Ausgabe 
27.9.1941
 
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halten, die kraß imperialistischen Ziele der USA. zu bemänteln, die Roosevelt auf dem iberoamerika- nischen Kontinent mit seinen Forderungen nach politischer und militärischer Zusammenarbeit und nach Ueberlassung von Stützpunkten für die Kriegs­marine und Luftwaffe der USA. verfolat. Im Pazifik ist sein Blick auf die Galapagos-Jnseln ge­fallen, die fast unter dem Aequator etwa 1000 Kilometer von der Küste entfernt gelegen im Besitz Ekuadors sind und bislang im wesentlichen nur durch ihre Riefenschildkröten und seltenen Vogel­arten bekannt waren. Ihre Lage etwa 15 000 Kilo­meter südwestlich des Panamakanals macht sie für die Einbeziehung in das Verteidigungssystem dieser wichtigsten strategischen Schiffahrtsstraße der USA. begehrenswert. An der atlantischen Küste geht Roosevelts Streben nach einer Verlängerung der Stützpunktreihe, die er sich im Nordatlantik durch Ueberlchsung des britischen Kolonialbesitzes von Neufundland am Rande der Arktis bis nach Trini­dad vor der Küste Venezuelas und Britifch- Guayana gesichert hat und die über Grönland und Island schon in weitem Bogen in den europäischen Raum hineingreift, nun auch auf der südlichen Halbkugel. Hier hat er sich einmal besonders für Natal interessiert gezeigt, den Ausgangspunkt der europäisch-südamerikanischen Luftverkehrslinien an der äußersten Ostspitze Brasiliens, zum anderen für die La-Plata-Mündung, deren Ufer im Besitz Uru­guays und Argentiniens sind. In Montevideo hat man sich den Wünschen der USA. willfährig gezeigt, was nicht wundernimmt, denn Uruguay ist eines der wenigen iberoamerikanischen Länder, die aus dem Kriege wirtschaftlichen Nutzen ziehen, da es für den Verlust seiner europäischen Kunden für seine Ausfuhrprodukte Wolle und Häute in den USA. einen Käufer gefunden hat, der ihm diese für seine Aufrüstung notwendigen Waren liebend gerne abnimmt. In Buenos Aires dagegen zeigte sich die Regierung erheblich reservierter, weil sie den Pferdefuß des Angebots der Uebernahme des Schutzes der iberoamerikanischen Küste vor rein imaginären Feinden sehr wohl sah. Doch Roosevelt ließ nicht locker. Er griff auf die alten Methoden zurück, die in der Geschichte des USA.-Jmperialis- mus sich noch immer bewährt haben, wenn es galt, eine südamerikanische Regierung den Wün­schen Washingtons und Wallstreets gefügig zu machen. Die deutschfeindliche Agitation einer von den USA. ausgehaltenen Presse wurde auf höchste Touren gebracht. Der Dollar mußte auch in parla­mentarischen Kreisen die Ueberzeugung von der Bedrohung Argentiniens durch denNazismus" stärken, wozu der berüchtigte Taborda-Ausschuß, ein parlamentarischer Klüngel, der, vom jüdischen Finanzkapital bestochen, Roosevelts Schleppenträger in Argentinien ist, sich Untersuchungsrechte anmaßt, und weder vor Diebstahl noch Dokumentenfälschun­gen zurückschreckt, um den diplomatischen Vertreter des Deutschen Reiches zu diskreditieren und das Deutschtum in Argentinien überhaupt zu schmähen. Ein zweiterFall Belmonte" sollte konstruiert werden, um die deutsch-argentinischen Beziehungen zu vergiften.

Wie vor wenigen Wochen in Bolivien, so scheut sich Roosevelt anscheinend auch in Argentinien nicht vor einer Einmischung in innerpolitische Dinge. Es ist jedenfalls ein zumindest eigenartiges und viel beachtetes Zusammentreffen, daß zwei USA.-Born- ber mit einer USA.-Militärmifsion gerade in dem Augenblick in Buenos Aires landeten, in dem die argentinische Hauptstadt durch Gerüchte von einem Militärputsch beunruhigt wurde, der in den Provin­zialhauptstädten Cordoba und Parana von Ange­hörigen der argentinischen Luftwaffe geplant worden sein soll. Der Vizepräsident Castillo, der für den seit langem erkrankten Präsidenten Ortiz die Geschäfte führt, hat erklärt, daß die Umtriebe sehr verschiede­nen Ursprungs seien, Ruhe und Ordnung seien nirgendwo in Argentinien gestört, und die Regie­rung habe lediglich Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Wenn auch Castillo hinzufügte, es beständen keiner­lei Zusammenhänge zwischen den staatsfeindlichen innerpolitischen Umtrieben und der gegenwärtigen internationalen Lage, so wäre es doch nicht das erstemal, daß der Dollarimperialismus einer ihm nicht gefügigen fremden Regierung innerpolitische Schwierigkeiten macht, um sie unter Druck zu setzen. Durch eine Revolution unter dem Schutz amerika­nischer Marine-Streitkräfte wurde Hawai 1898 in die Einflußsphäre der Vereinigten Staaten einbe­zogen und wenig später annektiert. Die von den USA. kräftig geschürte Revolution auf Kuba mußte als Vorwand für den Krieg mit Spanien herhalten, dex den USA. die Philippinen, die Antillen-Jnfel Puerto Rico und die Marianen-Jnfel Guam, heute der am weitesten in den japanischen Interessen­bereich vorgeschobene Stützpunkt der USA. im Pa­zifik, einbrachte. Schließlich verdankt auch die Pa­namakanalzone ihre Entstehung einem Aufstand, den die USA. anzettelten und finanzierten, um 1903 den nach Mittelamerika übergreifenden Teil der Re­publik Columbien abzutrennen und als Republik Panama den strategischen Zwecken der USA. dienst­bar zu machen. Daß USA.-Schiffe heute zur Um­gehung der nordamerikanischen Neutralitätsgesetze unter der Flagge Panamas mit Kriegsmaterial in die Kriegszonen fahren, wirft ein bezeichnendes Licht auf dieUnabhängigkeit" dieser Republik. Wie in Nicaragua und Mexiko so hat auch in den meisten südamerikanischen Staaten der Dollar in der an Revolutionen überreichen Geschichte dieses Konti­nents eine hervorragende Rolle gespielt, weny es galt, eine den Finanzgewaltigen von Washington genehme Regierung ans Ruder zu bringen.

Damit berühren wir schon die wirtschaftspolitische Situation Iberoamerikas, ohne die die heutigen Vorgänge, sei es in Bolivien, Chile oder Argenti­nien, gar nicht zu denken sind. Die iberoamerikani- scheu Staaten hatten im Weltkrieg ähnlich wie Dänemark, Schweden und Holland zur Gruppe der ausgesprochenen Kriegsgewinnler gehört. Wenn ihnen auch die bis dahin recht regen Handelsbezie- Hungen zu Deutschland abgeschnitten waren, so hat­ten sie doch an den Lieferungen für die Alliierten, namentlich England, beträchtlich verdient und sogar, für manche Zweige eine eigene Industrie ausgebaut. In diesem Kriege hat sich das grundlegend geändert. Als Kunde ist von Europa einzig und allein Eng­land übriggeblieben, das jedoch trotz großspuriger Versprechungen der nach Südamerika entsandten britischen Wirtschaftsmission aus Mangel an Fracht­raum und aus Gründen der Devisenersparnis au dem südamerikanischen Markt als Käufer kaum noch von Bedeutung ist. England muß vielmehr sehen, seinen Bedarf in den Dominions zu decken, wo es keine Devisen braucht, die es im übrigen für die Ankäufe von Kriegsmaterial in den USA. benötigt. Süd- und Mittelamerika find jedoch als Ueberfchuß- gebiete von landwirtschaftlichen Erzeugnissen und industriellen Rohstoffen auf den Außenhandel an­gewiesen. Da Europa als Kunde ausfiel, mit Eng­land aus den genannten Gründen keine nennens­werten Geschäftsabschlüsse zu tätigen waren und ein c^genjeitiger. Güteraustausch nuch dem Beispiel

Europas bei der Gleichartigkeit der Erzeugung nicht in Frage kommt, blieb als letzte Hoffnung nur ein verstärkter Absatz nach Nordamerika. Die Ver­einigten Staaten versprachen auch Hilfe, und sie ind tatsächlich zum größten Kunden und Lieferan­ten Südamerikas geworden, aber sie nehmen den Südamerikanern nur das ab, was sie brauchen, vor allem also kriegswichtige Rohstoffe. Sie kaufen also aus Argentinien und Uruguay Wolle und Häute, aus Mexiko Blei und Zink, aus Chile und Peru Kupfer, aus Bolivien Zinn und Wolfram, aus Bra- ilien Mangan und Eisen. Aber auf ihren landwirt- chaftlichen Produkten lassen sie die Länder ruhig itzen, weil Nordamerika davon selbst genug hat. Die Riesenernten der letzten Jahre an Weizen, Mais und Leinsaat in Argentinien werden zum Fluch, denn es findet sich kein Abnehmer. Brasilien weiß nicht wohin mit seiner Baumwolle, und nicht besser wird es mit dem brasilianischen Kaffee, den die USA. abzunehmen versprochen hatten, als sie politische Vorteile erlangen wollten, für den sie aber jetzt in wahrer Erpressermanier das Einfuhrkontin­gent herabgesetzt haben. Und wo die iberoamerika­nischen Länder für die Absatzstockung ihrer landwirt­schaftlichen Produkte in der Ausfuhr ihrer Boden­schätze nach den USA. einen Ausgleich zu finden hoffen, da ist dieser Ausgleich meist nur scheinbar, da die Bergwerke vielfach im Besitz nordamerika­nischer Kapitalgruppen sind. .

So legt sich die wachsende wirtschaftliche Ab­hängigkeit der ibero-amerikanischen Länder von dem mächtigen USA.-Nachbarn wie ein Würgegriff um ihren Hals. Er bestimmt bereits Brasilien, statt Kaffee und Baumwolle lieber Kautschuk- und Maul­beerbaumplantagen anzupslanzen, um von der un­sicheren Zufuhr von Kautschuk aus Britisch-Malaya und von Seide aus Japan unabhängig zu werden. Das Geld dafür wird selbstverständlich Wallstreet vorschießen und damit eine weitere goldene Schlinge um die Unabhängigkeit der iberoamerikanischen Staaten legen, wie es überhaupt stets bereitwillig Kredit gegeben hat, wenn es mit ihm seine politi­schen Ziele erreichen zu können meinte. Damit lenken die USA. wieder zurück zu jenem berüchtig­ten Dollarimperialismus, dessen sich Jberoamerika in den Jahrzehnten nach dem Weltkrieg zu erwehren geglaubt hatte. Gegenüber den Ländern, die wie Deutschland damals eine ausgeglichene Zahlungs- 'bilanz mit Süd- und Mittelamerika hatten, befan­den sich die USA. deshalb im Nachteil, weil fie mehr nach Jberoamerika liefern wollten, als sie von dort beziehen konnten und gleichzeitig große Einnahmen aus ihrem Schiffsverkehr und ihren Kapitalanlagen zu ziehen suchten. Deshalb liefen sie Sturm gegen die Verrechnungsabkommen, in denen Einfuhr und Ausfuhr mit den einzelnen Ländern getrennt aufgerechnet wurde und forderten die freie Devisenwirtschaft, bei der Südamerika die aus feinem Europageschäft vereinn-ahmten Devisen zur Bezahlung der aus den USA. importierten Waren verwenden sollte. Nun müssen sie für diese Warenkäufe der iberoamerikanischen Staaten Kre­dite gewähren und suchen dafür politiscke Vorteile herauszuschlagen. Der Kampf, der gerade eben in der argentinischen Kammer um die USA.-Anleihe tdbt, ist bezeichnend für diese gefährliche Ver­quickung von Politik und Wirtschaft in den Bezie­hungen der USA. zu den iberoamerikanischen Län­dern. Die USA. fordern zudem noch von England eine Abtretung seiner südamerikanischen Guthaben als Gegenwert für die Waffenlieferungen. Das ist eine Schuldenlast von etwa 1000 Millionen Pfund. Die Zinsverpflichtungen daraus machen einen sehr beträchtlichen Posten in den Haushalten der meisten südamerikanischen Staaten aus. Mit den USA. würde an die Stelle Englands zudem ein sehr viel gefähr­licherer Gläubiger treten, der seine Situation rück­sichtslos ausnützen würde, um sein Ziel, die poli­tische Versklavung Iberoamerikas, zu erreichen. Da-

2)er amerikanische Präsident hat inColliers Ma­gazin" einen Artikel unter seinem Namen veröffent­licht, der sicher in diesem Augenblick eine besondere Bedeutung haben soll. Roosevelt legt darin dar, daß er schon seit 1937 Öen Krieg vorausge­sehen und sich auf ihn vorbereitet habe. Dieses Geständnis ist außerordentlich eindrucks­voll. Während in Europa die besten Kräfte noch bemüht waren, die Elemente des Friedens zu stär­ken und die Verständigung zwischen den Völkern durch vernünftige Reformen zu erreichen, während insbesondere der Führer einen Friedensvorschlag nach dem andern an die Welt richtete, um dem Un­heil eines Krieges vorzubeugen, hatte Herr Roose­velt kalt lächelnd den Krieg längst in seine Kalku­lation eingestellt. Es winkten für die amerikanische Plutokratie reiche Kriegsgewinne und für den ame­rikanischen Imperialismus neue Ziele. Deshalb hatte Roosevelt nach Europa seine besten politischen Freunde als Botschafter geschickt, Kennedy, Bullitt und Biddle, die jeder an seinem Platz dafür zu sor­gen hatten, daß eine europäische Verständigung nicht zustande kam und die Aussichten für den Krieg im Steigen blieben.

Weiter machte Roosevelt dem amerikanischen Kon­greß zum Vorwurf, daß er nicht bereit war, schon im Juli 1 93 9 das Waffenausfuhrverbot zu widerrufen. Aber fast alle Abgeordneten hät­ten sich gegen feinen Plan ausgesprochen. Dabei sei es doch gerade dieses Neutralitätsgesetz gewesen, das Deutschland gewissermaßen zum Kriege angereizt habe, und der Krieg sei dann auch ausgebrochen. Nein, der Krieg ist nicht ausgebrochen, weil das Neutralitätsgesetz bestand, sondern weil der jüdische Geheimtrust in Washington unter Führung des Präsidenten Polen, England und Frankreich zum Kriege gegen Deutschland aufgefordert hatte! Es ist erstaunlich, wenn Roosevelt nach all den Enthüllun­gen diplomatischer Akten, die über seine und seiner europäischen Boffchafter Tätigkeit so viel Licht ver­breiteten, diese Lüge auszusprechen wagt, um das amerikanische Volk in den Krieg zu zerren. Roose­velt hat den Krieg gewollt, seine Boffchafter in Lon­don, in Paris, in Warschau und in den Kapitalen der Dalkanstaaten haben zum Kriege gehetzt. Be­reits das dritte Weißbuch unseres Auswärtigen Am­tes gab dafür den dokumentarischen Beweis.

In Faksimile wurden damals z. B. die Berichte des polnischen Botschafters in Washington, des Grafen Potocki an den polnischen Außenminister vom 21. November 1938 und vom 16. Januar 1939 veröffentlicht. Der Graf erzählt von zwei Unterredun­gen, die er in Washington mit Roosevelts Botschaf­ter Bullitt gehabt hätte. Bullitt war es, der als Botschafter Roosevelts in Paris die Regierung Da- ladier zum Kriege gegen Deutschland aufstachelte. Dieser, so berichtet am 21. November 1938 der pol­nische Botschafter, sprach sichüber Deutschland und

zu kommt noch, daß die wenigsten südamerikanischen Staaten über hinreichend eigenen Schiffsraum verfügen, um auch nur unter sich einen normalen Warenaustausch zu bewerkstelligen. Das hatte man vor dem Kriege vorwiegend nordamerikanischen Reedereien überlassen, die aber jetzt bei dem wachsenden Mangel an Schiffsraum in der Nord­atlantikroute und der Ablösung englischer Gesell­schaften im Ostasienoerkehr nur noch den direkten Verkehr zwischen Nord- und Südamerika aufrecht­erhalten. So ist Südamerika wirtschaftlich völlig in der Hand der USA. Wir sahen ja schon bei der Auf­stellung derSchwarzen Listen" des famosen Herrn Nelson Rockefeiler, der seinem Namen als dem eines der brutalsten Jndustriemagnaten größten Stils wahrhaft alle Ehre macht, wie die USA. feine wirt­schaftliche Machtstellung rücksichtslos ausnützen, um Die deutsche Konkurrenz, ja Europa überhaupt, aus dem südamerikanischen Geschäft restlos auszuschal- ten. Hier wollen die USA. sich schon bei Zeiten einen Ersatz sichern für den vielleicht drohenden Verlust ihrer Absatzmärkte in Europa und Ostasien. So liegt die Hand Roosevelts schwer auf dem ibero­amerikanischen Kontinent. Ein gewissenloser und mit allen Wassern gewaschener Erpresser ist am Werk, Jberoamerika für die Fänge des Dollar­imperialismus erneut reif zu machen.

Dr. Fr. W. Lange.

König Christians Geburtstag.

Kopenhagen, 27. Sept. (Europapreß.) Ganz Dänemark feierte am Freitag den 71. Geburtstag König Christians X. Die Hauptstadt war festlich geschmückt. Gegen 5 Uhr früh schon begann sich eine tausendköpfige Menschenmenge auf dem Ama- lienborg-Schloßplatz zu versammeln, um dem all­täglichen Ausritt des Königs zu folgen. Vormittags erschienen sodann im Residenzschloß die führenden Männer des dänischen Reichstages sowie das Diplo­matische Korps mit dem Bevollmächtigten des Reichs, Gesandten v. Renthe-Fink an der Spitze, der den telegraphischen Glückwünschen des Führers in herzlichen Worten auch die des deutschen Volkes beifügte. Am frühen Nachmittag erfolgte die traditionelle Ausfahrt des Königspaares durch Kopenhagen.

König Christian hat einen entscheidenden Ein­fluß auf die Haltung des dänischen Volkes unter der Besetzung des Landes ausgeübt", heißt es im Leitartikel vonPolitiken" anläßlich des 71. Ge­burtstages des Königs.Berlingske Tidende" schreibt, daß Ruhe und Kraft, die vom Thron aus­strahlten, jeden einzelnen in dieser Zeit beeinflußt und dazu beigetragen hätten, daß die Gegensätze im VolE ausgeglichen worden seien. Der Ober- kommandierende der deutschen Truppen in Däne­mark, General der Infanterie Lüdke, hat einen Tagesbefehl erlassen, in demdie besten Wünsche der sich augenblicklich im Lande befindenden deut­schen Wehrmacht für den hochgeachteten König zum Ausdruck gelangen."

Oie kommissarischen Staatsräte Norweqens zu Ministern ernannt.

Oslo, 26. Sept. (Europapreß.) Reichskommissar Terboven gab in Anwesenheit des Führers der Nationalfammlung", Vidkun Quisling, einen Empfang für die kommissarischen Staatsräte Nor­wegens. Er erklärte, daß er die bisherigen kom­missarischen Staatsräte zu Chefs ihrer De« p a r t e m e n t s mit dem TitelMini st e r" be­fördert habe. Gleichzeitig bekam der Generalsekretär derNational-Sammlung", Fuglesang, den Minfftertitel und die Zuteilung neuer Ausgaben als Chef des Sekretariates. Staatsrat M e i d e l l trete auf eigenen Wunsch aus seiner Stellung zu­rück, um sich wieder seinen Arbeiten an der Uni-

Von unserer Berliner Schriftleitung.

den Kanzler Hitler mit größter Vehemenz und mit starkem Haß aus. Er sprach davon, daß nur Ge­walt, schließlich ein Krieg der wahnsinnigen Ex­pansion Deutschlands in Zukunft ein Ende machen kann." Auf des polnischen Botschafters Frage, wie er sich diesen kommenden Krieg oorstelle, erwiderte er, daß vor allem die USA., Frankreich und Eng­land gewaltig aufrüsten müßten, um der deutschen Macht die Stirn bieten zu können.Dann erst, westn der Augenblick reif ist", so sprach Bullitt weiter,wird man zu der letzten Entscheidung schrei­ten können." Weiter berichtet der polnische Bot­schafter, daß Bullitt gesagt habe:Da das Kräfte- potential der Sowjetunion bisher nicht bekannt fei, könne es fein, daß sich Deutschland zu weit von seiner Basis entferne und zu einem langen und schreckenden Krieg verurteilt werde. Dann erst wür­den die demokratischen Staaten, wie Bullitt meint, Deutschland attackieren und es zu einer Kapitulation zwingen." Auf des polnischen Botschafters Frage, ob die USA. an einem solchen Krieg teilnehmen werden, antwortete er: Zweifellos ja, aber erst bann, wenn England und Frankreich zuerst los­schlagen."

In einer Unterredung mit Bullitt am 16. Januar 1939 erklärte dem polnischen Botschafter dieser als Definition des Standpunktes des Präsidenten Roose­velt:1. Eine Belebung der Außenpolitik unter Führung des Präsidenten Roosevelt, der scharf und unzweideutig die totalitären Staaten verurteilt. 2. Die Kriegsvorbereitungen der USA. zur See, zu Lande und in der Luft, die in beschleunigtem Tempo durchgeführt werden, und die kolossale Summe von VA Milliarde verschlingen. 3. Die entschiedene An­sicht des Präsidenten, daß Frankreich und England jeder Kompromißpolitik mit den Totalstaaten ein Ende machen müssen. Sie sollen auf keine Diskussion mehr eingehen, die irgendwelche Gebietsveränderun­gen bezwecken. 4. Eine moralische Versicherung, daß die USA. die Jsolierungspolittk verlassest und bereit sind, im Falle eines Krieges aktiv auf feiten Eng­lands und Frankreichs einzugreifen. Amerika ist be­reit, fein ganzes Material an Finanzen und Roh­stoffen zu ihrer Verfügung zu stellen."

Daraus geht hervor, daß schon 1938 und 1939 Roosevelt England, Frankreich und Polen Versiche­rungen für den Kriegsfall gemacht hatte, die er jetzt einzulösen beabsichtigt, ob auch das USA.-Volk sich dagegen sträubt. Aus Grund der Roosevelt-Versiche­rungen gaben England und Frankreich Polen die berüchtigte Garantie, auf Grund Roosevelffcher Zu­sagen schlugen Polen, England und Frankreich los. Und dieser jämmerliche Kriegshetzer versucht jetzt, sich von dieser ungeheuren Blutschuld reinzuwaschen!

Daß es sich im übrigen angesichts der provokato- rischen Maßnahmen des Präsidenten bei der Auf­hebung des Neutralitätsgesetzes nur um ein Män­telchen handelt« das Roosevelt den Schein der

versität zu widmen. Der Reichskommissar sprack seine Freude darüber aus, daß die Universität sich jetzt in einer Periode der Neuordnung befinde.

Iranische Gesandtschaft und Konsular- behörden in Deutschland aeschlossen.

Berlin, 26. Sept. (DNB.) Im Zusammenhang mit dem Verhalten der iranischen Re­gierung gegenüber der deutschen Ko­lonie in Iran nach dem Einmarsch englischer und sowjetischer Truppen in dieses Land hat die Reichs- regierung sich veranlaßt gesehen, die iranische Ge­sandtschaft und die iranischen Konsularbehörden m Deutschland und den besetzten Gebieten zu schlie­ßen und deren Mitgliedern eine Frist von zehn Tagen zur Abreise zu geben.

OaS Ritterkreuz.

Berlin, 26. Sept. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat auf Vor­schlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen an: Oberleutnant Hogeback, Staffelkapitän in einem Kampfgeschwader, der vor allem im Mittelmeer­raum dem Gegner in kühnen Angriffsflüaen schwer­sten Schaden zugefügt, in der Panzerschlacht bei Sollum entscheidend in den Erdkampf eingegriffen und im Kampfe um Tobruk viele erfolgreiche An­griffe durchgeführt hat, ferner an Oberfeldwebel Bender, Flugzeugführer in einem Kampfge­schwader, dem es gelang, wirkungsvolle Treffer in einem Gaswerk bei London zu erzielen. Im Ost- feldzug erhielt sein Flugzeug einen Flakoolltreffer, durch den er schwer verwundet und der Staffel­kapitän und der Funker aus dem Fluzeug geschleu­dert wurden. Trotzdem gelang es ihm, das Flugzeug wieder in feine Gewalt zu bekommen und auf dem Einsatzhafen zu landen.

Ferner an Leutnant Nordmann, Flugzeug­führer in einem Sturzkampfgeschwader. Er hat 5000 BRT. Handelsschiffsraum versenkt und 32 000 BRT. schwer beschädigt, Volltreffer in militärische Anlagen auf Malta und auf Tobruk erzielt, 21 Pan­zer und 14 Flakbatterien vernichtet. Ferner auf Borschlag des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine an Kapitänleutnant Dobber st ein, der als Chef einer Räumboofflottille innerhalb kurzer Zeit 500 Feindminen geräumt hat.

Kleine politische Nachrichten.

Reichsminister Dr. Goebbels überreichte im Beisein des Gauinfpekteurs Schach und des Gaube- auftragten der DAF. Spangenberg 16 Berliner Ar­beiterinnen aus der Kriegs- und Rüstungsindustrie, die sich im Rahmen des Kriegseinsatzes der deut­schen Frau besonders verdient gemacht haben, die ihnen vom Führer verliehene Kriegsverdienstme­daille und dankte ihnen in herzlichen Worten für ihre beispielgebende Haltung.

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In Oslo wurde in Anwesenheit des Staatssekre­tärs im Reichsministerium für Volksaufklärui-*g und Propaganda, G u 11 e r e r , die Deutsche Buchaus­stellung eröffnet. Unter den Anwesenden sah man Reichskommissar Terboven, den Führer der Nas- jonal-Samling, Vidkun Quisling, und eine Reihe norwegischer Persönlichkeiten.

Das argentinische Kriegsministerium gibt be­kannt, daß der Chef der Luftwaffe, General Zu- loaga, zur Disposition gestellt worden sei. Die Blätter deuten an, daß weitere umfangreiche Veränderungen innerhalb des Fliegerkorps zu er­warten seien.

Loyalität geben soll, geht aus einer Erwiderung im Abgeordnetenhaus hervor, in der ihm erklärt wurde, daß das Neutralitätsgesetz nur noch eine leere Schale sei. Keinen Teil des Gesetzes, so wurde ihm entgegengehalten, habe der Präsident unver­letzt gelassen, sondern es tatsächlich der Lage seiner Wünsche entsprechend abgeändert. Der berüchtigte Schießbefehl sei nur noch der deutlichste Beweis da­für, daß Roosevelt das Neutralitätsgesetz diktatorisch erledigt habe.Bei der von den verantwortlichen nordamerikanischen Kreisen beabsichtigten Aufhebung des Neutralitätsaesetzes handelt es sich schon nicht mehr um eine Rechtsfrage, sondern um eine Frage der Gewa11", so kommentiert das Madrider BlattABC" den im USA.-Senat ein­gebrachten Antrag auf Aufhebung des Neutrali­tätsgesetzes. Das Blatt fährt fort:Ohne das inter­nationale Recht studiert zu haben, weiß die ganze Welt, daß neutrale Schiffe weder Kriegskonterbands an Bord führen, noch bewaffnet fein dürfen. Ebenso­wenig ist es üblich, daß der Chef einer neutralen Macht erklärt, es sei seine Absicht, mit allen Mit­teln zur Besiegung einer der kriegführenden Mächte beizutragen. Unter diesen Umständen hat der Ver­such der Aufhebung des Neutralitätsgesetzes im Washingtoner Senat für Deutschland gar keine Be­deutung mehr. Formalgesetzlich wirb sich einiges ge­ändert haben, materiell aber absolut nichts. Here Knox erklärt bereits, daß die nordamerikanffchen Truppen dort eingesetzt werden müssen, wo es nötig ist, daß also ihre Aktivität nicht auf die westliche Hemisphäre begrenzt bleiben wird".

Der demokratische Senator M c K e U a r legte dem Senat eine Entschließung vor, in der die Ab­schaffung des Neutralitätsgesetzes vorgeschlagen wird mit der Begrüdung, daß es in direktem Widerspruch zu der amerikanischen Politik der Freiheit der Meere stünde. Daher müsse bas Gesetz vollständig abgeschafft werden. Es habe zwar Gültigkeit, doch werde es von der Regierung nicht beachtet. Wenn man sich erinnert, daß das Neutralitätsgesetz im Jahre 1936 unter dem Druck Neutralitätsgesetz im Jahre 1936 unter dem Druck der öffentlichen Meinung zum Schutze ber USA erlassen würbe und Roosevelt per­sönlich erklärte, daß es die Ausfuhr von Waffen und Munition an Kriegführende und die Benutzung amerikanischer Erzeugnisse durch Kriegführende ver­hindern solle, tritt der ungeheure Betrug des Prä­sidenten am amerikanischen Volk klar zutage. Roose­velts Wahlversprechen, das USA.-Volk aus dem Kriege herauszuhalten, war niemals ernst gemeint. Für ihn kam es nur darauf an, wiedergewählt zu werden, um dann im Auftrage der Wallstreetjuden das USA.-Volk in den Krieg zu hetzen, aus dem es sich mit Hilfe des Neutralitätsgesetzes heraushalten wollte.

Roosevelt beschuldigt sich selbst.