Ausgabe 
26.9.1935
 
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Eine verspätete Greuel-Legende

Aus aller Welt

wieder

Englischer Fischdampfer mit elf Mann Besatzung im Sturm gesunken.

Schweres Unwetter über Holland.

An der holländischen Nordseeküste tobte ein schwe- rer Nordweststurm, der große Derhee- rangen anrichtete und in vielen Städten lang­wierige Verkehrsstockungen verursachte. Im Hafen von Rotterdam rissen sich zahlreiche Schiffe von ihren Liegeplätzen los. Dabei wurden mehrere Schiffe beschädigt. In den Nordseehäfen hoek van Holland und Ymuiden muhte der Lotsendienst ein­gestellt werden. Im Flugverkehr traten starke Ver­zögerungen ein. Auf dem Jssselmeer-Zuidersee fie­len mehrere Fischkutter dem Sturm zum Opfer, wo­bei vier Menschen ertranken. In Amsterdam wurden zahlreiche Bäume und Dachantennen um» geweht. Eine Frau wurde durch einen schweren Baumast tödlich getroffen, mehrere andere Per- sonen erlitten Kopfverletzungen.

Richtfest im Olympischen Dorf.

verurteilt.

Oevisenverbrechen zweier katholischer Ordensschwestern.

Berlin, 25. Sept. (DNB.) Unter der schweren Anklage, in den Jahren 1932 bis 1934 rund 21 2 000 Mark nach Holland verscho­ben zu haben, hatten sich vor dem Berliner Schöf­fengericht die Generaloberin Elisabeth Schulte- Mesum und die Generalprokuratorin Therese Dreier des FrauenordensMissionsschwestern vom heiligsten Herzen Jesu" aus Hiltrup in Westfalen zu verantworten. Das Geld war zum Ruckkauf der im Kurs gesunkenen Obligationen und zur Amorti­sation einer in Holland aufgenommenen 600 000- Gulden-Anleihe verwendet worden. Auch die hil- truper Missionsschwestern sind zu ihren Devisen­schiebungen von dem berüchtigten Dr. h o f i u s , dem Leiter derUniversum Bank" in Berlin ver­leitet worden. Die Angeklagte Dreier hat nach dem ersten Eingreifen der Zollfahndungsstelle das be­lastende Material beseitigt und neue Bücher ange­fertigt, die den Beamten zu Täuschungszwecken vor­gelegt wurden. Der Anklagevertreter beantragte gegen die Hauptangeklagte, Generaloberin Elisabeth Schulte-Mesum eine Zuchthausstrafe von 3 Jahren, 5 Jahren Ehrverlust und 120 000 Mark Geldstrafe. Gegen die Mitangeklagte Generalprokuratorin The­rese Dreier lautete der Antrag auf 10 Monate Ge­fängnis und 20 000 Mark Geldstrafe.

Das Schöffengericht verurteilte die Angeklagte Elisabeth Schulte-Mesum zu 1 Jahr Gefängnis und 30 000 Mark Geldstrafe und die Mitangeklagte The­rese Dreyer zu 7 Monaten Gefängnis und 10 000 Mark Geldstrafe. Die Untersuchungshaft wird an­gerechnet und der Haftbefehl gegen die Angeklagte Dreyer aufgehoben.

pflegen wird.

polnischer Jude wegen Beleidigung des Führers verurteilt.

Warschau, 25. Sept. (DNB.) Vor dem War­schauer Bezirksgericht wurde gegen den jüdischen Kaufmann Halberstadt verhandelt in einem Strafverfahren wegen Beleidigung des deutschen Staatsoberhauptes. Der Pro­zeß erregte in Warschau viel Aufsehen, und die Presse berichtete ausführlich darüber. Der indische Angeklagte hatte die Zusendung einer De ut- schen Firma ungeöffnet zurückgehen lassen und auf die Rückseite des Briefumschlages einen den Führer und die Reichsregierung beleidigenden Vermerk angebracht. Der polnische Staatsanwalt hatte daraufhin Klage wegen Beleidigung eines fremden Staatsoberhauptes erhoben. Das Bezirks­gericht hat nun den Juden wegen bewußter Belei­digung eines fremden Staatsoberhauptes z u acht Monaten Gefängnis ohne Bewährungsfrist

Angesichts des Todes des ehemaligen französischen Botschafters in Berlin Jules Cambon ver- öffentlichen dieTimes" von einem ungenannten Verfasser einen Nachruf, in dem u. a. auch die Rückfahrt des Botschafters »ach der Kriegserklärung von Berlin an die dänische Grenze geschildert und dabei auch eine Episode er­zählt wird, die als Beispiel des damals in Deutsch­land herrschenden Hasses und der selbst bei Frauen ausgebrochenen Grausamkeit gelten foö. An dem heißen Augusttag sei in dem Zuge des Botschafters der Vorrat an Wasser ausgegangen, und Jules Cambon habe auf einer Station auf dem Bahn­steig von einigen Rote-Kreuz-Schwestern em Glas frisches Wasser für ein an Fieber erkranktes Kind eines Mitglieds der französischen Botschaft erbeten.

Die werten Vertreter der deutschen Kultur hatten aber das Glas Wasser auf den Boden ge­gossen und gesagt, deutsches Wasser sei zu gut für ein französisches Kind".

Man konnte diese späte Greuelgeschichte zu den übrigen legen und mit einigem Optimismus von dem inzwischen durch die Erfahrung kluger gewor­denen Urteil der Welt hoffen, daß es auch diese Episode unter die Lügenpropaganda einreiht, die während des Krieges gegen Deutschland betrieben wurde, aber inzwischen für jeden vernünftigen Menschen entlarvt ist. Da aber ein so viel beacht^ les und angesehenes Blatt wie dieTime s" sich nach so langen Jahren zur Weiterverbreitung die- ser anonymen Legende hergibt, ist es richtig und dankenswert, daß der bekannte deutsche Historiker Alfred von W e g e r e r , der sich besonders mit der Aufklärung der Kriegsursachen und der so­genannten Schuld am Kriege befaßt hat, der an­geblichen Erzählung Cambons nachgegangen und in der Lage ist, ihre Unwahrscheinlichkeit, ja Un­möglichkeit zu beweisen.

Er machte in einem Aufsatz der Berliner Börsen-

Feuerwehrverstärkungen herangezogen werden. DK Feuerwehr bemühte sich, ein Uebergreifen auf die umliegenden Lagerhäuser zu verhindern. - Der auf dem Dach des Gebäudes auf montierte Äran sowie die 24 Meter hohe Seitenwand des Hauses sind nach den letzten Meldungen nach der Flußseite zu abgestürzt. Fünf große Barken und mehrere kleine Fahrzeuge, die infolge der herrschenden Ebbe festsaßen, wurden von den Herabsturzenden Trüm­mern schwer beschädigt und von den in Brand ge- ratenen Gummimassen, die sich m Strömen über die Ufer ergossen, in Brand gesetzt. Das Feuer hat auch die in den unteren Raumen des Lagers aufgespeicherten Vorräte von Wein und Spirituosen ergriffen. 300 zum Teil mit Gasmasken versehene Feuerwehrleute beschränken sich darauf, die be­nachbarten Waren- und Wohnhäuser zu retten.

Grohfeuer in einer Möbelfabrik.

Die Gemeinde Lampertheim bei Mannheim mürbe in einer der vergangenen Nächte von einem schwe. ren Brandunglück heimgesucht. Gegen Mitter­nacht entstand in der Möbelfabrik Lust ein Groß, feuer. Die Ortsfeuerwehr sah bei ihrem Eintreffen bereits ein riesiges Flammenmeer vor sich, das m den großen holzoorräten reiche Nahrung fand. Durch starken Funkenflug bestand lange Zeit auch für das riesige Holzlager und den dichtbebauten Teil von Lampertheim große Gefahr, die jedoch nach an­gestrengter Löscharbeit als beseitigt gelten konnte. Die Möbelfabrik wurde vollständig von den Flam­men zerstört. Auch zwei Scheunen und ein Bauern. Haus sind zum größten Teil vernichtet worden. Fast 100 Arbeiter haben durch den Brand ihre Arbeits- stätte verloren, lieber die Brandursache ist noch nichts bekannt.

Lebenslängliches Zuchthaus für den oberpfälzischen Frauenschreck.

Riesenfeuer in London.

London wurde von einem Großfeuer betrof­fen, das glücklicherweise keine Menschenleben for- verte. In Dem an der Themse gelegenen Colonial- Wharf in Wapping brach Feuer aus, zu dessen Bekämpfung Hunderte von Feuerwehrleuten ein­gesetzt werden mußten. Mit 35 Rohren und zwei Feuerlöschbooten versuchte man, den Brand nieder­zukämpfen. Die Colonial-Wharf ist die größte Speicheranlage an diesem Teil der Themse. In dem Stockwerk, in dem der Brand ausbrach, befan-

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Schornstein und der Kommandobrücke war nichts übrig geblieben. Kurz nach Mitternacht gab das Fahrzeug seine letzten Lichtsignale ab. Damit war jede Hoffnung auf Rettung der Mannschaft ge­schwunden. Bei aufkommender Flut brach das Schiff schnell auseinander.

den sich große Mengen an Gummi, Tee und orien- talischen Erzeugnissen. Der Verkehr in der High Street in Wapping und den benachbarten Straßen mußte während des Brandes stillgelegt werden. Später mußte die Polizei die riesige Zuschauer­menge zurückdrängen, da ein großer Kran vom Dache des Gebäudes herabzustürzen drohte. So- I gar aus den umliegenden Landbezirken mußten

Oie Finanzlage der Reichsbahn.

B e r l i n, 25. Sept. (DNB.) Der Derwaltungsrat der Reichsbahn widmete besondere Aufmerksamkeit der Entwicklung der Reichsfinanzen. Die Be­triebseinnahmen find zwar in den ersten acht Mo­naten des Jahres um rund 7,5 v. h. höher als im vorigen Jahre, sie reichen aber nicht aus, die bis­her entstandenen Ausgaben der Gesamtrechnung zu decken. Bis August einschließlich ist eine Mehr­ausgabe von rund 100 Millionen Mark zu verzeichnen, ein Fehlbetrag, der sich in den kom­menden erfahrungsgemäß ungünstigeren Monaten voraussichtlich noch erhöhen wird. Der Verwal­tungsrat nahm von dem Plan einer Verein­fachung der Verwaltung und von beabsich­tigten und in Durchführung begriffenen Erspar- nismaßnahmen Kenntnis, ebenso von den Vorarbeiten zu einer Reform d e s Reichs­bahngütertarifs.

EA. und Köfener SC

München, 25. Sept. (DNB.) Die Oberste SA.-Führung gibt folgenden Erlaß des Stabschefs Lutze bekannt: ,

1. Ich verbiete mit Wirkung vorn 15. Oktober 1935 bie Zugehörigkeit von SA.-Fuhrern unb -Männern zum $ Öfen er SC., da Der Köfener SC. nach öffentlicher Mitteilung durch ben Chef der Reichskanzlei die Durchführung des Arier-Grundsatzes abgelehnt hat.

2 SA.-Führer und -Männer, die bis zum 15. Oktober 1935 ihren Austritt aus einem aktiven Korps oder einer Altherrenschaft des Köfener SC. nicht oorgenommen haben, find aus der SA. zu ent­lassen. _________ Gez.: Lutze.

Oeutschlandreise des ungarischen Ministerpräsidenten.

Budapest, 25. Sept. (DNB.) Der ungarische Ministerpräsident G ö m b ö s begibt sich Donners- tagfrüh im Flugzeug nach Deutschland, um auf Ein­ladung des Ministerpräsidenten General Goring an einer von diesem veranstalteten Jagd teilzuneh­men. Ministerpräsident Gömbös wird auf feiner Reise auch Berlin berühren und dort dem Führer und Reichskanzler seine Auf­wartung machen. Man nimmt an, daß der unga­rische Ministerpräsident in Berlin auch mit an­deren führenden Persönlichkeiten Besprechungen

Kunst und Wissenschast.

Deutschlands Beteiligung an den Internationalen Ailmfestwochen in Brüssel.

Vom 26. September bis zum 17. Oktober finden in Brüssel Internationale Filmfest- Wochen statt, an denen sich alle maßgeblichen filmschaffenden Länder beteiligen werden. Don Deutschland sind jetzt für die Teilnahme an tie­fem interessanten internationalen Filmwettbewerb folgende Filme bestimmt worden:Pygmalion* (Rota),Liselotte von d e r P f a l z" (Europa), Die Werst zum grauen Hecht" (Terra). Außer diesen Spielfilmen wurden ferner bestimmt die Ufa-Kulturfilme:Was die Isar rauscht", Ameisenstaat" undKraftleistungen der Pflanzen, sowie die beiden Kulturfilme:Schmetterlingsleben* (Bavaria) unbSpielzeug" (Arco-Film). Don deut­scher Seite wurde auch noch der FilmHände am Werk" der Reichspropagandaleitung der NSDAP., Abteilung Film, zur Teilnahme gemel­det. Außer ben vorgenannten Filmen will Deutsch­land bemerkenswerte Wochenschau-Streifen der Da­varia, Deuling und der Ufa zeigen lassen.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantworllich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiten Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An­zeigen: Theodor Kümmel. D. A. VIII. 35: 9838. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Stein­druckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.

Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf- Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr, Änzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 W mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig-

In Berlin wurde im Olympischen Dorf das Richtfest feierlich begangen. Ministerialrat Schulz begrüßte die Festteilnehmer, besonders Reichskriegsminister Generaloberst von Blom­berg und Reichsminister Dr. F r i ck. Er dankte dem Reichskriegsminister, der den Boden für bas Olympische Dorf zur Verfügung gestellt habe. Wenn nun nach langen Wochen ber Arbeit bie Richtkrone aufgesetzt werden könne, so gebühre auch den 2000 Arbeitern Dank, die an dem Werk mitgewirkt hät­ten. Dann verlas ein Polier den Richtspruch. An­schließend richtete Staatssekretär a. D. Dr. L e - w a ld Dankesworte an ben Reichskriegsminister. Generaloberst von Blomberg, ber nun selbst bas Wort nahm, gab seiner Freude darüber Aus- druck, alle, die an dem Bau mitgearbeitet haben, I gar

zeitunq darauf aufmerksam, daß C am b o n am 6. August 1914 an ben Damaligen Minister des Aeuheren Doumergue einen Bericht über Die in Frage fommenbe Reise erstattet der auch im französischen Gelbbuch enthalten ist. In diesem Bericht sind zwar sehr viele Beschwerden über den Verlauf der Reise enthalten, u. a. über die scharfe militärische Bewachung, aber es steht nichts darin über jenen angeblichen Vorfall auf dem Bahnsteig. Ferner hat Jules Cambon alle seine Beschwerden, die er erheben zu können meinte, in einem Briefe niedergelegt, den er am 5. August durch den militärischen Begleiter des Zuges, den 1915 gefallenen Major von Rhein- haben an den Damaligen Staatssekretär im Aus­wärtigen Amt von Jagow richtete. Auch in die­sem Briese ist nichts von Dem Verhalten Der Rote-Kreuz-Schwestern erwähnt. Drittens hat Eam- bon Dem französischen Journalisten Raymond Re­co uly eingehende Mitteilungen u&er Die Erfahrungen seiner Reise gemacht, Die in Dem Buch Des Journalisten enthalten sinD. Auch hier ist mit keinem Worte Des Vorfalls Erwähnung getan.

Man kann also mit unbedingter Sicherheit aus diesen drei absolut zuverlässigen negativen Quellen schließen, daß die Behauptungen des ungenannten Gewährsmannes derTimes" entweder direkt er­fand e n sind, oder aus umlaufenden Geruch- t e n übernommen wurden. Da De r Sohn Des Botschafters Cambon zur Zeit MitglieD Der fran­zösischen Botschaft in London ist, hat er Die beste Gelegenheit, durch Feststellung Des Autors Der Times" nicht nur Deutschland gegen eine unge­rechte Anklage zu schützen, sondern auch das An­denken an seinen Vater von Dem Vorwurf zu reinigen, daß er angeblich private Erzählungen verbreitet habe, die er amtlich und unter seiner Verantwor­tung nicht zu vertreten wagte.

Der in Hüll beheimatete englische Fischdampfer Skegneß" ist bei Speetvn Riff an der Küste von Yorkshire vom Sturm zerschellt worden. Trotz übermenschlicher Anstrengungen, dem in See­not geratenen Schiff vom Land her Hilfe zu brin­gen, hat bie elfköpfige Besatzung den Tod ge- funben. Es konnten bereits zwei Opfer des Un­glücks geborgen werden. DieSkegneß" lief bei Nacht an einer Stelle, wo die Steilküste über 120 Meter aus dem Wasser ragt, in einem Nordoststurm von ungewöhnlicher Stärke auf. Von Der Küste, wo man das Unglück bemerkte, wurden sieben Bergungsraketen abgefeuert, die jedoch sämtlich das Fahrzeug verfehlten. Infolge des gewaltigen See­ganges konnten sich auch Die Rettungsboote nicht dem Fischdampfer nähern. Im Lichtkegel eines auf Der Küste aufgestellten Scheinwerfers vollzog sich hierauf das Schicksal DerSkegneß", Die immer gegen Die Felsen geschlagen wurde und bald ülständig unter Wasser stand. Von dem

versammelt zu sehen. Ihnen allen gelte sein auf­richtiger Dank. Das Olympische Dorf soll nicht nur Unterkunfts- und Heimstätte für die jungen Athleten aus aller Welt sein, sondern es solle auch Zeugnis ablegen von der Leistungsfähigkeit deutscher Archi­tekten und Arbeiter, von der Schönheit unserer märkischen Landschaft und Der Gastfreundschaft Der Wehrmacht. Es solle Symbol Des zähen unD un­beirrbaren Aufbauwillens neuer Deutscher Kultur sein, bie sich auf allen Gebieten unseres nationalen Lebens äußere. Die Deutsche Wehrmacht wolle mit Diesem Geschenk an Die Olympischen Spiele 1936 zum AusDruck bringen, daß sie nichts anderes sei, als ein Werkzeug für den Frieden und für Die Sicherheit des neuen Deutschland. Anschließend nahmen Reichskriegsminister von Blomberg und Reichsminister Dr. Frick vor einem mehr als 2000 Personen fassenden Zelt, das außerhalb Des Dorfes errichtet war, Den Vorbeimarsch Der Fest­teilnehmer ab. Die Minister blieben lange mit Den Arbeitern zusammen in Dem Zelt beim Festschmaus.

125 Iahre Henschel & Sohn AG^ Kassel.

Kassels größtes Unternehmen, Die Lokomotiv- fabrif Henschel & Sohn A G. feiert in Diesen Tagen sein 125jähriges Bestehen. Es ist eine Werksfeier geplant, an der neben Den Gästen unD Der Belegschaft auch die zahlreichen Veteranen der Arbeit, Die dem Werk zum Teil 50 Jahre unD mehr treu gedient haben, teilnehmen. Im Mittelpunkt Dieser Feier steht Die llebergabe einer Der größten bisher in Europa gebauten Lokomotive an bie chilenische Staatsbahn.

Riesiger Rrühlenbrand in Argentinien.

In ber 325 Kilometer norbweßlich von Buenos Aires gelegenen Stabt San Urbano brach in Dem MühlenwerkMolinos Fenix" Werner y Cam­pania ein Großfeuer aus, bas bas gesamte Fa- brifgelänbe im Umfange von 40 000 Quadratmeter ergriff. Die Anlagen dieses deutschen Unternehmens, Das mit einem Kapital von Drei Millionen Pesos arbeitet, wurden zum größten Teil vernichtet. Das Werk gehörte zu Den größten unD bedeutend­sten feiner Art in Argentinien.

Vor Dem Schwurgericht WeiDen (Oberpfalz) hatte sich der erst 23jährige Georg Krauß aus Thanfüß zu verantworten. Nach Der Anklageschrift hat Der Angeklagte am 24. Dezember 1934 abenbs eine Frau Heining an Der Wegkreuzung Schwarzenbach- WeiDen unb Schwarzenbach-Parkstein überfallen unb vergewaltigt. Dabei würgte er bie Frau so, Daß in kurzer Zeit Der ToD eintrat. Ferner hatte er am 7. Oktober ein Notzuchtsverbrechen an einem Mäbchen aus Parkstein, am 18. Novem­ber einen Raubüberfall auf eine Dienstmagb aus Hahnbach unb je einen Raubüberfall auf em Mäbchen aus Hämmerles unb auf ein Mäbchen aus Rothestabt verübt. Das Gericht verurteilte Krauß zu lebenslänglicher Zuchthaus- strafe unb bauernbem Verlust ber bürgerlichen Ehrenrechte, ba es trotz ber vom Staatsanwalt be­antragten Tobesstrafe lebiglich ein schweres Der- brechen Der Notzucht mit ToDeserfolg annahm. Das Gericht konnte sich nicht mit genügenDer Sicherheit Davon überzeugen,, Daß Der Angeklagte die Tötung Der Frau Heining mit Ueberlegung ausgeführt hat. Wegen Der übrigen vier lieberfälle erkannte Das Gericht auf Die Höchststrafe von 15 Jahren Zucht­haus. Ferner orönete es Die vom Staatsanwalt ge- forDerte Entmannung an, Da es sich um einen gemeingefährlichen Sittlichkeitsverbrecher handele. Der Verurteilte, Der trotz feiner JugenD schon mehr- fach wegen Körperverletzung, Raub unD Notzucht vorbestraft ist, wirD sich Demnächst vor Dem Ge­richt in Landshut wegen Mordes an einer Frau in Kröningen bei Landshut zu verantworten Haden.

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