tm Belgischen Kongo ihre Kupfererz» zum größten Teil auf dem jetzt verbesserten Wege an die Westküste statt über die Ostküste verfrachten. Auf letzterem Weg war mehrfaches Umladen erforderlich, da er über den Tanganyika-See ging. Ferner ist das starke Vordringen Japans auf dem Markt von Tanganytka beachtenswert. Die japanische Beteiligung am Einfuhrhandel stieg von 6 v. 5). tm Jahre 1929 auf 22,3 v. f), tm Jahre 1934, beträgt also fast ein Viertel der Gesamteinfuhr. Dor allem hat die Einfuhr aus Großbritannien die Zechs bezahlen müssen, allerdings steht sie mit 27,6 v. H. noch immer an der Spitze. Deutschland steht mit einer Beteiligung von 9,8 vH. an dritter Stelle und hat somit die Einfuhr von Brttsch-Jndien überflügelt. 1929 betrug sein Anteil allerdings noch 12,2 v. H.
Die Viehzucht im Territorium leidet sehr stark Unter der Tatsache, daß die Tsetse-Fliege das Halten von Großvieh und Pferden in vielen Teilen des Landes unmöglich macht. (Daher übrigens der kolossale Verkehr von Trägerkarawanen — Safaris — tm Lande, bevor Deutschland die Eisenbahn baute,) Immerhin wird der von den Eingeborenen gehaltene Viehbestand auf 5 Millionen Rinder und ebensoviel Ziegen und Schafe geschätzt, und die Ausfuhr an Häuten und Fellen spielt mit 3400 Tonnen im Jahre 1934, die einen Wert von 134 000 Pfund hatten, eine nickt unbedeutende Rolle. Fast keine Rolle mehr in der Ausfuhr spielt eines der ersten Produkte des Landes, nämlich Elfenbein. Man könnte dies im Zusammenhang mit der Ausrottung der Elefanten bringen: fragt man indes die Pflanzer, so erführt man, daß sie noch in großen Mengen vorhanden sein und bisweilen recht viel Schaden in den Pflan- jungen anrichten sollen. Eine geringe Rolle in der Ausfuhr spielt der tm Lande gewonnene Flim» m e r, eine steigende aber die Ausfuhr von Gold, die 1934 einen Wert von 295 000 Pfund hatte.
Was die Verkehrswege des Landes angeht, die ja für die Erschließung wie für die Ausfuhr tn gleicher Weise von Wichtigkeit sind, aber auch große Kapitalinvestitionen verlangen, so haben die Engländer bisher eine gewisse Scheu gezeigt, neue Ko- pitalien im Mandat festzulegen. Zu den in deutscher Zeit gebauten hauptsächlichsten Bahnen sind keine von größerer Bedeutung hinzugekommen. Auch der an sich vorzügliche Hafen von Tanga, das der Ausgangspunkt der über das Usambara- und das Kilimanbscharo-Gebiet nach Aruscha am Meru vorstoßenden Nordbahn ist und darum das Ausfalltor für den besonders dicht besiedelten Teil des Mandats an der Kenya-Grenze, ist von den Engländern nicht ausgebaut worden. Dagegen haben sie den Hafen von Mombasa, den Ausfuhrhafen ihrer Kenya- Kolonie, in großzügigster und moderner Weise umgestaltet. Und da eine Abzweigung der Nordbahn vorhanden ist, die mit der von Mombasa ausgehenden Uganda-Bahn in Voi zusammentrifft, geht fast die gesamte Ausfuhr des Hinterlandes von Tanga — über Mombasa. Die für die Deutschen auf dem Oldeani besonders wichtige Wetterführung der Nordbahn über Aruscha hinaus scheint nicht geplant zu sein, und wenn man sieht, auf welchen Straßen der Oldeani-Kaffee über eine Strecke von etwa 150 Kilometer nach Aruscha gefahren werden muß, bekommt man einen Begriff von der Hochwertigkeit dieses Erzeugnisses, das solche Transportspesen aushält und doch noch auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig bleibt. Allerdings kostete in der Zeit vor der Krise guter Kaffeeboden auch 50 Pfund pro Hektar, während Palmen- oder Sisal- Baden für 15 Pfund pro Hektar zu haben war.
Mit Auto st raßen bzw. leidlich fahrbaren Wegen ist das Land gut versehen worden. Dabei ist jedoch zu bedenken, daß die furchtbaren tropischen Regen die Straßen fast in jeher Regenzeit einmal aufs gründlichste aufweichen oder gar wegschwemmen, so daß die Sperrung von einer großen Anzahl von Straßen während der Regenzelt im Mandat gang und gäbe ist. Die Straßen sind allerdings, soweit der Verfasser sie von einer Autosafari über 2300 Kilometer kennt, nur das, was man in Deutschland Feldwege nennen würde, die bei gutem Untergrund streckenweise jedoch immerhin Geschwindigkeiten von 30 Meilen pro Stunde gestatten. Die einzige wirkliche Kunststraße, die er antraf, war die von Mombo hinauf ins Westusambara-Gebirge, die noch aus deutscher Zeit stammt. —
Besonder» günstig lautet der Bericht über das letzte Finanzjahr 193 5, das mit 223 000 Pfund Ueberschuß abschließt, während der Voranschlag ein Defizit von 90 000 Pfund vorsah. Als Gründe für das ganz plötzliche Ansteigen des Landes aus der Krise werden angegeben neben den steigen» den Weltmarktpreisen günstige Regen und das Ausbleiben der Heuschrecken, — die Sorge vor den letzteren ist auch eine typisch afrikanische, zumal man dieser Plage noch immer machtlos gegen» übersteht.
Oie Beisetzung des Admirals Betzncke
L ü b e if, 43. Jan. (DNB.) Freitag mittag wurde tu Lübeck der ehemalige Chef der Mar!neleitung Admiral B e h n ck e zur letzten Ruhe geleitet. In der Marienkirche war die sterbliche Hülle des Admirals aufgebahrt. Die Kriegsflagge deckte den Sarg, auf dem Degen und Dreispitz des Toten lagen. Vier Offiziere vom Panzerschiff „Admiral Scheer" hielten die Ehrenwache. In Vertretung des Reichskriegsministers war der Kommandeur des 10. Wehrkreises, General der Kavallerie Knochen- Hauer, und in Vertretung des kommandierenden Admirals der Marinestation der Ostsee Vizeadmiral Feige anwesend. Superintendent I r tn e r (Berlin) zeichnete das Lebensbild des Verstorbenen. Sodann wurde der Sarg aus der Kirche getragen und auf die Lafette gefetzt. Unter Trommelwirbel setzte sich die Trauerparade in Bewegung, die von dem Kommandeur der 30. Division Generalmajor von S t ü l p n a g e t angeführt wurde. Auf dem Friedhof legte der Stellvertreter des Führers den Kranz de» Führers nieder. Der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine Generaladmiral R a e d e r entbot dem Verstorbenen den Abschiedsgruß der Kriegsmarine. Als Ehef der Marineleitung hat er die gesunde Grundlage geschaffen, auf der seine Nachfolger aufbauen konnten. Sein Wirken wird allezeit ein Markstein in der Geschichte der Krieg», marine sein. Wir danken ihm und geloben ihm an seinem Grabe, daß wir sein Werk in seinem Sinne fortsetzen werden. Sodann widmete der j a p a - nische Botschafter dem Toten einen Herz, lichen Nachruf. Als Präsident der Deutsch-Japanischen Gesellschaft habe sich Admiral Behnke große Verdienste um die Annäherung der beiden Nationen erworben. Gauleiter Bohle nahm im Namen aller Ausländsdeutschen von dem Verstorbenen Abschied, der sehr viel für die Wiederherstellung des deutschen Ansehens In der Welt getan habe. Eine Kompanie der Marineunteroffiziers-Lehrabteilung Friedrichsort schoß den Ehrensalut.
Oie beiden geretteten Bergsteiger
Geschichten aus aller Welt.
der arme Mann auf und hielt sich mehrere
genau betrachtend, immer in de verlorenen Sohn wiederzufind
lich vergaß Chevket diese Angelegenheit gänzlich.
en. Nach einigen
Tage in dem angegebenen Stadtviertel auf, Tag ' aber niemand meldete sich auf sein Angebot. Viel, und Nacht durch die Straßen eilend, jeden Bettler j leicht hatte ein Mann die „schicksalsschwere" Streich, genau betrachtend, immer in der Hoffnung, seinen । bolzschachtsl gekauft, oder eine alte Frau. Schließ.
Der Führer empfing auf dem Berghof Ober, salzberg eine Abordnung der Rettungsexpedition, die unter Einsatz ihres Lebens an der Watzmann-Ostwand die beiden Bergsteiger Frey gerettet hat. Die Abordnung bestand aus den Mitgliedern der Deutschen Bergwacht Siebenwurst, Kurz und Smaderer, dem Leiter der Rettungsstelle Berchtesgaden des deutschen und österreichischen Alpenvereins A s ch a u e r, Hauptmann Soltmann von der Aufklärungsabteilung 7 im
Tagen gab er seine Hoffnung auf. Jugend jemand hatte ihn offensichtlich mit Absicht irregeführt. Vor kurzem wurde der Gastwirt telephonisch angerufen. Eine unbekannte Stimme erklärte, es lägen genaue Angaben über den jetzigen Aufenthaltsort des Sohnes vor. Am nächsten Tage erhielt der Gastwirt einen Brief, in dem ihm mitgeteilt wurde, er erhalte die gewünschte Auskunft, wenn er zweitausend Lire an einem bestimmten Orte hinterlege,
Bis er eines Tages einen Brief von einem ihm unbekannten Fräulein Müzzeyen aus der Gemeinde Tscharfchamba erhielt. Fräulein Müzzeyen hatte die Streichholzschachtel gekauft und da ihr der Gedanke Chevkets, sich auf diese Weise eine Frau zu suchen, außerordentlich gefiel, meldete sie sich bei dem Schreiber dieses Zettels. Sie schrieb von sich, daß sie die Tochter wohlhabender Eltern sei, daß es ihr an Schönheit nicht mangele, auch mit dem Alter, das gehe in Ordnung, Lichtbilder wurden ausge.
Führerstab der Deutschen Bergwacht und Oberleutnant Raithel vom Gebirgsjägerregiment 100. Der Führer dankte den Männern der Rettungsexpedition für ihre hervorragende Tat und gab seiner Freude und seinem Stolz Ausdruck, daß die deutsche Nation Männer besitze, deren Mut und Tatkraft sie zu solchen bewunderungswürdigen alpinen Leistungen befähigen. Der Führer ersuchte die Abordnung, seinen Dank allen Beteiligten zu übermitteln.
^.Steinhäger-
Urquell |
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zurückgeschickt. Dort wurde Jlija wegen schwerer Unregelmäßigkeit im Dienst verhaftet. Schon sah er sich zu einer schweren Strafe verdonnert. Doch der Magistrat von Pernik hatte ein Einsehen und man gab dem verliebten Polizisten eine dreijährige Bewährungsfrist. Nun lebt das junge Paar fried, lich in Pernik, froh, daß das Erwachen aus dem Flitterwochentraum im Tal der Rosen so gnädig ausgefallen ist,
Streichholzschachtel als Heiratsvermittler.
(sy) Istanbul.
In der staatlichen Streichholzfabrik in Büyükdere in der Türkei arbeitete der junge Chevket als Packer. Tausende von Streichholzschachteln gingen täglich durch seine Hände, die von ihm zu Paketen verpackt in das schöne Land Atatürks geschickt wurden. Der junge Chevket stellte sich oft vor, welchen Weg wohl die pon ihm verpackten Streichhölzer nehmen, wer sie tn die Hand nimmt, wer damit das Herdfeuer oder eine Zigarette anzündet Chevket war noch unverehelicht. Und da war es denn nicht verwun. derlich, daß er mit feinen Gedanken die Streich- Hölzer begleitete bis in die Hand eines schönen Mädchens Da beschloß er eines Tages, auf einem neuen Wege zu einer Frau zu kommen, Auf einen kleinen Zettel schrieb er folgende Worte: „Wenn Sie in meinem Alter sind (ich bin 20 Jahre), dann btn ich bereit, Sie zu heiraten, Chevket". Diesen Zettel legte er in eine der vielen Streickholzschach, teln, die er täglich verpackte, in der Hoffnung, fte werde schon vom gütigen Schicksal geleitet, in die rechten Hände kommen Und nun wartete Chevket auf Antwort. Er wartete Tage, Wochen, Monate,
des Briefes antworteten jedoch lakonisch, daß sie sich erst nach Erhalt des Geldes äußern könnten. Dieser Tage erhielten die Gastwirtsleute einen neuen Brief, in dem sie aufgefordert wurden, in einem Mauerloch in der Dia Appia 4000 Lire zu hinterlegen. Der Gastwirt verständigte die Polizei, die sich zur angegebenen Stunde in der Nähe de» Versteckes, wo ein Umschlag mit Papierschnitzeln lag, aufstellte. Niemand aber kam, um das Geld abzuholen. Aber kaum war die Polizei wieder abgezogen, als der Gastwirt abermals telephonisch angerufen wurde, doch hörte er nur ein schreckliches Gelächter. Noch immer versucht die Polizei, das Geheimnis des verschwundenen Sohnes zu lüften, ohne aber bisher zum Ziel gekommen zu fein.
60 Wecker als Einbruchssichernng.
(ky) Budapest.
Auf originelle Weise wußte der Besitzer eines Juwelen- und Uhrengeschäftes sein Geschäft gegen einen Einbruch zu sichern. Erschien da bei ihm ein Angestellter einer Versicherungsfirma, der feine Mittagspause in einem Park verbracht hatte. Dort hatte "er zufälligerweise da» höchst verdächtige Ge- spräch eines Mannes mit einer Frau belauschen können, die sich darüber unterhielten, wie man am besten in da» Juwelengeschäft in der Dohany-Gasse einbrechen könne. Noch in derselben Nacht sollte der Einbruch ausgeführt werden. Der Versicherungs
beamte eilte sofort zu dem Besitzer des Geschäfte» und machte ihm von dem Gehörten Mitteilung. Der Besitzer eilte sofort in großer Aufregung auf di» Polizei, wo man ihm versprach, in der kommenden Nacht besonders gut auf sein Geschäft aufpassen zu lassen. Der Juwelier wollte sich jedoch nicht allein auf die Wachsamkeit einiger Polizisten verlassen, sondern dachte sich noch — da er über keine automatische Einbruchsstcherung in seinem Laden verfügte —. ein ganz geniales Mittel zur Vertret- bung der Einbrecher aus. Er zog sämtliche Wecker- uhren, die er in feinem Laden fyatte, etwa 60 an der Zahl, auf und stellte die Weckapparatur eine» jeden Weckers ein. Dabei ging er so vor, daß bi» Wecker in einem jeweiligen Abstand von 10 Minuten zu rasseln begannen. Um Mitternacht begann der erste Wecker, und morgens um sechs Uhr beendete der letzte Wecker sein Konzert. Das Mittel bewährte sich, denn kein Einbrecher hatte sich gezeigt. Der Juwelier ging ganz richtig von dem Gedanken aus, daß die Einbrecher vor dem Geräusch der Wecker erschrecken würden in der Annahme, die Leitung einer elektrischen Alarmklingel berührt zu haben. Doch hat sich der Juwelier entschlossen, in Zukunft eine automatische Einbruchs- ficherung in sein Geschäft einbauen zu lassen, da das Aufziehen von 60 Weckern jeden Abend doch zumindest recht umständlich ift
Hie verunglückte Hochzeitsreise.
(pk) Sofia.
Der 25jährige bulgarische Polizist Jlija Georgiesf aus Pernik hatte sich mit der 22jährigen Aneta Angelova verheiratet. Beide träumten davon, eine schöne Hochzeitsreise in das berühmte Tal der Rosen zu machen, doch reichte das kärgliche Gehalt Jlijas für so hochtrabende Pläne nicht aus, Nach langem Ueberlegen kam Jlija auf einen genialen Gedanken. Er fertigte zwei Reisebefehle aus, einen für sich als Gefangenenaufseher und einen für seine Frau als Strafgefangene, die er nach dem schönen Kurort Karlovo zu bringen habe. Gesagt, getan. Die beiden Jungvermählten bestiegen den Zug. Leider aber bestieg kurz vor Karlovo ein Kontrolleur den Zug, dem das sonderbare Paar auffiel. Denn der junge Polizist verhielt sich feiner „Strafgefangenen" gegenüber durchaus nicht so, wie es einem Hüter der Gesetze zukommt. Der Bahnbeamte nahm die Personalien der beiden auf, und in Karlovo eilte er sofort auf die Bahnhofs« wache, wo natürlich niemand etwas von einem Gefangenentransport wußte. So kam nun alles heraus, und die beiden wurden sofort nach Pernik
und sie heiraten.
Den eigenen Tod geträumt.
(ep) Bukarest.
Der- Bauer Alexander Saban aus Groß-Gruben in Rumänien hatte kürzlich einen schrecklichen Traum. Es träumte ihm nämlich, er sei bei lebendigem Leibe begraben worden. Am nächsten Morgen erzählte er seiner Frau von seinem Traum, die darob schrecklich erschrak. Sie bat ihren Mann, er möge sich doch in acht nehmen. Auf keinen Fall aber solle er fein schon lang geplantes Vorhaben ausführen, nämlich aus einer in der Nähe der Gemeinde gelegenen Sandgrube Sand abzufahren. Saban kümmerte sich jedoch nicht um die Bitte seiner Frau, sondern begab sich mit seinem Wagen zur Sandgrube. Als er mit dem Sandgraben beschäftigt war, stürzte plötzlich die Wand der Sand- gruoe, unter der Saban stand, ein und begrub den Bauern unter sich. Als Saban nicht nach Haus« kam, begann seine Frau sich zu ängstigen. Sie lief in die Sandgrube, wo sie zwar den Wagen ihre» Mannes antraf, ihren Mann aber nicht entdecken konnte. Die eingestürzte Sandwand ließ sie aber ahnen, daß ein Unglück geschehen war. Sie holte im Dorfe Hilfe. Man konnte Saban auch ausgraben, jedoch war er inzwischen schon erstickt. So hatte sich sein Traum in furchtbarer Weise erfüllt.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.)
Erinnerung an Lincoln.
(th) San Franzisko.
Vor ein paar Wochen ist auf den berühmten und berüchtigten Seal-Felsen von San Franzisko der javanische Leichter „Ohio" gestrandet. Die Ladung, die „Ohio" an Bord hatte, war die Fahrt schon wert. Doch auch das Schiff ist recht stark gebaut und hat durch die ein wenig heftigen Stürme ver- hältnismäßig wenig Schaden genommen. Man trägt sich also ernsthaft mit der Absicht, die „Ohio" aus dem Felsen- und Wasserbad zu befreien. Doch sind derartige Versuche keineswegs leicht. Selbst mit den modernsten Hebewerkzeugen wäre eine solche Befreiung des Schiffes mit einem erheblichen Risiko verbunden — ganz abgesehen davon, daß man dort, wo die „Ohio" liegt, mit jenen Werkzeugen nicht herankam. Man wird nun dem Schiff mit einer Erfindung zu Leibe gehen, die von niemandem anders stammt als oon Abraham Lincoln, dem großen Präsidenten. Denn ehe Lincoln Polittker wurde, war er Bootsmann und half manchem Schiff aus gefährlicher Lage. Damals entdeckte er ein Verfahren, um mit Hilfe von Schwimmkörpern ein Wrack an die Wasseroberfläche zu heben. Ein Patentanwalt In San Franzisko, Arthur L. Slee, hat in alten Akten jenes Patent ausgegraben, das auf den Namen eines „gewissen Abraham Lincoln aus Springfield im Lande Sangamon im Staate Illinois' ausgestellt ist. Schon geht man daran, den Rumpf des Leichters „Ohio" oon allem unnützen Beiwerk zu befreien, die gesamte Ladung zu bergen, um dann den ganz leicht gewordenen Rumpf mit Hilfe jener guten Idee an die Wasseroberfläche zurückzubringen, die einst Abraham Lincoln ausarbeitete, als er noch nicht davon träumte, einer der bedeutendsten Männer Amerikas zu werden.
Lulu und Toto sind tot.
(z) Paris.
Ön der Pariser Staatsbücherei (Bibljothfcque Nationale) sah man in den letzten Tagen betrübte Gesichter und flüsternde Unterhaltungen zwischen den Beamten und den regelmäßigen Benutzern der hier aufgespeicherten Weisheits-Schätze: Uulu und Toto waren urplötzlich verschwunden, und erst nach zweitägigem Suchen fand man sie beide hoch oben un- term Dach auf dem Boden in einem Raum, wo beschädigte Inkunabeln aufbewahrt werden, tot vor. Sie, die zwölf Jahre lang Leid und Freud miteinander geteilt haben und gleichsam zum Stammpersonal der Bücherei gehörten, müssen zu ein und derselben Stunde ins Paradies der Vierbeiner hinübergegangen sein — denn Lulu und Totn waren ^wei Katzen. Lulu. die vor 15 Jahren in den Räumen der Bücherei von irgendwoher auftauchte, und Toto, die sich brei Jahre später mit unbekannter Herkunft emfteüte. haben die Staatsbücherei während dieser Zeit fleißig von Ratten und Mäusen reingehatten, die ja nicht davor zurückscheuen, selbst die ältesten und wertvollsten Manuskripte anzunagen. Als kleine Kätzchen kamen sie an, die allerdings auch noch recht Ipielbebürftig waren, weshalb man in dem ihnen bereitgestellten Körbchen jeden Tag nachleben mußte, ob sie nicht etwa wieder — wie es wiederholt der Fall mar’ — mit einem Erstdruck aus dem 16. Jahrhundert ober einer kostbaren Klolterhand- schrlft gespielt hatten. Mit zunehmendem Alter jedoch und wachsender Weisheit entsagten sie diesem Spiel, gingen nachts auf die Jagd und letzten sich gelegentlich am Tage einem in seine Lektüre versunkenen Gelehrten auf die Schütter und sahen mit ihm ernsthaft in die Bücher vergangener Jahrhunderte hinein. Zu ihrem Begräbnis, das im Garten der Bücherei stattsand, haben die regelmäßigen Leser und Besucher für einen schönen Blumenstrauß gesammelt ..
Tanz in der Gletscherspalte.
(ky) Lugano.
Ein eigenartiger Fall von Lebensrettung er. eignete sich dieser Tage auf dem Medelser Gletscher, Der junge Angelo Soldati war mit fünf Freunden auf Den Gletscher gestiegen, den er von früheren Touren gut kannte. Alle Teilnehmer der Gletscher- befteigung waren gut angeseilt. Endlich teilte sich die Gruppe und Soldati stieg mit einem Freund getrennt weiter. Plötzlich versank er in einer Gletscherspalte. In einer Tiefe von 22 Meter konnte
er jedoch einen Vorsprung erfassen und so Halt finden. Bald stellte sich heraus, daß sein Freund nicht stark genug mar, um ihn herauszuziehen. Der Freund machte sich also sofort auf, um eine Rettungsmannschaft zu alarmieren. Noch in der Nacht brachen die Retter auf, doch mußte Soldati zwölf Stunden in der Gletscherspalte aushalten, ehe es gelang, ihn herauszuholen. Es war ein Wunder, daß er nicht erfroren war. Er selber gab dafür folgende Erklärung ab: Er hatte die ganze Zeit Tanzmelodien gepfiffen und auf dem ihm zur Verfügung stehenden kleinen Platz nach dieser „Musik" getanzt. So hatte er sich selber die ganze Zeit in Bewegung gehalten, da er, wenn er sich nieder- gesetzt hätte, unweigerlich erfroren wäre.
Maltesermarken — sehr begehrt.
(n) Genua.
Auf dem internationalen Briefmarkenmarkt jagt man zur Zeit mit besonderem Eifer jenen Marken nach, die auf Malta in der Zett zwischen 1860 und 1875 herausgegeben wurden. Man bezahlt bis zu 10 Pfund Sterling für derartige Marken. Bei den Nachforschungen nach jenen Marken stieß ein Sammler auf einen eigenartigen Vorgang, der die Seltenheit erklärt. Die Malteser liebten über alle Maßen schönes Feuerwerk. Um die Raketen recht schön bunt zu gestalten, klebte man alte Briefmarken auf die Raketen. So kam es, daß Werte, die heute mit englischen Pfundstücken ausgewogen werden, damals mit ein paar Gramm Pulver in die Luft aufgeschossen wurden.
Rätselhaftes Verschwinden.
(ep.) Rom.
Vor etwa zehn Monaten verließ der Sohn eines bekannten römischen Gastwirtes das elterliche Haus, um in der Stadt einige Besorgungen 3U erledigen, und kehrte nicht mehr nach Hause zurück. Jetzt erhielt der Gastwirt einen anonymen Brief, in dem ein Unbekannter ihm mitteilte, man habe feinen Sohn in herabgekommenem Zustande in der Gegend der Porta Pinciana in Rom gesehen. Sofort machte
Die bedauernswerten Eltern forderten in einem an ...
die angegebene Anschrift gerichteten Brief nur ein j tauscht, und bald konnte er berichten, daß er glücklich Lebenszeichen von ihrem Sohne, eine kurze Zeile, ; verlobt sei. Nur gesehen hat Chevket seine Braut nur ein paar Worte. Die geheimnisvollen Urheber j noch nicht. Er wartet nun ungeduldig auf seinen ....... 1 ' " Urlaub, denn bann wird er zu seiner Braut fahren
Die beiden Vettern Frey aus München, die sich in der Ostwand des Watzmann verstiegen hatten und infolge der schlechten Wetterlage nicht mehr die Kraft hatten, den Gipfel zu erreichen. Unter größten Mühen gelang es, die beiden Bergsteiger zu retten. — (Scherl-M.)
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