte unter Zugrundelegung des Bibeltextes:Meine Wege sind nicht Eure Wege" spricht der Herr, und er fand warme Worte des Trostes für die schwergeprüften Hinterbliebe­nen. Unter Kranzniederlegungen folgten ehrende Nachrufe durch Kreisleiter Dr. Hildebrand, Bürgermeister Kahl und die Vertreter der anwe­senden Organisationen, Vereine und von Freunden. In allen Ansprachen wurde des Verstorbenen vor­bildliche Kameradschaft und Treue zu Volk, Führer und Vaterland, seine aufopfernde Sorge und Tätig­keit für feine Familie und feine stete Hilfsbereit­schaft für feine Volksgenossen zum Ausdruck ge­bracht. Unter den Klängen des LiedesIch hatt' einen Kameraden" und den Ehrensalven des Krie- gervereins nahm die Gemeinde Abschied von einem ihrer besten Söhne und treuesten Volksgenossen. Liede und ehrendes Andenken, verbunden mit herz­licher Anteilnahme für feine schwergeprüfte Fa­milie, wird ihm über das Grab hinaus erhalten bleiben.

§ ©taufenberg, 2. April. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde beschlossen, in Zukunft Arbeiten und Lieferungen nur noch an Mitglieder der NSV. zu vergeben. Wegen der großen Rabenplage in unserem Gemeindebezirk wurden auf Veranlassung der Ge­meinde 50 Gifteier ausgelegt.

00 Klein-Linden, 2. April. Am Mittwoch­vormittag schloß die Kleinkinderschule ihre Jahresarbeit ab. Schwester Lina hatte Eltern und Freunde der Station zu einer schlichten Feier ein­geladen. In Sprechchören erzählten die Kleinen von der rechten Osterfreude, und in heiteren Spielen vom Osterhasen gaben sie ihrer Freude Ausdruck.

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I Mostersvau Melissengeist