Dienstag 14. September t<)57
ltr.214 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (Generai-Anzeiger für Oberhessen)
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gen, sondern auch die großen Arbeiten anzufangen und durchzuführen, die ihr
allem aber konn- in einer Zeit der Unsicherheit den
heute in Deutschland fehl. Vor len wir dadurch unserem Volk Unruhe und der allgemeinen Frieden bewahren.
Es sind noch nie die Völker
heute schöner und größer und vor altem stär- k e r als damals. Der sichtbare Beleg für diese Stärke seid ihr selb st l
3n wenigen Wochen wird ein Teil von euch die Kasernen verlassen und wieder zurückkehren in das bürgerliche Leben. Zwei Jahre Dienst am deutschen Volk und damit an unserer Heimat: Diese zwei Jahre habt ihr nicht nur Deutschland gegeben, sondern sie sind auch euch selb st gegeben worden! Denn in diesen zwei Jahren seid ihr nicht nur Soldaten, sondern vor allem Männer geworden, Männer, aus die die Ration Grund hat, stolz zu sein und aus die sie auch heute grenzenlos stolz ist!
Durch die sich entwickelnde deutsche Wehr aber ist es nicht nur möglich geworden, dem Deutschen Reich nach außen hin die Freiheit zu errin-
d o r dem Führer beizuwohnen. Aus der Ehrentribüne hatten die Ehrengäste des Führers und die ührenden Männer der Partei und des Staates Platz genommen. Besonders lebhaft begrüßt wurde
Die Parade vor dem Führer.
Nach dem Abschluß der Vorführungen begann die große Truppenparade vor dem Führer, der den
des Kaisers von Japan, Prinz in dem man den Vertreter der Na-
Karnpfgefchwader zum großen Paradeflug. 40 Kilometer von Nürnberg entfernt hatten sich die Flugzeuge die aus ganz Deutschland zufammenge» zogen und in der Nähe von Nürnberg in zwölf ver- Ichiedenen Fliegerhorsten untergebracht waren, zur Paradeformation versammelt Geführt vom Höheren Flugkommandeur im Luftkreis V, der im Führerfchwarm der langen Paradeformation oorausflog folgten drei Kampfgeschwader und zwei Jagdgeschwader, darunter das Jagdgeschwader Horst Wessel Wundervoll war der Anblick dieser Kette, die aus über 4 0 0 Flugzeugen gebildet wurde und 32 Kilometer lang war
Vorbeimarsch der Truppen von einem vor der Haupttribüne errichteten Podest herab abnahm. Generalfeldmarschall v. Blomberg marschierte, den Führer mit dem Marschallstab grüßend, an der Spitze der Verbände vorüber. Es folgten die Oberbefehlshaber der drei Wehrmachtsteile, die sich dann mit dem Generalfeldmarschall zum Führer auf das Podest begaben. Eine Stunde lang zogen die Truppen an ihrem Obersten Befehlshaber vorbei. Zuerst die Schützenkompanien und bespannten Kompanien der Infanterie-Regimenter 34 und 110, dann als Vertretung unserer Kriegsmarine die Marineunteroffizierslehrabteilungen 1 und 2 und vom 3. Wehrmachtsteil ein Regiment der Luftwaffe. Der Vorbeimarsch dieser Fußtruppen erfolgte in 36er- Reihen, durch die mächtige Blocks gebildet wurden. Aus dem Jubel, mit dem die einzelnen Formationen begrüßt wurden, konnte man den gewaltigen Eindruck auf die Zuschauer ermessen.
Dann zogen in leichtem Trab die drei Schwadronen des Kavallerieregiments 17 m 16er- Reihen und in der gleichen Gangart die leichten und schweren bespannten Teile des Artilleri e- /lehrregiments und der Nachrichten- Lehr- und -Versuchsabteilung vorbei. Hierauf setzte sich am Osttor eine lange Kette von
zeugen zogen sie in langsamer Fahrt an dem Führer vorbei. Ihr folgten die Pioniere und motorisierten Teile der Nachrichten-Lehrabteilung und des Artillerielehrregiments, des Flakregiments 2 6 und der Aufklärungsabteilung 7.
geschlossen hat.
Um 13.30 Uhr begann der Einmarsch der Truppen, und nach 27 Minuten standen 12 000 Mann, 1500 Pferde und 1400 bespannte und motorisierte Fahrzeuge in Paradeausstellung. Punkt 14 Uhr erklang der Präsentiermarsch, mit präsentiertem Gewehr erwarteten die Truppen ihren obersten Befehlshaber, der von den Mengen auf den Tribünen mit brausendem Jubel empfangen wurde. Dor der Tribüne wurde er von Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg und den Oberbefehlshabern der drei Wehrmachtsteile Generaloberst Freiherr von Fritsch, Generaladmiral Dr. h. c. Raeder und Generaloberst Göring empfangen Nachdem der Führer die Ehrentribüne betreten hatte, meldete ihm der Oberbefehlshaber der Wehrmacht die angetretenen Truppen. Heil Soldaten! grüßte der Führer, und begeistert kam die vieltausendstimmige Antwort „Heil, mein Führer!"
Die Ansprache des Führers
Nun richtete der Führer und Oberste Befehlshaber an die Angehörigen der Wehrmacht folgende Ansprache: ..... ,
Soldaten! Zum vierten Wale seid it)r auf diesem Feld anläßlich des großen Tages der Ration angetreten. Vieles ist seitdem anders geworden, nichts schlechter, aber alles besser! Deutschland ist
Die Parade vor dem Führer. Auf dem Podium hinter dem Führer der Reichskriegsminister sowie die Oberbefehlshaber der drei Wehrmachtsteile. — (Aufnahme: Scherl-Bilderdienst-M.)
Chichibu, in ....... ......... —
tion erblickte, die sich mit Deutschland m der gemeinsamen Abwehr des Bolschewismus zusammen
segnet worden, die schwach waren, sondern immer nur jene, die stark gewesen sind. Daß aber Deutschland heute wieder stark ist, dankt es in erster Linie seinen Soldaten!
Deutschland hat euch lieb und vor allem: Es ist st o l z aus euch. Denn es sieht in euch die Träger einer unvergänglichen ruhmvollen Vergangenheit. Ihr aber habt genau so Grund, Deutschland lieb zu haben: denn auch ihr könnt wieder stolz sein auf euer Volk, auf eure Heimat, auf unser Deutsches Reich!
Deutschland Sieg-Heil!
Wiederholt wurde der Führer durch stürmischen Beifall unterbrochen. Jubelnd wurde von den unzähligen Taufenden das Heil auf Deutschland aufgenommen. Begeistert erklangen die Lieder der Nation.
Die Vorführungen der Wehrmacht begannen mit der großen Luftparade, die am Vormittag wegen des schlechten Wetters hatte ausfallen müssen' Vom Südwesten her näherten sich als erster Gruß der Luftwaffe 17 Flugzeuge, die in Hake n- kreuz flogen Als sie die Führertribüne passierten, brauste auf den Tribünen stürmischer Beifall auf Nun näherten sich von Westen her die I a g d - und
Mittlerweile hatte auf der Zeppelinwiefe ein ~ ■■ " und
Fahrzeugen der motorisierten Truppenteile in Be- die Panzerabwehrabtei-
wegung, voran
l u n g 10. Mit schnurgerade ausgerichteten Fahr-
kompanien, hinter ihnen die bespannten Kompanien. Anschließend folgten das Kavallerie-Regt. 17, das Artillerie-Lehr-Rgt., die I und II Marineunteroffizier-Lehrabteilung, das Panzerregiment 7, ein Regiment der Luftwaffe zu Fuß und das Flakregiment 26 In der zweiten Linie schloffen sich an die bespannten Kompanien der Infanterie-Regimenter, die Panzerabwehr-Abteilung 10, die Aufklärungsabteilung VII, die Kraftfahrkampftruppen- Lehrabteilung, das motorisierte Pionier-Lehr- und Dersuchsbataillon I, motorisierte Teile der Nachrich- ten-Lehr- und Verfuchstbteilung und endlich bespannte Teile des Artillerie-Lehr-Regiments
Der Generalfeldmarschall fuhr die Fronten der Paradeaufstellung ab und begrüßte dann die Schwerkriegsbeschädigten, die auch in diesem Jahre wiedek einen Ehrenplatz erhalten hatten Dann begannen die Vorführungen, deren Gefamtleitung der Kommandeur der '17 Infanterie-Division, Generalleutnant Haase, hatte. Als Chef des Leitungsstabes war Oberst W o l p e r t und als Leiter der Aufmarschabteilung Hauptmann Dr Träg tätig. Während des Aufmarsches der Truppen zogen Einheiten der Luftwaffe unter dem brausenden Jubel der Hunderttausende im Haken- k r e u z f l u g in geringer Höhe über das Zeppelinfeld, während gleichzeitig ein Flakartillerie- Regiment in höllischem Tempo auffuhr und in Stellung ging Die Abhorchgeräte hatten bald das Nahen feindlicher Flieger ausgemacht, die bei ihren Tiefangriffen mit einem mörderischen Feuer empfangen wurden, Den Angriff vollzogen ein Jagdgeschwader und eine Gruppe Sturzbomber.
Kaum hatte das Flak-Regiment das Feld verlassen, als auch schon im Galopp durch das Südtor das Kavallerie • Regiment 7 mit dem Kommandeur und dem Trompeterkorps einritt, um vor der Ehrentribüne Aufstellung zu nehmen Ebenfalls in gestrecktem Galopp ritten vier Reiterschwadronen durch die drei Einmarschtore ein, um im Galopp Ererzierbewegungen zu vollziehen und im Trabe unter den Klängen eines Parademarsches das Feld wieder zu verlassen Mit 170 Kampfwagen wurden die Reiter durch das Panzerregime n t 7 abgelöst das in Doppelreihen einzog und vor der Ehrentribüne in zwei geschloffenen Blocks auffuhr Den Abschluß der Vorführungen bildete ein Durchfahren dieser beiden Abteilungen unter schlagartig einsetzendem MG.-Feuer Auch hier wurde die Eraktheit der Durchführung mit einem Beifallssturm belohnt
lleberaus instruktiv waren dann die Darbietungen der N a ch r i ch t e n tr u p p e . die den Aufbau der Nachrichten-Verbindungen vom Korpskom- mando bis zur vordersten Jnfanterielinie auf dem Gefechtsfelde zeigte Das Einrücken in die Befehlsstelle, der Aufbau und der Abbruch der Fernsprech- und Funkstellen vollzogen sich in bewunderungswürdigem Tempo Unter ohrenbetäubndem Motorengedonner brausten dann die Kraft fahr- kampftruppen in das Feld die die Sicherung einer im Vormarsch befindlichen Kraftfahrschützen- kompanie, die Abwehr feindlicher Panzerspähwagen und den Einbruch einer Panzerkompanie in die Front der Kraftradschützenlinie zeigten.
Wieder änderte sich das Bild Im Trab fuhr eine schwere bespannte Abteilung des Artillerie -Lehr- Regiments. im Galopp die leichte und im 30-Kidmeter-Tempo die motorisierte Abteilung ein und ging in einem offenen Viereck vor der Haupttribüne in Stellung. Drei Regiments- salven beschlossen die Darbietung. Dann zogen drei Kompanien einer Panzerabwehrabteilung durch die drei Zugänge ein, protzten vor der Haupttribüne ab, um aus allen Geschützen und MGs. Dauerfeuer zu geben.
Den Abschluß der Darbietungen bildete eine Gefechtsdarstellung der Infanterie mit schweren MGs., Infanteriegeschützen und unter Mit-
„Rur starke Völker werden vom Frieden gesegnet
Die Wehrmacht vor ihrem Obersten Befehlshaber in Nürnberg.
Nürnberg, 13. Sept. (DNB.) Mit dem großen Wecken ist bei herbstlichem Himmel der letzte Tag der Heerschau der Nation, der Tag der Wehrmacht, angebrochen Standkonzerte auf den schönen alten Plätzen Nürnbergs haben ihn eingleitet. Mit den teilnehmenden Truppen ziehen in den ersten Morgenstunden unübersehbare Zu- schauerscharen hinaus auf das Zeppelmfeld, um dem großartigen militärischen Schauspiel beizu- wohnen.
Kurz vor dem Beginn der Vorführungen traf, mit Jubel empfangen, Generalfeldmarschall von Blomberg mit feiner militärischen Begleitung auf dr Stätte der Vorführungen ein, wo die Truppen bereits Paradeaufstellung genommen hatten Am rechten Flügel standen die Infanterie-Regimenter 34 und 110, in der ersten Linie die Schützen
wirkung der Pioniere, die die Stellungen durch Hindernisse verstärkten. Der Angriff wurde schließlich durch Panzerwagen entschieden, deren erste Welle zwar den Minenfperrketten zum Opfer fiel, deren zweite aber den Angriff gelingen ließ Ein blitzschneller Stellungswechsel schloß das Gefecht ab
Die Ankunft des Führers.
Das trübe Vormittagswetter fand m den Mittagsstunden durch einen leichten Regen feinen Ab- chluß Es dauerte aber nicht lange Die Wolken lichteten sich, die Sonne brach durch und die Zeppelinwiese lag in einem festlich strahlenden Glanz da, als Tausende und aber Taufende ihr zustrebten, um den Vorführungen der Wehrmacht
Flakregiment Aufstellung genommen wehrte den Tiefenangriff von Jagdmaschinen und schweren Sturzbombern ab Den Abschluß der Vorführungen der Luftwaffe bildete die Luftparade, bei der die teilnehmenden Flugzeuge unter dem stürmischen Jubel der Zuschauer das Zeppelinfeld in der Richtung von Osten nach Westen überquerten Die Vorführungen des Heeres, die nunmehr folgten, fanden wieder den stärksten Beifall
Unfer Bild zeigt Panzerwagen und Jnsan.erie wahrend der Vorführungen. - (S-h-rl-M.)
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Die Vorführungen der Kraftfahrkampftruppen: Angriff einer Panzerkompanie und Einbruch in die Front der Kraftradschützen. — (Aufnahme: Scherl-Bilderdienst-M.)


