Momentes gedacht, nämlich Her Landumlegung oder, wie man in Hessen jagt, der Verkoppelung. Wenn man den Ursachen der geringen Hektarerträge in gewissen Teilen unseres Vaterlandes nachgeht, so muh man feststellen, daß das Hemmnis für Fortschritt und Erzeugungssteigerung dort hauptsächlich in weitestgehender Zersplitterung zu suchen ist. So sind es in Bayern säst 50 und in Württemberg etnM 40 o. H. der landwirtschaftlich genutzten Fläche, welche der Zusammenlegung bedürfen. Man geht nach den vorliegenden Erfahrungen nicht fehl, wenn man nach Zusammenlegung der zahllosen kleinen Parzellen zu wirtschaftlich zweckmäßigen Grundstücken eine Steigerung der Erträge um durchschnittlich 3Ö v. H. annimmt. -Für die genanten Länder würde dies in einer Fläche ausgedrückt zusammen einem Landgewinn von über -»Million Hektar entsprechen. Insgesamt handelt es sich in Deutschland um 22 v. H. der landwirtschaftlich genutzten Fläche, rund 6 Millionen Hektar, die ui^legungsbedürftig sind. Um die notwendigen Maßnahmen in der erforderlichen Geschwindigkeit durchführen zu können, hat der Reichsbauernführer eine neue Reichsumlegungsordnung erlassen, die einheitliches Reichsrecht an Stelle von 50 veralteten Landesgesetzen vorsieht.
So sehen wir auf allen Gebieten der Erzeugung erfreuliche Fortschritte. Leider fehlen aber für die Bewältigung mancher Arbeiten die notwendigen und vor allem auch geschulten A rbe i t s k r ä f t e. Zwar hat endlich die landwirtschaftliche Arbeit die ihr gebührende Anerkennung und Gleichberechtigung gegenüber der des städtischen oder industriellen Arbeiters gefunden. An dem, was ich 1932 in meinem Aufsatz in diesem Blatt „Bauer in Rot — Volk in Rot" schrieb, ist so recht der Umschwung unserer Anschauung von heute gegen damals zu erkennen: „Roch besteht kein Fortbildungsschulzwang für alle in der Landwirtschaft Tätigen, wie es ihn für die in Gewerbe und Handel Beschäftigten gibt. Roch wird- der landwirtschaftliche Arbeiter, der bei weitem vielseitiger sein muß, als die meisten Industriearbeiter, über die Achsel angesehen. Roch, ist vielen Städtern unbekannt, mit welcher Mühe das tägliche Brot und andere unentbehrliche Nahrungsmittel der heimischen Scholle vom Landmann erzeugt werden."
Bei der Arbeiterbeschaffung wird der Einsatz für die Landwirtschaft die größten Hindernisfe zu überwinden haben. Daher muß, wenn auch Arbeitsdienst und notfalls Wehrmacht hilfreich einspringen, noch Unterstützung von maschineller Seite Herkommen. Zug- und sonstige Kraftmaschinen, sowie Bodenbearbeitungs- und Pflegegeräte für den Kleinbauern zu erschwinglichen Preisen, gegebenenfalls genossenschaftliche Anschaffung und gemeinsame Benutzung sind vorgesehen. Beste Ansätze sind auch hier vorhanden, um die sich entgegenstellenden Schwierigkeiten zu überwinden, Konstrukteure und Industrie bemühen sich' gemeinsam und nicht ohne Erfolg, dem Bauern zu helfen.
Zum Schluß soll auch der im Reichsforschungsdienst zusammengesaßten Landbauwissenschaft gedacht werden. Sie legt zum ersten Male nach dreijähriger intensivster Gemeinschaftsarbeit in einem Bericht: „Forschung für Volk und Nahrungsfreiheit", öffentlich Rechenschaft ab über ihre Mitwirkung in der Erzeugungsschlacht. Die darin enthaltenen Ergebnisse zeigen, daß die in die Forschung gesetzten Erwartungen nicht vergeblich gr- wesen sind. Die weitere Durchführung begonnener Arbeiten und die Bearbeitung auf allen Gebieten sich neu entgegenstellender Probleme, welche auch der Mithilfe sämtlicher Naturwissenschaften bedarf, erfordern weiter die Anspannung äußerster Kräfte und den Einsatz allen verfügbaren Rüstzeuges. So ist es denn zu begrüßen, daß endlich den berechtigten Wünschen der Landesuniversität nach Ausbau und zeitgemäßer Einrichtung der Landwirtschaftlichen Institute Rechnung getragen werden soll und damit die vor einem Jahr ausgesprochene Erwartung Erfüllung findet. Zum Anfang des neuen Jahres wünschen daher die Landwirtschaftlichen Lehr- und Forschungsstätten, daß die geplanten Neubauten recht bald in Angriff genommen werden.
Än dem bisherigen Einsatz und den erzielten Erfolgen gemessen dürfen wir auch vom neuen Jahr für den Kampf um die Nahrungsfreiheit Deutschlands Gutes erwarten, wenn der Himmel durch günstige Witterung 1938 uns seinen Segen verleiht. Alle Kräfte leisten im heutigen. Daseinskampf ihr Bestes. Denn ein jeder weiß und fühlt es: Freiheit und Brot wachsen auf einem Baum.
Oer Sauobmann der DAJ. spricht zum Jahresbeginn.
NSG. Auch in diesem Jahr wird zum Jahresbeginn durch die Deutsche Arbeitsfront für den Gau Hessen-Nassau ein Betriebsappell durchgeführt, der vom Reichsfender Frankfurt übertragen wird. Der diesjährige Appell, betitelt „Die G e - meiikfchaft steht gerichtet zur Leistung und Ta t", findet am Montag, dem 3. Januar, von 8.30 bis 9 Uhr statt. Zu Beginn des Appells hören wir eine Kantate „Wir find voll gläubigen Vertrauens". Die Musik ist von Hans K.n a b und der Text von Heinrich Lersch. Anschließend spricht der Gauobmann der Deutschen Arbeitsfront Willi Becker, MdR. und gibt den Befehl zum Arbeitsbeginn. Nach Beendigung des Appells fingen und musizieren bis 9.30 Uhr Werkscharmänner und ein Musikzug der Werkscharen. Die Betriebs unseres Gaues und des Sendegebietes des Reichssenders Frankfurt werden den Appell im Gemeinschaftsempfang mithören und alle Arbeitskameraden in den Werken draußen werden nach dem Befehl des Gauobmannes die Arbeit aufneh
men, um ein neues Jahr hindurch mitzuschaffen an dem Weiteraufbau unseres Reiches.
pr ffrlager der Studenten.
NSG. Der Pressereferent des Bereiches Rhein der Reichsstudentenführung hat die Amtsleiter für Presse und Propaganda der Gaustudenten- führungen Hessen-Nassau, Koblenz-Trier und Kurhessen vom 3. bis 5. Januar 1938 in ein Lager nach Bad Homburg v. d.H. einberufen. Das Lager dient der einheitlichen Ausrichtung der Pressearbeit des NSD -Studentenbundes. Die seither im Gau Hessen-Nassau erscheinende Rhein-Mainische Studentenzeitung wird künftig als amtliches Organ der Gaustudentenführung Hessen-Nassau, Koblenz- Trier und Kurhessen herauskommen. Im Lager werden vor den Studenten u. a. Gaupropagandaleiter S t ö h r , Gaupresseamtsleiter Uckermann, Vertreter der Landesbauernschaft und des Reichsnährstandes sprechen. Der Landesverbandsleiter des Reichsverbandes der deutschen Presse, Hauptschriftleiter Gustav S t a e b e , wird mit den Studenten eine pressepolitische Arbeitsgemeinschaft durchführen.
Aus aller Welt.
Fast 1 y» Millionen besuchten den Ausstellungszug „Weltfeind ttr. 1".
Der antibolschewistische Ausstellungszug „Welt- feind Nr. 1" hat seine Deutschlandfahrt im Auftrage des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda und der Reichspropagandaleitung nach 15monatiger Laufzeit beendet. In 66 Städten haben an insgesamt 303 Ausstellungstagen 1 460 000 Volksgenossen die Ausstellung besucht. Das entspricht einem Tagesdurchschnitt von rund 5000 Besuchern. Ermöglicht wurde das durch die neuartige Konstruktion des Zuges, der in wenigen Stunden aus vier Kraftwagen und acht Anhängern zu einer vollständigen Ausstellung mit überdachtem Filmraum für 400 Personen umgebaut werden kann, eine Neuerung, die dem deutschen Ausstellungswesen für die Zukunft außerordentliche Möglichkeiten erschließt. Der für Ausstellungen jeder Art geeignete Zug wird von Mitte Februar an für andere wichtige Aufgaben propagandistischer Natur eingesetzt werden. '
Riesiger Grundstück-Schwindel in Reuyork.
lieber 15 0 0 Slowaken, die zum Teil über einige Jahre vor allem in den Staaten Neuyork, Pennsylvaniä und Neujersey ansässig sitid, zum Teil aber auch erst jetzt zugewandert sind, wurden Opfer eines Schwindler-Konsortiums, das ihnen rund zwei Millionen Dollar abnahm. Die aus dem Osten stammenden Betrüger, die als Slowaken auftraten, warben für eine große Siedlung auf Long Island, deren Grund und Boden schon vorhanden fein sollte. Tatsächlich besaß die Bande nichts als eine
'wertlose Sandgrube, mit der sie operierte. Unter den Angeklagten befinden sich auch Mitarbeiter verschiedener slowakischer Blätter, die ihren Lesern das Wunschbild einer großen slowakischen Siedlung auf amerikanischem Boden mit den Trachten, der Sitte und der Sprache der Heimat vorgezaubert hatten.
We«e-b->'iOt
des Reichswellerdienstes. Ausgabeorl Frankfurt.
Während die Fröste in Nord- und Mitteldeutschland eine Milderung erfuhren, brachte die Nacht zum Donnerstag unserem Gebiet durch Ausstrahlung teilweise Temperaturen zwischen —5 und 10 Grad. Die um das Hochdruckgebiet herumgesteuerte und auch nach Deutschland eindringende friilbe Meeresluft gibt zu leichten Frostmilderungen und geringfügigen Schneefällen Anlaß. Im großen und ganzen bleibt aber die kalte Witterung erhalten.
Aussichten für Freitag: Wolkig bis auf= heiternd, strichweise geringe Schneefälle, teilweise Fröste. Meist nördliche und östliche Winde.
Aussichten für Samstag: Fortdauer des zeitweilig heiteren, meift'trocfenen Frostwetters.
Lufttemperaturen am 29. Dezember: mittags —1,8 Grad Celsius, abends —5,4 Grad; am 30. Dezember: morgens —4,6 Grad. Maximum —1,8 Grad, Minimum heute nacht —6,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 29. Dezember: abends —0,6 Grad; am 30. Dezember: morgens —0,9 Grad. — Sonnenscheindauer 2,5 Stunden.
Wintersporl-Welterdienst.
Vogelsberg. Herchenhainer Höhe: Bewölkt, — 9 Grad, Gesamtschneehöhe 25 cm, verharscht, Ski und Rodel gut. — Hoherodskopf: Nebel, —9 Grad, Gesamtschneehöhe 40 cm, verharscht, Ski und Rodel mäßig gut.
Rhön. Wasserkuppe: Nebel, —11 Grad, Gesamtschneehöhe 50 cm, verharscht, Ski und Rodel sehr gut.
Schwarzwald. Feldberg: Heiter, —13 Grad, 30 Zentimeter Gesamtschneehöhe, verharscht, Ski und Rodel gut.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein.' Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2. 21. XI. 37: 10 780. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkauss- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der
Illustrierten 5 Pf. mehr.
Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig- e
Unsere liebe Mutter und Großmutter
Gießen (Asterweg 45). den 30. Dezember 1937.
Die Beerdigung fand in aller Stille^statt - Beileidsbesuche dankend verbeten.
8762D
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Martha Dahm er.
Frau Anna Dahmer, geb. Scherer
ist am 24. Dezember, abends, sanft entschlafen.
entschlief sanft und unerwartet
Heute morgen, den 29. Dezember,
Schwiegervater und Großvater
in lieber Mann,
Wilhelm
62. Lebensjahr.
tiefer Trauer
1937.
06229
Die Beerdigung findet Freitag, den 31. Dezember, nachmittags vom Trauerhause, Gießener Straße 13, aus statt
Heuchelheim-Gießen, den 29.
im 74. Lebensjahre.
8825V
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Heinrich Krauskopf
Familie Ludwig Eiff
Familie Georg Weib V.
Großen-Linden, den 29. Dezember 1937. ,
Die Beerdigung tindef* Samstag, den 1. Januar 1938, nachm. 2Vs Uhr, vom Trauerhause (Falltorstraße 5) aus statt.
Heute morgen verschied sanft nach langem, schwerem Leiden unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante
Elisabethe Weiß, geb. Faber
06230
Die Beisetzungsfeier des
Pg. Adolf Schäfer, Oberfinanzrat a. D.
findet Dienstag, den 4. Januar, 14.30 Uhr, in der Kapelle des Alten Friedhofs statt.
Die trauernden Hinterbliebenen Berlin, Gießen, den 30. Dezember 1937.
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