Ausgabe 
9.11.1904 Erstes Blatt
 
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Nr. L64 Erstes Blatt. 154. Jahrgang Mittwoch 9. November 1904

Wri^eint «»glich

außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit den. hessischen Landwirt die Gießener Zamitten. blätter otermol in der Woche beigelegt.

Notationsdruck u. Ver­lag der Brühl'schen Unwerf.-Buch-u.Stein* druckerei. 9t. Langa, Redaktion. Erudition und Druckerei:

Schnlstratze 7.

BeHNgSPretSr monatlich 75 Ps^ olertel» jährlich Mt. 2.20; durch Aohole- il Zweigstellen monatlich 6o Pf.; durch diePost M.2.nieriel. jährt. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen sür bte TageSnummer bis vormittag- 10 Uhr. ßeilenpreiS: lokal 12 Pf^ auswärts 20 Pfg.

verantwortlich fÜi den volit. und allgem. Teil: P. Witt ko: für Stadt und LandE und GerichtLfaal*: August Goetz; für den An­zeigenteil: HanS Beck.

1904

8. November

Nr. 156

3.

zur

sür

für

Ausland.

Führers Gorman von Maryland gegen wrgeblicb.^der Vertrag mit dem neuen '.rde ratifiziert.

)t", das in Amerika bereits sprichwört* it am 8. d. M. wiederunt geleuchtet;

4 len, zum Besten aller Deutschen tn esten aller deutsch-amerikanischen politi-

(K a m m e r.) Telafosse wünfcht den ?lb- des Frankreich, England,Ruß- beste Mittel wäre, den Weltfticdcn zu .ösischen Kolonien im fernen Osten dem 'erot) berichtet im Namen der heute er- über den Antrag des Staatsanwalts auf mmun: tät S v v e t o n S. Tie Minder­habe eine juristische Debatte über die.Aus-

........ Tie Mehrheit sn der

Ureisblatt sm »en Kreis Gietzen

Gießener Anzeiger.

6 Stund-n 8W 4 B.g. ß bcr 2 MteiMug der Ein- !»»>»,..-ft-».- »«*"

Gießen, den 4. November 1904.

Bcir.: Die Boreinschläge der Lnndgemeinden des KreisesGießen für 1905 Rj. .

Das Grsßherpgliche Krelsanrt Gießen

an die Großh. Bnrgermeistercic» des Preises.

Die genaue Beachtung unserer Verfügung vom 26. September l. I. Kreisblatt Nr. 135 bringen wir hiermit in Erinnerung und erwarten Vorlage des Vor- «nschlags bis längstens 15. d. M. Sofern dieser Ternnn nicht eingehalten werben kann, so ist rechtzeitig um Frist­gewährung bei uns einzukommen. Bemerkt wird, daß wir mir in Ausnahmefalien solche erteilen werden.

I. 55.: Dr. Kranzbühler.

Last.

D. Tarif

die Tätigkeit jedes Desinfektors im Kreise Matzen.

t «»'«»»»"

orten, Senkgruben u. bergt, für bte Stunde Q50 Mk.

Als weitere Vergütung für den ^"nsport un « ' kosten des Desinfektors fmb zu entteeh en brr nmm

born.

B. Gesuche um Vornahme der Desinfektion sind zu U&tenfür den Bezirk 1 an das städtische Tiefbau- amt in Gießen,^

für die Bezirke 2 und 3 an die Orts Polizei-, b e h ö r d e n, welche sie an die Desinfektoren werter­zugeben haben.

Als solche sind bestellt: , ..

für den Bezirk 2 Heilgehilfe Valentin Seid in Grünberg,

sür den Bezirk 3 Gärtner Christoph Rollhaus iit Lich. B

Die Ortspolizeibehörden der Bezirke 2 und 3 werden hierauf besonders aufmerksam gemacht.

C. Die Kosten der von einer Behörde angeordneten; Desinfektion tverden von der Kreiskasse vorgelegt und nach dem Tarif unter D. von den Gebührenpflichtigen zuruck- erhoben. , ,

Für Gebührenpslichkige, denen infolge von Unglücks-^ Krankheits- oder Sterbefällen die Entrichtung der Gebühr' besonders schwer fallen würde, können auf deren Antrag die Gebühren ganz oder zum Teil durch Beschluß des Krers- ausschusses erlassen und auf die Kreiskasse übernommen Werdern bon Gebühren hat nicht den Charakter

einer Armenunterstützung aus öffentlicher: Mitteln.

Die Desinfektionsnnttel bei Desinfektionen von Amin­räumen und einzelnen Gegenständen sind', falls d:e Des­infektion auf freiwillig gestellten Antrag erfolgt, von dem Antragsteller, falls sie auf behördliche Anordnung erfolgt, von der Behörde zu stellen. Ist die Desinfektion auf be­hördliche Anordnung erfolgt, so finb der Behörde die von ihr verauslagten Betrüge von dem Eigentümer der desmst- zierten Wohnräume oder Gegenstände zu erstatten.

Entstandene Fuhrkosten fallen den Gebührenpflichtigen

Mendorf a. Lumda, Allertshausen, Altenbuseck, Anne­rod, Beltershain, Bersrod, Beuern, Burkhardsfelden, Climbach, Daubringen, Geilshausen, Göbelnrod, Großenbuseck, Grünberg, Harbach, Hattenrod, Kessel­bach, Lauter, Lindenstruth, Londorf, Lumda, Mainzlar, Udenhausen, Oppenrod, Queckborn, Reinharbsh ain^ Reiskirchen, Rüddingshausen, Saasen, Stangenrods Staufenberg, Stockhausen, Treis a. Lumda, Weikarts-

- Hain, Weitershain.

Bezirk Lich. Hierzu gehören die Bürgermeistereien: Albach, Bellersheim, Bettenhausen, Birklar, Dorfgill, Eberstadt, Ettingshausen, Garbenteich, Grmnngen, Hausen, Holzheim, Hungen, Inheiden, Langd, Langs­dorf Lich, Münster, Muschenheim, Riederbessmgen, Nonnenroth, Obbornhofen, Oberbessingen, Oberhör- aern, Rabertshausen, Rodheim, Röthges, Stembach, Steinheim, Traishorloff, Utphe, Millingen, Watzen-

Kclmnnlmachung.

die Desinfektion von Wohnräumen und einzelnen Gegen­ständen betreffend.

Auf Grund des § 9 Absatz 2 bis 4 der Polizeiverordnung für den Kreis Gießen von: 14. Juni 1904, betreffend d:e Bekämpfung ansteckender Krankheiten, Kreisblatt Nr. 80 vom 22. Juni 1904 sind mit Wirkung bis zum 1. Oktober 1905 folgende Bestimmungen, sowie mit Zustimmung oev Kreisausschusses des Kreises Gießen und mit Genehmigung Großherzoglichen Ministeriums des Innern vom 23. Sep­tember 1904 zu Nr. M. d. I. II 22 964 der nachstehende ^ar:f erlassen worden: i

A. Für die Desinfektion bestehen folgende Bezirke:,

1. Bezirk Gi e ßen. Hierzu gehören die Bürgermeistereien: Gießen, Allendors a. Lahn, Großenlinden, Heuchel­heim, Kleinlinden, Langgöns, Leihgestern, Lollar, Rödgen, Ruttershausen, Trohe, Wieseck.

/ 2. Bezirk Grünb erg, Hierzu gehören dre Bürgermeiste­reien:

ruijunu w» ^.vx*|Uvfetie8 hcrbeigestthrt. Tie Mehrbeit se: der Meinung gewesen, daß diese Auslegung zur Kompetenz der Ge­richte, nicht aber des Parlaments gehöre. Tie Kommrsston be­fürwortet mit neun gegen zwei Stimmen die Aufluwung der Immunität und verlangt die Dringlichkeit, ö'-aittluer erwähnt, daß der Sozialist Cadenat jüngst den Radikalen Chapms tätlich insultiert hätte, ohne daß der Zwischenfall enw <volgc hatte: Cadenat antwortet, indem er unter Anspielung, auf die große robuste Gestalt ChapuiS' bemerkt, dieser sei selbn ..tauus genug, sich zu verteidigen. Giulhier will dann d:e Sozialisten reizen, :uden: er sie daran erinnert, daß sie die Gewalttat mcht immer mißbilligen und auf einen Artikel der von ^aurL heran-.- gebcnen Humanitö über die Ermordung des rusßschen ..(Mister^ Plehwc verweist. Iaurös ruft:TaS ^war berechtigte Not­wehr". Die Recbte lärmt. Brisson ruft ^aurSS, zur Ord­nung und saai er könne keiner!ec Berherrlichung crnes Mordes zulassen le ' nnmer beschlceßt d:e TnngliRüut. Um 9 Uhr Mird mMid> di geschlossen und der Präsident stellt den.

Antrag auf Autorisation des Strafverfahrens gcgenl Shveton zur Abstimmung. Tie Kammer beschließt mit

leugbar eine glückliche Har^d. Es war das crfteüM daß ein'Präsident tn einen Arbeitcrstrcik cinariff, als Roosevelt damals den unheilvollen, gewaltigen Kohlengräberausstand durch sein tatkräftiges Einschreiten beilegte. Er war der erste republikanische Präsident, der kühn die allmächtigen Trusts angriff und besiegte. Er dämpfte den lodernden Ausstand ans den Philippinen, indem er den richtigen Mann, der nun sein Kriegsrninister ist, als Gouverneur hinschcckte. Auch im Benezuelastreik bewies er Vorsicht und Entsch:cden- hcit gegen die kriegswütigen Jingos. Der größte und lvichtigstc Abschnitt in seiner bisherigen Negierung bedeutet aber die Panama-Affäre. M'an hat allerdings wohl mcht mit Unrecht davon gemuickelt, daß Roosevelt selber se:ne Hand bei der Revolution im Spiele gehabt hat. Daß er bic Erhebung kommen sah und sich darauf vorbereitete, den Nutzen daraus zu ziehen, könnte Man ihm indes mcht ver­übeln Im Washingtoner Senat aber War die Opposition

verdammte. ' ...

. . . Man hätte sicher erwarten dürfen, daß ein Mann, dessen rechtliche Triebe so stark waren, daß er kaum Worte finden konnte, um sie kräftig genug zum Ausdruck zu bringen, in Positionen offizieller Macht nie daran denken würde, jene gemevien uno gesährlichei: Geschöpfe zu begünstigen und daß er seine ganze Macht aufbieten würde, ihren schädliche Einfluß zu derNi.Men, daß er wls Gouverneur von Newhorr kein rechtmäßiges. -Vctnei unversucht lassen würde, dem Boß Quav von Pennsylvatiien, o ein Symbol war für alles, ivas verderblich, demoralisrereno uno thrauuisch in der Politik war, seine Mißbilligung zu zeigen, vag er danach beeghren würde, seinen Ekel an emer solchen Kreatur wie dlddicks auszndrücken, der osfen m einen Staat cmgestmen war, um sich mit einem Korruptionsfonds einen Sitz nu ^ena zn kaufen, das; er wenigstens aus seinem Kabinett Leute von zweiselhastem politischen Charakter serngehallen haben würde uno so weiter. Als Gouverneur des Staates Newyork hat .Herr Roojc- velt in der Tat ein gutes Zivildienstgesetz befördert und View nnte Ernennungen gemacht, allein er hat den Boß Platt tn ösfem- Heben .Angelegenheiten mit einer Regelmäßigkeit zu Rate gezogen.

Gießen, den 5. Noveniber 1904.

Betr.: Die Wahlen der Vertreter der Arbeitgeber und Ver­sicherten bei den unteren Verwaltungsbehörden ilnd für den Ausschuß der Jnvalidenversicherungsanstalt.

Das Großhorwgüche Kreisamt Gießen au die Crotzh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.

Insoweit Sie unserer Verfügung vom 24. v. Mts. noch nicht nachgekomnien sind, erinnern wir Sie an deren Erledi­gung binnen 5 Tagen.

I. V.: Dr. Kranzbühler.

' KekanntMlichung.

Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Utphe.

In der Zeit vom 8. November l. Js. bis einschließlich 21. November l. Js. liegt auf dem Gemeindehaus zu Utphe der allgemeine Situationsplan

nebst Erläuterungsbericht und PrüsuiigSproiokoll zur Einsicht der Beteiligten offen.

Tagfahrt zur Entgegennahme von Einwendungen hier­gegen findet statt: Dienstag, den 22. November 1904, vormittags von 9l/2 Uhr bis 10Vg Uhr auf dem Gemeindehaus zu Uiphe, wozu ich die Beteiligten unter dem Anfügen einlade, daß die Nichterscheinenden mit E:n- n'cndimgen ausgeschlossen sind. Die Einwendungen sind schriftlich abzufassen, zu begründen und auf Papier in Akten- größe (uiindesiens J/2 Bogen) einzureichen.

Friedberg, den 31. Oktober 1904.

| Der Großherzogliche Feldbereinigungsrommissär: Spam er, Kreisamtlnann.

ftob. Roosevelt gewann den Staat New» mt seine Wahl gesichert. Der Republikaner N o u v e r n e u r des Staates Newyork ge-

3024 Wahlbezirke des Staates Newyork Newyork errangen die Republikaner einen Parker erhielt in den Landbezirken des Mltnismäßig weniger Stimmen als

900.

Nov. Zu dem Wahlergebnis schreibt die Newyorker Staatsztg.", die persönliche Po- Habe den gtößten Anteil an seinem Siege, as Vertrauen des Volkes, welches sie durch jerzte, nicht wiedergewonnen. Tie größte tmehr darin, daß die-radikalen Ele- :at:e jetzt wieder Oberw asser gewinnen

Nov. In Cripvleereek (Colorado) verlief ;g. In Goldfields wurden zwei demo- b männer durch den republikanischen aus dem Wahlraume wiesen, erschossen. ) wurde em demokratischer Hilfs-She- ublikanischen tödlich verwundet. . wv. Ter Umsatz der letzttägigen Wahl- igen Hotels abgeschlossen wurden, beträgt l ars. __ ___

deutsches Reich.

w. Zu der gestrigen Frühstückstafel M c Kaiserin im Neuen Palais waren ge­rn Georg von Sachsen mit Gefolge, der reif Hohenthal und Staatssekretär Frhr^ der Tafel wechselten der Kaiser und org kurze Trinksprüche.

gen Präsidenten der Eisenbahndirektiow liat Kran old, wurde beim Ausscheiden c der erbliche Adel verliehen.

'ion des Abgeordnetenhauses zur Be- rungsgcsetzes zum Reichsseuchen^- § 25 insofern ab, als die Kosten aller 11)eiten vom Staate allein zu über- wnrde derartig abgeändert, daß bie: idiären Leistung an der Stelle leistungs- t völlig ausgeschlossen wurden. Ferner )N angenommen, daß der Staat in den

Betrag bis 50 000 Mk. einzustellen

]ert oder Ergänzungen der deutschen werden von verschiedenen großen 93er*

Verbände deutscher Uhrengrossisten, dem die Gold- und Silberwaren-Jndustrie der deutschen Textil-Industriellen an* 'eipz. Uhrmacher-Ztg.^ mitteilt, bewegen entlich dahin, daß auch außergerichtliche lichen Schutz gestellt werden, analog den mungen der belgischen unh schweizerischen sollen bei Insolvenzen die Verbands-, n oder Zwangsvergleiche zustimmen, der ;ent unter Sicherstellung bietet. Aus- unter Zustimmung einer besonderen aus den Haupt-Waren-Gläubigern zu-

Pol. Nachr/ zufolge sei es mehr als, auch im NeichshauShaltsetats- 5, der in naher Zeit dem Reichstage' d, sich eine Zuschußanleihe von etrage befinden wird.

sj ustizko m m ission zur Vorprüfung, nderung des StrafprozesseS fft^ einer vier- bis fünftägigen Beratung im micn getreten. ,