Ausgabe 
7.10.1935
 
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ken, daß, wenn er heute infolge notwendiger Ein- ftchrdrosselung nicht dies oder das kaufen kann, was er als täglichen Genuß zu kaufen gewohnt ist, wenn er infolge zeitweiliger Verknappung hier und dort seinen Verbrauch um ein Geringes einschrän* ken muß, daß diese Zumutungen sein Opfer, sein Beitrag zum Gelingen des Gesamtwerkes sind.

Es ist mir auch eine besondere Freude, auf diesem Erntedanktag die gemeinsame Verbundenheit des Arbeiters in der Stadt und des Arbeiters auf dem flachen Lande des Dauern und Landarbeiters auch sichtbar dadurch zum Ausdruck bringen zu können, daß ich auf die zwischen dem Leiter der Arbeitsfront und dem Reichsbauern­führer getroffene Vereinbarung Hinweise, nach welcher zukünftig der Reichsnährstand korporatives Mitglied der Ar­beitsfront ist und nunmehr die Arbeitsfront tatsächlich das Bindeglied der schaffenden Deut­schen aller Stände geworden ist. Der Leiter der Arbeitsfront und der Reichsbauernführer find an diese Aufgabe mit voller Ruhe herangegan­gen mit dem Bewußtsein, daß sie damit ein Werk von historischer Tragweite vollziehen. Es ist mir eine Freude, diese Tatsache heute am Tage des Erntedankfestes verkünden zu dürfen und damit auch gleichzeitig einen Dank an den Führer abzustatten dafür, daß er uns gelehrt hat, in der Volksgemeinschaft zu denken und nicht mehr in den Inkeressentengegensähen eines jüdisch bedingten Marxismus und Liberalismus.

Wenn wir heute zum dritten Male das Erntedank­fest des deutschen Volkes feiern dürfen, dann gilt unser Dank in erster Linie dem Allmächii - gen, der uns eine Ernte bescherte, welche uns ge­stattet, vertrauensvoll in das nächste Jahr zu blicken.

Auf dem Gebiete der täglichen Nahrung wird es jedem offensichtlich, daß der Mensck mit all' seinem Wirken von Gott abhängig ist, und all' unser Mühen umsonst wäre, wenn der Segen des Allmächtigen nicht auf unserer Arbeit ruhte. Im weiteren darf ich den Dank der Reichsregierung allen denjenigen übermitteln, die sich im vergangenen Jahr unter Einsetzung ihrer Person und ihrer Kräfte um die Erstellung dieser Ernte be­müht haben. Es sind in dem hinter uns liegenden Jahre Lei st ungs st eigerungen zuwege ge­bracht worden, die früher in einer so kurzen Zeit niemals für möglich gehalten worden wären. Gewiß hat die Erzeugungsschlacht noch lange nicht ihr Ziel erreicht, allein wir haben bewiesen, daß man zwar vom Schicksal in eine ernste Notlage versetzt werden kann, jedoch die Tatkraft des Men­schen durchaus imstande ist, aus dieser Notlage wie­der herauszufinden, sofern der Wille hierzu vor­handen ist. Man kann in der Welt nicht auf Wun- der warten, allein man kann a u f seine Tat­kraft vertrauen und dann handelnd das Schicksal meistern.

So richte ich von neuem den Appell an das deut­sche Landvoll, in die zweite Erzeugungs­schlacht einzutreten. Das deutsche Landvolk wird in jedem. Jahre und immer wieder in eine Erzeu­gungsschlacht eintreten, bis das letzte Ziel, d i e Nahrungsfreiheit des deutschen Volkes, er­reicht ist. Das deutsche Landvolk weiß, daß dies eine schwere Aufgabe darstellt.

Um so mehr fühle ich mich dann aber auch ver­pflichtet, an die mit der Landwirtschaft verbunde­nen landwirtschaftlichen Industrien^ Gewerbe und Handwerke den Appell zu richten, sich ihrerseits einzugliedern in die Front des Landvolkes und mitzuhelfen an ihrem Teil, die zweite Erzeugungsschlacht siegreich zu schlagen.

Ebenso muß ich auch einen Appell an die Verbraucherfchafl richten. Mächten doch die kreise der Verbraucherschaft nicht vergessen, daß die heute verantwortlichen Führer des deutschen Volkes alle selber die schweren Jahre des Weltkrieges erlebten und alle selber genau wissen, wie kritisch jene Zelten auf dem Lebensmittelgebiete waren. Aber be­stimmt wird die Wiederkehr auch nur ähnlicher Zeilen nicht dadurch verhindert, daß ein großes Volk in Kleingläubigkeit gerät und wegen einer saisonmäßig bedingten Ver­knappung auf dem Buttermarkte zu volksschäd- lichen Hamsterkäufen schreitet. Die Geschichte wird uns nicht danach messen, ob wir in den gewaltigen Jahren der deutschen Freiheit, die wir heute durchleben, soundsoviele Pfund But­ter mehr gegessen haben, sondern sie wird uns ausschließlich danach bewerten, ob wir den Willen hatten, unter allen Umständen, gegebe­nenfalls auch mit einigen Opfern, uns d i e Freiheit zu ertrotzen. Das deutsche Volk muh wissen, daß in dem ihm gegebenen Klima und auf dem beschränkten Raume seines Vater­landes keine Wunderernten von Hexen­meistern hervorgezaubert werden können. Was wir schaffen können, ist die ausreichende Versorgung des deutschen Volkes, und zwar so, daß kein Mensch in Deutschland zu hungern braucht. Diese Aufhabe läßt sich aber nur erfüllen, wenn das ganze deutsche Volk, durchdrungen von der Rotwendigkeit, sich seine Freiheit zu bewahren, nunmehr auch die er­forderliche Disziplin und die soziale Rücksicht auf die Minderbemittel- k e n aufbringt. Wie jeder Bauer und Land­arbeiter, wie jeder Unternehmer und Arbeitneh­mer in den mit der landwirtschaftlichen Produk­tion zusammenhängenden Industrien und Ge­werben ein Soldat der Erzeugungsfchlacht ist, so ist auch jetzt jededeutschehausfrau ein kämpfendes Mitglied an diesem Kampf um die Erhaltung der Rahrungsfreiheit des deutschen

Volkes geworden.

Aber alle Mühe und Arbeit des Bauern ist um­sonst, wenn der Ertrag dieser Arbeit nicht von einem scharfen Schwerte geschützt wird. Bauerntum und Soldatentum haben daher von jeher zusammengehört. Aus diesem Grunde ist es mir heute eine von Herzen kommende Freude, Ihnen, mein Führer, an dieser Stelle im Namen des deutschen Landvolkes dafür Dank zu sagen, daß Sie uns wieder die Wehrfreiheit schenkten. (Großer Beifall.) Nur wenige wissen, wie­viel Arbeit und Mühe es Sie, mein Führer, ge­kostet hat, die Dinge soweit zu bringen. Das deutsche Landvolk aber weiß, daß alle Leistung auf dieser Welt hart erarbeitet sein will. Es dankt Ihnen, mein Führer, von ganzem Herzen dafür, heill

Stark, unabhängig und frei!

Oie Sicherheit der Ernährung und die Sicherheit aus eigener Kraft sind die Voraussetzungen unserer Freiheit.

Die Rede des Führers.

Als der Reichsbauernführer unter starkem Beifall geendet hatte, betrat der Führer unter unge­heurem Jubel die Rednertribüne. Von nickt enden­wollenden heil!°Rufen begrüßt nimmt er bann das Wort zu folgender Ansprache:

Deutsche Volksgenossen und -genossinnen!

Deutsche Bauern!

Zum dritten Male treffen wir uns hier auf die­sem Berge. Es gibt in der ganzen Welt keine Kund­gebung von so gewaltigem Ausmaße. Wo sind die Demokratien der anderen Länder, in denen es möglich ist, daß Volk und Führung, Nation und Regierung in solcher Art geschlossen neben- und beieinander stehen?

Zwei Empfindungen beherrschen uns. Erstens: wir alle wissen es: Auch im kommenden Jahre wird Deutschland wie im zurückliegenden dank der Arbeit unserer Bauern und damit unseres Volkes d i e Sicherheit der Ernährung, unser täg­liches Brot besitzen. Und zweitens: wir alle wissen es, wir sind nun auch im Besitze der Si­cherheit des Reiches. (Stürmischer Jubel.) Sicherheit des täglichen Brotes und Sicherheit durch eigene Kraft aber find d i e Voraussetzung der Freiheit. Dies find die Garanten der Un­abhängigkeit und der Freiheit eines Volkes. Deutschland stehe jetzt wieder vor uns so, wie es durch Jahrhunderte in seiner Geschichte stand: stark, unabhängig und frei! (Tosender Beifall der Hunderttausende.) Dies war noch vor wenigen Jahren anders. Als wir die Macht in Deutschland übernahmen, war das Reich nach außen ohnmächtig und nach innen dem wirtschaft­lichen Ruin ausgeliefert. Kennzeichnend dafür war vor allem der Zusammenbruch des deutschen Bau­

erntums. Damals haben viele Deutschland abge­geben, viele von denen, die es heute nicht wahr haben wollen, daß die Rettung der Nation eine geschichtliche Leistung war und ist.

Deutschland befindet sich in einer schwereren wirtschaftlichen Situation als andere Länder. Unsere Probleme sind schwerer zu lösen als die Ausgaben etwa in Rußland oder in Amerika, in England oder in Frankreich. Denn wir haben nicht den Lebensraum, den diese Völker besitzen. Wir haben nicht die Ernährungsgrundlage, die diesen Nationen gegeben ist. Wir haben nicht die R o h st o f f e wie diese Staaten. Wir haben nicht ihre Kolonien, und wir haben nicht alle die Möglichkeiten und internationalen Verbindungen, die diesen Staaten und Völ­kern zu eigen sind. Und trotzdem, wir haben die Probleme zu lösen versucht, und wir haben sie gelöst! Besser als in vielen Staaten mit reicheren Voraussetzungen als in Deutschland. (Stürmische Zustimmung.) Wenn das bolschewistische Rußland seinen Untertanen das tägliche Brot sichern würde, was kann das schon bedeuten in einem Staat, der 18m al soviel Grund und Boden auf den Kops der Bevölkerung besitzt wie Deutschland. Wenn es in Amerika, in En g- land, in Frankreich keine Brotsorgen gibt, keine Lebensmittelnot, was kann das bedeuten in so riesenhaften Gebieten, die über das Fünf-, Zehn-, Zwanzig fache an Erde dem ein­zelnen Bürger zur Verfügung stellen können. Wenn aber selbst in diesen Ländern, die vor Uebersluß übergehen mühten, die Not vorhanden ist, wer will dann nicht zugeben, daß die Führung der deutschen Wirtschaft und die Führung des Deutschen Reiches erfolgreich gehandelt hat, wenn es ihr gelun­gen ist, diese Not in Deutschland zu bändigen? (Tosende Zustimmung.)

Das Volk allein ist unser Herr.

Freilich, bas Ist klar, wir konnten die Dinge nicht laufen lassen. Von selbst wäre ein solches Wunder nicht geschehen. Wenn Deutschland leben will, dann muß es so wie ein ordentlicher Bauernhof seine ganze Wirtschaft übersichtlich und plan­mäßig führen und betreiben. So wie kein Hof be­stehen kann, wenn jeder Knecht und jede Magd tun, was sie wollen, indem der eine pflügt, wann er will, und der andere sät, wenn er mag, so kann auch Deutschland nicht bestehen, wenn jeder Stamm, jeder Beruf und damit alle die einzelnen tun, was sie glauben tun zu sollen oder tun zu können. Wir müssen unser Reich, in dem wir so beengt sind und so wenig Lebensvoraussetzungen besitzen, sorg­fältigüberlegt bearbeiten und b e ro i r t f ä) a [t e n. Wir kommen ohne Plan nicht aus. Wenn wir die Dinge laufen lassen wollten nach dem Grundsatz, es tue jeder, was er will, dann würde diese Freiheit in kurzer Zeit nur in einer furcht­baren Hungersnot ihr Ende finden. Nein, wir müs­sen planmäßig unsere Geschäfte und unsere Wirt­schaft wahrnehmen.

Soll aber bas geschehen, bann muh jemand da fein, der den Plan bestimmt. Und wenn überhaupt jemand in der Ration das begreifen kann, dann muht du es, deutscher Dauer, be­greifen. Das würde auf deinem Hofe geschehen, wenn du nicht die Anordnungen gibst? Einer, ein Wille muß selbst in diesem kleinen Staate, den der Bauernhof darslellt, die Arbeit einteilen, ordnen, zuweisen und damit bestim-

Es ist daher auch nicht so, baß etwa in diesem Staat die Kritik eine lebensnotwendige Aufgabe sei. Und ich wende mich dabei wieder an Sie, meine Bauern. Wenn Sie Ihren Hof bestellen, wenn Sie hinter dem Pflug gehen, wenn Sie säen und wenn Sie endlich auch rüsten zur Ernte, dann würden Sie keine Freude haben, wenn neben Ihnen dauernd einer steht, der an sich von Landwirtschaft keine Ahnung hat, aber sich berufen fühlt, Sie ununterbrochen zu kritisieren. (Stür- mische Heiterkeit.) Wenn Sie also auf das Feld gehen, wird der Mann sagen:Heute würde ich nicht säen." Wenn Sie aber nicht säen, würde er sagen:Heute müßt Ihr eigentlich säen." Und wenn Sie irgendwo Weizen säen, würde er sagen:Ich batte das für falsch, Roggen würde hier richtiger sein." Und wenn Sie Kartoffeln pflanzen, dann wird er Ihnen einreden:Hier würden Rüben eigentlich hingehören." Und wenn Sie endlich eines Tages zur Ernte gehen, dann würde er sagen:Warum heute schon anfangen?" Und wenn Sie nicht gehen, würde er Ihnen vorwerfen:Welch' eine Nachlässigkeit!" Und er würde dauernd hinter Ihnen sein, er würde keinen Handgriff tun, aber dauernd Ihnen dazwi­schenreden. Mein lieber Bauer, was würden Sie mit diesem Manne anfangen? (Tosende Heil!-Rufe und Händeklatschen).

Hierauf kommt es nicht an, sondern darauf kommt es an: daß man sich bemüht, das Rechte zu tun und niemals kapitu­liert vor irgendwelchen Schwierigkeiten! (Die Hunderttausende jubeln dem Führer zu.) Wer eine solche Rot beseitigen muhte, wie wir, der muh nach neuen Wegen suchen. Unsere Vorfahren im Amt haben leider versagt und uns fein Rezept hinterlassen, wie solche Rot be­hoben werden kann. Wir haben eigene Wege gesucht, und wir haben sie gefunden. Zum Be­weis dafür rechne ich auch eine solche Kund­gebung wie diese. Denn wo ist es möglich, dah in einem grohen Volk fast ein Sechzigstel feiner gesamten Millionen an einem Tage zusammen­strömt, um feierlich nicht nur ihre Einheit zu bekennen, sondern ihre Verbundenheit mit diesem Regime und mit diesem System? (Gewaltiger Beifall). Wo Ist der Staatsmann, wo ist das Staatsoberhaupt, das

men. Das ist auch unsere Aufgabe, die Aufgabe derer, die nun einmal vom Schicksal ausersehen worden sind, dieses Volk zu führen. Diese nationalsozialistische Regierung kann des­halb auch nicht abhängig sein von einzelnen Interessenten. Sie kann nicht abhängig fein von Stadt und Land, nicht von Arbeitern und nicht von Arbeitgebern. Sie kann nicht abhängig fein von der Industrie, dem Handwerk, dem handel oder der Finanz. Sie kann nur eine ein­zige Verpflichtung anerkennen: So wie Ihr hier vor mir steht, meine deutschen Volks­genossen. so stehen weit darüber hinaus 68mal soviel. 68 Millionen umfaht unser Volk. Diese 68 Millionen sind unsere Auftrag­geber! (Jubelnde Beifallsstürme.) Ihnen allen sind wir verpflichtet, ihnen allen sind wir verantwortlich. Sie alle wollen leben, sie alle müssen essen, sie alle brauchen die Freiheit, sie alle befehlen daher unser Handeln. Das Volk allein ist unser Herr, und diesem Volke dienen wir nach unserem besten Wissen und Ge­wissen. Um aber diese Aufgabe zu erfüllen, ist es notwendig, daß jeder versteht, dah die von ihm geforderte Disziplin ulld Ordnung zu sei­nem eigenen Vorteil dient und daß die Autorität, die diese Ordnung verlangt, In sei­nem Interesse handelt. Alle müssen dieses verstehen, denn allen kommt es zugute.

Und wenn wir uns vor diesen Leuten dann zu wehren suchen, dann sagen Sie: Kritik tut not. Nein, meine verehrten Herren,Arbeit tut n o t." (Stürmische Zustimmung.) Not tut, daß jemand den Mut hat, die Verantwortung zu übernehmen und mit seinem Kopf dafür einzustehen. (Erneute stürmische Bravorufe.) Wo würde die Menschheit hingekommen sein, wenn statt der Arbeit und der Verantwortung nur die Kritik das Leben der Menschen beherrscht, ge­regelt und geführt hätte. Das, was wir heute hier vor unserer aller Augen sahen, dieses wunderbare zusammengedrängte Bild einer militäri­schen Handlung, das würde weder in der Vor­aussetzung, noch im Ausbau, noch in der Durch­führung möglich fein, wenn diese Institution an der Spitze ihres Daseins den Satz trüge: Hier sind Kritiker willkommen geheißen, statt den Satz: Hier wird besohl en, und hier wird gehorcht! Es ist leicht angesichts dieser unermeßlichen Arbeit, die überall in Deutschland geleistet wird, mit dem Notizblock in der Hand festzustellen, wann irgend­wo vielleicht ein Fehler gemacht wird. Ich möchte, den Landwirt sehen, der sagen kann, daß er noch nie eine Mißernte gehabt hat, noch nie etwas hätte vielleicht klüger machen können.

fo durch fein Volk gehen kann, wie ich durch Euch hindurchgehe.

(Stürmische Jubelrufe und begeisterte Kundgebungen.)

Das ist das Wundervolle, daß unser Volk dieses Regime, seine Notwendigkeit und seine Handlungen begriffen hat und zur Tagesordnung übergeht gegenüber den Schwächlingen, die es nicht ver­stehen, daß es begreift, daß diese Handlungen, die mir vornehmen, tm Interesse aller liegen. Es ist das Jnterejse aller, wenn wir sagen, d i e Preise müssen gehalt en werden, und es ist das Interesse aller, wenn wir sagen, die Löhne müssen bleiben. Wir dienen dem Lande, in dem wir nicht nur in guten, sondern auch in schlechten Zeiten den Preis garan­tieren und sicherstellen. Wir dienen der Stadt, in­dem wir die Ernährung in guten und schlech­ten 3 e i t en garantieren. Wir dienen beiden, in­dem mir ihnen die gleichen Löhne und damit wie­der die gleichen Preise sichern. Das nützt nicht nur der Stadt, das nützt auch dem Lande. Das nützt nicht nur dem Lande, sondern auch der Stadt. Mag

jeder in Stadt und Land begreifen, wie notwendig und wichtig es ist, daß man den ganzen Weg mit seiner Regierung geht. Es würde für uns leichter und billiger sein, einmal nach der einen und dann nach der anderen Seite eine Ver­beugung zu machen. Vielleicht würde das für uns im Augenblick populär seil?. Es würden Mil­lionen von Arbeitern es begrüßen, wenn wir ihnen sagen wollten, wir erhöhen jetzt die Löhne. Und es würden Millionen Bauern vielleicht jubeln, wenn wir ihnen mitteilen würden, wir erhöhen die lanfc wirtschaftlichen Preise. Aber schon nach wenigen Monaten würden uns beide gemeinsam verdammen, denn beide würden erkennen, daß das nur hie endlose Schraube wäre, die Deutschland noch einmal durchmachen mußte.

Der höhere Lohn führt zu höheren Preisen. Der höhere Preis führt zu höheren Löhnen. Beide führen zur Entwertung unserer Mark, beide wieder zur Entwertung unserer Sparguthaben, beide zur Erschütterung unserer Wirtschaft. Beide führen damit zur Vernich- nichtung unseres Daseins und unse­rer Existenz. Wer nicht wahnsinnig ist und sich nicht selbst vernichten will, der kann in diesem Kampf um die Stabilität der deut­schen Wirtschaft nur wie ein Mann hin­ter seiner Regierung stehen. (Tosende Zustim­mung der Hunderttausende.) Wenn wir das tun, dann tun wir es nicht, weil wir von irgend­einer Seite vielleicht Prozente bekommen, son­dern wir tun es, weil wir für uns, für un­ser Volk arbeit en wollen! (Stürmische Zustimmung.) Weil, wir es bewahren wollen vor den furchtbarsten Enttäuschungen. Und ich erwarte deshalb, daß in diesem Kampfe jeder Arbeiter und jeder Bauer und jeder Unternehmer wie ein Mann hinter die Regierung tritt, denn wir handeln In ihrer aller gemeinsamen Interesse. (Don­nernde Heilrufe.) Mehr denn je ist heute eine Führung notwendig.

Wenden wir den Blick von hier nur weiter i n d i e Welt hinein: Unruhe beherrscht sie, Unsicher­heit, der Krieg steht wieder vor ihren Türen, Revolutionen erschüttern die Völker im Innern. Wie eine stille Insel liegt in all dem Deutschland, unser liebes deutsches Vater­land und Reich (nicht endenwollender Jubel). Tiefer Friede herrscht bei uns, während sich in anderen Ländern die Völker nicht mehr verstehen, die Menschen gegeneinander ftreiten, Stand gegen Stand gerät, Klasse gegen Klasse kämpft, sind wir hier in Frieden zusammengefügt. Wenn ein Mann vor wenigen Tagen in einem anderen Reich sagte: Diktaturen können nur zu leicht aus inneren Schmierigkeiten zu Kriegen führen, dann sagen mir: die meisten Kriege stammen aus dem Wesen der Demokratien!

Wir haben nicht notwendig, nach außen einen Krieg zu führen, um einig zu fein, hier sind wir, hier stehen wir, ein Volk, ein Heer und ein Reich! (Minutenlanger Jubel der Massen.)

Und noch ein Gefühl beherrscht uns heute, wenn mir an den ersten Tag hier auf diesem Berge zu­rückdenken. Damals erfüllte noch viele unter uns die bange Sorge, ob wir vielleicht auch hineingeris­sen würden in diese Unruhe der anderen Welt. Und heute: welch ein wunderbares großes Erlebnis! Deutschland ist wieder frei gewor­den, und seine Freiheit ist nicht einer Institution anoertraut, ist nicht in die Hände fremder Gewal- ten gelegt, keine Kommissionen beraten darüber, keine Kommissionen entscheiden darüber, kein Völ­kerbund wacht über uns.

Hier steht Deutschland und wacht über sich selbst! (Stürmische Zustim- mung.) Unser Volk ist wieder stark und unsere Heimat geschützt, und wir sind unendlich glück­lich, zu wissen, daß dieser Schuh uns an­vertraut ist.

Erinnern wir uns an die deutsche Geschichte! Er­innern wir uns daran, daß keine Macht Deutsch- land zu schlagen vermochte. Nur wenn wir den Schild beiseite legten und auf andere Hilfe ver­trauten, kam das Unglück über uns. Weil wir aber f e I b ft diese große Arbeit im Innern vor uns sehen, diese gewaltige Leistung, ist es verständlich, daß wir nur den Wunsch besitzen, uns den Frieden zu erhalten. Ich glaube, wir sehen bie Probleme der Welt etwas abgeklärter als viele andere, wir beurteilen sie nicht fo von Haß und Neid verzerrt. Wir haben nicht die Möglichkeit, auf eine fremde Hilfe zu rechnen, und wir werden da­her nicht leichtsinnig sein. Wir ermessen die Vor­aussetzung unserer Existenz, kennen dis Schwierigkeiten unseres Lebens­kampfes und wünschen deshalb, daß wir diesen großen Aufgaben in Ruhe und Frieden nachgehen können. Den Satz, den ich in Nürnberg ausfprach ich muß ihn hier wiederholen mot­ten mir uns stets vorhatten:

Deutschland und das deutsche Volk, sie wollen niemanden etwas zu leide tun, aber sie werden auch von niemanden ein Leid erdulden. (Tosende Heilrufe.)

Wenn wir aber dieses große Geschehen an un­terem Auge rückblickend vorüberziehen lassen, dann ermessen wir erst, wie Großes der Herr uns getan hat, und wie klein, wie lächer­lich klein alle die Opfer find, die wir dafür zu bringen haben. Was ist das alles, was hin und wieder vielleicht an kleinen Opfern aufedegt wird gegenüber dem großen Wunder, das sich an uns vollzogen hat. Hinter uns liegt ein Jahr segensreicher Ernte. Der Himmel, er hat uns wieder feinen Segen gegeben. Das tägliche Brot, wir wissen es, ist uns sichergestellt. Die Vor­sehung hat es uns ermöglicht, in diesem Jahre nicht nur wirtschaftlich eine reiche Ernte einzubringen, sie hat uns auch noch mehr gesegnet: Deutschland hat von Beginn dieses Jahres an bis jetzt viele und große und entscheidende Erfolge erzielen dürfen. Erstanden ist uns wieder die deutsche Wehr- m a ck t. Erstehen wird hie deutsche Flotte. Die deutschen Städte und die schönen Dörfer, sie sind geschützt, über ihnen wacht die Kraft der Station, wacht die Waf^4 i« des« ßttfi

Aichi Mik sondern Arbeit tut not!

Volk und Regime sind eins.