Ausgabe 
7.7.1939
 
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Freitag, 7. Zull 1959

189. Jahrgang

Nr. 156 Erstes Blatt

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Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Berlin, 6. Juli. (DNB.) Dom 6. bis 10. Juli

staltet derArbeitsausschuß Lange­ck beim Jugendführer des Deutschen Reiches 1

veranstaltet der

mar

der Hochrheinregulierung erwogen hat. Es handelt ich um die Weiterführung der Schiffahrt vom iihein über die Rhone nach dem Mit - .elmeer. Was das für den europäischen Verkehr redeuten und welche Rolle dann der Bodensee als Sammelbecken für die Schiffahrt von der Nordsee bis zum Mittelmeer spielen würde, ist kaum zu ermessen.

Das Fronterlebnis bleibt wach Flandernfahrt von Hitler-Jugend und Frontkämpfern.

Ein brilischer Abgeordneter berichlet.

Englands Deffentlichkeit das Opfer sinnloser Befürchtungen.

£ o n b o n, 7. Juli. (DRV. Funkspruch.) Der ton- servalive Abgeordnete Arnold Wilson, der kürzlich Danzig besucht hat, erklärt in einer Zuschrift an die Times", in Danzig herrsche Ruhe und bei seinem Zusammensein mit gutunterrichteten auslän- dischen Kreisen und Deutschen habe er n i ch t s von dem Bild bemerkt, das in gewissen Londoner Zei­tungen gezeichnet wurde, Zeitungen, die jeder Lon­doner kaufen könne, und deren seltsamer Inhalt zur Genüge die weitverbreitete Ansicht erkläre, daß die Londoner die Opfer sinnloser Befürch­tungen seien, die aus dunkle Einflüsse zu- rückginaen. Wilson sagt, er sei in den letzten vier Jahren'dreimal in Danzig gewesen und habe den langsamen, aber natürlichen Wandel, der jetzt ab­geschlossen sei, beobachten können. Danzig sei heute dasselbe wie 1919, nämlich ein Teil Preu­ßens, zu dem es geographisch und völkisch ge­höre. Der Wille zur Rückkehr zum Reich sei so stark wie im Jahr vor der Volksabstimmung, was auch immer das Verdienst des Status quo von 1919 sei, seine moralische Grundlage sei verschwunden. 3n Danzig befürchte man augenblicklich mehr einen polnischen als einen deutschen (Soup. Die Erinnerung an das vorgehen der Polen in Teschen und Oderberg

Oer Oberrhein als Gchiffahrtsweg

Von unserem K. G.-Korrespondenien.

Geld, Englands traditionelle Waffe

Englands IZüstungSkredite an seine Verbündeten ein Teil seiner Kriegsvorbereitungen.

reich." AuchDaily Expreß" schreibt, England ver­geude sein Geld. Warum gebe man dieses Geld nicht Kanada oder Australien, um dort Rüstungsfabriken zu bauen? Das würde wenigstens noch Sinn haben.

Daily Mail" stellt fest, daß die neue Wirtschafts­politik der Regierung einer Ausdehnung des britischen Handels und der Bewaffnung seiner Verbündeten dienen sollte. Die ungeheuere Finanzkraft sei Englands mächtigste Waffe, die es jetzt spielen lasse. Geld sei der traditionelle Beitrag Großbritanniens und manch­mal der einzige.Times" erklärt, daß vor­aussichtlich Polen dengrößten Nutzen (?) aus diesem Plan ziehen werde. Obwohl die Türkei und Rumänien bereits Kredite erhalten hatten, sei es nicht ausgeschlossen, daß auch diese beiden Länder weitere finanzielle Hilfe er­halten würden. Der einzige Punkt, über den noch Zweifel bestehen könnten, sei die Frage, ob die Garantie-Ermächtigung »auf lange Sicht gesehen hoch genug angesetzt worden sei. DerDaily Tele­graph" rechnet ganz offen mit der Tatsache, daß alle Anstrengungen, bei den englisch-sowietrusstschen Verhandlungen eine zufriedenstellende Formel zu finbcn, bisher s e h l g e I ch l a g e n [eien Die britische Diplomatie sei aber inzwischen nicht faul gewesen und habeandere Mittel sur Ver­stärkung derFriedensfront" ersonnen. Es erübrige sich, darauf hinzuweisen, daß die Aufrüstung Polens der Türkei, Rumäniens und Griechenlands fiLr die Verteidigung Englands lebenswichtig fei. Je stärker ihr Widerstand gegen die Aggression sei, um so großer sei die moralische und materielle Starke der Friedens­front".News Chronicle" meint, wenn dieFrie- densländer" unverwundbar sein sollen, wußten Englands Verbündete Waffen kaufen Kredite für Englands Verbündete seien ebenso notwend ge Kriegs Vorbereitung en (!) wie die Waffen- Produktion und die Aufspeicherung von Lebens­rnitteln. Das Blatt bedauert, daß man China nicht bedacht habe.

Danzig will zurück zum Reich.

Englands EinkreisungSpoliiik das stärkste Hindernis einer direkten Verständigung

eine Fahrt in die ehemaligen Kampfgebiete Flan- derns, an der 15 HI. -Führer und die gleiche Anzahl von Frontkämpfern des Welt­krieges teilnehmen. Die Fahrtgruppe verließ am 6.Juli Aachen, um über Zeebrügge, Ostende und Ypern Schlachtfelder, Stellungen und Soldatenfried­höfe aufzusuchen. Der Besuch dieser Erinnerungs­stätten des Weltkrieges dient einer Schulung der HJ.-Führer und Frontsoldaten, die in späterer Zeit Fahrtengruppen der Hitler-Jugend in diese Gebiete führen sollen; die ehemaligen Frontsoldaten, die im Kriege an diesen Abschnitten kämpften, sollen dann an Ort und Stelle den Jungen von ihren Er­lebnissen erzählen und mit ihren Berichten dazu bei­tragen, in der Jugend das Fronterlebnis des Krie­ges wachzuhalten. Die Fahrtteilnehmer aus der Hit­ler-Jugend kommen aus den verschiedenen HJ- Gebieten, während die ehemaligen Soldaten den Frontkämpferverbänden angehören, die gemeinsam mit der Hitler-Jugend und der Studentenschaft Träger des Langemarck-Ausschusses sind. Weitere Fahrten zu den früheren Kriegsschauplätzen Südost­europas sind geplant.

K o n st a n z, im Juli 1939.

Durch den Vortrag, den Staatssekretär Königs aus der Rheinschiffahrtstagung m Konstanz über die Kanalisierung des Oberrheins gehalten hat ist em für den internationalen Verkehr überaus bedeut- ames deutsch-schweizerisches Gemeln- chaftsprojekt in den Brennpunkt der öffent­lichen Aufmerksamkeit gerückt Der Vertreter der deutschen Regierung erklärte, die Zeit für eine end- aültiae Entscheidung über den Hochrhein sei nun gekommen. Die deutsche Regierung ist an die Schweiz mit dem Ersuchen herangetreten, die Ver­handlungen über den Ausbau dieser Kanalisierung mit ihr aufzunehmen. Die entgültige Stellung­nahme der Schwerz steht noch aus, aber wir hof­fen daß diese Entscheidung positiv ausfällt. Es handelt sich hier um einen Plan, dessen Verwirk­lichung beiden Staaten große wirtschaftliche Vor­teile sichern würde, denn der neue Großschiffahrts­weg wird nach seiner Vollendung eine der wichtigsten Verkehrsadern Europas

oder den (Soup von Wilna oder den Korfanly-Fall fei lebhaft vorhanden. Die Danzig-Frage könne eigentlich zwischen Deutschland und Po­len, und zwar durch direkte Verhand­lungen gelöst werden; das sei allerdings durch die Einbeziehung Polens in die Einkreisung schwieriger geworden.

öeldsthilse gegen polnische RvwdteS wird bestrast.

Königshütte, 8.Juli. (DNB.) Das Bezirks- gericht verhandelte gegen einen Volksdeutschen, dem zur Last gelegt wurde, das polnische Volkbelei­digt" zu haben. Auf der Anklagebank saß der 28- jähriae Kaplan'K r o l l i k, der sich zum deutschen Volkstum bekennt. Als der Geistliche am 30. Mai in Lipine einen deutschen Gottesdienst abhielt, wurde seine Predigt von e i n e r o r g a n i s i e r - ten polnischen Horde gestört, die zum Teil aus ortsfremden Elementen bestand. Als die Rowdies auch nach mehrmaligen Ermahnungen des Geistlichen nicht zur Ruhe zu bringen waren, stieg Krollik von der Kanzel, zog seinen Ornat aus und beförderte die größten Sch r e i e r eigen­händig ausderKirche. Drei polnischen Bur­schen, die Widerstand leisteten, gab er ein paar wohl­verdiente Ohrfeigen. Das energische Auftreten des Kaplans bewirkte, daß bald völlige Ruhe eintrat und der deutsche Gottesdienst ungestört zu Ende geführt werden konnte. Am 2. Juni wurde der Kaplan verhaftet und ein Strafverfahren w e - gen Beleidigung des polnischen Vol- k e s gegen ihn eingeleitet. Das polnische Gericht verurteilte ihn. zu 6 Monaten Gefängnis.

Die baltischen Staaten wünschen keine Garantie.

Riga, 6. Jüli. (Curopapreß.) Die in Reval in englischer Sprache erscheinende halbamtliche B a l - t i c Times" schreibt zu den Moskauer Verhand­lungen in Zusammenhang mit eventuellen ®J}Ian3 tien für die baltischen Staaten, der Gang der Mos­kauer Verhandlungen wird auch in Zukunft die Politik der baltischen «Staaten nicht ändern. Diese haben sich entschlossen, ihreUncibhanglg- f eit und Neutralität zu schützen, wobei sie sich gegen j e b e'n Angreifer wehren wer­den einerlei ob es sich um Garanten handelt ober- nicht Die baltischen Staaten wünschen keine Garantierung ihrer Grenzen. Sollte em Pakt mit automatischen Garantien abgeschlossen werden, so werden diese Staaten solche als nicht b e st e h e n d betrachten. .

Die finnische ZeitungUusi Suomi sagt, wir haben in Finnland nicht zu bestimmen, welche Bun­desgenossen England sich verschafft, aber wir haben das unbestreitbare Recht zu fordern, daß uni e r e Unabhängigkeit und Neutralität in dielen Bündnisverhandlungen nicht als Kau f p re i s gebraucht werden, wie dies der Fall fein wurde, wenn England die Forderung Moskaus sich in Finnlands Selbstbestimmungsrecht einzumischen an­nehmen würde. Der englischen Oeffentlichkeit scheint es noch immer nicht klar zu sein, daß Finnland einenGarantieoer trag zuruckweist, der eine unverschämte Kränkung unseres Rechtes und eine im voraus gegebene Einwil- ligung zur gewaltsamen Vernichtung der sinnlichen Freiheit enthält,

Mark heranreicht.

Das eine oder andere Land, das garantiert wor­den ist, mag von Haus aus kreditbedürftig zu sein wie z. B. Polen, dessen Finanzen nicht gerade erstklassig sind. Kaum war Polen garantiert, als . auch schon eine Abordnung aus Warschau eintraf, um wegen Kredite anzuklopfen, die es nun aber nur in der Form erhalten soll, daß es dafür in England Waffen bestellen darf. Es fällt der englischen Regie­rung oder der Londoner City gar nicht ein, Polen Bargeld zu gewähren, denn mit der Garantie ist für John Bull nicht auch das Vertrauen in die un­bedingte Zuverlässigkeit seiner neuen politischen Freunde gegeben. Polens Kredit stand in London niemals hoch im Kurs, weshalb auch Polen feinen finanziellen Bedarf bisher immer in Pond zu decken suchte, wo aber die polnische Kreditfähigkeit auf Grund 20jähriger Erfahrungen erst recht nicht hoch im Kurse steht. Auch die T ii r fei, die sich als freier und unabhängiger Staat in die Einkreisungs- front einzugliedern glaubte, muß nun entdecken, daß sie einige Dutzend Millionen Pfund englische Kredite für die Aufrüstung nehmen soll. Das ist für die garantierten oder verbündeten Staaten ein riskantes Geschäft, denn sie müssen nehmen, was ihnen geliefert wird-, ganz einerlei ob die Ware gut oder schlecht ist.

Es ist sicher, daß die englische Regierung mit dieser Ankündigung noch einen anderen Zweck ver­folgt, nämlich den, alle «Staaten, die sich auf Kosten Englands eine Aufrüstung beschaffen wollen, anzu- locken. Die Kredite werden ja bewilligt, denn das englische Parlament wird in seiner Kriegspsychose kein Bedenken tragen, der Vorlage zuzustimmen. Der englische Steuerzahler, der von dieser Regie­rung ohnedies sehr hoch genommen worden ist, ist durch den tollen Kriegs- und Putschlärm der Presse schon stark genug eingenebelt Er sieht nicht, w o - hin diese K ri e g s p o l i t i k führen kann, den der Durchschnittsengländer hat nicht mehr im Gedächtnis, wie sich die Dinge vor 25 Jahren in den Vereinigten «Staaten abgewickelt haben. Da gab es zunächst Kredite über Kredite für England und Frankreich, bis diese Kredite eine Hohe erreicht hatten, die selbst das Finanzkapital von Wallstreet in Gefahr brachte. Wir wissen heute aus den Aussagen des Bankiers Morgan vor dem Untersuchungsausschuß, daß schon 1916 mit allen Mitteln daran gearbeitet wurde, die Vereinigten Staaten in den Krieg hinein zutreiben. Weil die Kredite an England und Frankreich inzwi­schen eine Höhe erreicht hatten, daß an eine Rück­zahlung nur dann noch zu denken war, wenn die

Das rottende psund...

Die englische Regierung hat durch ihre Kriegs­politik zwar schon viel Unruhe erzeugt, allein sie ist. noch immer nicht zufrieden. Aus der gefährlichen Kriegshetze soll sich ein gefährliches Kriegsspiel ent­wickeln, das sich auch dazu eignet, di e englische Rüstungsindustrie a n z u k u r b e l n. Diese englische Rüstungsindustrie befindet sich zum größten Teil in dem Besitz der Familien, aus denen die zur Zeit maßgebenden Politiker und Staatsmänner her- Dcrgegangen sind. Das Rüstungsgeschäft der eng­lischen Kriegsindustrie ließ seit Jahren zu wünschen übrig, denn was die englische Regierung auch immer bestellt, der Ertrag daraus reicht nicht, um dem Ru- stungskapital einen hohen Gewinn zu sichern. Da kommt die E i n f r c i j u n g gelegen, denn was liegt näher als den Staaten, die sich für die Zwecke der Einkreisung freiwillig oder unfreiwillig garan­tieren lassen, Kredite a u f z u z w i n g e n. Das soll nunmehr geschehen, denn die englische Regierung hat beschlossen, die garantierten Länder, ob sie wol­len oder nicht, durch Rüstungskredite instandzusetzen, in England Kriegsmaterial zu beste!- len. Englische Blätter teilen mit, daß hierfür zu­nächst ein Kredit von 150 Millionen Pfund in Frage komme, was, an der Kaufkraft in England selbst gemessen, ungefähr an drei Milliarden

Das Projekt der Hochrheinregulierung ist schon vor 300 Jahren ausgesucht. Unter Berucksichti- ( gung der wirtschaftlichen und industriellen Entwick­lung hat dann der vor 30 Jahren gegründete Rhein­schiffahrtsverband Konstanz baufertige Pläne aufstellen lassen, die nun der Verwirklichung har­ren. Die Gesamttosten betragen für den Ausbau der Hochrheinftrecke von Basel bis Konstanz (167 Kilo­meter) 80 Millionen Reichsmark. Da die Strecke SchaffhausenKonstanzBregenz bereits schiffbar ist würde ein Schiffahrtsweg von insgesamt 213 Kilometer gewonnen. Die Voraussetzungen liegen also äußerst günstig. Kein Binnenschiffahrtsproiekt von Bedeutung könnte mit derartig geringen Ko­sten verwirklicht werden. Die Bausumme belauft sich nur auf 375 000 Mark pro Kilometer, wahrend sie z B. bei der RheinMainDonau-Verbindung auf nahezu 1,5 Millionen RM. zu stehen kommt. Die niedrigen Ausbaukosten sind dadurch bedingt, daß der Bodensee in feiner ganzen Länge ohne wei­teres schiffbar ist, daß ferner durch den Aufstau der konstanten Wassermengen bei den vorgesehenen zwölf Kraftwerken (die insgesamt vier Milliarden kWh elektrischer Energie zum DurchschnlUspreis von 1 Pf. liefern), die Herstellung des Großfchls fahrtsweges sehr stark begünstigt wird, und da auch sonst natürliche Vorbedingungen für die Schtzs- fahrt vorhanden sind. Von den geplanten zwölf Kraftwerken sind sechs bereits im Betrieb, wahrend sich das siebente im Bau befindet.

Nach mehreren übereinstimmenden Gutachten sind bei einem Anfangsverkehr von 3 Millionen Tonnen jährliche Frachtersparnisse von 8 bis 10 Millionen Mark zu erzielen. Durch den Ausbau der Schiffahrtsstraße finden 5000 Arbeiter auf fünf Jahre hinaus Beschäftigung. Die Frachten­verbilligung hat eine Senkung d e ^Lebens­haltungskosten im Einzugsgebiet des Hoch- rheins im Gefolge. Sehr bedeutende Vorteile wurde die Ausgestaltung des Bodensees zu einem inter­nationalen B i n n e n f ch i f f a h r t s b e ck e n beson­ders auch dem südwestlichen Teil der Ostmark, na­mentlich Vorarlberg und Tirol, bringen. Die Stadt B r e g en z selbst hat Aussicht, bedeuten­der Umschlags- und Lagerplatz zu werden. Die Arlbergbahn könnte zweigleisig ausgebaut wer­den und auch diese Kosten wurden sich lohnen. Die im Frachtoerkehr sehr ungünstig gelegenen ge­biete Südbadens und Südwürttembergs kamen durch den. Hochrheinausbau in den Genuß einer wesent­lichen Frachtverbilligung. Die natürlichen Kräfte des Rheins bis zum Bodensee würden also billige Kraftspender und Lastenträger. , .

Don den Kosten hätte natürlich auch die Schweiz einen Teil zu übernehmen. Die Bedingungen sind bereits in einem Vertrag vom 28. März 1929 fest- gelegt worden. Leider sind gerade in der letzten Zeit auf schweizerischer «Seite Gegenströmungen zur Gel­tung gekommen, die in ihrer Beweisführung recht fragwürdig sind. Es wird u. a. ins Feld geführt, daß die schweizerischen Bundesbahnen und die Rheinhäfen in Basel durch die Ausdehnung des Großschiffahrtsweges bis zum Bodensee schwer ge­schädigt würden. Ferner befürchten gewisse schwei­zerische Kreise eine Ablenkung des Verkehrs von der Gottharbbahn auf die Brennerbahn. Auch au den Heimatschutz beruft man sich. Man befürchtet eine Zerstörung des Landschaftsbildes beim Rhein­fall und beim Kloster Rheinau. Diese Bedenken wurden allerdings schon längst widerlegt. Die vor­liegenden Projekte, an denen auch schweizerische Sachverständige mitgewirkt haben, nehmen weit­gehend Rücksicht auf die Naturschönheit. Der Rhein­fall bleibt in seiner Schönheit bestehen, wie über­haupt bei der Anlage der Schleusen und Kraftwerke darauf geachtet wird, daß sie sich unauffällig ins Landschaftsbild einfügen. Selbstweltpolitische" Ar­gumente wurden in letzter Zeit gegen den Rhein­ausbau geltend gemacht. Im Hinblick auf mögliche Ereignisse, so heißt es, sei es nicht wünschenswert, die bereits bestehenden 20 Straßen- und Eisenbahn- brüden, die von der Schweiz über den Rhein nach Deutschland führen, noch weiter auszubauen und zu vermehren sowie durch örtliche Warenumschlagstellen zu ergänzen. Die Gefahr kriegerisch^ Verwicklun­gen zwischen den beiden Staaten spukt aber ledig­lich in den Gehirnen gewisser Elemente, die sich in der Schweiz wichtig machen wollen. Andererseits hat gerade die Ostschweiz ein l^r großes Interesse an der Durchführung des Planes und es ist auch damit zu rechnen, daß die vernünftigen Stimmen sich durchsetzen werden. Der Vollstän­digkeit wegen sollen hier noch die weiteren Plane erwähnt werden, die man im Zusammenhang mit

London, 6. Juli. (Curopapreß.) Die bereits : erwartete Vorlage für die Finanzierung der Rüstungskredite an Englands neue Verbündete ' wurde am Donnerstag im U n t e r h a u se i n ge­bracht. Im Anschluß daran erfolgte dre erste Lesung Für die Rüftungskredite wird eine Summe von 100 Millionen Pfund (1190 Millionen Mark) angefordert. Als Verwendungszweck wird die Finanzierung vonEx Porten von Kriegs­material^ (munitions) und anderen Waren a n verbündete und befreundete Ratio­nen angegeben. Die Vorlage lauft unter dem Na­menUebersee-Handels-Garantiegesetz (Oversea Trade Guarantee Bill). Die Verwaltung wird im Rahmen der Exportkreditabteilung im Handels­ministerium erfolgen. Ebenso wie bei der Kred t- ermächtiqung von zehn Millionen Pfund, die neben der^ für normale Kredite bestimmten Summe von 75 Millionen Pfund im Februar dieses Wahres be­schlossen wurde, wird auch tn intern Falle die Kre­ditvergebung auf Grund des neuen Gesetzes nicht nach rein wirtschaftlichen, sondern nach p o 111 1 nimmt

der Evening Standard" Stellung Das Matt lagt, j.s kerne Garantie b a f 11 r geben, baß die Waren, beren Ankauf der endliche Steue^ah- ler zu finanzieren hat, auch die b r 111 \ $ Interessen im Sinne des Friedens fiebern Ein finanzieller Honigtops ohne Bei­din der Geschichte der Weltl wird auf Englands ^nfterbrett gestellt. Er wird Bienen und Drohnen Sen 6? wird andere Insekten anlochen von Sn einiae stechen mögen. Wenn die gleiche n ben Dominions ausgegeben müih? um Munitionswerke und Flugzeugfabriken zu a ' hnnn mürben wir außer Reichweite eines bauen, dann wurden w r^^^are Arsenale habend Wieviel besser würde eine solche Pal^ik sein, n?Sr irregeleitete Vorschlag, in europäischen Lan- hprn^mit Krediten herumzuwerfen, m Landern, über rx* w