I Schaufenster mit eingeschränkter VeteuKtuna
Vorbereitung für die Verdunkelungsübung am 13. Januar.
i.
Oberheffen
Ziselieren
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Die Fran im Luftschutz
2.
3.
Don gendes Als
der Polizeidirektion Gießen wird uns fol- mitgeteilt:
Vorbereitung für die am 13. Januar zur
Gustav Geisse, Lebensmittelhandlung, Seltersweg 2.
Durchführung gelangende große Verdunkelungsübung in Gießen werden in der Zeit von Mittwoch, 6. Januar, bis Samstag, 9. Januar, nach- tehende Schaufenster als Musterfenster für die ein-
Schadensforderungen durch Unfälle beleuchtet bleiben.
Soweit Schutzräume vorhanden sind und diese benutzt werden, ist auch dort für Beleuchtung der Zugänge Sorge zu tragen.
Und nun noch einige Sonderausgaben. Die Frau des Arztes sorgt für die Abdunkelung der Praxisräume ihres Mannes und die Hauswirtin für die Abdunkelung der Zimmer ihrer Untermieter ufw. Wenn alle Frauen im Haufe sich gegenseitig helfen, werden die Verdunkelungsübungen bald eine Selbstverständlichkeit sein, die ohne große Vorbereitungen gelingen werden.
Die Polizeidirektion Gießen teilt uns folgendes mit:
Bei der am Mittwoch, 13. Januar, in Stadt und Kreis Gießen angesetzten Derdunkelungsübung gut es für die Hausfrau, auf dem Posten zu sein. Diele Frauen haben bereits an einem Lehrgang im Selbstschutz teilgenommen und sind als Luftschutz- Hauswart geschult worden.
Bei der Derdunkelungsübung wird der Hausfrau die einfache und doch sehr wichtige Aufgabe gestellt, die Häuser so zu verdunkeln, daß aus den erleuchteten Räumen kein Lichtstrahl nach außen fällt.
Menschen von gestern, die sich während der Verdunkelung einfach ins Bett legen und das Licht ausmachen, find nicht mehr zeitgemäß. Ebenfo falsch ist es, ängstlich in einem verdunkelten Raum zu hocken und sich außerhalb desselben mit Streich hölzern und Kerzen unzulänglich und feuergefährlich zu beschäftigen.
Die Hausfrau als Ordnerin in der Familie hat dafür zu sorgen, daß auch während der Verdunkelung das Leben im Haufe feinen gewohnten Gang gehen kann.
Wo dichtschließende Rolläden an den Fenstern find, ist die Sache sehr einfach. Bei Fenstern mit Laden, die kleine Lichtstreifen durchlafsen, genügen leichte dunkle Vorhänge, die bequem auf- und abzuhangen sind. Große und breite Treppenfenster verdunkelt man am besten mit dichten dunklen Wolldecken, fein Ende der Decke wird umgenäht, so daß em Schlauch entsteht. Durch diesen steckt man eine runde Gardinenstange aus Holz. Zwei Kloben an den Seiten des Fensters geben der Stange Halt. Alsdann eine Ueberprüfung, daß die Decke an den Rändern richtig anliegt und die Abdunkelung ist in Ordnung. Vor den Bodenluken und den Kellerfenstern sofern diese mit Lampen betreten werden, genügt schwarzes Papier, da hier die Anschaffung bei öfterer Wiederholung nicht kostspielig wird.
3n den Treppenhäusern wird da, wo es erforderlich ist, durch Anbringung einer Decke eine Lichlschleufe vor der Haustüre angebracht, damit beim Oeffnen der haustüre kein Licht nach außen fällt. Die Treppenhäuser müssen jedoch unter allen Umständen wegen etwaiger
Färberei Braubach & Fischer Seltersweg 63
Wir reinigen und färben alles, womit Sie sich bekleiden oder Ihr Helm schmücken
geschränkte Beleuchtung gezeigt:
Hermann Mettenheimer, Inh. Wilhelm Menges, Porzellanwaren, Kreuzplatz 3.
Carl Brück, Juwelier, Kreuzplatz 8.
Hier abschneiden!
Pflanzung und als Schnittblumen lehr geeignet.
Zinnkraut, auch Schachtelhalm u. Katzenschwanz genannt, wächst auf feuchten Wieien Schutthaufen usw Bekannte Heilpflanze, im Haushalt zum Scheuern von Zinnzeug und Weißblechgeräten benützt
Zinnpest, Veränderung d. Zinns, das starker Kälte ausgesetzt worden ist. Einzelne Stellen treiben wie Wucherungen auf, bis das Zinn zu einer bröckligen Masse zerfällt. Zinnpest kann durch Berühren auf gesundes Zinn übertragen werden Das beste Gegenmittel gegen Zinnpest sind warme Räume ober Behandlung mit warmem Wasser. Zinse» für Darlehen oder gestundeten Kaufpreis braucht man nur bezahlen wenn dies vereinbart ist ober wenn man eine fällige Schuld trotz Mahnung nicht rechtzeitig bezahlt. Die Höhe der Zinsen richtet sich nach Vereinbarung, mangels einer solchen sind 4 Prozeni zu zahlen Kaufleute können 5 Prozent verlangen. Vereinbarung von Wucherzinsen ist nichtig. S. Darlehen.
Zipperlein, siehe Eicht.
Zirkular, entbehrliches lateinisches Fremdwort für Rundschreiben, Runderlaß, Laufzettel. — Zirkulieren ist kreisen umlaufen. Ziselieren, franz.. Bedeutung: sticheln, die Verzierung von Metallen mit feinen Ornamenten, die mit Grabsticheln. Feilen und Schleifmitteln herausgearbeitet werden
stimmungen über die Arbeiterlegitimierungen be-i lehrt und karteimäßig registriert. Zur Bearbeitung! dieser Stelle gehört auch die Ausstellung aller einen Gebührenstempel erforderlichen Erlaubnisse, Zeugnisse und Bescheinigungen, wie Tanzscheine, Genehmigungen aller Art für Schaustellungen und Belustigungsvorführungen auf Messen und Märkten. Ausgestellt werden ferner die vielen für die Partei- und Staatsdienststellen erforderlichen Führungszeugnisse usw. Die Beerdigungs- und Feuerbestattungserlaubnisscheine gehören mit zum Arbeitsgebiet.
Im obersten Stockwerk der Polizeidirektion ist die allen Volksgenossen bekannte
Kriminalpolizeistette
untergebracht. Hier werden alle Kriminalfälle, angefangen von der Sachbeschädigung bis zum Mord,
bearbeitet. Dazu gehört in erster Linie die völlige Aufklärung jedes einzelnen Straf- und Kriminalfalles, wozu die eingehende Vernehmung der Beschuldigten und aller Zeugen gehört, die irgendwelche, den jeweiligen Fall betreffenden Angaben oder Aussagen zu machen in der Lage sind.
Es sind sogenannte Dezernate gebildet, in denen die einzelnen Straffälle von Kriminalisten bearbeitet werden, die sich im Laufe der Dienstzeit besondere Erfahrungen auf diesen Gebieten erworben haben. So werden z. B. Kapitalverbrechen, wie Mord, Totschlag, Brandstiftung, von besonderen Beamten bearbeitet. Es besteht ein Dezernat für Einbrüche, schwere und leichte Diebstähle, ferner eine Abteilung, die hauptsächlich Betrugs- und Unterschlagungsfälle, sowie Falschgelddelikte bearbeitet, ferner besteht eine nur Sittlichkeitsdelikte bearbeitende Abteilung. Eine nicht unwichtige Stelle ist auch die sogenannte Fahndungsstelle. An Hand einer gut arbeitenden Fahndungskartothek ist schon mancher Verbrecher, der glaubte, nicht mehr gefaßt zu werden, dingfest gemacht und der gerechten Strafe zugeführt worden. Sämtliche Beamte der Kriminalpolizei sind im Fingerabdruckverfahren (Daktilos- kopie) ausgebildet, und die Erfolge, die mit dieser Kriminalwissenschaft schon erreicht wurden, sind nicht wenige. Daß zu einem tüchtigen Kriminalisten auch das Photographieren gehört, braucht wohl nicht be- sonders erwähnt zu. werden. Es müssen nicht nur Tatbestandsaufnahmen gemacht werden, sondern darüber hinaus werden alle Verbrecher, überhaupt alle Personen, die kriminell werden, im Lichtbild festgehalten und in der von der Kriminalabteilung geführten sog. Bildkartei karteimäßig ersaßt.
Oie Bevölkerung als Helfer!
Der Polizei, insbesondere der Kriminalpolizei, kann viel geholfen werden, wenn Volksgenossen, die durch Tricks der Verbrecher, wie z. B. der Zigeuner, Stoßbetrüger, Heiratsschwindler usw. irgendwie' geschädigt worden sind, derartige Fälle sofort der Polizei melden, damit diese sofort die notigen Ermittlungen aufnehmen und den Betrügern ihr unsauberes Handwerk legen kann. Wir als Polizei wissen, daß manche Fälle und meist sehr oft wichtige Fälle, unaufgeklärt bleiben und weitere Volks- f (höben entstehen, nur aus Scheu ober aus Angst von Personen, zur Polizei ober als Zeuge zum Gericht kommen zu müssen. Diese Anschauung ist grund- falsch. Kommt, zeigt solche überaus volksschabigende Verbrechen unb Vergehen an, bamit ben Uebeltätern ihr unsauberes Hanbwerk gelegt wird! Geheimhal- tung ber Namen ber Personen, bie derartige Anzeichen erstatten unb Geheimhaltung wünschen, ist selbstverstänbliche Ehrenpflicht der Polizei.
„ W das Volk da . . /'
Aus den vorstehenden Ausführungen kann jeder Volksgenosse unb Volksgenossin ersehen, welche mel- seitige unb meist sehr wichtige Aufgabengebiete bie Polizei im Interesse des Volksganzen zu bearbeiten hat. Das Verhältnis der Einwohnerschaft Gießens zur Polizei kann als ein durchaus gutes bezeichnet werden. Wir Polizeibeamte, die wir für das Volk da find, wollen unsere ganze Kraft und Ehre darein setzen mit der friedliebenden Bevölkerung, die auf mancherlei polizeilichen Gebieten mit uns in Berührung kommt, fruchtbringend zu arbeiten. Den Verbrechern und Volksverderbern dagegen gilt unser rücksichtslosester Kampf.
4. Gebr. Seelbach, Gardinen, Seltersweg 20.
5. W. u. G. Schuchard, Hutgroßhandlung, Sei- tersweg 44.
Allen Schaufensterinhabern wird dringend empfohlen, diese Fenster eingehend zu besichtigen, damit alle Schaufenster am 13. Januar richtig her- gerichtet sind. Zur Aufklärung des Begriffes „eingeschränkte Beleuchtung" und „volle Verdunkelung" für die Schaufenster geben wir bekannt, daß bei eingeschränkter Beleuchtung die Schaufenster noch so zu beleuchten sind, daß das Publikum die Auslagen erkennen kann, während bei voller Verdunkelung die Schaufenster vollständig dunkel sein müssen.
Geburten 34 — außer vier auswärts Geborenen—, Eheschließungen 15, Sterbefälle 20.
± Großen-Linden, 5. Jan. Gestern abend fand die erste Verdunkelungsübung in unserem Orte statt. Reichsluftschutzbund und SA. stellten sich in den Dienst der Sache. Aus den Kontrollgängen durch das Dorf konnte feftgefteUt werden, daß die Bevölkerung für eme^ Ordnungsmäßige Verdunkelung Sorge getxager ‘jp1 ?. Ein« Sirene von dem Turnz ber neuen Schule füin>et'e oen Beginn und das Ende der Hebung an.
U Leihgestern, 5. Jan. Gestern abend fand bie erste Verdunkelungsübung für unseren Ort statt. Es würbe festgestellt, daß im Verlaufe der einstündigen Verdunkelung mit wenigen Ausnahmen alle Gebäude vorschriftsmäßig abgedunkelt waren und so der Grundgedanke des Luftschutzes in seiner ganzen Bedeutung gewürdigt wurde.
= L i ch, 5. Jan. Heute vormittag wurde dem Erbprinzen Dr. Hermann Otto zu Solms- Lich und seiner Gemahlin Gertrud, geb. Freiin von und zu Werthern, ein Sohn geboren.
)( Li ch, 5. Jan. Dieser Tage fand eine zum Besten ber Chorschule veranstaltete kirchenmusikalische Feier st unbe statt. Rach der Eröffnung mit einer Orgelphantasie von I. S. Bach wetteiferten Kirchenchor und Chorschule mit verschiedenen Chören, die unter Leitung von Organist und Chorleiter Stein zu Gehör gebracht wurden. Der Kirchenchor wartete mit zwei Liedern aus dem 16. Jahrhundert auf, die Chorschule bot altböhmische Volksweisen und außerdem zwei deutsche Volkslieder. Als Solisten wirkten Frau Marie Wagner, Frl. Hilde Junker und die Lehrer Hinkel (Violine) und Stein (Orgel) mit. Alle, die an dieser Feierstunde teilnahmen, verließen dankbar für die gebotene Kunst das Gotteshaus. Der Dank der Gemeinde kam im Ertrag der Kollekte in Höhe von 28 Mark zum äußeren Ausdruck.
< Nieder-Beffingen, 5. Jan. Die K a - merabschaft Nieber - Bessingen im K y f f l) ä u \ e r b u n b hielt biefer Tage ihre Generalversammlung ab. Kamerab Heinz gedachte zunächst der im vergangenen Jahre verstorbenen Kameraden, sowie der für Deutschland gefallenen Helden. Weiter wurde der Kassenbericht erstattet und dem Rechner I o x Entlastung erteilt. Im Anschluß an den geschäftlichen Teil übten sich bie Kameraden mit dem neuangeschafften Zimmerstutzen im Schießen. Es wurden dabei selbst von älteren Kameraden gute Ergebnisse erzielt.
cxD Langsdorf, 4. Jan. Am 2. Januar, im Volksmund „der letzte Neujahrstag" genannt, sammelten sich die Mitglieder der V i e h k a s s e zu ihrer alljährlichen Hauptversammlung. Aus dem Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden K. Bausch L entnehmen wir folgende Angaben: Die Zahl ber Mitglieder betrug 131. Versichert waren 850 Stück Vieh, die einen Wert von 351 000 RM. darstellen. Die Gesamteinnahme betrug 3977 RM., die Aus-
Angestellten erlassenen Schutzbestimmungen durch \ fortgesetzte Kontrollen und Revisionen zur Durch- 1 führuna zu bringen.
Die Volksgenossen und Volksgenossinnen wird es । interessieren, einige dieser Arbeitsgebiete kennen- tulcrnen, so insbesondere die Revisionen und Kon- 1 trollen, die von den zur Gewerbe- und Nahrungsmittelpolizei gehörigen Beamten vorgenommen werden müssen: 1. Arbeitsbeginn und Arbeitsbauer in Bäckereien (Betriebe); 2. Auktionatoren (Versteigerer), Ueberwachung ber Versteigerungen; 3. Bäckereien unb Konbitoreien; 4. Betriebe mit 20 Arbeitern unb mehr; 5. Betriebe mit 10 Arbeitern unb mehr; 6. Buchbruckereien, Einrichtung und Betrieb; 7. Gast- und Schankwirtschaften (Arbeiter- schutz unb Arbeitszeit); 8. Lehrlingswesen; 9. Kontrolle des Brotgewichtes; 10. Ladenschluhrevisionen an Werktagen; 11. Ladenschlußrevisionen an Sonn- und Feiertagen; 12. Maß- und Gewichtsrevisionen (Raumgehalt der Schankgefäße); 13. Kinderschutz- revisionen; 14. Marktkontrolle; 15. Schneidereien und Putzmachereien; 16. Trödler und Althändler; 17. Steinhauereien und Steinbrüche; 18. Namensanschrist nach der GO.; 19. Wandergewerbe und Wanderlagerkontrolle; 20. Dampfbacköfen (Merkblatt-Aushang); 21. Verordnung zum Schutze gegen Bleivergiftungen; 22. Einrichtung von Sitzgelegenheiten für weibliche Angestellte in offenen Verkaufsstellen; 23. Metzgereien hinsichtlich der Arbeitszeit; 24. Friseure; 25. Revisionen nach dem Lebesmittelgesetz; 26. Verordnung über den Verkehr mit Erzeugnissen der Margarinefabriken und Oelmühlen; 27. Verordnung über Obsterzeugnisse; 28. Lebensmittelkontrolle; 29. Milchgesetz und seine Ausführung; 30. Wildhandelsordnung; 31. Metzgereien über den Verkehr mit Fleisch; 32. Viehtransportmittel (Desinfektion); 33. Zigarrenfabriken; 34. Kontrolle der Fahrstühle und Aufzüge; 35. Arbeitszeit für Lehrlinge in Bäckereien; 36. Röntgenfilmlager; 37. Milchhändler und Milchausträger (Geräte); 38. Verordnung über Bienenhonig; 39. Kennzeichnung ber ßanbbutter; 40. Kennzeichnung von Lebensmitteln; 41. Milchflaschenverschlüsse; 42. Molkerei (Milchkannen); 43. Eiergesetz; 44. Markenmilchküchen; 45. Milchproduktengeschäfte; 46. Papageienkrankheit; 47. Kohlengewichts- und Kohlenqualitätskontrollen; 48. Durchführung des Gaststättengesetzes (Kleinhandel mit Branntwein); 49. Lagerung von Sprengstoffen; 50. Bestimmungen des Reichspreiskommissars und alle Preisverordnungen, Preisaushang und Preisbeschilberung; 51. Lagerung von Knochen und Lumpen von Althändlern innerhalb des Ortsbauplanes der Stadt Gießen; 52. Käsekennzeichnung; 53. Tierärztliche Lebensmitteluntersuchung in den Veterinäruntersuchungsanstalten; 54. Butterpreise; 55. Ziegeleien; 56. Ueberwachung der Ein- und Durchfuhr von frischem Fleisch; 57. Herstellung von Speiseeis; 58. Kinderschutzgesetz.
paß- und Stempelstelle.
Auch diese ist eine für alle Einwohner wichtige Stelle. Hier werden sämtliche Reise- und Auslandsreisepässe auf Grund der Paß- und Devisenbestimmungen ausgestellt. Paßpflicht besteht für alle über 15 Jahre alten Personen, die die Grenze des Deutschen Reiches zur Ein-, Aus- und Durchreise überschreiten wollen, d. h. jede dieser Person muß im Besitze eines gültigen Passes sein. Der Antrag auf Ausstellung eines Reisepasses ist bei der Ortspolizeibehörde bzw. hier in Gießen bei den Polizeibezirken zu stellen. Hierbei sind erforderlich: das persönliche Erscheinen des Antragstellers, ein Lichtbild aus neuerer Zeit, der Nachweis, daß der Antragsteller die Reichsangehörigkeit besitzt, und eine Unterlage über seine Personalien. Der Nachweis kann geführt werden durch Vorlage eines Heimatscheines, Geburtsscheines, Staatsangehörigkeits- oder Anstellungsurkunde, oder durch Vorlage eines dem Antragsteller früher ausgestellten Paffes. Minderjährige Personen bedürfen der Einwilligung des Vaters bzw. gesetzlichen Vertreters, ausgenommen Ehefrauen unter 21 Jahren. Die Geltungsdauer eines Passes beträgt 5 Jahre. Stempelgebühr für einen Paß 3 — RM. Reisepässe werden als Einzel- unb Familienpässe ausgestellt. In einem Familienpaß können Eltern oder Elternteile mit ihren Kindern bis 15 Jahren eingetragen werben. Arbeiter, bie vom Auslanb kommen und hier in Arbeit treten wollen, werben erfaßt und auf Grund der B"-
Oas Auiobusuncz?ück bei Hüffelsheim.
1 Toter und 13 Verletzte.
Lpd. Rüffelsheim, 5. Jan. Bei dem schweren A u t o b u s u n g l ü ck , das sich an der Blockstelle Schönauerhof bei Rüsselsheim zutrug, wurden insgesamt 13 Personen verletzt, darunter 7 schwer. Einer der Verunglückten, der Ar- beiter Peter Klingler aus Grafenhausen bei Darmstadt, ist im Stadtkrankenhaus Mainz seinen Verletzungen erlegen. Bei dem Transport handelte es sich um auswärts wohnende Leute, die an ihre Arbeitsstelle nach Rüsselsheim gefahren wurden. v ~
Die Gerüchte von weiteren Todesopfern treffen glücklicherweise nicht zu. Schwerverletzt wurde noch der Schlosser Fritz Jost aus Grafenhausen, der neben verschiedenen leichteren Verletzungen einen Schädelbruch, eine Gehirnerschütterung und andere erhebliche Kopfverletzungen daoontrug. Der Chauffeur des Unglücksautos, Maier, hat eine leichte Gehirnerschütterung, einen Fußbruch und mehrere Hautwunden erlitten. Er kann sich gut an den Her- gang des Unfalles erinnern.
Die Unfallstelle bot einen entsetzlichen Anblick. Die Schwerverletzten wurden bis zum Eintreffen der Sanitätsautos aus Rüsselsheim, Mainz unb Darmstabt im Bahnwärterhaus untergebracht. Der zertrümmerte Autobus lag vor ben Gleisen, der Motor war völlig eingedrückt und die rechte Seite des Wagens bis zur Hälfte aufgerisfen.
Der Unfall ist darauf zurückzuführen, daß ber Schrankenwärter ber Blockstelle Schönauerhof an- I geblich wegen starken Straßenverkehrs ben richtigen 1 Augenblick zum Schließen der Schranke verpaßt hat.
Zinkfarben I
Lampenfügen, die später bronziert oder verkupfert werden, verarbeitet.
Zinkfarben, aus gemahlener Zinkblende hergestellte, beständige Oel- unb Wasserfarben.
Zinkfieber, siehe Eießerfieber.
Zinksalbe ist eine weiße Salbe, die vielfach Verwenbung finbet. Bei manchen Hautkrankheiten, bei Entzünbungen unb Furunkeln leistet sie gute Dienste.
Zinn, weiches, silberweißes Metall, bas sich an ber Luft nicht verändert, bas zu Geräten zum Verzinnen unb zu Stanniol gewalzt als Spiegelbelag unb zu Verpackungen bient Zinn ist u. a. in Bronze enthalten Alte Zinngefäße reibt man in warmem Wasser mit Zinnkraut ab unb trocknet sie mit weichen Tüchern. Weißblech, mit Zinn überzogenes Blech, verzinnte Pfannen usw. lassen sich mit warmem Sobawasser reinigen
Zinnguß, aus Zinn gegofiene Geschirre. Teller Kannen. Leuchter usw., wirb neuerbings wieder hergestellt Alte Zinniachen sind immer schön unb sinb gut als Eßzimmerschmuck zu verwenden. Manche Zinnsachen sind künstlerisch wertvoll
Zinnie, besonders schöne Sommerblume; im April warm oor- gezogen, im Mai gepflanzt Es gibt klein- und großblumige, niedrige unb hohe Sorten. Die kleinen (Liliput-) Zinnien und die großen dahlienblütigen (Riesen-) Zinnien sind zur Beet.
Landkreis Gießen
wg. Großen-Buseck, 6. Jan. Der Zweitälteste Einwohner unb letzte Altveteran unserer Gemeinde Christoph Wagner XX., wurde gestern zur letzten Ruhe gebracht. Der Verstorbene stand im 90. Lebensjahr. Seine Militärzeit diente er im Regiment 116, er nahm am Feldzug 1870/71 teil. Die Kriegerkameradschaft „Konkordia", deren ältestes Mitglied und Gründer er war, erwies dem zur großen Armee abberufenen Kameraden die letzten militärischen Ehren. — Der Pferdeversiche- rungsoerein „Busecker Tal" hielt in der Wirtschaft „Zum kühlen Grund" seine Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende Karl Wagner III. gab den Geschäftsbericht für das vergangene Jahr bekannt. Da die Versicherung auf Gegenseitigkeit besteht, alle Arbeiten ehrenamtlich geleistet werden und keine Entschädigung für zu Fall gekommene Pferde auszuzahlen war, wurde den Mitgliedern die Versicherungsprämie erlassen. Der Rechner Konrad Maier erstattete den Kassenbericht. Dem Gesamt- vorstand wurde Entlastung erteilt. Zwei RUtglieder wurden neu ausgenommen.
# Mainzlar, 5. Jan. Am Samstagabend fand die Generalversammlung des hiesigen G e - sangvereins statt. Vereinsführer Fuchs leitete den Abend. Bei der Vorstandswahl schieden der seitherige 2. Vorsitzende L. L e m p und Rechner Ferdinand Düringer freiwillig aus. Neu bestimmt wurden als Ersatzleute L. Hormann zum 2. Vorsitzenden und Wilhelm Sommer zum Rechner.
j) Allendorf a. d. L d a., 5. Jan. Gestern abend wurde in der hiesigen Untergruppe der Ortsgruppe Alten-Buseck des Reichsluftschutz- b u n d e s mit der Luftschutzgrundschulung begonnen. Der Lehrplan umfaßt für die Zeit bis zum 21. dieses Monats acht Themen. Untergruppenleiter Döll eröffnete den Schulungsabend und wies auf die Wichtigkeit der Schulung und auch darauf hin, daß es unbedingt notwendig fei, daß diejenigen Personen, die den ersten Schulungsabend besuchten, auch die folgenden Abende regelmäßig besuchen, wenn die Schulung den gewünschten Erfolg zeitigen soll. In dem folgenden Vortrag des Ortsgruppenleiters Dr. Haas von Alten-Buseck sprach dieser über die Notwendigkeit des Luftschutzes, über Luftbedrohung, Lustempfindlichkeit, Front, Heimat, Arten der Luftangriffe, Wirkung der Luftwaffe, Aufgaben und Organisation des Luftschutzes, allgemeine Luftschutzmöglichkeiten, Flua- abwehr, militärischen und zivilen Luftschutz, Aufgaben und Aufbau des RLB., Nationalsozialismus und Luftschutz. Die am Schlüsse des Vortrags fest- gestellte Anwesenheitsliste ergab, daß fast jede Familie vertreten war. Der Schulungsabend wurde in der üblichen Weife geschlossen. — Ausweislich der Standesamtsregister weist die hiesige Bevölkerungsstatistik für 1936 folgende Zahlen auf:


