halten, die kraß imperialistischen Ziele der USA. zu bemänteln, die Roosevelt auf dem iberoamerika- nischen Kontinent mit seinen Forderungen nach politischer und militärischer Zusammenarbeit und nach Ueberlassung von Stützpunkten für die Kriegsmarine und Luftwaffe der USA. verfolat. Im Pazifik ist sein Blick auf die Galapagos-Jnseln gefallen, die fast unter dem Aequator etwa 1000 Kilometer von der Küste entfernt gelegen im Besitz Ekuadors sind und bislang im wesentlichen nur durch ihre Riefenschildkröten und seltenen Vogelarten bekannt waren. Ihre Lage etwa 15 000 Kilometer südwestlich des Panamakanals macht sie für die Einbeziehung in das Verteidigungssystem dieser wichtigsten strategischen Schiffahrtsstraße der USA. begehrenswert. An der atlantischen Küste geht Roosevelts Streben nach einer Verlängerung der Stützpunktreihe, die er sich im Nordatlantik durch Ueberlchsung des britischen Kolonialbesitzes von Neufundland am Rande der Arktis bis nach Trinidad vor der Küste Venezuelas und Britifch- Guayana gesichert hat und die über Grönland und Island schon in weitem Bogen in den europäischen Raum hineingreift, nun auch auf der südlichen Halbkugel. Hier hat er sich einmal besonders für Natal interessiert gezeigt, den Ausgangspunkt der europäisch-südamerikanischen Luftverkehrslinien an der äußersten Ostspitze Brasiliens, zum anderen für die La-Plata-Mündung, deren Ufer im Besitz Uruguays und Argentiniens sind. In Montevideo hat man sich den Wünschen der USA. willfährig gezeigt, was nicht wundernimmt, denn Uruguay ist eines der wenigen iberoamerikanischen Länder, die aus dem Kriege wirtschaftlichen Nutzen ziehen, da es für den Verlust seiner europäischen Kunden für seine Ausfuhrprodukte Wolle und Häute in den USA. einen Käufer gefunden hat, der ihm diese für seine Aufrüstung notwendigen Waren liebend gerne abnimmt. In Buenos Aires dagegen zeigte sich die Regierung erheblich reservierter, weil sie den Pferdefuß des Angebots der Uebernahme des Schutzes der iberoamerikanischen Küste vor rein imaginären Feinden sehr wohl sah. Doch Roosevelt ließ nicht locker. Er griff auf die alten Methoden zurück, die in der Geschichte des USA.-Jmperialis- mus sich noch immer bewährt haben, wenn es galt, eine südamerikanische Regierung den Wünschen Washingtons und Wallstreets gefügig zu machen. Die deutschfeindliche Agitation einer von den USA. ausgehaltenen Presse wurde auf höchste Touren gebracht. Der Dollar mußte auch in parlamentarischen Kreisen die Ueberzeugung von der Bedrohung Argentiniens durch den „Nazismus" stärken, wozu der berüchtigte Taborda-Ausschuß, ein parlamentarischer Klüngel, der, vom jüdischen Finanzkapital bestochen, Roosevelts Schleppenträger in Argentinien ist, sich Untersuchungsrechte anmaßt, und weder vor Diebstahl noch Dokumentenfälschungen zurückschreckt, um den diplomatischen Vertreter des Deutschen Reiches zu diskreditieren und das Deutschtum in Argentinien überhaupt zu schmähen. Ein zweiter „Fall Belmonte" sollte konstruiert werden, um die deutsch-argentinischen Beziehungen zu vergiften.
Wie vor wenigen Wochen in Bolivien, so scheut sich Roosevelt anscheinend auch in Argentinien nicht vor einer Einmischung in innerpolitische Dinge. Es ist jedenfalls ein zumindest eigenartiges und viel beachtetes Zusammentreffen, daß zwei USA.-Born- ber mit einer USA.-Militärmifsion gerade in dem Augenblick in Buenos Aires landeten, in dem die argentinische Hauptstadt durch Gerüchte von einem Militärputsch beunruhigt wurde, der in den Provinzialhauptstädten Cordoba und Parana von Angehörigen der argentinischen Luftwaffe geplant worden sein soll. Der Vizepräsident Castillo, der für den seit langem erkrankten Präsidenten Ortiz die Geschäfte führt, hat erklärt, daß die Umtriebe sehr verschiedenen Ursprungs seien, Ruhe und Ordnung seien nirgendwo in Argentinien gestört, und die Regierung habe lediglich Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Wenn auch Castillo hinzufügte, es beständen keinerlei Zusammenhänge zwischen den staatsfeindlichen innerpolitischen Umtrieben und der gegenwärtigen internationalen Lage, so wäre es doch nicht das erstemal, daß der Dollarimperialismus einer ihm nicht gefügigen fremden Regierung innerpolitische Schwierigkeiten macht, um sie unter Druck zu setzen. Durch eine Revolution unter dem Schutz amerikanischer Marine-Streitkräfte wurde Hawai 1898 in die Einflußsphäre der Vereinigten Staaten einbezogen und wenig später annektiert. Die von den USA. kräftig geschürte Revolution auf Kuba mußte als Vorwand für den Krieg mit Spanien herhalten, dex den USA. die Philippinen, die Antillen-Jnfel Puerto Rico und die Marianen-Jnfel Guam, heute der am weitesten in den japanischen Interessenbereich vorgeschobene Stützpunkt der USA. im Pazifik, einbrachte. Schließlich verdankt auch die Panamakanalzone ihre Entstehung einem Aufstand, den die USA. anzettelten und finanzierten, um 1903 den nach Mittelamerika übergreifenden Teil der Republik Columbien abzutrennen und als Republik Panama den strategischen Zwecken der USA. dienstbar zu machen. Daß USA.-Schiffe heute zur Umgehung der nordamerikanischen Neutralitätsgesetze unter der Flagge Panamas mit Kriegsmaterial in die Kriegszonen fahren, wirft ein bezeichnendes Licht auf die „Unabhängigkeit" dieser Republik. Wie in Nicaragua und Mexiko so hat auch in den meisten südamerikanischen Staaten der Dollar in der an Revolutionen überreichen Geschichte dieses Kontinents eine hervorragende Rolle gespielt, weny es galt, eine den Finanzgewaltigen von Washington genehme Regierung ans Ruder zu bringen.
Damit berühren wir schon die wirtschaftspolitische Situation Iberoamerikas, ohne die die heutigen Vorgänge, sei es in Bolivien, Chile oder Argentinien, gar nicht zu denken sind. Die iberoamerikani- scheu Staaten hatten im Weltkrieg ähnlich wie Dänemark, Schweden und Holland zur Gruppe der ausgesprochenen Kriegsgewinnler gehört. Wenn ihnen auch die bis dahin recht regen Handelsbezie- Hungen zu Deutschland abgeschnitten waren, so hatten sie doch an den Lieferungen für die Alliierten, namentlich England, beträchtlich verdient und sogar, für manche Zweige eine eigene Industrie ausgebaut. In diesem Kriege hat sich das grundlegend geändert. Als Kunde ist von Europa einzig und allein England übriggeblieben, das jedoch trotz großspuriger Versprechungen der nach Südamerika entsandten britischen Wirtschaftsmission aus Mangel an Frachtraum und aus Gründen der Devisenersparnis au dem südamerikanischen Markt als Käufer kaum noch von Bedeutung ist. England muß vielmehr sehen, seinen Bedarf in den Dominions zu decken, wo es keine Devisen braucht, die es im übrigen für die Ankäufe von Kriegsmaterial in den USA. benötigt. Süd- und Mittelamerika find jedoch als Ueberfchuß- gebiete von landwirtschaftlichen Erzeugnissen und industriellen Rohstoffen auf den Außenhandel angewiesen. Da Europa als Kunde ausfiel, mit England aus den genannten Gründen keine nennenswerten Geschäftsabschlüsse zu tätigen waren und ein c^genjeitiger. Güteraustausch nuch dem Beispiel
Europas bei der Gleichartigkeit der Erzeugung nicht in Frage kommt, blieb als letzte Hoffnung nur ein verstärkter Absatz nach Nordamerika. Die Vereinigten Staaten versprachen auch Hilfe, und sie ind tatsächlich zum größten Kunden und Lieferanten Südamerikas geworden, aber sie nehmen den Südamerikanern nur das ab, was sie brauchen, vor allem also kriegswichtige Rohstoffe. Sie kaufen also aus Argentinien und Uruguay Wolle und Häute, aus Mexiko Blei und Zink, aus Chile und Peru Kupfer, aus Bolivien Zinn und Wolfram, aus Bra- ilien Mangan und Eisen. Aber auf ihren landwirt- chaftlichen Produkten lassen sie die Länder ruhig itzen, weil Nordamerika davon selbst genug hat. Die Riesenernten der letzten Jahre an Weizen, Mais und Leinsaat in Argentinien werden zum Fluch, denn es findet sich kein Abnehmer. Brasilien weiß nicht wohin mit seiner Baumwolle, und nicht besser wird es mit dem brasilianischen Kaffee, den die USA. abzunehmen versprochen hatten, als sie politische Vorteile erlangen wollten, für den sie aber jetzt in wahrer Erpressermanier das Einfuhrkontingent herabgesetzt haben. Und wo die iberoamerikanischen Länder für die Absatzstockung ihrer landwirtschaftlichen Produkte in der Ausfuhr ihrer Bodenschätze nach den USA. einen Ausgleich zu finden hoffen, da ist dieser Ausgleich meist nur scheinbar, da die Bergwerke vielfach im Besitz nordamerikanischer Kapitalgruppen sind. .
So legt sich die wachsende wirtschaftliche Abhängigkeit der ibero-amerikanischen Länder von dem mächtigen USA.-Nachbarn wie ein Würgegriff um ihren Hals. Er bestimmt bereits Brasilien, statt Kaffee und Baumwolle lieber Kautschuk- und Maulbeerbaumplantagen anzupslanzen, um von der unsicheren Zufuhr von Kautschuk aus Britisch-Malaya und von Seide aus Japan unabhängig zu werden. Das Geld dafür wird selbstverständlich Wallstreet vorschießen und damit eine weitere goldene Schlinge um die Unabhängigkeit der iberoamerikanischen Staaten legen, wie es überhaupt stets bereitwillig Kredit gegeben hat, wenn es mit ihm seine politischen Ziele erreichen zu können meinte. Damit lenken die USA. wieder zurück zu jenem berüchtigten Dollarimperialismus, dessen sich Jberoamerika in den Jahrzehnten nach dem Weltkrieg zu erwehren geglaubt hatte. Gegenüber den Ländern, die wie Deutschland damals eine ausgeglichene Zahlungs- 'bilanz mit Süd- und Mittelamerika hatten, befanden sich die USA. deshalb im Nachteil, weil fie mehr nach Jberoamerika liefern wollten, als sie von dort beziehen konnten und gleichzeitig große Einnahmen aus ihrem Schiffsverkehr und ihren Kapitalanlagen zu ziehen suchten. Deshalb liefen sie Sturm gegen die Verrechnungsabkommen, in denen Einfuhr und Ausfuhr mit den einzelnen Ländern getrennt aufgerechnet wurde und forderten die freie Devisenwirtschaft, bei der Südamerika die aus feinem Europageschäft vereinn-ahmten Devisen zur Bezahlung der aus den USA. importierten Waren verwenden sollte. Nun müssen sie für diese Warenkäufe der iberoamerikanischen Staaten Kredite gewähren und suchen dafür politiscke Vorteile herauszuschlagen. Der Kampf, der gerade eben in der argentinischen Kammer um die USA.-Anleihe tdbt, ist bezeichnend für diese gefährliche Verquickung von Politik und Wirtschaft in den Beziehungen der USA. zu den iberoamerikanischen Ländern. Die USA. fordern zudem noch von England eine Abtretung seiner südamerikanischen Guthaben als Gegenwert für die Waffenlieferungen. Das ist eine Schuldenlast von etwa 1000 Millionen Pfund. Die Zinsverpflichtungen daraus machen einen sehr beträchtlichen Posten in den Haushalten der meisten südamerikanischen Staaten aus. Mit den USA. würde an die Stelle Englands zudem ein sehr viel gefährlicherer Gläubiger treten, der seine Situation rücksichtslos ausnützen würde, um sein Ziel, die politische Versklavung Iberoamerikas, zu erreichen. Da-
2)er amerikanische Präsident hat in „Colliers Magazin" einen Artikel unter seinem Namen veröffentlicht, der sicher in diesem Augenblick eine besondere Bedeutung haben soll. Roosevelt legt darin dar, daß er schon seit 1937 Öen Krieg vorausgesehen und sich auf ihn vorbereitet habe. — Dieses Geständnis ist außerordentlich eindrucksvoll. Während in Europa die besten Kräfte noch bemüht waren, die Elemente des Friedens zu stärken und die Verständigung zwischen den Völkern durch vernünftige Reformen zu erreichen, während insbesondere der Führer einen Friedensvorschlag nach dem andern an die Welt richtete, um dem Unheil eines Krieges vorzubeugen, hatte Herr Roosevelt kalt lächelnd den Krieg längst in seine Kalkulation eingestellt. Es winkten für die amerikanische Plutokratie reiche Kriegsgewinne und für den amerikanischen Imperialismus neue Ziele. Deshalb hatte Roosevelt nach Europa seine besten politischen Freunde als Botschafter geschickt, Kennedy, Bullitt und Biddle, die jeder an seinem Platz dafür zu sorgen hatten, daß eine europäische Verständigung nicht zustande kam und die Aussichten für den Krieg im Steigen blieben.
Weiter machte Roosevelt dem amerikanischen Kongreß zum Vorwurf, daß er nicht bereit war, schon im Juli 1 93 9 das Waffenausfuhrverbot zu widerrufen. Aber fast alle Abgeordneten hätten sich gegen feinen Plan ausgesprochen. Dabei sei es doch gerade dieses Neutralitätsgesetz gewesen, das Deutschland gewissermaßen zum Kriege angereizt habe, und der Krieg sei dann auch ausgebrochen. Nein, der Krieg ist nicht ausgebrochen, weil das Neutralitätsgesetz bestand, sondern weil der jüdische Geheimtrust in Washington unter Führung des Präsidenten Polen, England und Frankreich zum Kriege gegen Deutschland aufgefordert hatte! Es ist erstaunlich, wenn Roosevelt nach all den Enthüllungen diplomatischer Akten, die über seine und seiner europäischen Boffchafter Tätigkeit so viel Licht verbreiteten, diese Lüge auszusprechen wagt, um das amerikanische Volk in den Krieg zu zerren. Roosevelt hat den Krieg gewollt, seine Boffchafter in London, in Paris, in Warschau und in den Kapitalen der Dalkanstaaten haben zum Kriege gehetzt. Bereits das dritte Weißbuch unseres Auswärtigen Amtes gab dafür den dokumentarischen Beweis.
In Faksimile wurden damals z. B. die Berichte des polnischen Botschafters in Washington, des Grafen Potocki an den polnischen Außenminister vom 21. November 1938 und vom 16. Januar 1939 veröffentlicht. Der Graf erzählt von zwei Unterredungen, die er in Washington mit Roosevelts Botschafter Bullitt gehabt hätte. Bullitt war es, der als Botschafter Roosevelts in Paris die Regierung Da- ladier zum Kriege gegen Deutschland aufstachelte. Dieser, so berichtet am 21. November 1938 der polnische Botschafter, sprach sich „über Deutschland und
zu kommt noch, daß die wenigsten südamerikanischen Staaten über hinreichend eigenen Schiffsraum verfügen, um auch nur unter sich einen normalen Warenaustausch zu bewerkstelligen. Das hatte man vor dem Kriege vorwiegend nordamerikanischen Reedereien überlassen, die aber jetzt bei dem wachsenden Mangel an Schiffsraum in der Nordatlantikroute und der Ablösung englischer Gesellschaften im Ostasienoerkehr nur noch den direkten Verkehr zwischen Nord- und Südamerika aufrechterhalten. So ist Südamerika wirtschaftlich völlig in der Hand der USA. Wir sahen ja schon bei der Aufstellung der „Schwarzen Listen" des famosen Herrn Nelson Rockefeiler, der seinem Namen als dem eines der brutalsten Jndustriemagnaten größten Stils wahrhaft alle Ehre macht, wie die USA. feine wirtschaftliche Machtstellung rücksichtslos ausnützen, um Die deutsche Konkurrenz, ja Europa überhaupt, aus dem südamerikanischen Geschäft restlos auszuschal- ten. Hier wollen die USA. sich schon bei Zeiten einen Ersatz sichern für den vielleicht drohenden Verlust ihrer Absatzmärkte in Europa und Ostasien. So liegt die Hand Roosevelts schwer auf dem iberoamerikanischen Kontinent. Ein gewissenloser und mit allen Wassern gewaschener Erpresser ist am Werk, Jberoamerika für die Fänge des Dollarimperialismus erneut reif zu machen.
Dr. Fr. W. Lange.
König Christians Geburtstag.
Kopenhagen, 27. Sept. (Europapreß.) Ganz Dänemark feierte am Freitag den 71. Geburtstag König Christians X. Die Hauptstadt war festlich geschmückt. Gegen 5 Uhr früh schon begann sich eine tausendköpfige Menschenmenge auf dem Ama- lienborg-Schloßplatz zu versammeln, um dem alltäglichen Ausritt des Königs zu folgen. Vormittags erschienen sodann im Residenzschloß die führenden Männer des dänischen Reichstages sowie das Diplomatische Korps mit dem Bevollmächtigten des Reichs, Gesandten v. Renthe-Fink an der Spitze, der den telegraphischen Glückwünschen des Führers in herzlichen Worten auch die des deutschen Volkes beifügte. Am frühen Nachmittag erfolgte die traditionelle Ausfahrt des Königspaares durch Kopenhagen.
„König Christian hat einen entscheidenden Einfluß auf die Haltung des dänischen Volkes unter der Besetzung des Landes ausgeübt", heißt es im Leitartikel von „Politiken" anläßlich des 71. Geburtstages des Königs. „Berlingske Tidende" schreibt, daß Ruhe und Kraft, die vom Thron ausstrahlten, jeden einzelnen in dieser Zeit beeinflußt und dazu beigetragen hätten, daß die Gegensätze im VolE ausgeglichen worden seien. — Der Ober- kommandierende der deutschen Truppen in Dänemark, General der Infanterie Lüdke, hat einen Tagesbefehl erlassen, in dem „die besten Wünsche der sich augenblicklich im Lande befindenden deutschen Wehrmacht für den hochgeachteten König zum Ausdruck gelangen."
Oie kommissarischen Staatsräte Norweqens zu Ministern ernannt.
Oslo, 26. Sept. (Europapreß.) Reichskommissar Terboven gab in Anwesenheit des Führers der „Nationalfammlung", Vidkun Quisling, einen Empfang für die kommissarischen Staatsräte Norwegens. Er erklärte, daß er die bisherigen kommissarischen Staatsräte zu Chefs ihrer De« p a r t e m e n t s mit dem Titel „Mini st e r" befördert habe. Gleichzeitig bekam der Generalsekretär der „National-Sammlung", Fuglesang, den Minfftertitel und die Zuteilung neuer Ausgaben als Chef des Sekretariates. Staatsrat M e i d e l l trete auf eigenen Wunsch aus seiner Stellung zurück, um sich wieder seinen Arbeiten an der Uni-
Von unserer Berliner Schriftleitung.
den Kanzler Hitler mit größter Vehemenz und mit starkem Haß aus. Er sprach davon, daß nur Gewalt, schließlich ein Krieg der wahnsinnigen Expansion Deutschlands in Zukunft ein Ende machen kann." Auf des polnischen Botschafters Frage, wie er sich diesen kommenden Krieg oorstelle, erwiderte er, daß vor allem die USA., Frankreich und England gewaltig aufrüsten müßten, um der deutschen Macht die Stirn bieten zu können. „Dann erst, westn der Augenblick reif ist", so sprach Bullitt weiter, „wird man zu der letzten Entscheidung schreiten können." Weiter berichtet der polnische Botschafter, daß Bullitt gesagt habe: „Da das Kräfte- potential der Sowjetunion bisher nicht bekannt fei, könne es fein, daß sich Deutschland zu weit von seiner Basis entferne und zu einem langen und schreckenden Krieg verurteilt werde. Dann erst würden die demokratischen Staaten, wie Bullitt meint, Deutschland attackieren und es zu einer Kapitulation zwingen." Auf des polnischen Botschafters Frage, ob die USA. an einem solchen Krieg teilnehmen werden, antwortete er: Zweifellos ja, aber erst bann, wenn England und Frankreich zuerst losschlagen."
In einer Unterredung mit Bullitt am 16. Januar 1939 erklärte dem polnischen Botschafter dieser als Definition des Standpunktes des Präsidenten Roosevelt: „1. Eine Belebung der Außenpolitik unter Führung des Präsidenten Roosevelt, der scharf und unzweideutig die totalitären Staaten verurteilt. 2. Die Kriegsvorbereitungen der USA. zur See, zu Lande und in der Luft, die in beschleunigtem Tempo durchgeführt werden, und die kolossale Summe von VA Milliarde verschlingen. 3. Die entschiedene Ansicht des Präsidenten, daß Frankreich und England jeder Kompromißpolitik mit den Totalstaaten ein Ende machen müssen. Sie sollen auf keine Diskussion mehr eingehen, die irgendwelche Gebietsveränderungen bezwecken. 4. Eine moralische Versicherung, daß die USA. die Jsolierungspolittk verlassest und bereit sind, im Falle eines Krieges aktiv auf feiten Englands und Frankreichs einzugreifen. Amerika ist bereit, fein ganzes Material an Finanzen und Rohstoffen zu ihrer Verfügung zu stellen."
Daraus geht hervor, daß schon 1938 und 1939 Roosevelt England, Frankreich und Polen Versicherungen für den Kriegsfall gemacht hatte, die er jetzt einzulösen beabsichtigt, ob auch das USA.-Volk sich dagegen sträubt. Aus Grund der Roosevelt-Versicherungen gaben England und Frankreich Polen die berüchtigte Garantie, auf Grund Roosevelffcher Zusagen schlugen Polen, England und Frankreich los. Und dieser jämmerliche Kriegshetzer versucht jetzt, sich von dieser ungeheuren Blutschuld reinzuwaschen!
Daß es sich im übrigen angesichts der provokato- rischen Maßnahmen des Präsidenten bei der Aufhebung des Neutralitätsgesetzes nur um ein Mäntelchen handelt« das Roosevelt den Schein der
versität zu widmen. Der Reichskommissar sprack seine Freude darüber aus, daß die Universität sich jetzt in einer Periode der Neuordnung befinde.
Iranische Gesandtschaft und Konsular- behörden in Deutschland aeschlossen.
Berlin, 26. Sept. (DNB.) Im Zusammenhang mit dem Verhalten der iranischen Regierung gegenüber der deutschen Kolonie in Iran nach dem Einmarsch englischer und sowjetischer Truppen in dieses Land hat die Reichs- regierung sich veranlaßt gesehen, die iranische Gesandtschaft und die iranischen Konsularbehörden m Deutschland und den besetzten Gebieten zu schließen und deren Mitgliedern eine Frist von zehn Tagen zur Abreise zu geben.
OaS Ritterkreuz.
Berlin, 26. Sept. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen an: Oberleutnant Hogeback, Staffelkapitän in einem Kampfgeschwader, der vor allem im Mittelmeerraum dem Gegner in kühnen Angriffsflüaen schwersten Schaden zugefügt, in der Panzerschlacht bei Sollum entscheidend in den Erdkampf eingegriffen und im Kampfe um Tobruk viele erfolgreiche Angriffe durchgeführt hat, ferner an Oberfeldwebel Bender, Flugzeugführer in einem Kampfgeschwader, dem es gelang, wirkungsvolle Treffer in einem Gaswerk bei London zu erzielen. Im Ost- feldzug erhielt sein Flugzeug einen Flakoolltreffer, durch den er schwer verwundet und der Staffelkapitän und der Funker aus dem Fluzeug geschleudert wurden. Trotzdem gelang es ihm, das Flugzeug wieder in feine Gewalt zu bekommen und auf dem Einsatzhafen zu landen.
Ferner an Leutnant Nordmann, Flugzeugführer in einem Sturzkampfgeschwader. Er hat 5000 BRT. Handelsschiffsraum versenkt und 32 000 BRT. schwer beschädigt, Volltreffer in militärische Anlagen auf Malta und auf Tobruk erzielt, 21 Panzer und 14 Flakbatterien vernichtet. — Ferner auf Borschlag des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine an Kapitänleutnant Dobber st ein, der als Chef einer Räumboofflottille innerhalb kurzer Zeit 500 Feindminen geräumt hat.
Kleine politische Nachrichten.
Reichsminister Dr. Goebbels überreichte im Beisein des Gauinfpekteurs Schach und des Gaube- auftragten der DAF. Spangenberg 16 Berliner Arbeiterinnen aus der Kriegs- und Rüstungsindustrie, die sich im Rahmen des Kriegseinsatzes der deutschen Frau besonders verdient gemacht haben, die ihnen vom Führer verliehene Kriegsverdienstmedaille und dankte ihnen in herzlichen Worten für ihre beispielgebende Haltung.
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In Oslo wurde in Anwesenheit des Staatssekretärs im Reichsministerium für Volksaufklärui-*g und Propaganda, G u 11 e r e r , die Deutsche Buchausstellung eröffnet. Unter den Anwesenden sah man Reichskommissar Terboven, den Führer der Nas- jonal-Samling, Vidkun Quisling, und eine Reihe norwegischer Persönlichkeiten.
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Das argentinische Kriegsministerium gibt bekannt, daß der Chef der Luftwaffe, General Zu- loaga, zur Disposition gestellt worden sei. Die Blätter deuten an, daß weitere umfangreiche Veränderungen innerhalb des Fliegerkorps zu erwarten seien.
Loyalität geben soll, geht aus einer Erwiderung im Abgeordnetenhaus hervor, in der ihm erklärt wurde, daß das Neutralitätsgesetz nur noch eine leere Schale sei. Keinen Teil des Gesetzes, so wurde ihm entgegengehalten, habe der Präsident unverletzt gelassen, sondern es tatsächlich der Lage seiner Wünsche entsprechend abgeändert. Der berüchtigte Schießbefehl sei nur noch der deutlichste Beweis dafür, daß Roosevelt das Neutralitätsgesetz diktatorisch erledigt habe. „Bei der von den verantwortlichen nordamerikanischen Kreisen beabsichtigten Aufhebung des Neutralitätsaesetzes handelt es sich schon nicht mehr um eine Rechtsfrage, sondern um eine Frage der Gewa11", so kommentiert das Madrider Blatt „ABC" den im USA.-Senat eingebrachten Antrag auf Aufhebung des Neutralitätsgesetzes. Das Blatt fährt fort: „Ohne das internationale Recht studiert zu haben, weiß die ganze Welt, daß neutrale Schiffe weder Kriegskonterbands an Bord führen, noch bewaffnet fein dürfen. Ebensowenig ist es üblich, daß der Chef einer neutralen Macht erklärt, es sei seine Absicht, mit allen Mitteln zur Besiegung einer der kriegführenden Mächte beizutragen. Unter diesen Umständen hat der Versuch der Aufhebung des Neutralitätsgesetzes im Washingtoner Senat für Deutschland gar keine Bedeutung mehr. Formalgesetzlich wirb sich einiges geändert haben, materiell aber absolut nichts. Here Knox erklärt bereits, daß die nordamerikanffchen Truppen dort eingesetzt werden müssen, wo es nötig ist, daß also ihre Aktivität nicht auf die westliche Hemisphäre begrenzt bleiben wird".
Der demokratische Senator M c K e U a r legte dem Senat eine Entschließung vor, in der die Abschaffung des Neutralitätsgesetzes vorgeschlagen wird mit der Begrüdung, daß es in direktem Widerspruch zu der amerikanischen Politik der Freiheit der Meere stünde. Daher müsse bas Gesetz vollständig abgeschafft werden. Es habe zwar Gültigkeit, doch werde es von der Regierung nicht beachtet. Wenn man sich erinnert, daß das Neutralitätsgesetz im Jahre 1936 unter dem Druck Neutralitätsgesetz im Jahre 1936 unter dem Druck der öffentlichen Meinung zum Schutze ber USA erlassen würbe und Roosevelt persönlich erklärte, daß es die Ausfuhr von Waffen und Munition an Kriegführende und die Benutzung amerikanischer Erzeugnisse durch Kriegführende verhindern solle, tritt der ungeheure Betrug des Präsidenten am amerikanischen Volk klar zutage. Roosevelts Wahlversprechen, das USA.-Volk aus dem Kriege herauszuhalten, war niemals ernst gemeint. Für ihn kam es nur darauf an, wiedergewählt zu werden, um dann im Auftrage der Wallstreetjuden das USA.-Volk in den Krieg zu hetzen, aus dem es sich mit Hilfe des Neutralitätsgesetzes heraushalten wollte.
Roosevelt beschuldigt sich selbst.


