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den 2. Juni 1898.
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M. 127 Zweites Blatt. Freitag den 3. Juni
1898
Gratisbeilage: Gießener Familienblätter
Alle Anzeigen-Bermittlungsstellen deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger eutgeg«.
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machen unb die Blokabe zu verhindern. Seitdem die spanische Flotte an Santiago eingetroffen ist, muß immer ein großer Thetl der gegnerischen Schiffe zur Beobachtung de« Hasen« von Santiago bereit sein, und allzu schwach dars dieser Beobachtung-Posten nicht ausgerüstet werden, weil er dann leicht von den Spaniern aufgerieben werden könnte. Wir wollten vorhin nur anSsÜhren, daß jene Mittheilung von einer Niederlage der amerikanischen Flotte von vornherein nicht recht glaubhaft erschien, und die wetteren Meldungen haben denn auch gezeigt, wie berechtigt der Zweifel war.
Noch abenteuerlicher klang die gleichfalls am SamStag eingetroffene Nachricht, daß Admiral Sampson in den Hafen von Santiago etngedrungen sei, die spanische Flotte voll- ständig zerstört habe und die Stadt bombardtre. Der (Sin- gang in den Hasen von Santiago ist bekanntlich sehr schmal, so daß er von den spanischen Fort« mit Leichtigkeit beherrscht werden kann. Ein Eindringen der Amerikaner hätte noth- gedrungen die Vernichtung ihrer Flotte zur Folge haben müssen, wenn die Spanier nut einigermaßen ans der Hut gewesen wären. Man konnte deßhalb nicht annehmen, daß Sampson ein io tollkühnes Unternehmen gemacht haben würde. Beide Meldungen gehörten in das Reich der Er- findungen und haben in keiner Weife eine Bestätigung ersahren. ES ist überhaupt kaum anzunehmen, daß in den nächsten Tagen eine Entscheidung fällt. Die Amerikaner wollen vorsichtig erst dann einen entscheidenden Schlag zur See führen, wenn die LandnngScorpS vollständig ausgerüstet find, und damit hat ei bekanntlich noch keine große Eile, denn aus allen Meldungen, die hierüber anS Amerika etnlaufen, gehr hervor, daß eS mit den Krieg-Vorbereitungen der Amerikaner überaus schlecht bestellt war. Wir dürfen also noch eine geraume Zeit auf unbestimmte, einander widersprechende Nachrichten vom «rtegsschanplatze rechnen.
Inzwischen macht die innerpolitische Situation Spaniens den maßgebenden Kreisen daselbst wieder große Gorge, da daS Geschästileben immer mehr stockt und die ArbeitSlofigkeit zunimmt. Im Jntereffe beider Staaten läge ei, wenn der Krieg nicht zu lange andauerte und recht bald ein vergleich zu Stande käme, ehe »n viele Opfer oefordert sind, (xx)
©eenen sommerlicher Aufenthalte. So kann man an den großen und schönen Photographien von CarlSbad, die im Auffahrt'scheu Schaufenster hängen, wohl kaum vorübergehen, ohne beim Anblick dieser Blätter vom „Sprudel", von der „Alten Wiese", der „Mühlbrnnnen-Eolonnade" rc. sich sofort den Zauber zu vergegenwärtigen, den dieses Weltbad auf Gesunde und Kranke auSznüben pflegt. —
In beiden Th eatern wird noch flott gespielt. An Gastspielen in Oper unb Schauspiel ist kein Mangel. Zn solchen, die einen rein künstlerischen Zweck verfolgen, gehört nun unstreitig das der Signortna P r e v o st i. In der kleinen Musikalienhandlung am Theaterplatz sahen wir die neuesten, wohlgelungenen Costümportraits der italienischen Diva, welche innerhalb der Zett, in welcher wir sie zuletzt gehört, um keinen Zug gealtert erscheint. Die Schönheit der Prevostt ist keine beautSe im landläufigen Sinne, vielmehr von so vorwiegend seelischer, geistiger Art, daß ihr die Jahre that- sächlich weniger anhaben können als solchen Künstlerinnen, deren äußerer Retz wesentlich In der Rundung der Formen, dem jugendlichen Schmelz des Antlitzes beruht.
Für ihr Wiederauftreten im Frankfurter Opernhause hat sich die Prevosti zunächst die Carmen gewählt- ihre Auffassung der Rolle hält die Mitte zwischen der der Gemma Belltncioni und jener ter Sigrid Arnoldson.
Im Schneider' sch en Salon ist gegenwärtig wieder eine anziehende Künstlergesellschaft vereinigt. Die Hand- reichnungen und Ortginalradirnngen von Max Klinger fordern natürlich in erster Linie den Blick des Kenners. Im Fluge kann man den geistigen und formalen Feingehalt dieser Blätter nicht ergründen. Die Portraitbüften, welche Cäcilia Riße ausgestellt hat, bekunden ein tüchtiges und doch maßvolles Können. Die Dame lebt jetzt In München, hat aber ihre Studien zuerst tu Frankfurt gemacht.
Die Landschaften von Erich Kuithan (Schliersee),
Aints- und Anzeigeblatt für den "Kreis Gieren
Hogelsöerger Wndvieh-Ausstellung
in Gießen
am 16. und 17. Juli 1898.
In Verbindung mit der am 16. unb 17. Juli in Gießm ftattsindenden B'zirkStbierschau soll daselbst die erste Ber- baudsausstellung der Herdbuch-Gesellschaft für das Vogelsberger Rindvieh veranstalret werden.
Die Züchter dieser Vteh Raffe in der Provinz Ober- Hessen, sowie in den preußischen Kreisen Wetzlar, Dill, Biedenkopf, Marburg und Kirchhain werden hiermit zur PreiSconcurrenz eingeladen. Für Preise stehen 5000 bis 3000 Mark zur Verfügung.
Prämiirt werden:
1. Bullen, V/i bis ^jährig-
2. Kühe, erkennbar trächtig oder in Milch, mit höchstens 4 Kälbern -
3. Kalbinnen, erkennbar tragend-
4. Familien (1 Kuh und mindestens zwei von dieser stammende über 1 Jahr alte weibliche Thiere) -
Alezngspreis vierteljährlich
2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn.
Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich.
Deutscher Reich»
Berlin, 1. Juni. DaS griechische Kronprinzenpaar ist heute vormittag 7 Uhr 40 Min. vom Anhalter Bahnhofe abgereist. DaS .Kaiserpaar gab ihm daS Geleit.
auf den der Kgl. Akademiedirector zu Dresden, v. Geydlitz, zuerst ausmerksam gewacht, verrathen eine ruhige gesammelte Kraft und ein Auge, welches die Landschaft nicht nur eiusach, fordern auch tief zu sehen vermag. Bei seinem Motiv „AuS den Elbmarschen" oder dem „Marschhof" ist el förmlich, al- spürte man den Geruch, der au- solcher fetten, saftigen Erdscholle emporsteigtUnd sein „vergwald" gibt die Eigenart eines dichten, sich weithin erstreckenden Forstes in einer Weise wieder, daß daneben nur TrübnerS Etchenmotiv mit dem einsamen Hause aufkommen kann.
Auf den Anschlagsäulen ziehen Riesenplakate unwillkürlich die Ausmerksamkeit an. „Die Tochter der Hölle", da-ist daS Schauspiel, mit welchem daS Sommertheater zu Bocken- heim seine Aera einzuläuten gedenkt. Handelt eS sich hier etwa n« ein sunkelnagelneueS Sensatton-stück, deffen Existenz un- bi-her entgangen?! Unser Blick fällt aus den Namen deS Autor- — Kneisel. Sollte daS etwa der gute alte Lustspielpapa Rudolf Kneisel sein, der schon 1832 -u König-, berg in Preußen da- Licht der Welt erblickt hat? Und diese „Tochter der Hölle" wäre sie am Ende die wohlbekannte „Tochter Belial-", die jetzt unter neuem Paß reisen muß?! Man könnte eS fast glauben. Ich bin der Ansicht, derartige Metamorphosen werden de- Be,falls findiger Theaterunternehmer gewiß sein. Ich möchte ihrem Thatendurst hier gleich mit einigen Proben zu Htlse kommen. Wer mag in Zukunft noch die „Waise von Lowood" geben? DaS lautet ja viel zu einfach. „Die Gouvernante im Feuer" machte sich weit besser auf dem Spielzettel! Statt der „Grille" wähle man den Titel: „Da- Wunderkind des Dorfes", Der „Bibliothekar" ließe sich umwandeln in: „DaS Medium im Gartenhause", „Minna v. Barnhelm" würde gewiß gewinnen bei der Bezeichnung: „Ein sächsische- Edelfräuletn auf der Bräutigam-- suche". Grillparzer- „Der Traum, ein Leben" könnte erscheinen al- „Die verzauberte Welt" usw. nsw.
Annahiu von Anzeigen zu W Nachmittags für den folgende Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr.
Erscheint ISgNch
mit Ausnahme deS
MontagS.
Die Gießener Iamikienvtätter werden dem Anzeiger wöchentlia, vierm bcigelegt.
Gießener Anzeiger
Heneral-Anzeiger
Feuilleton.
Frankfurter Brief.
(Originslbericht für den .Gießener Anzeiger-.)
(Nachdruck verboten.)
Vorboten der Reifefaifon in den Erkern der Bnchiaden. — SranceSchina Prevosti in Frankfurt. — Kunstsalon Schneider. — Sommertheater in Bockenheim.
Dr. M. Frankfurt a. M. hat in seinen Hauptstraßen eine Menge ansehnlicher Buch- unb Kunsthandlungen, die oft durch wirklich werthvolle Auslagen den Vorübergehenden zum Verweilen einladen. Zum FcÜhjahr unb gegen die WeihnachtS- zeit hin gewinnen diese Schaufensier ihr wechselvollstes und zugleich apartestes Ansehen. Daß wir von Tag Tag mehr in die Reisesaison hineingleiten, wird man gewahr an der Fülle der Führer, Pläne unb Reisehandbücher, bk da vor unseren suchenden Augen aufgereihet stehen, vadecker ist schon lange nicht mehr Alleinherrscher auf diesem Gebiet. Vielleicht noch immer da- reichhaltigste Buch- aber neben ihm haben sich kleine Bände und Bändchen ihr Terrain erobert und zwar auch solche, )ie am meisten für die Gegenden in Frage kommen, welche der von Frankfurt au-ziehende Touristenschwarm aufsucht. Als sehr dienlich erweist sich z. B. die Collection Lorenz in Freiburg mit ihren Führern über .Schwarzwald" und „Vogesen", ferner der „Taunusführer", bei Ludw. Ravenstein in Frankfurt a. M. erschienen, der »Spessart" und da- „Mainthal", herausgekommen in der Kreb-'schen Buchhandlung zu Aschaffenburg, die Collection Goldschmidt, Berlin, welche äußerst practische Behandlungen von Rhein- und Moselgegend bringt.
Doch nicht allein Bücher, auch Bilder deuten in die Ferne und bringen vor da- Auge die lockenden und ersrischenden
5 Kleinere Sammlungen (6 Stück weibliche Thierc) von I bisherige Taktik Cervera- bestand darin, den Amerikanern Landwirthen, welche weniger wie 30 Stück Vieh haben- an-zuweichen, sie dadurch in ihren Operaüonen unsicher zu
6. Größere Sammlungen (10 Stück weibliche Tbiere und j ....... .......
1 Bulle) von Landwirthen, welche mehr wie 30 Stück
Vieh haben.
Säwmtliche Thiere müffeo am 16. Juli spätesten« Vormittag- 8 Uhr auf dem Ausstellung-Platz (Oswald- Garten) aufgetrieben fein und dürfen ohne besondere Erlaubniß deS Comits« vor dem 17. Juli, Nachmittags 5 Uhr, nicht abgetrieben werden.
Die Thiere werden in neugebauten Stallungen auf dem Ausstellungsplatze auch für die Nacht untergebracht. Stand« geld wird nicht erhoben. Futter wird in guter Qualität den Viehdefitzern zum Selbstkosteopreis geliefert.
Anmeldungen zur Ausstellung haben längstens bis zum 15. Jnui bei dem Ausstellungs- Comits in Gießen zu erfolge«.
Da» Nähere besagt bte AuSstellungS- und PramiirungS» Ordnung, welche nebst Anmrldeformularien von dem Au», stellung« Comtl«, sowie von den BüreauS des landwirth. schaftlicheu Provinzial-Verein- und der landwirthschaftlichen Bezirk-. bezw. Kreis Vereine unentgeltlich bezogen werden können.
Gießen, den 9. Mai 1898.
DaS AuSstellungS Comits: v. Gagern, Vorsitzender.
Vom Kriegsschauplätze.
„Vor Cuba nicht« Neues!" Mit diesen Worten könnten wir eigentlich den Stand der Dinge auf dem westindischen Kriegsschauplätze kurz skizfiren. Aber die obenteuerltchen Nachrichten, welche am letzten SamStag verbreitet wurden Über große Errigniffe, die sich vor Santiago de Cuba zu- getragen haben sollten, veranlaffen unS, die gegenwärtige Situation wieder einmal zu beleuchten. Die amerikanische Flotte sollte eine schwere Niederlage erlitten haben und Admiral Sampson getödtet worden sein, so lautete die eine Meldung. Ein solcher Erfolg der Spanier konnte aber nur dann eingetreten sein, wenn daS spanische Ersatzgeschwader vor Santiago eingetroffru war unb die amerikanische Flotte somit zwischen zwei Feuer gekommen wäre. Denn Cervera allein ist den Amerikanern nicht gewachsen, wenn er auch die besten Kriegsschiffe der Spanier unter seinem Commando vereinigt. Aber da« Geschwader SampsonS ist ihm weit überlegen, abg-sehen davon, daß da- amerikanische fliegende Geschwader jederzeit mit in Action treten kann. Die ganze
Amtlicher Theil.
Gießen, den 1. Juni 1898.
Bett.: Vogelsberger Rindviedausnellung in Gießen.
Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen
4« die Grmtzh. Bürg-rmetstereieu des tkretfes.
Für den Krei« Gießen, in welchem mehr wie 40 ®e» meinden die Zucht der VogelSbergec Rmdvieh Rasse betreiben, muß eS eine Ehrensache fein, bei der am 16. unb 17. Jali hierfelbst stattfindenden Ausstellung in erster Linie zu stehen.
Wir erwarten daher von Ihnen, den Grohh. Bürgermeistern, daß Vie nicht nur Ihren preiswürdigen Gemeinde- bullen Vogelsberger Rasse zur Ausstellung bringen, sondern daß Sie auch persönlich die Viehzüchter in Ihrer Gemeinde veranlassen, dasselbe hinsichtlich hervorragender weiblicher Exemplare ihres Biebstande« zu thun. Namentlich werden sich die Thiere zur Ausstellung eignen, die bereits in das Herdbuch ausgenommen sind. Die hohen und zahlreichen (65) Geldpreise, die aaSgesetzt stad, werden sicher ihre Zugkraft nicht verfehlen und machen wir darauf aufmerksam, daß die Frist znr Anmeldung am 15. Juui abläuft.
v. Gagern.


