Ausgabe 
18.10.1939
 
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e sich vergegenwärtigen, daß der bereits vor allem - durch die Torpedierung derCouraaeou s" er- |3 schütterte Glaube an die Unangreifbarkeit der eng-

London, 17. Oft (DNB.) Um die geradezu verheerenden Auswirkungen des deutschen Luftan­griffs auf den Firth of Forth auf die britische öffentliche Meinung verstehen zu können, muß man \ l" - S C» Sa*« Urtr-At Vri rtff o tri

Neue Gräber des Grauens.

Posen, 17. Okt. (DNB.) Die Zahl der deutschen Blutopfer in Polen steigt mit der Auffindung immer neuer Massengräber von Tag zu Tag weiter. Bei Turek in Mittelpolen fand man 100 furchtbar verstümmelte Leichen deutscher Volksgenossen aus den Kreisen Lissa, Kosten, Gostyn, Schrirnrn und Schroda, die am 3. September aus ihrenHeimatortenverschleppt und dann

Angriff auf den Firth of Forth ist eine treffende Illustration zu dieser unverschämten Behauptung.

Aus der Stelle" rückte man nun spät in der Nacht mit einigen Eingeständnissen heraus. Ein offizielles Kommunique besagt, eine Bombe sei in der Nähe des KreuzersSouthampt on" ex­plodiert, wobei das Schiff am Bug beschädigt wurde und eine Admiralsbarke sowie eine Pinasse versenkt wurde." Vom Hund und der Fensterscheibe langte man nun allmählich bei einer Pinasse an. Weiter hören wir zu unserem Erstaunen:An Bord derSouthampton" sind drei Mann, an Bord des KreuzersEdinburgh" sieben Mann durch Splitter verletzt worden." Preisfrage: Nur die Southampton" wurde getroffen? Auf welche Weife kamen denn die Splitter an Deck derEdinburgh"? Dann:Eine Bombe fiel in die Nähe des Kreuzers M o h a w k", wobei es 25 Verletzte gab." In der Nähe? Standen die Matrosen neben dem Schiff auf dem Wasser? Herr Churchill, Sie lügen nicht nur. Sie lügen sogar miserabel!

Während dieser Bericht von insgesamt 3 3 Verletzten spricht, erklärt die ebenso amtliche Bekanntmachung der britischen Admiralität, die von dem französischen Nachrichtenbüro Havas verbreitet wurde, etwa zur gleichen Zeit, daß 15 Perso­nen, darunter zwei Offiziere, getötet und weitere zwölf Personen schwer verletzt wurden.

Was wir zu dieser lügenhaften Berichterstattung zu sagen haben? Genau die gleichen Worte, die das englische Reuter-Büro sich erdreistete, Deutschland gegenüber zu gebrauchen:Diese falschen Behaup­tungen, die teilweise darauf gerichtet sind, die Neu­tralen zu beeinflussen, werden sich letzten Endes rächen, weil die ganze Welt ihre Wert­losigkeit einsehen wird." Jawohl, Herr Churchill, diese Worte des amtlichen englischen Nachrichtenbüros sollten Sie sich eingerahmt auf den Schreibtisch stellen, an dem Sie Ihre amtlichen Meldungen der Admiralität Seiner Majestät zu verfassen pflegens

richtet, veröffentlicht darüber hinaus täglich neue Dermißtenlisten, die beweisen, daß Hunderte, wenn nicht gar Tausende deutscher Volksgenossen von ihrem Opfergang in die polnische Internierung bis heute noch nicht wieder zurückgekehrt sind.

Britischer Dampfer im Atlantik versenkt.

London, 17. Okt. (DNB.) Der Londoner Rund­funk meldet, daß in der Nacht zum Dienstag im Atlantik der britische 3600 Tonnen große Dampfer Sneaton" versenkt wurde. Die Besatzung konnte bis auf einen Mann gerettet werden. Der belgische TankerAlexandre AndrL ist in London mit der Besatzung desSneaton" einge­troffen.

Iranzösisches passagierschiff mit Kanonen und Kriegsmatrosen.

N e u y o r k, 17. Okt. (DNB.) Der mit zwei 75 ww-Geschützen bestückte französische Passagier­dampferDe Grasse" traf am Montag mit 281 Fahrgästen an Bord, darunter 47 Amerikaner, in Neuyork ein. Die mit Kriegsmatrosen bemannten Geschütze dienen, Associated Preß zufolge, für Angriffe auf U-Boote

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Vollständige Blockade Deutschlands ein Ding der Unmöglichkeit.

Feststellungen des sowjetrussischen Geekriegsspezialisten Zwanow.

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und eindeutig der Derantwortungsträger für die Anlernung fest gestellt, und zwar durch die Bestim­mung eines besonderen Beauftragten. Dann seien geeigneteAnlerner" im Betriebe ausfindig zu machen, wie überhaupt im Interesse der Frei­stellung aller verfügbaren Kräfte, zuerst innerhalb des Betriebes eine Auskärnrnung für die Umbe­setzung erfolgen müsse.

Aus aller Welt.

Hochwasser im INillelrheingebiel.

Die Mosel stieg bei Trier in der Nacht auf Montag um weitere 60 Zentimeter, der Pegel er­reichte Montag früh hier 4,40 Meter. Don Saar und Sauer wird gleichfalls steigendes Wasser ge­meldet. Bei Trier, wo bereits der Hochwasserdienst in Tätigkeit trat, sind die Ufer an vielen Stellen überflutet und große Wiesenflächen unter Wasser. In den tiefer gelegenen Stadtteilen steht das Was­ser bereits in den Kellern. Auch der Rhein i st st a r k gestiegen. Der Koblenzer Pegel zeigte Montagmorgen 4,74 Meter an, während der Pegelstand am Abend bereits 5,02 Meter betrug. Bei Neuwied, wo Montagabend 5,40 Meter gemessen wurden, steht der Strom bis zum Ufer­rand, bei Linz ist er bereits über die Ufer ge­treten und hat die Rheinanlagen überschwemmt. Vollkommen überschwemmt sind auch die Wiesen an der Ahrmündung in den Rhein.

Wilhelm Teil" im Posener Sladllhealer.

Das Posener Deutschtum erlebte mit der Sluffül)- rung von Schillers FreiheitsdramaWilhelm Tell" durch das Schneidemühler Grenzlandtheater d i e erste deutsche Theateraufführung nach der Befreiung der Stadt, Zu diesem freu­digen Ereignis waren die Deutschen aus Posen und der Umgebung in dem mit den Farben des Reiches geschmückten Stadttheater so zahlreich zusammen­gekommen, daß Hunderte keinen Einlaß mehr finden konnten. Diese Erstaufführung im befreiten Posen bildet zugleich den Auftakt des bereits in, Angriff genommenen großen Kulturprogramms, in dem u. a. die laufende Bespielung der Po­sener Bühne durch Gastspiele führender Theater­ensembles aus dem Reich vorgesehen ist.

Schweres Explosionsunglück in Nordfrankreich.

Durch eine gewaltige Explosion wurde eine che­mische Fabrik im Pas-de Calais in der Nähe von Lens zerstört. Die Explosionen waren so stark, daß das Fabrikgebäude auseinandergerissen wurde. In weitem Umkreis sind sämtliche Fenster­scheiben geplatzt. Der Sachschaden soll sich auf Mil­lionen belaufen. Bisher konnten aus den Trüm­mern nur zwei Leichen geborgen werden. Fünfzehn Arbeiter wurden schwer verletzt- zwei von ihnen dürften, falls sie am Leben bleiben sollten, das Augenlicht verlieren.

Durch elektrischen Strom getötet.

Im Garten eines Hotels in Langenlonsheim bei Kreuznach war durch Schwarzarbeit eine elektrische Installationsleitung fahrlässig und vorschriftswidrig angelegt worden. Die­ser Leitungsdraht, dessen Querschnitt und damit Festigkeit viel zu schwach war, war gerissen und zu Boden gefallen. Der elfjährige Franz Peitz be­rührte die noch unter Spannung stehende Leitung und fiel tot zu Boden. Bei einer sachgemäß ver­legten Anlage wäre der Unfall nicht entstanden und das junge Leben erhalten geblieben.

Gold und Edelsteine im Wald gefunden.

In einem Walde zwischen Königsfeld und Sobeschitz im Protektorat wurden vor einigen Tagen drei Blechbüchsen mit einem voll­st ä n d i g e n Einbrecherwerkzeug, 100 ver­schiedenen Schlüsseln und einem Betrag von 20 000 Kronen sowie zahlreiche Edelsteine und die Wert­gegenstände aus einem Diebstahl gefunden, der in eine Goldwarenhandlung vorgenommen worden war. Da alle Sachen unweit der Wohnung einer gewissen Mendel gefunden wurden, nahm man bei ihr eine Haussuchung vor und fand eine Emp­fangsbestätigung über 20 000 Kronen. Da die Men­del nicht nachweisen konnte, woher sie das Geld hatte, wurde sie in Haft genommen. Die Gesamt- diedesbeute aus . jener Goldwarenhandlung hatte einen Wert von 380 000 Kronen.

Was Herr Churchill über den Luftangriff auf den Kirch of Horch zusammenlog Aus einemHund" und einerzerbrochenen Fensterscheibe" wurden

15 Tote und zwölf Schwerverletzte.

lischen Flotte, dieserinvincible armada, durch die beruhigenden Versicherungen des Ersten Lords der Admiralität und des Luftfahrtministers vor dem Unterhaus kaum wiederhergestellt werden konnte. Gegenüber den amtlichen Erklärungen, mit Den deutschen Anfangserfolgen sei es nun vorbei, wirk­ten die rasch aneinanderfolgenden Nachrichten über die Torpedierung derRoy al O a k" und der Repulse" und über den Angriff a u f den ftirtb of Forth um so vernichtender. Wie furchtbar die Folgen dieser deutschen Waffentaten auf die Stimmung im Lande sein müssen, zeigt am besten die Tatsache, daß in diesem Falle das bri­tische Lügenministerium an Fal schm e I d uin - gen sich selbst übertroffen hat, was sehr

Dienste ^Meldung des Lügenministeriums über den deutschen Angriff begann:lieber dem nord- licken Bezirk van Edinburgh herrschte etwa 14.30 Uhr lebhafte Lufttätigkeit, aber es roaren feine Flugzeuge zu Horen und zu sehen. Dann folgt die Mitteilung: Drei feindliche Flieger sind,rote es hHfü den Firth of Forth aufwartsgeflogen , wobei ku beachten ist daß später im gleichen Brustton der Ueberzeugung von den drei deutschen Flugzeugen sieben^ als abgeschossen gemeldet wurden. Der Lon­doner Rundfunk faßte dieses Ereignis zunächst ebenfalls in wenigen lakonischen Sätzen zusammen. Keck Sachschaden, kein Verlust an Menschenleben .

aber Öie Methoden der Londoner Luaen- kennt ahnte sofort, daß die deut che Luft- £ wirSienf toton Erfolg verbuchen konnte. Watte Ar einen Mzen als dann

der Londoner Rundfunk einen haßerfüllten Bericht

daß die neuen Grundlagen einer Zusammenarbeit der baltischen Staaten mit ihrem großen östlichen Nachbarn auf außenpolittschem, strategischem und wirtschafttichem Gebiet verstanden werden.

Für den baltischen Raum stehen die neuen poli­tischen Gegebenheiten jetzt fest. Man ist daher in Est­land, Lettland und Litauen entschlossen, die neuen Aufgaben anzupacken und in Frieden und Freundschaft mit jenen zu leben, die einen gemeinsamen Lebensraum mit den bal­tischen Völkern haben. Man erinnert sich nun wieder früherer Gemeinsamkeiten und erkennt, daß ein Teil der östlichen Ostseeküste jenem dienstbar gemacht werden muß, der ihn zur Wahrung seiner Lebens­interessen benötigt. Gewiß wird auch hier die Ge­wohnheit und die praktische Zusammenarbeit erst jenes Vertrauen schaffen, das unerläßlich ist zum reibungslosen Zusammenspiel der Kräfte. In jedem Falle jedoch sind die baltischen Staaten gewillt, auch ihrerseits zur Herstellung einer neuen Atmo­sphäre beizutragen.

Der Urlaub während des Krieges.

Zu der Kriegswirtschastsverordnung, wonach vor­läufig die sonst gültigen Vorschriften und Verein­barungen über den Urlaub außer Kraft treten, hat Der Reichsarbeitsminister in einem Erlaß an Die Reichstreuhänder Der Arbeit erläuternD Stel­lung genommen. Danach kann nur in Aus - n a D m e f ä 11 e n vom Unternehmer Urlaub ober beim Ausscheiden des Gefolgschastsmitgliedes aus Dem Betriebe eine Urlaubsabgeltung ge­währt werden, wenn wegen der Kriegsverhältnisse die Gefolgschaft nicht mehr oder nicht voll beschäftigt werden kann. Sodann kann Urlaub in Einzelällen gegeben werden, wenn er zur Wie­derher st elluna Der Gesundheit eines Gefolgschastsmitgliedes oder zur Vermeidung ge- sundheitlicher Schädigung insbesondere bei Schwerbeschädigten, Frauen und Ju­gendlichen zwingend notwendig ist. Schließ­lich ist ein kurzer Urlaub bei Todesfällen in Der engereh Familie Des Gefolgschaftsmitgliedes, bei Niederkunft der Ehefrau oder bei sonstigen dringenden Anlässen zulässig. Soll in Auswirkung von Betriebseinschränkungen oder Be­triebsstillegungen eine Gruppe von Gefolgschaftsmit- gliedern beurlaubt werden, so ist die Zustim­mung des Reichstreuhänders Der A r - beit einzuholen. Der Minister empfiehlt, sich auch in sonstigen Zweifelsfällen mit Dem Reichstreu­händer in Verbindung zu setzen.

Bei Umbesetzung der Arbeitsplätze auf die Eignung achten!

doch könne heute nicht mehr die Rede _ _ do n sein, daß ckie englische Blockade, wie dies im Weltkrieg Der Fall war, vollständig und deshalb effektiv genug sei. In Die Ostsee könnten die eng- lichen Seestreitkräfte bis jetzt nicht eindringen und werden dorthin auch in Zukunft nicht ein­bringen. Der deutsche Handel mit den Ostseestaaten bleibe also unbehindert. Vonungeheurer Bedeutung" sei ferner für die Durchbrechung Der Blockode Die Neutralität Italiens sowie Die Herstellung Der gemeinsamen Grenze mit Der neutralen, jedoch mit Deutschland freundschaft­lich verbundenen Sowjetunion, von der Deutschland Die ihm nötigen Rohstoffe erhal - t e n werde. In der gegenroärtigen Lage sei Die vollständige Blockade Deutschlands ttotz des zah­lenmäßig starken Uebergewichtes Der feindlichen Ueberseeflotten ein Ding Der Unmöglich­keit. Die Berechnungen Der Gegner Deutschlands, ähnlich wie im letzten Krieg die kriegswirtschaft­lichen Hilfsquellen Deutschlands durch eine lange Blockade abzurieaeln, haben sehr wenig Aussicht auf Verwirklichung. Andererseits hat Deutschland große Möglichkeiten, militärische Operationen gegen Die lebenswichtigen Verbindungslinien seiner Gegner, in erster Linie Englands, zu führen.

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tzhwung neue Entwicklungen aus.

Die Ereignisse der letzten sechs Monate liehen Meirtig erkennen, daß nach Fortfall der Voraus- teungen für gutnachbarliche deutsch-polnische Be­ziehungen auch Der baltische Raum von Der wei­ten Entwicklung Der Dinge nicht unberührt blei- biri konnte. Denn Polen war mit zwei der balti- Äen Staaten direkt benachbart, während es mit bim Dritten eine Jnteressenpolittk verband. Der Nschluß von Nichtangriffspakten Deutschlands mit

Die Neuordnung im baltischen Raum

Von unserem W. B.-Korrespondenien.

Die notwendigen Umstellungen auf Die Kriegswirtschaft haben Die Umbesetzung vieler Arbeitsplätze zur Folge und eben­so eine entsprechende Anlernung der Betroffe­nen für ihr neues Einsatzgebiet. Im Einvernehmen mit oem Reichsinstitut für Berufsausbildung und der Reichsaruppe Industrie hat für diese Ausgabe das Amt für Berufserziehung und Betriebsführung der DAF. eineAr b e it s a nw e i s u n g" her- au&gegeben, - Die betont, daß Die Anlernung nicht als eine abaekürzte Form Der Lehrausbildung an­gesehen werden Darf. Sie diene vielmehr dazu, Die Ausführung solcher Arb eit s aufgab en zu vermitteln, bei Denen Die Aufgabe als solche einfach ist, Das Grifftechnische verhältnismäßig schnell erlernen läßt und Die Selbständigkeit des Äusführenden eine we­niger wichtige Rolle spielt. Unter Den Verhältnissen Des Notstandes solle zwar nicht Daran gedacht wer­den, jedenAnerlernplatz nur mit Bestgeeigneten zu

in die Welt hinauskeifte, in dem er allzu auffällig unterstrich, daß keinerlei Schaden anaerichtet wor­den war. In diesem geradezu klassischen Muster­beispiel der Verdrehungskünste Churchills heißt es wörtlich:Der ßuftangriff war gänzlich erfolglos. Fast (!) alle abgeworfenen Bomben fielen ins Meer." Und an einer anderen Stelle:,Augen­zeugen sahen, wie die meisten (!) Bomben nur Wassersäulen im Meer verursachten". Ja:Der einzige Schaden, der angerichtet wurde, besteht in einer zerbrochenen Fensterscheibe, und das einzige Opfer des Luftangriffs war ein Hund!"

Wenn nach dieser Darstellung des Londoner Rundfunks und des Lügenministeriums diemei­sten" Bomben ins Wasser gefallen sind, wohin fielen bann b ie anderen? Alle auf den Hund? Den Heldentod b er zahlreichen britischen Seeleute, bie in tapferer Gegen­wehr für Englanbs Kriegshetzer fielen, in biefer nieberträchtigen unb befchämenben Weise zu ver­unglimpfen, ist eine Geschmacklosig­keit, über bie ein Urteil zu fällen ber englischen Oeffentlichkeit überlassen bleiben mag.

Es folgte bann eine amtliche Bekanntmachung, bie in ihrer Formulierung ungemein bezeichnen!) ist. Ihr Schlußsatz lautet nämlich:Es würbe kein Sachschaben angerichtet, Zivilpersonen würben nicht verletzt". Man 'ließ nun vlötzlich bie Frage offen, ob abgesehen von ber Zivilbevölkerung unb dem Hund weitere Opfer zu beklagen waren. Eine schlechte Regie fügte es, daß in ber Sendung Des Londoner Rundfunks, in ber diese amtliche Bekanntmachung mitgeteilt wurde, gleichzeitig eine andereamtliche Meldung" Der britischen Admira­lität als Erwiderung auf die deutschen Fragen nach dem Schicksal der ^Arc Royal" gegeben wurde, in ber sich ber Satz befindet:Wenn bei ber britifefjen Flotte bisher irgenbwelche Verluste eingetreten sinb, würben biese aus ber Stelle unb völlig wahrheitsgemäß berichtet". Aus ber Stelle? Wahrheitsgemäß? Die Berichterstattung über den

Riga, Oktober 1939.

Wenige Wochen nur sind seit jenem 1. Septem- bir vergangen, ber bie Verwirklichung einer Neu- tzdnung im Osten und Nordosten Europas ein» litete, deren Ausmaße und Auswirkungen heute wch nicht restlos zu übersehen sind. Die ftaats» sichtliche Fundieryng Der baltischen Staaten basierte auf nach Dem Weltkriege getroffenen Abmachungen mit den großen Nachbarstaaten, denen Versailler flfDanfengänge zugrunde lagen. England und giankreich zum Teil auch Die Vereinigten Staa- tn galten als die Paten neuer Staatswerdungen iir baltischen Raum. 1939, das Jahr großer Ent- fteidungen in Deutschlands Geschichte, brachte Den eilten Anstoß zu neuen Ueberlegungen und Revi- stnen. Die außenpolitischen Erfolge Des wieder- tftanbenen Reiches lösten mit dynamischem

Moskau, 17. Oktober. (DNB.) In Der sowjet- amtlichen ,Zsweslija" kommt Der Spezialist Der Leekriegstherorie und Mitglied Der Akademie ber Menschatten Iwanow zu bem Ergebnis, daß Deutschland wohl hnftanbe sei, schwere Schläge eegen Die S e e v e r b i n b u n g s w e g e bes britischen Imperiums zu führen, während UnglanD Die Blockade gegen Deutschland fei weitem nicht vollständig unb effef- tio genug durchführen könne. Die deutschen Unterseeboote hätten in der kurzen Zeit seit Iriegsbeginn nicht nur der Handelsschiff- fthrt ihrer Gegner schweren Schaden (pgßfügt, sondern auch der englischen Kriegsflotte überaus empfindliche Schläge versetzt. Durch Ereignisse wie die Der- ftifung DerCourageous" und DerRoyal La k". Die man früher in der Seekrieastheorie nicht für möglich gehalten habe, hätte Die brutsche U-Boots-Wasse überzeugend demonsttiert, feh sieeine sehr reale Bedrohung dar- stlle für Die Hauptkräfte Der englischen Flotte.

Das wichtigste Mittel Englands im Seekrieg «gen Deutschland sei Die Blockade, für die den Engländern eine Der deutschen zahlenmäßig weit Verlegene Ueberseeflotte zur Verfügung stehe, je»

felHanb und Estland (eine Nichtangriffsklausel wischen Deutschland und Litauen war bereits tm Akommen über die Rückgliederung des Memel» landes enthalten) stabilisierte Die politische Lage tm ^tischen Raum, stand jedoch natürlicherweise in tiinem Zusammenhang mit Auswirkungen der Ent- Vcklung des deutsch-polnischen Verhältnisses. Die featsch-russische Verständigung ließ ahnen, daß auch lür die baltischen Staaten eine neue Entwicklung^ ptriobe begonnen hatte. Der Zerfall Polens endlich stuf unverkennbar eine neue Situation.

Es muhte natürlich erscheinen, daß eine Neu- »zelung des Verhältnisses Der baltischen Staaten zv ihrem gemeinsamen großen russischen N a ch- birn unerläßlich wurDe. Man sah sich vor Die Möglichkeit tiefgehender, friedlicher Losungen ge- wd)tiger Probleme gestellt, als anläßlich eftlanbisch- ssvjettussischer Wirtschaftsverhandlungen auch po­litische und strategische Fragen zur Missprache gelangten. Die Entwicklung der Dinge ist bekannt: in wenigen Tagen kam ein A b k o m -

en zwischen Estland und Sowjetrußland zu- nbe, das mit einem Schlage eine neue Konzep- n schuf. Hiermit begann Die Verwirklichung einer .ürlichen Zusammenarbeit, Deren Grundlage Die angetastete Souveränität Der vertragsschließenden i(e mar. Was weder Versailles, noch zwanzig hrebewährter" politischer Methoden zu voll- ngen vermochten, war hier durch leidenschaftslose olpölitik zustandegekommen. Anfängliche Besurch- itgen machten der Ueberzeugung Platz, daß eine it neuen politischen Denkens Losungen er- vglichte, deren Zustandekommen auf Grund dex icherigen Denkungsweise einfach unmöglich er«

nen mußte. Das Schicksal der Völker <m baV ,.n Raum wurde in wenigen Tagen in seiner samcheit weiter vertieft, als dem Abkommen ilßlands mit Estland ein solches mit Lettland und

mit Maschinengewehren aufammen« geschossen wurden. Dann muß das polnische Mordgesindel über die Verwundeten hergefallen sein unb sie mit Kolben niebei-geschlagen haben, denn vielen Toten ist der Schädel eingeschlagen worden. Die Toten wurden dann ihrer Wertsachen und Papiere beraubt und in zwei tiefe Löcher ver­scharrt. Mit Mistgabeln und Misthaken warf man die ---------------r-.v . o o

Toten in die Gruben. Die Verstümmelungen der besetzen. Es fei aber notwendig, Diejenigen von der Leichen sind derart, daß nur etwa 30 von ihnen Anlernung für eine bestimmte Tätigkeit auszu - genau identifiziert werden konnten. DasPosener schließen, die für diese Tätigkeit ausgesprochen Tageblatt", das über diesen grauenvollen Fund be- ungeeignet sind. In jedem Falle werde klar

.... mit Litauen folgte.

Die man in den baltischen Staaten selbst die

Situation sieht, erhellt aus zahlreichen Aus- en und Reden führender politischer Persönlich» ,n. Hatte es anfangs den Anschein, als glaube n die Souveränität der baltischen Staaten ve- 7_, so wurde solchen Gedankengängen gegenüber ch weit über das politisch-konventionelle May ^ausgehende Feststellungen maßgebttcher Stellen verstrichen, daß man einerseits mit Den Jt e a» litäten rechne und andererseits keinen Trund zu Befürchtungen habe. Ganz av» ze'ehsn davon, Daß Litauen durch Die WieDer- Sevinnung Wilnas ganz besonDeren Gruno zur fliieuDe hat, war bereits vorher in Le ttl anD wie oud) in Estland Durch Wort und Schn ft zum ilisdruck gebracht worden, Daß man zuversichtlich kider positiven Entwicklung Der Dinge entgegen- He. Sowohl eine Rede des estländischen Staats- Slisidenten Päts als auch eine solche Des len» ^'bischen Staats präsibenten Ulmanis IW 3<ugnis ab von Der Erkenntnis neuer Moglichketten laischenstaatlicher Zusammenarbeit. Wenn stuyer on sogenannten Interessensphären Englands und ^lankreichs Die ReDe war, so durfte in diesem Zu ^menhang in Der Rebe Des lettlanbischen Stacks. Piifibenten jener Satz besönbers bezeichnend i , dem vorn Schicksal solcher Völker Die ^^De f, * ihre FreunDschaften in ber F er n e suchten, d-r Wert gutnachbarlicher BeZlehun 8i n hat somit auch in Den baltischen Staaten w-ies Ansehen erlangt. Auch ist bezeichnend, datz Wner wieder auf Die U n a n t a ft b a r t e 11 D e r Jtaatsorbnungen hingewlesen wurde Wen iittlanbs Staatspräsident unmißverständlich er Ucrte, Daß allen innenpolitischen Komunktur- Ettkern gegebenenfalls eine entsprechende Ant­wort zuteil werden wurde, |o geht daraus hero ,

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