Ausgabe 
22.2.1938
 
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SA.-Gruppe Hochland groß in $orm.

Die ItS.-Winlerkampfspiele in Oberhof.

Die SA.-Gruppe Hochland gewann bei den NS.- Winterkampfspielen in Oberhof den 18 - Kilo­meter - Patrouillenlauf in Klasse A in 1:33:09 Stunden und errang damit gleichzeitig den vom Führer und Reichskanzler gestifteten Wander­preis. In Klasse B (Mittelgebirge) trug die SA - Gruppe Bayer. Ostmark II den Sieg über die 12 Kilometer lange Strecke davon und in Klasse C kam die NSKK.-Obergruppe Ost zum Siege.

Die SA.-Gruppe Hochland hat das Unwahrschein­liche fertiggebracht, ihrem Triumph im Kampf um den Wanderpreis des Führers einen neuen hinzu­zufügen: sie gewann am Schlußtage der NS.-Win- terkampfspiele, am Sonntag, auch den 5 X 8 - k m = Melde st affellauf. Mit der verbissen um den Sieg kämpfenden Mannschaft Höltl, Eisgruber, Mittermeier, Wörndle und Zeller belegte sie in 3:07:11 den ersten Platz vor dem ^-Oberabschnitt Süd VI (3:09:48), der auf der Schlußstrecke fast noch von der zweiten Mannschaft der SA.-Gruppe Hoch­land (3:11:51) eingeholt worden wäre.

Kanada Eishockey-Weltmeister.

Der Schlußkampf der diesjährigen Eishockey-Welt­meisterschaft in Prag brachte vor 10 000 Zuschauern die wirklich besten Mannschaften von Kanada und England am Sonntagabend zusammen. Auf bei­den Seiten wurde mit letztem Einsatz gekämpft, und vor allem die Ahornblattträger zeigten, was wirk­lich in ihnen steckt. Zum erstenmal gingen sie ganz aus sich heraus. Nach rassigem und hartem Kampf siegten sie schließlich verdient 3:1 (3:1, 0:0, 0:0) und sicherten sich damit wieder den Weltmeistertitel. Deutschland kam in der Meisterschaftstabelle nur auf

den vierten Platz hinter England und der Tschecho­slowakei. Die Deutschen verloren den Kampf um den dritten Platz mit 0:8 Toren gegen Prag.

Deutscher Nad-Ländersieg.

Der Radländerkampf zwischen Deutschland und Frankreich am Sonntag in der Dortmunder West­falenhalle endete mit einem einwandfreien Siege von 65,5:31,5 Punkten. Die Franzosen konnten nur im Mannschaftsomnium das 100-m-Zeitfahren gewin­nen. Alle übrigen Wettbewerbe endeten mit über­legenen deutschen Siegen.

Hessenelf verlor gegen Lothringen 2:5.

Bon den drei Auswahlkämpfen, die am Sonn­tag deutsche und französische Auswahlmannschaften auf französischem Boden bestritten, endete nur einer mit einem deutschen Sieg, die beiden anderen Kämpfe gingen verloren. Außer dem Gau Mittel­rhein verlor auch der Gau Hessen, der in Metz auf eine sehr starke lothringische Mannschaft traf. Bei. den Lothringern wirkten u. a. der französische Na­tionalspieler Jgnace und der frühere holländische Internationale Bakhuys, der jetzt beim FC. Metz tätig ist, mit. Gegen diesen starken Gegner hielt sich die hessische Mannschaft sehr lange ausgezeichnet, erst zum Schluß mußte sie die Segel streichen und eine zahlenmäßig etwas zu klare Niederlage ein­stecken. Bis zur Pause war das Treffen ziemlich offen. Lothringen führte mit 2:1, mußte sich dann aber gleich nach dem Wechsel den Ausgleich ge­fallen lassen. Hessen hatte jetzt sehr starke Augen­blicke, kam aber durch den Fehlschlag eines Abwehr­spielers mit 2:3 ins Hintertreffen. Die zum Schluß drängenden Lothringer konnten dann den vorzüg­lichen hessischen Torhüter Sonnrein noch zweimal bezwingen und mit 5:2 siegreich bleiben.

Tum- und Sportvereine halten Rückschau.

Sportklub 1921 Daubringen.

Der Sportklub 1921 Daubringen hielt dieser Tage imBlauen Hecht" zu Daubringen seine Jahres­hauptversammlung ab. Bereinssührer L. Hof­mann erstattete den Jahresbericht, dem zu ent­nehmen war, daß 17 Berbandsspiele durch die Mannschaft des Vereins ausgetragen wurden. Er gab dem Wunsche Ausdruck, daß es der neuaufge­stellten Mannschaft möglich sein möchte, einen leb» hafteren Spielbetrieb als seither zu entfalten. Kas- senwalter Heinrich Hofmann gab den Kassen­bericht, der eine günstige Lage des Vereins' aus­wies. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde beschlossen, eine neue Jugendmannschaft auf- zustvllen. Albert Opper wurde zum Dietwart des Vereins bestimmt und vom Vereinsführer ver­pflichtet.

Turnverein Grünberg.

Am Samstagabend hielt der Turnverein Grünberg im Gasthaus Peppler am Bähnhof zu Grünberg seine Hauptversammlung ab. Vereinsführer Wenzel erstattete einen ausführ­lichen Jahresbericht, der durch die Berichte der einzelnen Fachwarte ergänzt wurde. Vom Turn­betrieb gaben folgende Zahlen Kenntnis: Aktive Turner 64 Abende mit 1230 Teilnehmer, Alters­turner 37 Abende mit 195 Teilnehmer, Turnerinnen 42 Abende mit 458 Teilnehmerinnen, Frauen 29 Abende mit 275 Teilnehmerinnen, bei den Schüle­rinnen betrug die wöchentliche Beteiligung 30 bis 35. Zum Hoherodskopf-Bergfest wurde eine Omni­busfahrt mit 35 Teilnehmer unternommen; von 22 Wettkämpfern konnten 21 einen Sieg erringen. Am 5. September wurde vom Verein das Unterkreis­turnen für die Kreise Gießen und Alsfeld ausge­richtet, das einen guten Verlauf nahm. Dabei wur­

den 23 Siege von Mitgliedern des Vereins er­rungen.

Neu ausgenommen wurde im Berichtsjahre der Fußballsport. Die aktive Mannschaft trug bis jetzt 13 Spiele aus, davon 6 gewonnen, 6 verloren und eins unentschieden; ihr Torverhältnis lautet 34:26. Die Jugendmannschaft erledigte 23 Spiele, davon 14 gewonnen, 3 verloren und 6 unentschieden; ihr Torverhältnis steht 63:46. Bei der Pflichtrunde er­kämpfte sie sich den zweiten Platz.

Die Rechnung ergab eine Einnahme von 3143,85 Mark und eine Ausgabe von 2949,80 Mark. Als größere Ausgabeposten erscheinen 1585 Mark für Zinsen und Tilgung, 290 Mark für Steuern und Abgaben, 167 Mark für Kohlen, 124 Mark für Licht, 42 Mark Wassergeld u. a. Dem nach Gießen verzogenen Mitgliede Erich Becker wurde für die Schenkung eines Darlehensscheines von 25 Mark der Dank des Vereins ausgesprochen. In 1937 wurde die Turnhalle 27mal vermietet, zweimal wurde sie zu Veranstaltungen des Vereins benutzt.

Der Vereinsführer widmete dem Kassenwart Carl Schmidt, der seit 1887 Mitglied ist und seit 1907 bis zu seiner schweren Erkrankung im vorigen Jahre die Kassengeschäfte des Vereins leitete, warme Worte der Anerkennung. Unter allgemeiner Zu­stimmung wurde er zum Ehrenmitglied ernannt. Ebenso gedachte der Vereinsführers des nach Schot­ten verzogenen Mitgliedes Karl Möser, der seit 1892 dem Verein angehört, in anerkennenden Worten. Mit Zustimmung der Versammlung be­stimmte der Vereinsführer Christian S ch m a d e l als Kassenwart, Adam Adler als Leiter der Fuß­ballabteilung. Spielführer der aktiven Mannschaft wird Willi Port, der Jugendmannschaft Ewald Repp. Für Breslau hat der Verein bei der Vor­anmeldung 9 Teilnehmer gemeldet.

Nach einem Hinweis des Vereinsführers auf den Pflichtdietabend wurde eine Tellersammlung ver­anstaltet, ihr Ertrag soll zur Beschaffung von Trikots für gering bemittelte Spieler dienen, eine weitere Sammlung fand zugunsten des Winter­hilfswerks statt. Für Ostern soll eine Ligamannschaft zu einem Freundschaftsspiel nach hier verpflichtet werden.

Der Raum über der Bühne soll als Wohnung ausgebaut werden. Der Kostenvoranschlag hierfür beträgt 2158 Mark. Dazu ist vom Reich ein Zu­schuß von 600 Mark in Aussicht gestellt worden. Mit den Arbeiten soll sofort begonnen werden.

Die Versammlung, die einen guten Besuch auf- wies, wurde mit dem Gruß an den Führer ge­schlossen. Eine Anzahl Neuanmeldungen fanden statt.

Turnverein INünzenberg.

Der Turnverein Münzenberg hielt im Gasthaus Zum Löwen" zu Münzenberg ebenfalls feine Ge- neraloerfammlung ab. Vereinsführer Werner Weiß erstattete den Jahresbericht. Für die Kaffe legte Wilhelm Schwenz Rechenschaft ab. Die Kasse wurde in Ordnung befunden. Im weiteren Verlaus des Abends wurde Lehrer Kraft in An­betracht seiner Verdienste um den Verein zum Ehrenmitglied ernannt. Der bisherige Vereinsfüh- rer legte wegen Arbeitsüberlastung fein Amt nieder. An seine Stelle wurde Oberturnwart Otto Schlecht zum Vereinsführer bestimmt.

TurnvereinGut heil" Hörnsheim.

Der TurnvereinGut Heil" Hörnsheim hielt bei Gastwirt Bepler unter Leitung des Vereins­führers Artur Schmidt feine Jahres-Hauptver­sammlung ab. Aus dem Bericht des Geschäftsfüh­rers Fritz Schimmel war eine erfreuliche Auf­wärtsbewegung des Vereins im Verlaufe des Be­richtsjahres zu erkennen. Die Handballabteilung konnte von der Kreisklasse in die Bezirksklasse auf­steigen, ferner wurden im Gießener Hallenhandbüll- Turnier zwei Mannschaften gestellt. In der Mei­sterklasse konnte die 1. Mannschaft unter starker Konkurrenz den Meistertitel erringen. Für das dies­jährige Turnier in der Volkshalle zu Gießen sind wieder zwei Mannschaften gemeldet. Vereinsrech­ner Emald Engel konnte einen günstigen Kassen­bericht vorlegen, so daß ihm von der Versammlung Dank gesagt und Entlastung erteilt wurde. Der Vor­stand blieb in feiner bisherigen Zusammensetzung im Amt. Nach dem Absingen einiger Turnerlieder wurde die Versammlung in der üblichen Weise geschlossen.

Baskettball Gießen-Marburg.

Eine Bakkettball-Mannschaft des Männerturn­vereins Gießen in der Aufstellung: R. Krausch, Rau, Berkenhoff, Eger und Möckel, verstärkt durch Leuthäuser und Schäfer vom VfB.-R. folgte einer Einladung der Universität Marburg um ein Spiel gegen die dortige Universitätsmannschaft auszutra­gen. Das von Anfang bis Ende spannende Treffen wurde von den zahlreichen. Zuschauern begeistert verfolgt, und zeigte die Gießener meist feld­überlegen. Die Gastgeber, bei denen der Litauer Dokietaitis und der Amerikaner Ellert hervorrag- ten, nutzten ihre körperliche Uebevlegenheit sehr aus. Die anfängliche 6:0-Führung der Gießener ging leider verloren und bei der Pause stand der Kampf 9:7 für Marburg. Auch in der zweiten HalbzeiU waren die Hiesigen stark vom Schußpech verfolgt. Die bestgemeintesten Würfe gingen daneben. Da­gegen konnte Vokietaitis, den man nicht genügend bewachte, noch 15 Körbe erzielen, und mit dem Ergebnis von 24:13 den Sieg für Marburg fichex- stellen.

Tv. Lützellinden

Sieger der Handball-Bezirksklasse?

Das einzige Spiel im Kreis fand in Marburg zwischen Marburg 1860 und Tv. Lützellinden statt. Das Ereignis kommt nicht wenig überraschend. Die Gäste haben die mit so, großen Aussichten in den Kampf gegangenen Marburger mit nicht weniger

als 11:7 (8:1) schlagen können. Mit diesem neueit Sieg hat sich der Vorsprung, den Lützellinden den übrigen Mannschaften gegenüber hat, auf insgesamt? 8 Punkte ausgedehnt. Nach menschlichem Ermessen ist wohl kaum damit zu rechnen, daß dieser Vor« sprung noch aufgeholt werden wird, obwohl noch einige schwere Spüle- ausstehen. Die Mannschaft ist eben doch in einer so ausgezeichneten Verfassung, daß sie keinen Gegner mehr zu fürchten brauche Das Halbzeitergebnis gegen Marburg, das bereits eine 8:1-Führung fah, ist der beste Beweis bafür.- Sollte Lützellinden den heißbegehrten Titel erringen, geht damit ein jahrelanger Traum in Erfüllung, um den man schon von Runde zu Runde kämpft.

Der Tabellenstand.

Spiele

Gew.

Unentsch. Verl.

Pkte,

Lützellinden

12

12

0

0

24:0

Mtv. Gießen

12

8

1

3

17:7

DfL. Marburg

11

7

0

4

14:8

Heuchelheim

11

4

3

4

11:11'

Münchholzhausen

12

5

0

7

10:14

Hörnsheim

11

4

0

7

8:14

Niedergirmes

11

2

2

7

6:18

1900 Gießen

11

3

0

8

6:16

Roth

9

1

2

6

4:14

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der 1 Schriftleitung)

K. V. 2l. Hat der Verkäufer die Trächtigkeit einer1 Kuh zugesichert und ist die Eigenschaft beim Gefahr- Übergang nicht vorhanden, so finden die Vorschrift ten über den Viehankauf Anwendung. Danach hak der Käufer den sogenannten Wandlungsanspruch^ Dieser geht auf Rückgängigmachung des Kaufes, d. h. auf Beseitigung seiner praktischen Folgen, also auf Rückzahlung des schon gezahlten Kaufpreises? gegen Rückgabe der Sache, ober wenn ber Kaufpreis noch nicht gezahlt ist, auf Aufhebung ber Kaufpreis- schuld gegen Rückgabe der Sache. Der Käufer hak Nutzung nur soweit herauszugeben, als er sie ge­zogen hat. Die Kosten der FüUerung und Pflege hat der Verkäufer zu ersetzen, sofern sie einer ord­nungsgemäßen Wirtschaft entsprechen. Die Leistun­gen sind Zug um Zug zu erfüllen. Kommt der Käu­fer mit der Rückgewährung in Verzug, so kann ihm! eine Frist gesetzt werden, bei deren Ablauf die Wandlung unwirkfakn wird. Er geht also seiner Gewährleistungsansprüche verlustig. Der Käufer be­hält also entweder die Kuh und zahlt den Kaufpreis und bekommt nichts für die Fütterung, oder er gibt sie zurück, bekommt den gezahlten Kaufpreis zurück, erhält einen gewissen Betrag für Fütterungskosten und muß die gezogenen Nutzungen herausgeben.

Jtunbfunfprogramm

Mittwoch, 23. Februar.

6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkon- zert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Gaunach­richten. 10: Schulfunk: Am großen Strom. Wort und Lied vom deutschen Weichselland. 10.30: Froher Klang zur Werkspause. 11.40: Deutsche Scholle: Pflüg' mit, Kamerad. 12: Aus dem Betrieb der Firma Heyljgenftaedt & Co., Gießen: Werkskon--,. zert. Ausführung: Städtisches Orchester Gießen unter Leitung von Kapellmeister Walter. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Musik nach Tisch. 15: Volk und Wirtschaft. Maschinen wollen gepflegt sein. 15.15: Von Rittern, Räubern und anderen finsteren Gesellen. Schauermoritaten und schreckliche Geschichten. 15.45: Aus Kunst und Kultur. 16: Frohsinn und Heiterkeit am Rhein zur Fastnachtszeit. 17: O, holde Frau Musika (Schall­platten). 18: Treu leben todtrotzend kämpfen lachend sterben. Horst Wessel zum Gedenken. 18.45: Fliegendes Deutschland. 19: Nachrichten. 19.10: Gro­ßes Konzert. 21: Reichssendung: Stunde der jungen Nation. Goethe in Straßbuxg. Hörspiel. 21.30: Alte und neue italienische Musik. 22.30: Nachrichten. 22.50: Kamerad, wo bist du? 23: Unterhaltungs- und Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert:Rienzi", Oper.

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