Ausgabe 
1.3.1939
 
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Nr. 51 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Mittwoch. I. März 1939

Aus dem Reiche der Krau.

Unsere Ernährung im Mrz.

Bon Dr. Wolfgang Clauß.

3e mehr wir uns dem Ende des Winters und dem Beginn des Frühjahrs nähern, um so stärker rückt die Zeit des Uebergangs von dem Verzehr von Gemüsen alter Ernte zum Verbrauch von Frühgemüse heran. Wir werden im März also vor der Tatsache stehen, daß die Vorräte der typi­schen Wintergemüse der Ernte des vergangenen Jahres zu Ende gehen und anderseits die ersten Vorboten des Frühlings zunächst in Form von Frühgemüse aus den Treibhäusern zur Verfügung stehen werden. Von dem Wintergemüse werden die Vorräte an den verschiedenen Kohlarten am ehesten zur Neige gehen, dagegen sind die Bestände an Kohlrüben noch so umfangreich, daß hier auch bei starkem Anwachsen des Verbrauchs der Bedarf befriedigt werden kann. Auf die Versorgung wird sich außerdem die Tatsache auswirken, daß die har­ten Fröste um die Jahreswende die Frühgemüse­kulturen nicht nur in Westdeutschland, sondern auch in Holland geschädigt haben. Dies hat zu einer «Steigerung der Preise in Holland geführt. Die Folge ist die Beeinträchtigung unserer Gemüseeinfuhr aus Holland, weil wir im Rahmen des Handelsverkehrs die festgelegten Zahlungskontingente nicht über­schreiten können. Bei höheren Preisen können wir «also nur geringere Mengen importieren. Insgesamt avird demnach unsere Hausfrau im März nicht allzu wiele Möglichkeiten bei der Auswahl des Gemüses Haben. Wir werden mit dem vorlieb nehmen, was «an den Märkten zur Verfügung steht und uns dabei ibewußt bleiben, daß eben der März ein Monat des lUebergangs in der Gemüseversorgung ist. Es wird won dem Verlauf des Frühlings abhängen, in wel- »chem Umfang Frühgemüse zur Verfügung stehen Wird.

Es ist selbstverständlich, daß mit dem Ausgang | Les Winters auch die Ob st Versorgung nicht «gerade reichlicher wird, da die alte Ernte verbraucht ßst und die Versorgung so gut wie vollständig durch Die gegebenen begrenzten Einfuhrmöglichkeiten be-, | stimmt wird. Es muß abgewartet werden, ob die | OErfolge Francos in Spanien eine schnelle Rück­wirkung auf die Apfelsinen Versorgung Haben werden oder nicht. Welche Bedeutung der fipanische Bürgerkrieg für unsere Apfelsinenversor- gung in den letzten Jahren gehabt hat, wird klar, wenn man feststellt, daß im Durchschnitt der Jahre N933 bis 1936 jährlich rund 260 bis 270 000 Tonnen Apfelsinen eingeführt wurden und in den Jahren 1937 und 1938 dagegen nur 85 bis 95 000 Tonnen ßur Einfuhr gelangten. Im Januar 1939 war die Apfelsineneinfuhr zwar um ein Drittel größer als m Januar 1938. Die Monate Februar und März bringen jedoch nur eine Apfelsineneinfuhr etwa in Der Höhe des vergangenen Jahres. Bei den Bananen ist die Einfuhr im Gegensatz zu den Apfelsinen in den letzten Jahren ständig gestiegen: während 1937 97 000 Tonnen Bananen zur Ein­fuhr gelangten, wurden 1938 163 000 Tonnen ein- geführt. Die Bananeneinfuhr im Januar 1939 war twas höher als im Januar 1938. Dem steht aller- )«ings ein Rückgang bei der Februareinfuhr gegen­über. Im März dürfte die Bananeneinfuhr den Umfang des vergangenen Jahres erreichen. Aep- e l werden im März weder aus eigener Erzeugung 2och aus der Einfuhr in größerem Umfange zur Verfügung stehen.

Während uns demnach der März bei Obst und Bernüse der Jahreszeit entsprechend keine besonders leichliche Versorgung bringen kann, werden wir da- egen in den nächsten Wochen in ganz besonders roßem Umfang frische Seefische zur Verfügung iahen, wenn nicht außergewöhnliche Stürme etwa Litweise die Anlandungen verzögern. Die Fang- eriode des Ostseedorsches ist zwar beendet; auch die roße Ernte, die wir in diesem Jahre bei den ICarpfen zu verzeichnen hatten, kann im großen und langen erfreulicherweise jetzt als verbraucht gelten. In Stelle des Ostseedorsches wird aber nunmehr m März der Schellfisch in größerem Umfang iir Verfügung stehen. Daneben werden auch große Wengen von Kabeljau, Seelachs und Rotbarsch auf den Märkten vorhanden sein. Der ööeefisch sollte deshalb im März auch als Ausgleich iir die weniger reichliche Gemüseversorgung in ganz lLsonders großem Umfange für die Ernährung in unseren Haushaltungen herangezogen werden. Hin- (U kommt, daß wir zwar beim Fleisch auch v'eiterhin, insgesamt gesehen, keine Unterversorgung fnben werden, aber doch mit Schweinefleisch und l.albfleisch weiter im Interesse der Schonung unserer 5 estände haushalten sollten. Bei Rindfleisch und Hammelfleisch ist ein gleichbleibender Verbrauch r.öglich, jedoch sollen auch hier Verbrauchssteige­rungen vermieden werden.

In diesem Zusammenhang verdient beachtet zu nierben, daß im Jahre 1938 in Deutschland rund 23 Millionen kg Fleisch mehr verbraucht worden snd als im Jahre 1937. Pro Kopf der Bevölkerung mürben im Jahre 1938 in Deutschlanb 57,8 kg heisch verbraucht gegen nur 54.6 kg im Jahre 1937. s*f)on im Jahre 1937 hatte ber Fleischverbrauch ji Kopf der Bevölkerung ein ungewöhnliches Aus­maß erreicht. Da im Jahre 1938 eine weitere Stei- g. rung des Fleischverbrauchs eingetreten ist, brachte uns dieses Jahr einen Rekord-Fleischverbrauch. Diese intfadje ist besonders bemerkenswert, wenn man b-denkt, daß wir im Jahre 1938 wiederholt gewisse tipannungen in der Fleischversorgung beobachten k nnten. Es kann also nachträglich festgestellt wer- b n, daß diese Spannungen niemals Zeichen einer Üirterversorgung der Bevölkerung waren, sondern töiglid) eine Folge des außerordentlichen Ansteigens dir Kaufkraft und infolgedessen der Nachfrage. Die Nachfrage nach Fleisch stieg 1938 so stark, daß trotz st-igender Erzeugung im Inland und trotz steigender ($ nfuhr die Nachfrage nicht immer in vollem Um- fcuge befriedigt werden konnte. Es ist aber möglich amieten dem einzelnen Verbraucher im Jahre 1938 zZ kg Fleisch mehr im Laufe des Jahres zur Ver- ; finung zu stellen als im Jahre 1937 Diese Tatsache Illlte allen denen, vor allem im Auslande, zu ihmfen geben, die manchmal glaubten, von einer z.eischknappheit reden zu müssen. Im Interesse i getarnten Volkswirtschaft und Volksernährung if es allerdings notwendig, daß diese Entwicklung K3 Fleischverbrauchs gehemmt wird. Bei weiterem Unwachsen der Nachfrage nach Fleisch ist es nicht gilt r schwierig, diese voll zu befriedigen: es tauchen [liirf) Probleme der Gefundheitsführung auf, denn

-l undheitlich ist eine weitere Zunahme des Fleisch­

verbrauchs mindestens in keiner Weife erforderlich, wenn nicht sogar schädlich. Die Verbraucherschaft sollte sich deshalb mehr denn je der Tatsache er­innern, daß Fisch auch Fleisch ist. Der Fisch sollte als das leichter verdauliche Fleisch noch in viel stärkerem Maße als bisher an Stelle des Fleisches verzehrt werden.

Neven dem Fisch und vor allem Seefisch können zur Deckung des Eiweißbedarfs für einen ver­stärkten Verbrauch nach wie vor aber auch Käse, Quarg, Buttermilch und Trockenmilch- pulver empfohlen werden. Es ist ferner darauf hinzuweisen, daß wir selbstoerstänblich auch weiter­hin mit Fett sehr sparsam umgehen müssen. Un­sere Fettversorgung ist noch immer in starkem Maße von ber Entwicklung unserer Ausfuhr unb von bem Anfall von Devisen abhängig. Es ist bekannt, mit

welchen Schwierigkeiten unsere Ausfuhr zu kämpfen hat. Darum muß neben ber Parole, mit Fett zu sparen, auch immer wieder daran erinnert werden, daß der menschliche Körper seinen Fettbedarf auch durch verstärkten Verzehr von Kohlehydraten decken kann. Als solche stehen reichlich für einen verstärkten Verbrauch zur Verfügung: Zucker, zuckerhaltige Aufstrichmittel (Marmelade, Kunsthonig), Kartof­feln, Haferflocken, Sago, Graupen und Kartoffelmehl. Wir haben, insgesamt gesehen, also auch im März noch eine erhebliche Zahl von Nahrungsmitteln, bei denen ein verstärkter Verzehr nicht nur möglich, sondern sogar erwünscht ist, um dadurch die Märkte zu entlasten, auf denen aus strukturellen oder jahreszeitlichen Gründen die Ver­sorgung nicht so sein kann, daß jeder Wunsch der Verbraucher erfüllt werden kann.

Mas sollen wir tragen?

PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS

Im Frühjahr 1939 wird das kombinierte Jackenkleid bevorzugt fein, und zwar beson­ders das aus kariert-einfarbig und aus gestreift-einfarbig zusammengestelltem Ma­terial.

Die Skizze links zeigt ein flottes Kostüm, dessen blaßgelbe Jacke mit hellbraunem Streifen in klassischer Form auf einen Knopf geschlossen wird. Der Rock aus hellbraunem, rauhem Cheviot hat borne zwei scharf einge­

bügelte Brüche. Die hochgeschlossene Weste ist wie der Hut aus hellgrünem Wildleder.

Aus hellgrauem Flanell mit roter Lederumfassuna ist die Jacke rechts mit den kleinen, nah am Halse anschließenden Aufschlägen. Die Taschenklappen und die Aerrnelaufschläge sind ebenfalls mit Leder eingefaßt. Der schräg in Falten gelegte Rock ist aus hellgrauem Flanell m i t r o t e m und naturfarbenem Uebertaro.

Grau ist auch ber kleine Filzhut. H.

Sippenpslege.

Eine Ausgabe unserer Mütter.

NSG.Was sollen wir Frauen mit der Ahnen­forschung anfangen" das ist ein Einwand, ber einem immer wieder begegnet. Man stößt auf die irrige Ansicht, die Sippenforschung sei weiter nichts als eine Anhäufung trockener Zahlen mit statisti­schem Beiwerk unb bas liegt der Frau eben nicht.

Hier stehen wir vor der falschen Vorstellung vom Ahnennachweis", den leider auch heute noch 90 von 100 eben nur für den vorschriftsmäßig durch­geführten Nachweis anfehen, daß manarisch" sei, und der doch in Wahrheit erst der Schlüssel zu dem Tor ist, hinter dem das Geheimnis unserer Zukunft liegt. Unsere Herkunft und unsere Zukunft find aber ein und dasselbe, denn was unsere Kinder von uns ! erben, ist nichts anderes, als was wir selbst von ! unseren Ahnen ererbt haben. Dieses Geheimnis der ! Vergangenheit zu ergründen und daraus Lehren ' für die Gegenwart und Zukunft zu ziehen, das ist der eigentliche Sinn der Sippenkunde.

Sache des Mannes ist,zu wirken und streben". So mag auch die aktive Sippenforschung ihm über- ! lassen bleiben oder sogar den Kindern, die in der Schule an diese Frage herangeführt werden. Der j Frau aber fällt die große verantwortungsvolle Aus- I gäbe zu, was die Kunde von der Sippe bringt, in .der Familie in bewußte Tat - umzufetzen. Eine Slutter, die es versteht, ihren Kindern m vielen kleinen Erzählungen und Hinweisen einen Schatz lebendiger und beispielgebender Erinnerungen an ihre Ahnen mitzugeben, hat damit für den Sippen- gedanken mehr getan als hundert Forscher aus Ur­kunden herauslesen können.

Die Mutter soll ihre Kinder nicht nurlehren", sondern ihnen auchwehren". Diejenige Frau, der

die Sippenkunde mehr ist als einige Jahreszahlen, kennt die Vorfahren ihrer Kinder, weiß um die Vor­züge und Fehler der Verstorbenen, sieht aus Ahnen- und Sippschaftstafel, wie sich dieses Erbe ringsum in ber Verwandtschaft geäußert hat und weiß darum auch, welche guten und schlechten Anlagen vielleicht noch im Verborgenen in ihren Kindern wirksam sind. Sie kann bewußt und rechtzeitig durch ihre Erziehung manchen Charakterfehler, manche Ver- , anlagung zügeln und zum Guten lenken. Wenn wir auch wissen, daß wir unser ganzes Wesen aus dem Blute unserer Vorfahren erhalten haben, so sind wir doch auch von jedemFatalismus des Blutes" weit entfernt und können abschätzen, was eine rich- ! tige Erziehung auszurichten vermag.

Auch ihrenordnenden Sinn" kann die Frau in ! den Dienst der Sache stellen. Wer weiß besser als sie darum Bescheid, was das Haus aller in sich birgt und wo! Sie wird zu allererst berufen fein, die Aufzeichnungen, Urkunden und Briefe hereinzuholen, i mit deren Sichtung nun einmal jede Suche nach den Ahnen anfängt. Sie wird wertvolle, wenn auch oft unscheinbare Erbstücke aus dem Besitz der Vor­fahren aufbewahren, Bilder und Andenken sam­meln, m alten Briefen das Wichtige vom Unwich- , tigen trennen und überhaupt darauf achten, daß nichts verloren geht, was verdient, den kommenden ' Geschlechtern erhalten zu bleiben.

| Unsere Gegenwart wird einmal Vergangenheit fein. Darum sollte die Frau stets daran denken, : ein Familienbuch zu führen, in dem sie alle erinnernswerten Ereignisse in der Familie und Ver­wandtschaft aufzeichnet: vielleicht auch das, was sie selbst von Eltern und Großeltern weiß oder von älteren Angehörigen erfragen kann. Dies ist ein guter Brauch, der in unserer schnellebigen Zeit wie­der zu Ehren kommen sollte. Wir können außerdem noch Lichtbilder sammeln, ordnen oder beschreiben.

Was eine Frau vom Frühling träumt...

Bon Carmen Glebsattel

Meine Damen hören Sie gut zu: Der Früh­ling ist da! Aber wir haben doch erst Februar, mei­nen Sie, und der Schnee ...? Na, über den Schnee wollen wir lieber nicht reden. Der hat uns treulos im Stich gelassen. Dies ist jedoch nicht der Grund, weshalb ich behaupte, daß ber Frühling ba sei, das hat bedeutend reizendere Gründe. Ich traf den Früh­ling nämlich höchstpersönlich beim Fünf-Uhr-Tee von Frau Mode. Sie hatte ihn zu sich gebeten, weil sic seine Ansicht über ihre neuen Frühiahrskleider und Sommerkomplets hören wollte. Ich will sein Ur­teil oorwegnehmen: die neuen Sachen sind wirk­lich entzückend!

Für den Vormittag nehme man ein Kostüm; denn Kostüme sind Trumps im Frühjahr. Das Ko­stüm ist meist klassisch, hat ein kurzes enges Röck­chen und einen kleinen Schlitz oder eine'Faltenpartie, damit die Schrittweite herauskommt. Wer neben dem Kostüm noch etwas Besonderes haben möchte, schafft sich ein kleiderlanges Cape an. Besonders schick ist es mit angeschnittener Kapuze, farbig ab­weichend gefüttert. Da wir gerade von den Farben reden, Frau Mode will uns bunt kleiden und überschüttet uns mit Blumen. Wir tragen sie im Haar, auf dem Hut, am Ausschnitt und in der Taille und nicht zu vergessen natürlich auf dem Stoff. Schöne Farbenkombinationen sind schwarz-mais, das alte und ewig neue schwarz-weiß, marine-rose, sehr beliebt ist weiß-marine, dann braun-türkis und besonders anspruchsvoll und apart himbeer-jade. An neuen Farben wären fenf und rost zu nennen, sowie fuchsia und geranienrot; grün tritt diesmal in den Hintergrund.

Aber zurück zur K a p u z e. Sie hat uns im Win­ter gute Dienste geleistet, und so zeigen wir uns nicht undankbar und nehmen sie mit hinein in den Frühling, vor allem in den Frühlingsregen, vor dem sie unsere hübschen Locken schützen soll. Wir tragen sie daher besonders gern eben am Cape und am Regenmantel, der sehr fesch aussehen kann, wenn er aus Juwelseide und glockig gearbeitet ist. Da der Frühling jedoch versprochen hat, daß es diesmal sehr wenig Regen geben wird, können wir uns getrost den Kleidchen fiir den warmen, sonni­gen Nachmittag zuwenden. Nachmittagskleid ist eigentlich zu wenig gesagt. Besser und genauer wäre: Nachmittagskomplet; denn kaum eines dieser zarten, duftigen Gebilde enbehrt eines passenden Üeberrourfs, sei er als Cape oder als Mantel ge­arbeitet. Beim Nachmittagskomplet werden wir nun ganz und gar weiblich. Wir tragen weiche Seide, die sich gut anschmiegt und schön fällt, und die man plissieren, ziehen, raffen, falten und rüschen kann. Wir tragen weite Röcke, richtiger kurze Röckchen, die plissiert ober mit angeschnittener Glocke ver­sehen, in graziöser Weite um unsere Beine wippen.

Schäferhütchen und halblange Handschuhe sind letzter Schrei fürs neue Jahr. Außerdem da wir nun mal bei der Kopfbedeckung sind, winzig kleine Hütchen ganz aus Blüten, hinten mit Samtbändern gehalten, und große Hüte aus seinem Strohgeflecht, streng in der Linie mit flachem Kopf und breitem Rand, werden in diesem Jahr be­sonders getragen.

Zum Schluß einen Blick auf den Mantel. Der Sportmantel ist schlicht und schön aus Ledervelour ober Kamelhaar, meist maube und eierschalenfarben, der Sommermantel hat immer wieder Taschen oder Aerrnelaufschläge aus Pelz, was ihm eine elegante Note gibt.

Hiermit beendet Frau Mode ihre Frühjahrs- und Sommerschau. Und nun an die Arbeit, meine Da­men, schneidern, schneidern...

mnütfeiten, groß geschrieben.

Im Haushalt und in ber Küche muß auf Scho­nung und Instandhaltung aller Gebrauchs­gegenstände geachtet werden. Ohne große Kosten und Mühe haben wir dazu vielerlei Möglichkeiten.

Wer ahnt, daß die gewöhnlich achtlos fortgewor­fene Zigarren- unb Zigarettenasche ein gutes Sil­berputzmittel ist? Gegenstände aus Silber. Alpaka, metallene Griffe an Türen und Fenstern, Schränken, Messern usw. erhalten, mit Zigarren­asche kräftig geputzt unb nachpoliert, ein glänzenbes Aussehen, und sogar die kleinen Schrammen ver­schwinden ganz. Das Tischsilber reinigt man mit Holzasche, und zwar wird diese dazu mit kaltem Wasser auf bas Feuer gesetzt, zum Kochen gebracht unb danach burchgeseiht. In dieser heißen Flüssig­keit wird das Silber gewaschen, in recht heißem Wasser nächgespült und mit Tüchern getrocknet und poliert. Auf diese Weise erzielt man Hoch­glanz und fügt dem Silber damit vor allem keinen Schaden zu.

Salzwasser dient zum Reinigen von schmutzig und hart gewordenem Fensterleder, das man einige Stunden in die Flüssigkeit legt. Keineswegs darf Soda verwendet werden. Mehrmaliges Reiben wäh­rend des nachfolgenden Trocknens macht das Leder weich. Schwämme reinigt man auf die gleiche Weife. Die salzlose Kochbrühe von weißen Bohnen entfernt schnell Bierflecke aus allen Stoffen. Tintenflecke ver­schwinden, wenn man sie mit geschnittenem Rhabar­ber oder einem Begonienblatt kräftig einreibt unb mit kaltem Wasser nachspült. Hartnäckige Tinten­flecke werben in saure Milch gelegt unb liegen darin einige Minuten. Man spült die Stelle mit Wasser nach. Schwarze Kleider und dunkle Anzüge erhalten ein frisches Aussehen, wenn sie mit kaltem schwar­zem Kaffee abgebürstet werden. Unansehnlich ge­wordenes Aluminiumgeschirr wird wie neu durch Auskochen mit Spinatabfällen oder Rhabarber- schalen. G'estrichene Fußböden reinigt man mühelos mit dem abgegossenen Kartoffelwasser. Will man seine Stahlwaren rostfrei machen, reibt man sie mit einer Zwiebelscheibe ein und putzt am folgenden Tag mit Oel unb Schmirgelpulver.Einem nochmaligem Reinigen mit feiner Schlämmkreide folgt schließlich das Polieren mit Paraffin. Schuhzeug kann man sparen, wenn man die Sohlen mit lauwarmem Was­ser reinigt und sie nach dem Trocknen mit Holzteer oder Schreinerleim, dem man einige Körnchen chromsaures Kali zufügt, bestreicht. Zweimal in die­ser Weise behandelte Sohlen und Absätze sind be­deutend haltbarer. M. L.