Ausgabe 
5.5.1943
 
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nordwestlich von Guodalcanar. Ihre Besetzung durch die Nordamerikaner erfolgte, wie das Departement behauptete, bereits im Februar. /

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Japanische U-Boote um Australien.

Schanghai, 5. Mai. (Europapreß.) Die Java- ner konzentrierten noch Ansicht des australischen Ma- rineministers Makin ihre Unterseeboote in den australischen Gewässern, um dort die­selbe Lage SU schaffen, wie sie durch die deutschen U-Boote im Atlantik gegeben ist. Die Luft- und Unterseebootsangrisfe seien die drohendste Heraus- sorderung, der sich Australien seit Kriegseintritt Ja- fnns gegenübersehe. Man nehme an, so heißt es noch, daß die japanischen U-Boote 50 Tage auf See bleiben können.

Aus dem Reich.

Heuer Befehlshaber im Wehrkreis XII

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(Nachdruck verboten.)

W. Fortsetzung.

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Kunst und Wissenschaft.

Schleswig-Holsteinischer Kunstpreis.

Gauleiter und Oberpräsident Hinrich Lohse

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Vom Schicksal verweht

Roman von Holla Outkelch

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Was ist denn? Warum liege ich im Bett? staunt Bob Lewis, nachdem er aus seiner tiefen j^wußtlosigkeit, die zwei Tage und zwei Nächte Wbauert Kt, erwacht ist. -Mit glanzlosen Augen !sicht er Professor Forster an, der vor seinem Lager st'ht.

:9a, Sie wollten uns abkratzen, mein Lieber. Em iPtar Tage haben wir geglaubt, wir würden Sie 'nicht durchbekommen. Daß Sie überhaupt noch da verdanken Sie Dos Passos."

\ Der Kranke dreht seinen Kopf zur Zeltwand. ..Was machen Sie denn für ein Gesicht, Lewis.

punbert sich der Professor.

Bevor Lewis antworten kann, Horen beide die Stimme Tommys.Mister Professor!" Hastig ttnirnt der kleine schwarze Stations-Boy:Sem Kommen Mister Gouverneur und Mister JJcajor. i^ben mitgebracht Polizeijungens in schöne Kleider, ai^llen sprechen Mister Professor!"

Förster schüttelt den Kopf.Nanu, wie kommen »vie denn hier zu so hohem Besuch! Entschuldigen pe einen Augenblick, Lewis." Er verlaßt schnell hs Zelt. Draußen auf der Lichtung begrüßt der pofessor die im Schatten des Bungalows stehenden prren. Lebhaft streckt er dem Gouverneur die Hand KDas ist ja eine Ueberraschung, kommen Sie i-r-auch helfen, Exzellenz?" .

I -2n gewissem Sinne, ja! Ich mochte Sie allem fachen, Professor. Das heißt, Mr. Rubber mochte \ * auch dabei haben." ... o ,,

! -Ab er gern, Exzellenz. Wollen wir in mein Zett l:C>en?"

I -Wo ist Fischer?" fragt der Gouverneur scharf.

; -Wer?" Forster trüut seinen Ohren nicht. , i. -Der Herr Gouverneur meint Dr. Dos Pafsos , piärt Major Seegrave sachlich.

ß932>- Der seitherige Befehlshaber irn Wehr­kreis XII, General der Jnfantere Steppuhn Träger des Ordens Pour le merite, dem die Füh­rung des Wehrkreises feit Kriegsbeginn oblag, ist am 30. April nach erheblicher Ueberschrertung der Altersgrenze aus feiner Dienststelle ausgeschieden. Anläßlich des 65. Geburtstages sind die Verdienste dieses ausgezeichneten Offiziers eingehend gewürdigt worden.

Am 1. Mai hat General der Infanterie S ch r o t h, em in den Feldzügen im Westen und Osten be- währter militärischer Führer, d^rn für seine kühne und umsichtige Borbereitung und äußerst tatkräf. üge Durchführung des Angriffs auf die Festung Lrest-Litowsk vorn Führer im Juli 1941 das Ritter- 'reuz zum Eisernen Kreuz verliehen worden ist, wieder den Befehl rm Wehrkreis XII übernommen. Sein besonderes Verdienst war auch der Ausbau M Westwalls im Pereich des Wehrkreises.

Kriegsbetriebsgememfchasten des Handels.

Der Reichswirtschaftsminister hat an die nach- geordneten Behörden einen Erlaß gerichtet, wonach üe Bildung von Kriegsbetriebsgemeinschaften im Nahmen der Stillegungsaktion grundsätzlich zuge- lassen wird. Der Erlaß betont die Selbstverantwort- ichkeit der Kaufleute bei der Bildung solcher Ge- neinschaften und untersagt die Erzwingung von Zu- ;!amMenlegungen. Wirtschaftspolitisch unerwünschte Lntwicklungen sollen jedoch verhindert und die rich- ige Steuerung der Verbraucheroersorgung gesichert oerden. Die Zusammenlegung von Betrieben bedarf !er Genehmigung. Für die Bildung von Kriegs- ietriebsgemeinschaften kommen Handelsbetriebe aller !lrt in Betracht, nicht znur gleichartige Betriebe, nenn auch eine branchenmäßige Verwündtfchaft als zweckmäßig bezeichnet wird. Es können auch Be­triebe, die den Stillegungsbescheid scholl erhalten haben, sich Mit anderen nicht stillgelegten Betrieben msammenlegen. Die rechtliche Gestaltung der Zu- iammenlegung ist Sache der beteiligten Kaufleute. Firmenrechtliche und Steuerschwierigkeiten, die sich bei der Zusammenlegung ergeben können, sollen noch durch ergänzende Anweisungen der beteiligten Minister ausgeräumt werden. Betriebe, die beim Zusammenschluß ihre bisherigen Geschäftsräume aus- gben und weiterhin dafür Miete zahlen müssen, er­kalten wie stillgelegte Betriebe eine Mietbeihilfe.

Mn 1. Mai 1943 den Schleswig-Holsteinischen Kunst­preis verliehen. Preisträger sind der Schriftsteller flennt Herse, der im Felde stehende junge Kieler Maler Hans Hansen und der Organist Alfred tuth in Hadersleben.

Brahms-Klavierkonzert.

Eines der gewaltigsten Klavierwerke des 19. Jahr- janderts, das Konzert in B -d u r von Johan­ns Brahm s, erklingt am Donnerstag von 20.20 ;lis 21 Uhr im Reichsprogramm. Die Schöpfung ühlt zu den persönlichsten Bekenntnissen des Mei- prs, der dem Soloinstrument besonders schwierige, Oer dankbare Aufgaben gestellt hat. Solistin ist die Kiener Pianistin Magda Rusy, die unter Leitung ton Generalmusikdirektor Weisbach konzertiert.

Wiener TNeisterprelfe der bildenden Kunst.

Die anläßlich des 80jährigen Bestandes des Künft- ilirhauses von der Stadt Wien gestifteten drei Mei- Iflerpreife der bildenden Kunst kamen zum zwelken- Imal zur Vergebung. Sie wurden von Reichsleiter paldur von Schirach an folgende Künstler verliehen: Iber Waldmüller-Preis an den Maler Professor Ru- d.üf Bacher, der Raffael-Donner-Preis an den pildhauer Professor Josef M u e l l n e r und der Ikriehub er-Preis an den Graphiker Professor Leo Ikwitbert L o b i s s e r.

Aus der Siadi Gießen.

Schwalben-jdyll.

Es hat seine Vorzüge, im obersten Stockwerk eines Hauses zu wohnen; drei oder vier Treppen erhalten geschmeidig. Auch die Luft ist dort oben besser, die Sonne kommt dort morgens als erste und scheidet abends später als von den Bewohnern der unteren Stockwerke. Und außerdem befreundet man sich so leicht mit den Schwalben ...

In jedem Frühjahr betätige ich mich in Hilfe­stellung bei den Ausbesserungsbauten der benach­barten Schwalbennester. Anfangs njirb diese Hilfe nur von weitem und etwas mißtrauisch zögernd an­genommen, doch bald arbeiten wir sozusagen Hand in Hand, und die Tätigkeit geht flott vonstatten. Das pflegt sich folgendermaßen abzuspielen:

Wenn die Schwalben mit langgezogenen schrillen Schreien zwischen den Giebeln dahinschießen und mit feinen Flocken und Halmen im Schnabel zum Neste fliegen, dann ist es so weit. Dann hole ich einen kleinen Korb herbei, der voll feiner Fusseln und Flöckchen, zerpflückter abgenutzter Watte und sonsti­gem schwalbischem Baumaterial liegt das sorgsam schon im Februar und März gesammelt wurde und setze mich mit diesem Korb an das offene große Erkerfenster. Achtsam lasse ich, wenn eine Schwalbe sich in elegantem Bogen nähert, ein Flöckchen los, so daß der Wind es ihr langsam entgegenträgt. Ziel­sicher wird es geschnappt und entführt. So steuert sich ein weiches Stückchen Baustoff nach dem anderen durch die Luft zu den Schwalben hin, und es dauert gar nicht lange, meist nur eine knappe Stunde, bis die Tierchen den Zusammenhang zwischen dem Fen­ster und der Spende begreifen. Nun kommen sie schon zielbewußt angeflogen, doch haben sie noch Scheu vor dem Menschen und nehmen die Kurve um den Erker recht weit. Habe ich meine kleinen Freunde so weit, dann locke ich sie näher, indem ich die Flocke erst spät loslasse, so daß sie schon dichter herankommen müssen, um die weiche Polsterung zu erreichen. Wenn wir so weit gediehen'sind, ist es nicht mehr schwer, auch noch den letzten Schritt zu tun, die Schwalben die Flocke aus der Hand nehmen zu lassen. Allerdings bekommen sie meist im letzten Augenblick noch einen Schreck vor dem eigenen Mut, zielen zwar auf die Flocke in der Hand/ biegen dann aber mit einem Schrei kurz vorher wieder ab. Doch war erst einmal eine Mutige dabei, die die Angst, vor dem Menschen überwand, dann werden auch die anderen zutraulicher, und schließlich reißt eine nach der anderen ihre Flöckchen aus meiner Hand, ich kann kaum so schnell ein neues darreichen. x

So vergeht der Sonntagvormittag und -nachmittag wie im Fluge. Und sehe ich die Schwalbenfreunde bann im Sommer eifrig die Giebel umkurven, denke ich mit Freude an die Bauzeit zurück und fühle noch den Lufthauch, der durch den schön geschweiften Flügel an meine Hand gewirbelt wurde ... P. K.

Echießwehrkämpfe der EA.

Am kommenden Sonntag, 9. Mai, kommen die Schießwehr kämpfe der SA. für den Standort Gie­ßen zur Durchführung. Im übrigen Standarten­gebiet wurden die Schießwehrkämpfe an den letzten Sonntagen bereits durchgeführt. Sie zeigten, daß die SA.-Männer nicht nur auf dem Stand, sondern auch im Gelände unter ganz neuartigen Bedingun­gen ihr Ziel zu treffen wissen. Außer der SA. be­teiligten sich Mannschaften der Wehrmacht, der Po­lizei, der politischen Leiter und vieler Organisatio­nen. Neben den Soldaten zeigten die anderen Teil­nehmer/ daß auch sie es verstehen, mit der Waffe umzu gehen.

Auch in Gießen werden die Teilnehmer am Sonntag zeigen, wie weit sie in der Lage sind, die ihnen gestellten Bedingungen zu erfüllen. Mit der Flaggenparade auf den Schießständen am Schützen­haus werden um 815 Uhr die Schiehwehrkämpfe der SA. 1943 eröffnet Anschließend werden hier bis um 12 Uhr die Einzelschießwehrkämpfe durch­geführt. Um 13 Uhr beginnen auf dem Standort- Übungsplatz an der Straße nach x Steinbach die Mannschaftsschieß-wehrkämpfe. Die Mannschaften müssen nach einem 3-Kilometer-Marsch in 30 Minu­ten von der 'fBergfafeme zum Standortübungsplatz in einer bestimmten Zeit 15 Schuß auf drei ver­schiedene Ziele abgeben. Gewertet wird nur die ge­samte Mannschaft.

Auch hier werden sämtliche Teilnehmer die Wehr­bereitschaft der Heimat unter Beweis stellen.

SchütztunsereWaldungen und Ai hgen

Im Allgemeininteresse wird erneut darauf hin­gewiesen, daß Unbefugten das Betreten von Wäl­dern und Gehölzen vor Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang außerhalb der dem allgemeinen Gebrauch dienenden Wege auf Grund der Polizei­verordnung des Reichsstatthalters in Hessen Lan-

Forster sieht ihn verständnislos an.Was hat denn Dos Passos mit Fischer zu tun?"

Das werden Sie noch früh genug erfahren!" erwidert der Gouverneur unhöflich.

Seegrave weist seine schwarzen Polizeidiener an, den Eingang des Sanitätszeltes zu bewachen.Ihr laßt niemanden herauskommen, verstanden?"

Si, fi wir lassen niemand heraus!" nicken die beiden Neger eifrig.

Ja, um Gottes willen, was soll denn das be­deuten?" wendet sich Forster ratlos an der Gou­verneur, aber er bekommt keine Antwort.

Im Sanitätszelt arbeitet Dos Passos, Virginia assistiert ihm. Bis auf zwei Dschungelneger sind alle im Zelt anwesenden Schwarzen geimpft.Na, komm mal her!" winkt Dos Passos den. Oer an der Reihe ist, zu sich heran. Er untersucht ihn und sagt über die Schulter zu Virginia:809 Anfall schon abgeklungen, Vorbeugungsampulle!"

Die Aerztin trägt die Angaben in das Journal ein .und greift dann nach einer Spritze.Wir haben keine Dorbeugungsampullen mehr hier. Soll ich eine neue Packung holen?"

Ja, bitte, und auch etwas Verbandwatte."

Als Virginia am Zelteingang erscheint, hält sie der eine der schwarzen Polizeiposten an:No, Miß bleiben drin. Niemand darf aus Zelt."

Erschrocken bleibt Virginia stehen, sie begreift, was geschehen ist und verschwindet sofort wieder im Zelt.

Dos Passos reinigt den rechten Oberarm des Negers.So, schon fertig, jetzt gibt's noch gute Mäizin in den Arm, und dann bist du gesund." Der Schwarze versteht kein Wort, lacht aber freund­lich Dos Passos an.

Der Arzt blickt zum Zelteingang, weil er glaubt, Virginia müsse jeden Augenblick mit den Ampullen zurückkommen. Erstaunt bemerkt er, daß sie über­haupt nicht gegangen ist. Unschlüssig blättert sie in dem Journal. Sie fühlt seinen Blick. "Ihr Gesicht ist völlig beherrscht, als sie sagt:Sie sind da!"

Dos Passor bleibt ruhig, schiebt Virginia einen Stuhl hin und setzt sich zu ihr.Ich bin so froh, daß

Die Jagd im Mai.

Die Maienjagd hat es dem Jägerherzen von jeher angetan. Nicht nur ist es das Grünen und Blühen überall in seinem Revier, das den Weidmann mit Macht hinauszieht, sondern dieJagd geht wie­der auf. Denn vom 16. d. M. an ist das Jagen auf den R e h b o ck frei. Zwar entspricht der Bock in seiner grauen oder durch den Haarwechsel grau­roten Decke nicht dem weidmännischen Ideal, das sich den erstrebten Waldfreiherrn im roten Rock vorstellt. Aber es geht darum, zu einer noch gün­stigen Zeit den abschußnotwendigen, schlecht veran­lagten Bock zur Strecke zu bringen. Und je eher dies geschieht, um so besser. Jeder Jäger mit Er­fahrung weiß, wie rasch bei Höherwerden des Ge­treides gerade diese Gesuchten sich ins Feld stellen und dann oft bis in die Brunft, die sie gerade nicht mehr erleben sollen, unsichtbar werden. Darum be­nutzt der Weidmann die erste Maihälfte dazu, um sich diese Böcke, die er eigentlich schon alle von der Wildzählung her kennen sollte,anzubinden", um dann bald zum Abschuß zu schreiten.

Seine häufige Anwesenheit im Revier ist aber auch deswegen von Wichtigkeit, weil bald die ersten kleinen Trittsiegel auf. der feuchten Waldschneise ihm verraten, daß Kitze da sind. Und manche graue Ricke kommt ihm zu Gesicht, die für sich allein steht und ihrer schweren Stunde entgegensieht. Beschla­gene Ricken und wenige Tage alte Kitze aber be­dürfen oft sehr seines Schutzes, vor altem gegenüber jagenden Hunden.

Gegen Monatsende wird auch das Rotwild- revier zur Kinderstube. Ueberall, wohin der Jäger kommt, wächst neues Leben heran. Die Jung­häschen vom ersten Satz hoppeln bereits abenos über die Schneise, indes draußen im Feld die Rammler eifrig der Häsin die Kur machen. In der alten Burg derer von Grimbart liegen 3, auch 4 Jun adächse, die abends bereits der Mutter über die Erde folgen. Auch im Fuchsbau herrscht reges Leben. Der glattgetretene Spielplatz der Jungfüchse, ihre vielen Grabversuche, die Ueberrefte des Raubes, den ihnen die Mutter zu-

trug, verraten dem Jägerauge genug. Drum ist jetzt auch der Zeitpunkt da, wo man da und dort einen Jungfuchs am Bau abschießen ober auch den Bau graben kann, wenn der Fuchsbestand für Nieder­jagd und Hausgeflügel zu hoch erscheint. Unweid­männisch dagegen wäre es, und auch gegen das Ge­setz, wenn die führende Fähe am Bau abgeschossen und die Jungen dem Hungertod überliefert würden.

Des Fasanenhahns rauher Balzruf verrät, daß die Hennen bald brüten werden; in der dor­nigen Hecke ober am Feldrain hat das Feldhuhn sein Nest, und die M u 11 e r e n t e am Bachufer er­wartet bereits bas Ausschlüpfen der Jungenten.

Das sind ftohe Aussichten für den Jäger, die man ihm nach den Jahren schwerster Verluste gönnen soll. Nach dem bisher so günstigen Verlauf des Früh­jahrs darf er wohl auf einen Aufstieg rechnen. Um fo wichtiger aber ist es, alles Störende fernzuhalten. Kaum ist die Deckung draußen wieder höher, da streben abends die Katzen nach allen Himmelsrich­tungen aus dem Dorf ins Feld, um im Morgen­dämmern satt Heimzukommen. Manche vergessen auch das Heimkommen ganz und bleiben draußen, um sich ausschließlich dort zu ernähren und neben der Mäusejagd dem Vogelfang unb der Wilderei obzu­liegen. Sie stellen die schlimmsten Feinde des Re­viers dar, denen der Heger unbedingt das Handwerk legen muß. Auf die Hundeplage wurde schon hin­gewiesen.

Krähen, die Junge im Nest haben, und Elstern gesellen sich hinzu, auch das Wiesel verlangt seinen Anteil. Habicht und Sperber seien auch nicht ver­gessen. Darum steht neben dem Jagen der Jagd­schutz im Vordergrund. Es wäre grundfalsch, wollte der Jäger, der nur eine Feldjagd bejagt, keinen Bock zu schießen ober nicht die Freube hat, auf den Urhahn ober den Birkhahn weidwerken zu können, die Flinte im Schrank stehen lassen, bis die Enten auf dem Bach schußbar sind ober bis gar die Hühner­jagd aufgeht. Diese Unterlassungssünde muß er schwer an seinem Wild büßen. Hubertus.

desregierung vom 3.3.43 verboten und strafbar ist. Auch das Abreißen von frischem Grün wird strengstens bestraft.

Ferner wird der Gießener Einwohnerschaft der Schutz ihrer Anlagen besonders ans Herz gelegt. Leider muß immer wieder festgestellt werden, daß auch die Grünflächen unserer Anlagen und die neu angelegten Blumenbeete beschädigt werden. Als be- fonberer Uebelftanb macht sich in der letzten. Zeit bemerkbar, daß die Passanten nicht die Wege in den Anlagen einhalten, sondern die angrenzenden Rasen­flächen betreten, x '

Verschmelzung vonBaugenoffenschasten

Im Zuge der allgemeinen Zusammenfassung im Baugenossenschaftswesen sind nach einer verbind­lichen Anordnung des Reichswohnungskommissars auch in unserer Stadt Verschmelzungen von Bauge­nossenschaften vorzunehmen. Zunächst handelt es sich darum, die Gemeinnützige Baugenossenschaft Gießen-Wieseck in die Gemeinnützige Baugenossen­schaft 1894 Gießen als die größte und leistungsstärkste Drgamfation dieser Art in unserer Stddt einzu­gliedern. Der Zusammenschluß dieser beiden Ge­nossenschaften ist mit Wirkung vom 1. Januar 1943 durchzuführen.

Die Verwaltungsorgane der beiden Genossen­schaften sind auf Grund der Anordnung des Gau- wohnungskommissars dahin übereingekommen, die Verschmelzung in der vorgesehenen Weise sofort durchzuführen. Danach wird die Gemeinnützige Bau- genossenschaft Gießen-Wieseck ihren Besitz mit neun Häusern mt 24 Wohnungen in die Baugenossen­schaft 1894 überführen. Die Uedernahme der Wie- secker Genossenschaft in die Baugenossenschaft 1894 wird mit sämtlichen Aktiven und Passiven erfolgen. Die wirtschaftlichen Verhältnisse der Wiesecker Ge­nossenschaft sind in allen Teilen gesund, so daß aus der Verschmelzung mit der Baugenossenschaft 1894 keinerlei Belastungen für die Mitglieder der Gieße­ner Genossenschaft entstehen, wie umgekehrt die. Wiesecker Genossenschaftsmitglieber auch keinerlei Nachteile zu erwarten haben, da der Status der Gießener Baugenossenschaft sehr kapitalkräftig und vollkommen gesund ist. Vorstand und Auffichtsrat der Baugenossenschaft 1894 Gießen haben beschlossen, die Wiesecker Genossenschaft als Ganzes nach dem Stand der Bilanz vom 31. Dezember 1942 aufzu­nehmen. Die übernehmende Gießener Genossenschaft wird ihre bisherige Firmenbezeichnung beibehalten. Der Verschmelzungsvertrag wird in Kürze den bei­den Generalversammlung ^ur Zustimmung unter­breitet werden.

Für die Baugenossenschaft 1894 bedeutet diese

du jetzt bei mir bist, Virgin! Man wird bescheiden. Früher haben wir geglaubt, ein ganzes gemein­sames Leben liege vor uns, und jetzt bin ich glück­lich, daß es wenigstens. nach ein paar Minuten sind." Virginias Äugen füllen sich mit Tränen, als Dos Passos fragt:Hast du manchmal an die Abende am Fluß in Oklahoma gedacht, Virgin? Damals sah das Leben so einfach aus. Wir hatten alles vor uns. Weißt du noch, ich wollte doch das kleine Haus kaufen, und da haben wir uns ausge­dacht, was wir im Frühjahr mit dem Garten machen würden. Und dann haben wir uns fast gezankt, ob der alte Fliederstrauch am Zaun stehen bleiben sollte oder nicht! Ich war für den Flieder und du dagegen. Dabei hatten wir das Haus noch gar nicht. Und wir haben es auch nie bekommen."

Nein, wir haben es nie bekommen!" wiederholt Virginia leise.

Dos Passos fragt fast heiter:Weißt du noch, wie du mich ausgelacht hast, weil ich nicht an einem Freitag heiraten wollte? Lach noch einmal, Virgin. Ich weiß gar nicht mehr, wie das ist, wenn du lachst!"

Da erscheint auf ihrem tränenüberftrömten Gesicht wirklich das leise Lächeln wie ein letztes Geschenk für Peter Fischer.

Neugierig ist Je-crois-en-Dieu, der mit einem Häuflein Dschungelneger wartet, den Vorgängen vor dem Sanitätszelt gefolgt. Er sieht, wie Major Seegrave und die beiden Polizeidiener im Zett ver­schwinden.Wann weiter Medizin geben?" fragt er ungeduldig den Professor.

Forster ist nervös.Vielleicht noch heute, Je- croi-sen-Dieu! Wir müssen uns nur besprechen wegen ... Also bis morgen!" verabschiedet er ihn zerstreut.

Aber er hat nicht mit dem Argwohn des Dschun­gelkönigs gerechnet, der ihn festhält, als er sich eilig abwenden will.E'olla! Was besprechen? Wegen Silberpeso? No, no! Nix zu besprechen! Ich ver­lange gutes Geld!" faucht er drohend.

Forster versucht, sich seinem harten Druck zu ent-

Uebernahme eine erhebliche Erweiterung ihres Auf­gabengebiets, den Mitgliedern der Wiesecker Bau»' genossenschaft bringt die neue Sachlage eine be­grüßen swerte Verstärkung ihrer Zukunftaussichtsn'

Glona-palast:

Vom Schicksal verweht^.

Die erste Anregung zu diesem filmisch recht brauchbaren Stoff gab das SchauspielDschungel" von Josef Maria Frank, das wir vor einiger Zeit auch hier in Gießen gespielt haben. Der Fllm der Märkischen-Panorama-Schneider-Südost, zu dem H. G. P e t e r s s o n und Ralf E. V a n l o o das Dreh­buch schrieben, schließt sich indessen, was unsere Leser interessieren wird, wesentlich enger an den gegenwärtig im Gießener Anzeiger unter dem glei­chen Titel laufenden Roman von Holla G u t k e l ch an: die Handlungsführung deckt sich bis in den Wortlaut der Dialoge. Eine ferne, abenteuerliche, exotische Welt tut sich auf. Der entschlossene und er­bitterte Feldzug weißer Aerzte gegen die Malaria auf einer fieberverseuchten Antilleninsel ist zugleich ein zermürbender und nervenaufreibender Kampf gegen behördliche Widerstände und vor allem gegen die abergläubischen und angstverstörten Negereinge-. borenen im Dschungel, die sich mit dem Fanatismus der Primitiven gegen den unbegreiflichen .Lauder^ der weißen Medizinmänner zur Wehr fetzen ober auf verschlagene Weise materiellen Gewinn daraus zu ziehen trachten. In dieser erregenden, fiebrig überhitzten Atmosphäre, die über die Dschungel­gebiete hinaus bis in die europäisierte Hauptstadt mit ihren Kliniken, Laboratorien, Gesellschafts- und Derwaltungsräumen ausstrahlt, kreuzen sich die Schicksalswege einer jungen Aerztin und eines deutschen Arztes, der eines Tages unter dem falschen Namen Dos Passos auftaucht, um sich mit einem neugefunbenen Präparat an dem Kampf gegen die immer neue Opfer fordernde Seuche zu beteiligen. Im Verlaufe dieses nach mehreren Fronten zugleich geführten und keineswegs nur von den fachlichen Mechoden medizinischer Wissenschaft beftimmten Kampfes entscheidet sich das Schicksal des. Dr. Dos Passos, der sich jahrelang nicht von einem auf ihm lastenden Mordverdacht zu reinigen vermochte: als durch das unverhoffte Geständnis eines der Seuche erliegenden Nebenbuhler^ die Unschuld des Deut-, fchen an den Tag kommt, hat auch eine Liebesge­schichte ihre befriedigende Lösung gefunden. Un­ter der Spielführung von Nunzio M a l a s o m m a wird der Stoff geschickt, silmgerecht, spannend und ohne die im Schauspiel aufdringlich wirkende lieber- betonung sensationeller Effekte zum Vortrage ge-

winden.Du bekommst deine Silberpesos! Ist ja alles in Ordnung, laß mich los."

Je-crois-en-Dieu versucht, die Notlage des Pro­fessors auszunutzen.Zwei Silberpesos für jeden Neger quäh oder ich sagen mein Freund, daß du sein großer Betrüger", schrett er und fuchtelt Forster mit der Faust unter der Nase herum.

Major Seegrave tritt aus dem Zelt. Hinter ihm geht Dos Passos zwischen den beiden Polizisten. Aber, Je-crois-en-Dieu!" ruft er dem den Pro­fessor bedrängenden Netzerhäuptling zu.Willst du wohl gleich vernünftig sein? Was ist denn los?"

Er wollen betrügen armen Neger", verteidigt sich Je-crois-en-Dieu erregt.Warum du nicht geben weiter Medizin?"

Ich muß fort. Die anderen werden morgen weiter Medizin geben, verstehst du?" beruhigt ihn Dos Passos.

Der Neger sieht den Arzt verdutzt an.Du gehen fort? Warum? Wo du gehen hin?"

Sehr weit, Je-crois-en-Dieu, viele Tage weit!"

Wann du kommen wieder?" will der schwarze Freund wissen.

Ich komme nicht wieder, aber es bleibt hier alles -so, wie es ist, Je-crois-en-Dieu!"

Hartnäckig fragt der Schwarze Dos Passos: Warum du gehen?"

Das verstehst du nicht, Je-crois-en-Dieu. Ich soll einen Mann getötet'^aben, und dafür will man mich bestrafen."

Gute Mann?"

Nein, das kann man wirklich nicht behaupten."

Verblüffung malt sich auf dem primitiven Gesicht. In Dschungel man wird viel mächtig, wenn man schlechte Mann tötet warum man dich bestrafen?"

Dos Passos muß über die einfältige Logik lächeln. Dschungelgesetz ist nicht unser Gesetz, Je-crois-en- Dieu. Wir sind weiße Männer, wir haben andere Gesetze.".

(Fortsetzung folgt)