Oer erste Schritt.
Die Unterzeichnung der gemeinsamen deutsch-fran- zösischen Erklärung am Quai d'Orsay durch den Neichsminister des Auswärtigen v. Ribbentrop und den französischen Außenminister Bonnet ist der erste Schritt einer großangelegten Ausgleichs- Politik zwischen den beiden Nachbarländern. Nicht so sehr das Maß der durch diese Erklärung übernommenen Verpflichtungen als vielmehr der gute Wille der beiden Regierungen, der hinter ihr steht, machen chren inneren Wert aus.
Bedeutet einerseits die feste und unerschütterliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Italien, die man unter den Begriff der Achsenpolitik zusammengefaßt hat, das Fundament der Ausgestaltung der außenpolitischen Beziehungen Deutschlands, so war das Verhältnis zu seinem westlichen Nachbarn wie schon wiederholt in der Geschichte, so ganz besonders in den letzten Jahren der Angelpunkt des Friedens in Europa überhaupt. Deshalb muß das diplomatische Ereignis des 6. Dezember nicht allein die beiden beteiligten Völker interessieren, vielmehr ist die ganze Welt Zeuge eines Vorgangs, dessen Ablau für lange Zeit über Krieg oder Frieden in Europa zu entscheiden vermag. Wie ernst die deutsche Staatsführung diese Aufgabe der Schaffung eines guten nachbarlichen Verhältnisses zwischen den beiden Nationen nimmt, mag auch daraus hervorgehen, daß der Führer und Reichskanzler seinen engsten außenpolitischen Mitarbeiter auf die Einladung der französischen Regierung hin nach Paris entsandt hat, um das Dokument zu unterzeichnen.
Das ist auf Seiten Frankreichs auch verstanden worden und findet feinen äußeren Ausdruck in dem freundlichen und würdigen Empfang, der dem Vertreter des Reiches von der Regierung Frankreichs und seiner Bevölkerung bereitet wurde. Mehr war zunächst nicht zu erwarten, und das ist gut so, denn beide Völker stehen ja noch im Anfang dieser EntmLLlung, die zu einem vertrauensvollen und freundschafllichen Verhältnis führen soll. Das Bewußtsein des gegenseitigen guten Willens muß dahin führen, daß zu dem Gefühl der Achtung die schon beiderseits vorhanden ist, auch das Vertrauen auf eine dauernde Entspannung an der Grenze zwischen Deutschland und Frankreich tritt.
Seit Jahren ist der Ausgleich mit Frankreich der Wunsch der deutschen Reichsregierung. Schon wiederholt hat der Führer und Reichskanzler die Be- ziehunaen der beiden Staaten untersucht und öffentlich festgestellt, daß es kein Problem gibt, das in der Lage wäre, ein freundschaftliches Verhältnis auszuschließen und eine Annäherung zu verhindern. Aber zu tief eingefressen waren die Vorurteile, die zwischen den beiden Völkern standen, und das Wort von der traditionellen Erbfeindschaft hat eine langanhaltende und störende Wirkung ausgeübt.
Nunmehr haben Deutschland und Frankreich sich verpflichtet, alle Kräfte dafür einzusetzen, daß friedliche und gutnachbarliche Beziehungen zwischen ihnen sichergestellt werden. Jahrhunderte lang war die Grenze zwischen beiden ßänhern wiederholt Anlaß zu kriegerischen Auseinandersetzungen, und diese Erfahrung vertieft die jetzt feierlich übernommene Anerkennung, daß die Grenzziehung, so wie sie gegenwärtig besteht, als endgültig zu betrachten fei und zwischen den Ländern keine Fragen territorialer Art mehr schweben. Schließlich haben sich die beiden Regierungen entschlossen, in Fühlung miteinander zu bleiben und in gemeinsame Beratungen einzutreten, wenn aus diesen Fragen internationale Schwierigkeiten sich ergeben sollten.
Die Beziehungen zu dritten Mächten sollen von diesen Abreden unberührt bleiben, und in der Tat soll ja die deutsch-französische Annäherung nicht etwa dazu dienen, an anderer Stelle Wunden aufzureißen und etwa neue Gegnerschaften herovrzubringen. Deutschland hält an der deutsch- italienischen Achsenpolitik ebenso wie an der politischen Zusammenarbeit des Dreiecks Berlin—Rom—Tokio unverrückbar fest. Gerade die Ausgleichspolitik mit Frankreich, die heute ihren Start erlebt^, ist nur zu verstehen als ein Erfolg dieses außenpolitischen Standpunktes. Erst die Zusammenarbeit der Ordnungsstaaten hat es ermöglicht, sich den zersetzenden Kräften in der Welt entgegenzustellen und aus dieser sicheren Stellung heraus nunmehr auch die Türen zu den guten und aufbauwilligen Kräften bei den anderen Völkern weit zu öffnen. Mancher Lösung schwieriger Probleme sind damit bereits die Wege geebnet wor-, den. Ueberall stößt die Wühlarbeit der Komintern auf die Abwehr der autoritären Staaten. In Spanien hat der Bolschewismus eine entscheidende Niederlage erlebt. Italien ist für eine koloniale Betätigung zur Ansiedlung seines Bevölkerungsüberschusses das Tor geöffnet worden, und Deutschland war die Möglichkeit gegeben, die Zerreißung des deutschen Volkes über Grenzen hinweg zu beseitigen und alle Stammesbrüder im großen deutschen Reiche zu vereinigen.
Der Weg nach München lag in der konsequenten Linie der Achsenpolitik, und das Ergebnis von München war wiederum, wie bereits die deutsch-englische Erklärung vom 30. September bewies, der Ausgangspunkt für eine neue Wirksamkeit. Wenn der französische Ministerpräsident mit anerkennenswertem Mute ebenfalls den Weg des Ausgleichs beschritten hat, bann darf dabei nicht Übersehen werden, daß er diesen Schritt nach einem entscheidenden innerpolitischen Erfolg über die zersetzenoen Einflüsse des Kommunismus in seinem Lande unternahm. Die Widerstandskräfte der guten und aufbauwilligen Elemente in ollen Ländern haben also durch die konsequente fyütung der Ordnungsmächte eine erhebliche Stärkung erfahren. Kr.
Der italienische Korporationsminister in Verlin.
Berlin, 6. Dez. (DNB.) Arn Dienstag traf der italienische Korporationsminister Ferruccio L a n t i n i in Berlin ein. Auf dem Anhalter Bahnhof hießen ihn Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und Reichswirtschaftsminister Funk willkommen. Zu seinen Ehren hatte Reichswirtschaftsminister Funk Dienstag abend die führenden Persönlichkeiten der deutschen Wirtschaft und der Deutschen Arbeitsfront aus dem ganzen Reich zu einem Empfang und Abendessen in die Festsäle des Hotels „Der Kaiserhof" geladen. Vor Beginn der Tafel begrüßte der Reichswirtschaftsminister Funk den italienischen Gast mit einer Ansprache, in Der er etwa foloenoes ausführte: Wenn auch der wirtschaftliche Aufbau mit dem Ziel, dex Sicherheit der Nation und der Wohlfahrt des Volkes zu bienen, in Italien unb bei uns gewisse Unterschiebe zeigt, bie burch bie verschie- benartige Struktur ber Volkswirtschaften beibcr Länber bebingt sinb, so ist bie Wirtschaftspolitik ,m ganzen bei beiben Ländern doch nach gleichen
Die neue „Schraube ohne Ende"
Es gibt Augenblicke, wo uns heute an irgendeinem wohlvertrauten Ausdruck, den wir vielleicht täglich achtlos anwenden, plötzlich der ganze Wan - del der Zeit und der Anschauungen bewußt wird, die ganze ungeheure Umwandlung der Denkweise und ber Begriffe, beren wir Zeuge sein bür« fen. Noch bis vor kurzem hatte bas Wort von ber „schraube ohne E n b e" für uns eine nega - tine, wenn nicht mißliche Bedeutung. Wir wen- beten es an auf den Zustand fortschreitenden Verfalls und wachsenden Steuerdrucks, der in der Sy» stemzeit unsere politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse kennzeichnete. Wir baffamierten bamit gewissermaßen die Zustände, die unverbesserlich geworden zu sein schienen. Arbeitslosigkeit, Geburienrück- K, daraus wieder folgend Rückgang des Ver- chs mit dem Ergebnis schrumpfender Erzeugung, daraus wiederum Arbeitslosigkeit, wieder Geburtenrückgang, wieder Verbrauchsschrumpfuna und so fort, eine „Schraube ohne Ende.
Heute erscheint es uns fast wie Zauberei, daß ein Mann den Mut und den Verstand hatte, dieser negativen Schraube das positive Vorzeichen zu geben. Heute können wir mit demselben Recht auf die umgekehrten Vorgänge das gleiche Wort anwenden. Oder ist es etwa nicht eine höchst erfreuliche Schraube ohne Ende, die der Nationalsozialismus in Bewegung setzte, als er die Produktion steigerte, dadurch das Volkseinkommen vermehrte, dadurch Kaufkraft schuf, die den Verbrauch erhöhte, was wiederum Arbeit schuf und Menschen in Brot brachte. Diese Menschen faßten neuen Lebensmut, heirateten, setzten Kinder in die Welt, diese vermehrten bie Bedürfnisse, höhere Probuktion war bie Folge, und ber Kreislauf — besser: die Spirale — begann von neuem.
Erst greifbare Zahlen verleihen diesem fast wun- berhaften Vorgang Leben und Wirklichkeit. Die Förderung der Eheschließungen liefert uns eins der eindrucksvollsten Beispiele für die motorische Kraft einer solchen Schraube ohne Ende. Nach jüngeren Schätzungen beträgt ber jährliche Heirats- aufwand in Deutschlanb nahezu eine halbe Milliarde Mark! Also fast tausend Millionen! Das ist gewiß eine erstaunliche Summe. Und diese Summe wirb ausgegeben unb verbient zugleich. Sie ist zugleich Ursache unb Wirkung, Ursache für einen ständig wachsenden Wirtschaftsaufschwung und Wirkung, inbem sie immer neue Paare in bie Lage setzt, bank biefes Wirischaftsaufschwunges zu heiraten und dadurch das Volkseinkommen ständig in Fluß zu halten und zu steigern.
Einmal mußte bie Schraube angefeht werden. Der Staat ist es mit der bewußten Förderung der Eheschließungen durch bie Hergabe von Ehestandsdarlehen. In den fünf Jahren feit der Machtübernahme konnten dank dieser Maßnahme 460 000 Paare mehr heiraten als in den fünf Jahren davor! Die Zahl ber feit dem gleichen Zeitpunkt ausgegebenen Darlehen erreichte in diesem Jahr die erste Million,
Grundsätzen unb gleichen Zielen aus- aerichtet. Sie werden bei Ihrer Reise burch Deutschland auch erkennen, daß bas deutsche Volk, insbesondere ber deutsche Arbeiter und ber beutsche Wirtschaftler, von bem Gefühl herzlicher unb auf- richter Freunbschaft zu ber großen italienischen Nation erfüllt sind, unb baß in allen Schichten ber deutschen Bevölkerung eine tiefe Verehrung und hohe Bewunderung für den großen Führer des italienischen Volkes unb Lenker bes italienischen Imperiums lebenbig ist.
Minister Santini wirb sich in Deutschland zehn Tage aus halten. Bei Generalfeldmarschall Göring, Reichsminister Dr. Goebbels unb Reichsminister Selbte sind Besuche vorgesehen. Ebenso wird nach Rückkehr aus Paris auch Reichsaußenminister v. Ribbentrop den Gast empfangen. In München, Hannover, Hamburg unb Essen wirb ber Minister Gelegenheit haben, Einrichtungen ber Partei und der DAF. in Augenschein zu nehmen.
Slowakisches Volksschutzgesetz gegen die Juden.
Preß bürg, 6. Dez. (Europapreß.) Das Mitglied ber slowakischen Landesregierung, Dur - cansky, kündigte an, ber slowakische Landtag werde ein Gesetz zum Schutze des slowakischen christlichen Menschen beschließen. Dieses Gesetz werde eine starke antijüdlsche Note tragen. Mit Rücksicht darauf, daß in den letzten zwanzig Jahren einerseits 200 000 Slowaken ausgewandert seien und anderseits 50 0 0 0 Juden das slowakische Staatsbürgerrecht erworben hätten, sei eine lleberprüfung der bisher erfolgten Einbürgerungen notwendig. Auch die Verteilung des G r u n d e d e s i tz e s , wie sie durch die in den ersten Nachkriegsjahren durchgeführte Bodenreform bewirkt worden sei, bedürfe einer Neuregelung, ebenso die Arbeitslosen- f ü r s o r g e. Man werde in der Slowakei in Zukunft keine Erwerbslosenunterstützungen zahlen. Der Staat wolle keine Bettler schaffen, sondern aufrechte Menschen, die von ihrer ehrlichen Arbeit leben können. Wer der Korruption üb erführt ei, werde ins Konzentrationslager ge- chickt. Der Einfluß ber verschiedenen Volksgruppen in der Wirtschaft müsse sich nach ihrer zahlenmäßigen Stärke im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung richten. Die Judenfrage werde eine gesetzliche Regelung erfahren.
Die Unruhe in Rumänien.
Die Eiserne Garde aktionsfähig geblieben.
B u d a p e st, 6. Dez. (Europapreß.) Wie das christlich-nationale Mittagsblatt „Uj Nemzebek" aus Bukarest erfahren haben will, werben bort in ben Straßen massenhaft Flugzettel mit folgenbem Wortlaut verteilt: „Zittere vor uns, Cali- nescu!" Innenminister Calinescu, ber nach seinem Rücktritt als Unterrichtsminister jetzt seine Tätigkeit auf ben Felbzug gegen bie Eiserne Garbe be- chränkt, soll stets nur in Begleitung von sechs bewaffneten Polizisten auf Motorräbern auf ber Straße erscheinen. Witz bas Regierungsorgan „Esti Ujsaa" berichtet, konnte die Eiserne Garde auch burch bie Erschießung ihrer Führer nicht einge- chüchtert werben. In Bukarest herrsche die Meinung vor, daß bas Land vor blutigen innerpolitischen Verwicklungen stehe, während bie geheimen Formationen ber Eisernen Garde allem Anschein nach aktionsfähig geblieben eien unb ihre Drohung, auf bie Hinrichtung ihrer Führer mit einer Reihe von Anschlägen zu antworten. biesmal auch verwirklichen wollten.
bas bedeutet, daß jedes dritte bis vierte Paar mit einem Darlehen ausgestattet wurde, das eine Durch- fchnittshöhe von etwa 700 Mark hat. Wie sehr sich dieser Weg in die Ehe in allen Volkskreisen einge* bürgert fjat, beweist bas Ergebnis bes ersten Vierteljahres 1938, wo 42 v. H. aller Eheschließungen mit Darlehen heirateten. Die Maßnahme soll in ben kommenben Jahren erweitert werben, indem Töchtern aus kinberreichen Familien eine reichlichere Summe als bisher zugesprochen werben wird.
Das Institut für Konjunkturforschung hat vor einigen Jahren einmal Nachforschungen Darüber an- gestellt, wie groß bie Wechselwirkungen zwischen Eheschließung unb Wirtschaftsbelebun g-tatsächlich sei. Man legte ber Berechnung brei große Posten zugrunde, nämlich ben Aufwanb für Wohnung, Einrichtung unb Ausstat - tung mit Wäsche unb Kleidung. In bem Berechnungsjahr hatten 587 000 Eheschließungen stattge- funben. Das hatte 3,25 Milliarben Mark Ausgaben für Wohnungen notroenbig gemacht. Weitere brei» viertel Milliarben würben für Wohnungseinrichtung ausgegeben unb etwa Vs Milliarben für Wäsche und Kleiduna. Vier unb eine brittel Milliarben also betrug ber Gesamtausgabenposten biefer jungen Paare, eine Summe, bie nicht weiter hinter ber Hälfte aller in bem gleichen Jahr getätigten Ersparnisse zurückblieb. Diese enorme Summe würbe selbstverständlich nicht voll in bar aufgebracht, denn die Wohnungsbaukosten werden ja erst allmählich durch die Mieten sozusagen abgezahlt. Immerhin bleibt eine runde Milliarde bar ausgegebenes Geld, in der noch nicht einmal die Auslagen für bie Hochzeitsfeier enthalten sinb, bie ja auch mieber eine große Zahl von Gewerbezweigen in Nahrung setzen. Und da es mit der Eheschließung allein nicht sein Bewenden hat, sondern da in einem Volk, das neuen Lebenswillen unb neues Vertrauen in bie Zukunft gefaßt hat, ber Eheschließung ber Kinbersegen folgt, so setzt hier eine neue unb höchst lebensvolle Schraube ohne Ende ein. Einer, ber es wissen mußte, hat sie einmal treffenb dadurch gekennzeichnet, daß er b a s Kind ben besten Arbeitgeber ber N a - t i o n nannte.
Wir haben auf gehört, rein wirtschaftlich zu denken, weil uns dies Denken an ben Ranb bes Abgrundes gebracht hat. Aber wir verfallen deshalb auch nicht in den gegenteiligen Fehler. Indem wir uns klarmachen, wie hoch die volkswirtschaftliche Bedeutung ber Eheschließung für unser Volksleben ist, räumen wir zugleich mit bem verhängnisvollen Irrtum auf, baß Heiraten einzig und allein eine Sache des wirtschaftlichen Aufschwunges fei. #23 e i= bes bedingt si ch wechselseitig, und wo der Mut zu dem einen vorhanden ist, stellt sich auch bas andere ein: „Schraube ohne Ende", bie sich zum Segen breht für ein Volk, bas nicht den materiellen Profit, sondern bie produktive Arbeit auf sein Banner geschriebey hat. Dr. Buresch.
Das Ca.se „Cors o", bas größe Kaffee-Haus der rumänischen Hauptstabt, wurde, wie es heißt, „wegen Umbaues" für eine Woche geschlof- s e n. In diesem Kaffeehaus traf sich in Bukarest sozusagen alle Welt, es galt auch als eine Art politischer Klub. Im Frühjahr waren bereits eine Reihe führender Hotels von Bukarest, bie als Treff- punkte von Politikern galten, mit einer ähnlichen Begründung, nämlich „aus sanitären Rücksichten", für einige Zeit geschlossen worden. Die Polizei i n Czernowitz umzingelte am Dienstag das Stabt- viertel, in dem sich ber zweite Schüler, der an bem Attentat auf ben Vorsitzenben bes Czernowitzer Militärgerichtes, Oberstleutnant C r i ft e s c u , beteiligt war, verborgen hatte. Es gelang, ihn zu entdecken und fest zunehmen. Seine Name ist Eugen R a h i n t r i u c. Außerdem wurde ein Student aus Jassy namens Michael Stan esc u wellen Mittäterschaft verhaftet, mit ihm weitere sechs Personen. Endlich wurde der Professor Liteanu, der Klassenvorstand der Klasse, die ber erste Attentäter besucht hat, verhaftet. Er wird beschulbigt, „sich um ben sehlenben Schüler nicht gekümmert zu haben". Die Polizei hat weiter 12 Personen festgenommen, bie Bränbe an Czernowitzer Juben- häufern und bei jübischen Unternehmungen gelegt haben sollen.
Die Aufrüstung Australiens.
Canberra, 6. Dez. (Europapreß.) Zur Beschleunigung der Aufrüstung wird die australische Bundesregierung in ben nächsten drei Jahren die bisher noch nicht erreichte Summe von 63 Millionen englischen Pfund (rung 780 Millionen Mark) auswerfen. Das bedeutet eine Steigerung um 19 Millionen Pfund gegenüber den bisher bekanntgewordenen Plänen. Davon werden ausgeworfen für die Flotte 20 548 000 Pfund, für das Heer 19 704 000 Pfund unb für die Luftwaffe 16 444 000 Pfund. Zehn Millionen Pfund sollen auf dem Anleihewege gedeckt werden. Im einzelnen sind vorgesehen zwei Zerstörer des neuesten Typs und 12 Torpedoboote. Von dem Ankauf eines Schlachtschiffs in England hat man abgesehen, da bie englische Regierung versichert hat, baß genügend Streitkräfte zur Verteidigung Australiens in Singapur stationiert seien. Man wird jedoch mit der englischen Admiralität zusammenarbeiten, um ein größeres Dock in Sydney anzulegen. Bei der Armee soll die Miliz von 25 000 Mann auf bas Doppelte v e r st ä r k t werben, ebenso soll bie Luftwaffe leistungsfähiger gestaltet werden. Vorgesehen sind 18 Geschwader mit insgesamt 212 Maschinen ber ersten Linie. In Moresby soll ein L u ftstütz - punkt für Seeflugzeuge errichtet werden.
Eine arabische Erklärung: die Terrorakte in Palästina von Engländern angestiftet.
Beirut, 6. Dez. (DNB.) Die Zeitung „Aliom" veröffentlicht einen Aufruf der Leitung ber arabischen Freischärler in Palästina, in bem behauptet wirb, baß eine Reihe von Terrorakten von englischer Seite absichtlich angeftiftet worden sei, um dafür bie nationale Freiheitsbewegung des arabischen Volkes verantwortlich zu machen. Die Araber hätten z. S. mit ben zahlreichen Terrorakten in Jaffa nichts z u tun. Dori Hause vielmehr eine Bande, bie im Auftrage der Engländer arbeite, um der heiligen arabischen Sache zu schaden. Die Bande wirb aufgeforbert, Jaffa binnen zwei Tagen zu verlassen, weil sie nach biesem Termin von Der nationalen arabischen Bewegung zur Verantwortung gezogen unb gerichtet werden würde.
Aus aller Wett.
Mackensens Geburtstag.
In F a l k e n w a l d e bei Stettin beging der große Heerführer des Weltkrieges Generalfeldmarschall von Mackensen in voller geistiger und körperlicher Frische feinen 89. Geburtstag. Wie in den früheren Jahren wurden ihm auch diesmal hohe militärische Ehren erwiesen. Aber auch aus allen Kreisen des deutschen Volkes gingen dem Generalfeldmarschall, bem ber Führer unb Oberste Befehlshaber ber Wehrmacht, ferner Generalselbmarschall Göring, ber Präsibent bes Geheimen Kabinettsrats, Reichsminister Freiherr von Neurath, Reichsinnenminister Dr. Frick unb viele anbere führenbe Persönlichkeiten bes Dritten Reiches herzliche Glückwunschtelegramme gefanbt hatten, zahlreiche Beweise ber Liebe unb Verehrung zu. Die militärische Geburtstagsfeier begann mit bem Aufziehen einer Ehrenkompanie bes J.-R. 5. Mit klingenbem Spiel, gefolgt von bem Regimentskommanbeur, schritt ber General- felbmarschall bie Front ber Ehrenkompanie ab. Dann empfing ber Generalfelbmarschall zahlreiche Gratu- lanten, so ben Kommandierenben General bes II. Armeekorps, General ber Infanterie Strauß, ber ihm bie Glückwünsche bes Oberbefehlshabers bes Heeres überbrachte, ben Kommanbeur ber 2. Division, Generalmajor Bader, eine Abordnung des Kavallerie-Regiments 5, dessen Chef der Generalfeldmarschall ist, und bie Kommanbeure verschiedener anderer Truppenteile. Auch der Oberbefehlshaber ber Heeresgruppe 3, General ber Infanterie Blasko - wih, war erschienen, um bem Generalfelbmarschall feine Wünsche auszusprechen. Gauleiter unb Ober- präsibent Schwebe-Coburg hatte bem Generalfelbmarschall einen Blumengruß übersandt.
Verstärkung des Schiffsverkehrs Deutschland — Japan.
Tokio, 7. Dez. (Europapreß.) Die größte japa- msche Schiffahrtsgesellschaft, bie Nippon Busen Kaisha, hat beschlossen, zehn neue Fahrgast- und Frachtbampfer auf ber Strecke Yokohama — Hamburg einzusetzen. Bisher fuhren zwei Dampfer. Die Gesellschaft begründet bie Verstärkung des Schiffsverkehrs mit ber Zunahme bes Handels- unb bes Fahrgastverkehrs mit Deutschlanb.
37 v. H. aller Hörer -er Warschauer Technischen Hochschule fin» Juden.
Warschau, 6. Dez. (DNB.) Nachdem das provozierende Verhalten der Juden bereits zur Schließung der Warschauer Universität und der zahnärztlichen Klinik geführt hatte, ist es jetzt ZU Zusammenstößen auf der Technischen Hochschule gekommen. Die polnischen Studenten machten mit den Juden kurzen Prozeß und zwangen sie, die Hör- und Uebungsfäle z u räumen. Angesichts der entschlossenen Haltung der polnischen Studenten zogen es bie 3üben vor, bas Feld kampflos zu räumen. — Die Hörer ber Warschauer Hochschule für Maschinenbau und Elektrotechnik haben eine Adorbnung in bas Kultusministerium geschickt, die auf die Notwendigkeit ber Entjudung der Hochschule hinwies. Sie ist die am ft ä r f ft e n Der» i u b e t e in Warschau, 37 v. H. aller Hörer sind Juden.
Wieder ein jüdischer Rassenschänder.
Immer wieder werden Juden überführt, bie, ber verbrecherischen Veranlagung ihrer Rasse folgenb, mit frecher Stirn Gesetze ber Regierung ihres Gast- lanbes übertreten. So würbe jetzt ber 47 Jahre alte Jude Dr. Erwin Jacobsen, ber in Hamburg in ben Colonnaben eine ärztliche Praxis unterhielt, wegen Rassenschanbe festgenommen. Der Jube hat bereits geftanben, sich gegen bie Nürnberger Gesetze vergangen zu haben. Jacobsen würbe bem Gericht zugeführt, bas gegen ihn den Haftbefehl erließ.
Martha Marek hingerichtet.
Die Justizpressestelle Wien teilt mit: Am 6.De- zernber ist Karoline, genannt Martha, Marek fjin- gerichtet worden, die vorn Schwurgericht zum Tode verurteilt worden ist. Sie hatte vom Juli 1932 bis Juli 1936 vier Personen, darunter ihren eigenen Ehemann und ihr sieben Monate altes Kind, d urch Gift ermordet, um sich durch Erlangung ber Lebensversicherungsbeträge ein sorgloses Leben zu verschaffen.
17 Tote beim Zusammenstoß im Rebel.
Der deutsche Dampfer „La Plata" traf tm Schlepptau des holländischen Dampfers „Smart Zee" unb bes französischen Hochseeschlevpers „Abe- ville 22" in Brest ein. ras Schiff wird zur Reparatur seines großen Lecks in Brest ins Trockendock gehen. Nach dem Eintreffen des Dampfers wurden von den französischen Behörden die ersten Verhöre zur Feststellung des Schulbverhältnisses über ben bereits gemeldeten Zusammenstoß zwischen ber „La Plata" unb bem griechischen Dampfer „Akti" vorgenommen. Von ber Besatzung bes untergegangenen griechischen Hanbelsdampfers konnten 15 Per- sonen gerettet werben, während 17 ertranken. Unter ben Opfern befinbet sich auch ber Kapitän bes Schiffes, Varvabavas.
Vergwerksunglück in Reu-Schottland fordert 30 Todesopfer.
Wie Reuter meldet, ereignete sich in der Nähe von Halifax (Neu-Schottland, Kanada) ein folgten- schweres Bergwerksunglück. Eine Eisenbahn, die Arbeiter ins Bergwerk brachte, kam auf einer abschüssigen Strecke ins Rollen und prallte mit voller Geschwindigkeit auf das Ende des Stollens. Dabei wurden 30 Bergarbeiter getötet und 20 verletzt. Insgesamt war der Zug mit 250 Arbeitern besetzt.
8 Todesopfer beim Absturz eines mexikanischen Flugzeugs. Ueber B albus na, bem Flugplatz ber Stadt Mexiko, stürzte kurz nach dem Start das Verkehrsflugzeug nach Merida ab. Fünf Passagiere und drei Angehörige der Besatzung fanden babei den Tod. Die Maschine, die der Tochtergesellschaft den Panamerican Airways, der Compania Mexicana de Aviacion gehörte, war gegen den Berg Penon in der Nähe des Flugplatzes geflogen und m Brand geraten. '
verheerende Dürre in Argentinien.
Anhaltende Dürrs herrscht zur Zeit in den Pampas, ber ungeheuer weiten, oft von Salzwüsten unterbrochenen Steppengebieten Argentiniens, die im Westen bes Landes den Anden voraelagert sind. Die riesigen Rinderherden, die als Lieferanten von Häuten für die argentinische Wirtschaft eine große Rolle spielen, gehen elend zu Grunde, das das Vieh weder Nahrung noch Wasser findet. Künstliche Bewässerung ist hier nicht möglich, auch artesische Brunnen fehlen Wegen ber gewaltigen Ausbehnung ber betroffenen Gebiete sind Hilfs-


