Ausgabe 
31.5.1900 Zweites Blatt
 
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lebend aufgefunden. Dasselbe war in eine alte leinene Windel, rot gezeichnet E. (G. oder K.) B., eingewickelt. Endlich wurde am 29. Mai am Schlachthofe, nicht weit Dom Main, eine Kindesleiche (Mädchen) in einem Kistchen aufgefunden. Bei der Leiche befand sich ein Handtuch und eine Schürze ohne Zeichen. Das Kind muß in der Nacht zum 29. geboren fein. Bis jetzt ist es in keinem Falle gelungen, die Mutter zu ermitteln.

Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Die Stadtverordneten in Offenbach genehmigten ern Ortsstatut, nach dem die Sonntagsarbeit der kaufmännischen Angestellten in Großgeschäften, Fabriken und Banken ver­boten ist. Nur an 12 Sonntagen ist die Arbeit von früh 8 bis 9 Uhr in Ausnahmefällen gestattet. Jedoch muß dann ein begründetes Gesuch, in der Regel zwei Tage vorher, der Polizeibehörde eingereicht werden. Der von der Stadt Mainz berufene Sachverständigenausschuß, dem die Beurteilung der auf das Ausschreiben eingelaufenen Pläne zum Bau eines neuen Stadtteils am kurfürstlichen Schloß obliegt, hat seine Beratungen aufgenommen. Die Verhandlungen werden acht Tage in Anspruch nehmen. Im Winterhafen von Mainz wurde die Leiche des seit etwa 14 Tagen aus Würzburg verschwundenen Buchhalters Reinhard geländet. Durch einen jähen Tod ist Ober» RegierungSrat v. Bremer in Kassel aus dem Leben ge­schieden; er wurde in seiner Wohnung in der WilhelmShöher Allee unmittelbar nach einem Bade von einem Gehirnschlag betroffen, der. seinen sofortigen Tod herbeiführte. Der rüstige 65jährige Herr hatte noch tags zuvor seine Gemahlin, die nach Kissingen reifte, an die Bahn begleitet.

Vermischter.

Ueber einen großen Fahrradschwindel be­richten dieOldenburger Nachrichten": Große Nachfrage

herrscht seit einigen Tagen nach einem Kaufmann, der in hiesiger Stadt eine Fahrradhandlung eröffnen wollte. Er wollte eS nur, denn vor der Eröffnung ging der Herr hier nannte er sich Kleinhase wie es heißt auf Nimmer­wiedersehen, auf Reisen. Derselbe erließ in letzter Zeit große Annoncen, die natürlich auch noch nicht bezahlt sind, in denen die Lieferung erstklassiger Fahrräder zu billigen Preisen und bei geringer Anzahlung, 2025 Mk. unter monatlichen Ratenzahlungen von 510 Mk. versprochen wurde. Infolgedessen liefen die Geldsendungen aus allen Teilen Deutschlands massenhaft ein; ein jeder wollte den billigen Kauf nicht versäumen. Vielleicht hat bei einigen auch der Gedanke, die Ratenzahlungen baldigst nach Empfang deS Vehikels einzustellen, dazu beigetragen, die 20 Mk. ein­zusenden. Die Räder kamen aber bei den Bestellern nicht an, und zwar aus dem einfachen Grunde, weil die erste oldenburgische Fahrradhandlung ober -Ausstellung Über­haupt noch nicht existierte. Der Geschäftsinhaber hatte genug zu thun, alle Anfragen zu beantworten, sowie die Prospektversendungen zu erledigen. Zu diesem Zwecke hatte er mehrere Personen angestellt, die ihm beim Adressen- schreiben Hilfe leisteten. Da nun den Einsendern von Gel­dern die Wartezeit bis zur Lieferung der Räder zu lange dauerte, so wandten sich mehrere an die hiesige Polizei, jedoch zu spät, denn als diese kam, war der Vogel auS- geflogen. Ec soll etwa 5-6000 Mk. von den Vertrauens­seligen mitgenommen haben. Seine Hinterlassenschaft be­steht aus etwas sehr defekter Wäsche. Geschädigt sind außer den vielen auswärtigen Geldeinsendern, hiesige Druckereien, die Prospekte und Annoncen druckten, die Besitzer der von ihm gemieteten Lokale und seine Angestellten.

Kunst und Wissenschaft.

Der Generalintendant dec Könifll. Hofmusik in München, Freiherr v. Perfall, ist um die Enthebung von der Leitung der

Akademie der Tonkünste, mit der er seit ihrer Gründung (damals Königlich, Musikschule genannt) verbunden ist. eingtkommen. Ui fache sollen Verstimmungen über das Kullusmtnistertum und die ElatS- beralunoen im bayerischen Landtaae sei".

Gingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.)

Gießen, 29. Mat 1900.

Die Steuer jette l sind auch in dies m Jahre wieder recht v rspäl.t auügegeden worben. Nun hätte man billig erwarten dürfm, daß von Seite», der Steuerbehörde, nach den Erfahrungen des Vor­jahres, angeordnet würde, daß die Entrichtung der Steuer in dm ersten Wochen täglich - selbstverständlich rnit'.AuSnahme deS Sonn- tags - stattfinden könnte. Das ist nicht geschehen ! Wir stehen also wie tm Vorjahre vor solchen Verhältnissen, daß die Entrichtung der Steuer für die Zäher geradezu zur Tortur wird, weil-wieder ein solcher Andrang sein wird, daß er gesundheitSgefährltch wirkt. Wir haben es erlebt, daß tm vorigm Jahre Leute unver- rlchkrtrr Sache Weggehen mußten, weil es ihnen tm Gedränge übel wurde. Wenn die SteurrbchLide mit Recht auf pünktliche Steuer» entrichtung hält, dann kann das Publikum mit demselben Rechte verlangen, daß ihm die Möglichkeit dazu gegebm wüd.

Cm e.

Markus Bauer

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werde nicht verfehlen, dieselbe überall zu empfehlen ; so äußerte sich Herr Dr. E. über die Patent-Myrrholin-Seife. Diese Ansicht hat eine sehr große Anzahl hervorragender Aerzte, wie die uns vorliegenden Schreiben beweisen. Die Patent-Myrrholin-Seife sollte daher zum täglichen Gebrauch, besonders auch für die zarte Haut der Kinder, in keiner Familie fehlen. Ueberall, auch in den Apotheken, erhältlich. 128

Bekanntmachung.

In unserem Handelsregister, Abt. A, wurde bezüglich der Firma ,®ebr. Haustein" zu Gießen gewahrt: Heinrich Völzel zu Gießen ist als Gesellschafter am 15. Mai 1900 ausgeschieden. Das Geschäft Wird von Wilhelm Haustein daselbst unter unveränderter Firma allein weiterbetrieben.

Gießen, den 23. Mai 1900. 3855

Großherzogliches Amtsgericht.

Ailanz am 31. D^ember 1899.

Aktiva.

3. Stammguthaben

4.

3847

Abgang in 1899

1323.19

4365.39

L Kaffenbestand

2. Ausstände

3. Warenvorrat

4. Mobilien

Noch zu bezahlende waltungskosten Reservefond- Betriebsrücklage Reingewinn

zu Aeuern.

Ludwig Rauft II., Direktor. JohS. Otto II, Lagerhalter.

lt. Einkauf 6795.87

145.98

5.

6.

7.

279.03

2670.33

575.90

352.49

12630.43

375.

Ver-

Daher Stand Ende 1899

Aer Vorstand des «Landwirtschaftlichen Konsum-Vereins I,

Eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht

Summa

83 -

5

ö8

2

vv

Passiva. ** H

1. Warenschulden 5537.68

2. Aufgenommene Kapitalien 2840.

Summa 12630.43

Mitgliederstand Ende 1898

Zugang in 1899

HMdmrkskMUlkl für iwGlchh.Hchi.

Zllm alsbaldigen Dienstantritt sucht die Kammer einen

IMF Sekretär.W

Allgemeine Gesetzeskenntnis und eingehendes Jntereffe für die Verhältniffe d<8 Landwerks erste Bedingung. Gehaltsansprüche nebst Zeugniffen über bisherige Dhätigkeit biS 24. Juni d. I. an den Unterzeichneten erbeten-

Mainz, den 28. Mai 1900. Der Vorsitzende:

8856 ___________________________________Jean Kalk.------

Kunstverein.

Die Hemälde-Ausstellung ist von yeute an wieder geöffnet._________________________________L«s

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Prospekte und jede Auskunft durch die General-Agentur Giessen:

Adolf Bieler, Westanlage 62.

Vergebung von Schlofferarbett.

Die zur Verlängerung der Ein» friedigung der neuen Kliniken in der Klinikstraße zu Gießen nötige Schloffrrarbrit wird hierdurch unter Hinweis auf den Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893 zur Vergebung auf dem Submisfionsweg aus­geschrieben.

Die Aursührungsbedingungen und Arbeitsbeschreibung liegen in unserem Amtslokal zur Einsicht offen, und kann letztere, mit Vordruck zu dem bezüglichen Angebots-Vermerk ver­sehen, daselbst zum Selbstkostenpreis in Empfang genommen werden.

Angebote sind bis zum 8. Juni 1900, vormittags 10 Uhr, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift portofrei an uns abzugeben.

Zuschlagsfrist 2 Wochen.

Gießen, den 28. Mai 1900.

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