Ausland.
Wie», 7. März. Heute Nachmittag 2 Uhr wurde der Fürst von Bulgarien vom Kaiser in Audienz empfangen. Angeblich stattete der Fürst dem Kaiser seinen Dank für besten Theiluahme au der Krankheit der Prinzessin Clementine ab.
Wie», 7. März. Da« Befinden der Kronprin- zessin-Wittwe Stefanie ist recht zufriedenstellend. Der locale Befund ist unverändert.
Prag, 7. März. Anläßlich der neuerlichen deutschfeindlichen Demonstrationen herrscht hier lebhafte Besorgung. Man verurtheilt die Untätigkeit des Statthalter«, der die Ruhe nicht wieder Herstellen könne. Plünderungen werden befürchtet. Da« Militär ist configntrt.
Lemberg, 7. März. In der laudwirthschafrlichen Hochschule zu Pzeroichow find Studentenexcesse vorgekommeu. 58 Schüler wurden rrlegirt. Die Hochschule kann al« ge- schlost'n gelten.
Genua, 7. März. Heute Nachmittag trafen etwa hundert deutsche Studenten auf einer Studienreise hier ein. Die Studtreudeu der hiesigen Universität bereiteten ihnen einen herzlichen Empfang- fie werden ihnen einen Ehrentruvk reichen und andere festliche Veranstaltungen treffen.
Paris, 7. März. Mehrere Blätter bestätigen, daß die beiden Zeugen Esterhazts dem Oberst Picquart eine Herausforderung übersandt haben, nachdem er ihren Brief nicht beantwortet hat.
Lyon, 7. März. Dem Jagdzug Lyon-Wien ist ein Unfall zugestoßen, wodurch etwa 10 Personen verletzt wurden.
itoeale» «ird provinzielle»*
Gießen, den 8. März 1898.
Postperfoualnachrtchte». Versetzt find: die Posträthe Maunich von Darmstadt nach Dortmund, Fuhrkeu von Dortmund nach Darmstadt, der Postiuspector Gerckeu von Königsberg (Pr.) nach Darmstadt, der Postkasfirer Drees von Darmstadt nach Oberstein als c. Postdtrector, der Ober- I PostdirectionSsecretär Zott von Köln (Rhein) nach Mainz । als c. Postkasfirer, der Ober-Telegraphenfecretär de Ahva von Mainz nach Frankfurt (Main), der Postsecretär Rauch- fuß von Dortmund nach Friedberg (Heffen) als c. Ober- j Postsecretär, der Postasfisteut Spitz faden von Offenbach (Main) nach Darmstadt unter Ernennung zum Bureau- aifistenten, die Postasfistenten Appel von Büdingen uach Gießen, Quick von Köln (Rhein) uach Darmstadt. Uebertrag en ist zunächst probeweise: eine Ober-Telegrapheu- secretärstelle in Mainz dem Telegraphensecretär Walker. Ernannt find: zu Bureauasfistenten die Ober-Postasfifteuteu Keller und Lippert tu Darmstadt.
•* Konrad Dreher tritt im hiefigen Stadttheater am Sonntag den 13 d. Mts. in der ausgezeichneten Poffe von Anton Anno „Die beiden Reicheumüller" al« „Schlegel" zum ersten Male auf. Als zweite Vorstellung mit Herrn Dreher al« Gast folgt am Montag das neue Karlweis'sche Do'kSstück „Da« grobe Hemd". Uebec letztere« Stück lassen wir eine Berliner Kritik de« „Kleinen Journals" folgen: „C. Karlwet«, der sich schon mit seinem „Kleinen Mann" so erfolgreich in Berlin eiugeführt hat, errang auch mit seinem neuen Lustspiel „Da« grobe Hemd" einen fröhlichen Steg. Et ist bekannt, daß Karlwet- zu den wenigen Wrener Poeten gehört, die mit kluger Hand und warmem Herzen das eigentliche Wiener VolksstÜck mit blühendem Leben zu erfüllen wissen. Wa« in Berlin fast unmöglich erscheint, ist in Wien noch immer schöne Wahrheit. Wir be- fitzrn kaum einen einzigen Schriftsteller, der sich von den überlieferten Berliner Typen loszulösen vermag, um auch das moderne Berlin mit seinem mannigfaltigen Reichthum au originellen Figuren auf die Bühne zu bringen. In Wien dagegen lebt wenigsten« ein kleiner Kreis von Dichtern, die e« sich zur Aufgabe gemacht haben, die alten Formen mit neuem, zeitgemäßem Inhalt zu erfüllen. In jener Wiener Gruppe aber ist C. Karlwet« unbedingt der Feinfühligsten und Begabtesten einer. Er weiß scharf zu beobachten und vor Allem ist ihm auch der glückliche Humor eigen, der unter der glitzernden Oberfläche von Menschen und Dingen ein wahre« Wesen lachenden Sinnes herauSzuspüreu weiß. In seinem „Groben Hemd" hat cr einem sehr heiklen Stosst mit scharfer Intelligenz die lustigsten Wirkungen abzugewtunen vermocht. Er hat die sociale Frage auf die Bühne gebracht, aber nur jenen Talmi-Soctalismus, der mit im Grunde sehr ernsten Fragen ein harmloser Spiel treibt, um fich ein bischen in volksbeglückende Pose zu setzen. (Folgt Inhalt.) In diese Haupthaudlung find mit großem Geschick und viel I Humor noch einige Nebenfiguren gewoben, In denen sich sehr glücklich daS naive und ein ganz klein wenig beschränkte | Wesen des mittleren Wiener Bürgerstandrs widerspiegelt, der bei aller Herzlichkeit auch recht brutal egoistisch sein kann. Und ist auch die Grundidee, auf der daS Lustspiel bafirt, nicht gerade neu und verschmäht Karlwet- auch nicht immer, namentlich im letzten Acte nicht, die besterprobten possenhaften Scherze, so hat er doch nach anderen Richtungen hin fein künstlerische- Können glänzend erwiesen. Zunächst hat er mit dem „Groben Hemd" ein gutes und außerordentlich wirksame- Theaterstück geschaffen, und daS ist eine Kunst, die man weit höher schätzen muß, als e« heutzutage in der Zett der undramatischen Milieuschilderungen Mode ist. Auch Karlwet« befitzt tu reichstem Maße die Fähigkeit, durch eine Fülle kleiner, lebendiger Züge da- Milieu zu veranschaulichen, aber wichtiger ist ihm die Characteristik der Menschen, die er auf die Bühne bringt, und nie vergißt er, daß ein Theaterstück fich nicht in breite Schilderungen verlieren darf, sondern daß e« un« in erster Linie Geschehnisse vorzuführen hat. Mit ganz besonderer Liebe hat er die Figur de- alten Schöllhofer auSgestattet und gerade für diese Rolle hatte er fich von Wien aus einen Künstler mitgebracht, den wir von
Berlin nicht gern wieder scheiden sehen möchten, nachdem wir | Ihn endlich einmal kennen gelernt haben. Mit den Darstellern wurde auch der Dichter nach jedem Act immer wieder 1 gerufen und der Abend bedeutete für ihn einen glänzenden, durchschlagenden Erfolg."
Stenographisches. W>r nehmen hiermit Veranlassung, nochmals auf den am morgigen Mittwoch beginnenden Anfangsunterricht in der deutschen Einheits-Stenographie (System Babelsberger) hinzuweisen. Besonder« den Herren auS dem Kaufmanv«stande, vom Gerichte usw., sei die Erlernung der Stenographie besonder« warm empfohlen. Eine Anzahl Beamten der hiefigen Gerichte haben mit bestem Er- folg den nun abgeschlossenen Unterricht besucht. Zahlreiche Meldungen gerade au« diesen Kreisen liegen wieder vor, also ist auch älteren Herren Gelegenheit zum Anschluß geboten. Gleichzeitig gereicht e« un« zur besonderen Genug- thuung, mitthetleu zu können, daß der Anfangsunterricht an der Capitulantenschule de« hiefigen Regiment« durch eine Prüfung unter Borfitz deS Herrn Major Gold mann äußerst günstig abgeschlossen. Der Herr Major legte den Schülern besonder« warm an« Herz, da« nun Gelernte durch fleißige Weiterbildung au«zubauen und zu befestigen. Wir schließen un« diesen Worten au« vollem Herzen au und hoffen, bet Wiederbeginn de« Unterrichts die Zahl 100, die wtr diesmal erreichten, überschreiten zu können.
*• Schnee-Einfuhr. Wie durch Inserate in Vogelsberger Blättern bekannt gemocht ist, sucht die hiesige Brauerei Röhrle Schnee in Waggonladungen.
•• Warnung für tznudebefitzer. In den letzten Tagen find mehrfach Hunde unter Symptomen von Vergiftung verendet. ES empfiehlt fich, die Thiere nicht allein herum- laufen zu lassen, da nämlich im SelterSberger Feld, im Bergwerkswald und im Felde längs de« Schiffenbergerweg« Fallen aufgestellt und Gift gegen Raubzeug gelegt ist.
" Kein Feldbergfest? Die „Frkf.Ztg." schreibt: Bei dem am 6. d. MiS. stattgefundenen Turntag zum Feld- berg fest in Homburg v. d. H. kam e« wieder zu ledhastrn Debatten über die Erhöhung der Punktezahl bet den Wettbewerben, die man auf der einen Seite nöthig erachtet, um die Zahl der Wettbewerber zu verringern. Die Erhöhung wurde mit 38 gegen 26 Stimmen ab gelehnt, worauf der Homburger Turnverein erklärte, er sei nicht mehr in der Lage, der umfangreichen Arbeiten wegen, die durch die überaus zahlreichen Anmeldungen entstehen, das Fest zu leiten. Somit ist das diesjährige Fest in Zweifel gestellt.
Butzbach, 5. März. Von den diesmaligen acht Abiturienten der Großh. Realschule wurden vier von der mündlichen Prüfung befreit. Von diesen beabfichtigeu vier auf das Realgymnasium überzugehen, rin Pharmaceut und zwei Kaufmann zu werden. — Der CorpSarzt deS 11. Ar- meecorp«, Generalarzt Dr. Jarofch, traf heute Mittag zur Besichtigung und Revifion der Krankenzimmer und der Übrigen Räume de« hiesigen Kafernement« hier ein.
Saubach, 6. März. Die Trauung des Herrn Erbgrafen mit Prinzeß Emma von Büdingen ist im dortigen Schlosse auf den 14. April festgesetzt- einige Tage später wird daS hohe, neuvermählte Paar seinen Einzug in hiesiger Stadt halten und späterhin in Schloß Arnsburg bei Lich dauernd Wohnung nehmen. — Die hiesige Stadt hat sich bereits für ein werthvolle« HochzeitSgeschenk schlüssig gemacht.
Friedrich»hütte, 3. März. Gestern war da« Großh. Amtsgericht Laudach hier, um die Verunglückung des Arbeiters Stöhr auf der hiesigen chemischen Fabrik einer genaueren Untersuchung zu unterziehen. Dieselbe ergab, daß ein Selbftverschulden den Verunglückten nicht trifft. Derselbe war mit Holzeinladen beschäftigt, al« eine in der Nähe sitzende neun Meter hohe Holzaufschichtung in6 Rutschen kam und ihn, ehe fich derselbe noch rechtzeitig retten konnte, voll- stäüdig unter fich begrub. Der Verletzte erlag bekanntlich seinen Verwundungen, die Wiuwe wird au« der Uofallver- ficherungSkasse 60 pCt. des ortsüblichen Taglohn«, etwa« über eine Mark täglich, erhalten- auch wird derselben noch auS einer Kasse der chemischen Fabrik Unterstützung zuflteßen.
A Mainz. 7. März. Die folgen des gestrigen Eisen- bahn uns alle- bei der Brückcnauffchrt auf der Gustavs- burg find insoweit beseitigt, daß fett heute Mittag beide Geleise frei find und die Züge auf den Strecken Mainz- Frankfurt, Mainz-Darmstadt und Mainz—Mannheim ihren regelmäßigen Verkehr wieder aufgenommen haben. Urber die Ursache der Entgleisung verlautet, daß der von Frankfurt kommende Güterzug infolge starker Belastung die Steigung nach der Brücke nur mit Hilfe einer zweitep, hinten auf den Zug gesetzten Locomotive erreichen konnte und bei diesem theilweisea Drücken des Zuge« einige Wagen aus noch un« bekannten Gründen au« dem Geleise geriethen. — Nach kurzem Krankenlager ist gestern der in weiten Kreisen bekannte Bezirksgerichtsrath t. P. Dr. Heinrich ttirftein ge» I storben. Der Verschiedene, der ein Alter von 86 Jahren erreicht hat, war noch rin Richter aus der alten franzöfischrn Schule- seine Pevfionirung erfolgte mit der Einführung der neuen Justizorganisation im Jahre 1883.
Schwurgericht.
W. Gieße», 7. März 1898.
Schluß der Verhandlung gegen Joh. Rost von Gießen I wegen Urkundenfälschung. Den Geschworenen waren I 26 Fragen vorgelegt und zwar sechs Hauptfragen, ob dem I Angeklagten die Verfälschung von öffentlichen Urkunden con- I curirend in vier Fällen mit Betrug, in zwei Fällen mit Be- trugSversuch zur Last falle- im Fall der Verneinung dieser I Fragen, ob die Verfälschung einer Privaturkunde in den vor- I liegenden sechs Einzelfällen vorliege, in allen Fragen war I die Hilfsfrage nach mildernden Umständen gestellt. Ferner hatte die Jury die Frage zu prüfen, ob in dem einen oder andern Fall ein fortgesetzte« Dellet vorliege. Nach kurzer I Berathung verkündete der Obmann Bürgermeister Behl von
Rainrod den Spruch der Geschworenen, welcher verneinte die Fälschung von öffentlichen Urkunden, dagegen bejahte, daß Privaturkunden vom Aoaeklagten verfälscht seien, bejahte das Vorliegen mildernder Umstände und bejahte, daß die That des Angeklagten eine einheitlich fortgesetzte sei. Staatsanwalt Koch beantragte, auf sechs Monate Gefängniß zu erkennen. Der Vertheidiger bat um eine Strafzumessung unter drei Monaten und Aufrechnung der erlittenen Untersuchungshaft, denn der Angeklagte sei von vornherein geständig gewesen und zwar im vollen Umfange, er sei auch noch unbestraft, der Bermögensvortheil, den er davon gehabt, feien jvenige Pfennige gewesen. Der Gerichtshof erkannte auf fünf Monate Befängniß, von denen zwei Monate von der Untersuchungshaft al« bereit« verbüßte Strafe in Abzug kommen.
W. Gieße», 8. März 1898.
Heute wird in die Verhandlung gegen den 23jährigen Weißbinder Karl Keil von Gießen wegen Ver'ucds der Brandstiftung in drei Fällen eingetreten. E« find 35 Zeugen zu hören. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Koch. Die Vertheidigung führt Rechtsanwalt Spohr. Die aus der Urne gezogenen Gießener Geschworenen werden von der Ver- theidigung abgelehnt. Der Angeklagte erklärt, zwei Mal wegen Diebstahls, wegen eine« SittlichkeitSdelict« und wegen Sachbeschädigung vorbestraft zu fein. Er sei vor zwei oder drei und vor sechs Jahren wegen Braodstiftung in Untersuchung gewesen. Heute handelte es fich um die Brär.de der Lotz'schcn Hofraithc, in der Lonyschen Hofraithe uod das letzre Mal wieder in der Lotz'schen Hofraithe. Der Vorfitzende Übergibt den Geschworenen den amtlichen Plan der Stadt Gießen und bemerkt, daß eS fich heute nicht um die Bräude handelt, wegen welcher der Angeklagte verdächtig in Untersuchung gewesen, sondern um drei BrandstiftungSveriuche, und zwar derjenigen in der Winn'schen Hofraithe (Löber« Hof), in der Kaufmann Arnold'schen Hofraithe und tn der darauf folgenden Nacht in der Huhn'jchen Hofraithe. Die früheren Brandstellen befinden fich ebenfalls tn der Neustadt. Der Angeklagte erklärt, von 1895 an zwei Jahre ßtbtent zu haben. Vor seinem Militärdienst habe er bei seinem Boter als Weißbinder gearbeitet, nach dem an der Bieberthalbadn. Der Angeklagte erklärt, er habe fich bei der Gail'schen io- wohl als bei der Gießener Freiwilligen Feuerwehr f. Z. gemeldet, fei aber von beiden nicht angenommen worden, rote er vermuthet, weil er wegen Brandstiftung in Untersuchung gewesen.
Durch die weitere Vernehmung wird festgestellt, daß die Brände, wegen deren der Angeklagte verdächtigt war, stets in der Nacht auSgebrochen find. Auf die BrandstifluvgS- verfuche, um die eS fich heute handelt, erklärt der Angeklagte, er fei in der Nacht vom 20. auf den 21. November im „Pfälzer Hof" tn der Carneval-Gesellichaft „Victoria" gewesen und fei dann in die Ferber'sche Wirtschaft an der Ecke der Neustadt und Tiefenweg gegangen, von dort ollrin spät weggegangen und habe weder die Winn'iche Hofraithe noch die Gaffe „in den Ställen" betreten, er habe von Feuer- lärm tn der Nacht nichts gehört, erst am anderen Tage, MütagS, habe ihm Frau Deckmann, welche in der Winn'schen Hofraithe wohnt, gesagt, daß e« gebrannt habe. Am Vormittag war der Angeklagte tn der Ferber'schen Wirtschaft gegenüber und nahe bei der Brandstätte, er hat dort von einem Feuer, wie er behauptet, nichts gehört. Frau Dieckmann habe ihm die erste Mittheilung vom Brand- auSbruch am SelterSweg gemacht. Am 21. November, spät Abend« sei er nach der Pulvermühle zu, zum Famtlienabend der Gesellschaft Victoria gegangen, dort sei aber nicht- mehr los gewesen und so sei er zurück tn die Ferber'sche Wirtschaft, dort habe e« eine Rauferei gegeben, er habe mit zwei Freunden die Wirtschaft verlassen, fei den Tiefenweg herunter nach ter Wilhelm Huhn'ichen Hofraithe zu gegangen und habe fich dort von seinen zwei Bekannten, die ihn den Abend begleitet, getrennt, er fei bann von der Bahnhofstraße den Weg über den Tiefenweg zurück an HuhuS Hofraithe vorbeigegangen, um nach Oswald« Garten zu gehen, da hi der Schutzmann Kimmel auf ihn gestoßen. Da er fich nicht« Schlechtes bewußt war, set er die Neustadt herunter nach der Pulver- mühle zu und von dort zurück über O-wald« Garten, Knch- straßk, Marktplatz nach der Ritttrgasse gegangen, in welcher er wohne, e« sei Nachts gegen 3 Uhr gewefeu, er habe das Haus, in dem er in der Rittergasse wohne, von Schutzleuten umgeben gefunden und habe fich in die Dreihäusergasse geflüchtet, wo er von einem Schutzmanne verhaftet wurde. Der Angeklagte bestreitet auf vorhalt entschieden, vom Tiefenweg nach der Pulvermühle gelaufen zu fein, als ter Schutzmann Kimmel hinter ihm her war, er fei ganz langsam gegangen. Der Borfitzende macht den Angeklagten auf sein unmottoirtes auffallendes Verhalten in der Nacht aufmerksam. Der Angeklagte erklärt, er habe die fraglichen Brände nicht veranlaßt.
Der Angeklagte ßlibt zu, ein Mensch zu sein, der sich für Brände interesfirt. Auf Vorhalt de« Vorsitzenden erklärt Keil, er könne keine Antwort darauf ßtben, ob er fich mit mehreren Leuten über das Brennen unterhalten habe, dar seien höchsten« WirthshauSgespräche gewesen. Dem Angeklagten wird ans den Acten Vorhalt gemacht, daß er in der Voruntersuchung ganz andere Angaben gemacht habe, warum er in der Nacht vom 21. zum 22. November voa der Bahnhofstraße zurückgegangen. Kell erklärt, was er heute gesagt, sei wahr. Der vorfitzende constotirt, daß die Aussagen nicht übereinstimmen und der Angeklagte mindestens einmal gelogen habe. Weiter wird dem Angeklagten Vorhalt gemacht, daß er am 23. November ganz andere üvqaven gemacht, warum er, al« er den Schutzmann Kimmel getcoffm, nach der Pulvermühle zurückgegangen. Damit ist die Vernehmung de« Angeklagten beendet. — Rechtsanwalt Spohr stellt den Antrag, daß den Geschworenen die Oertlichkeit, u« die e« fich hier drehe, gezeigt werden müsse und beantragt I er deshalb Augenscheinseinnahme. (Fortsetzung folgt)
„ Dkt N
Sem erklären ia elM'stmPreis t,uM »« ßiufindeo-
Verkehr, <
Steß«, b. ffiUfftnurfi losteie pr, 610-0 4. 2 .(er 1"'
jrbsrn pr- M 17 xWW 1-2M 4140-1^- 4 0,00-0,00,0^ pr. i$fb. 60—60 4/ 04, ßtschm, pl himwelfleisj pr. P T00 4, W 700-8,004, W
Reinwoll. i
Schw
in gre
Zeil
isrel Heute vvi Rind- ^latentem, per Hlvm •* labenrein, pt1 rn
3 ««
verscheiden, ä, 5
Priina
‘Äi
«chwein ^P'd. 55 * Attia N
*’ Psd. irornet ft ,J Psd. 6 «ft*
1.10, ]


