Ausgabe 
14.8.1935
 
Einzelbild herunterladen

Kleine Strafkammer Gießen.

Der G. St., zur Zeit in Untersuchungshaft, wurde wegen Bettelei vom Amtsgericht Friedberg zu vier Wochen Haft verurteilt und die Ueberweifung in ein Arbeitshaus angeordnet. Gegen die letzte Maßnahme legte der Angeklagte Berufung ein. In der gestrigen Hauptverhanolung wurde die Berufung des An­geklagten mit der Maßgabe zurückgewiesen, daß drei Wochen der erlittenen Untersuchungshaft auf die Strafe angerechnet werden.

RunSsurikprogramm.

Donnerstag, 15. August.

6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.15: Morgenmusik. In der Pause (7): Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Frühkonzert. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernfunk. 12: Buntes Mittagskonzert I. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Buntes Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten der Gauleitung. 15.15: Kinderfunk. 16: Kleines Konzert. 16.30: Ein­maleins für Gartenfreunde. Nützliche Betrachtungen eines Dichters. 16.40: Große Deutsche erleben Hei­mat und Welt.Mit einer Karawane durch die Wüste Mesopotamiens". Don Helmuth von Moltke. 17: Nachmittagskonzert. 18.30:Das Taubertal". Eine Reiseschilderung von Erika Buhlmann. 19: Unter- daltungskonzert. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichs­senders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: Rak I startet zum Mond. Hörspiel. 21.10: Kurhessische Abendmusik. 21.45: Morgen beginnt die große deut­sche Rundfunkausstellung 1935. Dr. Kurt Berendt.

Missionsfest auf dem Wirberg.

[4- Wirberg, 12. Aug. Gestern fand hier wie­der das alljährliche Wirberger Missions- f e ft statt. Das schöne Wetter hatte eine sehr große Anzahl von Gästen von nah und fern angelockt, so oaß das Gotteshaus die Besucher kaum fassen konnte.

Missionar Walther aus Gießen hielt den F e st g o t t e s d i e n st und gab im Anschluß an das Wort Apostelgeschichte 10, 47 und 48, in an­schaulicher Weise Einblicke in die Tätigkeit der Herde mnifsion.

Nach dem Gottesdienst und der Kaffeepause fand die Nachoersammlung auf dem Sandgarten neben der Kirche statt, dem Platz, aus dem früher das Kloster stand. Pfarrer Volz begrüßte die Teilnehmer am Fest, insbesondere Dekan Schmidt aus Grünberg, Missionar Walther und Frau K r e u d e r, die Leiterin der evangelischen Frauen­hilfen des Bezirks Gießen. Dann sprach Dekan Schmidt zu der Versammlung über Sinn und Zweck der Mission. Sie ist die Lebensäußerung der lebendigen christlichen Gemeinde, die dem Wort ihres Herrn, das zur Mission aufruft, gehorsam ist. Die christliche Botschaft ist allen Völkern und Rassen gegeben, um ihnen den rechten Weg zu Gott in Jesus Christus zu zeigen. Darauf sprach Missio­nar Walther, zunächst antnüpfend an die Aus­führungen des Vorredners, um dann Eindrücke und Erlebnisse aus seiner Wirksamkeit auf dem Missionsfeld zu geben. Die musikalische Umrahmung der Feier lag in den Händen von Lehrer Müller aus Reinharoshain und Wilhelm Stark zu Wir­berg. Mit Gebet und Segen schloß das schöne Missionsfest.

Die Kollekte für die Mission ergab 35,05 Mark, di« fteiwillige Merspende ergab in Saasen 30, in Reinhardshain 52, in Dellershain 66, in Göbelnrod 60 und in Harbach 78, also zusammen 286 Eier.

Zum Naturschutzgebiet erklärt.

Alsfeld, 13. August. Auf Antrag der oberen Forstbehörde hat das Kreisamt Alsfeld den sog. Heidebera in der Gemarkung Kir­torf zwecks Erhaltung des dort vorkommenden Wacholderwuchses, sowie der für die oberhessische Landschaft besonders charakteristischen Degetations- form zum Naturschutzgebiet erklärt.

Eine neue katholische Kapelle in Alsfeld.

Alsfeld, 13. Aug. Am vergangenen Sonn- tag weihte die k a t h o l i s ch e G e m e i n d e, die seit etwa 45 Jahren ihre Gottesdienste im Saale einer ehemaligen Gaststätte abhielt, eine durch die Opferwilliakeit der Gemeinde und durch die Mit­hilfe des Bonifazius-Vereins erstellte neue Ka- pelle. Zu der Einweihungsfeier hatten sich die Mitglieder der katholischen Gemeinde, Vertreter von Behörden und Schulen, sowie viele auswärtige Gäste eingefunden. Domkapitular Schumacher von Mainz nahm die feierliche Weihe der Kapelle vor und hielt dann die Festansprache.

Schottener Sommermarkt.

X Schotten, 13. Aug. Auch der heutige Markt­tag des Schottener Sommermarktes er­freute sich eines sehr guten Besuches. Heute fand der Schweinemarkt statt. Aufgetrieben waren 608 Schweine. Die Preise betrugen für Ferkeln von sechs bis acht Wochen 19 Mark, acht bis zehn Wochen 24 Mark, zehn bis dreizehn Wochen 28 Mark, Ein­leger 50 bis 60 Mark. Da die Preise hoch lagen, ging der Handel anfangs etwas schleppend. Es verblieb etwas Ueberstand. Zu dem Krämermarkt hatten sich noch weitere Stände eingefunden. Der eigentliche große Krämermarkt und das Volksfest finden morgen, Mittwoch, statt.

Landkreis Gießen.

§ Mainzlar, 13. August. Die vom BDM. durchgeführte Pfundsammlung für August des NSV. - Opferringes ergab in unserem Orte 26 Pfund Mehl, 20 Pfund Reis, 2 Pfund Bohnen, 2 Pfund Linsen, 1 Pfund Nudeln, 3 Pfund Grieß, 2 Pfund Kaffee, 1 Pfund Erbsen, 1 Pfund Wurst und 1 Pfund Zucker, zusammen 59 Pfund. Die Druscharbeiten (Dresch­maschinenbesitzer Wagner) sind in vollem Gange. Der Körnerertrag ist als gut zu bezeichnen.

D Weickartshain, 13. Aug. Der Land­wirt Wilhelm Peter und Frau Maria, geborene Biedenkopf, begingen das Fest der goldenen Hochzeit. Im Jahre 1932 wurde der Neu­bau unserer Kirche fertig gestellt. Infolge GeDknapp- heit konnte damals eine neue Kirchenuhr nicht angeschafft werden. Die dafür erforderlichen Geldmittel sind im Laufe der Zeit durch freiwillige Spenden und allsonntägliche Kollekte soweit aufge­bracht worden, daß nunmehr die Uhr angebracht werden tonnte. Seit drei Tagen kündet ine neue Kirchenuhr mit ihrem Schlag den lauschenden Ein­wohnern die halben und vollen Stunden an.

kreis Bübingen.

Nidda, 13.August. Der im nahen Kohden wohnende Gastwirt Wilhelm Koch, einer alt»

22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Sport­nachrichten. 22.20: Unterhaltungskonzert. 23: Zeit­genössische Musik (14). 24 bis 2: Nachtkonzert.

Freitag, 16. August.

6 Uhr: Choral Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Blasmusik. Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 9.15: Musik am Morgen. 10: Sendepause. 10.45: Prak­tische Ratschläge für Küche und Haus. 11: Der Volkssender überträgt aus der Sendehalle 1: Die Eröffnung der 12. großen deutschen Rundfunkaus­stellung 1935. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskon­zert II. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschaftsbericht. Suez-Kanal eine teure Durchfahrt! 15: Nachrich- richten. 15.15: Für die Frau. 16. Kleines Konzert. 16.30: Berühmtheiten in Wachs. Eine kleine Plau­derei aus der Kulturgeschichte des Panoptikums. 16.45: Als Zuschauer beim Stierkampf in Spanien. 17: Nachmittagskonzert aus Sendehalle 2. 18: Kum­pels aus dem Kohlenpott senden in Berlin. 18.30: Jugendfunk. Schabernack und Narreteien. Eine Hör­folge. 18.45: Das Leben spricht! 19: Unterhaltungs­konzert des kleinen Funkorchesters. 19.40: Wir Frauen besuchen die Rundfunk-Ausstellung. Don Paula Werckmeister. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der Nation. Ludwig van Beethoven: Märsche und Tänze. 20.50: Der Fußtritt dem Genie. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Sportbe­richt. 22.20: Sportschau der Woche mit Funkberich­ten von den akademischen Weltmeisterschaften in Budapest. 23: Christoph Columbus. 23.30: Die Landschaft spricht. Alemannische Heimat: Der Breis­gau. 24 bis 2: Nachtkonzert.

eingesessenen Familie entstammend, vollendete in diesen Tagen das 8 0. Lebensjahr. Leider läßt sein körperliches Befinden zu wünschen übrig. Im Auftrage des Kyffhäuserbundes wurde ihm, dem langjährigen Mitglied des Kriegervereins, vom Kameradschaftsführer der Kriegerkameradschaft Nidda, Kamerad Helfrich, als Geburtstags­geschenk ein Hindenburgbild überreicht.

ch Nidda, 13. Aug. Der hiesigen W a s s e r l e i - t u n g, deren Quellen in der Gemarkung Michelnau liegen, mußten im Laufe der Jahre noch einige Quellen zugeführt werden. Trotzdem kann zeitweilig der Wasserbedarf nicht völlig gedeckt werden. Da eine Erweiterung des Quellgebietes zur Zeit unmög­lich ist oder andere Hilfsmaßnahmen auf Schwierig­keiten stoßen, so versucht man auf einem anderen Wege einen sparsameren Wasserverbrauch zu er­reichen. Es sollen zunächst bei den Verbrauchern von großen Wassermengen Wassermesser ange­bracht werden. Auf Grund der hierdurch gemachten Erfahrungen behält sich der Gemeinderat weitere Entschlüsse wegen der allgemeinen Einführung von Wassermessern vor. Gegenwärtig liegt auf der Bür­germeisterei ein neuer Satzungsentwurf über die veränderte Wasserbezugsordnung offen. Einzelne Stadtteile sind schon längere Zeit mit Kanalisa­tion versehen, andere werden bald folgen. Dadurch erwies sich die Aufstellung einer Ortssatzung über Kanalisation und Kanalgebühren als notwendig. Nach dem zur Zeit aufliegenden Entwurf ist es für jeden Hausbesitzer Zwang, sein Haus an die Kana­lisation anschließen zu lassen.

Kreis Schotten.

0 Hartmannshain, 13. Aug. Das Vater- Bender-Heim, das dem Reichsverband deut­scher Jugendherbergen von dem Vogelsberger Höhen-Club überlassen wurde, war bisher während des ganzen Sommers recht gut belegt. Bis jetzt haben rund 4000 Uebernachtungen stattgefunden. Die noch von dem DHC. mit einem Kostenaufwand von 10 000 Mark mit elektrischem Pumpwerk ver­sehene Wasserleitung gibt trotz des trockenen Som­mers reichlich Wasser.

Kreis Alsfeld.

-er. Ho mb e rg, 13. Aug. Die 7.Kompanie des Infanterie-Regiments Gießen lag, wie gemeldet, hier in Quartier. Der Kommandeur des II. Bataillons hat nun an die Bürgermeisterei Homberg das nachfolgende Dankschreiben gerichtet: Nach Rückkehr in die Garnison ist es mir eine an­genehme Pflicht, Ihnen und der Gemeinde Homberg den besten Dank auszusprechen für die freundliche Aufnahme, die das Bataillon bei Ihnen gefunden hat. Durch die guten Quartiere und durch die Er­innerung an die geradezu rührende Art und Weise, in der sich die Gemeinde Homberg der Soldaten an­genommen hat, hat die Truppe die Anstrengungen des Manövers mit Leichtigkeit ertragen. Hierfür meinen besonderen Dank."

Große Ernievorräte durch Schadenfeuer vernichtet.

LPD Bingen, 12. August. Bei Dromers­heim entstand nachmittags an der Dreschma­schine auf freiem Felde während der Arbeit ein großes Schadenfeuer, wobei Fruchtvorräte im Werte von zusammen etwa 50 000 Mark ver­nichtet wurden. Geschädigt ist durch diesen Brand eine ganze Anzahl Dromersheimer Land­wirte. lieber die Ursache des Brandes ist noch nichts bekannt. Beim Versuch, seine Dreschgarnitur zu retten, erlitt der Besitzer der Dreschmaschine schwere Brandwunden und mußte ins Kranken­haus eingeliefert werden.

Staubexplosion in einer Wormser Fabrik.

Zwei Todesopfer.

Worms, 12. Aug. (LPD.) In der Chemi­schen FabrikDelta" ereignete sich Sonntag gegen 4 Uhr beim Reinigen einer Maschine eine Staubexplosion. Bei dem dadurch aus- brechenden Brand kam ein Arbeiter in den Flammen um. Ein zweiter Arbeiter erlitt so schwere Verbrennungen, daß er ins Krankenhaus eingeliefert werden mußte. Dort ist er kurze Zeit später gestorben. Sachschaden ist nicht entstanden, ebenso ist die Fortführung des Be­triebes nicht gestört. Die Ursache Des Unglücks ist noch nicht ermittelt.

Oie Sperrzeit

im Frankfurter Hauptbahnhof.

LPD. Frankfurt a. M., 12. August. Der Frankfurter Hauptbahnhof wird schon seit mehreren Jahren in den Nachtstunden von 1 bis 3 Uhr geschlossen gehalten. Während dieser Zeit finden nur solche Personen durch den Mittel­eingang Zutritt, die aus einem triftigen Grunde den Bahnhof betreten wollen. Neuerdings hat es sich als notwendig herausgestellt, diese Sperr­zeit bis um 4.30 Uhr zu verlängern. Es sollen

dadurch Personen ferngehalten werden, die zu so später Nachtstunde den Bahnhof aufsuchen in der Hoffnung, dort noch alkoholische Getränke zu er­halten, oder die aus einem anderen Grunde dort Unterschlupf suchen. Reisende und Personen, die Reisende abholen, zum Zuge bringen ober aus einem anderen triftigen Grunde das Bahnhofs­innere aufsuchen wollen, werden durch die Neuerung natürlich nicht behindert.

Völliger Ausschluß der Juden in Langenselbold.

Hanau, 13. Aug. (LPD.) Der Bürgermeister der Gemeinde Langenselbold hat eine Be­kanntmachung erlassen, in der es u. a. heißt:

In Zukunft wird den Juden der Zuzug in unsere Gemeinde untersagt. Ebenso ist den Juden der Neuerwerb von Haus­und Grundbesitz innerhalb der Gemeinde zu verweigern. Zur Benutzung der Gemeinde­waage und des Zuchtviehstalles können Juden nicht mehr zugelassen werden. Gleichfalls werden Juden von der Teilnahme an Verpachtungen ge-

W. Neumann-Gießen Fünfter beim Großen Straßenpreis von Essen".

Am vergangenen Sonntag beteiligte sich der Fahrer Willy Neumann vom Gießener Rab- fahreroerein von 1885 beim Großen Straßenpreis von Essen. Neumann traf hier auf schärfste Kon­kurrenz. Nicht weniger denn 200 Fahrer hatten ihre Meldungen abgegeben. Darunter allein fünf­zehn Fahrer der Nationalmannschaft. Die 8-Klasse, die eine Vorgabe von sechs Minuten erhalten hatte, konnte erst nach einer Fahrstrecke von 100 Kilometern eingeholt werden. Die Fahrer hatten sehr unter der Hitze zu leiden und stiegen des öfte­ren ab, um ihre Flasche wieder zu füllen.

In den Ruhrbergen wurde das Feld gesprengt, und so brachte der sehr gefürchtete Kühlendahler Berg die Vorentscheidung. Ein Feld von sechs Fahrern, unter denen sich auch W. Neumann befand, erreichte zuerst die Tönnisheider Höhe. Trotz der rasenden Talfahrt konnten verschiedene Fahrer wieder aufschließen. Vier Kilometer vor dem Ziele versperrte eine geschlossene Bahnschranke den Fahrern den Weg und so schlossen sich noch einige Fahrer der Spitzengruppe auf, so daß sich jetzt 14 Fahrer für den Endspurt vorbereiteten. Hier stellte wieder der vorjährige Meister S ch e l - l e r sein großes Spurtvermögen unter Beweis, und ließ den früheren Berufsfahrer P f a f f r a t h knapp hinter sich. Von der dichtauf folgenden Spitzengruppe passierte Neumann als dritter das Zielband, und wurde somit 5. Sieger in dem Gro­ßen Straßenpreis von Essen. Er hat hiermit den Beweis erbracht, daß er sich von seinem schweren Sturze wieder gänzlich erholt und sich in seine alte Form zurückgefunden hat.

Oie Vadwettmeifterschasten in Brüssel.

Die Rad-Weltmeisterschaften in Brüssel brachten am Sonntag die erste Entscheidung mit den End­läufen der Flieger. Bei den Amateuren konnte end­lich der deutsche Meister Toni Merkens (Köln) seinen bisherigen guten Leistungen die Krone auf» setzen und den Weltmeistertitel erringen. In den bei­den Endläufen mit dem Holländer van Vliet blieb der Kölner einmal siegreich, den ersten Lauf hatte van Vliet gewonnen. Im Entscheidungslauf siegte dann Merkens, womit er sich den Weltmeistertitel sicherte. Bei den Berufsfahrern mißlang dem deut­schen Meister Albert Richter der Anlauf auf die Weltmeisterschaft erneut. Er mußte sich wiederum dem Belgier Scherens beugen.

Weltmeister im Sechser - Rasen- Radball wurde wieder Deutschland, vertreten durch den RV. Wanderlust (Frankfurt a. M.). Die Deutschen schlugen Frankreich bei den in der Nähe von Antwerpen stattgefundenen Kämpfen hoch mit 6:1 und Belgien mit 7:3.

»Wanderlust" wieder Weltmeister im Zweier-Radball.

Die Radball-Wettbewerbe bei den Weltmeister- schäften wurden in Antwerpen mit den Spielen um di« Weltmeisterschaft im Zweier-Radball fort­gesetzt und beendet. Wie bei den Kämpfen um die Sechser-Meisterschaft waren auch diesmal kaum Zuschauer anwesend. Teilnehmer waren neben den deutschen Titelverteidigern Schreiber-Blersch noch die Mannschaften von Belgien, Frankreich und der Schweiz. Im Endspiel standen sich Deutschland Schweiz gegenüber. Bis zur Pause hielten sich die Schweizer gut, die Deutschen hatten nur eine knappe Führung von 3:2 herausgeholt. Nach dem Wechsel spielten die Frankfurter aber ihr gewohn­tes Spiel und mit 8:3 (3:2) wurde der Gegner ab-

Heinz Sandrock Weltmeister im Turnen.

Mit der sechsten und letzten Uebuna, dem Sprin­gen über das Längspferd, rouroen die Turn­wettkämpfe bei den Studenten-Weltfpielen in Bu­dapest abgeschlossen. In diesem Wettbewerb wur­den die deutschen Turner von den Kampfrichtern sehr benachteiligt. Einzelmeister wurde der Ungar Toth vor seinen Landsleuten Kecskemethy und Mogyrossy. Als erster Deutscher folgte Heinz S a n d r o ck auf dem vierten Platze. Der West­deutsche konnte sich aber in der Gesamtwertung nach seinem guten Abschneiden in allen sechs Hebungen als erfolgreichster Einzelturner mit 104 Punkten den ersten Platz und damit die Welt­meisterschaft sichern.

Ein großer Erfolg im Brustschwimmen.

Im Budapester Kaiserbad wurden die Meister- chaften der Schwimmer fortgesetzt. Als erste Ent- cheidung stand das 4 00 - Meter Kraul- chwimmen der Männer auf dem Programm. Erwartungsgemäß gab es hier einen ungarischen Sieg und zwar durch den bekannten L e n g y e l in 5:02,2 Minuten. Emen großen deutschen Erfolg gab es dann im 200-Meter-Bru st schwim­me n , wo die drei ersten Plätze an Deutschland fielen. Der Gladbecker Paul Schultze, der mit seinen Landsleuten Weigmann und Kohler die ersten Bahnen auf gleicher Höhe zurückgelegt hatte, ging auf den letzten 25 Metern zum End­spurt über und gewann.

Riederlage im Wasierball.

Auch das zweite Spiel unserer Wasserballer ging verloren. Im Kampf gegen die Tschechen mußte in der ersten Halbzett Lenkitsch zweimal aus dem Was»

meindeeigener Grundstücke und Holzversteigerungen im Gemeindewald ausgeschlossen. Ferner können die Gemeindebackhäuser Juden nicht mehr zur Verfügung gestellt werden. Wer von der deutschen Bevölkerung mit Juden geschäft­lich ober privat Verbindungen unterhält, wird von der Vergebung gemeindlicher Aufträge für die Zu­kunft ausgeschlossen. Unterstützungsempfänger, die mit Juden irgendwie in Verbindung stehen oder treten, verlieren den Anspruch auf Unterstützung durch die Gemeinde."

Goldschmidtliefert nach Abessinien".

Ein betrogener Kriegsgewinnler.

LPD. Frankfurt a. M., 13. Aug. Der Jude Ludwig Goldschmidt in Frankfurt a. M., Schu» mannstraße 10, legte seinen Rassegenossen G. S. da­durch hinein, daß er ihm vorspiegelte, er habe größere Lieferungen von Verband­stoffen an Abessinien auszuführen. Selbst­verständlich war der Jude G. S. sofort für ein der­artiges Geschäft zu haben und händigte Goldschmidt 10000 Mark aus. DerLieferant" des Negus suchte inzwischen mit diesem Gelds das Weite.

gefertigt. Schreiber und Blersch erhielten je vier Tore. Die Frankfurter, die bei Den Deutschen Meisterschaften in Erfurt überraschend dey deutschen Meistertitel verloren hatten, konnten sich damit in der Weltmeisterschaft wieder erfolgreich durchsetzen. In den Vorspielen hatten die Frankfurter Belgien und Frankreich geschlagen, die beiden Nattonen mußten sich auch den Schweizern beugen.

Die Ergebnisse:

Deutschland Belgien . 10:2 (3:0) Deutschland Frankreich 9:5 (3:2) Schweiz Belgien . . 12:3 (5:0) Schweiz Frankreich . 7:4 (2:1) Deutschland Schweiz . 8:3 (3:2)

Deutschlands Fahrer für die Fernfahrt Berlin-Warschau.

Zum zweiten Male wird in der Zeit vom 25. August bis 1. September die Radfernfahrt Ber­linWarschau als Länderkampf zwischen den deut­schen und polnischen Sttaßen-Amateuren durchge­führt. Im Vorjahre konnte Deutschland bekanntlich nicht nur einen überlegenen Gesamtsieg, sondern auch den Sieg in allen Etcchpenzielen erringen. In diesem Jahre schickt nun der Deutsche Radfahrer- Verband wieder seine besten Amateure ins Ren­nen, und zwar wird die Mannschaft im Gegensatz zur ersten Fahrt auf zwölf Mann beschränkt fein. Jeder einzelne Fahrer wird im Gesamt-Einzel- Klassement gewertet und die vier Besten jeder Etappe für den Länderkampf. Unter den zwölf Fahrern, die die Fahrt in diesem Jahre bestreiten werden, waren sieben schon im Vorjahre mit dabei. Natür­lich sind auch der diesjährige deutsche Meister Böhm- Berlin und der Sieger des Vorjahres H a u s ro a l b Chemnitz in ber deutschen Mann­schaft vertreten.

Die deutsche Mannschaft: L ö b e r - Schweinfurt, Weiß- Berlin, K r ü ck l - München, Hauswalb» Chemnitz, R u h l a n d - Köln, L e p p i ch - Cosel, H u p f e l d - Dortmund, Böhm- Berlin, W i e r z « Klein-Auheim, W ö l k e r t - Schweinfurt, Meier» Berlin, Wendel- Schweinfurt.

Ersatzleute sind Heller- Schweinfurt und Die- d e r i ch - Dortmund. Die Polen haben bereits eine engere Auswahl getroffen, ihre Mannschaft nament­lich aber noch nicht bekanntgegeben.

Zwei deutsche Motorradsiege.

Beim Großen Motorrad-Preis von Schweden, der am Sonntag auf der 14,52 Kilometer langen Rundstrecke bei Saxtorp ausgefahren wurde, be­teiligten sich auch verschiedene deutsche Fahrer mit dem größten Erfolg. In den Klassen bis 250 ccm und bis 350 ccm gab es zwei deutsche Doppel­erfolge. Bei denKleinen" siegten die beiden DKW.- Fahrer Walfried Winkler und Arthur Geiß mit großem Vorsprung vor dem Engländer Man- ders auf Excelsior. Walfried Winkler benötigte 2:53:51,7 Std. für die 348,48 Kilometer lange Strecke. In der Klasse bis 350 ccm hatten am Schluß die beiden Berliner Rudgefahrer R i ch n o w und Petruschke die ersten Plätze inne. Richnow fuhr mit' 3:15:25,8 Std. für die 406,56 Kilometer und einem Mittel von 123 Stdkm. auch den absolut besten Tagesdurchschnitt heraus.

Kurze Sportnotizen.

Einen Weltrekord stellte ber Stuttgarter Schäfer bei einer Schwerathletikveranstaltung in Ebersbach/Fils auf. In ber Febergewichtsklasse be­wältigte ber Schwabe im Olympischen Dreikampf 580 Pfunb unb außerbem schuf er einen neuen Re- korb im beibarmigen Stoßen mit 250 Pfunb.

elispiele in Budapest.

fer unb betbe Male nutzte ber Gegner bles zu er­folgreichen Torwürfen aus. Nach ber Pause spielten die Deutschen besser, es haperte aber im Angriff unb außerbem war ber tschechische Torhüter kaum zu überroinben. Erst bei 3:0 holte Fischer einen Treffer auf, bie Tschechen stellten aber durch ein weiteres Tor ben alten Abstanb unb bas Enbergeb- nis von 4:1 her.

Rotraud von Wachter Weltmeisterin im Florett.

Als meüerer Wettbewerb wurde in Budapest das Fechten fortgesetzt. Die erste Entscheidung fiel im Florettfechten der Frauen. Die bekannte Münchne­rin Rotraud v. Wachter gab in der Endrunde kein Gefecht ab und wurde ungeschlagen mit sechs Siegen Weltmeisterin. Zwei weitere deutsche Tett- nehmerinnen, Frl. Hetzer und Frl. Mälzer, be­legten ben vierten unb sechsten Platz. Hinter Frl. von Wachter belegten bie Dänin Berbing unb bie Ungarin Horoarth ben zweiten unb britten Platz. Äm Männer-Florettfechten sinb sämtliche beutschen Teilnehmer bereits in ber Vorrunbe aus- geschieben.

Fußball gegen England 2:2 (0:1).

Deutschlcmb bestritt sein erstes Fußballspiel im Rahmen ber Stubentenweltspiele am Dienstag. Die englische Stubentenmannschaft spielte überaus hart. Die Englänber gingen in ber 12. Minute in Füh- rung unb hielten blefen Vorsprung bis 20 Minuten vor Spielenbe. Um biefe Zeit fiel bann burch ben Offenbacher ßlnbemann ber beutsche Ausgleich, aber zwei Minuten später führten die Briten wie- ber 2:1. Nicht lange banach schoß Lindemann zum zweiten Male ben Ausgleich.