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4.3.1919
 
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Dienstag, V März |9<9

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l 169. Jahrgang __

Eichener Anzeiger

«s. General-Anzeiger für Oberhessen..

ab»

der

Si«z«s der RegterungStruppen in Königsberg.

Königsberg, 3. März. (WTB.) Heute früh sind die Regierungstruppen in die Stadt eingerückt. Die Armee-Mari- ne-Volkswehr wurde en tw affnet;ihr Hauptquartier, das Schloß, sowie die übrigen Unterkünfte wurden von den Regierungstrup­pen besetzt. Das Generalkommando des I. Ar­meekorps verhängte den Belagerung s- zustand über die Stadt. Zur Zeit sind die Regierungstruppen noch mit der Säuberung der einzelnen Widerstandsnester beschäftigt, die sich an verschiedenen Stellen der Stadt gebil- >et haben.

Die Gefährdung der deutschen Ostmark.

einer Hauptstadt, nicht tn einer Provinz, son­dernbeim Volke" liegen!

Bern, 3. März. (WTB.) Wie Nouvelliste de Lyon" aus Paris meldet, teilte General G e r a r d, der Kommandant der ach­ten Armee, mit, daß infolge der korrekten und Opalen Haltung der Bewohner der Pfalz gegenüber den französischen Militärbehörden ünftig der Po st kartenverkehr zwischen Familienmitgliedern im besetzten und int un­besetzten Gebiet in deutscher und französischer Sprache wieder zugelassen ist. Das Versamm- ungsverbot und die Auflösung von Turn- und Militärvereinen bleiben bestehen; Tanzlust-

Berlin, 3. März. Rach einer Meldung der Täglichen Rundschau" wurden in Posen dieser Tage über tausend Ansiedler aus den deutschen Siedlungsgebieten fe ft genommen und zur Ver­richtung von Zwangsarbeit verschleppt. Ferner sollen amtliche Bewohner der Provinz Posen gezwungen werden, 50 Mark von jedem Hundert ihres Ein­kommens als Sondersteuer an polnische Kassen

Die staatlichen Neugliederungen im Reiche und Grohhessen.

Man kann mit der Behandlung der Ber fasftrnos fragen tn der Nattonalversammlung rm all & erneuten zufrieden sein. Ein starkes, einheitliches Reich, ohne die bisherige Gliede- rung in ein monotones Ganzes aufzulösen, i aber auch ohne dem Partikularismus neue I Nahrung zuzuführen diese Tendenz riügt sich durch. EinerZerschlagung" Preußens haben nie das Wort geredet. Auch hier snuß das historisch Gewordene, soweit es noch heute festgewurzelt und begründet erscheint , und an den Zeitereignissen sich nicht von selbst zerschlägt, nach Möglichkeit berücksichtigt wer- , den. Warum B. eine Verteilung Preußens? Nicht mit Unrecht wird darauf ver- ! wiesen, daß die preußischen Provinzen wirt- schaftlich, historisch und ethnologisch als Ein­heiten, ähnlich wie auch die Einzelstaaten, er­halten bleiben fthmen. Freilich, für leblose Kleinstaaterei ist kein Platz mehr. Aenderungen und Neugliederungen, soweit sie einen Fort­schritt bedeuten und die beteiligten Bevölke­rungen sie wünschen, dürfen nicht unmöglich gemacht werden. Der neue Berfassungsent- rourf hält dafür denn auch die Tür offen, und tn den Volksvertretungen wird dieser Stand­punkt stillschweigend angenommen.

Die Hessische Volkskammer hat .diese Mnge, an denen oas bisherige Groß­herzogtum sehr wesentlich beteiligt ist, noch nicht eingehend behandelt. Wir machen ihr keinen Vorwurf daraus. So liegt ja die Sache «nicht, daß man willkürlich neue Abmessungen vornehmen und nach Belieben neue Grenzen ziehen tarnt. Soweit hat auch der Minister­präsident Ulrich vollkommen recht, wenn er kürzlich äußerte, die Frage der Grenzänoe- -ruuaen zwischen den Gliedstaatensei noch im Fluß"'. Nur wird man, besonders nach der vom Frnanzminister Henrich dargelegten Fi­nanzlage unseres Landes nicht verkennen, daß «nicht alles beim alten bleiben darf. Es ist feine großzügige Politik, wenn man die Hauptstadtfrage in den Mittelpunkt Der Probleme rückt und von da ans die Dinge schief ansieht. Ulrich hat geäußert, Hauptstadt­wünsche seien vor gebracht worden u. a. von Wiesbaden, Kassel, sogar Gießen. Er ist falsch unterrichtet. Die Stadt Gießen hat zu dieser Frage überhaupt noch keine Stellung (genommen, und in den zahlreichen Versamm­lungen, die über die Frage Großhessen statt- igehmben haben, ist von keiner Seite das .Verlangen hervorgetreten, Gießen zur Haupt­stadt zu machen. Dagegen spüren wir immer wieder die Sorgen und Äengste der Stadt Darmstadt als unserer bisherigen Hauptstadt. Wir haben bereits in einer Auseinander­setzung mit demDarmst. Tägl. Anz." daraus hingewiesen. In seiner Samstag-Num­mer legt dieses Blatt, das bekanntlich von einemnach innen geschlagenen Anuexionis- mus" gesprochen hatte, übrigens ein be­merkenswertes Bekenntnis seiner Mauserung ab. Es erklärt jetzt u. a. wörtlich:

Als das Wünschenswerteste er­scheint also der Zusammenschluß des ehemaligen Großherzogtums mit der Rhein Provinz, der Gegend von 'Kreuznach, Nassau u nd dem Kreise Wetzlar als eines abgerundeten na­türlichen Wirtschaftsgebietes., Aus die Angliederung Kurhessens wird kein ,be- sondever Wert zu legen sein, da es eben wrrt- schasts-geographisch nickt zum Stromgebiet des Rheines, sondern der Weser gehött. Sollte das Gefühl der Stammesgemeinschaft stärker sein als wirtschaftliche Bedenken, so steht es ihm ja, tret, sich dem mittelrheinischen Freistaat anzusästjeßen, täe führende Rolle wird ihm aber sicher mcht tn demselben zufallen."

An einer anderen Stelle meint das Blatt:

Durch den Zusanrmenschluß mit Nassau und Wetzlar wären auch die berechtigten wirt­schaftlichen Wünsche Gießens gewahrt. Auf diesem Boden können sich die drei Pro­vinzen unseres HcsseUlandes zusammenfinden. Der Zusammenschluß mit Nassau und Wetzlar wird von allen drei ProvinzennnlTbmmcn geheißen, statt des Anschlusses von Kurchessen wünschen die bei­den südlichen Provinzen aus bringmben wirtscljaft- ftdien Gründen jben Anschluß der Pfalz Tritt diese wichtige Ankunstsfrage an uns heran, fe muß .sie unser Ländchen in einmütiger Ent­schlossenheit finden. Und diese Einmütigkeit her- beizu führen, das muß die Ajufgabe der Presse in den drei Provinzen sein, ftatt eine völlig über» flüssige und nur schädlich wirkende Polemik gegen» einander zu führen."

Wir haben nichts gegen den Anschluß der Pfalz einzuwenden, meinen aber, daß man kurhessische Landesteile, wenn sic mit uns ge­meinsame Interessen erörtern wollen, nicht mit Darmstädter Vorurteilen zurückweisen darf. Man denke an das Selbsibesttmmungs- recht! Keiner der beteiligten Landeskreise darf Kirchturmspolitik machen, so daß man ihm spöttisch zurufen möchte: ,Hch suchte mir so eine Hauptstadt aus, im Kerne Bürger-Nah­rungsgraus." Kommt ein Großhessen zu- jtynwe, so wird dieführende Roll?" nicht in

Reichs Hauptstadt erhalten soll, besprochen und hierbei von den Derttetern des Reichs weit­gehendes Entgegenkommen zugesagt. Die Aus- spraä>c führte zur Einigung in den grundsäy- lidjcn Fragen.

Berlin, 3 März. (WB.) Staatssekretär Bauer ist in Begleitung des Unterstaatssekretärs Riedel und des Sekretärs K a u t s k h mittels Flugzeuges um 10 Uhr vormittags nach Wien zurückgekehrt.

Deutsche Nationalversammlung.

(19. Sitzung^

Weimar, 3.März

PrSfident Febrenbach eröffnet die Sitzung mit einer Ansprache, die die Mitglieder des Hauses mit Ausnahme der Unabhängigen Sozialdemokraten stehend anhören, worin er unsere Ofiafrikaner in der deut­schen Heimat willkommen heißt.

Auf der Tagesordnung steht die Fartsetzuug der ersten Beratung des

VersajsmigSentwvrsS.

Reichsminister des Innern Dr. Preuß: In der Verantwortlichkeit dem Gesetz gegenüber soll Kern Unterschied sein zwischen dem Reichsoberhaupt und dem geringsten Bürger. Der Abgeordnete Delbrück möchte eine Erste Kammer mit berufsständischer Ver­tretung haben. Wenn man für diese berufsständische Vertretung auch die Arbeiterräte mit in die Versamm­lung aufnähme, würde sich vielleicht auch die Linke damit besteunden. Aber dem ganzen Gedanken der berufs» ständischen Vertretung stehen so überwiegende Beden­ken gegenüber, daß ich es nicht für wahrscheinlich, halte, daß er Aufnahme in die Verfassung finden kann. 3n mancher Beziehung würde ich auch heute, noch ein Staatenhaus oorziehen. Die in einem Reichs-, rat unvermeidliche Ausnahmestellung Preußens würde- in einem Staatenhaus weniger notwendig sein. 3mf Staatenhaus könnten auch große Landesteile Preu­ßens, wie Rheinland, Hesien, Hannover, ebenso roief Baden und Württemberg eine besondere Stimme er­halten, ohne daß dadurch eine Zerschlagung Preußen» bedingt wäre (Sehr richtig). Die Gliedstaaten legten, aber entscheidenden Wert auf ihre Mitwirkung aitj der Verwaltung auch in beschließender Form, und so', hätte neben dem Staatenhaus doch noch ein Reichs- rat bestehen müßen. Demgegenüber sehe ich in bem< Reichsrat ohne das Staatenhaus das kleinere Uebel.1 (Sehr richtig) Große und wichtige Teile der Ver­fassung sind in voller Uebereinstimmung mit beit Gliedstaaten aus den Beratungen hervorgegangen. Unbefriedigend ist im wesentlichen nur btc Aufrecht-, erhaltung ber Sonberrechte geblieben. Den Wider- stand ber Gliebstaaten gegen bie Aufhebung biesers Sonberrechte kann man von ihrem Stanbpunkt aus1 begreifen. 3d) habe bei ben Derhanblungen unend­lich oft darauf hingewiesen, daß die Rationalversamm^ lang diese und jene Bestimmung nicht annehmen kann., Nachdem die Vertretungen dieser Gliedstaaten gezeigt, haben, mit welcher Bravour sie an diesen Rechten festzuhalten versuchten, und nachdem sie jetzt einem, nahezu geschloffenen Willen der Nationalversammlung: gegenüberstehen, hoffe ich, daß nunmehr eine fneb«. liche und freundliche Vereinbarung zu erzielen seins wird im Sinne einer Vereinheitlichung der Reichs- gemalt auf dem Gebiete des Militär- und Der-, kehrswefens. Das weitere Schicksal ber Verfass sung wirb hoffentlich zeigen, wie stark eine bemo«, kratische Regierung, ist, wenn sie getragen wirb von, einer demokratischen, zur nationalen Einheit entschlos­senen Volksvertretung. (Lebhafte Zustimmung.) Diesens Beweis burch den Abschluß des Verfaffungswerkes zu bringen, bas ist eine Aufgabe, bereu Lösung bie Not der Zeit nicht nur überhaupt, sondern möglichst schnell erfordert.

Abg. Alpers (Welfe) spricht gegen die Gefahren des preußischen Zentralismus. Das ganze hannoversche. Volk fordert eine Beseitigung des Unrechts von 1866., Es gilt, der Welt zu zeigen, daß in Deutschland heute, in allen Fragen nur ber Rechtsgedanke herrscht. 3re neuen Deutschland muß es auch ein freies Hannover werden. Das hannoversche Volk muß selbst über sein künftiges Schicksal entscheiden. Wir haben bei ber Neichsregierung eine Volksabstimmung beantragt und finb sicher, daß babei sich eine gewaltige Mehrheit für bas freie Hannover entscheiden wirb. (Ver­einzelter Beifall.) .

Preußischer Fustizminister Herne: W,r vevd stehen unter ber (Einheit des Reiches mcht eme Unter^ brückung der Stammeseigenarten der deutschen Lands. Mannschaften. Wir wiffen daß natümaltz

Zusammenschluß soll sich' nach Abschluß ber Ver­handlungen über bie Emzclfragcn durch euren Staatsvertrag vollziehen, ber ben beiden Nationalversammlungen zur Genehmigung voc- zulegen ist. Nach ber Ratifikation des Vertrages oll oic Durchführung des Zusammenschlusses durch Reichsgesetze erfolgen, bei deren Beratung und Verabschiedung deutschösterreichische Vertreter in den ge,c(}gtbcnben Körperschaften des Deut- chen Reiches bereits Mitwirken würden. In han- Delspolitischer Beziehung wurden in erster Linie die Uebergangsbeslimmungen beim Eintritt Deutsch-Oesterrcichs in das deutsche Zollgebiet er- erörtert und dabei ein besonderes Gewicht a m eine Ausgleichung der Produktions- bebingungen gelegt. Eingehende Erörterung fanden auch verschiedene Fragen des Eisenbahn wesens und der Binnenschisfahtt, insbesondere bie Donau- und Rheinverbindung. Die 93ebtnginigcn für den Uebergang Deutsch-Oesterreichs zur Markwährung wurden sorgfältig geprüft und die unmittelbaren Vorsorgen für bie nächste Zu­kunft vereinbart. Bei der (Srörtenmg der staats- finanziellen Fragen wurde der Grundsatz feftge- legt, daß jeder der beiden Teile seine Vergütung von Krirgsschäden an die Kriegsgegner ge­sondert zu tragen hätte. Weiter beschästig- ten sich die Verhandlungen mit ber Änglei-, chuno verschiedener Rechtsgebiete, ber s ozia- len Gesetzgebung unb des Unterrichts-' wesens. Endlich wurde bie künftige Stellung der Stadt Wien, die den Rang einer zweiten

jarTeiten und ähnliche gesellschaftliche Vergnü­gungen werden wieder gestattet.

Brantiug über die sranzSsischen Forderungen.

Stockholms. März. (WTB.) Havas. B r an t i n g erklärte in einer Unterredung bei einet Rückkehr, daß die Forderungen Frank­reichs begreiflich seien, da es ohne Grund über­allen wurde. Wenn die Fratrzosen die Lage Deutschlands betrachteten, wo die Werkstätten urrd Maschinen wieder in Betrieb gesetzt wer­den können sowie die nötigen Rohstoffe vor­handen sind und dagegen die zu drei Vier­tel (?) zerstörten BetriÄe ihres Vaterlandes, so ergreife sie Bitterkeü. Ganz Europa müsse Frankreich helfen.

Die pariser Uonserenzen.

Paris, 1. März. (WTB.) Havas. Ter Oberste Kriegsrat tritt heute nachmittag im Ministerium des Lleußern zusammen. Marschall Foch unb ine Militär- und Marine-Expertest werden der Zusammenkunft beiwohuen. Di- Sitzung wird sich mit ber Besprecl>nng der Deutschland aufzuerlegenden Bedingun­gen befassen.

Paris, 2. Mär?,. (WTB.) Havas. Die Ver­treter der aftiierttin Mächte vereinigten sich um! 3 Uhr nachmittags int Auswärtigen Amte. Cle- menceau kam um 2,35 Uhr an und entstieg ohne Hilfe dem Automobil. Fach und Wey- ganb t ivohrüen der Sitzung bei.

Tas Tokunnmt, an dem Marichall Foch nut den Experten der Großmacht arbeitet, enthält prak­tische Lösungen und Bckingnngen militärischen Charakters, die Dentschland auferlegt werden sollen Ttcses Dokument begrenzt die Bestände der beut 1 dien Armee, indem denselben nur noch der Charakter von polizeilichen Streitkräften be­lassen 'wird, und es stellt bestimmte Garantten gogeit eine zukünftige Wiederaufnahme des Krieges mit Deutschland auf. Es werden alle Maßnahmen getroffen werden, um die Durck'etzung der emgo- gangenen Berpftichrtunge-n M firf)ent

Tie Kommission sbcht vor der Ausgabe, das Schicksal Schleswigs zu regeln. Sie stimmt einer Volks« bstimmung en tooe für den Nordteil sowie einer abschnittÄveisen Wsttmmung für den zentralen Teil zu. Tiefe Dolksabsttmmung nntb nach Ablauf einer gewissen Frist, nachdem das Laich dem Einflüsse der deutschen Beamten ent­zogen worden ist, sbattftnden.

Tie Frage der deutschen West- und Ost grenze Nstrd im Laufe der Woche behan­delt 'werden Auch die finanziellen Bedingungen sind vorbereitet. Tie französische Regierung ver­langt nicht Zurückerstattung der Kriegsaltsgaben, jedoch fordert sie volle Wiedergutmachung, drei Zahlung ihrer Pensionen unb der Summe, biebie Gewinn-Ernbuße ihrer Industrie darstellt, .ter eitbgiiltige Waffenstillstand wird DeutsckiLond vor dem 17. März zur Unterschrift vorgelegt werden. Der Anschtuß Gesterreichr an dar Reich.

Berlin, 3. März. (WB.) DieDeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Mit Ermächttgung der beiderfeittgen Kabinette fanden in Weimar Besprechungen des deutschösterreichiscken Staatssekretärs für das Auswärtige Amt -Lt. Bauer mit dem Reichspräsidenten und den Mit­gliedern ber deutschen Reichsregierung '"'ber den beiderseits angeltrebten Zusamm et, schl u ß Deutsch-Oesterrerchs mit dem Deutschen Reiche statt. Die polittsche Aussprache wurde in Berlm mit dem Rricksminister Grafen v. Brockdorsf- Rantzau fottgesetzt und abgeschlossen. Svdamt trat man unter seinem Vorsttz in konumsarrsche Verhartdlungcn über die Einzelfragen ein. Der

Die Streitbewegung hn Reich.

Der Generalstreik praklamierl.

Berlin, 3. März. In ber heutigen Sitzung der Berliner A r bei ter r ä te ist ber Gen er a l- streik prollamiert worden.

Berlin, 3. März. (WB^ Nachdem auf Anttag der Kommunisten die Erklärung des Ge­neralstreiks für Berlin angenommen war, ; haben sich so sott an verschiedenen Stellen der ; Stadt spartakiftische Unruhen gezeigt. So kam es zu Ansammlungen auf dem Alexanderplatz und zu kleinen Schießereien, die leider auch bereits einige Tote als Opfer gefordert haben. Auch in der Brunnenstrahe, Jnvalidcnstraße, An- Nam erstraße und Weinmeister-Straße haben spar­takiftische Putsche eingesetzt. Soldaten und Polizcr- beamte wurden angehalwn und mißhandelt. Vier Polizeireviere in der Nähe der Jnvalidcu- ftraße wurden gestürmt. Telephonleitungen wurden durchschnitten/! Der Angriff auf den Nord­bahnhof ist von der militärischen Besatzung ab­geschlagen worden .Am Alexanderplatz wird ge» plündert.

Alles deutet darauf hin, daß die Spattakus- leutc Berlin wie im Januar terrorisieren wollen. Sic werden an dem festen Willen der Regierung, die sosott den Belagerungszustand öcw fügt hat und Ruhe und Ordnung unter allen Umständen aufrechteHalten wird, unüberwindlichen Widerstand finden.

Die SpartakAS-Agiiation in Berlin.

Berlin, 3. März. (W. B.) Der Spartakus­bund fordert in einem Aufruf in derRoten Fahne" zum Generalstteik auf. Ium Schluß heißt es: Rie­der mit Ebert-Scheidemann-Noske; nieder mit der Nationalversammlung! Me Macht den Arbeiterräten! Laßt Tuch nicht wieder einwickeln, wenn wieder neue Mittelsmänner kommen und mit Ebert-Scheidemann verhandeln und eine neue Resolution ausjetzen mit Ebert-Scheidemann. Laßt Tuch nicht wieder m den Arm fallen von keinem, heiße er wie er wolle, heiße er sich auch Unabhängiger! Das, was 3hr jetzt fordert, darf Tuch nicht versprochen werden, es muß geschehen.

Berlin, 3. März. (WB.) Um die Mehrheit der werktätigen Bevölkerung Groß-Berlins vor terrorifti- fchen Anschlägen einer Minderheit zu schützen und vor Hungersnot zu bewahren, hat das preußische Staatsministerium für den Land bezirk Berlin, für Spandau und Teltow und Niederbarnim den Be- lagerungszustand erklärt. Die vollziehende Ge­walt geht auf den Oberbefehlshaber m den Marken, Reichswehrminister N o s k e, über, der zur Ausführung des Belagerungszustandes besondere Verordnungen erläßt sowie an die Bevölkerung eine Warnung vor Verbrechen und Ausschreitungen mit Hinweis auf die Einsetzung außerordentlicher Kriegsgerichte richtet.

Der Streik in Mitteldeutschland.

Leipzig, 3. März. <WTB.) Die Leittmg des Bürgerausstandes in Zeitz teilt mit: Am Samstag kam es in Zeitz zu erheblichen Un­ruhen. Der von Truppen der Garnison be­wachte Bahnhof wurde von der Menge g e - stürmt, ebenso die Untermühle, wo große Mehlvorräte lagerten. Auf der Auebrücke wurde ein Matrose erschossen und ein Offizier getötet. In der Stadt kam es zu Schlägereien und Plünderungen von Kauf­läden. Am späten Abend war die Ruhe einiger­maßen wieder hergestellt. Der Bürgeraus­stand wird fortgesetzt.

Leipzig, 3. März. (WTB.) In Leipzig herrscht Ruhe. Der Generalstreik der Ar­beiterschaft und der Bürger nimmt feinen Fortgang.

Leipzig, 3. März. Heute vormittag fand in der Wandelhalle der Universität eine von mehr als 2000 Personen besuchte allgemeine Studentenversamm­lung statt. Der akademische Senat, sür den Rektor Geheimrat Kittel sprach, hatte be­schlossen, daß die Vorlesungen wieder ausge­nommen werden sollten. Die Professoren Goetz, Seeliger u. Krüger hielten An­sprachen; in ihren Reden kam zum Ausdruck, daß die Universität unter Hintansetzung ihrer eigensten Interessen bereit sei, zur mora­lischen Stärkung des Bürgertums im Streit zn verharren. Die Studenten erklärten sich in <hrer Gesamtheit für die Fortsetzung des Abwehrstreiks.

Schwere Arbeilcrkämpfe im Obcr-Elfaß.

Freiburg i.Br., 3.März. (Priv.-Tel.) Wir erfahren aus zuverlässiger Quelle, daß seit Anfang der vorigen Woche im Ober- elsaß schwere Arbeiterkämpfe ein­gesetzt haben. Die Forderungen der Arbeiter wurden als unannehmbar bezeichnet. Es sind militärische Verstärkungen herangezogen wor­den. In Mülhausen streiken allein 15 bis 20000 Arbeiter, und im oberelsässischen Koh­lenrevier 5000. Auch die Metallarbeiter haben : den Streik angedroht, falls ihre Forderungen auf Lohnerhöhung und achtstündige Arbeits­zeit nicht bewilligt werden. Der Generalstreik dürfte in ganz Oberelsaß unmittelbar bevvr- : stehen. Die Streiks sind auch eine Folge der : unerhört hohen Lebensmittelvreise.

zuführen.

Au» der Pfalz.