Ausgabe 
22.11.1898 Erstes Blatt
 
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Nr. 274 Erstes Blatt.

Dienstag dm 22. Novembe,

1998

Gießener Anzeiger

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General-Anzeiger

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Zlints« und Anzeigeblatt für den "Kreis Gießen

®ratisbtilagt: Gikhmer FamiliknblLttrr

R^mm, tpfbihen und Drnckerei:

Ibrrflf für Deyefchrn: Oivtzß«.

Kernfprecher ßtr. 5L

gtfanbt zu haben. MN dem Angeklagten wurde meist durch einen ftaozöfischen Dolmetscher verhandelt.

Leipzig, 19. November. Jo dem Spionageproertz gegen den Gärtner de Lvq erkannte da» Reichsgericht auf fcdjl Jahre Zuch'hau» und zehn Jahre Ehrverlust, sowie Stellung unter Polizet-Aufficht. Der ReichSauwalt hatte nur fünf Jahre Zuchthaus in Antrag gebracht. Ja der UrtheilS- Begründung führte der Präsident aus, el sei erwiesen, daß der Angeschuldigte Agent eine« französischen Nachrichten- BureauS sei und sich Photographien der Befestigungen van Metz verschafft habe, Sr sei deshalb nach dem tz 1 de» Sptonoge-SeieheS zu verurlhelleu. Die Strafe fei deshalb so hoch bemrffeo, weil de Loq berufsmäßiger Spion sei und mir des Erwerbes wegen fo gehandelt habe.

Straßburg, 16. November. Alljährlich um die Zeit der Toutrotversawmluugeu stndeo stch tu den reichsiändischen Zettuugeu lauge Listen von jungen Leuten, die stch der Wehr- pflicht durch unerlaubte Auswanderung entzogen haben und deshalb vor den Richter geladen werden. Uad fcr denselben Blättern kehren beharrlich, nur in kürzeru Zwischen. rSumrv, allwöchentlich, zuweilen auch alltäglich, Verzeichnisse derjenigen Elsaß Lothringer wieder, die in der fraozöstscheu Fremdenlegion im fernen Afrika verstorben stad. Beide That- fachen stehen in innigem Zusammenhang und weisen auf ein fortdauerndes bedauerliches Urbel t« reichSlSndischeu Leben hin. Noch immer entzieht sich eine große Anzahl jangn Elsaß Lothringer weit «ehr als io andern Theileu Deutsch, fanb» burch «uSwaoberuog bem Militärbievst im beutscheu Heere- bie Mehrzahl geht uaiürltch nach Frankreich. Der Grund dafür ist wohl am wenigsten die Furcht vor dem deutschen Militärdienste, denn an ihn hat sich daS Soldaten- Volk der Elsäffer heute schon ebenso gewöhnt wie die übrigen Deutschen. Vielmehr bieten den Anlaß zu dieser Erschetnung I die fortdauernden eigenthümltchen Beziehungen zu Frankreich. Manche junge Elsäffer gehen schon als Kinder hinüber, fei es zur Erziehung, sei es auS geschäftlichen Rückfichten, und kommen später nicht wieder zurück- Bekauotschaft, verwandt- schäft, bie Aussicht, io Frankreich leichter eine Existenz gründen und dabei den Militärdienst ganz umgehen zn können, ver- leiten viele andere. Bet vielen spielt aber auch Verführung und thörichter EhaovioiSmuS eine große Rolle. Roch gibt es in Elsaß Lothringen Hetzer genug, die io den Herzen der jungen Leute einen Widerwillen gegen das deutsche Heer nähren und sie deshalb io jungen Jahren geradezu zur Ans- Wanderung tierletten. Ihrer Manche staden In Frankreich freilich ein gutes Unterkommen, doch die Meisten fallen beu Werbern in die Hände und bilden eio willkommene, Material für die Fremdenlegion. Wie Mancher mag diesen thörichteu I Schritt später bereut haben, wenn der heiße Wüstensand Afrika« oder die glühende Sonne und die mörderischen Fieber ToogkingS seine Kräfte rasch aufzehren. Die schuldvollen I Verführer in der Heimath aber erhalten von dem bethörten I Jüngling oft erst dann wieder sichere Kunde, wenn die I Zrituogro seinen frühen Tod melden.____

ÄuslawK

Brünn, 19. November. Die hiesige große Spinnerei von Siegmund Schwarz ist gestern Nacht total nieder- gebrannt.

Antwerpen, 20. November. Sestern Abend verbreitete sich daS Gerücht, daß der transatlantische Dampfer .Koblenz" vom Norddeutschen Lloyd gesunken sei. Der Dampfer hatte 5600 Paffagiere an Bord. In bem hiesigen Bureau ist die Nachricht erst bementirt, später aber bestätigt worden. Der Vertreter beS Norbbeutschen Lloyd erklärte, bisher noch keine desinitive Nachricht erhalten zu haben. DaS Schiff ist zuletzt am 18. November tu Queffaut io der Höhe von Brest geseheu worden. DaS Schiff kommt von Antwerpen und sollte nach Brasilien gehen.

Bekanntmachung,

betreffend: Die Denkmals SuthülluogSfeier.

Die Direction der Waio-N'ckarbaho, die königlich preußische und Grohh. Hessische Etsenbahndirection Mainz haben auf Ersuchen deS Vorstands deS LandeSauSschuffeS in daokenSwerther Weise die Anordnung getroffen, daß auS Anlaß der Feier der Enthüllung de» Denkmals für den Höchstfellgen Großherzog Ludwig IV. eine Fah^ Preisermäßigung allgemein in der Art gewährt werde, haft alle am 25. November d. I auf hessischen Stationen gelösten einfachen Fahrkarten für Prrfonenzüge 1. bis 3. Klaffe Aur freien Rückfahrt berechtigen. Für die Main Nrckarbahn ist noch befonderS bestimmt, 1. daß die freie Rückfahrt am Zeichen Tage stattstnden muß, 2. daß bei Benutzung von Schnellzügen SchnellzugSzuschlagtkarten je für Hin- und Rück­fahrt besonder, zu lösen find. ,

Der Vorstand de, LanbeSauSschusseS.

Amtlicher Theil.

Bekanntmachung.

Gteßen, den 18. November 1898.

Betr.: Die Festsetzung be, durch'chnittlichen Jahre,arbeit,- Verdienste» der in land- und forstwirthschaftlicheu Be­trieben beschäftigten Personen.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

®ä die Grohh. Bürgermeistereien des Sreises.

s^ Diejenigen von Ihnen, welche unserer Auflage vom 26. October UI. Gießener Anzeiger Nr. 255 noch nicht entsprochen haben, werden hierdurch an baldige Erledigung derselben erinnert.

v. Bechtold.

3- »-.

(&beln wurde in der verfioffeneu Nacht ein Dynamit- Attentat ;aus einen Einwohner verübt. SS ward«- von einem unbekannten Thäter eine Bombe durch da» Fenster in, Zimmer geworfen, welche große Verheerungen anrichtete. Menschen wurden nicht verletzt.

Braunschweig, 19. November. Vie die ^Braunschweiger Neuesten Nachrichten" melden, sand in der vergangenen Nacht vor den Wohnungen der Minister Dr. v. Otto und

Bekanntmachung.

Wir^ bringen hiermit zur Kenntniß der Interessenten, daß von morgen, dem 22. L Mt«. ab die Diehmärkte auf dem Gelände hinter dem städtische» Tchlachthause n C mKah

Der Austrieb erfolgt vom Hohleichweg au,; der Abtrieb geschieht über den alten Heuchelheimer Weg nach der Rod- heimerstraße zwischen der Kröck'schen Besitzung und der west- lichen Mauer de, Schlachthauses. Die Benutzung de» für den Abtrieb bestimmten Wege» zum Austrieb ist strengstens untersagt. Ma^ktstandzeichen werden sowohl an dem Octroi- Häuschen al» auch an der Freibank de» Schlachthause» ab- gegeben und sind vor dem Auftrieb zu lösen.

Die Benutzung de, alten Viehmarktes ist von morgen ab untersagt^ eingebrachte Vieh darf vor 8 Uhr

Morgen» in den an den neuen Viehmarktplatz angrenzenden Straßen nicht aufgestellt, ebenso da» in den SMungenunter- gebrachte vor dieser Stunde au» denselben nicht abgetrieben werben.

Gießen, den 21. November 1898.

Großherzogliche» Polizeiamt Gießen.

Muhl.

Dentfche» Reich.

Bulin, 19. Ro°--ber.' Di- «r°hh-r»°,lich b-> *, «eoittunq bat dlim Bunbcerat) ttmn Hntrag auf Atänbaung d-r Su,stihtun,,°°ri»tift-n ,um T-d°k> »nrrarteti etnacbrocbt, bem der BandeSrath bte Zu ft mmun'« rtbdlt »al. v>»°°ch »M=«* 6OT* "atlon df labat« btt bin eanbwltlttn «b-rh-lt etne?Nieberlage entftanbene GewichtSadgang fienerfrei bleiben, hnn an h y. hfi Gewicht, be, Tabak, nicht übersteigt.

Berlin, 19. November. Die abermalige Abkürzung unb a.nberung ber kaiserlichen Reiseroute hat manag' faltioste Bermuthungen hervorgerufen. In Mabrib und Loudon spricht «an von einer ernstlichen Erkrankung ber Katserin. Der spanische Ministerpräsident Sagasta soll gestern in einem Interview erklärt haben, Regierung wiffe, worü­ber bemsche Kaiser seine Reise abkürzt lmb nicht n^Spwtm kommt. Die Kaiserin sei krank unb wünsche sofort Deutsch land zurückzukehreu. Aehn.iche Nachrichten gehen in Mabriber Hvfkreffen um. Bon htefiger osficiSsn Seite war bieAd kürznug ber Reise gerobe mit einer Besserung im Befinden

der Kaiserin begrünbet. welche einen langsameren «limawcchsel Hartwieg sowie be. Laubtag. Präsides unuvthig machet Natürlich werben auch politische Gesicht». ' ^nftonn ianfln btc «'beiter.Mar'e.llaise

jnntte angeführt. So meinen die ^Wiener Morgenblätter , die Hauptveranlaffung zur abermaligen Abkürzung der Katser-

Auch biese Begrünbung bürste nur eineu problematischeu Werth haben. Ueber die Rückkehrroute schtiuev endgültige Be-

Beileidstelegramm be» Kaisers, vom Kaiser ging bem »Norbbeutschen Llohb" au» Anlaß beS Ab- I leben* beS Eonsuls H. H. Meier an» Messina folgenbeS Leie- I gramm zu : Bei« Umläufen in Messina erreichte Wich soeben die Trauerbotschaft von dem Hiuscheibeu beS LousulS H. H. Meier, I des BegrünberS be« Norbbeutschen Lloyd. Sin warmes Herz, beseelt für baS Emporblüheu seines engeren wie »eiteren I Vaterlandes, hat bamit zu schlagen aufgehört, ein schaffens- reiches Leben seinen Abschluß gefnnben. So lange die stolzen Schiffe des Norddeutschen Lloyd auf dem Erdball Zengniß ablegen von deutschem Fleiß und deutscher Macht, so lange Wirb ber Name be« Begrünber« von ihnen nicht zu trennen fein. Mit bem L hod beklage Ich tief ba« Hinschetbeu biese« bebentenben Manne«, zu beffen letzter Ehrung Ich den Lhef ber Norbseestation entsenbeu werbe. ffiilbelm 1. K.

Die ReichScommission für Arbeiterstatistik schritt am Freitag zur Vernehmung der Inhaber und An­gestellten von Restaurant« in Fortführung be« ersten Punkt« der Toge«orbnung: Vernehmung von AuS- kunftßpersonen an« betn Bastwirth« unb Schankwtrthschaft«- Betriebe. ES kam zunächst die Zeitbauer ber Nachtruhe in Betracht. Seiten« ber RegiernugSvertreter würbe hier baranf Gewicht gelegt, ob die Nachtruhe eine ununterbrochene Zell' bauer von acht Stunden beträgt. Soda-'U handelte e« sich um die AuSgehezeit, vornehmlich um die Frage, wie viel freie Tage tm Monat gewährt werben. Ferner würben bte ver- hälluiffe ber Wohnräume ber tm Haus- be« Lhes» wohuenben Angestellten beleuchtet, bte Frage ber Strafgelder, ihre Höhe Bnb öerwenbung. E« würbe noch ba« PlacirungSwesen ge­prüft unb auch hier ber Wucher bei der Stellenvermittlung bemängelt, daneben die Frage aufgeworfen, ob von den Chef» Zell zum Kirchenbesuch gestattet werde. S« wurde danach oeforscht, ob infolge der langen Arbeitszeit eine Schädigung ber Sesnubheit festzustelleu sei. Die übergroße Zahl der Leürllnae wurde getadelt, nameatltd) trat man dafür em, oaß e« am Platz wäre, diese nicht länger als brS 10 bezw. 11 Uhr Abends arbeiten zu lassen. S» wurde der Antrag gestellt, daß in Geschäften, in denen keine Sehülsen arbeiten, auch fdne Lehrlinge gehalten werden dürfen. Da» »ellueriunen- Unwesen in den fügen. Auimirkneipeu wurde einer sehr scharsen Kritik unterzogen unb beantragt, baß unter 21 Jahren Kellnerinnen nicht btschäftigt werden dürfen. Für die Se- sarnrntheit der Kellner wurde empfohlen, eine Kündigungsfrist von 14 Tagen festzusetzeu, um, wie die Vertreter der Kellner, schäft meinten, der oft grundlosen Entlaffung von Kellnern vorzubeugen. Die Freitagtfitzung wurde dann geschloffen Am Sam.tag waren hauptsächlich Sachverständige auS Süd- deutschland geladen. ES haudelle sich nm dieselben Fragen, wie den Wacher bezüglich der Stellenvermittlung, daS Kellnerinnen.Unwesen nsw. AIS neu trat daS Moment der Polizeistunde hinzu. Der Eindruck der Vernehmungen In diesem Punkt ist dahin zusammeuzusaffeu, daß die Polizeistunde zwar besteht, aber nicht gehandhabt wirb.

Sölit, 19. November. Die .Köln. 8tg/ melbet an» München: Die Annahme ber hiesigen Blätter, ber Kaiser werbe über München zurückkehren, ist wahrschewlich unrichtig. Wenigsten» unternimmt der Regent morgen früh eine Jago- reise nach dem Speffart, nachdem er gestern feine no£ f£»- monatlicher Reise burch Sübamenka heimkehrenbe Tochter

statt. Die Demoustranten fangen bte Arbeiter-Marseillaise nnb brockten Hochrufe auf bte Socialbemokratle au«, bi» ste tion ber W^che vertrieben würben. Die Demonstratlone»

Ifldor be Eoq, welcher beschulblgt ist, Schriftstücke, Auf- zeichnuugeu usw., deren Geheimhaltung im Jnterrffe der